Stadtgespräch Offenbach

  • Offenbach | Hauptstadt der Firmengründer | Zum 11. Mal in Folge

    Die Zahlen des IfM-Regionenrankings „Neue Unternehmerische Initiative“ (NUI) sind beeindruckend:


    Auf 10.000 Einwohner kommen in Offenbach 282 Gewerbeneuanmeldungen. Frankfurt rangiert zum Vergleich auf dem 32. Platz mit 167 Neugründungen, je 10.000 Einwohner. Die Startup-Hauptstadt Berlin landet mit 185 Neugründungen, je 10.000 Einwohner auf Rang 13.


    Neuankömmlinge sind schnell Teil der Gründer-Community“, sagt Mervyn Bienek von „Frame One“. Der HfG-Student Bienek belegte mit seinem Team beim landesweiten Wettbewerb „Hessenideen“ 2016 den ersten Platz mit seinem Konzept von maßgefertigten Fahrrädern aus dem 3D-Drucker.


    Gute unternehmerische Ideen aus Offenbach kennt IHK-Innovationsberater Frank Irmscher viele: „Bei Innovationen hat Offenbach eine Ausnahmestellung“, so Irmscher.
    Im September 2017 hat zum Beispiel die Firma „Meshcloud“ mit einer europäischen Cloud-Plattform beim Wettbewerb „Digitale Innovationen“ des Bundeswirtschaftsministeriums den Hauptpreis gewonnen.
    Meshcloud schaffte sich seine wirtschaftliche Erfolgsbasis im Gründerzentrum Ostpol, wo über 70 Ateliers und Büros für Jungunternehmer und Künstler existieren.
    Auch im Ostpol wird die Vernetzung groß geschrieben: Tür an Tür arbeiten Schriftsteller, Internetfirmen, Maler und Modelabel. Der Vielfalt an Firmen entspricht in Offenbach eine Vielfalt der Nationen: „Wir haben Gründer aus 65 verschiedenen Ländern“, sagt Frank Irischer.


    „Im dritten Quartal 2017 registrierten wir 558 Gewerbeanmeldungen in Offenbach“, so der Innovationsförderer. Während bundesweit die Zahlen der Existenzgründer wegen des guten Arbeitsmarkts teils deutlich sinken, bleiben die Zahlen in Offenbach also stabil. „Die Gründer sind inzwischen besser vorbereitet, beginnen oft im Nebenerwerb, bevor sie dann hauptberuflich mit ihrer neuen Firma durchstarten“, erläutert IHK-Experte Winkler. Die einstige Lederstadt ist längst zur Gründerstadt geworden – und es spricht einiges dafür, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.


    Meiner Meinung werden die Neugründungen noch an Fahrt aufnehmen, insbesondere wenn die perfekt angebundenn Quartiere "Ehemaliger Güterbahnhof in Offenbach-Ost" und das "Quartier 4.0" zur Verfügung stehen.


    Quelle: Offenbach Post

  • Deutlicher Zuwachs bei Übernachtungen in Offenbach

    Hessen bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden sehr beliebt. Die Tourismusbranche im Land verbuchte 2017 sowohl bei den Übernachtungen als auch bei den Gästezahlen Spitzenwerte, wie das Statistische Landesamt gestern in Wiesbaden mitteilte. Auch Offenbach und Hanau legten deutlich zu. Als weit in die Region strahlender Besucher-Magnet wirkt die Mainmetropole Frankfurt.


    In Offenbach stiegen die Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 507.000. In Hanau freuen sich die Verantwortlichen über ein Plus von 15,6 Prozent auf 184.000.


    Quelle: Offenbach Post

  • @Fettucine:
    Sorry, wie kann man von dem Projekt auf die ganze Region schließen??
    1. München als gutes Beispiel hier anzuführen ist der blanke Hohn. Ich wohne dort die Woche über. Keine deutsche Stadt ist langweiliger und provinzieller. Sowas wie das Bahnhofsviertel gibt es dort garnicht. Um 20 Uhr sind Supermärkte geschlossen und die Bürgersteige hochgeklappt. Und wenn ein Münchener das anders sieht, dann hat der Scheuklappen an.
    2. Rhein-Main: In keiner andern Region in DE wird grossstädtischer gebaut (vielleicht ansatzweise in Berlin). Nirgendwo ist man Modernität und dem Wandel so aufgeschlossen, dass ist das Gegenteil von provinziell!!!
    3. Schon mal in der lebendigem Hamburger City nach Ladenschluss gewesen, Totentanz und bis auf St. Pauli nichts dem Bahnhofsviertel vergleichbares zu finden. Und selbst das unterscheidet sich dadurch, dass der Mix fehlt, den man in FFM vorfindet.
    4. Zum Brexit: aus Londoner Sicht ist FFM sichtlich klein und provinzieller, aber das sind für einen Londoner München, Hamburg und sogar Berlin auch. Das ist ne ganz andere Liga. Aber klein und international kann auch sehr attraktiv sein.
    5. Ich weiß nicht ob Du viel rum kommst, aber meine Erfahrungen bestätigen mir immer wieder, dass wir hier in einer der grosstädtischsten Gegenden in DE und EU wohnen.


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    Mod: Verschoben.

  • Plotzhotzen Es ging mir nicht nur um das eine Projekt. Leider muss ich bei meiner Haltung zu der Städtebau bleiben. Frankfurt (und Offenbach) sind einfach in vielen Fällen noch provinziell und ich sehe keine klare Logik/Plan hinter der Städteentwicklung.


    Hier ein paar "schlechte" Projekt-Beispiele mit Kommentaren, die meiner Meinung nach zu der Wohnqualität, Lebendigkeit bzw. nationalen/internationalen Ruf von Frankfurt wenig oder gar nicht positive beitragen.


