Rekonstruktion des Pellerhauses vorgeschlagen

  • Mendelbruder : In der Tat, diese geradezu hymnische Schwärmerei liest sich schon sehr eigenartig, wenn man dann das trostlose Photo vom "Schmuckhof" sieht. Wäre das jetzt eine Fertigungshalle, würde ich ja nichts sagen. Aber einen Hof, den in den letzten 30 Jahren vermutlich 25 Personen wegen seiner Aufenthaltsqualität zum Müßiggang oder zur eigenen Delectatio genutzt haben, derartig zu feiern, ist ja schlichtweg absurd. Die Realität spricht hier das Urteil. Oftmals kommt es mir so vor, dass die Wirtschaftswundergeneration einfach auf Biegen und Brechen ihre eigenen Hinterlassenschaften schützen und perpetuieren will.


    Natürlich gibt es auch tolle, begeisternde Architektur aus den 1950er bis 1970er Jahren. Der Pellerhaus-Pfropfen und der "Schmuckhof" gehören aber nicht dazu.

  • Bemerkenswert an diesem Aufsatz ist doch, dass ich als Betrachter von den genannten "Qualitäten" des Hofes lediglich den schachbrettartig gestalteten Boden gesehen habe. Die anderen beschriebenen Details erkennt man erst wenn man darauf hingewiesen wird, sie sind also nicht für sich sprechend. Man könnte auch sagen diese Architektur ist alles andere als selbsterklärend bzw. "niederschwellig" wie man heute sagt, sie bedarf also ausführlicher Erläuterung. Den restaurierten Pellerhof muss man nicht erklären, seine gestalterische Qualität ist offensichtlich. Und wer doch eine Führung macht taucht tief ein in das, was ohnehin schon besticht.


    Zudem ist anzumerken, dass die Bauteile des Imhoffhauses zweifellos jene sind, die im Rahmen des Nachkriegswiederaufbaus eine gewisse Qualität mitbringen weil sie ausbaufähig sind. Der "Bücherturm" des Pellerhauses ist das nicht und reduziert damit das Potenzial dieses Komplexes. Immerhin, wenn man endlich die Rekonstrution des Pellerhauses wagen würde, bliebe all das hochgelobte im Imhoffhaus davon unberührt, also auch o.g. Hof. Ein durchaus reizvoller Gedanke.

  • Immerhin, wenn man endlich die Rekonstrution des Pellerhauses wagen würde, bliebe all das hochgelobte im Imhoffhaus davon unberührt, also auch o.g. Hof. Ein durchaus reizvoller Gedanke.


    Das wäre ein "Handel", auf den ich mich auch sofort einlassen würde. ;)

  • Altstadtfreunde: Plane vor das Pellerhaus

    Wie der Marktspiegel berichtet, fordern die Altstadtfreunde gemeinsam mit der CSU-Stadtratsfraktion von der Stadtverwaltung die Erlaubnis, die heutige Pellerhausfassade mit einer Visualisierung der historischen Fassade verhüllen zu dürfen:


    https://www.marktspiegel.de/nu…nde-nuernberg-d34726.html


    Super geniale Idee! Damit könnte man ersteinmal für gewisse Zeit den umwerfenden Eindruck, den der Hof jetzt schon im unfertgen Zustand macht, komplettieren. Über den Egidienplatz kommend bekäme der betrachte einen Eindruck davon, die eine rekonstruierte Fassade aussehen könnte und auf den gesamten Platz wirken würde. In diesen Platz will die Stadt ja eh langfristig investieren und ihn aufwerten. Die perfekte Einladung den fertigen Hof zu besichtigen, den man durch die nach dem Krieg wiederhergestellte Halle betritt, die durch die Patina der mittlerweile ca 65 vergangenen Jahre wie original wirkt.



