Oper und Schauspiel: neuer Standort / alternative Lösungen?

  • Hab es jetzt mal nachgeschlagen:

    In der Machbarkeitsstudie von 2017 bewegt sich der veranschlagte Aufwand für die Interimsspielstätten zwischen 19,5 und 70,8 Mio. €,

    Bei der Variantenuntersuchung 2019 allerdings waren diese Kosten schon auf 88,2-88,8 Mio. € gestiegen.


    Quelle

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    Danke für die Zahlen.

    Wie auch immer: Für "Übergangslösungen" ist das definitiv zu viel Geld !

    Neben städtebaulichen Erwägungen ist auch dieser Aspekt mMn ein klarer Fingerzeig dahingehend, dass man den bisherigen Standort aufgeben und an anderer Stelle neu bauen sollte - und zwar beides (Oper und Schauspiel).

  • Ein gewisses Maß an Baukostensteigerung ist einkalkuliert und mit Zinsen wofür rechnest Du da?

    Danke. Das haette ich besser darlegen sollen: Die 850 000 000 Euro werden ja komplett von Geldhaeusern geliehen.

    Auch setze ich voraus, dass Frankfurt in den nachsten 30 jahren keine Schulden tilgt. Daher diese Zahlen.

    Hoffentlich liege ich aber falsch!

  • "Mainphilharmonie" statt Monsterbrücke?!


    Die in Post Nr. 601 vorgestellte monströse Brückenkonstruktion für das Schauspiel hat mich nun doch noch einmal ins Grübeln gebracht...


    Ästhetisch gesehen ist das ein Totalschaden aber die Idee ließe sich aus meiner Sicht weiter entwickeln. Man stelle sich die Elbphilharmonie (also ein Hochhaus) auf Stelzen über dem Main vor. Leider bin ich kein großer Könner der Bildbearbeitung aber wenn man etwa die Grundfläche der Elbphilharmonie nimmt und diese über den Main legt, sähe das ungefähr so aus:


    mainphilharmoniecgjdx.jpg


    Platz genug wäre da also und vom Main wäre auch noch etwas zu sehen.


    Sicher wird es nicht einfach sein, die Technik unterzubringen und auch die Baukosten wären hoch. Beides ging bei der Elbphilharmonie aber auch. Ohne ein Statiker zu sein, könnte ich mir außerdem vorstellen, dass möglicherweise ausreichend stabile "Stelzen" bzw. Säulen denkbar wären, auf denen das Hochhaus steht und zwischen denen Schiffe verkehren könnten. Da lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren 8o


    Davon abgesehen hier noch ein paar weitere Gedanken:


    • Das Gebäude könnte im Idealfall wie in Hamburg in echter Hingucker werden, am Besten mit Wolkenfoyer direkt über dem Main, öffentlich begehbarer Besucherterrasse, Aussichtsplattfom auf dem Dach o.ä.
    • Städtebaulich wäre ein Turm um die 100m angesichts der benachbarten ca. 60m hohen Hochhäuser und des Winx eigentlich kein Problem. Das Nordufer würde wahrscheinlich teilweise verschattet aber im Falle des Maintor Areals fände ich das weniger schlimm und man hätte von dort aus dann ja auch einen besonders guten Blick auf diese (hoffentlich) "Landmark". Lediglich für das Nizza wäre es etwas schade aber ganz so nah liegt das Gebäude ja nicht.
    • Die Verkehrserschließung per ÖPNV wäre sehr gut und für Fußgänger könnte man den aktuell ca. 3m breiten Fußweg noch einmal um 2-3m erweitern. Ich denke, das sollte ohne weiteres Brückenbauwerk als eine Art "Anbau" an die bestehende Brücke möglich und nicht zu teuer sein.
    • Die Baukosten wären definitiv sehr hoch. Aber Frankfurt hätte damit eine weitere Attraktion, die Einnahmen generiert. Der größte Teil der Hochhausflächen könnte zu Höchstpreisen vermietet werden und das Schauspiel so quersubventionieren. Der Baugrund wäre gratis und frei werdende Flächen am Willy Brandt Platz könnten gewinnbringend verkauft werden. Außerdem entfielen die Kosten für eine Übergangsspielstätte und vielleicht fände sich ähnlich des Waldstadions ja sogar noch ein Namenssponsor o.ä.

