Dresdner Wasserläufe

  • Dresdner Wasserläufe

    In einem weiteren Strang möchte ich mich zukünftig in unregelmäßigen Abständen den mehr oder weniger bekannten Wasserläufen abseits der Elbe widmen, die im städtebaulichen Gepräge Dresdens dennoch ihre Spuren hinterlassen haben. Dabei sollen neben den noch immer präsenten Bächen und Flüssen im Stadtgebiet auch solche eine Betrachtung erfahren, die heute entweder weitgehend verrohrt unter der Stadt hindurchführen, wie der Kaitzbach, oder als Gewässer gänzlich verschwunden sind, wie der Weißeritzmühlgraben und der Unterlauf der Vereinigten Weißeritz in der Friedrichstadt sowie die zahlreichen Altelbarme besonders im Osten der Stadt.


  • Auf den Spuren der alten Weißeritz (Teil I)

    Zur Abwechslung begeben wir uns heute mal nicht auf die Spuren verblichener Straßenbahnverbindungen, sondern denen eines aufgegebenen und in Teilen überbauten Flusslaufs, der erst durch die Hochwasserereignisse 2002 und die nachfolgenden Stadtsanierungsaktivitäten wieder Eingang in das Bewusstsein der Allgemeinheit gefunden hat.


    Vielfältig waren die Gründe, die die Stadtväter bewog, die Weißeritzmündung weit weg vom Dresdner Stadtzentrum in Richtung Cotta zu verlegen. Zum einen fürchtete man die Unberechenbarkeit des Gebirgsflüsschens, das in regelmäßigen Abständen für Überschwemmungskatastrophen in der Friedrichstadt und Wilsdruffer Vorstadt sorgte, zum anderen stand es dem Ausbau der Bahnanlagen und der Anlage der Hochgleisanlagen im Bereich der zukünftigen Haltestelle Wettinerstraße (heute Bahnhof Dresden-Mitte) im Wege. Nicht zuletzt gab die Verlegung wertvolles Bauland im Bereich der Weißeritzstraße frei, auf dem unter anderem die Großmarkthalle, das mittlerweile abgerissene Kühlhaus und die Yenidze entstand.
    Schon vier Jahre nach der Verlegung 1893 jedoch brachte sich die Weißeritz wieder nachhaltig in Erinnerung, als sie 1897 sich ihr ehemaliges Flussbett erstmals wieder zurückeroberte und die Schwachstellen der Verlegung offenbarte. Der nunmehr reißende Fluss hinterließ eine Spur der Verwüstung.



    Während im Unterlauf der Weißeritz zwischen dem Gleisdreieck der Eisenbahn und der Elbe die Spuren des Flusslaufs gänzlich getilgt wurden, so überlebten sie interessanterweise zwischen dem „Weißeritzknick“ in Löbtau, wo der Fluss in seinen neuen Verlauf schwenkt, und der Bauhofstraße. Das ehemalige Flussbett wurde hier unter anderem für den Ausbau der Gleisanlagen des fiskalischen Kohlebahnhofes und der Anbindung der Friedrichstädter Hafenbahn genutzt.


    2002 brachte sich die Weißeritz mit ähnlicher Brachialgewalt wie 1897 wieder in Erinnerung und verdeutlichte erneut die Unzulänglichkeiten der Flussverlegung. Die Hochwasserschutzmaßnahmen und die Renaturierung des alten Flusslaufs mit dem Abriss der obsolet gewordenen industriellen Bebauung und der Anlage des Grünzuges Weißeritz ermöglichen es der Öffentlichkeit nunmehr, den alten Flusslauf direkt zu erfahren, und werden in den Folgejahren sicher wichtige Impulse zur Renaissance der südlichen Friedrichstadt leisten.



    Wir beginnen natürlicherweise am Weißeritzknick in Löbtau mit dieser historischen Ansicht des Rathauses Löbtau und der Tharandter Straße. Der Rohbau erlitt übrigens 1897 schwerste Beschädigungen.




    Anders als das Hochwasser 1897 hat das Rathaus die Bombenangriffe 48 Jahre später nicht überlebt und am Fluss laufen die Arbeiten zur Anlage der „Floßhofterrassen“.




    Die heute namenlose Bismarckbrücke (hieß so von 1902 bis 1945) datiert von 1837 und dient heute nur noch den stadtwärtigen Fahrspuren und der Straßenbahn. Darüber die Hochstraße der „Löbtauer Brücke“, der Ende der 1980er und Anfang der 1990er fast die gesamte noch erhaltene Gründerzeitbebauung am „Dreikaiserhof“ zum Opfer fiel.




    So präsentierte sich die Situation an der wichtigen Kreuzung vor über 100 Jahren.




    Mein Beitrag zur Dresdner Geländerdebatte ;-):




    Der Königliche Holzhof, oder „Floßhof“ wurde bereits 1521 angelegt und nach mehrfachen Erweiterungen 1879 geschlossen. Das im Stadtplan noch gut erkennbare Areal wird heute von der Freiberger und Oederaner Straße sowie dem Ebertplatz begrenzt und der Saxoniastraße durchzogen und ist heute vollständig bebaut.




    Bei der Neugestaltung der Weißeritzufer wurde ein ehemaliger Wasserauslass des Floßhofes freigelegt; hier die Flusseite und der Durchblick zum Fluss.





    Rückblickend die Treppenanlage mit dem runden Eckhaus zum Ebertplatz auf dem Gelände des einstigen Holzhofes.




    Selbiges Eckhaus aus der Nähe:




    Blick von der Weißeritzbrücke zum „Knick“, früher führte das Flussbett geradeaus weiter.




    Die Biegung des Flusslaufes wurde zur Kapazitätserhöhung bei Hochwässern erheblich aufgeweitet und entschärft, noch heute dauern die Arbeiten an.




    Löbtauer Brückenblicke, darüber die berühmt-berüchtigte „Huschhalle“ in einem der letzten Erlweinschen Straßenbahn-Wartehäuschen und dahinter die widerwärtigen „Löbtau-Passagen“ des netten Herrn Nettekoven auf dem Standort des Dreikaiserhofs.




    Blick in das alte Flussbett gen Norden, dem wir nun folgen werden.




    Kühlturm-Idylle, wir blicken über das beräumte Gelände der Maschinenfabrik Lehmann zur Freiberger Straße mit noch unsanierten Altbauten.




    An der Freiberger Straße wurde die alte Grundstücksbegrenzung in die Neugestaltung einbezogen. Hier ein Zugang zum Grünzug mit altem Fabriktor.




    Kreuzung der Hirschfelder Straße, ehedem Siemensstraße nach dem hier befindlichen Glaswerk. Dieses überlebte wie so viele Betriebe die Wende nicht und wurde in den 200er Jahren völlig abgeräumt.





    Kurz darauf verlässt der Weg die Senke des alten Flussbetts. Ab sofort sind wir am rechten Ufer unterwegs.




    An der Altonaer Straße werfen wir einen Blick auf die bekannten Sanierungsobjekte.




    Der Eingang zum Weißeritzgrünzug von der Altonaer Straße aus.




    Die Bauten des ehemaligen Pflegeheims Löbtau von der Flussseite gesehen; die meisten der diversen Kriegslücken wurden mittlerweile durch verschiedenartige Neubauten gefüllt.





    Hier die zugehörige Infotafel:




    Blicke in das ehemalige Flussbett; deutlich ist der Niveauunterschied zu erkennen.





    Das Gelände des ehemaligen Albertbahnhofes, ab 1869 fiskalischer Kohlebahnhof, auch mit Infotafel.





    Die alte Grundstücksmauer des Krankenhausgeländes zum Flussbett hin:




    Blicke über das Weißeritzbett zur Floßhofstraße, das Schulgebäude soll als Grundschule reaktiviert werden.





    An der Bauhofstraße endet der Grünzug, denn ab nun ist das Flussbett überbaut. Der Brückendurchlass im Hintergrund, unter dem Verbindungsbogen Friedrichstadt-Hauptbahnhof, diente einst dem Gleisanschluss der Friedrichstädter Hafenbahn, deren Zufahrtsstrecke hinter der Großmarkthalle und Yenidze dem alten Flussbett folgte. Der Eisenbahn-Güterverkehr, der mit ebenerdigen Kreuzungen an Schäfer-, Friedrich- und Weißeritzstraße zu einem echten Verkehrshindernis geworden war, fiel Anfang der 1990er dem Zusammenbruch der örtlichen Industrie zum Opfer.



    Im zweiten Teil folgen wir dem ehemaligen Flusslauf bis zur Mündung an der Elbe.

  • Auf den Spuren der alten Weißeritz (Teil II)

    Da wir dem Fluss durch das Eisenbahn-Gleisdreieck nicht folgen können, nehmen wir einen kurzen Abstecher über Bauhof- und Löbtauer Straße zur Weißeritzstraße.



    Die Floßhofstraße wurde 1864 nach dem Löbtauer Holzhof benannt. Noch liegt sie, wie die gesamte Gegend rechterhand der Löbtauer Straße, im Dornröschenschlaf. Eine derartige Menge unsanierter Altbauten in ruhigen Seitenstraßen dürfte in Dresden mittlerweile einmalig sein. Die Szenerie erinnert stark an die Antonstadt zu Beginn der 1990er.




    In der Bauhofstraße bietet sich dieser ungewöhnliche Blick über die Bahnanlagen auf das WTC.




    Die Gegenrichtung zur Löbtauer Straße. Auch hier sind noch einige Häuser unsaniert, und die Kriegslücken harren der Wiederbebauung.




