Platensiedlung: Nachverdichtung der ehemaligen US-Housing-Area

  • Zum Projekt gab es in der ZDF-Sendung "Plan b" vor kurzem einen Beitrag. Dort wurde ein in der Tat sehr großes Argument für die Aufstockung (statt Neubau an anderer Stelle) genannt, nämlich, dass es für einen Investor sich schon bei deutlich niedrigeren Mieten rechnet, da kein Grund und Boden neu erworben wird. Dadurch lässt sich eben vor allem GÜNSTIG neuer Wohnraum schaffen, was ja allerseits erwünscht ist.

  • ^ Neben Neubau an anderer und Aufstockung an gleicher Stelle meint Rohne aber eine dritte Variante: Neubau an gleicher Stelle - mit Chance zu gründlicherer Stadtreparatur. Dagegen sprechen unter anderem die vorher nötige Komplettentmietung sowie das höhere Investitionsvolumen.

  • Vielen Dank für die Bilder. Sehr anschaulich.
    Einmal mehr hätte dem ganzen ein wenig Farbe noch gut getan. Gerade, wo die oberen zwei Etagen durch die Kanten noch etwas abgesetzt sind, hätte man Akzente setzen können. Den Sockel der alten Etagen in einer anderen Farbe, die erste der neuen Etagen oder beide... wie auch immer... so wird die Anlage am Ende zwar baulich stimmig sein, aber wirkt wieder mal wie eine neue Retortenstadt - etwas monoton

  • Im Nachgang zu @adama's Bericht könnte man noch auf eine Pressemeldung der Stadt vom 24.4.2019 verweisen:

    In Heddernheim an der Sandelmühle hat die Münchener Herstellerfirma LiWood eine provosorische "Feldfabrik" (Montagehalle) aufgebaut. Von Bobingen bei Augsburg werden die Einzelteile just in time nach Heddernheim geliefert und dort nach dem jeweiligen Tagesbedarf zu Modulen vormontiert. Die vormontierten Module (Bäder, Küchen, Zimmer, Treppenhäuser usw.) werden per Tieflader nach Ginnheim gefahren und aufgestellt. Aus 1.100 Modulen werden dann bis Jahresende 380 Wohnungen.

    Dies nebst ein paar Bildern von der Montage liest man hier: =35359562"]klick

    LiWood ist in Frankfurt bereits tätig gewesen beim Bau des Integrationsdorfes an der Ginnheimer Landstraße, das ist eine Kleinsiedlung für Geflüchtete am Rande der Sportuni.

  • Knapp ein Jahr später wurden tatsächlich alle Aufstockungen vollendet, bzw. sind in den letzten Zügen. Momentan wirkt alles noch wie typische CommiBlocks, man sollte aber die Jahreszeit beachten (fehlendes Grün) und die noch fehlenden Komplementärbauten.

    Zur besseren Übersicht noch einmal die Karte:

    201803.platensiedlung.sfarchitekten.jpg

    Plan: Stefan Forster Architekten, Frankfurt

    Blick von der Platenstraße Richtung Südöstlicher Mündung der Sudermannstraße.

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    Auf Bild 2 erkennt man sehr gut dass man mit den Endhäusern "M" am Sophie-von-La-Roche-Weg und "L" an der Kreuzung Sudermannstraße und Platenstraße noch nicht begonnen hat. Sollte aber bald passieren wenn man dem Plan glauben schenken darf.

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    Blick in den Hof 7, die Tiefgarage ist dort in Bau. Rechts das Haus Z14, links das Haus Z13, hinten das Haus Z16.

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    Haus Z14:

    0046qjlr.jpg

    Hof 5 von der Platenstraße, Tiefgaragen bau hat noch nicht begonnen:

    005vkkk8.jpg

    Torhaus A an der Platenstraße in Bau, die anderen sind noch nicht in Bau, hier könnte es Verzögerungen geben:

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    Torhaus A, Stefan-Zweig-Straße und Gebäudeteil Z17:


    007knjkt.jpg

    Blick zurück:


    Gebäudeteil Z17 in den letzten Zügen, ebenso erkennt man den neuen Annexbau "I" ganz hinten rechts:

    008z3jfs.jpg

    Annexbau "I", nach Süden hat er Balkone:

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    Blick aus der Stefan-Zweig-Straße in die Sudermannstraße, in der laut Plan in einem Jahr der Bau der Brückenhäuser E,F,G und H beginnen soll.

    Der Blick auf foglendem Bild geht Richtung Z02 und Z04, zwischen diesen Blöcken entsteht kein Brückenhaus; erst bei den beiden übernächsten Blöcken und auch hinter dem Aufnahmestandort:

    0106wke8.jpg

    Blick in den Hof 1, mir fast fertig gestellter Tiefgarage:

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    Blick Richtung Parkplatz zwischen den Blöcken Z02 und Z05, hier entsteht keine Tiefgarage.

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    Gegenüber sieht es dann so aus das ebenfalls nur oberirdische Stellplätze entstehen werden, Verbindungs-Annex "J" ist bereits in Bau:

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    Hof 6 an Z12, hier entsteht zB. noch eine Tiefgarage:

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    Gebäudeteil Z10:

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    Gebäudeteil Z13, zwischen Z10 und Z13 entstehen nur oberirdische Parkplätze:

    016cjkzn.jpg

    Der "waagerechte" Ausreißer Z16 in voller Breite, rechts davon entsteht dann das Endhaus "M" am Sophie-von-La-Roche-Weg.