    Für das Ziel, die Originalfassade wieder aufzubauen, für die der Steuerzahler keinene inzigen Euro extra zahlen müsste, ist das natürlich ein Riesenschritt. Kein Bürgerentscheid, kein verschwurbeltes Gutachten, sondern ein plastisch-visueller Entweder-Oder-Vergleich soll die Entscheidung erleichtern: Wenn die Aktion nicht angenommen wird, würden die Altstadtfreunde die Diskussion um eine Pellerhausreko begraben. Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde im Marktspiegel hierzu:

    "Lassen Sie uns für einige Wochen eine Plane mit dem Bild des alten Hauses in der Größe eins zu eins vor das Haus stellen. Das wird nicht billig, aber die Sponsoren stehen bereit und die Finanzierung ist gesichert. Sollten wir dann überwiegende Ablehnung ernten, werden wir alle Träume vom alten Pellerhaus begraben.“

    Quelle: Marktspiegel.de, 19.07.2018

  • Coup der Altstadtfreunde beim Pellerhaus


    Ansichtskarte von 1904, Privatsammlung


    Die Rekonstruktion des Pellerhauses steht, zumindest finanziell. Aber die Rekonstruktion ist weder politisch gewollt noch genehmigt. Aber im Einzelnen:


    Wie die NZ (Printausgabe) heute auf der Titelseite teasert, wird die Diskussion um die Rekonstruktion des Pellerhauses von den Altstadtfreunden Nürnberg neu angestoßen. Bereits vor Monaten hatten die Altstadtfreunde angekündigt, dass sie die Kosten der zu rekonstruierenden Sandsteinfassade tragen würden und der Stadt so Millionenausgaben erspart blieben. Danach wurde gefordert, dass man die Bürger in die aus meiner Sicht bislang eher elfenbeinturmartige Diskussion einbeziehen solle und schlug die Verhüllung der Fassade mit einer Plane vor, die die alte Fassade zeigt. Dieser Vorschlag wird zwar von Teilen der Nürnberger CSU unterstützt, ist aber soweit ich mitbekommen habe noch nicht ausdiskutiert und entschieden. Wahrscheinlich setzen sich hier die Rekonstruktionsgegener mit dem Argument durch, dass der jetzige Pellerhaus-Ersatzbau so für seinen Abriss werben würde. Eine sehr interessante Sichtweise die erahnen lässt, das selbst Gegner des historischen Baus von dem heutigen Bau wenig überzeugt sind.


    Und heute in der Presse dann das: Die Altstadtfreunde bieten der Stadt an, die komplette Rekonstruktion des Vorderhauses zu übernehmen, also - wenn ich das richtig verstanden habe - Vorderfassade, Rückfassade zum Hof sowie das Innere. Ich denke dass man hier an eine Qualität denkt, die bereits der Hof aufweist und vielleicht potenziell geeignet wäre, die an verschiedenen Stellen in der Stadt verteilten Fragmente der originalen Innenausstattung wieder herzubringen. Mich hatte das als Neunürnberger immer sehr irritiert, dass man im Fembohaus Innenausstattungen sieht, die dort gar nicht hingehören. Aber das ist ein andres Thema. Zusätzlich wird angeboten, das links daneben gestandene schwarze Pellerhaus wieder aufzubauen! Das allerdings nicht zwingend als Rekonstruktion, sondern auch als modern-angepasster Bau, der der Erschließung des Pellerhauses dienlich sein würde, z.B. mit Aufzug und weiteren Treppen usw.