    Mancher Anblick wirkt wahrlich wie eine Zeitreise…




    Sprung zur Kreuzung Schäfer-/Schweriner Straße - Löbtauer/Weißeritzstraße. Einst führte hier eine Brücke über die Weißeritz, linkerhand befand sich bis 1903 die Königliche Schäferei.


    Der durch einen Volltreffer total zerstörte Eckbau der Großmarkthalle wurde beim Wiederaufbau durch eine eher barrackös-schmucklose 50er-Jahre-Struktur ersetzt.




    Einst präsentierte sich die Ecke in dieser repräsentativen Form. Das schreit förmlich nach einer Rekonstruktion.




    Blick in die einst den Fluss flankierende Weißeritzstraße. Auf dem Flussbett steht heute die Großmarkthalle.




    In der Weißeritzstraße haben sich einige Gründerzeitler erhalten, hier die Ecke zur Wachsbleichstraße.





    Blick entlang der das Flussbett einnehmenden Großmarkthalle.




    Auf dem Vorplatz des Bahnhofes Mitte folgen wir virtuell der Weißeritz in Richtung Elbe.




    Blick zur Großmarkthalle. Links neben dieser und dem Bahndamm verlief die in den 1990ern aufgelassene Hafenbahnstrecke vom Kohlebahnhof.




    Der Asphaltstreifen markiert den einstigen Flusslauf.




    Blick über die Hochgleisanlagen parallel zum Flussbett mit der Bebauung der Könneritzstraße im Hintergrund.




    Weißeritzstraße mit Tabakfabrik „Yenidze“ von 1908/09, eines der markanten Dresdner Wahrzeichen abseits der Altstadt.




    Hinter dem einstigen Fabrikbau blicken wir in der Magdeburger Straße auf den Flussverlauf.




    Impressionen des im „orientalischen Stil“ gestalteten vormaligen Fabrikgebäudes, das nach Kriegszerstörungen in Teilen in den 1990ern rekonstruiert wurde.





    Wir nähern uns der die Weißeritzmündung markierenden Senke unterhalb der Marienbrücke, wo Pieschner Allee und Weißeritzstraße sich zur Devrientstraße vereinigen. Hier am Heinz-Steyer-Stadion wurde eines der Fluttore errichtet, die die Friedrichstadt künftig vor Elbhochwässern schützen werden. Was aber passiert, wenn die Weißeritz der Friedrichstadt wieder in den Rücken fällt…?





    Wir stehen quasi im Fluss auf dem Festplatzgelände unterhalb der Marienbrücken und blicken gen Elbe. Von den hier einst umfangreichen Gleisanlagen der Hafenbahn ist nichts mehr übrig.




    Blick zurück zur Yenidze, links die Eisenbahn-Marienbrücke.




    Geschafft: die alte Weißeritzmündung an der Elbe mit Blick hinüber zur Leipziger Vorstadt.




    Zum Abschluss noch einmal ein Blick zu den Marienbrücken und der Yenidze mit dem leeren Hafenbahngelände im Vordergrund, da wo sich einst bis 1893 die Weißeritz entlangzog. Kaum zu glauben, welche Geschäftigkeit hier am Elbkai unter den Brücken einst herrschte.




    Das war unsere Begehung der „alten Weißeritz“. Schönen Abend!


  • Einst präsentierte sich die Ecke in dieser repräsentativen Form. Das schreit förmlich nach einer Rekonstruktion.



    Noch wichtiger finde ich die Stahlkonstruktion und Türme des Bhf. Mitte im Hintergrund und der allgemeine Ausbau des Erdgeschosses des Bahnhofes.
    JA Bahnhof und nicht Haltepunkt :(


    Die prägende Ecke der Markthalle wäre natürlich auch schön an der sonst sehr vernachlässigten Kreuzung.
    Das Alte ist ja noch teilweise unter dem einfachen Wiederaufbau. Selbst für die aktuellen Nutzer gäbe es nur Vorteile und mehr Platz mit der fehlenden Etage
    Heutzutage könnte man bestimmt sogar das Dach für ein Cafe oder ähnliches nutzen.


    An der Löbtauer Straße 2 ist ja auch schonwieder ein Jahr vergangen und nichts passiert außer einem größeren Gerüst...

  • Danke für den Bericht. Sehr spannend! :daumen:


    Hätte eine Inspiration für einen neuen Thread hier im Forum: Verschwundene Brunnen und Skulpturen in DD - bis 1990. Da gibt es doch sicher gerade aus DDR-Zeiten spannende Geschichten ;)

  • Entlang der Prießnitz

    Das nur etwa 25 Kilometer lange Flüsschen Prießnitz verläuft größtenteils im Gebiet der Dresdner Heide. Von besonderem Interesse ist für uns allerdings der Unterlauf von ihrem Austritt aus dem Wald in Höhe der Brücke Stauffenbergallee bis zur Mündung in die Elbe unterhalb des Lincke'schen Bades.


    Des Sonnenstandes wegen habe ich meine Exkursion allerdings diesmal an der Mündung begonnen und bin der Dresdner Heide entgegen gelaufen.



    Wir befinden uns am Antonstädter Elbufer in Höhe der Einmündung der Holzhofgasse und blicken auf die Prießnitzmündung. Im Hintergrund die Bebauung des Johannstädter Hochufers aus den 1920er Jahren.




    Brücke über die Prießnitz, beachtenswert die Originalbeleuchtung aus den 30er Jahren des anlässlich der Reichsgartenschau 1936 neu gestalteten Elbufers.





    Mündung der Prießnitz mit Johannstädter Hochhaus:




    Näherer Blick auf die Entenpopulation im Mündungsbereich:




    Blick zur Holzhofgasse mit Diakonissenkirche und Austritt der Prießnitz, die an der Bautzner Straße in den Untergrund tritt und unter dem Krankenhausgelände verläuft.





    Aussichtspunkt mit Stützmauer aus den 30er Jahren rechts des Diakonissenweges; im Hintergrund die einstige Drachenschänke als letztes Relikt des kriegszerstörten Lincke'schen Bades, im späten 19. Jahrhundert eine DER Vergnügungsinstitutionen in der Stadt.




    Kirche der Diakonissenanstalt, Lossow & Kühne 1928/29, Blick von der Prießnitzbrücke unter der Bautzner Straße.




    Von eben dieser schauen wir nordwärts auf die aus der Heide kommende Prießnitz, die hier offen entlang der Hinterhöfe der Prießnitzstraße mäandert.




    Wir entfernen uns ein wenig vom Prießnitzfluss und folgen der Prießnitzstraße, die sich zunächst von der Bautzner hinwegwindet, bevor sie oberhalb der Louisenstraße einen schurgeraden Nord-Süd-Verlauf einnimmt. Das namensgebende Fließgewässer befindet sich hinter den Häusern zur rechten.





    Die Prießnitzstraße wird zunächst beidseitig durch eine geschlossene Bebauung größtenteils aus der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts geprägt.




    Blick zurück zur Einmündung Louisenstraße.




    Der starke Anstieg der links einmündenen Schönfelder Straße verdeutlicht die Topographie des Geländes, das steil in den im Unterlauf völlig überbauten Prießnitzgrund abfällt.




    Neuzeitliches Straßenschild gepaart mit historischer ovaler Hausnummernplakette an der Nummer 38.




    Selten geworden sind solche Einblicke wie der in den Hinterhof der Nummer 48.




    An der Hohnsteiner Straße schwenken wir kurz ein und blicken auf die Prießnitz zwischen den Häusern. Großstadtidyll.




    Der Blick aus der Hohnsteiner Straße über die Prießnitzstraße in die weiterführende Sebnitzer Straße verdeutlicht erneut den Geländeanstieg aus dem Grund auf die überbauten Heidesandterrassen der Antonstadt.




    Kreuzung mit dem Bischofsweg; bis hierhin verläuft die Prießnitz ein kurzes Stück entlang der nach ihr benannten Straße.




    Wassergrundstück an der Prießnitzstraße, wir stehen auf der Brücke des Bischofsweges...




    ...die sich als schnöde Betonkonstruktion darbietet.




    Die Prießnitzstraße ist in ihrem Nordteil hangseitig links von lockerer Bebauung gesäumt. Einblick in einen Hof, im Hintergrund die Wohnzeile der Frühlingsstraße.




    Auf der anderen Seite: Wassergrundstücke, hier mit Privatsteg.




    Steinbogenbrücke an der Nordstraße:




    An der Jägerstraße tritt die Prießnitz aus dem Untergrund, in dem sie zwischen An der Prießnitz und Bischofswerder Straße verschwindet.




    Kraszewski-Museum an der Nordstraße, im Vordergrund das Gewässer.




    Bevor wir die Prießnitzstraße verlassen noch einmal ein Blick südwärts.




    Sprung zum Zwickel Bischofswerder Straße/An der Prießnitz, Blick in den Grund.




    Tudor-Villa hoch droben am Alaunplatz:




    Blick zurück der Elbe entgegen: Die Prießnitz entfernt sich und verschwindet kurz darauf im Untergrund.




    Das letzte Grundstück vor dem Wald,...




    ...wo aus dem Wanderweg eine richtige Straße wird.




    Blick in den Prießnitzgrund mit den letzten Häusern der Bischofswerder Straße:




    Die heute namenlose Brücke der Stauffenbergallee, einst Carolabrücke. Wir verlassen hier den Grund...




    ...auf der steilen Stiege gen Stauffenbergallee. Durch das Geäst scheint der Turm der Garnisonkirche.




    Die Carolabrücke von oben, rechts die Stiege in den Grund.




    Wir verabschieden uns vom urbanen Teil der Prießnitz mit diesem Bild der Garnisonkirche, hoch über dem Prießnitzgrund.