    018hhk1t.jpg


    Alle Bilder ausser Plan: Adama


  • Wird nach mehr als 1 1/2 Jahren mal wieder Zeit für ein Update der Situation vor Ort.

    Wie immer zuerst eine Übersichtskarte:

    201803.platensiedlung.sfarchitekten.jpg

    Plan: Stefan Forster Architekten

    Alle Gebäude wurden aufgestockt und sind fast alle bereits bewohnt. Torhaus A und D an der Platenstraße sind fertiggestellt und bewohnt. Vorderseiten der Torhäuser A und D sind recht passabel geworden, Durchgänge zu den Höfen sind vorhanden. Torhaus B ist in Bau, Torhaus C in Vorbereitung. Gebäude L und M stehen im Rohbau.

    Torhäuser J und K sind ebenso fertiggestellt worden.

    Verbindungsbauten (Brückengebäude) E, F, G und H wurden noch nicht in Angriff genommen.

    Hof 1 ist komplett fertig, Hof 7 beinahe. Hof 3 und Hof 5 in Bau. Nördliche Höfe noch nicht fertig, teilweise noch nicht in Angriff genommen. Alles noch sehr unsauber, unaufgeräumt, bisweilen auch leicht chaotisch vor Ort. Aber das wird schon noch.

    Bilder:

    Blick auf Torhaus A von der Kreuzung L3004 und Platenstraße:d85_3650w5ktg.jpg

    Direkte Ansicht von Süden, Durchgänge in den Hof sind zu sehen, interessant und gut durchdacht ist die Lösung der Aufzüge und der Treppenhäuser mittig im Gebäude:

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    Hof 1 zwischen Z01 und Z02. An Z01 wird in Zukunft noch ein Brückenbau (Verbinder) anschließen:

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    Bild: https://fvgffm.de/img2/d85_3664rhka1.jpg

    Blick in den begrünten Innenhof 1. Kritisieren möchte ich eine Sache im Allgemeinen und speziell hier die Rückseite des Torhauses A, das ist mir persönlich wirklich etwas zu trist, da fehlt optisch einfach etwas.

    Und was das Allgemeine angeht: Mit den Aufstockungen an sich habe ich kein Problem, auch nicht mit der Modulbauweise, aber irgendwie sieht mir das fast zu sehr nach "ostdeutscher Platte" aus, das liegt aber vor allem am harten Abschluss der Module. Ein etwas zurückgesetztes Geschoss hätte optisch Wunder bewirkt, hätte aber natürlich wieder Mehrkosten produziert, da ein veränderter Grundriss an den Modulen hätte erfolgen müssen. Alles nicht so leicht. Balkone hätten evtl. auch noch etwas auflockern können.

    d85_3668hpjj4.jpg

    Blick vom Hof 1 Richtung Hof 2, nördlich von der Sudermannstraße. Dieser Hof wird eine reine Grünfläche, hinten sieht man links das Gebäude I und rechts das Gebäude J:

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    Blick nach Osten auf der Sudermannstraße, Standort zwischen den beiden ersten Parkhöfen (meiner Meinung nach wäre es sinnvoll gewesen alle Parkplätze unter die Erde zu verlagern, um mehr Freiraum für die Bewohner zu bekommen, denn diese werden gerne angenommen (wie an Hof 1 gut zu sehen war). Zwischen dem sichtbaren Endstück von Z05 und Z07 wird noch eines der 4 Brückengebäude (Verbinder) errichtet werden:

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    Parkhof zwischen Hof 1 und Hof 3, Südseite Sudermannstraße, hier wird nicht mehr soviel passieren, positiv anmerken möchte ich die gelungenen Klinker-Verkleidungen an den neu betonierten Mauerstücken, an den Tiefgarageneinfahrten und den Erdgeschossen der Neubauten, dies gibt dem Quartier einen stimmigen roten Faden und lockert alles etwas auf:

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    Gegenüber der Blick in den Parkhof zwischen Hof 2 und Hof 4:

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    Gebäude Z06, am Parkhof zwischen Hof 3 und Hof 5 gelegen. Erfreulicherweise bleiben die großen Bäume dort erhalten. Direkt rechts an Z06 wird der Brückenbau G errichtet und verbindet dann Z06 mit Z08. Die neu entstehende Durchfahrt oder man könnte auch sagen die neue "Gebäudebrücke" über der Sudermannstraße wird zusammen mit den 3 anderen Verbindern das Areal auflockern und kleinteiliger wirken lassen:

    d85_3670zujmw.jpg

    Gegenüber befindet sich der Parkhof zwischen Hof 4 und Hof 6 mit direktem Blick auf den Neubau K, im Hintergrund das Hochhaus Raimundstraße 48-54, auch bekannt als Telekom Turm, immerhin mit 62 m Höhe:

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    Und nochmal der Blick auf in die entgegengesetzte Richtung auf Z06 und Z09:

    d85_3675cpjka.jpg

    Gebäudeteil Z10, Blick nach Westen:

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    Hof 7, zwischen den Gebäuden Z13 und Z14, auch hier leider die zuvor erwähnte Tristesse an der Rückseite des Torhauses D:

