Mon Tour de France 2016 - Strasbourg

  • Mon Tour de France 2016 - Strasbourg

    Bonjour et salut à tous!


    In den letzten Tagen trieb ich mich beruflicherseits mal wieder in meiner Zweitheimat herum - diesmal aber weit abseits der Île-de-France im Osten und Südosten.


    Hauptzielort war dabei Lyon - nach Paris die zweitgrößte Agglomeration des Landes. Quasi auf der Hinfahrt gab es einen kurzen Aufenthalt in Dresdens elsässischer Partnerstadt - leider war dieser zeitlich etwas begrenzt. Einige wenige Bilder sind dann aber doch entstanden...



    Rue de la Brigade Alsace-Lorraine, Blick in Richtung Place d'Austerlitz und weiter zur grandiosen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, zu deutsch Liebfrauenmünster.




    Bronzenes Stadtmodell von 2012 auf der neugestalteten Place d'Austerlitz, die zwischen 1871 und 1918 Metzgerplatz hieß.





    Hübsches Detail: Reproduktion des Glückshundes vom Münster, im Original in Stein an der dortigen Kanzel zu bewundern.




    Blick auf die Ill am Musée historique de la ville de Strasbourg.




    Selbiges, untergebracht in der großen Metzig (Grande Boucherie), einem einstigen Schlachthof.




    Place de la Grande Boucherie, Ecke Rue du Vieil Hôpital.




    Ostseite der Place de la Grande Boucherie.




    Wie vielerorts in Frankreich, so findet man auch in Strasbourg seit geraumer Zeit öffentliche Bezeichnungen nicht mehr nur in Französisch, sondern der entsprechenden Regionalsprache. So tragen neuere Straßenschilder neben der französischen auch die elsässische Straßenbezeichnung, die meist, aber beileibe nicht immer, direkt übersetzt werden kann.




    Place de la Cathédrale.




    Die Hauptfassade des Münsters, eine der, wenn nicht die, fantastischste Schöpfung, die die Gothik hervorgebracht hat. Der fertiggestellte Nordturm misst 142 Meter.




    Fensterrose der Westerhebung.




    Den Rundgang konnten wir dank der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen nur recht schnell durchlaufen. Außerdem hatte ich Probleme mit meiner Knipse. Daher nur dieses Detail der hochgotischen Nordwand. Eine Besichtigung des Inneren, besonders der berühmten astronomischen Uhr, ist natürlich ausdrücklich zu empfehlen.




    Fachwerkhäuser an der Rue du Vieux Marché aux Poissons, zu deutsch in etwa Alte Fischmarktgasse.




    Place Gutenberg.




    Straßenschild der Place Gutenberg, mit elsässischer Bezeichnung.




    Kandelaber auf der Place Gutenberg.




    Blick durch die Rue Mercière auf das Münster.




    Rue du Poumon. Ein wahrlich eigenartiger Straßenname...




    Rue des Tonneliers an der Place des Tripiers.




    Place des Tripiers, Blick zur Rue du Vieux Marché aux Poissons.




    Quai Saint-Nicolas, mit Turm die protestantische Église Saint-Nicolas.




    Zum Abschied unseres kleinen Rundganges noch einmal die Grande Boucherie, im Hintergrund der Nordturm des Münsters.




    Prochain arrêt: Lyon.

  • À Lyon (1ère partie: Fourvière)

    Die Métropole de Lyon ist mit etwa 2 200 000 Einwohnern die zweitgrößte Agglomeration Frankreichs, wobei auf die Stadt Lyon selbst etwa 500 000 Einwohner entfallen.


    Die Stadt kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Das Zentrum des römischen Lugdunum lag dabei strategisch günstig und sicher vor den Hochwässern der Saône und der Rhône und dem Zugriff der unterworfenen Kelten auf dem Hügel, der heute den Namen Fourvière trägt. Hier beginnen wir unseren Rundgang.


    An der Stelle des römischen Forums existierte bereits im Mittelalter eine erste Marienkapelle. Die heutige Basilique Notre-Dame de Fourvière entstand nach dem Deutsch-Französischen Krieg als Danksagung für die Verschonung der Stadt vor preußischer Besetzung ab 1872 und wurde 1896 geweiht.



