Opernplatz 2 - Abbruch und Neubau geplant

  • In diesem Video, einem Online-Talk von Frankfurter Immobilienvermarkter, ist ab Minute 8 auch der Opernplatz 2 als Hochhaus für Potentiale neben Polizeipräsidium, Matthäuskirche und MT zu sehen:

  • Es ist ja nichts Neues, dass der aktuelle Grundstücksbesitzer ein Hochhaus errichten will. Davon war schon die Rede als der Planungsdezernent stolz verkündete, dass der Karstadt an der Zeil noch einige Jahre weitermachen wird. Später wurde seitens des Stadtplanungsamts bestritten, dass es einen Kuhhandel im Zusammenhang mit der Neuentwicklung des Areals Opernplatz 2 gegeben hat. An den Absichten des Bauherrn ändert das ja erst einmal nichts.


    Tatsächlich hat das Planungsamt das Areal im Rahmen der langwierigen Vorbereitung der Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans (womit bekanntlich zwei externe Büros beauftragt wurden) untersucht. Herausgekommen ist eine mögliche Höhe von erstaunlichen 120 Metern. Da das Grundstück dummerweise unmittelbar am Opernplatz liegt, ziemlich genau südlich von diesem, ist zu erwarten, dass sich im Laufe der weiteren Bearbeitung bestätigen wird, was ohnehin auf der Hand liegt: Ein Hochhaus in genannter Höhe würde den wahrscheinlich attraktivsten Platz Frankfurts verschatten. Einen Teil der Alten Oper vermutlich auch. Zumindest in den Wintermonaten auch dann, wenn das Hochhaus weit im Süden des Areals platziert wird. Und ob eine erheblich reduzierte Höhe erstrebenswert ist, nicht zuletzt für den Grundstücksbesitzer, das wird eine der entscheidenden Fragen sein.

  • Das wird sich schon hinruckeln. 120m ist natürlich schon ne Hausnummer, aber wenn der alte Nachbar eventuell noch höher werden darf, wenn er mal abgerissen wird, dann ist das Problem der Verschattung das Gleiche.

    Das Problem der Verschattung ist eben nunmal da, auch wenn nicht ganztägig. Ist in einer Siedlung wie im Wald so.

    Gerade in der Mittagshitze ausserhalb der kälteren Jahreszeit ist eine Verschattung sogar manchmal gewünscht.

    Aber, ich weiss: es gibt nun mal Gesetze, Satzungen und Vorschriften.

    Dennoch meine Prognose: mit einem Kompromiss wird am OP2 ein kleineres HH möglich sein. Warum auch nicht.

  • Nur mal so, weil es hier eben angesprochen wird, das mit der Verschattung habe ich noch nie verstanden. Auf der einen Seite bepflanzt man Plätze mit Bäumen, damit man schön Schatten hat, aber Häuser dürfen keinen Schatten werfen? Im Sommer kommt die Sonne von oben, da ist nichts mit Verschattung und im Winter hält sich keiner länger auf dem Platz auf. Der Opernturm hätte nie gebaut werden dürfen, denn genau im Sommer hält er den Sonnenuntergang vom Platz ab. Noch Eins, wer von Euch ist schon durch die Stadt gegangen und sagt an bestimmten Plätzen "Mensch das ist hier aber schattig". Gut, dass die Verschattung erst in den letzten Jahrzehnten aufgefallen ist, sonst hätte man so manchen Kirchturm oder andere alte Türme nicht gebaut. Nur mal so.

  • Der Opernplatz heißt Opernplatz, weil er von der Alten Oper dominiert wird.


    Dabei sollte es auch bleiben. Schön umgarnt von repräsentativen, steinernen Häusern mit kleinteiliger Parzellenstruktur, angemessener Traufhöhe und gelungener Erdgeschossbespielung.


    Dies ist der Stadtplanung und der Architektenzunft leider nicht allzugut gelungen in den letzten Jahren, weder beim Sockelbau des Opernturms noch beim Sofitel Hotel.


