Oper und Schauspiel: neuer Standort / alternative Lösungen?

  • Meine Idee wäre folgende basierend auf Variante 2:


    v2_eigene_ideebrkhj.jpg


    2 Hochhäuser liegen in einer Sinuskurve auf dem Opernneubau auf, erdrücken es aber nicht, wachsen aus der Oper empor.

    Platz für 2 Türme gäbe es. Oper unverändert wie in Variante 2, jedoch mit 2. Turm auf der Südseite mit fliesendem Übergang in Turm 1.

    Orange: Wohnen

    Blau: Hotel, Aussichtsterrasse, Bar, Glasbodenwalk

    Hellblau: Büros

    Grün: Grünareale, begrünte Dachinnenhöfe.


    Aber ganz egal, es sollte wirklich etwas Spektakuläres, insbesondere mit der Einbeziehung der Öffentlichkeit werden, gerade an dieser Stelle. Aber da vertraue ich auf einen Architekten-Wettbewerb.


    Grafik: Gerkan Merk und Partner, Erweiterung und Abänderung: Adama

  • Genau in der Art schwebt mir schon ewig die Bebauung für das Grundstück vor, nur genau andersherum: der hohe Turm im Süden direkt neben dem JapanCenter, der niedrige im Norden. Letzterer wie bei dir um die 130-140m, und der höhere dafür gerne um die 200m.

    Wenn wie bei dir die Oper sich auch bei zwei Türmen in den Sockel integrieren lässt, hätte ich auch nix dagegen die Oper an diesen Standort zu bringen. Nur ein Turm ist mir auf dem Grundstück jedenfalls zu wenig.

  • Adama: schoene Idee! Wenn das kleinere Hochhaus nicht einen Erschliessungskern bräuchte, der dann mitten durchs Foyer ginge, wäre es eine perfekte Ausnutzung des Grundstücks.

    Und der Glaswalk wäre ein zusätzliches Highlight.


    Ich denke, dass die Ausdehnung in Richtung Wallanlage auch noch einiges an Raffinesse haben kann... (Ueberhaenger, Terrassen, Treppenanlage)

  • Grandiose Idee, Adama. Genauso spektakulär sollte es werden. Alle bauen Opern am Wasser, aber warum nicht eine Oper im Hochhaus? Was Tokio kann, können wir auch 😉


    Und die fabelhafte Idee mit dem Glaswalk ... ein Instant-Landmark für Frankfurt! Solche Gimmicks ziehen weltweit Massen an Touristen an.

  • Mit dem aktuellen Magistatsbericht (B_416_2021 vom 13.12.2021) legt der Magistrat den vollständigen Bericht zur Zukunft der Städtischen Bühnen vor.


    Der Text der Vorlage ist praktisch eine Kurzfassung der Ergebnisse. Die Abwägung der Vor- und Nachteile der fünf Standortvarianten scheint mir auf die Variante 2 hinauszulaufen (Oper - Neubau Neue Mainzer Str., Schauspiel - Neubau Willy-Brand-Platz). Im Hinblick auf die fragile Situation der bestehenden Doppelanlage mahnt der Magistrat für die notwendigen weiteren Planungsschritte eine rasche Standortentscheidung an.


    Aufgrund des kritischen baulichen Zustands des Bestandsgebäudes der Städtischen Bühnen und der damit einhergehenden latenten Gefahr auch massiver Betriebsstörungen ist es dringend erforderlich, möglichst zeitnah eine Entscheidung über den Standort und die umzusetzende bauliche Variante zu treffen. Bereits heute sind umfassende Maßnahmen zur Sicherstellung des Bühnenbetriebs dringend erforderlich. Gleichwohl erfordern die Komplexität der Aufgabe und die absehbaren enormen Kosten, dass sämtliche Varianten und Optionen umfassend zu prüfen und zu bewerten waren.


    Angesichts der Bedeutung und Größe des Vorhabens für die Stadt ist ein breit angelegter Architekturwettbewerb auszuloben. Dieser benötigt in der Vorbereitung klare Vorgaben über den Standort, die städtebaulichen Ziele, die ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, die künstlerischen Konzepte, und vieles andere mehr.