  • Kaitzbach-Partie (Teil 1)

    Der für die frühe Entwicklung der Stadt Dresden und ihres südlichen Umlandes immens wichtige Kaitzbach diente einst als primäre Trinkwasserquelle der Stadt und speiste neben der Weißeritz den Dresdner Festungsgraben, an seinem Oberlauf wiederum diente sein Wasser als An trieb für die zahlreichen Mühlen der anliegenden Ortschaften.


    In der Neuzeit führte das Bächlein ein eher untergeordnetes Dasein, bis es sich wie die anderen südlich auf die Elbe zulaufenden Gewässer im August 2002 nachhaltig in Erinnerung brachte. Seitdem wurden neben der Umsetzung umfangreicher Hochwasserschutzmaßnahmen auch zahlreiche Bachabschnitte renaturiert und ehedem verrohrte Abschnitte im Stadtgebiet wieder offen gelegt.




    Der heute etwa 12 Kilometer lange Bach entspringt in der Näher von Kleinnaundorf und fließt anschließend auf das namensgebende Örtchen Kaitz zu. Wir haben uns den außerhalb der Stadt liegenden Oberlauf geschenkt und beginnen unsere Begehung in Altkaitz.



    Die Grund- oder Hofemühle, Altkaitz 6, eines der letzten erhaltenen historischen Mühlengebäude am Kaitzbach.




    Daneben der ehedem als Mühlbach fungierende Kaitzbach.




    Hohle Gasse in Altkaitz.




    Altkaitz Ecke Possendorfer Straße, im Hintergrund das Kaitzer Amtslehngut.




    Zwischen Kaitz und Mockritz folgen wir dem Kaitzgrund. Der Bachlauf wird entlang des Mittelsteges zunächst durch Deiche gesichert.





    Blick über die Kleingartenanlagen im Kaitzgrund zur höher gelegenen Boderitzer Straße mit ihrer typischen Vorstadtbebauung.




    Wir folgen dem Mittelsteg gen Mockritz.




    Um den im Grund liegenden Mockritzer Dorfkern zukünftig vor Hochwasserereignissen wie 2002 zu schützen wurde zwischen Kaitz und Mockritz ein Hochwasser-Rückhaltebecken angelegt.







    Auf dem Hang der Kleinpestitzer Dorfkern, Altpestitz und Altmockritz gehen unmittelbar ineinander über.




    Kurz vor Altmockritz: Bemerkenswert der naturnahe Bachverbau.




    Im Hintergrund tauchen die Häuser des Mockritzer Dorfkerns auf.




    Hochwassermarke von 2002 in Altmockritz: Der Wasserstand unterstreicht die Notwendigkeit umfangreicher Hochwasserschutzmaßnahmen.




    Altmockritzer Kaitzbach-Impressionen.







    Wir wechseln auf die nördliche Bachseite und folgen dem Kaitzbach weiter in östlicher Richtung.





    Aus dem im 17. Jahrhundert zum Antrieb der Mockritzer Münzmeisterei angelegten Münzteich (daher der Straßenname „Münzteichweg“) entstand 1925 das „Familienbad Dresden-Mockritz“, heute Naturbad. Zur Zeit liegt der aus dem Kaitzbach gespeiste Badeteich noch trocken.





    Neben dem Bad die Ruine des „Grundschlößchens“. Hier ein Bild aus besseren Tagen.




    Mündung des Nöthnitzbaches an der Gostritzer Straße. Kaitzbach rechts, Nöthnitzbach links.




    An der Zschertnitzer Straße entfernt sich der Bach und fließt in nordöstlicher Richtung hinter der Bebauung. Im Hintergrund die Neubauten von Neuostra.




    Wir machen einen größeren Sprung zur Hugo-Bürkner-Straße. Der dortige Park wurde in den 1920er Jahren gemeinsam mit der Post-Großsiedlung angelegt und nach den Erfahrungen von 2002 zwischen 2005 und 2006 zu einem Hochwasser-Rückhaltebecken ausgebaut. Der Kaitzbach ändert hier abrupt seine Richtung und fließt nunmehr der Elbe in nordwestlicher Richtung zu.




    Weiter in Teil 2.

  • Kaitzbach-Partie (Teil 2)

    Im zweiten Teil folgen wir dem Kaitzbach von Strehlen bis zur Bürgerwiese. Zunächst zurück zum Hugo-Bürkner-Park, wo der Bach erstmals für eine längere Strecke in den Untergrund tritt.






    Posthäuser an der Rayskistraße. Hinter der linken Häuserzeile fließt verrohrt der Bach, um kurz darauf an der Kreischaer Straße an die Oberfläche zurückzukehren.





    Altstrehlener Dorfidyll an der Kreischaer Straße.







    Blicke über die Dächer des Dorfkerns zur Christuskirche.





    Im Anschluss wurde ein längerer Bachabschnitt freigelegt. Es entstand der „Kaitzbachweg“.




    Am Kreisverkehr der Oskarstraße grüßt die Skulptur „Innere Mitte“ (Kerstin Franke-Gneuß) als Teil des WasserKunstWegs Mnemosyne.




    Am Haltepunkt Strehlen tritt der Bach erneut in den Untergrund…




    …und verläuft entlang der Oskarstraße, hier rechts unter dem erhöhten Fußweg der Bahnunterführung.




    Nördlich der hier kreuzenden Tiergartenstraße tritt er im Großen Garten wieder an die Oberfläche.




    Dort speist ein gerade trocken liegender Nebenarm den Carolateich.




    Das nach Kriegszerstörungen vereinfacht wiederaufgebaute Carolaschlößchen neben dem gleichnamigen Teich ist noch immer ein beliebtes Ausflugslokal.




    Hier auf einer historischen Postkarte. Allerdings wich der hier zu sehende Gründerzeitzustand bereits in den dreißiger Jahren einer deutlich versachlichten Formensprache, welcher der heutige Zustand weitgehend entspricht.




    Historische Brücke am Carolaschlößchen:




    Gondelstation am Carolasee, einst und jetzt:





    Noch herrscht Betriebsruhe bei der Parkeisenbahn.




    Der Hauptlauf des Kaitzbachs bildet in der Folge die Nordgrenze des Zoos, wobei sich interessante Motive bieten, beispielsweise mit diversen Tierchen, die in der hiesigen Fauna in freier Wildbahn sonst eher selten anzutreffen sind:






    Am Bahnhof Zoo wird die Bahnsteighalle zum Abstellen der zur Zeit eingemotteten Züge genutzt und auf die Saisoneröffnung der Liliputbahn verwiesen.




    An der Lennéstraße tritt der Hauptlauf des Kaitzbaches wieder in den Untergrund.




    Kurzer Schwenk zur Heimstätte der SG Dynamo. Ja, es gibt noch echte Fußballvereine in Sachsen, keine mehr schlecht als recht getarnten seelenlosen Marketing-Konstrukte eines alpinen Brauseimperiums. An dieser Stelle Grüße nach Chemnitz, Aue und Zwickau!





    Jenseits der Lennéstraße geht es weiter in Teil 3.

  • Kaitzbach-Partie (Teil 3)

    Der dritte Teil widmet sich dem Altstädter Reststück bis zur Elbe.


    Ein weiterer zur Zeit trockener Nebenarm des Kaitzbaches durchquert die Bürgerwiese und befüllt normalerweise den dortigen Goldfischteich.





    Daneben „Zwei Mütter in Wassernot“, Bronzeplastik von Heinrich Epler (1899-1902). Schwer zu glauben, dass der Künstler hier Bezug auf die Wasserfluten des Goldfischteiches genommen hat.




    Daneben erblickt der Kaitzbach-Hauptlauf noch einmal kurz das Licht, um an der Zinzendorfstraße endgültig im Untergrund zu verschwinden und nie mehr aufzutauchen. Kurz nach dem Einlass biegt er scharf nach rechts…





    …um verrohrt der Zinzendorfstraße bis zur Ctiy-Herberge im Hintergrund zu folgen, wo es dann wiederum scharf links quer unter der St.-Petersburger hindurch bis zur Ringstraße geht. Die räudige Gegend wird sich in den nächsten Jahren grundlegend wandeln.




    Wir folgen derweil weiter der Bürgerwiese und damit dem ehemaligen Verlauf des Bachs gen Stadt. Dabei stoßen wir auf den Mozartbrunnen (Hermann Hosaeus, 1907). Die drei Musen in allen Ehren, aber wo nur ist der olle Mozart…?




    Am Georgplatz. Hier mündete der Bach einst in den Jüdenteich bzw. wenig später den Festungsgraben. Beide ereilte ein identisch verschüttendes Schicksal zu Mitte bzw. Beginn des 19. Jahrhunderts, was ihre Spuren im Stadtbild oberflächlich tilgte und die Verlegung des Kaitzbaches erzwang.


    Weiter folgte der Kaitzbach übrigens nach Unterquerung der Stadtmauer ursprünglich der Kreuzstraße, lief über den Altmarkt und mündete am Taschenberg in die Elbe.




    Denkmal für Theodor Körner (Ernst Hähnel 1869-71), am Georgplatz, einst vor der neogotischen Kreuzschule.





    Unter den Füßen des Fotographierenden mündet der Kaitzbach von rechts ein, um in einer weiteren 90-Grad-Kurve in der Blickachse den Weg zur Elbe anzutreten und damit unterirdisch den Verlauf des ehemaligen Festungsgrabens aufzunehmen. Wir befinden uns Ringstraße/Ecke Kreuzstraße.