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    d85_3677x1k4b.jpg

    Detailansicht des inzwischen bewohnten Gebäudes Z16, Nr. 12, die Arbeiten an den Außenanlagen dauern immer noch an:

    d85_367856ktf.jpg

    Nun noch 2 Bilder des Torhauses D, Kreuzung Platenstraße und Franz-Werfel-Straße:

    d85_3682grk7s.jpg


    Direkte Ansicht, rechts davon angeschnitten das Gebäude L in Bau:

    d85_36843jj3t.jpg

    Und beinahe abschließend noch eine Detailansicht eines Durchgangs zum Hof 7 an Torhaus D. Schön, dass man versucht hat an Barrierefreiheit zu denken, ganz gelungen ist dies jedoch nicht (*finde den Fehler):

    d85_3688pak6b.jpg


    Zu guter Letzt noch ein schönes (auch wenn nicht ganz aktuelles, da vom April 2021) Drohnenvideo vom Areal, gut, eigentlich ist der Europaturm das Ziel. Da die Platensiedlung aber direkt anschließt kann man diese wunderbar erkennen:

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    Und von Mai 2021, Video von der ABG Frankfurt:

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    Und Juli 2021, Video von der ABG Frankfurt:

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    Alle Bilder: Adama

    Übersichtsplan: Stefan Forster Architekten

    4 Mal editiert, zuletzt von Adama (20. Oktober 2021 um 23:00) aus folgendem Grund: Videolinks, Ergänzungen

  • Schön, dass es vorwärts geht. Und tolle Drohnen-Videos, danke auch für den Fund!

    Was ich mich insbesondere beim Anblick von oben frage: wieso sind die Dächer alle leer und ungenutzt? Wenn man schon wegen Aufstockung von Satteldach auf Flachdach umbaut (und leider auf Staffelgeschosse verzichtet, was optisch ansprechender gewesen wäre), dann kann die ABG doch wenigstens die neu gewonnene vollkommen ebene Dachfläche für Solaranlagen nutzen!?

    Dass aus Kostengründen hier keine Dachterrassen entstehen, OK. Aber was spricht gegen flächendeckende Solarzellen? Oder kommen die noch, wenn alles fertig ist?

  • Vielen Dank für den ausführlichen Rundgang!

    Mir ist ein kleiner Fehler aufgefallen glaube ich, Haus M steht noch nicht im Rohbau soweit ich das erkennen kann. Im letzten Video bei 0:22 müssten sonst oben links ja schon Arbeiten zu sehen sein.

    ^habe ich mich auch gefragt. Es sieht aber immerhin so aus, als ob die Dächer begrünt sind bzw. werden. Im letzten Video (1:09) wirkt die Bepflanzung allerdings eher braun.

  • ^

    Danke für die Korrektur, Du hast recht. Ich habe andere aufgenommene Bilder noch einmal durchgesehen, Haus M wurde noch nicht begonnen. Mea Culpa.


    Mod: Mit der allgemeinen Diskussion um Nutzung der Dachflächen für Photovoltaik geht es hier weiter.

  • Und es gibt ein weiteres interessantes Drohnenvideo der ABG Frankfurt, Stand November 2021, welches einen sehr guten Überblick über das gesamte Areal und den aktuellen Bautenstand vermittelt:

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  • Habe mich noch nicht zu diesen Veränderungen geäußert bisher. Dachte mir man sollte erst einmal sehen, wie es sich entwickelt. Eine Stadt wie Frankfurt hat natürlich Probleme, was Nachverdichtung angeht. Ins Umland zu bauen ist keine gute Lösung, da es weiterhin wertvolles Ackerland vernichtet und es nicht in unserem Interesse sein kann, noch mehr Bodenfläche zu versiegeln. Es ist schlimm genug, daß große Flächen an IKEA und Co verlorengehen...

    Ob jetzt allerdings die Platensiedlung der Weisheit letzter Schluß ist? In Teilen klappt's, aber manche Gebäude sehen jetzt wie Wohncontainer aus und der Lichteinfall ist auch ziemlich beschränkt dadurch. Nein, ich möchte hier nicht kritisieren und keine Gegenvorschläge unterbreiten. Es ist kompliziert, aber andere Ansätze wären gefragt, auch was Farbe angeht....überall dominieren Farbtöne von Weiss bis Anthrazit bis zu ekeligen Grau und Grüntönen. Es fehlen frische Farbtöne. Klinker wird jetzt wieder vermehrt eingesetzt und sorgt für ein bisschen mehr Charakter und Wärme. Oft frage ich mich, wo ich eigentlich gerne wohnen würde, wenn ich es mir leisten könnte. Da finde ich ehrlich kaum etwas. Habe lange in Wiesbaden gelebt, wodurch man sicherlich verwöhnt ist. Denke daß neue Wohnhäuser höher gebaut werden sollten, auch mit Rückstufungen versehen, und besseren Farbakzenten. Dieser Einheitsbrei in ganz Deutschland ist echt deprimierend, besonders in der grauen Jahreszeit. Ich war letztes Jahr in München, und habe mir das vor Ort vom Fernsehturm aus betrachtet. Obwohl dort viele neue Wohneinheiten als solches gelungen sind, sieht man von oben, wie sie sich eigentlich eher abschotten als in bereits bestehende Straßenzüge oder Orte zu integrieren. Sollte so eigentlich nicht sein, aber vielleicht mögen das viele in Deutschland...kommt mir oft so vor. Naja...wollte mir das mal von der Seele reden (schreiben!). Hoffe sehr, daß da seitens der Verantwortlichen mehr mitgedacht wird. Also, Stadtplaner...gebt Euch mehr Mühe, als uns mit Anglizismen und dergleichen zu überhäufen und blenden und arbeitet daran, unsere Städte lebensgerechter und attraktiv(er) zu machen. Es muß ja nicht überall so eine tolle Bausubstanz sein wie in Wiesbaden, aber für manches könnte sie sicherlich als Vorbild herhalten.