    Neubau DFB
    http://www.deutsches-architekt…php?p=586578&postcount=68


    Inmitten der Stadt. Niederrad ist nicht gerade der spannendste und lebendigste Stadtteil von Frankfurt. Hier hätte man ein großes, lebendiges und recht zentrales Wohnviertel dazu bauen können, hunderte Wohnungen/Einkaufstraße oder vielleicht sogar nur ein Park falls grünes fehlt. Das Gebiet ist riesig und was bekommen wir, tja DFB, das ist cool für Fußballfans natürlich, aber die Frankfurter werden in diesem Grüngebiet nicht unbedingt willkommen sein. Es ist kein öffentlicher Park, es ist ein Pavillion auf einem riesen Grundstück mit keiner öffentlichen Funktionalität. Und das 2km vom FFM BHf. Kicken hätte man auch ruhig woanders können z.B. irgendwo rund um den Stadion. Irgendwann, in 10-20 Jahren, wenn der Druck der Einwohner zu stark gewachsen ist und der Preis des Grundstücks sich wieder vervielfacht hat wird das Ding wieder abgebaut und die Fussballer gehen ins Grüne wo die Luft sowieso besser ist. Erst dann kommt das wovon ich spreche.


    Senckenberg-Quartier
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=574908&postcount=108


    Noch ein hochhaus, toll, aber falsch in der Stadt integriert. Ich kenne diese Ecke, habe in Bockenheim länger gewohnt. Die Senkenberganlage ist tot wie tot nur werden kann. Wenn man hier zu Fuß unterwegs ist will man schnellst möglich weg zum Ziel. Breite Strasse ohne gar nichts. Das neue Projekt wird gerade so einlandend und lebendig werden wie das Mariott Hotel paar Ecken weiter, eine graue Wand mit paar Fenstern. Ok, ich gebe zu, ein wenig besser ist das hier aber es wird nicht viel an der Tatsache ändern dass die Senkenberganlage eine tote Ecke ist und bleibt, genau so wie die nahe gelegene Theodor-Heuss-Alle. Es fehlt die Integration in der Stadt, insbesondere der Seitenstraßen. Ein riesen Klotz mit wenig Zugang für die Öffentlichkeit, kein Vielfalt.


    Rebstock mit Wohnvierteln Rebstockpark und Römerhof
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=360368&postcount=193


    Große Teile dieses Viertels sind wie eine schlafende Vorstadt inmitten der Stadt. Es sollte nicht bei der Entwicklung einer Großstadt Ziel sein die Banlieus in die Stadt zu bringen sondern sondern den alten städtischen Kern auszubauen. Gott sei Dank sind die neueren Projekte in Rebstock interessanter und weniger provinziell.


    Skyline Plaza/Kap Europa
    http://www.deutsches-architekt…p?p=408776&postcount=1154


    Wie in einer typischen Amerikanischen Stadt - ein geschlossenes Einkaufzentrum mit ein paar langweiligen Gebäude rund herum. Das Leben ist in das Einkaufszentrum rein verschwunden, wie in einem schwarzen Loch. Die Straßen rund um sind leer außer die Menschen die vom oder zu dem Eingang laufen. Nachts bewegt sich wahrscheinlich niemand mehr hier. Aber wir sind doch in Europa. Hätten die Projektanten das Zentrum nicht zu der Strasse öffnen können, das ganze ein wenig Europäischer gestalten können? Es bleibt nur zu hoffen das das neue Hochhaus mehr leben ins viertel bringt. Es perfektes Beispiel für mich wie man eine lebendige Stadt vernichtet. Amerikanisch provinziell. Ich finde es schade dass das ganze so verlaufen ist. Man hätte so viel mehr daraus machen können. Das hätte das Einkauf-Gegenpol zu Zeil sein können wäre es offener gewesen, vielleicht mit einem kleinen Piazza in der Mitte oder was ähnliches. Aber ich bleibe optimistisch. Mit der Zeit werden immer mehr Kunden/Ladenbesitzer darüber jammern wie langweilig die Ecke ist und die Läden sich darüber beschweren dass Leute hingeschleust werden müssen damit die Einkaufen kommen. Zum flanieren kommt ja niemand. Ich glaube es könnte sich noch positiv entwickeln.


    Ein paar zusätzliche Kommentare


    Was wir in Frankfurt (und Offenbach) vor allem in zentralen Lagen brauchen ist mehr lebendige und großzügige Blockrandbebauung ähnlich wie im BHf-Viertel oder Berlin und dazwischen schöne Parks, nicht einzelne Hochhäuser/Projekte/Klötze mit schlechtem Anschluss an die Stadt. Hochhäuser sind ok, aber die müssen besser integriert werden. Es gibt auch viele gute Projekte natürlich. Ich halte nur die Daumen dass die Anzahl der "schlechteren Beispiele" sich verringert und dass wir in einigen Jahren ein interessantere Stadt bekommen wo die Wohnqualität und das Angebot für die Bewohner vielfältiger und spannender ist.


    Ich habe in Frankfurt sehr viele Expats kennengelernt, die ein zwei Jahre in Frankfurt gewohnt haben und später verlassen haben weil die die Stadt zu "langweilig" bzw. klein fanden. Das ist ein Standardsatz von Expats (Deutsche sowie Ausländer) und etwas was viele hier wohnende nicht hören wollen. Das Problem ist das viele Bereiche der Innenstadt noch öde liegen und unattraktiv gestaltet sind. Oder nimm das Beispiel Shoppen. Wenn man in Frankfurt shoppen will muss man auf die Zeil gehen. Es gibt keine andere Einkaufstraße oder Viertel wo es ein grösseres Angebot gibt. Bitte sage jetzt nicht Skyline Plaza! :) Einkaufszentren dieser Art haben wenig mit Big-City-Shopping zu tun. Leipziger oder Berger sind zu klein und das Angebot zu begrenzt fürs größere Shoppen. Für Oliven auf dem Wochenmarkt reicht es oder essen bzw. schoppe petze gehen. Gehe ich auch gerne :) Aber vergleiche mit z.B. Berlin oder München, galaktische Entfernung, leider. Allein dieses Thema zeigt wie viel Entwicklungsbedarf Frankfurt noch hat. Eine richtige Großstadt hat mehrer viertel mit eigenen grösseren Einkaufsstraßen mit riesigem Angebot und Vielfalt. Projekte wie oben gelistet lösen leider nicht das Problem.