    Neben dem Stadtmuseum deutet die Plastik „Treibgut“ (Angela Hampel) den unterirdischen Verlauf des Kaitzbaches an. Der bereits seit Strehlen passend zum Thema niedergehende und nun zunehmend stärkere Regen bereitete dem Bildautor nur noch bedingte Freude. Aber was muss, das muss…




    Also schnell weiter zum Hasenberg. Auf dem Wege dahin ein Blick auf das ehemalige Staatsbankgebäude (Heinrich Wolff 1928-30), unter dem der Kaitzbach dahinplätschert.





    In der Grünanlage des ebenso ehemaligen Gondelhafens (Teile der ausgebuddelten Kaimauer sind auf dem ersten Bild sichtbar) deutet die bei Nacht blau beleuchtete Installation „Aqualux“ (Kirsten Kaiser) den Kaitzbachverlauf an.





    Das Gelände wurde beim Neubau der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke grundlegend umgestaltet. Einst befand sich anstelle der heutigen Straße „Hasenberg“ ein erhöhtes, mit einer Stützmauer gesichertes Terrain, das die Sempersche Synagoge beherbergte.




    Am Terrassenufer mündet der Kaitzbach unterhalb der Carolabrücke in die Elbe. Wir verabschieden uns mit dieser regnerischen Impression des Dampfschiff-Landeplatzes mit dem „Stadt Wehlen“ im Hintergrund, ex Mühlberg, exex Dresden (III),erbaut 1879 in Blasewitz und damit ältester Schaufelraddampfer der hiesigen Flottille.




    Schönes Restwochenende!

  • Am Weißeritzmühlgraben (Teil I)

    Seit 1937 ist er Geschichte, der für die wirtschaftliche Entwicklung des vorindustriellen Dresden immens wichtige Weißeritzmühlgraben zwischen Plauen und Wilsdruffer Vorstadt. Durch den technischen Fortschritt war er zu diesem Zeitpunkt ohnehin weitgehend obsolet geworden, und das zunehmend verschmutztere Wässerchen sorgte in unmittelbarer Nähe einiger der kulturellen Glanzlichter der Stadt für eher unangenehme Winde. Die endgültige Schließung war daher nur konsequent, ohnehin stand das Gewässer der städtebaulichen Entwicklung der Stadt derart im Wege, dass es in Innenstadtnähe nach mehrfachen Verlegungen bereits weitgehend unterirdisch dahinfloss. Der seit den 1920er Jahren vorgesehene Flächenabriss der Wilsdruffer Vorstadt zwischen Postplatz, Freiberger Platz und Fischhofplatz, mit der vom Mühlgraben durchflossenen und nicht durch dessen anrüchiges Gewässer, sondern ebensolche Gewerke eher übel beleumundeten Kanalgasse (heute nicht mehr existent) dürfte ein nicht minder gewichtiger Grund für die Beseitigung des dahinplätschernden Übels gewesen sein, auch wenn schon damals von vielen Liebhabern des verklärt-romantisierten „alten Dresdens“ diese rigide Maßnahme tiefgründig bedauert wurde.


    Für eine detaillierte Darstellung empfehle ich ausdrücklich das exzellente Buch „Geschichten aus dem alten Dresden. Mit dem Weißeritzmühlgraben durch unsere Stadt“ (Hille, Dresden 1911) von Wolfgang Müller und Frank Laborge, außerdem die zugehörige Webseite


    http://www.weisseritzmuehlgraben.de/.


    Wir beschränken uns in diesem Beitrag zunächst auf den Teil des Mühlgrabens außerhalb des 26er Rings und beginnen die Begehung am Ziel des letzten Straßenbahn-Beitrags, der Weißeritzbrücke an der Plauener Bienertmühle, hier das gegenüber liegende ehemalige „Stadt Tharandt“.




    Blick auf die tief eingemauerte Weißeritz, die friedlich dahinplätschert. Wie wir wissen, kann sie auch anders, so fiel die flussseitige, linke Bebauung der Hofmühlenstraße dem Hochwasser 1897 zum Opfer.




    Die auf den historischen Namen der Bienertmühle Bezug nehmende Hofmühlenstraße mit den letzten Resten der althergebrachten ländlichen Bebauung des einstigen Dörfchens und der heutigen Vorstadt Plauen.




    Historische Fußgängerbrücke an der Bienertstraße, um das Eckhaus im Hintergrund bog bis 1998 die Einfahrtskurve der Altplauener Gleisschleife. Soviel Straßenbahn muss sein…




    Blick südwärts nach Plauen, noch einmal mit besagter Brücke.




    Durch ihr tief ausgeschachtetes Bett windet sich die Weißeritz durch Plauen und Löbtau. Vor uns die Brücke der Würzburger Straße.




    Von dieser blicken wir nördlich zum Standort des Walkmühlenwehres, an dem der Weißeritzmühlgraben seinen Anfang nahm, dieses befand sich etwa in Höhe des an der linken Ufermauer in den Fluss herabhängenden Gebüschs.




    Der hellgraue Bereich der Ufermauer verrät den Ansatz des Walkmühlenwehrs.




    Walkmühlenwehr nebst Beginn des Weißeritzmühlgrabens auf einem Stadtplanausschnitt, ca. 1910.



    Die Auswölbung in der rechten Ufermauer vom Flussbett hinweg verrät den Beginn des ehemaligen Weißeritzmühlgrabens, der hier zunächst rechts ein Stück parallel der Weißeritz folgte und dabei die Walkmühle andiente.



    Erläuterungstafel des Weißeritz-Grünzuges zum Mühlgraben, an der Hofmühlenstraße in Höhe des Walkmühlenwehres.




    Standort der ehemaligen Walkmühle, Flusseite mit den Schornsteinen des Kraftwerks Nossener Brücke im Hintergrund; das Fabrikgelände dahinter überbaut das Areal der kriegszerstörten Spiegelschleife.




    Die Spiegelschleife wurde 1945 zerstört.




    Die Hofmühlenstraße wird zur Fabrikstraße, und wir passieren die eindrucksvollen Bauten des „Konsumvereins Vorwärts“, die leider seit Jahren weitgehend ungenutzt vor sich hin gammeln.





    In unmittelbarer Nähe befand sich das Gasthaus „Sorge“, einst sehr malerisch am Mühlgraben gelegen. Es bedarf schon einer ausgeprägten Phantasie, sich das in dieser zur Zeit noch völlig verkommenen und für die Stadt verlorenen Gegend vorstellen zu können.




    Das Kraftwerk Nossener Brücke mit der von 1959 bis 1961 errichteten „Brücke der Jugend“ (Nossener Brücke), die die baufällige alte Bahnüberführung ersetzte. Einst querte die Fabrikstraße die in der Brücke aufgegangene Siebenlehner Straße ebenerdig.




    Davor eines der wenigen physischen Relikte des Weißeritzmühlgrabens in Form eines einsamen Straßenschilds; der besagte Weg wurde erst vor wenigen Wochen mit der Eröffnung des Pulvermühlenparks (wieder) in dieses Areal verlängert, einst führte er entlang des Mühlgrabens bis zur Hofmühlenstraße.




    Den Pulvermühlenpark finde ich sehr gelungen. Ein Wermutstropfen ist jedoch die fast vollständige Wiederverfüllung des freigelegten Grabenbetts aus vermeintlichen Sicherheitsgründen. Mittig der Mühlgraben und Fundamente der ehemaligen Pulvermühle.




    Erläuterungstafel zum Herrenhaus der Pulvermühle:




    Herrenhaus auf einer historischen Postkarte.




    Angedeutetes Radwerk im Grabenbett.





    Blick vom südlichen Rand des Parks entlang des (leider) wieder verfüllten Grabenbettes.




    Mühlstein mit Baum, oder Baum mit Mühlstein.




    Grundstücksmauer mit Pforte, dahinter verlief einst „Am Weißeritzmühlgraben“, das freigelegte Reststück wurde in den Park integriert und lässt einen die einstmals hier möglichen idyllischen Spaziergänge in Wassernähe zumindest erahnen.



  • Am Weißeritzmühlgraben (Teil II)

    Wir beamen uns in die postindustrielle Tristesse der Jetztzeit und blicken von der Nossener Brücke zur Wohnanlage des Dresdner Bau- und Sparvereins an der Oederaner Straße (Hohenzollernstraße), die auf dem Gelände des königlichen Holzhofes entstand, der ehedem beidseitig von Weißeritz und Mühlgraben gewässert wurde (siehe hierzu auch mein Weißeritz-Beitrag). Das fehlende Eck nebst Brandwänden ist ein Kriegsverlust.




    Blick auf die Fabrikstraße, am Standort des Kraftwerkgebäudes linkerhand befand sich dereinst das kurfürstliche Kanonenbohrwerk.




    Zwei historische Ansichten. Die Gegend ist wahrlich kaum wiederzuerkennen.





    Im weiteren Verlauf gen Stadt wurde der Mühlgraben mehrfach verlegt. Eine nicht unerhebliche Rolle spielte der Ausbau der Dresdner Bahnanlagen, der Platz wurde für das Vorfeld des Hauptbahnhofes dringend benötigt. Zuletzt führte er verrohrt unter den Bahnanlagen entlang und kam im Bereich der Papiermühle, im Gleisdreieck der Eisenbahn gelegen, kurzzeitig wieder an das Tageslicht.


    Dann unterquerte er nördlich des gut zu erkennenden Ammonhofs (das prägnante toilettenschüsselförmige Bauwerk mit Spiegelglasfassade im Hintergrund) den 26er Ring und trat in das innere Stadtzentrum ein.