  • Die Stadt Frankfurt vermeldet per gestern den Abschluss der Aufstockung und Nachverdichtung in der Platensiedlung. In gleicher Mitteilung lässt man verlauten, dass ab Jahresmitte bis 2027 noch Wege, Bäume, etc. umzusetzen sind.

    Die mehr als lange Pressemitteilung erwähnt einige Fakten, viel längliches Eigenlob für sich und die städtische Wohnungsbaugesellschaft.

    Dabei vergisst man ganz nonchalant den in einem solchen Projekt nicht ganz unwichtigen Architekten, hier Stefan Forster samt seinem Büro.

    Ein paar Fakten:

    • 342 bestehende Wohnungen wurden ergänzt durch
    • 380 Wohnungen per Aufstockung und
    • 301 Wohnungen per Nachverdichtung in Tor-, Kopf- und Brückenbauten.
    • 38.000 qm Wohnfläche wurden neu geschaffen

    Link zur Pressemitteilung

  • Dann fehlt jetzt ja eigentlich nur eine erneute Runde von Adama :D

    An sich ein wirklich gelungenes Projekt der Nachverdichtung, ich hoffe auf Wiederholung im südlichen Bereich der Platensiedlung. Ist bekannt ob es diesbezügliche Pläne gibt?

  • Während des Termins hieß es, dass die Stadt sich den gesamten Frankfurter Norden intensiv wegen weiterer Möglichkeiten zur Nachverdichtung und den begleitend nötigen Strukturen etwa zu sozialen Themen und Kleingewerbe anschaue. Konkret über Platen Süd wurde aber nicht gesprochen.

  • Teil 1:

    Ein aktueller Blick auf die fast vollendete Aufstockung und Nachverdichtung der Platensiedlung

    Anlässlich des nahezu abgeschlossenen (tatsächlich erst Ende 2027 vollständig fertiggestellt, dazu später mehr im Beitrag) und sowohl national als auch international viel beachteten Projekts, der Anregung von Der blaue Baron und nicht zuletzt, weil ich selbst schon länger nicht mehr vor Ort war, gibt es hier einen ausführlicheren Beitrag zum gesamten Areal.

    Mit dabei: einige Fakten und jede Menge aktuelle Bilder, die vor wenigen Tagen entstanden sind.

    Das Projekt hat mich überraschenderweise fast durchweg positiv beeindruckt. Während der Bauphase war es zeitweise schwierig, sich ein Endergebnis vorzustellen. Es handelt sich nicht einfach nur um eine Aufstockung oder Erweiterung. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Architekt Forster ist hier zusätzlich ein echtes Stück Stadtreparatur gelungen, und das vermutlich mit einem gerade so ausreichenden Budget. Ebenfalls kann man nun von einer wirklichen Urbanität sprechen, denn vorher war das Areal als vorstädtisch einzustufen.

    Aber auch der ABG Holding gebührt Anerkennung: Sie hat den Mut bewiesen, ein solches Vorhaben als erstes Projekt dieser Art und Größenordnung umzusetzen. Und tatsächlich war es bisher bundesweit das größte Projekt zur Aufstockung in Verbindung mit Nachverdichtung.

    Zu Beginn möchte ich alle Fakten zusammenfassen, zur besseren Übersicht:

    • Investmentsumme ABG: 180 Millionen €
    • Architekt: Stefan Forster
    • Wohnungsanzahl vor Beginn der Bauarbeiten: 342
    • Wohnungsanzahl nach Ende der Bauarbeiten: 1023
    • 380 davon in Form von Aufstockung in Holzmodulweise
    • 1.102 vorfertigte Holzmodule von Li Wood
    • 301 davon in Tor-, Kopf-, Verbindungs- und Brückenbauten
    • Hälfte der neuen Wohnungen sind gefördert, 20 Prozent als klassische Sozialwohnungen und 30 Prozent über das Frankfurter Mittelstandsprogramm. An Studenten werden 170 bezahlbare Appartements der ABG vermietet
    • Aktuelle Bewohner: 2000 (fast alle Wohnungen vermietet)
    • Zwei Kitas, 10 Gewerbeeinheiten vom Café zum Supermarkt bis hin zur kleinen Ladenfläche
    • 4 Tiefgaragen und eine Vielzahl weiterer Parkmöglichkeiten, 1.400 Fahrradstellplätze
    • aus 19 dreigeschossigen Häuserzeilen wurden 19 fünfgeschossige, zusätzlich entstanden 15 bis zu siebengeschossige Gebäude
    • Mietpreis im Schnitt bei 11,50 Euro/qm, Mieten im Bestand wurden nicht erhöht, dennoch rechnet sich das Projekt
    • die ABG musste keinen Boden kaufen für die zusätzlichen Wohnungen. Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen haben zudem auch finanziell gefördert

    Ein Modellprojekt:

    Die Aufstockung und Erneuerung der Platensiedlung gilt als beispielhaftes Pilotprojekt, nicht nur in Deutschland, sondern, wie bereits erwähnt, auch über die Landesgrenzen hinaus. Es zeigt eindrucksvoll, wie selbst in bereits stark verdichteten Stadtgebieten zusätzlicher, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann, ohne dabei soziale Aspekte oder Lebensqualität aus dem Blick zu verlieren. Zahlreiche Delegationen aus anderen Städten waren bereits vor Ort, um sich Anregungen für ähnliche Projekte in ihrer Region zu holen. Gleichzeitig wird nun auch deutlich, an welchen Stellen man vielleicht andere Lösungen umsetzen oder Verbesserungen vornehmen könnte.