    Ein paar Projekte die ich gut finde und wovon wir mehr bräuchten:


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=582955&postcount=397


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=389117&postcount=195


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=392205&postcount=303

  • Fettucine
    Du wirfst hier unglaublich viel zusammen. In Einzelpunkten stimme ich Dir zu, aber ich sehe das Bild doch etwas differenzierter.


    Zuallererst, die einzige Gemeinsamkeit, die Offenbach und Frankfurt beim Städtebau gemeinsam haben ist, dass beide im Rhein-Main-Gebiet liegen. Offenbach wäre an sehr vielen Stellen froh, wenn selbst die schlechten Frankfurter Projekte in Offenbach gebaut würden. Gleichzeitig versucht sich die Frankfurter Politik gegen die andauernde Gentrifizierung zu wehren, während die Offenbacher Politik diese sogar begrüßt, weil man mehr Bewohner aus Mittel- und Oberschicht in der Stadt haben möchte als bislang.


    Zu den Projekten:
    Die DFB-Akademie liegt in einer Siedlungsbeschränkungszone. Nur deswegen wird sie dort zugelassen und gebaut. Wäre das anders, wäre das zu 1000% ein Wohngebiet geworden. Da das nicht ging hat die Stadt versucht aus dem Gebiet noch Geld und Renommee für die Stadt zu schlagen. Außerdem wird ein Teil der alten Rennbahn zur öffentlichen Grünfläche. Schau mal in den entsprechenden Thread. Ist dort alles dokumentiert.


    Ich verstehe Dein Problem mit den zwei Senckenberg-Türmen nicht. Was hätte man denn da anders machen sollen? Keine Türme? Andere Architektur? Anderer Nutzungsmix? Vor allem ist der zukünftige Zustand ein Riesensprung nach vorne verglichen mit dem Vorzustand im Jahr 2011. Das sollte man schon beachten.


    Rebstock: Ja, das hätte man besser machen können (Stichwort: Blockrandbebauung), aber das ist jetzt nicht neues. Das Problem hast Du am Riedberg, Mertonviertel, Europaviertel, etc. genauso. Die Frage, die ich mir immer stelle ist wie man das lösen kann. Mir scheint, dass es auf Architektenseite eine Aversion gegen Blockrandbebauung gibt. Und die Stadt kann oder will hier nichts vorschreiben. Das ist schade, aber jetzt auch nichts Frankfurt-/Offenbach-spezifisches. Das hast Du anderswo in Deutschland leider überall auch so.


    Skyline Plaza: Bitte beachten, dass das Viertel immer noch nicht fertig ist. Wenn der Grand Tower fertig, das Telenorma-Areal entwickelt, die U5 verlängert, das Polizeipräsidiumsareal bebaut/renoviert und alle damit verbundenen Baustellen entfernt worden sind, dann wird das da ganz anders aussehen. Nur wer hält sich schon gerne in unmittelbarer Nachbarschaft von riesigen Baustellen auf?


    Und was die Expats und die anderen 2-Jahres-Besucher angeht:
    2 Jahre sind einfach nicht genug Zeit um Frankfurt (oder Offenbach) gut genug kennenzulernen. Das gilt analog im Übrigen genauso für München, Hamburg oder Berlin. Wenn man keinen lokalen Helfer hat, der einem von Anfang an an die Hand nimmt und einem die ganzen Highlights zeigt, dann dauert es bis man all die schönen Orte abseits von Zeil und Römer findet.


  • Was wir in Frankfurt (und Offenbach) vor allem in zentralen Lagen brauchen ist mehr lebendige und großzügige Blockrandbebauung ähnlich wie im BHf-Viertel oder Berlin und dazwischen schöne Parks, nicht einzelne Hochhäuser/Projekte/Klötze mit schlechtem Anschluss an die Stadt.


    Ich habe in Frankfurt sehr viele Expats kennengelernt, die ein zwei Jahre in Frankfurt gewohnt haben und später verlassen haben weil die die Stadt zu "langweilig" bzw. klein fanden.


    Die erste Aussage mag abstrakt gesehen richtig sein. Allerdings operieren wir hier nicht auf dem weißen Papier, sondern müssen nunmal die historisch gewachsenen Strukturen so nehmen wie sie sind. Und da hilft es in einer mit dreigeschossigen Gebäuden bebauten Umgebung (das war ja der Ausgangspunkt bei den Kappus-Höfen) nicht, wenn man partout fünfgeschossige Blockrandbebauung wünscht, die sich nicht einfügt.


    Und ob die Meinung von flüchtigen "Expats" maßgeblich sein kann, das bezweifle ich auch. Das wäre so als würde ein Frankfurter nach Nidda ziehen und sich dann dort beklagen, dass es ihm zu klein und zu langweilig ist. Nidda ist nicht Frankfurt so wie Frankfurt nicht London, Paris oder Brüssel ist.

  • Allerdings operieren wir hier nicht auf dem weißen Papier, sondern müssen nunmal die historisch gewachsenen Strukturen so nehmen wie sie sind.


