Neuer Bahnhof Altona am Diebsteich

  • Richtig… wenn man mit der S-Bahn Richtung Langenfelde fährt, sieht man auch noch weitere alte "Bahnbauteile", die andeuten, was das früher mal war. Wenn ich mich nicht täusche, gibts da auch noch alte Masten für die Oberleitung im "Teich" ;)

  • Oben links auf der Karte sichtbar. Aus dem speiste sich mal der Isebek-Kanal. Praktisch direkt an der Pinneberger Chaussee (heute Kieler Straße), in etwa da, wo heute der Sportplatz/Arbeitsamt ist – die leichte Kurve der Straße von damals um den Teich gibts bis heute :D


    Muss wohl so um 1910 trockengelegt worden sein, denn dann entstand dort der Lunapark, tolle Bilder von damals.


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    Sorry für den kleinen Exkurs :D:D

  • Der neue Fernbahnhof Hamburg-Altona soll (laut einigen Zeitungsberichten ueberraschend ein 20-stöckiges Hochhaus bekommen). Nach Informationen von NDR 90,3 will die Stadt am Diebsteich einen mindestens 70 Meter hohen Turm mit Hotel und Bueros bauen.


    Im Stadtplanungsausschuss Altona gab es Mittwochabend Kritik aus allen Parteien.


    Das ist doppelt merkwuerdig:


    > Erstens ist das nicht neu. Der Plan am neuen Diebsteich-Bahn ein (moderates) Hochaus zu bauen ist schon seit Jahren eine von mehreren Optionen. Vor allem, weil man ueber einen Kombi-Deal nachdenkt, bei dem der selbe Investor das Buerohaus und den Bahnhof bauen koennte. Einnahmen aus dem Hochhaus sollten eine bessere / hochwerigere Ausstattung des Bahnhofes quersubventionieren.


    > Zweitens: Wo ist das Problem? Die selben Leute die sich beschweren, dass Diebsteich angeblich mitten im Nirgendwo laege, die behaupten nun, dass dort ein Hochhaus stoeren wuerde - wie passt das zusammen?


    Ich faende es gut, den Standort des Bahnhofes auch mit einem Hochhaus im Stadtbild zu markieren.

  • Definitiv! Das ist diese reflexhafte Hamburger Reserviertheit gegenüber Hochhäusern. Als nächstes wird von der Kirchturmkulisse gefaselt. Ich finde, das gilt nur innerhalb des alten Wallrings.

  • "Ein 20-stöckiges Hochhaus passt überhaupt nicht in die Umgebung von Friedhöfen und Sportplätzen."


    Hä? Und warum nicht? Das entzueht sich wirklich meinem Verständnis.

  • Warum sollte man den neuen Standort des Fernbahnhofs Altona eigentlich nicht mit einem Hochhaus markieren? An der Ost-Seite bietet sich das mit den auszubauenden Zufahrtsstraßen an. An der S-Bahn-Station Langenfelde weiter nördlich befinden sich bereits Wohnhochhäuser.


    Es kommt letztendlich darauf an, dass ein stimmiger Entwurf ausgewählt wird.

  • Als Kompromiss zwischen einer richtigen Bahnhofshalle, die die DB nicht bezahlen will, und einer simplen Bahnsteigueberdachung, koennte ich mir nebenbei eine Loesung wie in Duisburg vorstellen.


    Siehe hier (pdf)


    Dort wird grade mit dem Neubau begonnen

  • Komme grade von dieser Veranstaltung. Recht interessant und insgesamt recht zivilisert. Auch wenn die Ich-bin-gegen-Alles-Fraktion sich teilweise nicht an die Spielregeln gehalten hat: Im B-Plan Verfahren geht es ja bekanntlich um das 'wie' der Bahnhofsgestaltung und nicht um das 'ob' der Bahnhofsverlegung. Das wurde leider von einigen ignoriert, die steif und fest der Ansicht waren, sie muessten jetzt noch die Verlegung an sich torpedieren. Dabei ist die laengst beschlossene Sache.


    Joern Walter trommelte weiter eifrig fuer eine grosse Loesung, waehrend die DBAG versucht, sich mit drei Fahrkartenautomaten, einem kleinen Zweckbau und ein paar Metern Bahnsteig-Blechdach Typ Zwiesel aus der Affaere zu ziehen.