    So, genug gesponnen für heute. Bin gespannt, was Ihr denkt. 8)

  • Ich mag die Idee, wenngleich ich denke, dass ein Brückenhausbauwerk im Bereich der Innenstadt nicht die Lösung wäre. Allerdings am Osthafen.

    Aber auch dort wäre die Frage, warum man nicht die Uferseiten oder die Halbinseln dafür nutzte.

    Oder man kombiniert beides: Bühne etc. auf der Insel (Festland), weil auch einfacher wegen Technik etc. und das Foyerbauwerk könnte auch ein Brückenhaus sein.


    Oder man baut gar beide Bühnen an den Osthafen und verbindet sie mit einer recht breiten Plateau-Brücke: evtl. sogar in mehreren Etagen... Die Brücke böte Platz für Events und zum Flanieren.

    Soweit mein Beitrag zum Thema: man wird ja wohl nochmal träumen dürfen ...

  • Was aus meiner Sicht gegen die "Main-Lösung" spricht: der Main mit seinen Ufern und der zurückgesetzten Randbebauung vermittelt eine stadträumliche Weite, einen Panoramblick, den es sonst in der Stadt nicht gibt, alles ist dicht zugebaut. Den Stadtraum Main würde ich nur ungern angetastet sehen, es würde den Markenkern von Frankfurt am Main, den sich die Stadt über die Deindustrailisierung der Mainufer (Schlachthof, Westhafen, Weseler Werft, mühsam zurückerobert hat, schwer schädigen, eine kaum zu überbietende "Stadtbildsünde". Wenn der Main bei der Opernfrage eine Rolle spielen soll, dann bestenfalls vom Ufer aus.


    Kleine Spaßbremse am Rande: der Main ist eine Bundeswasserstraße, bezüglich deren Nutzung und Überbauung die Stadt nichts zu melden hat.

  • Es wäre sehr zu begrüssen, wenn diese unsägliche "Brücken-Idee" mit den in jeder Hinsicht zutreffenden Ausführungen von "tunnelklick" ihr Ende finden würde. Die Einschätzung von tunnelklick sollte man nicht lesen, man sollte sie buchstabieren.

    Vielen Dank dafür !

    Danke auch für das Argument mit der "Bundeswasserstrasse" ! Damit hätte dieser Irrsinn dann auch seinen juristischen Sargnagel.


    Ganz im Übrigen lese ich bei "tunnelklick" in diesem Zusammenhang Worte, die man bzgl. Ffm. und der weiteren städtebaulichen Entwicklung nicht stark genug betonen kann: "stadträumliche Weite", "Panoramablick", "Stadtraum Main".

    Diese Begriffe sollten ein "Wachrüttler" sein, das Projekt Oper / Schauspiel eben nicht nur rein funktional zu betrachten (d.h. "neues Haus"), sondern dieses Projekt eben auch als städtebauliches Anliegen zu begreifen. Das was wir als "Stadtraum" der inneren Stadt erleben wollen, sollten wir maßvoll erweitern. Anders ausgedrückt: "Raab-Karcher" - Jeder andere Standort andere wäre dagegen nix oder zumindest krass suboptimal.

  • Nun ja, wir wollen doch auch nicht vergessen, dass da auch einmal >6.500 Tonnen gegen einen Pfeiler krachen könnten. Der erforderliche Rammschutz würde wahrscheinlich jegliche Eleganz und architektonische Raffinesse vermissen lassen. Etwas sarkastisch: ein Brückeneinsturz wäre gerade noch zu verkraften; bei einem 100m-Hochhaus mache ich mir da größere Sorgen um das Umfeld.