    Ja, das ist richtig. Auf lateinisch: "natura non corrigitur".
    Niemand ist auch so unfair, die historisch gewachsenen Strukturen von Ffm. der Stadt und ihren Planern zum Vorwurf zu machen.



    Was aber sehr wohl zum Vorwurf taugt ist der unbestreitbare Umstand, dass man in Ffm. nicht versucht, Impulse zu setzen, die etwas gegen die historisch gewachsenen Strukturen der Stadt (v.a. diese extrem unatttaktive Enge im Innenstadtbereich) wirken.


    Idee bzgl. der Geschäfts- bzw. Hochhäuser: Anstatt immer mehr Verdichtung im sehr engen und kleinteiligen City-Bereich zu betreiben, sollte man versuchen, das Stadtbild etwas mehr in die Breite zu entwickeln. Da dachte man in den 70er und 80er Jahren hier in Ffm. schon einmal deutlich weiter und grösser als heute (Stichwort: "Campanile" - der stand ziemlich abseits der City, aber er hätte in das ganze Gutleut- / Bahnhofsviertel einen grossen Impuls gebracht). Zitat Fettucine: "Den alten städtischen Kern ausbauen" - im Grunde auch meine Sichtweise: "Breiter" und "weiter" - nicht unbedingt "enger".
    Ebenfalls Zitat Fettucine (zum Skyline-Plaza): "Das hätte das Einkauf-Gegenpol zu Zeil sein können wäre es offener gewesen, vielleicht mit einem kleinen Piazza in der Mitte oder was ähnliches".
    Stimme ich zu ! Das Skyline-Plaza hätte definitiv enormes Potenzial, aber die ganze Örtlichkeit dort ist schon wieder zu eng geraten: der Frankfurt-Refrain sozusagen.


    Idee bzgl. Wohngebiete: Hier stimmt Dein Einwand (Humpty) mit dem "weißen Papier" nicht ganz. In Berlin hatte man um 1900 weit in das Umland ausgreifend gebaut. Keine Reihenhaus-Siedlungen (a la Stuttgart), sondern Bebauungs-Inseln aus MFHs in Blockrand (!), die ihrerseits von schönen Parklandschaften durchzogen bzw. umrahmt waren und von teils großzügigen, breiten baumbestandenen Chaussee-Strassen erschlossen (z.B. Borsigwalde / Wittenau; Pankow (Komponistenviertel); Friedenau; Schmargendorf - kann man im Internet schön recherchieren). Einige dieser Gebiete bildeten langfristig eigene Sub-Zentren heraus - so etwa wie es Fettucine wohl meint (und hier vermisst).
    Ein solches eher polyzentrisches Siedlungskonzept ginge natürlich auch in Ffm. Neben der Entwicklung von schon bestehenden Stadtteilen (in der Bürostadt Niederrad geht es z.B. in diese lobenswerte Richtung) könnte man diesbezüglich auch an die Bebauung von einzelnen stadtnahen Gebieten des Grüngürtels denken.


    speziell bzgl. Offenbach:
    Der Stadtgrundriss von OF ist wesentlich attraktiver als der von Ffm.
    Eine ungleich klarere Gliederung, weitere breitere Strassenzüge (wo gibt es in Ffm. eine vergleichbare gewachsene Magistrale wie die Berliner Strasse ?), schöne Plätze (z.B. der Wilhelmsplatz). Nicht selten fahren wir Samstags vom Nordend rüber nach OF auf den dortigen Wochenmarkt (Wilhelmsplatz) oder Sonntags in den schönen Offenbacher Stadtwald / Wiesenlandschaften. Das ist schon echt übel für Ffm., wenn man als Frankfurter nach OF zur "Naherholung" fährt [Goethe hat das aber auch schon gemacht ;-)]. Definitiv kann sich Ffm. an OF so einiges abgucken. Ganz aktuell: Man vergleiche den OF-Hafen einmal mit dem Frankfuter Westhafen - meine Güte, nein !

  • Eine ungleich klarere Gliederung, weitere breitere Strassenzüge (wo gibt es in Ffm. eine vergleichbare gewachsene Magistrale wie die Berliner Strasse ?), schöne Plätze (z.B. der Wilhelmsplatz).


    Da muss ich mal was korrigieren:
    Die Berliner Straße ist keine gewachsenen Magistrale, sondern folgt der Gleisstrecke der Eisenbahnverbindung bis zur Bahnhofstraße, wo eben der ehem. Lokalbahnhof stand. Das kann man vielleicht noch im weitesten Sinne als gewachsen bezeichnen, aus Eisenbahngleise wird eine Straße.
    Aber bis zum Krieg war von da ab die zentrale Straße zur Innenstadt die Fortführung der Domstraße geradewegs auf die Franz.-Ref. Kirche. Und das im gleichen Querschnitt, wie ihn das noch verbliebene Stück der Domstraße hat. Den verschwundenen Verlauf kann man ganz gut ablesen, an dem Winkel, in dem das Haus des Bankenvereins gebaut ist und an deren geraden Linie sich die anschließende Bebauung entlang der krummen Berliner Straße fortsetzt. Aufgrund starker Zerstörungen wurde dieses Stück der Domstraße abgeräumt (darunter sehr bekannte Häuser der Brentanos und das Stammhaus Andre) und die Berliner Straße weitergeführt.
    Ende der 60er wurde dann das Rathaus neu gebaut und fast die gesamte, noch recht großflächig vorhandene Altstadt abgerissen, um hier die Berliner Straße durchzubrechen. Das fing mit der Glockengasse an bis zur Schloßstraße und wurde dann (Abrissgenehmigung Januar 1965) an der Sandgasse fortgesetzt. All die Fachwerkhäuser waren noch bewohnt. Auch der letzte Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung wurde bewusst abgerissen (es gab einen Antrag, dieses Stück umzusetzen, wurde aber wegen der Kosten von 15.000 DM abgelehnt).