    Jetzt könnte man reflexartig denken, ja sind die denn völlig verrückt geworden? Sicher, das Programm ist sportlich und finanziell extrem herausfordernd. Aber wenn hier jemand in Nürnberg Erfahrungen mit solchen Projekten hat, dann die Altstadtfreunde mit dem Pellerhof. Ohne jegliche Unterstützung von öffentlicher Hand steht der Hof nun und hat der Stadt keinen Cent gekostet. Was für eine ehrenamtliche Leistung! Das scheint auch die Verantwortlichen bei der Stadt zu beeindrucken, denn wie wir hier im Mai schoneinmal diskutiert haben, erwägt man auch das Pilatushaus den Altstadtfreunden zu überantworten (NN, Diskussion hier). Das ist schon vielsagend: Die Stadt will das Geld für das Vorzeigehaus Nr. 1 (geschätzt bis zu 5 Mio) nicht in die Hand nehmen, wobei auch noch gefragter Wohnraum entstehen würde, aber dieselbe Stadt doktert an einem abenteuerlichen Nutzungskonzept herum, mit dem man den Pellerhaus-Ersatzbau als Spielehaus wiederbeleben möchte (geschätzt bis zu 25 Mio). Dabei wird in den Diskussionen stets deutlich, dass man eigentlich nur die schönen Räume des Imhoffhauses nebenan im Blick hat. Im heutigen Zeitungsartikel wird nun auch endlich deutlicher herausgearbeitet, dass die Rekonstruktionbefürworter das 50'er Jahre-Imhoffhaus mit dem schönen Treppenhaus und dem wunderbaren Lesesaal nicht antasten wollen. Unterm Strich also zeigt sich, dass man die Altstadtfreunde als wichtigen Ansprechpartner wahrnimmt und ihnen zutraut, sich verantwortungsvoll um die historische Altstadt zu kümmern, wo der Stadt die Puste ausgeht.



    Simulation: Theo Noll


    Zuletzt fand ich noch eine kurze Abhandlung zur Rekonstruktion von Pablo de la Riestra auf der Website von Theo Noll, in der die verunglückte Argumentation der Denkmalschützer zum angeblich unterdurchschnittlichen Pellerhaus glänzend wiederlegt wird:


    http://www.theo-noll.de/biogra…7br1qoUL29YcUods3atvEhi7A


    Da fragt man sich tatsächlich, wie man am maroden Pellerhaus-Ersatzbau wird festhalten können.

  • nothor : Danke für die Gegenüberstellung von Bestand und Simulation! Da sieht man meines Erachtens schöm, wie das bestehende, aus meiner Sicht hochwertige Ensemble durch einen Nachbau der vergangenen Pellerhausfassade zerstört würde. Ich finde die Simulation eher abschreckend als glücksverheißend...

  • @ bauigel: Siehst du, ich nehme das umgekehrt wahr, ich sehe dass der Platzrahmen so besser funktioniert, das Zusammenspiel mit den Türmen der barocken Egidienkirche ist wieder da, sowie der obere Abschluss des aufsteigenden, dreieckig angelegten Platzes ist wieder vorhanden. Die quadratische Fassade des heutigen Baus fügt sich eher nicht gut ein.


    Aber um hier eine Diskussion zu führen wollen die Altstadtfreunde ja die Planen anbringen. So würde sich das lösen von diesen lediglich kleinformatigen Visualisierungen mit nicht veränderbaren Blickwinkel und vielleicht nicht wirklichkeitsnahen Kontrasten und Schattierungen. Aber ich wäre überrascht, wenn man dann sähe dass das Pellerhaus, das dort 350 Jahre stand, nicht gut auf den Platz wirken würde.

  • Das Pellerhaus wäre/hätte ohne zweifel eine wunderschön Fassade.


    Wenn man sich aber den Platz anschaut, so spielen die Häuser und die Fassaden viel mehr mit den jetzigen Bau, auf meiner Meinung sehr tiefen Niveau.


    Und trotzdem wäre ich für eine Rekonstruktion, da schönes schönes anzieht. Wahrscheinlich wird es sehr lange dauern, aber es wäre nicht zu unseren Schaden...

  • Ich bin kein Nürnberger, aber der Pellerhof ist überregional faszinierend. Ein wunderbarer Renaissance-Innenhof, den man so in Deutschland kaum findet. Ich habe spontan den Altstadtfreunden gespendet und bin da jetzt Mitglied.
    Man erhält dann ein Büchlein, einen Jahresbericht, der auf hohem Niveau die Rekonstruktionen von Nürnberger Häusern beschreibt. Die Spende lohnt sich auch deshalb.
    Mir ist unverständlich, dass die Nürnberger Stadtspitze die Chance zur Rekonstruktion der Vorderfassade nicht ergreift. In Frankfurt war der damalige Oberbürgermeister auch gegen die Rekonstruktion des Dom-Römer-Viertels, inzwischen hat er seine Meinung geändert.