    Logistischer Großaufwand:

    • Bestehende Wohnungen sollten grundsätzlich nicht verändert werden
    • die bestehenden Zu- und Ableitungen waren nicht ausreichend lang und wurden deshalb außen an den Gebäuden durch Schächte geführt, die sich in die Fassade einfügen, z.B. in Form von Lisenen
    • keine großen Aufstell- und Einrichtungsflächen während der Bauzeit, daher wurde z.B. mit einer nahen Feldfabrik gearbeitet, um Wege zu minimieren
    • massive Einschränkungen für Bestandsbewohner, hier mussten beispielsweise Schichtarbeiter für die Dauer der Arbeiten umquartiert werden
    • Injektionsverfahren wurden angewendet, um die zusätzlichen Etagen statisch tragen zu können
    • Eine Vielzahl von Terrassen und Balkone musste abgerissen und später wieder angebaut werden
    • Grünflächen wurden erhalten und sogar erweitert, neben großen begrünten Innenhöfen entstand zusätzlich eine große Menge an Mietergärten


    Wie geht es jetzt weiter?

    • bis Ende 2027 sind auch alle Außenanlagen fertiggestellt, die Straßen werden zudem auch erneuert
    • seitens der Stadt wird ein Rahmenplan für den südlichen Teil der Platensiedlung erstellt, auch für andere städtische Quartiere
    • Grundlage für diesen Rahmenplan ist die Erfahrung mit der Platensiedlung Nord
    • Weiterführung der U-Bahn-Linie 4, Anbindung der Platensiedlung an das Stadtbahnnetz Mitte der Dreißiger Jahre


    Zum Einstieg der Reportage gibt es eine kleine Übersichtskarte. Der blaue Pfeil zeigt meine Laufrichtung. Zwischendurch bin ich auch in einige der Innenhofgärten abgebogen; das ist auf der Karte allerdings nicht extra markiert. Die restliche Legende erklärt sich von selbst:

    Legende4.jpg

    Bild: Stefan Forster Architekten, Erweiterung, Beschriftung, Markierungen usw. Adama


    Die Stefan-Zweig-Straße ist die zweitlängste Straße im Quartier. Hier beginne ich meinen Rundgang, aus nördlicher Richtung kommend.

    Jetzt, mit den Farben des Sommers und fast vollständig fertiggestellt, erinnert mich das ganze Areal tatsächlich ein wenig an die „White City“ in Tel Aviv – eine Ansammlung von etwa 4000 Gebäuden, die überwiegend im internationalen Stil und im Bauhaus errichtet wurden. Hier in der Platensiedlung überwiegt meiner Meinung nach jedoch klar die Anlehnung an das Bauhaus, zumindest in einigen gestalterischen Details. Links im Bild sieht man das "Endhaus 1" (Neubau), Bildmitte unterhalb des Europaturms (Ginnheimer Spargel) das "Brückenhaus 1", rechts der erste lange Bestandsbau mit den Aufstockungen und im Altbestand mit neuen Balkonen als auch Mietergärten und am Ende des Riegels einen Teil des "Verbinder 1"; im Verbinder 1 ist die KiTa angesiedelt:

    000.jpg

    Auffällig ist auch der durchgehende Klinkersockel, sowohl bei den Neubauten als auch beim Bestand. Er sorgt für eine ausgewogenere Proportion der Baukörper, strahlt Wärme aus und trägt spürbar zur Aufwertung des Areals bei:

    Bild 1: nochmals Stefan-Zweig-Straße, Bild 2: "Endhaus 1" von Südwesten

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/001.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/000_1.jpg

    Bild 1: Eingangssituation Bestandsriegel mit Aufstockung und Mietergärten, gerahmt vom Klinkersockel.

    Bild 2: Nördlich des großen Platzes zwischen "Verbinder 1 und 2" wurden gerade die letzten Außenanlagen fertiggestellt, aktuell werden sie bewässert. Im Süden dieses Platzes befindet sich das Cafe / Bäckerei "Heaven and Ice".

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/002.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/003_1.jpg

    Direkt vor einem Eingang eines Bestandsriegels der Blick nach oben. Einer meiner Kritikpunkte wird hier sichtbar. Die Lisenen werden über die zwei neuen Etagen in Holzmodulbauweise nicht weitergeführt. Hier werden Zu- und Ableitungen der neuen Etagen nach unten geführt und versteckt. Eine vermeintliche Kleinigkeit, die gestalterisch aber viel Wirkung hätte entfalten können. Ein passendes Beispiel dafür zeige ich später noch.

    003.jpg


    Fast direkt vor dem "Brückenhaus 1", am großen Platz des Areals. Hier sieht man zwei der wenigen Balkone, die an den Aufstockungen realisiert wurden:

    003_2.jpg

    Nach Norden Richtung "Endhaus 1":

    004.jpg

    Eingangsbereich Bestandsriegel:

    004_1.jpg

    3 Aufnahmen des "Brückenhaus 1", davor wurde bereits der zukünftige Rasen angelegt:

    004_3.jpg

    Bild 1: Durchblick unter Brückenhaus 1 in die Sudermannstraße Richtung Osten, hier waren noch Arbeiter zugegen

    Bild 2: entstand später für eine Totale ohne Arbeiter

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/004_2.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/004_4.jpg

    Auf der Sudermannstraße, zwischen Brückenhaus 1 und 2, sieht man auf der linken Seite die im Viertel offenbar standardisierten Streckmetallzäune, die die notwendigen Versorgungsbereiche umgeben. Dahinter befinden sich z.B. die Mülltonnen. Optisch ist das sicher nicht die schönste Lösung, aber zweifellos eine effiziente. Dafür eröffnen sich aufregende neue Durchblicke

    Bild 1: Streckmetall und gezielte Durchblicke in Richtung Brückenhaus zwei.
    Bild 2: Ein Bestandsriegel von Süden aus gesehen. Er schließt direkt an das Endhaus zwei an und liegt am Rand des letzten unbearbeiteten Areals. Genau dort soll der letzte große nördliche Mietergarten entstehen. Dieser ist durch das intransparente Baustellensymbol markiert.