    Anders als Mitte des 19. Jahrhunderts empfehlen sich heute Spaziergänge entlang des weiland weidenbestandenen und mit diversen Gasthäusern gut bestückten Wässerchens eher weniger. Zum Einen hat die Gegend doch etwas an landschaftlichem Liebreiz verloren, zum Anderen hätte die Bahnpolizei möglicherweise ein Problem mit einem verdächtig auf gut verbarrikadiertem Bahngelände herumstreunenden fotoapparatbewaffneten männlichen Individuum. Wir nehmen daher einen Umweg über die Zwickauer Straße auf uns. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und zwar irgendwann wahlweise Neunzehnfünfundvierzig oder in den Endachtzigern. In Bildmitte das Hauptgebäude der Teekanne-Fabrik.




    Da ich gern schöne Türen ablichte, konnte ich auch hier nicht widerstehen – Haupteingang des Teekanne-Gebäudes.




    Was für eine durch und durch wüste Gegend! Immerhin blieben die sorgfältig gestalteten historischen Stützmauern zum Hahneberg erhalten, die einst die Feldschlösschen-Brauerei trugen und heute ein Abrutschen der Arbeitsagentur-Neubauten in die Minuszone verhindern.




    An der Kunadstraße treffen wir wieder auf den Mühlgraben. Das Schild sollte als Erläuterung des Namensursprungs ausreichen.




    Blick auf das wie durch ein Wunder unzerstörte Wohngebäude der Posthalterei auf dem Standort der ehemaligen Kunadmühle. Blick von der Ecke Feldschlößchenstraße…




    …von dieser stammt das mein Domizil zierende altehrwürdige Straßenschild, das den Bombennächten erfolgreich widerstand.




    Das Areal des Kaiserlichen Bahnpostamts – der überdeckte Mühlgraben dürfte sich noch heute unter der Zufahrtsstraße befinden. Wir blicken in Richtung Papiermühle.




    Vor über einhundert Jahren war hier deutlich mehr los, wie der Postkartenblick aus der Gegenrichtung beweist.




    Ein typisches Bild des Bereiches der Wilsdruffer Vorstadt zwischen Bahnanlagen und Budapester Straße: Blick aus der Kunad- auf die Zwickauer Straße mit dem Feldschlößchen-Plateau und den Neubauten der Arbeitsagentur.



    Eine Mischung von Brachen und Teilruinen oder aus solchen entstandenen Provisorien. Welch ein Entwicklungspotenzial liegt hier darnieder, hat der jahrzehntelange Dornröschenschlaf doch auch dazu geführt, dass die historischen Straßenstrukturen weitgehend unangetastet blieben.



    Zum Abschluss begeben wir uns auf die einstige Rampe der Falkenbrücke, die aus dem Beitrag zur Linie 15 bekannt sein dürfte. Hier bietet sich ein guter Blick auf das einst durch den Mühlgraben erschlossene Gelände der einstigen Papiermühle. Ich bin mir nahezu sicher, dass das heutige barack-barocke Gebäudeensemble aus verwendungsfähigen Ruinenresten entstanden sein dürfte.




    In Höhe des schienengebundenen gelben Massenbeförderungsmittels querte der Weißeritzmühlgraben in verrohrter Form die Bahngleise und den 26er Ring. Der innerstädtische Bereich harrt noch der fußläufigen Begehung, wir werden dies zu geeigneter Zeit nachholen.


  • Entlang des Festungsgrabens (Teil I)

    Die Diskussion um die Reste der Wilsdruffer Bastion am Postplatz hat mich zu einem etwas besonderen „Wasserweg“-Gang inspiriert und bietet gleichzeitig eine willkommene Gelegenheit, diesen etwas in Vergessenheit geratenen Strang grundlegend zu entstauben.


    Denn heute begeben wir uns auf die Spuren jenes Grabens, der bis zur Niederlegung der Festungswerke ab 1811 die Altstädter Verteidigungswerke umschloss. Noch heute haben diese trotz der Kriegszerstörungen mehr oder weniger sichtbare Einflüsse im Stadtbild hinterlassen, angefangen natürlich von den noch nahezu intakten Wallanlagen entlang der Elbe bis hin zu eher unscheinbaren Spuren, wie den bis heute gebräuchlichen einschlägigen Straßen- und Ortsbezeichnungen.



    Bei unserem Rundgang beziehen wir uns ausdrücklich auf die Anlagen der Renaissance-Festungsanlage, die die kursächsische Residenz ab Mitte des 16. Jahrhunderts umgab, und die mit nur wenigen nachträglichen Änderungen bis zur Niederlegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestehen sollte.


    Ausgangspunkt unserer Spurensuche ist mal wieder der Theaterplatz. Diesmal spüren wir aber nicht entschwundenen Gleisanlagen nach,, sondern bewaffnen uns mit einer imaginären Wünschelrute, die uns einmal fast um die Altstadt führen wird.


    Sämtliche Vergleichsbilder entstammen dem Druckwerk „Dresdens Festungswerke im Jahre 1811“, Stengel Co. GmbH, Dresden 1890, abrufbar unter anderem bei den Staatlichen Kunstsammlungen unter http://skd-online-collection.skd.museum/ .



    Vom Theaterplatz blicken wir in Richtung der Terrassentreppe, die auf den wichtigsten und umfangreichsten noch vorhandenen Wallabschnitt führt. Da sich dieser jedoch ursprünglich unmittelbar an der Elbe befand, lassen wir ihn heute mal links liegen. Schließlich sind wir auf den Spuren des Stadtgrabens…




    Zwischen Semperschem Hoftheater, heute Opernhaus, und der Elbe in Höhe Einmündung des terrassenufers auf den Theaterplatz befand sich einst der nordwestlichste Punkt der Befestigungsanlagen. Von der Bastion am Feuerwerksplatz, unter August dem Starken als „Sol“ bezeichnet, sind heute keinerlei Spuren mehr zu finden. Wir blicken stattdessen auf das „Basteischlößchen“.




    Auffahrt auf den Wall innerhalb der Bastion Sol. Die „Appareille“ zum Wall befand sich direkt neben der heutigen nördlichen Kutschendurchfahrt der Oper.




    Etwa in Höhe der Container befand sich der Rampenansatz.




    Bastion Sol. Der Ausfall befand sich direkt nördlich der Hinterbühne, Blickrichtung heutiger Theaterplatz.




    Etwa an der Laterne begann die Brücke des Ausfalls, die Hinterbühne hätte schon im Graben gestanden, der hier in die Elbe mündete.




    Hinter der Gemäldegalerie beginnen die letzten Reste des Festungswalles, die heute die Bogengalerie des zwingers und den Wallpavillon aufnehmen.




    Heutige „Appareille“, gesehen aus der südlichen Kutschendurchfahrt.




    Zwingerteich als Rest des Stadtgrabensystems, dahinter die begrünte Anlage des Zwingerwalls.




    Reste der Bastion an der Baumschule, später „Luna“, rechts abzweigend der erst in den 20er Jahren durch Hubert Georg Ermisch wieder freigelegte Zwingergraben.




    Bastion Luna unmittelbar vor der Niederlegung.




    Bastion Luna, Blick Richtung Elbe, im Vordergrund der Zwingergraben.




    Langgalerie des Zwingers mit Zwingergraben, Blickrichtung Postplatz.




    Vergleichsansicht 1811. Hinter dem Zwinger das an den Zoologischen Pavillon angebaute und 1849 abgebrannte Opernhaus, an dessen Stelle sich heute die Porzellansammlung befindet, sowie das hohe Dach der Sophienkirche weit vor dem gründerzeitlichen neogotischen Umbau.




    Behutsam eingefügte Anbauten an den Mathematisch-Physikalischen Salon von Hubert Georg Ermisch aus den 1920er Jahren. Heute hätte man hier wahrscheinlich einen kontrastreichen Bruch mithilfe eines Würfels in Sichtbeton-Alpinaweiß oder einer dekonstruktivistischen Stahlkonstruktion erzeugt.




    Rekonstruierte, wenngleich mittlerweile sehr marode Holzbrücke über den Zwingergraben. Im Verteidigungsfall wäre diese leicht zu beseitigen gewesen.




    Blicke von der Zwingerbrücke nordwärts.




    Kronentor des Zwingers in voller Schönheit.




    Klischees gefällig? Einer der Dresdenblicke schlechthin: Langgalerie mit Kronentor vom Postplatz gesehen.




    Ende des Zwingerwalls am Postplatz mit Zoologischem Pavillon und angepasstem Anbau der Porzellansammlung. Genau hier schloss sich das Opernhaus an.




    Ein weiteres Vergleichsbild am heutigen Ende des Zwingergrabens am Postplatz. 1811 sah man hier links neben dem Rücksprung das auf der Festungsmauer ruhende Opernhaus, mittig Giebel und Turm der Sophienkirche, rechts das als „Stadtwaldschlößchen“ bis 1945 bestehende Adamsche Haus am späteren Postplatz. Hinter dessen heute unbebautem Standort erhebt sich der SAP- anstelle des Fresswürfels.





    Am Postplatz befand sich mit dem Wilschen oder Wilsdruffer Tor einer der Hauptzugänge in die Stadt, hier gesehen von der Außenseite.




    Bekanntlich soll die Stahlrohrkonstruktion der Haltestellenanlage das Wilsdruffer Tor zeitgenössisch zitieren. Dazu braucht man allerdings ein gehöriges Maß an Fantasie…




    Gewölbegang des Tores 1811.




    Die entsprechende Situation heute, Blick von der Haltestelle der Ost-West-Verbindung in der Wilsdruffer Straße.




    Wenden wir uns den diskutierten Ausgrabungen an der Wilsdruffer Bastion (oder „Saturn“) zu. Links die dem Tor zugewandte Flanke, rechts Ansatz der Bastion. Wir stehen in etwa auf der Torbrücke, die den Stadtgraben überspannte.