    Der alte Entwurf der Allianz war schon wahrlich klotzig genug und nun soll an der Stelle noch mehr Ausnutzung her ?


    Keine gute Idee für Frankfurts schönsten Platz!

  • Im Netz findet man immer wieder interessante Visualisierungen, aber leider sind sie oftmals nicht aussagekräftig. So sieht man bspw. hier auf der Seite des Global Towers eine Visualisierung eines Hochhauses neben dem Japan Center.


    Konkret zum Opernplatz 2 kann ich aus gut informierten Kreisen berichten, dass es für ein mögliches Hochhaus derzeit kein Planungsrecht gibt und ein Bebauungsplanverfahren zur Schaffung von Baurecht derzeit nicht vorgesehen ist.
    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Investor an der Stelle ein Hochhaus bauen möchte. Lassen wir uns überraschen, was dabei rauskommt.

  • Das Dach wird schon seit den frühen Morgenstunden für den weiteren Abbruch vorbereitet. Es sind ca. 20 Personen dabei das Dämm-/ Abdichtungsmaterial von Dach zu entfernen. Das Gebäude ist auch mittlerweile komplett eingerüstet.


    Bild 1 ist von heute / Bild 2 zum Vergleich vom 20. Januar


    1. 2.


    Bilder: Skyview

  • Zwei Bilder von heute Mittag. Das erste Bild eigentlich nur, um unsere "Verschattungs-Diskussion" wieder aufs Tablett zu heben (Scherz). Das zweite als Beweis, dass tatsächlich nicht nur die oft gesehenen Vorbereitungsarbeiten passieren, sondern tatsächlich unwiederbringlich abgerissen wird. Mit Container, mit Greifzange, mit richtig Schutt.


    Möge es schnell weiter vorangehen.


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    Einmal editiert, zuletzt von Europäer () aus folgendem Grund: typos

  • Der erwähnte Schutt von Europäer stammt vom Dach. Dort wurde nun gut sichtbar begonnen abzubrechen. Ich gehe davon aus, so wie es aussieht, dass der Schutt durch die Lichthofe nach unten befördert wird.


    Bild 1: 8:30 Uhr / Bild 2: 15:45 Uhr


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    Bilder: Skyview

    Einmal editiert, zuletzt von Skyview () aus folgendem Grund: Bild hinzugefügt

  • Von unten sieht man auch schon die ersten Lücken im Obergeschoss. Der Abraum - zumindest größere Teile - werden aber wohl doch aussen runtergehievt.



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    Fotos von mir

  • Was nach dem Abbruch auf dem Grundstück Opernplatz 2 gebaut wird, das ist weiterhin offen. Ein achtgeschossiges Gebäude, für das es bereits eine Baugenehmigung gibt, möchte der Grundstückseigentümer Signa offenbar nicht bauen. Ein Hochhaus an dieser Stelle wird die Stadt wegen der Verschattung des Opernplatzes voraussichtlich nicht genehmigen. Der Frankfurter Rundschau zufolge hält der Planungsdezernent selbst ein bis zu 60 Meter hohes Gebäude an dieser Stelle für problematisch. Inhaltlich zu den denselben Ergebnissen sollen die beiden Planungsbüros kommen, die derzeit und noch bis Anfang März an der Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans arbeiten. Ein Ansatz, wie dieser Knoten durchschlagen werden könnte, ergibt sich aus dem Artikel nicht.

  • In Anbetracht der aktuell laufenden Abbrucharbeiten und der andauernden Diskussion wie hier zu bauen sei, möchte ich nochmal eine Lanze für den Bestand brechen, der mit den angrenzenden Gebäuden Goethestraße 37 und Große Bockenheimer Straße 45, ein schönes Ensemble und eine Torsituation gebildet hat. Die Gemeinsamkeiten liegen in der gestalterischen Absetzung des obersten Geschosses und der Sockelzone, die filigranen Proportionen der Lochfassaden, der annähernd gleichen Traufhöhe und in der Ausbildung eines Flugdaches als Gebäudeabschluss. Folgendes Bild von epizentrum zeigt das ganz schön:


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    Bild: epizentrum

    Bleibt zu hoffen das der grobschlächtige Entwurf des Wettbewerbes aus 2016 nicht gebaut wird. Ein Hochhaus in erster Reihe zum Opernplatz finde ich grundsätzlich falsch an der Stelle.