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/005.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/006.jpg

    Zwischen Brückenhaus 2 und 3 hat der Architekt über der Sudermannstraße auch quadratische Durchbrüche geschaffen. In Asien würde man von sogenannten Drachentoren (Dragon Gates) sprechen. Nach der Lehre des Feng-Shui bringt es Unglück, einem Drachen den Weg zu versperren. Nun gut, zumindest hier in der Platensiedlung kann der Drachen ungehindert hindurchmeandern. Ein schönes Gimmick, wie ich finde.

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/005_1.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/013.jpg

    Bilder und Texte: Adama

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (17. Mai 2025 um 23:30)

  • Teil 2:

    Vor dem "Brückenhaus 2" in Richtung Lücke zwischen "Torhaus 1 und 2" sieht man den angrenzenden langen Bestandsriegel mit der Parkfläche und den kleinteiligen Mietergärten. Die Torhäuser fassen die Bestandsriegel schön ein. Das ist nicht überall so im Viertel, auch nach der Nachverdichtung und Aufstockung:

    005_2.jpg

    Großer Innenhofgarten zwischen "Brückenhaus 1 und 2" und die Abfahrt zur Tiefgarage 2:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/005_4.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/017.jpg

    Interessante Übergänge von Straße, Nachverdichtungen, Tiefgaragenabfahrten, Gärten und Bestandsbauten inklusive Aufstockungen:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/005_3.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/016.jpg

    Überraschende Details, die man auf den ersten Blick nicht wahrnimmt:

    Bild 3: Versteckte Fenster in den Brückenhäusern

    Bild 2: Detail des nördlichen Bereichs eines Brückenhauses mit eingefassten Balkonen, Zugänge zu allen Innenhöfen, Gärten sind barrierefrei

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/014.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/020.jpg

    Noch 2 Aufnahmen von Details den Durchgängen, Öffnungen im Baukörper, wir befinden uns immer noch zwischen Brückenhaus 2 und 3:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/007.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/015.jpg

    Durchblick unter den Brückenhäusern 2 und 3:

    049.jpg

    Zum Thema Lisenen:

    Vor dem Brückenhaus 2, mit Blick in Richtung der Lücke zwischen Torhaus 1 und 2, sieht man fast einen gesamten Bestands-Baukörper. Dabei fällt erneut ein Punkt auf, den ich bereits vor zwei Jahren kritisiert hatte: Es fehlt eine Rückstaffelung des obersten Geschosses (Staffelgeschoss). Mir ist bewusst, dass eine solche Individualisierung die Kosten erhöht und der Standardisierung der Holzmodule entgegensteht. Dennoch wirkt die Fassade oberhalb des Bestands auffällig strukturlos und ein wenig fahl.

    Dabei hätte man diesen Eindruck mit vergleichsweise einfachen Mitteln vermeiden können. Zum Beispiel, indem man die Lisenen, hinter denen sich Zu- und Ableitungen befinden, bis ganz nach oben durchgezogen hätte. Das hätte nicht nur für mehr gestalterische Klarheit gesorgt, sondern auch das Gesamtbild stimmiger und abwechslungsreicher gemacht.

    008.jpg

    Mit gestreckten Lisenen:

    009.jpg

    Schaut man nun vor dem Brückenhaus 2 nach Norden, sieht man einen der großen nördlichen Park-Innenhöfe:

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    Nun ein Blick zurück in Richtung Westen und dem Brückenhaus 1, der zuvor erwähnte Streckmetallzaun sehr prominent und links der Teil eines einfachen und leider doch recht lieblosen Abschlusses eines der Bestandsriegel, die nicht angeschlossen oder eingefasst wurden. Glücklicherweise gibt es davon nur 7, davon nur 6 wahrnehmbare. Hier wird auch deutlich, dass die Straßen wirklich rund erneuert werden müssen.

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    Jetzt ein Blick in den großen nördlichen Innenhofgarten zwischen Brückenhäusern 2 und 3, dahinter das DFMG Hochhaus:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/023.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/018.jpg

    Innenhofgarten gegenüber:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/024.jpg

    Innenhofgarten über TG vor dem Brückenhaus 4:

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    Individuelle Gartenparzellen, die eifrig genutzt werden:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/025.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/036.jpg

    Bild 1: Öffentliche Durchwegung im Innenhof

    Bild 2: Detailaufnahme Fassade Brückenhaus 4

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/037.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/021.jpg

    Zwei Bilder Richtung Westen auf der Sudermannstraße, Richtung Brückenhaus 3, auch hier einer der zuvor erwähnten nicht eingefassten Abschlüsse eines Bestandsriegels:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/031.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/032.jpg

    Zweiter nördlicher Park-Innenhof unterhalb von Endhaus 3:

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    Nach dem Brückenhaus 4, Richtung Süden:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/026.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/029.jpg

    Blick vom Brückenhaus 4 Richtung Osten, Sudermannstraße:

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    Nördlich von Torhaus 1 gelegener letzter Innenhof über der Tiefgarage 1, hier ist die Bepflanzung noch nicht ganz abgeschlossen:

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    Wenn man sich nun vom Innenhofgarten in Richtung Westen dreht, hat man einen freien Blick auf das Brückenhaus 4 und den nördlichen Appendix der Sudermannstraße:

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    Detail eines Klinkersockels:

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    Bild 1: Übergänge Klinker, Streckmetall mit Lochung und Geländer

    Bild 2: Letzter nördlicher Innenhofpark, auf der Übersichtsgrafik mit einem transparenten Baustellensymbol gekennzeichnet

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/030_1evtl.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/033.jpg

    Wir nähern uns allmählich dem Ende des Rundgangs... kannst Du noch?