  • Mir ist unverständlich, dass die Nürnberger Stadtspitze die Chance zur Rekonstruktion der Vorderfassade nicht ergreift.


    ...vielleicht, weil die Nürnberger Stadtspitze den Denkmalschutz ernst nimmt? Könnte doch sein, oder? :cool:

  • bauigel: Streng genommen ist das natürlich richtig, die Stadt Nürnberg ist verantwortlich für den Schutz im Sinne des Denkmalschutzgesetzes. Deswegen ist ein Schlüssel für den Wiederaufbau des Pellerhauses den Denkmalschutzstatus zu überwinden.


    Spannenderweise gibt es in Nürnberg durchaus Beispiele, in denen Denkmale abgebrochen worden sind, z.B. das Milchhofgelände, das Verwaltungsgebäude des Großkraftwerks Franken, oder das Bahnverwaltungsgebäude, nur um einige Abbrüche aus jüngerer Zeit zu nennen die ich selbst mitbekommen habe.
    Und hier ging es garnichtmal darum, dass eine Initiative eine Ikone der Baukunst rekonstruieren wollte, sondern oft wurden einfach nur Parkplätze eingerichtet. Gemäß dem Grundsatz "keine Gleichheit im Unrecht" kann das keine Abrissgenehmigung erzeugen, aber erklären muss man es den Altstadtfreunden trotzdem erstmal, wieso man ein Denkmal abreißen darf um einen Parkplatz einzurichten, aber nicht, wenn man stattdessen ein wesentlich bedeutenderes Bauwerk nach alten Plänen wieder errichten möchte. Mindestens die Diskussion darüber ist erforderlich.


    Ich glaube schon, dass es in Nürnberg wieder mal zu Fällen kommen wird, wo einem Denkmal der Status als Denkmal aberkannt werden wird. Das ist in der Praxis garnicht mal so selten, z.B. weil es irgendwie dann doch kunsthistorisch nicht so wertvoll ist, oder weil die Denkmalschützer gesehen haben dass daran zwischenzeitlich viel verändert wurde. Oder eben auch, weil es wirtschaftlichen Interessen im Wege steht oder die Erhaltung zu teuer ist. Letztlich lassen sich diese Praktiken auch auf den Bücherturm des Pellerhauses beziehen. Oder warum gerade hier nicht?

  • Ich oute mich erneut als Rekonstruktionsbefürworter beim Pellerhaus. Und ich denke die Chancen stehen da auch gar nicht schlecht.


    Was den Abriss von Denkmälern betrifft: Die Beispiele von nothor waren allesamt nicht in städtischem Besitz und standen meist einer angekündigten privatwirtschaftlichen Investion im Wege.
    Was diese Bauten aber mit dem Pellerhaus gemeinsam hatten: Es hieß stets das eine wirtschaftliche Sanierung nicht möglich sei und die Gebäude modernen Nutzungsanforderungen nicht mehr genügen würden.
    Natürlich muss die Stadt streng genommen mit ihren eigenen Denkmälern besonders vorsichtig umgehen, den es handelt sich um den Besitz der Bürger. Im Falle des Volksbades wurde immerhin über 20 Jahre diskutiert bevor man zu einer Lösung kam.


    Daher kommt es jetzt sehr auf einen nachvollziehbaren öffentlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess an der nicht nur von Politikern und Amtsträgern geführt wird.

    Meine Argumentationslinie sähe wie folgt aus:

    • Eine denkmalgerechte Sanierung des Bestands kostet die Stadt Nürnberg die Summe X. Eine anschließende Nutzung des Pellerhauses ist aufgrund des Gebäudecharakters und heutiger Vorschriften als Lager möglich, lediglich das 1. Obergeschoss kann über das Imhoffhaus erschlossen und mitgenutzt werden. (sehr hohe Kosten für öffentlichen Haushalt, kein echter Nutzen)
    • Ein Neubau mit anschließender, denkmalgerechter Rekonstruktion der Fassaden im Stil der 1950er Jahre kostet die Stadt Nürnberg die Summe X. Eine flexible öffentliche Nutzung wäre dann möglich. Die Fensteraufteilung der Fassade führt zu einer Zusammenlegung bisheriger Archivgeschosse mit dem Ziel nutzbare Raumhöhen zu erreichen (hohe Kosten für öffentlichen Haushalt, Verlust Denkmalstatus, geringer Nutzen)
    • Ein Neubau mit denkmalgerechter Rekonstruktion der Fassaden im Stil des ursprünglichen Pellerhauses kostet die Stadt Nürnberg die Summe X, davon entfallen die Summen X für den städtischen Haushalt und X auf die Altstadtfreunde. Eine flexible öffentliche Nutzung wäre dann möglich. Die Rekonstruktion ermöglicht die Verbindung der Räume mit dem fertiggestellten Innenhof. (geringe Kosten für öffentlichen Haushalt, Verlust Denkmalstatus, hoher Nutzen)


    Durch Verschränkung der Pellerhaus- mit der Pilatushaus-Frage könnte sich noch mehr erreichen lassen. Schließlich „spart“ ein Engagement der Altstadfreunde hier dem öffentlichen Haushalt weitere Millionen.


    d.


  • Ak aus Privatsammlung


    Dann hoffen wir mal auf weiter gute Nachrichten für den Egidienplatz und die Rekonstruktion des Pellerhauses zum neuen Jahr!


    Das letzte Puzzleteil für die Aufwertung des Platzes fand am Fuß des Platzes statt, wo man die Altglas- und Müllcontrainer entfernt hat und das Kunstwerk "Das schlafende Nashorn" installierte:



    Die Nashornplastik an sich finde ich gar nicht schlecht, sie gefällt mir schon sehr:




    Aber die Präsentation ist nicht so überzeugend finde ich. Das ist eher nach dem Motto "Ist das Kunst oder kann das Weg", denn die Plastik ist ja auch noch aus Kunststoff. Heute war ich wieder vor Ort um zu sehen wie es ausschaut. Noch sieht es gut aus, es ist nicht beschmiert würden, die Ohren sind noch dran usw... Ich hätte eher befürchtet dass es Randalierern zum Opfer fallen könnte.


    Und im Hintergrund das architektonisch verunglückte Pellerhaus, dass ich wie ein Fanal wahrnehme. Wie soll sich der Platz mit diesem Lagerhaus an dessen wichtigster Stelle entwickeln können?

  • Und los geht es, zum neuen Jahr wiedereinmal eine Umfrage in der NN-Online:


    http://www.nordbayern.de/regio…n-1.8469075?searched=true


    Langfristig soll wohl damit abgetastet werden, inwieweit eine Bürgerbefragung hier Klarheit schaffen könnte. Da 2020 wieder Kommunalwahlen anstehen wäre das ein guter Zeitpunkt dafür.


    Leider ist der Text ziemlich knapp und informiert jene, die sich mit dem Thema nicht befassen, nur mangelhaft. Es entsteht z.B. der Eindruck, als würde die Rekonstruktion des Pellerhauses den gesamten Gebäudekomplex vernichten, was natürlich nicht stimmt. Genauer gesagt muss man erkennen, dass bei einer Rekonstruktion des Pellerhauses wohl genau so viel vom heutigen Denkmalkomplex bestehend aus Pellerhaus und Imhoffhaus-Neubau erhalten bliebe als wenn man das jetzige Gebäude sanieren würde - bis auf die Mayersche Lagerhausfassade. Denn es wird halt auch verschwiegen, dass eine Sanierung des heutigen Pellerhaus-Imhoffhaus-Komplexes gerade beim Pellerhaus kaum etwas so bliebe wie es heute ist und der Denkmalwert stark beeinträchtigt würde. Es fehlen Fluchtwege, Deckenhöhen und technische Erschließungen. Würde man das alles ein- und anfügen, bliebe nur noch eine Fassade der 50'er Jahre übrig, die wäre dann wohl weniger authentisch als ein rekonstruiertes Pellerhaus in der Qualität, wie es die Altstadtfreunde i.d.R. abliefern.