    Dass Offenbach einen trostlosen Stadtkern hat, hat die Stadt selbst bewusst herbeigeführt mit einem nicht zu Ende gedachten, vollkommen auf Autoverkehr fixierten und nicht mal zu Ende geführten Stadtneubau (der nebenbei auch noch mit diversen finanziellen Privathilfen zwischen Baulöwe und diverser Partner angeschoben wurde).


    Die Berliner Straße ist nicht gewachsen, die Berliner Straße ist die Vernichtung aller älteren gewachsenen Strukturen.

  • sipaq hier meine Kommentare...


    "Zu den Projekten:
    Die DFB-Akademie liegt in einer Siedlungsbeschränkungszone. Nur deswegen wird sie dort zugelassen und gebaut. Wäre das anders, wäre das zu 1000% ein Wohngebiet geworden. Da das nicht ging hat die Stadt versucht aus dem Gebiet noch Geld und Renommee für die Stadt zu schlagen. Außerdem wird ein Teil der alten Rennbahn zur öffentlichen Grünfläche. Schau mal in den entsprechenden Thread. Ist dort alles dokumentiert."


    Klar, was Du zu den Hintergründen schreibst stimmt bestimmt. Die Siedlungsbeschränkungszone ist die Grundursache und der Fehler in der Stadtplanung. Jetzt komme ich wieder zu dem Punkt "provinzielles Denken". Es ist naiv ein Flughafen so zu bauen dass es den Wachstum deiner Stadt völlig lahmlegt, insbesondere wenn die Stadt den Status einer Metropole strebt. Das ist ja gerade mein Point hier mit dem Thema "provinziell"...


    "Ich verstehe Dein Problem mit den zwei Senckenberg-Türmen nicht. Was hätte man denn da anders machen sollen? Keine Türme? Andere Architektur? Anderer Nutzungsmix? Vor allem ist der zukünftige Zustand ein Riesensprung nach vorne verglichen mit dem Vorzustand im Jahr 2011. Das sollte man schon beachten."


    Ich habe nichts gegen Türme. Es wird auf jedem Fall besser werden wie ich auch geschrieben habe. Nur ich finde solche Türme finden in FFM selten den Anschuss an der Stadt. Kennst Du Mariott um die Ecke? Wie findest Du präsentiert sich das Gebäude zu der Senckenberganlage oder Georg-Voigt-Str? Wenn Du mich fragst, eher schlecht, wie ein eingeschlossener Bunker. Kaum Eingänge, kaum Fenster, keine Bewegung, keine Menschen, viel Beton, dunkel, ungepflegt.


    Hier das Beweismaterial: :)


    https://www.google.com/maps/@5…H17Adw!2e0!7i13312!8i6656


    Das Senckenberg-Quartier wird schon offener, viele Fenster, aber von den Seitenstrassen kaum Eingänge, keine Läden, Barriere noch durch den Grünstreifen, für den dort wohnenden Bürger ein Insel mit dem er nichts/kaum zu tun haben wird. Das ist für mich das Problem.


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=579590&postcount=115


    Rebstock: ...Mir scheint, dass es auf Architektenseite eine Aversion gegen Blockrandbebauung gibt. Und die Stadt kann oder will hier nichts vorschreiben. Das ist schade, aber jetzt auch nichts Frankfurt-/Offenbach-spezifisches. Das hast Du anderswo in Deutschland leider überall auch so.


    Genau, es scheint in Frankfurt fast eine Aversion gegen Blockrandbebauung zu geben. Man glaubt dass Hochhäuser alleine eine schöne/spannende Großstadt ausmachen. Nein, das stimmt nicht, das macht die Blockrandbebauung. Hochhäuser können das Gesamtbild noch verstärken und das ist die Chance für Frankfurt. Gerade deswegen ist New York so inspirierend und lebendig, es ist alles fast in Blockrand gebaut. In den letzten Jahren ist es in Frankfurt besser geworden, insbesondere im Bankenviertel haben die angefangen viele von den Hochhäusern im Erdgeschoss zu beleben, mit Cafes, mehr Fenster etc. Was noch stört und sich mit solchen Mitteln nicht vermeiden lässt ist das die alten Türme oft zu weit weg von dem Straßenrand gebaut wurden, oft mit eine ungepflegten Grünstreifen dazwischen. Das führt zu längeren Distanzen zwischen den Punkten die spannend sind und daher wird es langweiliger.


    "Aversion gegen Blockrandbauung...Überall so"

    Das finde ich stimmt nicht. Wenn ich mir anschaue was in Berlin gebaut wird habe ich das Gefühl es ist fast nur Blockrand. Die Wohnhäuser, die Türme werden meistens sehr gut ins Blockrand integriert. Es passt, es sieht harmonisch und elegant aus. Für mich das Paradebeispiel wie man eine Stadt baut, wie Urbanität erweitert wird. Das ist ja das tolle mit Berlin. Fast egal wo Du bist hast du sehr viele Läden, Cafes, sehr lebendig, überall Leute auf den Straßen. Das ist ja gerade das was Berlin ausmacht und die anderen Großstädte mit viel Blockrand die ich immer aufzähle wie: Barcelona, Paris, München, Hamburg etc. Blockrand bringt das Leben in einer Stadt rein, weil sich alles auf dem Straßenrand nebeneinander ansiedelt. Ein Laden hier, der nächste nebenan, gegenüber ein Cafe, dann ein Restaurant und dann eine Galerie und so geht es weiter. Man bekommt Lust weiter zu bummeln um das alles zu entdecken. Die ganze Stadt wird zu einer Bühne. Je mehr es davon gibt desto verstärkt wirkt es und zieht mehr Schaulustige/Besucher/Käufer = das Leben auf der Straße.