    Allerdings verstehe ich die Verschattungsthematik eines 60m hohen Hochhauses im südlichen Grundstücksbereich nicht wirklich. Der angrenzend, ebenfalls im Süden zum Opernplatz gelegene Vertitas/HeLaBa-Turm, wird demnach einen über dreimal so langen Schatten werfen. Die nördliche Außenkante des Veritas-Turms ist ca.140m von einer gedachten nördlichen Hochhauskante auf der südlichen Grundstückshälfte entfernt. Das bedeutet, dass der Schattenwurf des Veritas-Turms auf den Opernplatz in den Wintermonaten großer sein wird, als der eines 60m hohen Hochhauses am Opernplatz 2.

  • Stimme Dir absolut zu, was das Zusammenspiel der bestehenden Gebäude angeht.


    Vielleicht wäre es ja ein Kompromiss, wenn man den neuen Baukörper ein wenig staffelt. Zum Opernplatz hin die Höhe des jetzigen Bestands aufnehmen und eventuell auch die Fassadenstruktur und Arkade anlehnen bzw. weiterführen. Auf die Stufung könnte eine schöne Dachterrasse drauf (mit Blick zum Opernplatz und z.B. für Gastronomie sicher sehr attraktiv).

    Und dann etwas in die Neue Mainzer Straße rein erst das Hochhaus. Würde auch die diskutierte etwas dominierende Position zum Opernplatz abmildern. Gleichzeitig würde so für die Neue Rothofstraße mit dem ma|ro eine regelrechte Tor-Lösung auf der anderen Straßenseite geschaffen (zusammen mit der ehemaligen City-Bank).

  • nach gut knapp 2 Wochen seit beginn der Abbrucharbeiten ist das Dach und die obere Etage bis auf eine kleine Stelle schon komplett abgebrochen worden.



    Bild: Skyview

  • Update 19.März 2021.


    Es ist laut und dreckig und schwere Laster holen Schutt ab, aber es kommt voran.

    Für die Ortsunkundigen: Der im Abriss befindliche Bau war exakt so hoch wie das Gebäude im linken Bildrand (Bild 1) bzw. gegenüber am Eingang zur Goethestraße (Bild 2).



    Neue Blickachsen auf für die Anwohner der Neuen Mainzer Straße:

  • ^ Ja, der Abriss kommt gut voran, das Abrissgebäude kann sich bereits hinter ein paar Seifenblasen verstecken.


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    AWR setzt ausnahmsweise mal nur relativ kleine Abbruchmachinen ein.


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    Fotos: Beggi

  • Ein update von heute:


    knapp zwei Monate nach beginn des Abbruchs, ist man nun auf der Seite zum Opernplatz hin bereits an der Decke des Erdgeschosses angekommen.

    Die Ecke sieht gleich viel luftiger aus, als mit diesem alten KLOTZ. Ich hoffe wirklich, dass an dieser Stelle etwas passendes gebaut wird und uns nicht wieder alles nur mit belangloser Masse erschlägt.



    Bilder: Skyview

  • Wenn man jetzt den freien Blick über die Rest hinweg so sieht, fände ich es spannend, wenn man auf der einen Seite die moderne Front des MaRo aufnimmt und auf der anderen Seite zur Oper hin dann die eher Front der Ecke Goethestraße fortsetzt oder stilistisch mit der gegenüberliegenden Front nach Norden korrespondiert.

    Das könnte im Ergebnis dann auch als Verbindung zwischen dem traditionelleren, klassischen Opernplatz auf der einen Seite und dem modernen Bankenviertel auf der anderen Seite wirken, quasi wie ein architektonischer Spannungsbogen.