Opernplatz 2 – Neubau 2025–27

  • Es wurde schon so viel zu diesem Thema geschrieben und ich kenne wenig Projekte mit Ausnahme vielleicht noch des Bethmannhofes, wo sich eigentlich alle, wirklich alle einig sind, dass das wahrscheinlich Kommende überhaupt nicht geht, nicht an diesem Platz, nicht in diesem Umfeld. Wie kann man etwas derart Uninspiriertes und Langweiliges an dieser Stelle planen? Das passt in die City West, nach Niederrad, von mir aus noch an die Konstablerwache als Ersatz für die sich dort befindlichen noch größeren Bausünden. Der schönste Platz der Stadt, der ein dermaßen großstädtisches und urbanes Flair ausstrahlt wie sonst kein anderer in Frankfurt, soll durch eine solch monotone Kiste abgewertet werden? Ich vermag es beim besten Willen nicht verstehen. Selbst irgendein x-beliebiges Hochhaus wäre besser gewesen. Stattdessen einen Block, der einfach nur kantig und nicht harmonisch wirkt. Der sich noch nicht einmal bemüht, auf die Bebauung an der Goethestraße, insb. des Mäcklerbaus Bezug zu nehmen. Schlimm, ganz schlimm ...


    Oder sehe ich das völlig falsch und das Ganze ist schlicht und einfach den Vorgaben der Bauherren geschuldet, mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel Rendite rauszuholen? Wahrscheinlich schon, leider oft typisch für Frankfurt. Ich bin nicht naiv und weiß auch nicht, ob die Stadt dem durch engere Gestaltungsvorgaben etwas entgegenzusetzen hat. Aber ich vergaß, die Stadtregierung hat komplett andere Probleme, man ist seit Jahren eher mit sich selbst und der jeweiligen Ideologie beschäftigt ...

  • Es gibt weitere Veränderungen am Grundstück "Opernplatz 2", die auf einen baldigen Baubeginn hindeuten. Der bisher recht provisorisch wirkende Bauzaun wurde durch ein stabiles Exemplar mit Fundament ersetzt. Dabei wurde die umgrenzte Baustelle Richtung Alte Oper und auf der "Neue Mainzer Str." erweitert. Es gibt nun eine großzügige Einfahrt über ein vormals öffentlich zugängliches Stück Opernplatz und eine Ausfahrt auf einer Fahrspur der "Neue Mainzer Str.". Auf dem Areal sind zahlreiche Logos des Schweizer Bau- und Immobiliendienstleisters Implenia zu erkennen.


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    Fotos: Beggi

  • Mittlerweile ist mehr Gerät im Einsatz. Auch gibt es einen Banner des Case de Rose (Restaurant gegenüber), könnte Werbung sein oder die kriegen eine Rolle im Rahmen einer Zwischennutzung.



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  • ^ Wie das Bild von Skyview bereits zeigt, wird aktuell der Tiefgeschossbereich abgerissen.


    Näher dran, fortgeschrittener Zustand:


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    Das Drehbohrgerät wird auch bald starten, heute wurden die entsprechenden Bohrrohre angeliefert.


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    Fotos: Beggi

  • Eine im Forum weniger oft gezeigte Perspektive der Straßenfront von der Hochstraße und auch heute wurde fleißig gearbeitet.

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    Bild: main1a

  • Am Opernplatz 2 geht es richtig zur Sache, nur der aktuelle Entwurfsstand bleibt weiterhin geheim. In Frankfurt scheint das zur neuen Baukultur zu gehören: Erst Fakten schaffen, dann vielleicht die Plebs informieren. Offenbar fürchtet man, dass zu viel Transparenz am Ende nur zu Widerspruch führen könnte. Es geht ja auch nur um den schönsten Platz der Stadt (*ironie):


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    Bild: Adama

  • Kleine Randnotiz. Wer die Arbeiten von oben verfolgen will und mit etwas Unschärfe und dem reinscrollen leben kann, kann auf beiden Webcams des CBT Towers, Nummer 1 und Nummer 2, die Arbeiten auf dem Opernplatz 2 verfolgen.

  • Der Abrissbagger hat eine zwei Untergeschosse tiefe Schneise in den Tiefgaragenbereich gefressen. Somit kann er nun "bequem" Richtung Taunusanlage und Richtung Neue Mainzer Straße die Abbrucharbeiten weiterführen.


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    Die Baustelleneinfriedung wurde erneut ein kleinens Stück erweitert, diesmal Richtung Süden. Auch hier hindert den interessierten Baustellenerkunder jetzt ein blickdichter, hoher Bretterzaun beim Fotografieren.


    Baustellenerweiterung mit Bohrschablone für das Drehbohrgerät:


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    Fotos: Beggi

  • Aus dem Four von heute Morgen, es bestätigt die vergangenen Beiträge, dass heftige Betriebsamkeit auf dem Gelände herrscht.