    Westfassade der Basilique. Die stilistischen Ähnlichkeiten mit der gleichzeitig entstandenen Basilique du Sacré-Cœur auf dem Montmarte sind nicht zu übersehen.




    Haupteingang in stark romantisierenden, byzantinischen Formen, en vogue zur Erbauungszeit. Das pompöse Innere war wegen einer gerade stattfindenden Messe leider nicht fotografierbar.




    Neben der Basilique befinden sich die Reste der alten Wallfahrtskapelle, insbesondere ihr in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandener Glockenturm. Auf die Weihe der bekrönenden Marienstatue 1852 geht die Fête des Lumières zurück.




    Und noch ein weiterer Turm ziert Fourvières: Die Tour métallique de Fourvière enstand 1892 bis 1894. Dreimal darf man raten, wer der Konstrukteur gewsen ist...




    Deshalb heißt das Dingens im Volksmund auch "petite tour Eiffel". Auf den Fourvières-Hügel gelangt man übrigens bequem vom Place Saint-Jean in der Altstadt aus mit der "ficelle" (lyonnaisisch für funiculaire), und das bereits seit 1900. Sie ist eine der beiden verbliebenen Standseilbahnen der sehr hügeligen Stadt. Kurioserweise prangt an der Bergstation ein Metrologo...




    Inneres der Bergstation. In dieser sind Ticketbarrieren installiert, wie sie auch im Metronetz von Lyon Verwendung finden.




    Wieder an die Luft, und zwar auf die Terrasse, von der man einen grandiosen Ausblick auf die Stadt hat, leider bei unserer Tour etwas etwas vernebelt. In Bildmitte ragen aus dem Häusermeer des östlichen Lyon und der Nachbarstadt Villeurbanne die Hochhäuser des Part-Dieu-Komplexes hervor.




    Panoramablick über die schmale Presqu'île, der Halbinsel, Herz der Stadt zwischen Rhône und Saône an deren Zusammenfluss. Das Gebäude links mit der markanten Dachtonne ist die Oper, dahinter erkennt man anhand der Baumreihen die Ufer der Rhône. Im Vordergrund die Saône und die grünen Hänge von Fourvière, aufgrund der Steilheit des Geländes weitgehend unbebaut.




    Eng, hoch und dicht ist die Bebauung der Presqu'île, wie die gesamte Innenstadt UNESCO-Weltkulturerbe. im Vordergrund links die Saône überspannend der Pont Alphonse Juin, rechts das Palais de Justice mit der nach ihm benannten schmalen Passerelle du Palais de Justice. Derartige Fußgängerbrücken gibt es in Lyon einige. Im Dunst erneut der Part-Dieu-Komplex.




    Rechts auf der Presqu'île die große Place Bellecour, Hauptplatz der Stadt Lyon. Die Kuppeln gehören zum Hôtel-Dieu am Ufer der Rhône.




    Blick die Cathédrale Saint-Jean in Vieux Lyon, der eigentlichen Altstadt.




    Erzengel Michael auf der Basilique.




    Place de Fourvière, mit Westfront der Basilique und der Tour métallique. Dieser wurde bewusst neben die neu errichtete Kirche geklotzt, um der in republikanisch gesinnten Kreisen als reaktionäres Symbol verschrienen Kirche einen vermeintlich progressiven Kontrapunkt entgegenzusetzen. Diesem Kindergarten verdankt Lyon heute die sehr interessante kontrastreiche Stadtkrone.




    Rue Roger Radisson, mit der mächtigen Basilique Notre-Dame de Fourvière im Hintergrund.




    Äußerst eindrucksvoll sind die Reste des römischen Theaters und die freigelegten Fundamente eines Teils des römischen Lugdunum. Für die Ränge wurde die Hangneigung bewusst ausgenutzt.




    Fundament der frons scenae, des Bühnenhauses. Die Holzkonstruktion markiert den Umfang der Bühne. Das Theater wurde nicht für die infamösen Gladiatorenkämpfe genutzt, hierfür gab es ein eigenes Amphitheater am Fuße des Hügels Croix-Rousse nördlich der Presqu'île, dessen Reste ebenfalls zu besichtigen sind. Leider hatte ich hierfür keine Zeit.