    Vergleich 1811, Blick vom Torzugang zur Bastion Saturn. Wir blicken genau in den freigelegten Zwickel.




    Im Vordergrund, heute leider abgedeckt, die besagten Bohlen. Merkwürdig ist deren (hier nicht erkennbare) Lage, denn sie führen schräg in die Festungsanlage hinein und liegen damit nicht wie vermutet in der Achse des Wilsdruffer Tores und der Annenstraße…. ???




    Informationstafel zu den Ausgrabungen auf dem Gelände des Telegrafenamtes.




    Blick aus dem einstigen westlichen Stadtgraben zur Bastion Saturn, mit den Ausgrabungen in vollem Gange.




    Mit leicht verschobenem Winkel, hinter der Bastion der Wilsche Torturm.




    Gehen wir weiter entlang des westlichen Stadtgrabens, oder vielmehr mitten in diesem, gen Bastion Merkur. Diese erhob sich hinter dem Rohbau am Horizont, direkt an der Straßenecke Marienstraße/Breite Straße (heute namenlose Verbindung Wallstraße/Marienstraße).




    Vergleichsbild mit der im Vergleich armseligen Bebauung der Seevorstadt. Wir sehen die Gären „Am See“, die Marienstraße wurde erst nach Verfüllung des Grabens auf dessen Gelände angelegt.




    Wir verlassen den Stadtgraben und begeben uns kurz aufs Trockene innerhalb der Festungsanlagen. Bei der Wallstraße handelt es sich um einen Teil des inneren Environweges entlang der mittelalterlichen Festungsmauer. Der Name weist noch heute unverkennbar auf die einstige Lage hin.





    „Am Wall“ ist für die viele ältere Dresdner zu einem stehenden Begriff geworden, wohl besonders durch die hier vor der Wende zahlreich anzutreffenden Spezialgeschäfte. Die einstigen Befestigungsanlagen assoziieren aber wohl die Wenigsten mit dieser Begrifflichkeit.




    Nach derart nostalgischen Betrachtungen ist eine kurze Pause gefällig. Weiter im zweiten Teil.

  • Entlang des Festungsgrabens (Teil II)

    Weiter geht’s, Sprung nach draußen, in die westliche Seevorstadt. Das Gerüst der „Spielbastion Merkur“ markiert genau die Umrisse der Bastion am Seeberg, wir befinden uns direkt außerhalb des südwestlichsten Punktes der Dresdner Wallanlagen im Graben.





    Bastion am Seeberg, oder „Merkur“, Blickrichtung Norden.




    Im Bereich des südlichen Wallabschnitts ist der Verlauf der Befestigungsanlagen deutlich kenntlich gemacht worden. Dies hilft natürlich ungemein bei der Orientierung. Unser Blick folgt der Südflanke der Bastion Merkur.




    Blick in die Gegenrichtung zur Spitze der Bastion Merkur am Seeberg.




    Bastion Merkur, über den Stadtgraben vom Seetor geschaut.




    Kenntlich gemachte Südostecke der Bastion, Blick in Richtung Seetorbrücke.




    Festungsmauer im Bereich des Seetores, heute Kreuzung Prager Straße/Seestraße – Dr.-Külz-Ring.




    Blick zum Seetor, heute Einmündung der Seestraße.





    Diese merkwürdige Kunstinstallation mit Einblicken in die Gedärme der Stadt soll Assoziationen mit dem Seetor wecken. Meiner bescheidenen Meinung nach Thema verfehlt – interessant ist das Ganze trotzdem.




    Blick in die heute wieder recht geschäftige Seestraße, Decumanus der mittelalterlichen Planstadt. Die natürliche Nord-Süd-Achse war allerdings die meiste Zeit ihres Bestehens ihrer eigentlichen Bedeutung beraubt, denn lange Jahre war das Seetor mangels sinnvoller Anbindung verschlossen. Die Prager Straße entstand ja bekanntlich erst Jahrzehnte nach Niederlegung der Festungswerke und Trockenlegung der Tümpel und Teiche südlich der Stadt im Zusammenhang mit dem Bau der Sächsisch-Böhmischen Bahn…




    Die erst mit der Neubebauung der Altmarkt-Südseite zum Teil wiederentstandene Straße „An der Mauer“ ist ein weiterer Hinweis auf die einstigen Wallanlagen. Auch sie war Teil des inneren Environweges. Ursprünglich führte sie bis zur Wallstraße durch.





    Im Folgenden steht die Straßenseite der nördlichen Bebauung des Dr.-Külz-Ringes direkt auf der Außenmauer, man wäre also bei Verlassen der Gebäude unmittelbar in den Stadtgraben gepurzelt. Gottseidank gab es damals noch keine Schmaardfohns.




    Blick von der Seetorbrücke nach Südwesten in die Seevorstadt, dem Bereich der damaligen Waisenhausgasse. Heute befinden sich hier das Haus des Buches und das überlebende Vorkriegs-Bankgebäude.




    Wir blicken in Richtung der Seetorbrücke, heute nimmt der Dr.-Külz-Ring den Grabenverlauf ein.






    Weiter geht es zum Salomonisberg, der Südostecke der Festung. In der Ferne sehen wir die Bastion, später als „Jupiter“ bezeichnet, rechts die bis an den Graben reichende Bebauung der Seevorstadt.




    Wir bewegen uns indes weiter im Bereich des Festungsgrabens, hier südlich des neuen Rathauses.




    Blick zurück westwärts zum Seetor, genau in der Flucht der Gebäude lag die Mauer.




    Auch der Südflügel des Neuen Rathauses folgt in etwa dem Verlauf des Walles.




    Salomonisbergbastei, später „Jupiter“, mittig das seit 1593 zugemauerte Salomonistor, links die Wasserleitung des Kaitzbaches, der unter anderem auch der Wasserversorgung der Stadt diente.





    Kenntlich gemachte Spitze der Bastion Jupiter am Rathausplatz, der Blick geht zum Pirnaischen Platz.




    Südliche Flanke der Bastion Jupiter entlang des Dr.-Külz-Ringes.




    Festsaalflügel des neuen Rathauses mit Bastion Jupiter im Vordergrund.




    Inneres des vermauerten Salomonistores, die Innenseite lag in etwa vor der Nordostecke des Neuen Rathauses, dann galt es, die Bastion zu durchqueren.




    Wir blicken mittlerweile in etwa entlang der aktuellen Straßenbahntrasse vom Pirnaischen Tor zum Salomonisberg und nähern uns dem Pirnaischen Platz.




    Am Pirnaischen Platz, Blick zum Standort des Pirnaischen Tores.




    Pirnaisches Tor, gelegen am Ausgang der Inneren Pirnaischen Gasse, heute Landhausstraße.





    Pause!

    2 Mal editiert, zuletzt von antonstädter () aus folgendem Grund: Bildbeschreibung geändert - siehe Arweds Anmerkung

  • Entlang des Festungsgrabens (Teil III)

    Teil 3 beginnt mit dem Eingang zur Landhausstraße vom Standort des Pirnaischen Tores. Aus dem Platze vor dem Pirnaischen Thor wurde später der Pirnaische Platz.




    Auch im Osten war der Festungswall durch Überbauung und Privatnutzung mehr oder minder seiner Defensivfunktion beraubt. Hier der Bereich der Schießgasse, mit der rückwärtigen Front der dortigen Bebauung. Ich vermeine die Rückansicht des Kurländer Palais zu erkennen, ganz rechts das markante Mansarddach des Hofgärtnerhauses.





    Die Schießgasse ist ein weiterer Abschnitt des inneren Environweges, und erinnert mit ihrem Namen ebenfalls an die einstigen Festungsanlagen. Straßenschild mit historischer Laterne vor dem Polizeipräsidium, am Eck zur Landhausstraße.




    Interessanter Durchblick zur Schießgasse, mit Kurländer Palais und Polizeipräsidium. Wir nähern uns der Bastion am Hasenberg, später „Mars“.




    Bastion Mars, Blick nach Norden. Für ein Vergleichsbild hätte man sich in den tosenden Verkehr der St. Petersburger Straße stürzen müssen…




    Reste der nördlichen Flanke der Bastion Mars mit Albertinum (Zeughaus), Treppenanlage, Gedenkstein für die alte Synagoge und vor allem dem markanten Hofgärtnerhaus, heute genutzt durch die Reformierte Gemeinde.




    Vergleichsblick aus leicht geänderter Perspektive. Das Moritzmonument befand sich bis 1895 am Hasenberg.




    Moritzmonument an seinem alten Standort am Hasenberg, unweit der Spitze der geschliffenen Bastion. Heute befindet sich hier das Reichsbankgebäude. (Quelle: Deutsche Fotothek)




    Hofgärtnerhaus über den noch existierenden südlichen Wallanlagen.




    Der neben dem Zwingerteich letzte Rest des Stadtgrabens an dessen östlichem Eingang wurde ab 1820 als Gondelhafen genutzt. 1852/53 wurde er im Zusammenhang mit dem Ausbau des Terrassenufers zugeschüttet und zu einer Parkanlage umgestaltet. Die alten Ufermauern sind heute teilweise wieder sichtbar.





    Flanke der Bastion Mars, diesmal geht der Blick nach Osten.




    Einblick in den Bärenzwinger.




    Ecke der Jungfernbastei (Bastion „Venus“) und Parkanlage im Gondelhafen, Blick zur Elbe.




    Noch einmal das Hofgärtnerhaus, diesmal aus dem Graben von Norden gesehen.




    Blick zurück zur Bastion Mars, die sich weit auf die heutige St. Petersburger Straße hinaus erstreckte. Das Bankgebäude lässt den Verlauf der Nordflanke der Bastion gut nachvollziehen.




