Opernplatz 2 – Neubau 2025–27

  • Also, ich bin positiv überrascht. Ich dachte, der Dudler-Entwurf sollte nun kommen, und der gefiel mir überhaupt nicht, und ich empfand ihn dem Platz unangemessen. Dieser Entwurf wirkt sehr viel passender, edler, dynamischer, die Rundungen erinnern an den Streamline der 30er, bringen also auch einen Hauch von Klassik an den Ort.

  • … Eines steht fest: Frankfurt braucht dringend einen Gestaltungsbeirat, der fachlich kompetent ist und Investoren klare Grenzen und Vorgaben bzgl. der Gestaltung setzt.

    …. Tut Euch das bitte nicht an. Du kennst doch die Situation in Berlin ganz gut, Adama, es gibt ein viel kritisiertes Baukollegium, das quasi in allen gestalterischen Bereiche von Architektur und Städtebau in Berlin verhängnisvoll eingreift. Investoren werden gezwungen niedriger zu bauen, als eigentlich möglich wäre, Entwürfe werden so lange und oft zur Überarbeitung zurückgewiesen bis zum Schluß der Architekt selbst nicht mehr zum Resultat stehen kann. Visionäre Entwürfe haben gleich garkeine Chance. Ein abgehobener, elitärer Zirkel der nicht im Sinne der Stadt und seiner Bewohner agiert. Und das Eingedenk der Situation, dass neben dem Baukollegium, noch ein Senatsbaudirektor und ein Bausenator ihr Süppchen kochen.

    Ich kann aus dieser Erfahrung nur von einem Gestaltungsgremium abraten. Je schlanker die Entscheidungsprozesse desto besser.

    Zum Entwurf hier, er ist zu unentschieden und auswechselbar. Wahrscheinlich hätte etwas organisch-amorphes hier ganz gut ausgesehen.

  • Einer der bislang besten Entwürfe. Die Visualisierung taugt aber nicht wirklich, um sich ein abschließendes Urteil zu bilden. Die Perspektive wirkt komplett verzerrt. Um zu sehen, wie das Gebäude in der Umgebung wird, sollte man auf weitere Visualisierungen warten.


    Was mir gut gefällt:

    Die Rundungen und der Naturstein


    Was mir nicht gefällt:

    Der Dachabschluss

  • Was mich wirklich umtreibt ist die unvermittelte Höhe des Gebäudes. Der Altbau hatte 7 Geschosse, nun wurden 8 Geschosse genehmigt, wieso eigentlich? Dieses Gebäude wird seine Umgebung dominieren und in der Höhe mit der Alten Oper in direkte Konkurrenz treten. Die im Artikel der FAZ zitierten "höchsten Maßstäbe" bei der städtebaulichen Einbindung sind hier wohl ganz "wörtlich" gemeint. Man bräuchte eine Visualisierung mit der Perspektive von der Ecke der Bockenheimer Landtr. gegenüber um die tatsächliche Wirkung und Einbindung dieses Gebäude realistisch überprüfen zu können. Das 8. Geschoss hätte zur Alten Oper hin besser als umlaufendes Staffelgeschoss ausgeführt werden sollen um den Baukörper wirklich verträglich zu machen. Zumindest die Abrundungen des Baukörpers vermitteln zu Mäckler-Bauten, was eine gewisse Qualität darstellt.

  • Aus dem Satzungstext ergibt sich die Geltung für das betreffende Grundstück unzweideutig (§ 1 Abs. 1): "Diese Satzung gilt für den Bereich folgender Straßen und Plätze: [...] Taunusanlage bis Opernplatz Nr. 2 (einschließlich)".


    Die inhaltlichen Vorgaben der Satzung scheinen durch den Entwurf aber erfüllt zu werden (insbes. § 3 Nr. 1: "Die Fassadengestaltungen sind in Form, Farbe und Materialien aufeinander und auf die Umgebung abzustimmen").