    Steil geht es zu beim Abstieg vom Fourvière. Passenderweise heißt die hier abgebildete Straße Montée Cardinal Décourtray.




    Rigoros scheint man in Lyon mit Falschparkern zu verfahren. Das war mir auf jeden Fall einen Schnappschuss wert!




    42 montée Saint-Barthélémy, Maison Pauline Jaricot.




    Abstieg in die Altstadt. Mit Vieux Lyon werde ich mich dieser Tage in einem getrennten Beitrag befassen.


  • À Lyon (2e partie: Vieux Lyon)



    Auf dem rechten Ufer der Saône (Rive droite) liegt eingequetscht zwischen Fourvière und dem bald darauf in die Rhône mündenden Fluss Vieux Lyon, die Altstadt. Eng und dicht ist die Bebauung des mittelalterlichen Lyon, darüber hinaus sind die Blöcke durchzogen von überdachten Gängen, die man meist nur als Eingeweihter findet: die berühmten "Traboules" der Stadt.



    Zunächst klettern wir vom Fourvière herunter, wo die Cathédrale Saint-Jean sich prominent ins Bild schiebt. Wir befinden uns auf den Stufen der Montée des Chazeaux.




    Montée des Chazeaux.




    Über die Rue de la Bombarde erreichen wir die Altstadt. Das typische Lyonnaiser Straßenschild ähnelt denen von Paris, der Rand ist allerdings nicht grün und die Nummer des Arrondissements (Stadtbezirk) findet sich nicht in einem Halbkreis über dem Schild, sondern einem abgetrennten Rechteck.




    Rue du Bœuf. Deartige enge Gassen sind charakteristisch für Vieux Lyon.




    Das Musée Miniature et Cinéma an der 60 rue Saint-Jean ist im historischen Maison des avocats, einem Renaissancepalast, untergebracht.




    Rue Saint-Jean, Blick zur Cathédrale.




    Hier tauchen wir ab in die verwunschene Welt der Traboules. Die Longue Traboule verbindet die Rues Saint-Jean und du Bœuf, die parallel verlaufen. Von außen wirkt der Zugang wie eine einfache Haustür.




    Informationstafel. Als Gegenleistung für die öffentliche Nutzung des privaten Areals beteiligt sich die Kommune an den Reinigungskosten.




    In der Longue Traboule. Der Nutzen der Gänge ist nicht eindeutig geklärt. Eine häufige Theorie besagt, dass man so geschützt durch die Gänge empfindliche Waren abseits der Wetterunbilden und des Straßenschmutzes transportieren konnte - besonders die in Lyon ansässigen Seidenhersteller dürften die überdachten und kurzen Transportwege sehr geschätzt haben.




    In regelmäßigen Abständen ist die Traboule von Lichthöfen unterbrochen. Insgesamt werden vier Häuser durchquert. Zu beachten das handgemalte Schild, mit dem die offenbar etwas genervten Anwohner die querenden Touristen um Ruhe bitten. Weiterhin beachtenswert die Absicherung des schon etwas zusammengerosteten Geländers. Deutschen Behörden würden sich hier die Haare sträuben...




    Historischer Brunnen im Lichthof, einst die einzige Wasserversorgung der Bewohner.




    Weitere Eindrücke aus der Longue Traboule.





    Place Neuve Saint-Jean, Blick zur Rue Saint-Jean. Zahllose kleine Restaurants verlocken den Passanten in der heimlichen kulinarischen Hauptstadt Frankreichs, die zahlreiche Spitzenchefs hervorgebracht hat. Man denke nur an einen gewissen Monsieur Bocuse...


    Die Lyonnaiser Küche ist berühmt, exquisit, aber nicht überkandidelt und vor allem: meist nicht zu teuer! Für französische Verhältnisse kann man hier für recht kleines Geld hervorragend speisen. Kein Vergleich zu Paris und selbst Strasbourg...




    Ecke Rue du Bœuf / Place Neuve Saint-Jean.




    Rue du Bœuf. Hoch über dem Geschehen thront das namensgebende Rindviech.




    Sehr lebendig im wahrsten Sinne des Wortes wurde hier die Seidenherstellung erklärt: Die Seidenraupen erfreuten sich bester Gesundheit!





