Paketposthalle und Umgebung 2×155m [in Planung]

  • Wenn ich so eine Riesenhalle samt Grundstück drumherum kaufe, sollte ich eigentlich schon vorher geklärt haben was ich damit mache.


    Ich gehe davon aus, dass die Büschl Gruppe hier auch ein tragfähiges Konzept hat, was nicht auf Spekulationen beruht. Ansonsten werden sie keine Bank gefunden haben, der ihnen den Deal finanziert.

  • Ich muss gestehen, dass ich Jai-C's Einschätzung durchaus plausibel finde, auch wenn ich gerne optimistischer wäre. Warum denn nicht das Grundstück samt Halle spekulativ kaufen? Natürlich ist das krass hoch spekuliert, aber in der aktuellen Marktlage muss das Cash ja auch irgendwo hin, bzw. müssen trotz Angebot nahe Null im Raum München auch dort geschäftliche Aktivitäten erfolgen. Die Büschl Gruppe ist nicht irgend ein Newcomer sondern kann Referenzen vorweisen, d.h. natürlich bekommen die das finanziert. Letztlich ist doch jede dieser Immobilientransaktionen zu einem gewissen Grad spekulativ. Büschl macht jetzt mal irgendwelche Pläne und versichert natürlich, dass bei allem die Stadt, die Öffentlichkeit, der Denkmalschutz und die kulturelle Nutzung im Vordergrund steht. Am Ende kann es dann aber ganz anders laufen, entweder sie bekommen irgendwie doch eine Abrissgenehmigung oder sie warten ein paar Jahre und verkaufen dann weiter (trotz Denkmalschutz, so wie es die Isaria gerade mit dem Siemens-Areal macht).

  • Zitat

    Wenn ich so eine Riesenhalle samt Grundstück drumherum kaufe, sollte ich eigentlich schon vorher geklärt haben was ich damit mache.


    Ich schätze, die Zeit hat heute kein Investor mehr in München. Ist ein Grundstück zum Verkauf - noch dazu ein derart großes und sichtbares - wird zugeschlagen, Hauptsache es ist erstmal im eigenen Portfolio gesichert.


    Was dann damit angefangen werden soll, kann hinterher immer noch diskutiert werden. Falls sich kein Verwendungszweck findet, ist das Geld, wie Iconic schon schrieb, immerhin spekulativ angelegt und das Areal kann mit Gewinn wieder verkauft werden.


    Ich will aber ebenso wenig wie du den Teufel an die Wand malen. Letztlich könnte sich eine sehr schöne Win-Win-Situation für alle Beteiligten ergeben: Die Stadt bewilligt hohes Baurecht drum herum, der Investor bespielt die Halle. Davon haben alle Bürger etwas und die Stadt muss das Denkmal nicht subventionieren.

  • Ich schätze, die Zeit hat heute kein Investor mehr in München. Ist ein Grundstück zum Verkauf - noch dazu ein derart großes und sichtbares - wird zugeschlagen, Hauptsache es ist erstmal im eigenen Portfolio gesichert.


    Das mag so sein wenn es um kleinere Grundstücke geht, aber hier reden wir von 100.000 qm und einen dreistelligen Millionenbetrag. So ein Grundstück kauft ein Investor nicht mal eben aus der Portokasse, dafür braucht er sehr viel Fremdkapital. Je besser sein Konzept ist, umso besser kann er sich verkaufen und dementsprechend mehr Kapital einsammeln.
    Ein Investor der keinen Peil hat was er mit der Halle anfangen will, was den Vermarktungswert des Grundstücks um schätzungsweise +/- 30% schwanken lässt, wird sicher kein die Banken überzeugendes Konzept vorlegen können bzw. nicht die maximale Geldmenge abrufen können. Somit habe ich starke Zweifel dass die Nutzung bzw. der Abriss der Halle nicht längst eingeplant sind.

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    Büschl zieht laut Pressemitteilung eine kulturelle Nutzung in Erwägung und möchte sich dazu mit der Stadt besprechen. Wie viele Gedanken sich der Investor dazu schon gemacht hat, wissen wir nicht. Ich kann mir zumindest nur schwerlich vorstellen, dass eine Bank die Kreditwürdigkeit höher bewertet, wenn er vorgibt, die denkmalgeschützte Halle könnte irgendwann mal abgerissen werden, als wenn der Käufer bisher nur ein sehr grobes Nutzungskonzept aufweisen kann. Für eine Halle dieser Ausmaße, stadt- und architekturhistorischer Bedeutung sind die rechtlichen und insbesondere auch politischen und öffentlichen Hürden für einen Abriss doch enorm. Daher denke ich, ist ein Abriss so gut wie ausgeschlossen.

  • Für eine Halle dieser Ausmaße, stadt- und architekturhistorischer Bedeutung sind die rechtlichen und insbesondere auch politischen und öffentlichen Hürden für einen Abriss doch enorm. Daher denke ich, ist ein Abriss so gut wie ausgeschlossen.