    Eine gültige Aussage über konkrete Planungsschritte hängt von den Grundsatzentscheidungen insbesondere zum Standort ab, die in der aktuellen Projektphase abschließend geprüft und gefällt werden. Insgesamt ist mit einer Projektlaufzeit von etwa 10-12 Jahren zu rechnen. Die reine Bauzeit (inkl. Abbruch etc.) schätzt die Stabsstelle auf etwa 6-8 Jahre. Die notwendigen Interim-Maßnahmen sind entsprechend für diese Zeit einzurichten und vorzuhalten.

  • Ich denke, du hast nichts verpasst, aber wenn man den Standort von vornherein ausschließt, braucht man sich um den Erwerb des Grundstücks gar nicht erst bemühen, wenn es aber in Frage kommt, muss man sich um den Erwerb bemühen, um alsbald Klarheit zu bekommen. Ich würde mal vermuten, dass informell auch schon darüber gesprochen wurde.

  • ^ und ^^

    In diesem Artikel (Bezahlschranke) der FAZ hört es sich so an als ob es auf jeden Fall Kontakt zur Sparkasse gab und diese der Idee auch alles andere als abgeneigt ist. Sie bekommen damit ja auch die Gelegenheit für ein schönes neues Hochhaus.

  • Die heutige RMZ veröffentlicht ein Interview mit Ina Hartwig.


    Bzgl. Oper und Schauspiel erfahren die Lesenden folgendes:

    - Entwicklung einer Konzeptes inkl. Zeitplanes für das Grundstück in der NMS. Dieses muss für die Stadt und den Eigentümer sinnvoll, nachhaltig und zeitlich passen.

    - Erteilung eines Verhandlungsauftrages durch den Magistrat;

    - Verhandlungen mit dem Eigentümer;

    (- formale Akzeptanz des Ergebnisses durch denn Magistrat; wird nicht erwähnt iss aber so.)


    Die Nutzungskonzepte von Oper und Schauspiel sollen diesen Leitlinien folgen:

    - ökologischer Vorzeigebau (gemeint ist wohl der neue Opernbau);

    - neue Bühnen sollen auch den Tanz ermöglichen;

    - auch tagsüber offene Häuser mit erweiterter Nutzung durch mehr Menschen;
    - die Kulturmeile soll damit einen Impuls geben für die künftigen Nutzung und Belebung der Innenstadt.


    Die Standortentscheidung soll nächstes Jahr getroffen werden damit im Anschluss ein internationaler Architektenwettbewerb (in 2024) stattfinden kann. Mit diesem gekoppelt soll eine Diskussion, auch mit Bürgerbeteiligung, u.a. die Fragen klären welche Bühnenkunst für das 21. Jahrhundert und Art der Öffnung bei der Nutzung baulich zu berücksichtigen sind.


    Dann erfolgt erfahrungsgemäß das nacharbeiten der Entwürfe durch den bzw. die Wettbewerbssieger. Kalkulieren was das Ganze kostet und bestätigen das man sich noch - hoffentlich - im geschätzten Budget von 1 Mrd. EUR bewegt. Wenn ich nicht irre sollen die Werkstätten aus Platzgründen an einen neuen Standort verlagert werden. Somit müßte das Budget diese Kosten mit einschließen.

    Mir kommen zunehmend Zweifel auf ob das mit diesem Betrag leistbar ist und ob man nicht besser beraten wäre das bauliche Konzept 'Oper-mit-HH' für den Schauspiel-Komplex zu replizieren. Ein Erbpachtmodell für dieses HH könnte helfen die Kosten für das Projekt zu deckeln.

  • Laut heutigem Bericht in der Print-FNP will die Stadt mit der Helaba über den Kauf eines Areals für die Oper (in der Neuen Mainzer Str. 47-51) verhandeln.

    ""In einem aktuellen Magistratsbericht heißt es, dass es "angesichts des baulichen und technischen Zustands der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz sowie des hierdurch gegebenen latenten Risikos für einen Ausfall des laufenden Spielbetriebs" erforderlich sei, "möglichst zeitnah" zu einer abschließenden Standortentscheidung für die Stadtischen Bühnen zu kommen""

    Um Verhandlungen mit der Helaba aufzunehmen sei ein Beschluss des Magistrats nötig. Dieser solle einen Rahmen für die Verhandlungen definieren und klarstellen, dass die Verhandlungen "ergebnisoffen und abschließend" zu führen seien. Die Magistratsvorlage dazu sei bereits im Geschäftsgang. Bis zum Sommer 2022 sollen die Verhandlungen mit der Helaba nach Angaben des Magistrats möglichst weit vorangeschritten, im Idealfall gar abgeschlossen sein.