    Berliner Beispiele:


    Das ERSTE Projekt was hochpoppt wenn man hier auf Berlin geht, genau das meine ich. Türme und Wohnhäuser, alles integriert. Unten großse Fenster, viele Läden. Es sieht einladend aus, es wird bestimmt super spannend, es wertet das Gegend auf:


    http://www.deutsches-architekt…php?p=401422&postcount=14


    ...und weitere:


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=359075&postcount=137


    http://www.deutsches-architekt….php?p=455825&postcount=2


    http://www.deutsches-architekt…php?p=449138&postcount=16


    http://www.deutsches-architekt…php?p=524734&postcount=90


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=553144&postcount=104


    ...und jetzt vergleiche diese mit dem Foto von Senckenberquartier was ich hier eben gepostet habe. Senckenbergquartier ist in sich geschloßen und meiner Meinung nach nicht modern. Die Berliner sind Meister in Blockrandbebauung.


    Skyline Plaza: Bitte beachten, dass das Viertel immer noch nicht fertig ist. Wenn der Grand Tower fertig, das Telenorma-Areal entwickelt, die U5 verlängert, das Polizeipräsidiumsareal bebaut/renoviert und alle damit verbundenen Baustellen entfernt worden sind, dann wird das da ganz anders aussehen. Nur wer hält sich schon gerne in unmittelbarer Nachbarschaft von riesigen Baustellen auf?


    Wenn die Baustellen fertig werden wird es natürlich besser sein. Aber die leeren Strassen ohne gar nichts, keine Fenster, kein Laden, NADA! z.B. rund um KAP, die werden immer noch da sein. Das ist einfach falsch konzipiert und um besser zu werden muss es umgebaut werden. Eines Tages wird es soweit sein wenn die Stimmen der Erfahrung sich erheben. Aber warum schon mal vom Anfang nicht richtig machen wenn es auch so geht.


    Und was die Expats und die anderen 2-Jahres-Besucher angeht:
    2 Jahre sind einfach nicht genug Zeit um Frankfurt (oder Offenbach) gut genug kennenzulernen. Das gilt analog im Übrigen genauso für München, Hamburg oder Berlin. Wenn man keinen lokalen Helfer hat, der einem von Anfang an an die Hand nimmt und einem die ganzen Highlights zeigt, dann dauert es bis man all die schönen Orte abseits von Zeil und Römer findet.


    Stimmt, um Frankfurt/Offenbach besser kennezulernen und zu schätzen braucht es Zeit. Genau so ging es bei mir. Ich bin/war auch ein Expat :) Aber es darf auch gerne von Anfang an Spaß machen, oder? Expats sind finde ich eine sehr gute Quelle für solches Feedback, da es oft Leute sind die vieles auf dieser Welt gesehen haben und daher gut vergleichen können. Meistens sehr gut ausgebildete Leute. Wenn es um den internationalen Standard einer Stadt geht finde ich ist die Meinung von Expats sehr wertvoll. Expats und generell Leute die viel gereist haben haben eine bessere Grundlage um einen international Vergleich zu machen. Ich glaube Frankfurt will sich doch gerade intentional behaupten um wettbewerbsfähiger zu werden.

  • Humpty


    Die erste Aussage mag abstrakt gesehen richtig sein. Allerdings operieren wir hier nicht auf dem weißen Papier, sondern müssen nunmal die historisch gewachsenen Strukturen so nehmen wie sie sind. Und da hilft es in einer mit dreigeschossigen Gebäuden bebauten Umgebung (das war ja der Ausgangspunkt bei den Kappus-Höfen) nicht, wenn man partout fünfgeschossige Blockrandbebauung wünscht, die sich nicht einfügt.


    Die historischen Strukturen sollten man absolut respektieren, das finde ich auch. Aber ich denke wenn es um Neubauten geht sollte man auch in der Lage sein neue Standards zu setzten um ein Neuanfang zu erlauben. Auf jedem Fall dort wo viel umgebaut wird und abgerissen wurde wie gerade bei den Kappus-Höfen, fast das ganze Viertel. Aber ok, wegen den Kappus-Höfen gibt es nicht viel zu jammern. Es sieht grundsätzlich richtig gut aus.

    Eine ungleich klarere Gliederung, weitere breitere Strassenzüge (wo gibt es in Ffm. eine vergleichbare gewachsene Magistrale wie die Berliner Strasse ?)


    Jetzt gibt es ja Frankfurt die Europa-Allee seit einiger zeit, nur da haben die Herrschaften die breite der Straßenzüge ein wenig übertrieben :) Die Straße ist zu breit damit eine Art Intimität entstehen kann. Das was auf der anderen Straßenseite passiert kann man nicht mehr oder kaum sehen. Das nimmt was von der Spannung/Action weg. Übrig zu erleben bleibt nur die eine Straßenseite. Dass es noch von der U-Bahn getrennt wird verstärkt die Wirkung. Und da die Dichte der Ladenlokale auf dem Allee nicht sehr eng ist fällt die Spannung völlig weg. Läuft man 1km auf der einen Seite wird man vielleicht 4-5 Läden sehen und das war's. Die Langweile kommt schnell und es zwingt einem Fast ins Skyline-Plaza rein :) The Brick könnte die Situation für den Teil zwischen Brücke und Park verbessern. Das könnte noch sehr gut werden, aber leider ist das nur ein Teil des ganzen.


    Ganz ehrlich, ich weiß nicht wie es mit dem Stolz der Frankfurter und Offenbach Stadtplaner aussieht, aber beide dürfen die Blicke auf Berlin werfen und schauen wie dort geplant und gebaut wird.