    Gut, dass es dort jetzt losgeht.



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  • Der Hochbau wird Ende des Jahres beginnen. Es entsteht ein Neubau mit acht Geschossen, geplant von dem schon auf dem Bauschild angegebenen Büro Hammerschmidt Architects aus Frankfurt (bis vor wenigen Wochen unter DJH Dietz Joppien Hammerschmidt firmierend). Das steht in der Samstagsausgabe der FAZ. Der Entwurf des Büros Max Dudler wird demnach nicht realisiert. Eine Visualisierung der neuen Planung gibt es bisher nicht.


    Die oberirdische Geschossfläche wird 13.000 Quadratmeter betragen, 10.000 Quadratmeter davon sollen Bürofläche werden. Im Erdgeschoss sind Gastronomie und Einzelhandelsflächen geplant. Projektentwickler ist Lang & Cie., beauftragt vermutlich von den neuen Eigentümern, die das Grundstück aus der Insolvenzmasse von Signa erworben hatten.

  • Heute wurde in der Rhein-Main-Zeitung der FAZ die bislang vermisste Visualisierung der aktuellen Planung veröffentlicht. Ernüchternd, leider.


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    Bild: Capital Land / Hammerschmidt Architects / Bloomimages


    Was sich unter anderem aus dem zugehörigen Text ergibt:

    • Büro- und Geschäftshaus mit acht Geschossen
    • helle Natursteinfassade
    • Fundamente und Untergeschosse des Vorgängers werden teilweise weiterverwendet
    • Geothermieanlage
    • eine Baugenehmigung wurde erteilt
  • Danke. Ich finde den Entwurf deutlich attraktiver als alles bislang Gezeigte. Fügt sich durch die Rundung recht gut in die anliegende Bebauung des Platzes ein und sieht - auf ersten Blick - recht harmonisch aus.

  • Aua. Diese Kiste erschlägt die Umgebung leider fast so sehr wie die Gewinner der vorigen Wettbewerbe. Zumindest an der nördlichen Seite hätte eine Abstaffelung herunter bis zur Traufe der Nachbarn sein müssen. Dafür wäre eine Höhenangleichung in Richtung Süden akzeptierbar gewesen. Und warum ein doppelgeschossiger Sockel, der optisch die - auch noch überhängende - Last darüber nicht tragen kann? (EDIT: Ok, Wiederverwendung der Bestandssubstanz. Immerhin gibt es einen Grund.) Positiv: Naturstein, stehende Öffnungen, gebogene Eckscheiben zum Platz und das große Portal zur Wallanlage.

  • Ich finde es deutlich besser als alles, was vorher geplant war, großstädtisch, ein wenig klassisch, schönes doppeltes Erdgeschoss. Für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Glas und zu viele Fenster, eine Fassade darf auch mal ‚atmen‘. Aber insgesamt passt’s, finde ich ok.

  • Der Entwurf ist im Grunde in Ordnung, weil nicht die erwartete Katastrophe und auch nicht schlechter als Mäcklers Opernturm-Sockelbebauung: die gelbe Natursteinverkleidung entspricht der übrigen Platzbebauung, der doppelgeschossige Sockel wirkt großstädtisch und die runden Ecken korrespondieren mit dem "Flatiron" an der Ecke Goethestr./Fressgass, dem Mäckler-Sockelbau und auch mit der abgeschrägten Ecke des gegenüberliegenden Gründerzeitlers.


    Trotzdem ist das m.E. für den Platz zu wenig.


    Und was überhaupt nicht geht - und hier hätte die Stadt eingreifen müssen, weil es dem Investor am meisten weh tut - ist die Höhe. Alle anderen Gebäude am Platz besitzen über einem doppelgeschossigen Sockel max. 4 Geschosse + Mansarddach oder Staffelgeschoss, dieser Bau hat sechs! Das geht nicht und das scheint sogar der Architekt zu wissen, sonst hätte er die Ecke zum Opernplatz nicht zurückgesetzt. Leider wird dieses Zurücksetzen aber nur wirken, wenn man unmittelbar davor steht, von weiter weg wird das Gebäude alle anderen überragen. Insofern kann man diese Visualisierung schon als irreführend bezeichnen, weil sie a) diese Zurücksetzung des Obergeschosses zu deutlich zeigt und b) als einziges weiteres Gebäude dasjenige zeigt, nämlich Goethestr. 31-37, welches von der o.g. Regel abweicht und mehr als 4 Obergeschosse über dem Sockel besitzt. Allerdings steht dieses auch nicht unmittelbar am Opernplatz und ist daher - zumal nach dem Bau von Opernplatz 2 - als maßstabsgebend nicht relevant.


    Also: Zwei Geschosse weniger und obendrauf ein Mansarddach oder Staffelgeschoss und ich könnte damit leben. Kann das zur Veranschaulichung jemand der KI erzählen?