    Bild 1: Verbinder 3 ist noch nicht ganz fertiggestellt, auch die Außenarbeiten sind noch nicht beendet

    Bild 2: Südseite Verbinder 4

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/038.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/040.jpg

    Bild 1: Sudermannstraße Ostseite zwischen Torhaus 4 und Verbinder 4, hier erkennt man gut die alten Balkone der ursprünglichen Bestandsbebauung, die man hier an Ort und Stelle belassen hat.

    Bild 2: Blick Richtung Verbinder 4 von der Platenstraße

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/039.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/041.jpg

    Jetzt sind wir an der Platenstraße angekommen und bewegen uns von Ost nach West. Ein erster Eindruck der wunderbar fassenden Torhäuser:

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    Torhaus 4:

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    Torhaus 3:

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    Torhaus 2:

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    Torhaus 1:

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    054_1.jpg

    Weitere Aufnahmen der Torhäuser:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/054.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/053.jpg

    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/054_2.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/054_3.jpg

    Am südlichen Ende der Stefan-Zweig-Straße, Kreuzung Platenstraße geht der Blick noch einmal Richtung Norden:

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    Und hier abschließend 4 Aufnahmen des südlichen Platensiedlung (welche in Zukunft auch eine deutliche Änderung erfahren wird), die aber natürlich momentan noch die Erinnerung an die nördliche Platensiedlung vor der Umwandlung wachhält. Und das Frankfurter Symbol per se ist auch von hier sichtbar:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/057.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img/5_25_PTSG/059.jpg

    Danke für die Aufmerksamkeit. Eine Zusammenfassung von den Dingen, die mir dort gut bzw. weniger gefallen füge ich später an dieser Stelle hinzu, für heute kann ich nicht mehr. :)

    Bilder und Texte: Adama

    3 Mal editiert, zuletzt von Adama (17. Mai 2025 um 23:17)

  • Danke für den Rundgang und die Dokumentation ! Bei Deinen Bildern fällt auf wie viel Fläche für das abstellen von KfZ verbraucht wird und dann fragt man warum Kinder nicht mehr auf der Straße spielen. Tiefgaragen sind sicher teuer aber dem KfZ wird einfach zu viel vom öffentlichen Raum zugestanden.

  • Danke thom66 , da sprichst Du auch einen meiner Kritikpunkte an.

    Ich beginne mit der Architektur. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Architekt Stefan Forster innerhalb des vorgegebenen Budgets das Beste aus dem Projekt herausgeholt hat.

    Mit einem größeren finanziellen Spielraum hätte man sicher noch mehr gestalterische Details an den Fassaden realisieren können, besonders im Bereich der Aufstockungen. Die fehlenden Lisenen hatte ich bereits angesprochen. Auch die Tatsache, dass es keine Staffelgeschosse gibt, hängt vermutlich mit der standardisierten Fertigung der Holzmodule zusammen. Dennoch würde ich mir genau das für ein nächstes Projekt dieser Art wünschen. Man könnte dann einfach mit zwei Typen von Holzmodulen arbeiten. Gerade ein Staffelgeschoss hätte der Gebäudestruktur noch mehr Abwechslung und Tiefe verliehen.

    Insgesamt bin ich mit der architektonischen Umsetzung, vor allem bei den Neubauten, weitgehend zufrieden. Nur die sogenannten Endhäuser hätten im Bereich der Abschlussfassaden (deutlichere Profile durch ein stärkeres Gesims bzw. durch klarere Attiken) noch etwas mehr gestalterische Aufmerksamkeit vertragen.

    Die Problematik mit dem Autoverkehr

    Ein anderes Thema ist der hohe Anteil an Autoverkehr im Quartier. Warum nur vier Tiefgaragen gebaut wurden, ist vermutlich ebenfalls eine Kostenfrage, ähnlich wie bei manchen architektonischen oder baulichen Details.

    Mir geht es dabei weniger um die Parkflächen in den Innenhöfen, sondern eher um das unkontrollierte Parken entlang der Sudermannstraße, wo gefühlt jeder Zentimeter zugeparkt ist. Ebenso wie auf dem großen Quartiersplatz. Das wirkt beengt und unruhig. Hinzu kommt eine beachtliche Zahl großer Limousinen und SUVs, die doppelt so viel Platz benötigen (und nein, das soll keine Grundsatzdiskussion über diese Fahrzeugtypen auslösen).

    Besser wäre es gewesen, im nördlichen Bereich der Sudermannstraße noch zwei oder drei zusätzliche Tiefgaragen zu bauen, eventuell mit einem darüber liegenden Garten für die Bewohner analog den südlichen Tiefgaragenn. So hätte man oberirdisch mehr Freiraum gewonnen. Das Parken auf dem zentralen Platz, gegenüber von Brückenhaus 1, sowie entlang der Sudermannstraße unter und zwischen den Brückenhäusern würde ich persönlich komplett verbieten.