  • Ich werde neidisch wenn ich mir Berliner Projekte anschaue. Alles Blockrand und viel Einzelhandel. Und wir reden hier über Lichtenberg, nicht Berlin City. In Frankfurt haben nicht mal die meisten Seitenstrassen von Zeil Einzelhandel. Wenn so mindestens in FFM Rebstock gebaut würde wäre ich zufrieden...aber das ist leider nicht der Fall.


    Einfach nur drei Seiten nach hinten blättern und es wird klar was für ein unglaubliches Niveau in Berlin herrscht.


    http://www.deutsches-architekt…hread.php?t=11397&page=18

  • Hallo Fettucini,


    wir haben es verstanden.
    Berlin macht alles richtig, FFM vieles falsch.
    Alleine Berlin als positives Beispiel hervorzuheben ist ja irrsinnig. Vor allem architektonisch. Das einzige wovon Berlin profitiert ist das was von historischen Berli übrig ist, den Kiezen, die haben mit dem was städtebaulich momentan passiert nichts zu tun.
    Ich erlebe FFM komplett anders. Und Hamburg als Beispiel für Blockrandbebauung zu nennen zeugt von totalem Unwissen. Und wo bitte ist Hambur lebendig außer in ein paar ausgewählten Kiezen, wie Altona oder St Pauli. Das hat FFM auch.
    München ist tot, wohne dort unter der Woche. Da ist FFM mehr Grossstadt in allen Belangen.
    Frankfurt lebt doch von seiner Kleinteilikeit, das macht die Stadt aus und liebenswert. Keine Stadt ist so kontrastreich, so gegensätzlich.
    International und kleinstädtisch zugleich.
    Und das Frankfurt langweilig ist, liegt doch an einem selbst. Ich kenne soviele Städte und ich kann nicht erkennen warum FFM langweilig sein soll.
    Und man kann der Stadt doch nicht ihre Größe vorwerfen, sie ist so groß wie sie ist. Und eine kleine Fläche erzeugt auch Spannung ( da konzentriert) und Lebensqualität, durch kurze Wege z.B.!
    Beschäftige dich mal mit der Historie von Frankfurt, dann wirst du erkennen, dass die Stadt schon immer „nicht provinziell“ war und gedacht hat.
    Und die Lage des Flughafens zu bemängeln und mit provinziellem Denken zu erklären ist ja lächerlich. Der Flughafen beseht schon seit den 20er Jahren und sich dementsprechend entwickelt.
    Also du erlebst die Stadt anders wie ich und viele andere auch.
    Ich kenne viele Menschen, die FFM vermissen.


    Einfach nur drei Seiten nach hinten blättern und es wird klar was für ein unglaubliches Niveau in Berlin herrscht.


    Das ist doch wohl n Wirz oder?!?!
    Was ist daran denn toll und anders als im Rebstock. Wo sind die Geschäfte.
    ������

  • Das Bürgerbüro Offenbach am Main zieht nach etwa 4 Jahren aus dem Industriedenkmal Bernardbau in der Herrnstraße 61 wieder aus und ist dann ab September 2018 in der Kaiserstrasse 39 im ehmaligen Goldpfeil-Gebäude wieder zu finden! Die FR berichtete seinerzeit über das Geschehen.





    Im Bernhardbau selbst klick soll dann u.U. eine Dependance von Wilhelm- und Eichendorffschule für zwei oder drei Jahre angesiedelt werden. Die OP berichtet hier darüber.

  • Hallo Plotzhotzen,


    danke für die Kommentare. Willst du behaupten dass Rebstock außer der Schlafplätze und Steuereinnahmen ein großer Mehrwert für Frankfurt ist? Wenn du nicht in Rebstock wohnst gibt es auch kein Grund dort zu gehen, kein Leben, kaum Einzelhandel, nichts zu sehen. Es ist gebaut à la schlafende Vorstadt wie die meisten Neubauprojekte in Frankfurt. Dafür, das Schlafen, ist es vielleicht sogar sehr gut. Kein Wunder dass wenn das Wochenende kommt, wie bekannt, die nicht-Frankfurter die Stadt verlassen weil es in Stadtteilen wie Rebstock nicht viel zu tun gibt und auf die Zeil will man ja nicht immer hin.


    Das Problem meiner Meinung nach ist Rebstock ist relativ zentral gelegen. Hier hätte man ruhig großstädtischer Planen und bauen können, vielleicht mit einer eignen Einkaufsmeile mit Cafes, Läden, eine neues Bornheim/Nordend entwickeln können. In Berlin generell habe ich das Gefühl gibt es überall sehr viel Einzelhandel, Blockrandbebauung sowie so. Es gehört irgendwie automatisch dazu. Komisch, Berlin sollte eigentlich arm (aber sexy) sein. In Frankfurt/Offenbach hört man immer dass fast jede Lage nicht gut genug für Einzelhandel ist. Offenbach auf jedem Fall ist vom guten/spannenden Einzelhandel fast noch völlig befreit (zur Zeit Tendenz positiv Gott sei Dank!). Was gibt es an Einzelhandel in Rebstock? Vielleicht ein Rewe...


    Warum kopiert man in Frankfurt nicht das Format der absolut beliebtesten Stadtteile Nordend, Bornheim, Sachsenhausen und baut auf dieser Basis die Stadt weiter? Blockrand, viel Einzelhandel, Haupteinkaufsstraße, Piazza. Das wäre doch was...aber nein wir kriegen Riedberg, Rebstock und co.