    In der Traboule de la Tour Rose, einem Lyonnaiser Wahrzeichen. Berühmt ist vor allem der namensgebende Rundturm. Einst wurde die Traboule von einer Adelsfamilie bevölkert.






    Am Place du Petit Collège.




    Place du Gouvernement. So eng die Gassen, so winzig die Plätze in Vieux Lyon.




    Traboule vom Place du Gouvernement zum Quai Romain Rolland.




    Und noch eine. Damit hat es sich erst einmal austrabouliert.





    Neben der Cathédrale Saint-Jean wurde ein Jardin archéologique angelegt, in dem die Überreste der Vorgängerbauten des heutigen gotischen Gotteshauses besichtigt werden können.





    Cathédrale Saint-Jean, Nordostturm.




    Maßwerk der Nordwand und Nordwestturm.




    Blick zum Place Saint-Jean, dahinter die Anfang Oktober noch prächtig grünen Hänge von Fourvière.




    Hoch oben thront die bereits gezeigte Basilique Notre-Dame de Fouvière.




    Der hübsche kleine Brunnen auf der Place Saint-Jean stammt von 1844.




    Place Saint-Jean, Eingang der gleichnamigen Straße und Nordportal des Westwerks.




    Blick empor zur Basilique. Im nächsten Teil werden wir uns unter anderem eingehender mit der Cathédrale Saint-Pierre beschäftigen. À plus!


  • À Lyon (3e partie: Vieux Lyon et la Cathédrale St-Jean-Baptiste)

    Et voilà, on continue!


    Widmen wir uns zunächst der Cathédrale Saint-Jean. Westwerk an der Place Saint-Jean.




    Westtürme.




    Die drei Portale des Westwerkes. Die vermutlich in den Nischen einst vorhandenen Heiligenfiguren und die Köpfe der Engel sind wohl der Revolution zum Opfer gefallen.




    Die hübsche Uhr aus der Nähe.




    Saint-Jean-Baptiste von Südwesten, Place Saint-Jean.




    Ab ins Innere. Blick zum Chor.




    Vierung mit nördlichem Querschiff.




    Südliches Querschiff.




    Westwand mit Rosette.




    Und wieder an der frischen Luft. Südostturm von der Avenue Adolphe Max gesehen.




    Noch einmal der Nordostturm.




    Ein sehr christlicher Blick: Cathédrale Saint-Jean vom Pont Bonaparte aus gesehen, davor das Palais épiscopal, darüber die alles dominierende Basilique. Amen!




    Pont Bonaparte über die Saône. Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé...





    Häuserreihe am Quai Fulchiron, südlich des Pont Bonaparte. Wir blicken von der Presqu'île hinüber nach Vieux Lyon.




    Blick die Saône hinunter in Richtung Confluence, dem Zusammenfluss mit der Rhône, in südlicher Richtung. Wir stehen auf dem Pont Bonaparte. Die zahlreichen marathonbedingten Sperrungen hatten auch ihre Vorteile.




    Quai Fulchiron mit Église Saint Georges.




    In der Ferne die hübsche Passerelle Saint Georges. Nahezu sämtliche Brücken über die Saône und Rhône wurden von der Wehrmacht kurz vor der Aufgabe Lyons gesprengt und mussten nach dem Krieg mühsam wiederhergestellt werden.




    Passerelle Saint Georges in detaillierterer Ausfertigung.




    Eglise Saint Georges.




    Wir sind auf der Presqu'île, unterhalb des für den Marathonlauf gesperrten Quai Tilsitt. Dort hat man bewusst Reste der industriellen Ortsgeschichte belassen. Das Dreischienengleis könnte zu einem Güteranschluss der alten Lyonnaiser Straßenbahn gehört haben, denn diese verfügte über zwei Spurweiten. Angabe ohne Gewähr. Die zur Jahrtausendwende eröffnete neue Tramway de Lyon ergänzt das Métronetz und verfügt mittlerweile bereits über sechs Linien.




    Was sich wohl hinter all dem Grünzeugs für pflanzliche Kulturen verbergen? Die begleiteten einschlägig geschulten adoleszenten Experten versicherten mir felsenfest, fächerförmige gezackte Blätter erspäht zu haben. Peace, Man!