    Es wird im Bericht auch nochmal erwähnt, dass Kulturdezernentin Hartwig die von ihr favorisierte "Variante 2" vorantreibt.

    Insgesamt wird mit einer Projektlaufzeit von 10 - 12 Jahren gerechnet, sodass der Neubau der Oper und des Schauspiels voraussichtlich bis Mitte der 2030-er Jahre fertig wäre.

  • Die Sichtweise auf das was für die Beschäftigten am besten wäre gibt ein Bericht der FNP wieder in dem sie das Gespräch mit dem Betriebsratsvorsitzenden wieder spiegelt. Quelle Kurz zusammengefasst:


    Probleme mit der aktuellen Arbeitsplatzsituation sind vor allem:

    • Platzmangel und die fehlende Fläche, so dass Musiker vor Proben oder Aufführungen sich im Keller einspielen
    • Lagerung der Kulissen, die ständig hin- und hertransportiert werden müssen
    • Probebühnen über die Stadt verteilt was zu Pendelverkehr führt
    • Sonneneinstrahlung und entsprechende Erwärmung im Sommer, so dass Mitarbeiter sich in das Hausinnere begeben zur Abkühlung
    • Maskenbildner auch Schwierigkeiten haben aufgrund der Temperaturen was die Schminke betrifft


    Am wichtigsten für die Mitarbeiter wird erachtet:

    • Dass die neuen Bühnen zentral liegen, am besten am Willy-Brandt-Platz
    • Die Werkstätten und Probebühnen sollten vor Ort an den Spielstätten untergebracht werden um Fahrwege und Fahrzeiten zu vermeiden
    • Die zwei präferierten Varianten wären die Kulturmeile und die Spiegellösung.
  • Der Magistrat will sich von den Stadtverordneten beauftragen lassen, die zuletzt übrig gebliebenen Neubauvarianten der Städtischen Bühnen einer abschließenden detaillierten Bewertung zu unterziehen:


    a) "Spiegelvariante" mit dem Schauspiel in den Wallanlagen und der Oper am Willy-Brandt-Platz (bislang Variante 1),

    b) "Kulturmeile" mit der Oper an der Neuen Mainzer Straße und dem Schauspiel am Willy-Brandt-Platz (Variante 2),

    c) Neubau Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz (Variante 4).


    Der Arbeitsauftrag an den Magistrat ist aber noch viel umfangreicher. Wegen der Einzelheiten ist auf die heute vorgelegte Magistratsvorlage M_49_2022 vom 30.3.2022 zu verweisen. Positiv zu bewerten ist, dass die Arbeitsaufträge offenkundig konkreter werden, wenn es z.B. um Grundstückssicherung oder die Ausarbeitung der allgemeinen Grundlagen von Wettbewerben geht.


    Aber lest selbst: M_49_2022

  • Sofern in Frankfurt die lokale Politik Hoffnung hegte das das Land Hessen sich an Kosten für Neubau und Sanierung der Oper und dem Schauspiel beteiligt, diese Hoffnung macht Angela Dorn (Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst) in einem heute veröffentlichen Interview zunichte mit der Begründung das es in Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern bezogen auf das Verhältnis zur Einwohneranzahl mehr Staatstheater gibt und darüberhinaus je ein Landes- und Stadttheater in Hessen gibt. Auch förderte das Land beim Bau die Frankfurter Kultur in 2021 mit 214 Mio. EUR mit einem Schwerpunkt auf Museen (genannt seien u.a. das Senckenberg, Jüdische und Romantik Museum). Bzgl. dem geplanten Kulturcampus sind Land und Stadt in Gesprächen mit Aussicht auf finanzielle Beteiligung beim Bau. Somit sind die finanzielle Möglichkeiten auf Landesebene erschöpft. Auch der Frankfurter Idee einer finanziellen Beteiligung beim Bau eines Kinder- und Jugendtheaters durch das Land wird deshalb konsequenterweise ein Absage erteilt (Quelle, Bezahlschranke).

  • Die Vertrauensleute des Bürgerbegehrens „Rettet das Schauspielhaus“ ziehen gegen die Ablehnung vor Gericht. Die Stadt geht indes nicht davon aus, das dies zu Verzögerungen führen wird, da konkrete Planungen sowieso erst nach Klärung der Stadtortfrage anfallen würden. Dies berichtet die Rundschau in ihrer heutigen Ausgabe.