  • Ich finde den voraussichtlich finalen Entwurf auch ziemlich uninspiriert. Diese Architektur wirkt recht austauschbar und könnte überall stehen. Da gefiel mir (obwohl kein Fan) selbst der Entwurf von Max Dudler besser, von dem als kleiner Trost zumindest die zurückgesetzte Obergeschossecke zum Opernplatz übernommen wurde, aber die Gestaltung des doppelgeschossigen Sockels mit Überhang und die strukturelle Aufteilung der Fassade, gefallen mir überhaupt nicht.

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  • Der neue Entwurf für die Bebauung am Opernplatz 2 in Frankfurt von Hammerschmidt Architekten ist im Kern kein wirklich neuer Entwurf. Vielmehr erkennt man deutlich, dass sehr enge Vorgaben existierten und man den Entwurf von Dudler weiterentwickelt hat (Vom Büro Hammerschmidt hätte ich mir mehr Qualität und Raffinesse erwartet, denn das Büro entwarf teilweise wunderbare Projekte). Wie schon bei den früheren Fassungen basiert auch hier alles auf einem schlichten, zu hohem Rechteck, aus dem an den oberen Kanten Stücke herausgeschnitten werden, wodurch selbst die letzte Spur von Symmetrie verloren geht, gerade zum Opernplatz hin. Es wirkt, als sei lediglich der zuletzt bekannte alte Entwurf in leicht veränderter Form weiterbearbeitet worden.


    Positiv lassen sich lediglich die Rundungen, die Natursteinfassade und die teilweise Integration bestehender Tiefgaragen-Elemente im Sinne der Nachhaltigkeit erwähnen. Doch darüber hinaus fehlt es an Qualität. Wenn man schon auf einem langweiligen rechteckigen Baukörper besteht, wäre zumindest eine Verjüngung im oberen Viertel nach oben notwendig gewesen, um die Massivität und Wuchtigkeit abzumildern, wie es andere Entwürfe bereits überzeugend gezeigt haben.

    Zum Beispiel hier: https://brueckner-dietz.de/projekt/palais-am-opernplatz



    Stattdessen wird erneut deutlich: Dem Investor geht es allein um maximale Flächenausnutzung und Profit, ohne Rücksicht auf die Umgebung oder die gewachsenen Strukturen. Gerade an diesem Standort, dem wohl schönsten und bedeutendsten Platz der Stadt, wäre ein historisierender Entwurf angebracht gewesen. Alternativ hätte man mit gestalterischen Mitteln wie Lisenen, Rücksprüngen, einer Verjüngung nach oben oder auch zwei klar symmetrischen Staffelgeschossen arbeiten können. Sinnvoll und mutig hätte es auch sein können, wie bereits von Epizentrum vorgeschlagen, eine Reduzierung der Geschosszahl im Bereich zur Oper hin und eine Erhöhung zur anderen Seite, etwa auf 10 bis 12 Stockwerke. Somit hätte man herrliche Terrassen mit Ausblick zum Opernplatz hin realisieren können, ein echter Mehrwert und darüber hinaus würde der Opernplatz auf diese Weise nicht "erschlagen" werden. Ein anderes gelungenes Beispiel hierfür ist der Sofitel-Komplex, der zeigt, wie man stadträumliche Qualität mit Wirtschaftlichkeit verbinden kann und trotzdem die gewachsenen Strukturen vor Ort wertschätzt.


    Eines steht fest: Frankfurt braucht dringend einen Gestaltungsbeirat, der fachlich kompetent ist und Investoren klare Grenzen und Vorgaben bzgl. der Gestaltung setzt. Doch aktuell geschieht das Gegenteil. Das Planungsdezernat tritt zunehmend arrogant auf, blockt jede Kritik ab und verweigert den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Selbst auf Anfragen und Rückmeldungen per E-Mail erfolgt keinerlei Reaktion und das nicht nur bei diesem Projekt.

    Der Eindruck bleibt: Die Entscheider machen, was sie wollen. Zugleich wurden in den letzten Jahren immense Summen für Wettbewerbe ausgegeben, deren Ergebnisse am Ende kaum Gewicht haben. Erstaunlicherweise macht das Dezernat an anderen Stellen zuletzt unsinnige Vorgaben und ist nicht bereit, ganz im Gegensatz zur früheren Praxis auch nur einen Millimeter davon abzuweichen, siehe Projekt G8 und die Höhendebatte. Hier passt nichts mehr zusammen.


    Für den Opernplatz bedeutet dies einen deutlichen Verlust an städtebaulicher Qualität, und das ist mehr als bedauerlich. Natürlich hätte das Ergebnis noch schlechter ausfallen können, doch allein dieser Vergleich darf niemals der Maßstab für die Gestaltung eines so zentralen und bedeutenden Ortes sein. Für mich ist das der letzte Beitrag zu diesem Projekt, da ich tatsächlich resigniere.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: Rechtschreibung