    Dann wurde es hektisch: Als nächstes stand eine "Bootstour auf der Saône und Rhône" an, zumindest laut Programm. Leider stimmte weder der Abfahrtspunkt noch die Tourangabe, so dass wir die Rhône gar nicht erst zu sehen bekamen. Skandal!


    Dennoch hatten wir Riesenglück: Ein gerade bereitzustellendes Boot nahm uns kostenlos und unproblematisch unter Volldampf flussaufwärts zum Quai des Célestins mit, dem eigentlichen Abfahrtsort, wo das eigentliche Schiffchen extra auf uns wartete! Keine Selbstverständlichkeit, und überhaupt habe ich die Lyonnais als sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschenschlag kennengelernt. Was für ein Unterschied zu den stets gestressten und mürrischen Parisiens!


    Auf der unfreiwilligen Überführungsfahrt gelang mir noch dieser Flussschuss der Cathédrale. Die eigentliche Flussfahrt auf der Saône folgt in einem neuen Beitrag, ebeso einige wenige Bilder der Presqu'île - und etwas Verkehrsgeschichte: Ganz ohne geht es bei mir dann doch nicht!



    À bientôt et bonne soirée!

  • À Lyon (4e partie: Promenade sur la Saône, Presqu'île, Ficelles)

    Weiter geht es mit der Bootstour auf der Saône.


    Start war am Quai des Célestins. Da wir wie im letzten Beitrag beschrieben auf den letzten Drücker ankamen, waren die guten Plätze auf dem Oberdeck leider schon vergeben. Somit hieß es durch die Scheiben knipsen...


    Zunächst ein Plan der verschiedenen angebotenen Touren.




    Stellvertretend für die Uferbebauung der Presqu'île zwei Impressionen vom Quai de la Pêcherie.





    Das Fort Saint-Jean gehörte zum äußeren Festungsring, dahinter erhebt sich der Hügel von Croix-Rousse, für den leider keine Zeit blieb. Die Festung beherbergt heute die École nationale des finances publiques (ENFiP).





    Das Conservatoire.




    Am Fuße von Croix-Rousse, die Direction régionale des affaires culturelles am Quai Saint-Vincent, dahinter der Pont du Marchéchal Koenig mit dem Fort Saint-Jean.




    Die mit Hochhäusern bekrönten Hänge zwischen Saônetal und Gorge de Loup.




    Passerelle de l'Homme de la Roche. Die Konstruktion stammt von 1986 und ersetzte provisorisch(!) den wegen Baufälligkeit abgerissenen Pont de l’Homme de la Roche, dessen Ersatzneubau bislang aber nicht zustande kam. Kurioserweise handelte es sich dabei um die einzige Straßenbrücke, die die Sprengungen von 1944 überlebt hatte. Auf die neue Brücke warten die Lyonnais noch heute, und das Provisorium ist mittlerweile 30 Jahre alt.




    Passerelle Saint-Vincent, dahinter der Pont de la Feuillée, rechterhand das Quai Pierre Scize. Wir blicken flussabwärts.




    Quai Saint-Vincent, Einmündung der Rue de la Martinière rechts.




    Passerelle Saint-Vincent flussaufwärts geschaut, dahinter erhebt sich der Hügel von Croix-Rousse.




    Quai Saint-Vincent auf der Presqu’île.




    Die Rundfahrt ist fast beendet. Wir blicken auf das Palais de Justice. Hinter der hohen Ufermauer verbirgt sich ein Parkhaus.




    Noch einmal die Cathédrale Saint-Jean-Baptiste hinter den Häusern des Quai Roman Roland.




    Für die Presqu'île selbst blieb mir nur sehr wenig Zeit, schließlich musste ich noch die Métro erkunden ;-)


    Théâtre des Célestins an der gleichnamigen Place des Célestins im 2e Arrondissement. Das Theatergebäude wurde nach Plänen von Gaspard André errichtet und 1877 eröffnet.




    Die riesige Place Bellecour, Hauptplatz der Stadt Lyon, musste natürlich mit aufs Bild. Durch den Marathon waren die Fotomöglichkeiten recht rar gesät, so dass ich mich auf zwei Bilder beschränke. Zunächst die Nordostecke des Platzes.




