140-m-Wohnturm "Icoon", Projekte "Grand Central" und "Virage"

  • Weit fortgeschritten ist inzwischen der Bau des "Grand Central", des Bürokomplexes für die Deutsche Bahn. Unten ein aktuelles Foto vom Adam-Riese-Platz. Der Neubau wird den geplanten Platz östlich des Iccon-Komplexes und des als Virage revitalisierten Hochhauses Hafenstraße 51 nach Westen hin fassen.



    Bild: Schmittchen

  • Das Baugerüst am Bürokomplex für die Deutsche Bahn fällt allmählich.
    Mächtiger als gedacht wirkt der Komplex, die Fassade aber mit den Rundungen fängt das wieder auf. Mir gefällt's...groß klickbar:


    Bild: https://abload.de/img/gc1idk63.jpg Bild: https://abload.de/img/gc2pkjvy.jpg


    Bild: https://abload.de/img/gc37okca.jpg Bild: https://abload.de/img/gc4nej4k.jpg



    Bilder: Adama

  • B-Plan 912 "Adam-Riese-Straße"

    Mit dem B-Plan 912 will der Magistrat die schon im Bau bzw. in der Planung befindlichen Verhaben planungsrechtlich absichern. In der Vorlage für den Aufstellungsbeschluss heißt es u.a.:



    Quelle: M_148_2019 v. 30.9.2019

  • Im Nordwesten sind die Geschossbänder nahezu vollständig:



    Fotos aus dem Gutleutviertel:



    Das gesamte Baufeld - für den/das "Icoon" ist am rechten Bildrand ein Plätzchen frei.



    Bilder: Schmittchen

  • Neuigkeiten zur Umnutzung der Hafenstraße 51 (die eigentlich gar keine ist...);
    Denn es bleibt bei einer wohl reinen Büronutzung.


    Hier der Entwurf, auffällig die teilweise auskragenden Etagen, die klare Formenstringenz des bisherigen Gebäudes wird somit aufgelöst.
    Es ist eine reine Glasfassade geplant.
    Wichtigste konstruktive Änderung:
    Die Treppenhäuser die bisher an den Schmalseiten des Gebäudes waren, werden mittig, zusammen mit den Aufzügen an die Westseite gelegt. So kann man die vermietbare Fläche steigern.



    Aroundtown S.A.

  • Für mich in ein sehr pfiffiger Entwurf da in der unteren Gebäudehälfte mehr und in der oberen Hälfe weniger die Breite der Etagen durch Auskragungen erhöht wird. Diese erstrecken sich jedoch nicht über die gesamte Gebäudelänge welches dadurch die Länge optisch staucht. Auch scheinen die Auskragungen in der Breite leicht zu variieren. Streckt das Virage optisch in die Höhe.
    Den Versatz in der Auskragungen in Breite und Länge kennen wir schon aus dem zukünftigen Riverpark Tower und ein gutes Stilelement um in diesem Fall die Scheiben-Wirkung aufzulösen. Und auch ein schöner Kontrapunkt zum The Spin.
    Schade ist das die markanten Fenster der seitlichen Treppenhäuser verschwinden. Der neue seitliche Anbau hilft, zumindest auf der Westseite, die Scheiben-Wirkung zu kaschieren und gibt wiederum den Auskragungen in Längsrichtung halt.


    Ob die Fassade, vielmehr die Fenster, am Ende so transparent wirkt wie jetzt auf der Visualisierung dargestellt bleibt zu hoffen. Ich befürchte jedoch das diese in der Realität nicht so wirken werden. Als Beispiel hierfür sei das 140 West erwähnt.
    Sollte es Spiegelglas für das gesamte Gebäude geben, wie in der obersten Etage gezeigt, dann wird die Scheiben-Wirkung nicht so stark gemindert werden da die Stützen in den Etagen dann in ihrer optischen Wirkung entfallen.


    Die Metallfassadenteile scheinen in einem dunklem metallic braunen Farbton gehalten welcher Bezug zum benachbarten Icoon nimmt und dies steigert die Ensemblewirkung.