    Am Egidienplatz gibt es heute noch das Tucherpalais, das Melanchtongymnasium und die Egidienkirche als kunsthistorische Dominanten am Platz. Zu behaupten, ein rekonstruiertes Pellerhaus würde hier nicht hinpassen weil alles 50'er Jahre sei ist natürlich auch Quatsch.


    Wer sich für das Thema interessiert und die Altstadtfreunde unterstützen möchte, sowie ebenso viele Handwerkerinnen und Handwerker, die Nürnberg mit ihrer traditionellen Arbeit so einzigartig machen (Steinmetze, Spengler, Tischler, Fassadenmaler, Fensterbauer etc.) der möge einen Leserbrief schreiben und sich für eine Rekonstruktion aussprechen:


    nn-leserbriefe@pressenetz.de

  • ...


    Wer sich für das Thema interessiert und die Altstadtfreunde unterstützen möchte, sowie ebenso viele Handwerkerinnen und Handwerker, die Nürnberg mit ihrer traditionellen Arbeit so einzigartig machen (Steinmetze, Spengler, Tischler, Fassadenmaler, Fensterbauer etc.) der möge einen Leserbrief schreiben und sich für eine Rekonstruktion aussprechen:


    nn-leserbriefe@pressenetz.de


    Erledigt. :lach:

  • NZ-Dialogveranstaltung am 12. März geplant


    Quelle: Altstadtfreunde Nürnberg, Visalisierung: Theo Noll


    Wie die NZ heute titelt, soll es am 12. März eine von ihr organisierte Dialogveranstaltung geben, um die Rekonstruktion des Renaissance-Pellerhauses zu diskutieren. Im Raum steht ja immernoch der Vorschlag der Altstadtfreunde, mit der Transparent-Vorhanglösung in die Öffentliche Diskussion zu gehen und das Thema so zu ent-theoretisieren. Dieser Vorschlag wird vom Bürgermeister jedoch abgelehnt und entsprechend verschleppt, sprich es gibt noch keinen Termin, zu dem der Vorschlag im Stadtrat diskutiert werden könnte. Taschenspielertricks.


    Als Diskutanten sind für die Altstadtfreunde deren Vorsitzender, Hr. Enderle vorgesehen, seinen Standpunkt kennt man. Von der Stadtverwaltung kommt der parteilose (!!!) Baureferent Daniel Ulrich, der sich als Kritiker des Rekonstruktionsvorhabens bereits mehrfach geäußert hat. Weiterhin kommen mit Hrn. Stephan Sohr und Hrn. Dr. André Fischer die Chefredakteure der Nürnberger Zeitung. Ihre Standpunkte kenne ich nicht wirklich, ich hoffe mal dass es keine einseitige 3 : 1 - Diskussion wird, das wäre dann noch unterhalb des Niveaus der Nachmittagstalkshows aus den 1990'ern.



    Die Veranstaltung wird in der Scharrer-Schule stattfinden, das ist die Betonbrutalismusschule hinter dem Pellerhof, am 12. März um 19:00 Uhr, Eintritt 12 EUR, mit Abonnentenkarte 8 EUR.

  • Die Veranstaltung wird in der Scharrer-Schule stattfinden, das ist die Betonbrutalismusschule hinter dem Pellerhof, am 12. März um 19:00 Uhr, Eintritt 12 EUR, mit Abonnentenkarte 8 EUR.


    Kurzes "Meyerhaus"-Off-Topic: Brutalismus ist wirklich ein sehr treffender Begriff für diesen Architekturstil. Über Schönheit und Geschmack lässt sich zwar immer streiten. Aber dass man ausgerechnet Kinder und Jugendliche in der prägendsten Zeit ihres Lebens in so ein deprimierend-abweisend-hartes Gebäude pfercht, ist schon ein echter "Kopfschüttler".

  • Naja soweit würde ich nicht gehen, könnte nämlich sein dass den Schülern die Schule durchaus gefällt. Brutalismus bezieht sich halt auf das Äußere, das man eigentlich in der Altstadt so nicht dulden sollte. Was für eine Altstadt soll das sein, in der die öffentliche Hand so ein Gebäude hinstellt.