    Die Südwestecke des Place Bellecour bildet die unmittelbar anschließende Place Antonin Poncet. Der Glockenturm des in den 1930er Jahren abgerissenen Hôpital de la Charité wurde erhalten, er stammt von 1622. Zu seinen Füßen das Mémorial lyonnais du génocide arménien von 2006.




    Kurzer Sprung gen Norden. Opéra de Lyon an der Place Louis Pradel. Das Gebäude stammt von 1831 und erhielt ihren tonnenförmigen Aufbau 1993 nach Plänen Jean Nouvels, der auch das Innere radikal umgestaltete. Über einen derartigen Umgang mit historisch wertvoller Bausubstanz kann man sicher geteilter Meinung sein.



    Wir wechseln noch einmal nach Vieux Lyon. Wem läuft bei diesem Anblick nicht das Wasser im Munde zusammen?




    Natürlich mussten die beiden Funiculaires, im Regionaljargon ficelles genannt, noch besucht werden. Die Talstationen liegen unmittelbar nebeneinander in einem Komplex am Place Saint-Jean, der mit dem Bau der Métrolinie D entstand. Zunächst die etwas längere Bahn nach Saint-Just, die in den 1980er Jahren grundlegend modernisiert wurde. Die fehlende Neigung der Wagen ist gewöhnungsbedürftig. Abgelichtet in der Bergstation.




    Die Bahn hinauf nach Fourvière musste ich mir wegen des starken Andrangs schenken. Die hinter dem Stationskomplex verlaufende Rue Tramassac bietet allerdings zur Entschädigung durch die beiden nebeneinanderliegenden Bahnbrücken recht außergewöhnliche Motive. Zunächst die Bahn nach Saint-Just.





    Die ficelle nach Fourvière tritt unmittelbar daneben aus der Station.





    Dann ging es zurück zum Saôneufer, wo wir von unserem Bus aufgegabelt wurden. Vor dem Palais de Justice.




    Blick auf die Saône und den Pont Bonaparte.




    Pont Alphonse Juin, darüber Croix-Rousse.




    Passerelle du Palais de Justice. Hochinteressante Verankerung in Form eines Caillou. Den originalen Gros Caillou auf dem Hügel von Croix-Rousse konnte ich mangels Zeit leider nicht verewigen.




    Mit diesem symbolträchtigen Blick verabschieden wir uns aus Lyon. Es wird jedoch meinerseits nicht der letzte Besuch in dieser wunderbaren Stadt gewesen sein, denn es gibt noch viel zu entdecken. Demnächst geht es auf den Spuren des Nougat in noch südlichere Gefilde. À la prochaine!



  • Montélimar - la capitale française du nougat

    Genau vor einer Woche verließen wir das Domizil in Lyon und begaben uns auf der Autoroute N°7 südwärts, um der "Hauptstadt des Nougat" einen Besuch abzustatten. Nach ausgiebiger Besichtigung des Fertigungsprozesses in einer Nougatfabrik und einschlägigem Schopping blieb noch Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung - wie überall in französischen Klienstädten waren montags die meisten Geschäfte geschlossen. Entsprechend ausgestorben präsentierte sich das Städtchen.


    Montélimar zählt übrigens etwa 36,000 Einwohner und liegt im Département Drôme, direkt an der Bahnstrecke Paris - Marseille.




    Auf dem Wege von der Autobahn in das Städtchen kommt man an der idyllisch im Rhônetal gelegenen Centrale Nucléaire de Cruas-Meysse vorbei. Ist das Gebiet eigentlich erdbebensicher?




    Place du Théâtre, mit dem heute als Festsaal dienenden alten Theater.




    Hier befindet sich auch der Rendez-Vous-Punkt des örtlichen Stadtbusverkehrs.




    Je suis ce que je suis (Ich bin, was ich bin).




    Rue Porte Neuve, Blick in Richtung Place Émile Loubet.




    Brunnen auf der Place Émile Loubet, in dem Palais dahinter sind die Mairie und das Palais de Justice untergebracht.




    Blick in die Rue Général Chareton, die zum Marktplatz führt. Aufgrund der geschlossenen Geschäfte und der Mittagszeit waren wir fast allein auf weiter Flur.




    Eckhaus an der Place Émile Loubet. Die Architektur verrät, dass wir nur noch reichlich 100 Kilometer vom Mittelmeer entfernt sind.