    Das ist ein Argument... es sei denn der Abriss ist schon längst beschlossene Sache (meine These). Diese Frage ist nicht nur im Interesse des Käufers, sondern auch des Verkäufers. Aber ich bewege mich hier in der Welt der Spekulation. Wir werden sehen was kommt und ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  • ^ Man sollte nicht vergessen, dass Denkmalschutz die Verhinderung des Abrisses und größerer Umbauten bedeutet, aber nicht automatisch, dass sämtliche Blickachsen ewig garantiert werden und kein Bauwerk der Umgebung den einen Bau überragen darf. Wenn darüber Ähnlichkeit mit CNIT in der Defense zitiert wird - dort wird in der Umgebung der Halle verdichtet und zwar reichlich hoch. Hier ist die S-Bahn-Haltestelle Hirschgarten nah, die City schnell erreicht - westlich vom Gelände wurde schon mal mit 8 bzw. gar 12 Geschossen gebaut. Hier könnte ich mir an ein paar Stellen noch mehr Höhe vorstellen und insgesamt Dichte mit vielen geschaffenen WE, was den Grundstückspreis finanzieren würde.


    Möglicherweise könnte der Investor mit der Stadt einen Deal aushandeln, zum welchen neben der Dichte auch kulturelle Nutzung eines Teils der Halle gehören würde - sonst könnte sie vielleicht zur Markthalle werden, wie der Investor ein Stadtteilzentrum ankündigt.


    Wenn es hier 10 Hektar Grund gibt, abzüglich der Halle vielleicht 7-8 Ha frei bebaubar - bei 200-250 WE/Ha käme man auf ca. 1500-2000 WE, die gebaut werden könnten. Vielleicht noch andere Nutzungen hier und da im EG, damit um die Halle keine reine Wohnsiedlung entsteht.

  • Alfred Dürr schreibt in der SZ zum Thema, dabei hat er auch neue Aussagen von Elisabeth Merk recherchiert.



    https://www.sueddeutsche.de/mu…mschbude-werden-1.4154665

  • "Die Hochhaus Studie demnächst in Auftrag geben?"


    Ich dachte die wäre schon im Frühjahr in Auftrag gegeben worden und im Herbst/Winter erstellt? Kann doch nich sein, oder?

  • Bei den schnellen Prozessen in der Stadt München wäre es auch verwunderlich wenn bis Jahresende eine solche Studie vorliegt. Das ist mal wieder typisch, es dauert immer ewig in dieser Stadt :Nieder:


    Die gute Nachricht für mich ist aber dass Frau Merk den Bezug zur Studie bereits zieht und nicht planlos über die ganze Stadt höhere Gebäude streuen möchte. Ich interpretiere ihre Aussage auch so, dass hier von richtigen Hochhäusern die Rede ist, nicht von 50m Stumpen (sonst wäre es wohl egal ob die Studie vorliegt oder nicht) :daumen:

  • ^^


    Die Studie wurde im März vom Stadtrat beschlossen. Ob sie schon durchgeführt wird, weiß ich auch nicht. Das ist herauszufinden:




    Ich hatte in Erinnerung, dass irgendwer hier einmal von Ergebnissen Mitte 2019 geschrieben hat. Das würde sich mit der obigen Meldung vom März decken.


    Letztlich sind die sechs Monate auch nicht entscheidend, BVK und ggf. Oberwiesenfeld scheinen auch ohne auszukommen. Der Flaschenhals sind eher die langen Zeiträume zur Baurechtschaffung oder Spekulationszeiten irgendwelcher Investoren. Wobei: In den nächsten OB-Wahlkampf sollte die Studie nicht unbedingt fallen, und der fängt wohl Ende 2019 an. Also Mitte 2019 sollten wir doch Ergebnisse haben.

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    Büschl plant mit Hochhäuser mit bis zu 100m. Wenn der Hochhausrahmenplan nächstes Jahr mehr als 100 m erlaubt auch mehr.


    Da die Sichtachse vom Schlossrondell einer der 2 grossen Aufhänger der Hochhauslkritiker beim Bürgerbegehren war, gebe ich Herrn Büschl schon mit 100m keine Chance.

  • Hoffentlich fängt man jetzt nicht an, wie vor 18 Jahren über das gesamte Stadtgebiet 100 Meter Türme zu planen.


    Gerade am jetzt völlig verkorksten Hirschgarten wären das vergeudete Aufwendungen. Der Bürgerprotest bzgl. Schloss Nymphenburg oder wohl auch besorgter Paketpost-Schützer wäre garantiert, da stimme ich LugPaj zu.


    Nein, es wäre geradezu eine Farce, jetzt nachdem vor Jahren das HH-Cluster an besagter Stelle in ein Meer aus Stumpen umgeplant wurde, auf die Idee zu kommen, hier doch 100 m oder sogar mehr zu planen.


    Also ich hoffe sehr, dass der Hochhausrahmenplan eben nicht den selben Fehler wie damals macht und nur maximal 2-3 (Cluster-)Standorte für 100 Meter + Hochhäuser zulässt.



    Davon abgesehen ist eine sehr schöne Nachricht, dass H&dM das Areal beplanen wollen :daumen:


    Sieben bis neun Jahre bis zur Vollendung halte ich übrigens bei einem Projekt dieser Komplexität und unter den heutigen Rahmenbedingungen für recht ambitioniert.