  • Danke für den Fund der tollen Zusammenfassung. Ich favorisiere ganz klar die Varianten 2 oder 3, die Variante 2 scheint mir dabei bisher vom Gesamtkonzept am stimmigsten und auch am weitesten ausgearbeitet. Die neue Oper (in die Straßenflucht gedreht ist) am Sparkassen-Areal sitzt perfekt und beim neuen Schauspiel (ebenfalls an die Neue Mainzer gedreht), ermöglicht sogar ein wneig Park zurück zu gewinnen. Bitte gerne genau so machen.

    Variante 1 finde ich bei Weitem am schlechtesten, da der Eingriff in das Wallservitut zu hoch und ja eigentlich auch absolut unnötig und überflüssig ist. Die Variante wird mit dem neuen Kräfteverhältnis im Römer, aber sicher auch gerade deshalb nicht realisiert.

    Variante 4 stelle ich mir organsiatorisch am kompliziertesten vor. Man kann ja hier nicht Stück für Stück vorgehen, wie bei der Realiserung von zwei getrennten Spielstätten sondern muss Beides komplett schließen und erst mal tabula rasa machen.

  • Variante 2 ist eine Katastrophe. Zwischen den ganzen Bürobauten ist der Platz auch nicht repräsentativer wie beispielsweise am Osthafen, würde aber zwei potentiellen Hochhäusern ( Wolkenkratzern ) unnötig den Platz wegnehmen. Ein Turm, 90 Grad weggedreht der Straßenflucht, noch dazu ein Schmalhans, versaut die ganze Mainzer Straße.


    Die beste Lösung ( wenn denn überhaupt eine von den Vieren ), wäre die 1 oder die 3.


    Bei der 1 kann man die paar m² der Wallanalge verschmerzen, denn an der Stelle läuft sie sowieso schon ziemlich unwürdig aus ( Gerade halt mit der Situation zum aktuellen Schauspiel ).


    Variante 3 wäre top, aber da müsste man dem Eigentümer schon einiges für das Grundstück bieten - schwierig..

  • Naja, kommt ja immer darauf an was und wie spektakulär gebaut wird. Auch an der Stelle kann eine Oper toll aussehen. Ich kann mir da sehr wohl eine Oper als Basis vorstellen und darüber oder daneben einen hohen Turm. Ebenso könnte man eine evtl. Oper an der Stelle mit 2 Türmen einfassen, die beiden Türme wären mit einer Skybridge über der Oper miteinander verbunden.


    Osthafen bin ich total dagegen, vor allem mit dem Molenstumpf gegenüber, da kriegste ja eine Augenkrankheit.



    3 wäre für mich persönlich nur top wenn man dort historisierend bauen würde um den Opernplatz weiter einzufassen, einen Glasbau kann ich mir dort nicht vorstellen.


    Zur 1: Erst gestern bin ich durch die Wallanlage bis zum Main durchgefahren, endlich kommt man wieder wunderbar (auch am Jüdischen Museum) zum Main ohne Unterbrechung. Ich würde dort "die paar qm² nicht missen wollen...



    AAAber: Mit der jetzigen politischen Situation im Stadtparlament werden wir da gar nichts sehen. Es wird marginal saniert werden um dann in 15 Jahren für 2 Milliarden, statt schon jetzt für 1 Milliarde alles neu zu bebauen :-) Fakt ist und bleibt: Es wird teuer. Aber zukünftig eben noch teurer.

  • Was ich bei 3 nicht verstehe ist, wieso man nicht die Oper an den Opernplatz und das Schauspiel an den TheaterWilly-Brandt-Platz bauen möchte, sondern umgekehrt?

  • Bei der Vorstellung der Studie im DAM (link YouTube) wurde wenn ich mich richtig erinnere gesagt, dass der verfügbare Platz am Opernplatz zu wenig für eine neue Oper ist und nur das flächenmäßig kleinere Schauspielhaus hinpasst.

    Von Seiten des Intendanten Schauspiel wird übrigens Variante zwei bevorzugt, die ich auch als am besten erachte.