    Ein einschlägiges Straßenschild darf natürlich nicht fehlen.




    Hauptportal der Église Sainte-Croix.




    Am Place du Marché.






    Arkaden am Markt, dahinter der Eingang zur Rue Bouverie.




    Rue Bouverie, Blicxk nach Norden.




    Rue Bouverie, Blick zurück zum Markt.




    Rue Puits Seigneux. Eng und verwinkelt sind die Gassen der Altstadt.




    Place Saint-Martin.




    Porte Saint-Martin, das letzte erhaltene Stadttor.




    Blick hinauf zum Château des Adhémar, dem Adelsgeschlecht, das die Stadt begründete und aus dessen Namen sich auch der Stadtname ableitet (Mont des Adhémars > Montélimar).




    Rue Saint-Martin, Blick zurück zur gleichnamigen Porte.




    Zum Abschied aus Montélimar ein Bild von den die Altstadt umgebenden Boulevards. Ein historischer Kandelaber darf natürlich nicht fehlen!




    Im letzten Teil werden wir noch dem Palais Idéal du Facteur Cheval in Hauterives einen Besuch abstatten.

  • Le Palais Idéal du Facteur Cheval

    Vor der Rückfahrt nach Lyon stand noch ein nachmittäglicher Besuch im Palais Idéal in Hauterives an.


    Der Landbriefträger ("facteur") Ferdinand Cheval errichtete hier in seinem heimatlichen Garten in jahrzehntelanger Kleinarbeit von 1879 bis 1912 sein "Palais Idéal", das ihm eigentlich als Mausoleum dienen sollte. Da ihm dies verwehrt wurde, steht das Konstrukt heute recht sinnbefreit in der Gegend herum, abgesehen natürlich von der Anziehungskraft für die Touristenströme, die den ansonsten recht unbedeutenden Flecken heimsuchen.


    Die naive künstlerische Ausführung des Palais ist bisweilen anrührend, hatte jedoch einen nicht zu übersehenden Einfluss auf den Surrealismus - ein Vergleich mit den Spätwerken Gaudís oder viel später denen eines Friedensreich Hundertwasser mag hiervon zeugen.


    Gespickt von religiöser und weltanschaulicher Symbolik verzichte ich diesmal auf größere Bildbeschreibungen, denn dies würde jeden Rahmen sprengen.



    Annäherung mit einer Impression aus dem Örtchen Hauterives (Drôme).




    Nordfassade, mit diversen Tiergrotten.




    Nordwestecke mit allerlei Meeresgetier.




    Hindutempel und Schweizer Chalet an der Westfassade.




    Haus aus Algier und mittelalterliches Schloss.




    Moschee an der Westfassade.




    Auf der Galerie.





    Blick von der Galerie in den Park zum Belverdere.




    Traumwelten. Die Inspirationen waren vielfältig: Fremde Kulturen und exotische Welten, ägyptische Architektur, indianische Tempel, mittelalterliche Bauten..., gewürzt mit einer kräftigen Prise Religion und Weltanschauung.




    Südfassade mit "Jugendstilmuseum".




    Die "Trois Géants" der Ostfassade: Cäsar, Vercingetorix und Archimedes.




    Weitere Details der Ostfassade: Berbersäulen, noch einmal die Drei Riesen, diverse Grotten und Quellen.






    Ägyptischer Tempel.




    Wasserspeier. Zu beachten die (fehlerhafte) Inschrift: Défense de rien toucher. (Verbot, nichts zu berühren).




    Kurzer Abstecher ins Museum, wo die Baugeschichte umfassend dokumentiert wird, ebenso das Leben und die Inspirationen unseres cher facteur Monsieur Cheval. Mir hatte es das wunderbare Modell angetan. Zu beachten die Inschrift: Défense de rien toucher, das "rien" durchkreuzt. Eine nette Anspielung auf das Original draußen.





    Wohnhaus des facteur.





    Ostfassade des Palais in der Totalen.




    Und die Westseite von Norden.




    Am Parkplatz findet man diese Statue des M. Cheval bei seiner gigantesken Arbeit.




    Damit möchte ich mich aus Frankreich virtuell verabschieden.


    À la prochaine, dann höchstwahrscheinlich aus Paris.