  • Aber das ganze wird sich wieder ziiiiieeeehn und am Ende in 08/15 umgeplant. Sorry, aber in München kann man nur noch Pessimist sein.


    Kann man tatsächlich nur noch...


    Sieht auch Herr Matzig von der SZ so:
    "...Aber das, was zuletzt um die Halle herum errichtet wurde an Wohnraumtristesse, lässt kaum vermuten, dass München hier etwas anderes sein will als die große Schwester von Poing."


    https://www.sueddeutsche.de/ku…st-zu-abwegig-1.4134660-2


    Hoffentlich fängt man jetzt nicht an, wie vor 18 Jahren über das gesamte Stadtgebiet 100 Meter Türme zu planen.


    Gerade am jetzt völlig verkorksten Hirschgarten wären das vergeudete Aufwendungen. Der Bürgerprotest bzgl. Schloss Nymphenburg oder wohl auch besorgter Paketpost-Schützer wäre garantiert, da stimme ich LugPaj zu.


    Nein, es wäre geradezu eine Farce, jetzt nachdem vor Jahren das HH-Cluster an besagter Stelle in ein Meer aus Stumpen umgeplant wurde, auf die Idee zu kommen, hier doch 100 m oder sogar mehr zu planen.


    Es wäre trotzdem wünschenswert, ein paar vertikale Punkte dort noch zu bekommen. Auch wenn es grotesk wirkt, direkt an den Gleisen die 50-Meter-Türmchen zu haben und dahinter dann richtige Hochhäuser. Aber ich meinte ja von Anfang an, dass hier ein historischer städtebaulicher Fehler begangen wurde.


    Wegen dem angesprochenen Bürgerprotest bzgl. Schloss Nymphenburg:
    Es ist schon seltsam. Wenn man aus dem Ruder gelaufene Politik in diesem Land kritisch betrachtet muss man schon existenzbedrohende Sanktionen befürchten, aber bei Themen wie Hochhäusern oder Rauchen in Boazn gewinnen immer die die am lautesten schreien aber nicht wirklich die besseren Argumente haben.


    In diesen Bereichen wäre ich klar für weniger Bürgerbeteiligung, da der breiten Masse einfach Fachwissen, Geschmack und Urteilsvermögen fehlt.


    Sieben bis neun Jahre bis zur Vollendung halte ich übrigens bei einem Projekt dieser Komplexität und unter den heutigen Rahmenbedingungen für recht ambitioniert.


    Vielleicht möchte man die gewaltigen Investitionssummen nicht so lange auf Eis liegen haben und kann auch etwas Druck ausüben. Über drei Jahrzehnte Planungs- und Bauzeit für den letztlich lieblosen uninspirierten Arnulfpark sollten eine Mahnung sein.

  • Zitat

    Sieht auch Herr Matzig von der SZ so:


    Der Artikel ist vom September, also von vor den nun bekannt gewordenen Plänen des neuen Eigentümers...


    Zitat

    Es wäre trotzdem wünschenswert, ein paar vertikale Punkte dort noch zu bekommen.


    Meiner Meinung nach eben nicht. 100 Meter und mehr sollten lieber südlich der Gleise auf dem heute noch von Baumärkten besetzten Dreieck zwischen S7 / Stammstrecke entstehen.

  • Nein, es wäre geradezu eine Farce, jetzt nachdem vor Jahren das HH-Cluster an besagter Stelle in ein Meer aus Stumpen umgeplant wurde, auf die Idee zu kommen, hier doch 100 m oder sogar mehr zu planen.


    Das kann ich mir auch nur sehr schwer vorstellen. Die Sichtbarkeit, der ursprünglich bis 120m hoch geplanten Gebäude am Hirschgarten, vom Nymphenburger Schlossrondell war damals eines der Hauptargumente des Bürgerbegehrens. Ich glaube nicht dass man jetzt davon komplett abrückt und an nahezu gleicher Stelle plötzlich wieder so hohe Gebäude zulässt. Meines Erachtens können die Gebäude darum nicht viel höher als die bestehenden werden, alles andere wird mit ziemlicher Sicherheit auf Widerstand stoßen. Meine Einschätzung: Vielleicht sind Gebäudehöhen bis 80m durchsetzbar, mehr wohl eher nicht.


    Das Gelände südlich der Landsbergerstraße würde sich tatsächlich gut für höhere Gebäude eignen. Allerdings ist der Bestand größtenteils recht neu. Darum halte ich es für unwahrscheinlich dass sich dort in absehbarer Zeit etwas tut. Allenfalls das (kleine) Grundstück mit dem baufälligen Gebäude in dem sich die Nachtgalerie befindet könnte eine Neubebauung vertragen.

  • Die Sichtbarkeit von Hochhäusern macht in München generell Probleme.


    Das wär doch ein interessantes Betätigungsfeld für die Gartenbauer, die doch hier sehr kompetent sind (?).
    Hinter den Bauten des Schlossrondells hochwachsende Bäume so zu plazieren,
    dass sie die neuen Gebäude möglichst verdecken.