    Bastion Venus mit der Ruine des von den Preußen zusammengeschossenen Knöffelschen Belvederes, Ostflanke mit dem Hofgärtnerhaus im Hintergrund.




    An der Ecke der Bastion Venus befindet sich seit 1896 das Moritzmonument, wenngleich seit 2000 als Replik.




    Blick entlang der langen Nordflanke der Bastion Venus am Terrassenufer. Am Versatz im Hintergrund und der unterschiedlichen Ausführung der Außenmauern wird deutlich, dass die Bastion nachträglich vorgebaut wurde, um das Zeughaus besser vor Beschuss zu schützen. Dabei verschwand auch das Ziegeltor, das im Inneren der erweiterten Festungsanlage überlebt hat und heute bekanntlich besichtigt werden kann.




    Noch einmal eine Ansicht der Jungfernbastei über den Stadtgraben hinweg.




    Wir beenden den Rundgang mit diesem Blick auf die Altstadt. Bei der Mauer im Vordergrund handelt es sich natürlich nicht um den Festungswall, sondern sie gehört zum Komplex der Neuen Synagoge am Hasenberg.


  • Vielen herzlichen Dank antonstädter für Deine Exkursionen durch die Stadt. Die sind stets sehr interessant für mich - Bitte mehr. Besonderen Dank aber für Deinen Rundgang um den ehemaligen Festungsbereich. Ich wünschte mir, dass die Stadt diese bedeutende Anlage noch etwas besser zu würdigen verstehen würde. Großer Dank auch für die Bilder von den Festungswerken kurz vor dem Abbruch. Ich wusste nicht, dass es eine derartige Dokumentation überhaupt gibt. Gerade der Blick von der Torbrücke zur seitlichen Flanke der Bastion Saturn hat mich völlig geplättet, ist es doch genau der Bereich, der gerade freigelegt wird.
    Deinem Link folgend gibt es ja da sogar noch weitere Bilder.
    (Eine tolle Idee wäre ein Buch, wo die heutige Situation genau der damaligen gegenübergestellt würde, in Verbindung mit Plänen von einst und heute.)

  • Vielen Dank, gern geschehen ;-) Insgesamt gibt es 90 Bildtafeln nach Aquarellen von August Kannegießer, von denen auch zumindest einige im skd-Fundus abrufbar sind. Ich habe mich in dem Beitrag etwas beschränkt. Interessant finde ich persönlich noch das Blatt 49, der Blick geht von der Ecke des Gewandhauses (links) an der Kreuzgasse/-straße nordwärts auf die an die Mauer angebauten Häuser auf dem heutigen bald zu bebauenden Gewandhausparkplatz.



    Leider habe ich die entsprechende Vergleichsaufnahme "vergessen".


    Auch die Neustädter Wallanlagen wurden von Kannegießer/bzw. der Doku des Geschichtsvereins entsprechend bearbeitet, wären allerdings eine Extrabegehung wert. Das Problem ist hier nur, dass von denen im Stadtplan so gut wie gar nichts mehr aktiv nachzuvollziehen ist, leider. Aber vielleicht werde ich sie mir trotzdem noch einmal vornehmen.

  • Ich werde mal anfangen zu sparen, um mir dieses großartige Buch antiquarisch zu erwerben! Da ist eigentlich jedes Bild hochinteressant, weil es Bereiche der Stadt zeigt, die sonst eher nicht abgebildet wurden, bis es dann zu spät war.
    Noch eine kleine Korrektur zu dem mit #5017 nummerierten Bild. Dieses zeigt den Blick von der Seetorbrücke auf die Bebauung auf der Grabenmauer, nicht der Wallmauer. Also der Blick auf das Haus des Buches und die benachbarte ehemalige Dresdner Bank.


    Ähnliches gilt auch für das Bild mit der Nummer #5040. Hier blicken wir von der Straßenbahnhaltestelle am Pirnaischen Platz in Richtung des gerade im Abriss befindlichen Robotrongeländes. Das markante Dach könnte die Kapelle des alten Johannisfriedhofes sein, auf dessen Gelände später die Johann- Georgen- Allee angelegt wurde.

  • ^Stimmt. Es zeigt den Bereich der Waisenhausstraße, danke für die Korrektur. Werde es noch ändern.


    Deine Buchidee finde ich übrigens äußerst interessant. Zwar gibt es auch zur Festung schon gute Literatur, aber solche direkten Bildvergleiche sind doch immer wieder spannend...

  • Die Neustädter Festungswerke (Teil I)

    Nun ist es doch passiert, und ich habe mir das Neustädtische Pendant der Altstädter Festungsanlage zu Gemüte geführt…


    Vordergründig gestaltet sich die Suche hier ungleich schwieriger, und das, obwohl der einstige Verlauf der Neustädter Verteidigungsanlagen kaum durch Kriegshandlungen und –zerstörungen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dies erklärt sich aus der relativ späten Befestigung Altendresdens, der nachmaligen Neustadt, die bis ins 17. Jahrhundert nur durch einen mehr oder weniger provisorischen Erdwall geschützt worden war. Dabei flossen neueste Erkenntnisse der Militärarchitektur mit ein, so dass eine großzügige, aus einem aufgeschütteten Graben- und Wallsystem bestehende Bastionärsanlage um das damals eher bescheidene Örtchen gelegt wurde, die einem Vauban zu allen Ehren gereicht hätte. Zwar gab es eine gemauerte Krone und diverse gemauerte Verstärkungen, generell konnte ein Erdwall die modernen Geschütze der Zeit jedoch erheblich besser absorbieren.


    Das System bestand dabei stark vereinfacht im Wesentlichen aus einem inneren Hauptwall mit gemauerter Krone, diesem unmittelbar vorgelagert lag der Niederwall (Faussebraie),dem sich der recht flache, aber stellenweise sehr breite Graben vorlagerte. An dessen Außenseite befand sich der Glacis, eine geneigte, von der Feldseite her ansteigende Aufschüttung, die als Schussfeld für die Verteidiger diente und nicht bebaut werden durfte. In engen regelmäßigen Abständen waren dem eigentlichen Wall Bastionen vorgelagert, so dass sich insgesamt ein sternförmiges Aussehen der Anlagen ergab.



    Mit Niederlegung der Neustädter Werke um 1818 wurde der Wall eingeebnet und der Graben zugeschüttet, auf dem gewonnenen Terrain zahlreiche neue Straßen angelegt.


    Es gehört zu den Kuriositäten der Dresdner Stadtgeschichte, dass die hier entstandene kleinmaßstäbliche, von Grünanlagen und Gärten umgebene Bebauung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen überlebt hat. Somit lässt sich bei entsprechender Kenntnis und aufmerksamer Betrachtung noch heute der einstige Festungsgürtel sehr gut nachvollziehen, denn die Kontraste mit der bestehenden engeren Bebauung innerhalb der Festung (heute teilweise zerstört) und den Jahrzehnte später entstandenen hochverdichteten gründerzeitlichen Wohnviertel außerhalb sind augenfällig. Zudem habe ich hier und da noch Spuren entdecken können, die weitere hochinteressante Deutungen zulassen. Dazu an den entsprechenden Stellen…



    Gestalt der Festungsanlagen



    Der Neustädter Festungsring besaß insgesamt sechs Bastionen, die mit römischen Ziffern nummeriert wurden. Begonnen wurde im Osten am Batardeau, dem sogenannten „Bären“, unmittelbar am Elbufer, die Bastion II befand sich zwischen Hospitalstraße und Glacisstraße in Höhe Melanchthonstraße, Bastion III östlich des Schwarzen Tores am heutigen Albertplatz, in etwa an der Einmündung der Hospitalstraße in den Platz.

    Westlich des Schwarzen Tores schloss sich Bastion IV in Höhe Einmündung der heutigen Erna-Berger-Straße in die Theresienstraße an, Bastion V am nördlichen Ende des Palaisplatzes an der Hainstraße.


    Am Palaisplatz befand sich das zweite Stadttor der Neustadt, das Weiße oder Leipziger Tor. Bastion VI wiederum verteidigte den Elbufersaum östlich des Japanischen Palais. Es handelt sich heute um den einzigen noch oberirdisch sichtbaren Teil der Neustädter Befestigungsanlagen überhaupt.



    Bastion VI.



    Für die Vergleichsansichten steht wiederum das Druckwerk „Dresdens Festungswerke im Jahre 1811“, Stengel Co. GmbH, Dresden 1890, zur Verfügung, die Tafeln sind einzeln abrufbar bei den Staatlichen Kunstsammlungen unter http://skd-online-collection.skd.museum/ .




    Wir beginnen unseren Rundgang naturgemäß an der Bastion I am „Bären“. Als Batardeau bezeichnet man das Eingangswehr zur Regulierung des Wasserstandes im Stadtgraben, auf deutsch bald zu „Bär“ verballhornt. Hier die Bastion I mit vorgelagertem Grabenschutz am Elbufer, heute südöstlich der Staatskanzlei zu verorten.




    Vergleichsbild, heute ist, abgesehen von der das Bild schneidenden Carolabrücke, der Blick frei auf die Frauenkirche.




    Bereich des Hauptwalls an der Bastion am Bär, der Nummer I. Blick zur Staatskanzlei.




    Vergleichsbild, wohl etwas mehr in nördliche Richtung geschaut. Der Osten des befestigten Bereiches (in etwa östlich der heutigen Albertstraße) war weitgehend unbebaut.




    Wir stehen virtuell im Festungsgraben und schauen in dessen Verlauf nordwärts auf die Ostecke des hinter den Bäumen verborgenen Kultusministeriums, ehemals Dreikönigsschule.