    Auch die Fußwege sind viel zu schmal. Hier merkt man, dass das Quartier in seiner Gesamtstruktur deutlich stärker auf den Autoverkehr als auf den öffentlichen Nahverkehr oder den Radverkehr ausgerichtet ist.

    Fragt man die Bewohner mit Autos, dürften diese mit der Situation trotzdem zufrieden sein. In Frankfurt ist ausreichend Parkraum schließlich selten. Diese Gruppe wird also nichts zu beanstanden haben. Vielleicht lässt sich dennoch über gezielte Parkverbote in Zukunft etwas nachjustieren.

    Erschreckend fand ich, wie oft während meines Rundgangs viel zu schnell gefahren wurde, insbesondere auf der Stefan-Zweig-Straße (2 KiTas!) und der Sudermannstraße. Dort müssen viele Kinder die Straße queren, etwa wenn sie von Süden kommend zum Spielplatz hinter Verbinder 3 möchten. Hätte ich Kinder, ich würde sie dort nicht alleine gehen lassen. Die drei Stunden vor Ort haben dafür ausgereicht, um dies zu beurteilen. Dieses Problem hat zwar nichts mit Architektur zu tun, aber Raserei bleibt eine individuelle, unnötige und leider gefährliche Entscheidung.


    Grünflächen und Gestaltungselemente

    Was die Grünanlagen betrifft: Das Quartier ist schon jetzt erstaunlich grün und wird in den kommenden Jahren noch grüner. Daran habe ich nichts auszusetzen. Vor allem die Kombination aus vielen Bäumen, Pflanzen und dem schönen Klinkersockel fängt vieles auf, was an gestalterischen Schwächen sonst schneller auffallen würde.

    Zwei weitere Kritikpunkte

    Zum einen: Es gibt deutlich zu wenige Mülleimer. Die gesamte Platensiedlung wirkt dadurch stellenweise extrem verschmutzt. Müll liegt überall auf Straßen, Gehwegen und Grünflächen. Auf den hier gezeigten Bildern habe ich diese Missstände bewusst entfernt, um den Fokus auf die Architektur zu lenken. Aber vor Ort ist der Müll nicht zu übersehen.

    Zum anderen wird vielerorts Sperrmüll abgestellt. Teilweise sieht es so aus, als seien dafür eigene Flächen vorgesehen; diese sind aber nicht abgeschirmt oder irgendwie in das Gesamtbild eingebunden. Ein Zaun oder Sichtschutz fehlt völlig. Vielleicht zeige ich dazu noch unbearbeitete Bilder.

    Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gestaltung der Versorgungsbereiche, etwa die Abfalltonnen, Recyclingstationen und ähnliches. Diese sind immerhin fast durchgehend mit einem einfachen grauen Streckmetallzaun eingefasst. Auch hier gehe ich davon aus, dass es eine Kostenentscheidung war. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass man den Klinker als Gestaltungselement weitergeführt oder zumindest einen hochwertigeren Metallzaun in einer freundlicheren Farbe gewählt hätte.


    Noch ein Gedanke zur Gestaltung durch die Bewohner

    Bei den individuell gestalteten Balkonen wird es an manchen Stellen doch sehr bunt. Ich nehme an, dass man hier bewusst auf Regeln verzichtet hat. Persönlich hätte ich mir allerdings eine gewisse gestalterische Vorgabe bei den Farben gewünscht. Teilweise wirkt es sehr durcheinander. Auf der anderen Seite leben hier Menschen, und Eingriffe in die persönliche Freiheit der Gestaltung sind immer ein Balanceakt. Es ist also eher eine persönliche Präferenz von mir. Ich mag es optisch ruhig und stimmig, auch im öffentlichen Raum.

    Ein letzter Punkt, die soziale Durchmischung

    Die Stadt Frankfurt spricht von einer gelungenen sozialen Durchmischung in der Platensiedlung. Meiner Erfahrung nach ist das aktuell nicht ganz so ausgewogen, wie es kommuniziert wird. Ich schätze Vielfalt sehr, aber wie im echten Leben kann auch ein Übergewicht in eine Richtung problematisch werden. Daran sollte man noch arbeiten, etwa durch gezielte Vergabe von Wohnraum.


    Mein Fazit

    Trotz aller Kritikpunkte bleibt die Aufstockung der Platensiedlung ein Fortschritt gegenüber dem vorherigen Zustand. Und wir brauchen dringend mehr solcher Konversionsprojekte, besonders in Frankfurt, wo bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt und nachgefragt wird.

    Wenn man an ein paar Stellen feinjustiert, kann dieses Projekt nicht nur für Frankfurt, sondern auch für viele andere Städte in Deutschland und Europa ein echtes Vorbild sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (18. Mai 2025 um 22:45)

  • Danke für den umfangreichen Bericht. In der Summe ist die Nachverdichtung (und gestalterische Aufwertung) echt gelungen. Der durchgängige Backstein-Sockel ist nur ein kleines Designelement, hebt die Siedlung aber auf ein ganz anderes städtebauliches Niveau.

    Die einzigen Kritikpunkte, die ich habe, wurden von dir auch schon genannt:

    • Die aufgesetzten Geschosse könnten besser gestaltet sein.
    • Die "Parkplatz-Höfe" sind schlimm. Vielleicht wären Parkpaletten am Rand der Siedlung eine Option gewesen.