    Last but not least gibt’s jetzt noch eine neue Techniketage welche durch ihre vertikale Lamellen-Verkleidung nicht zu kurz und verloren wirkt.
    Wird die vorhandene Techniketage in Nutzfläche umgewandelt? Oder bleibt diese bestehen und wird nur durch Spiegelglas verkleidet? Ist leider nicht eindeutig zu erkennen.


    Der Flachbau beim Icoon sollte noch um 3 oder 4 Etagen aufgestockt werden, sodass sich ein abgestufter Übergang zum Grand Central ergibt. Dieser ist m.E. momentan zu abrupt geplant.


    Virage und Icoon runden für meinen Geschmack den Messecluster zum Gleisfeld nach aktuellen Planungsstand sehr gut ab.

  • Schade, dass es bei der Büronutzung bliebt, aber da scheint sich der Schwerpunkt der Entwicklungen ja gerade generell wieder ein wenig hin zu verlagern.


    Der Entwurf ist aber zumindest schon mal eine absolute Verbesserung im Vergleich zum Ist-Zustand. Und auch ich finde das die aukragenden Etagen hier (ausnahmsweise mal) einen guten Job machen und in Verbindung mit dem ganzen Glas die strenge und abweisende Wand ein wenig auflösen werden.

  • Ansich gar nicht so schlecht von der Idee her, aber kaum machbar. Denn, das bestehende Hochhaus hat quasi zwei Kerne; jeweils an den Gabeudekanten. Darin enthalten sind die Aufzüge und Treppen. Wie soll man die kostengünstig entfernen und an anderer (mittiger) Stelle wieder einfügen?
    Ausserdem sind nachträglich angefügte Auskragungen statisch anspruchsvoll und werden entweder über platzraubende Einziehungen oder durch weniger stark auskragende Akzente umgesetzt... sprich: also nicht ganz so, wie im Render zu sehen.


    Fazit: das kann es wohl nicht werden...

  • ^ wie man verhältnismäßig einfach einen Hochhauskern samt Infrastruktur außerhalb der Mietflächen realisieren kann, sieht man ganz gut am Ladenhall building in London (Hochhauskern als Stahlkonstruktion hinter dem Gebäude, so weit ich weiß sogar als Stecksatz schon vormontiert). Was den Abbruch der Kerne angeht, stelle ich mir das auch nicht so einfach vor. Man könnte die Aufzugsschächte ja auch belassen und für Infrastruktur nutzen. Die Optik aus der Visu wäre dann aber ein bisschen verloren

  • ^
    Danke für die Grundrisse, die einiges (er)klären.
    Auch ich hatte beim Anblick der Visualisierung zuerst gedacht, dass die Treppenhäuser entfernt (also abgebrochen) werden sollen. Der Eindruck wurde vom Verlauf der Niddastraße erweckt, die in der Visu am Hochhaus vorbeiführt, tatsächlich aber doch auf das Gebäude zuführt (Streetview).
    Aber das Gebäude wird mitnichten gekürzt, sondern bleibt in der vollen Breite erhalten (was auch das Zählen der Fensterachsen schon ergeben hätte). Die Visu ist also (nicht nur in diesem Punkt) nicht stimmig.
    Damit beschränken sich die Eingriffe auf das Schließen der bestehenden Aufzug- und Treppenlöcher und das Herstellen der Öffnung für 2 Aufzüge. Weitere Aufzüge und die Treppen befinden sich ja außerhalb des bestehenden Grundrisses. Das Entfernen von aussteifenden Bauteilen ist nicht erforderlich und das Ganze somit doch sehr viel machbarer als es zuerst den Anschein hatte.

  • ^^ Auch von mir ein Danke.


    Ich würde vermuten, dass die Fensterbrüstungen und die Wände an den Stirnseiten aus Fertigbetonteilen bestehen. Ebenso könnten die Treppenstufenelemente aus Fertigbetonteilen bestehen.
    Wenn dem so wäre, dann lassen sich diese baulich relativ einfach rückbauen. D.h. am Ende des Rückbaues bleibt nur noch die Betonstützen (vertikal), Versorgungskerne (vertikal) und Decken (horizontal) als Struktur stehen was die Statik aber nicht negativ beeinträgten sollte.