    Man könnte glatt versucht sein, die Niveauunterschiede des Gebietes auf die Erdwerke der Befestigungen zurückzuführen. Schließlich stehen wir auf dem einstigen Hauptwall.




    Lage des Hauptwalles, dieser hätte das Ministerium links angeschnitten und wäre direkt zur Bastion II an der Hospitalstraße verlaufen.




    Blick zurück zur Bastion am Bär, im Hintergrund die Elbe.





    Die nach Niederlegung der Werke angelegte Glacisstraße folgt, wenngleich schnurrgerade, weitgehend dem Bereich des ehemaligen Schussfeldes außerhalb des Grabens. Ihr inneres Pendant verkörpert die Hospitalstraße, die dem Hauptwall folgt.





    Bis an diese Stelle gegenüber der Einmündung der Melanchthonstraße erstreckte sich die Spitze des Grabens um die Bastion II.




    Glacisstraße Höhe Tieckstraße. Ab hier entspricht der Straßenverlauf nach Norden exakt dem Verlauf des Glacis.




    Wir machen einen Abstecher durch den Unteren Kreuzweg zur Hospitalstraße, und damit zum Hauptwall. 1811 hätten wir vom Glacis über den Graben auf die Escarpe des Grabens und die sich dahinter erhebenden Wallanlagen geblickt.




    Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude, heute Justizministerium. Wir stehen im Kessel der Bastion II.




    Die Hospitalstraße folgt nun dem genauen Verlauf des Hauptwalls nach Norden.




    Bereich des Stadtgrabens nördlich der Bastion II, heute zwischen Hospital- und Glacisstraße.




    Auf dem Hauptwall, zumindest in der Fantasie.




    Blick in den Kessel der Bastion III östlich des Schwarzen Tores. Man könnte fast glauben, diese wird durch den Spielplatz zitiert.




    Verlaufsrichtung des Hauptwalls westlich der Bastion III am Schwarzen Tor, südlich des heutigen Albertplatzes.




    Vorgelagerter Grabenbereich, gleiche Blickrichtung.




    Bastion III am Schwarzen Tor, Blick nach Norden. Standort wäre in etwa hinter der Villa Eschebach.




    Um 180 Grad gedreht, Spitze des Niederwalls am Graben, genau am Eingang der Villa Eschebach in der Georgenstraße.




    Im Garten der Villa Eschebach blicken wir durch den Graben zur Brücke des Schwarzen Tores, virtuell natürlich.




    Schwarzes oder Bautzner Tor, Außenseite im heutigen Haltestellenbereich am Albertplatz. Es galt noch, den Graben zu überqueren.





    Schwarzes Tor, Höhe Grabenbrücke.




    Schwarzes Tor, Höhe Faussebraie.




    Schwarzes Tor, Innenseite nach Norden geblickt. Es handelte es sich in der Realität nur um einen entsprechend dekorierten Einschnitt im Wall, der Bau einer richtigen Toranlage unterblieb aus Kostengründen.





    Blick zur Bastion IV westlich des Bautzner Tores.




    Die Theresienstraße wurde nach Verfüllung und Einebnung der Wallanlagen angelegt und schneidet die Bastion IV.




    Graben vor der Bastion IV, zwischen Theresien- und Carolinenstraße.




    Wir stehen auf der Spitze des Hauptwalls der Bastion IV und blicken nordwärts, heute genau die Erna-Berger-Straße entlang. Die kleinen klassizistischen Häuschen sind typisch für die Bebauungsphase unmittelbar nach Niederlegung der Werke und der Anlage der neuen Straßen im einstigen Festungsbereich.




    Graben um die Bastion, Höhe Carolinenstraße. Auch hier die typische kleinteilige Bebauung mit großzügigen Gärten.




    Weiter in Teil 2.

  • Die Neustädter Festungswerke (Teil II)

    Sprung zur Antonstraße. Diese folgt nahezu exakt dem nördlichen Glacis und hat dementsprechend eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie die Glacisstraße. Beide Straßenzüge gehören zum klassischen 26er Ring, der auf Neustädter Seite auf der Außenseite der Festungsanlagen verläuft.




    Blick vom Glacis, der heutigen Antonstraße, auf die Bastion IV.




    Der heutige Blick durch die Erna-Berger-Straße, genau auf die Spitze der Bastion IV. Dabei offenbart sich höchst Erstaunliches: Die leichte Senke in Straßenmitte weist unverkennbar auf den einstigen Grabenverlauf hin, für mich eine DER Entdeckungen des Rundgangs. Ich bin mir fast sicher, dass eine Bodenprofilanalyse sehr erstaunliche Ergebnisse liefern würde…




    Wir bewegen uns weiter auf der Theresienstraße im einstigen Graben. Nur ein kurzes Stück ist es bis zur Nieritzstraße, die erst nach der Entfestigung entstand. Die großen spätklassizistischen Mietshäuser vorn hätten im Graben gebadet.





    Wir gehen durch die 1844 als Birkengasse angelegte Nieritzstraße zur Königstraße. Noch heute erkennbar ist der Bruch zwischen der Altbebauung des 18. Jahrhunderts innerhalb der Befestigung (hinten) und der Neubebauung im Bereich der Befestigungen (vorn). Genau durch die Lücke wäre der Hauptwall verlaufen…





    Das Wallgäßchen ist einer der wenigen Straßenzüge in der Neustadt, die unmittelbar auf die Befestigungsanlagen verweisen. Einst lag es unmittelbar am Festungswall und besteht seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.




    Blick auf Wallgäßchen 4, der heutigen Prisco-Passage. Die klassizistische Bebauung der Nordseite entstand anstelle der Wallanlagen und vermittelt den Übergang zwischen der geschlossenen Bebauung des 18. Jahrhunderts und der offenen Bebauung auf den ehemaligen Befestigungsanlagen.




    Wallgäßchen, Blick westwärts. Der Wall befand sich anstelle der Häuserzeile rechts.




    Die Gegenrichtung. Die kleinen einfachen Häuschen sind typisch für die erste Bebauungsphase nach der Niederlegung.





    Blick aus dem Wallgäßchen in den Kessel der Bastion V. Hier werden bald neue Wohnhäuser entstehen.




    Wir gehen durch die Prisco-Passage. Die Nebengebäude der Wallstraße 22 erstrecken sich genau auf der Faussebraie der rechten Flanke der Bastion V.



    Gegenrichtung, wir sind im Niemandsland zwischen Wallgäßchen und Theresienstraße. Der noch heute vorhandene Niveauunterschied verweist darauf, dass sich der Fotograf im einstigen Festungsgraben befindet.




    Bastion V war baugleich mit den übrigen Bastionen, gesehen vom Glacis an der heutigen Theresienstraße.




    Typisch für den westlichen Bereich der Festungswerke sind die ausgedehnten Parkanlagen rund um die Hainstraße.




    Der Knick der Hainstraße zum Palaisplatz, hier deutlich erkennbar durch das mächtige einstige Versicherungsgebäude, entspricht dem Verlauf der westlichen Flanke der Bastion V. Dessen Hofbereich wiederum vereinnahmt den Kessel der Bastion.




    Grabenverlauf in Richtung Weißes Tor, Palaisplatz Nordseite.





    Weißes oder Leipziger Tor, im Vordergrund die Torbrücke, im Hintergrund das Japanische Palais. Der Blick geht stadteinwärts. Wie am Schwarzen Tor, so kam es auch hier nie zur Fertigstellung einer endgültigen Toranlage. Das Tor hinterlässt einen halbfertigen, rohbauhaften Eindruck, zu erkennen an den nicht ausgearbeiteten Bossen über dem Bogen. Der provisorische Zustand hielt bis zum Ende der Befestigung nach dem Wiener Kongress 1815.




    Die Festungsanlage wurde durch die Akzisemauer ersetzt, die nur noch rein fiskalische Funktion besaß. Dabei entstanden auch die beiden Thormeyerschen Torhäuser von 1827-29. Nur das östliche wurde nach der Zerstörung wiederaufgebaut, das westliche hätte sich direkt auf der 1977 eingeweihten neuen Straßenbahntrasse befunden.



    Östliches Torhaus aus zwei Perspektiven. Perspektivisch wäre, natürlich nach Klärung der Verkehrsführung, die Rekonstruktion des zweiten Baues auf jeden Fall sehr wünschenswert.





    Weißes Tor vor der Zerstörung, von der Kleinen Marienbrücke gesehen.




    Festungswall zwischen Weißem Tor (rechts) und der Bastion VI an der Elbe, vorn links angeschnitten das Japanische Palais.




    Als letzte Station des Rundgangs widmen wir uns ausführlicher der Bastion VI im Garten des Japanischen Palais, die als einziger physisch erhaltener Rest der Neustädter Stadtbefestigung von deren Gestaltung zeugt. Blick in den Kessel der Bastion.





    Bastion VI, Blick von der Außenseite, im Vordergrund der Einlass des Festungsgrabens in die Elbe. Heute erstreckt sich hier eine dicht begrünte Parkanlage.





    Die gleiche Situation, diesmal geht der Blick zur Elbe. Zu sehen die Schanze, die dem Schutz des Ufersaums diente. Links die eigentliche Bastion.




    Heute bietet sich aus ähnlicher Perspektive dieser schöne Blick auf die Yenidze.





    Turm der Dreikönigskirche und Japanisches Palais, gesehen von Bastion VI.




    Blick auf die Elbseite des Japanischen Palais.





    Und zum Abschluss natürlich der erhebende Anblick der vieltürmigen Altstadt. Das war die Begehung der Neustädter Festungswerke, die zu meiner eigenen Überraschung mehr Spuren im Stadtgefüge hinterlassen haben als anfangs gedacht.