    Wie immer gab es auch reichlich dumme und geschmacklose Beitrage. Eine Buergerin war tatsaechlich der Ansicht ein Hochhaus (70m) am Diebsteich wuerde nicht in Frage kommen, schliesslich wollten ja schon die Nazis Hochhaeuser in Altona bauen, und wer will schon ein Nazi-Haus... :nono:


    Walter sagte allerdings auch, dass er insgesamt schwierig waere im Planfeststellungsverfahren viel Einfluss aus die DB und das EBA (als zustaendige Genehmigungsbehoerde) zu nehmen. Letztendlich sind die nur zu einer Minimalloesung verplichtet und mann kann sie kaum 'zwingen' mehr zu machen - es sei denn man findet einen Win-Win-Deal oder man uebernimmt Teilleistungen des Bahnhofsneubaus als Stadt selbst, was dann allerdings ggf Geld kostet.

  • Ich bin der Meinung, dass es gelingen kann, für den Bau eines angemessenen Fernbahnhofs im aufstrebenden Hamburger Westen einen Investor zu finden.


    Dieser hat schließlich die Aussicht, mit der Vermietung einer Ladenzeile und eines Hochhauses seine Investition wieder reinzuholen.

  • ^^


    Den Bahnhof, also den verkehrlich-betrieblich notwendigen Teil (Gleise, Bahnsteige, Bahnsteigdaecher, Zugaenge, etc), muss die DBAG (DB Netz) bauen. Genaugenommen its der Bahnhof selbst auch nicht Teil des B-Plan Verfahrens, sondern der Planfeststellung. Natuerlich sind die Grenzen zwischen Bahnhof und Bahnhofsumfeld recht fliessend.


    Die Stadt ueberlegt, die DBAG vom Bau eines Bahnhofsgebauedes (zu dem die Bahn verpflichtet ist) zu entbinden, wenn die Bahn dafuer im Gegenzu gewisse andere Zugestaendnisse machen wuerde. Zum Beispiel umfangreichere Ueberdachung der Bahnsteige, zuseaetziche, bislang offiziell nicht vorgesehene Zugaenge am Suedende der Bahnsteige, etc.


    Die Stadt wuerde dann wiederum veruschen das Bahnhofsgebauede von einem Investor bauen zu lassen. Je mehr man diesem im Zuge dessen ermoeglicht - Buerohaus, Umfeldbebauung, Ladenflaeche -desto geringer wird natuerlich die 'Zuzahlung' der Stadt fuer das Empfangsgebaeude. Noch ist diesbezueglich keinerlei Entscheidung gefallen.


    Pikantes Detail am Rande: Die OeBB (Oesterreichische Bundesbahnen) lassen sich im Planungsprozess anwaltlich vertreten, weil sie befuerchten, dass de DB sie wettbewerbstechnisch ausbooten will. Die OeBB will gern langfristig Nachtzuege und Autozuege ab Hamburg betreiben (Konzept wird Freitag vorgestellt), jedoch bietet der neue Bahnhof im Gegensatz zum heutigen keine Moeglichkeit zur PKW-Verladung mehr.

  • Das Internet-Portal "NahverkehrHamburg" hat eine Ortsbesichtigung am Diebsteich durchgeführt und mit der aktuellen Planung abgeglichen.


    Vor dem Haupteingang des neuen Bahnhof Altona sind 20 Parkplätze vorgesehen, des weiteren sieben Taxi-Stände, 50 Fahrradabstellplätze und zwei Bushaltestellen.


    Es soll eine direkte Busanbindung mit den Stadtteilen Schnelsen und Eidelstedt, Bahrenfeld und Othmarschen sowie Eimsbüttel erfolgen. Außerdem soll zwischen dem bisherigen Bahnhof Altona und dem neuen Bahnhof zusätzlich zur S-Bahn eine Busverbindung eingerichtet werden, die über den neuen Stadtteil Altona Mitte geführt wird.


    "NahverkehrHamburg" glaubt, dass ein großzügiger Baukomplex ohne Abriss von Gebäuden in der Umgebung kaum möglich ist. Ein 20-stöckiger Hochhausentwurf der Stadtentwicklungsbehörde wurde in der Bezirksversammlung Altona bereits von allen Fraktionen abgelehnt.


    Im Sommer 2018 soll der Baustart sein. Ende 2023 soll der Betrieb aufgenommen werden.


    Quelle: http://www.nahverkehrhamburg.d…of-altona-entstehen-7326/