  • Der Blick in die HBO zeigt, dass das Hochhaus ohne Verlegung des Aufzugskerns nicht zu erhalten gewesen wäre. Die bestehenden Aufzugskerne entsprechen nicht der Hochhausrichtlinie und können auch nicht Richtlinien-konform hergestellt werden. Von daher war der neue Aufzugskern zwingende Voraussetzung für die Revitalisierung des Gebäudes. Der im südlichen Kern stationierte Feuerwehraufzug, liegt falsch.


    Zitat

    1 Jede Stelle eines Geschosses muss von einem Feuerwehraufzug in höchstens 50 m Entfernung erreichbar sein.
    2 Die Entfernung wird in der Lauflinie gemessen.


    Vom bestehenden Feuerwehraufzug zum anderen Ende der Etage beträgt der Laufweg rd. 60 m


    Zitat

    1 Vorräume von Feuerwehraufzugsschächten müssen mindestens 6 m² Grundfläche haben und zur Aufnahme einer Krankentrage geeignet sein.
    2 Der Abstand zwischen der Fahrschachttür und der Tür zum notwendigen Flur muss mindestens 3 m betragen.


    Der bestehende Feuerwehraufzug hat keinen Vorraum dieser Größe, ein solcher wäre auch nicht ohne weiteres herstellbar und außerdem ist der Aufzug eh zu klein, weil keine Krankentrage reinpasst. Der Vorraum muss feuerfest und rauchdicht sein, also Überdruck haben.

  • ^^ Danke tunnelklick für die fundierten Details.


    Das das vorhandene Brandschutzkonzept früher oder später eine weitere Nutzung verhinderte war zu vermuten. Und dann kommt der Projektentwickler schnell zum Pkt. wo er zw. einer grundhaften Sanierung bis zur Struktur oder einem Neubau abwägen muss. Wenn bei einem Neubau kein Flächengewinn, beispielsweise über mehr Höhe, realisiert werden kann kommt fast nur die Sanierung in Betracht.


    War damals eine größere Tiefe des Gebäudes nicht genehmigungsfähig? Oder ist das dem damals schmalen Budget der Bundespost geschuldet? Jedenfalls kommt mir dieses HH schon recht 'dünn' in seiner Tiefe vor.

  • Schöner Fund, danke. Ich zitiere mal die Zeitplanung zum B-Plan (nicht zur Umsetzung) aus der vorletzten Präsentationsseite:


    Verfahrensschritt

    Terminierung

    Aufstellungsbeschluss

    4. Quartal 2019

    Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

    29. Oktober 2019

    Frühzeitige Beteiligung der Behörden

    1. Quartal 2020

    Offenlage und Beteiligung der Behörden

    voraussichtlich ab 1. / 2. Quartal 2021

    Satzungsbeschluss und Inkrafttreten

    nach Abschluss der Abwägung


    Der B-Plan wird also frühestens Mitte 2021 in Kraft treten.

  • Die FAZ berichtet in der heutigen Print-Ausgabe über die Vorstellung der Planung im OBR1 am vergangenen Dienstag (Verfahrensschritt 2 gemäß Vorbeitrag). Nachdem das Stadtplanungsamt die Ziele und Zwecke der Planung referiert hatte, gab es in der Aussprache seitens der Stadtteilpolitiker und der Öffentlichkeit anscheinend im Wesentlichen zustimmende Äußerungen. Vor allem die Radwegeführung parallel zur Mainzer Landstraße und die neue Fuß- und Radwegbrücke über die Hafenstraße wurden gelobt. Vermisst wurden mehr Frei- und Grünflächen. An der Verdichtung und den Gebäudehöhen hat sich niemand gestört, zumindest erwähnt es der Artikel nicht.


    Q: FAZ (RMZ) v. 31.10.2019, S. 32