    Ich bin kritisch weil es großes Potential gibt insbesondere jetzt wenn überall gebaut wird, die Zinsen niedrig sind, die Zukunft der Stadt geformt wird. Manchmal kriegt man das Gefühl wir verpassen die Chance. Man sieht einige Versuche in die ?richtige? Richtung wie z.B. Europaviertel, aber dann scheitert es meistens an anderen Faktoren (wie breite der Straße, Konzentration des Einzelhandels) wahrscheinlich wegen der fehlenden Erfahrung solche/erfolgreiche neue Stadtteile zu bauen. Optimistisch gesehen entwickeln sich die meisten Stadtteile hoffentlich weiter und werden lebensfreundlicher, aber sowas dauert lange, sehr lange. Daher lieber gut von Anfang an zu bauen und gerne nach Berlin schauen oder nach Sachsenhausen, Norden, Bornheim wenn das jemanden näher und lieber ist.


    Der Link mit den Projekten in Lichtenberg ist nicht vielleicht der beste aber Berliner Stadtentwicklung generell würde ich sagen dürfte man gerne mehr beobachten bzw. kopieren.


    http://www.deutsches-architekt…hread.php?t=11397&page=17

  • Umbau Marktplatz

    Zum Glück wurde die Reißleine jetzt gezogen.


    Beginnend mit einer unrealistischen Vision des ehem. OB Schneider, der keine Rücksicht (generell nie) auf Baurecht, Bauphysik, Infrastruktur, Bedarf, Kosten usw. nahm. Es zählte immer nur seine Vision, sein Denkmal.


    Es war im Ursprung schon dilettantisch geplant. Einfach mal alle Infrastrukturprobleme ignoriert (auch bei den Kostenkalkulationen) und dann wieder mit politischen Preisen versucht, den Stadtverordneten eine unverantwortliche Zustimmung abzuschwätzen.


    Das Projekt hat in der vom OB gewünschten Zielsetzung nie wirklich Sinn gemacht, die dafür aufzubringenden Kosten waren immer unverantwortlich für einen eigentlich nicht vorhandenen Nutzen.
    Nicht zuletzt hätten, wenn nicht schon die erheblich längere Bauzeit, dann mindestens die Anliegerbeiträge in der explodierten Höhe auch noch die letzten eingesessenen Geschäfte kaputtgemacht.



    Endlich gibt es mal eine vernünftige Stadtplanung in Offenbach, die zumindest schon mal damit beginnt, schwachsinnige Modelleisenbahnwünsche von ehemaligen Studienräten (die als solche meist schon nichts getaugt haben) zu verhindern.


    http://www.cdu-offenbach.de/kv…844c30e7968b1cd1472820239

  • Sowohl die ursprüngliche, als auch die Umbauvariante der Koalition ließen einiges zu wünschen übrig.


    Vor allem der Funktion als wichtigste Haltestelle der Stadt würde der Platz in beiden Versionen nicht gerecht werden. In Sachen Komfort definitiv ein Downgrade. Kein Wetterschutz, keine Bänke, keine Abfahrttafeln, da ist der Busbahnhof in Bad Vilbel ja besser ausgestattet.


    Etwas schade finde ich auch, dass die eigens für den Marktplatz gestalteten Straßenlaternen weggespart wurden. Es ist schließlich eine langfristige Investition und würde den Kreativ-Standort unterstreichen.


    Nun gibt es ja Gelegenheit einiges nochmals zu überdenken. Vielleicht können so auch die aktuellen Bauprojekte am Marktplatz mit einbezogen werden.

  • Die Umbauvariante war auch einzig und allein eine Notlösung unter den schon mal wieder davonrennenden Kosten, die den bis dato überhaupt nicht berücksichtigten Busverkehr einplante.
    Tatsächlich ist es so, dass wenn die alte Koalition ihren Plan mit den dann zwangsläufig nachverbesserten Umplanungen durchgezogen hätte, hätte am Ende das ganze Ding nahezu 20 Millionen gekostet und die Stadt wäre auf die nächsten Jahre vom RP verwaltet oder zwangseingemeindet worden.



    Abgesehen von den Firmen, die aufgrund der Anliegerbeiträge ihren Firmensitz aufgegeben hätten.

  • Offenbach wird zur "Fahrradstadt"

    Im Herbst 2017 hatte das Stadtplanungsamt einen Förderantrag für den Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ eingereicht. Diesem Antrag wurde stattgegeben. (OP)


    Das Konzept beinhaltet sechs Radverkehrsachsen.
    In den einzurichtenden Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang.
    Radfahrer dürfen dort nebeneinander fahren.


    Die „Fahrradstraße zum Anfassen“ entsteht als Start des Projekts im September in der Senefelderstraße zwischen der Marienstraße und Starkenburgring.
    Zur Infoveranstaltung am 8. August, zwischen 16.30 und 18.30 Uhr wird zum Austausch zwischen Anwohnern und Projektbeteiligten eingeladen.


    Mit Erfolg werden in Offenbach (gerade weil vieles in Argen ist) Anwohner zur Eigeninitiative und Mitarbeit angeregt.


    Weitere positive Beispiele unter dem Motto „Besser Leben in Offenbach“ sind:


    Rolandgarten | 19 Hochbeete für Anwohner
    Nordendgarten | Garten für Nordendkinder
    Hafengarten | Urban Gardening auf dem Hafengelände
    Das Märktchen „Versorgungsmarkt“ von Quartiermanagement und Anwohnern
    Eine Stadt zeigt sich offen. Einwohner zeigen ihr Zuhause.

  • „Fahrradstraße zum Anfassen“ | Offenbach wird zur "Fahrradstadt"

    Für die „Fahrradstraße zum Anfassen“ in der Senefelderstraße zwischen der Marienstraße und Starkenburgring hat der Magistrat der Stadt Offenbach in dieser Woche die erforderliche Summe von 89 500 Euro bewilligt.


    Zehn Prozent davon trägt die Stadt Offenbach selbst, der Rest sind Zuschüsse von Land und Bund.


    Weitere Infos unter: bikeoffenbach.de


    FR 20.07.2018