  • Auch ich finde die in Beitrag #214 gezeigte Planung für den Opernplatz 2 unpassend. Es entsteht für mich der Eindruck, als käme es den Architekten hauptsächlich darauf an, ihre Künste bezüglich der Überlistung der Erdgravitation zu zeigen. Es kommt einem in den Sinn, dass die Konstruktion nicht lange halten könnte oder das Gebäude nach vorn kippen könnte. Beides wird vermutlich nicht passieren, aber dieses Gestaltungsmerkmal steht aufdringlich im Vordergrund. Eine massive und bogenförmige Formgebung im Erdgeschoss mit geringerem Glasanteil - etwa als moderne Interpretation der Bögen an der Alten Oper oder an der Hochstraße 56, beide auf dem folgenden Foto - hätte das Gebäude besser an diesem Platz eingepasst.


    Unterdessen wurde der Abbruch der unterirdischen Gebäudereste beendet und die Grube mit Erde aufgefüllt. Diese zunächst kontraproduktiv erscheinende Tätigkeit dient dazu, den beiden Pfahlbohrmaschinen eine Stand- und Arbeitsfläche zu schaffen. Nur die Grubenmitte wurde nicht aufgefüllt, da hier anscheinend nicht gebohrt werden muss.


    Von gestern:


    IMG_3137.jpg


    Foto: Beggi

    2 Mal editiert, zuletzt von Beggi ()

  • Ernüchternd ist einfach auch, dass man im Jahr 2025 offenbar kein Bewusstsein mehr für ein kontextuelles Bauen in einer so prominenten Umgebung erwarten kann. Mit einer doppelgeschossigen Kolonnade auf der Schmalseite zum Platz hin und dem 8.Geschoss als umlaufendes Staffelgeschoss hätte man städtebaulich respektvollen Bezug zur Alten Oper, der umgebenden Bestandbebauung und dem Sockelbaukörper des Opernturm nehmen können und damit schon sehr viel mehr erreicht. Solche Bezüge mit zu berücksichtigen wäre eigentlich die Aufgabe der Stadtplanung gewesen und im Wettbewerb schon entsprechende Vorgaben zu machen, aber die Frankfurter Stadtplanung verweigert sich ja seit vielen Jahren unsere Stadt wirklich prägen und gestalten zu wollen...

  • Auch umlaufendes Staffelgeschoss wäre nicht akzeptabel gewesen. Das mag vielleicht so wirken weil auf dem Rendering bewusst nur die Gebäude an der Goethestraße mit drauf sind. Am Platz selbst stehen hier aber Altbauten die mit diesem Neubau zusammen ein Tor zum Platz bilden müssen. Schiefergedecktes Mansarddach wäre hier das einzig richtige.

  • 14 Tage später ist man deutlich weiter nach unten gekommen, daher kurz ein Bild durch das offene Tor, ein Bauschild mit Visualisierung gibt es leider immer noch nicht:


    opernplatz2.jpg


    Bild: Adama

  • Lieben Dank, Skyview.

    Was ich mich immer frage, wenn ich die Baustelle von oben betrachte: warum stehen die beiden Platanen da noch? Die können doch eigentlich dort gar nicht erhalten bleiben, das Grundstück ist um einiges größer und der geplante Bau sieht doch auch keine "Lücke" für die Bäume vor?


    Noch keine Genehmigung erteilt? Angst vor Protesten?

    In jedem Fall bestimmt ein enormer Aufwand für die Bauarbeiter.


    qoabz8lz.jpg

  • Europäer: mehr als die Hälfte des Grundstücks, nämlich die Flurstücke 16/6 und 17, liegen im Geltungsbereich der sog. Wallservitut. Die westliche Gebäudefront des Neubaus liegt an der planungsrechtlich festgesetzten "Wallservitutslinie" (unten gelb hervorgehoben). Der von der Wallservitut geschützte Grundstücksteil westlich der Linie darf oberirdisch nicht überbaut werden; unterirdische Gebäudeteile müssen mindestens 1,80 m überdeckt sein (sagt der B-Plan 381 aus dem Jahr 1979).


    OpPl_2_Wallservitut.jpg


    Grafik: planas.frankfurt.de, B 381


    Die Bäume bleiben deshalb stehen, vielleicht werden auch noch neue gepflanzt, was ggf. aus der Baugenehmigung hervorgeht.