Opernplatz 2 - Abbruch und Neubau geplant

  • Die beiden veröffentlichten Bilder zeigen die Gebäude jeweils aus Blickrichtung Opernplatz mit (ehemals) Citi-Hochhaus und Commerzbank-Turm im Hintergrund.


    Das ganze Ausmaß des Schadens wird sich erst auf den Bildern mit Sicht auf die Alte Oper zeigen. Ausserdem steht zu befürchten, dass die anderen Entwürfe bessere Lösungen für diesen Platz gefunden haben.


    Was wäre gewesen, wenn die Stadt zur Allianz gesagt hätte: Hör zu. Du darfst neu bauen. Das ist für die Stadt eine sehr wichtige Stelle. Wir würden den Platz gerne vollständig einrahmen. Bitte orientiere dich an Alte Oper, Sofitel und UBS. Ich könnte mir ein Gebäude vorstellen, das Richtung KaDeWe geht.


    Die Allianz müsste mehr investieren, hätte allerdings ein unverwechselbares Premium-Gebäude statt einer austauschbaren Schachtel. Wenn ein No-Name-Investor ein Projekt wie das Sofitel stemmen kann, dann sollte das für die Allianz erst Recht kein Problem sein.

  • .... Gellert: „Der Opernplatz braucht einen neuen Abschluss nach Süden hin ... städtebaulich sensiblen Situation ... Die Beiträge fügen sich gut ein und werden dem historischen Platz gerecht ....


    Ist der Gellert Träger einer gelben Binde mit drei Punkten?!
    Wenn ja, ist er entschuldigt, ansonsten ist dieser Hohn nicht zu toppen.


    Gerade das BE Gebäude dort als sensibel eingefügt zu bezeichnen...Irre.


    Bei dem Staab Entwurf sind vernünftige Ansätze vorhanden ( Fassadenfarbe /-struktur ), durch Änderungen ( z.B. die oberen 2 Stockwerke mittig platzieren ) wäre da was halbwegs Akzeptables zu erreichen. Mehr aber auch nicht.

  • Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das auf jeden Schritt nach Vorne zwei Zurück folgen. Ausgerechnet an dieser Stelle war ich mir sicher, daß die Auflagen seitens der Stadt ein maximales Ergebnis fordern, wie naiv von mir. Geld scheint wirklich das einzige Argument gewesen zu sein. Das Haus von Staab ist ja nicht schlecht, aber bitte nicht am Opernplatz! Bei dem Vorschlag von BE Berlin ist mir beinahe die Luft weggeblieben.

  • Welche Auflagen seitens der Stadt denn, Mikesch? Dafür gibt es keine Grundlage. Solche kann es nicht gegeben haben, solche hat es nicht gegeben. Bauen möchte hier die Immobilieninvestment-Sparte eines Versicherungsunternehmens. Deren Claim lautet auf gut deutsch "Creating Value". Es geht also um Rendite! Schock! Um den vorhersehbar folgenden Einwand, der größte Wert sei ein herausragendes Gebäude, vorweg zu nehmen: Das Kichern über diese Aussage könnte man vom Münchner Unternehmenssitz bis zum Frankfurter Opernplatz hören.


    Der Ansatz muss doch ein anderer sein. Die Stadt fordert bei städtebaulich bedeutenden Bauprojekten einen Architektenwettbewerb. Das ist zweifellos richtig. Diesen gibt es dann auch immer, auch wenn es meines Wissens keinen Anspruch darauf gibt. Herr dieses Verfahrens ist der Bauherr. Was daraus folgt, ergibt sich u. a. aus der oben verlinkten Pressemitteilung der Allianz: "Gleichzeitig mussten die Entwürfe die für eine Kapitalanlage erforderliche Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit eines Bürogebäudes berücksichtigen". Aha.


    Vereinfacht ausgedrückt, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, dafür ist hier nicht der richtige Ort, sitzen im Preisgericht: a) Architekten, b) Vertreter des Bauherrn und c) Vertreter der Stadt. Den Vorsitz hatte hier Prof. Zvonko Turkali, ein Frankfurter Architekt, von 2009 bis 2012 war er Landesvorsitzender des BDA Hessen. Was die Fraktion b) wünscht, liegt auf der Hand: Ein kostengünstiges und möglichst gut vermarktbares Produkt, pflegeleicht, mit geringen Unterhaltskosten. Verständlich. Doch es sitzen ja auch die Fraktionen a) und c) mit am Tisch. Was genau bewirken diese denn? Erfreuen die sich vor allem an guten belegten Brötchen? Oder ist die ganze Veranstaltung womöglich nur Folklore? Diese Fragen werden umso drängender, wenn man aus dem Planungsdezernat vernimmt, wie diese beiden überaus einfältigen Investorenkisten über den grünen Klee gelobt werden. Dabei hat der Kaiser doch gar keine Kleider an.

  • Staab ist nicht irgendein Büro. Wenn man dem Architektenbüro-Ranking von Baunetz glauben schenken mag, dass unter den Büros durchaus einflussreich ist, belegt Staab Architekten (Berlin) zur Zeit mit großem Abstand den ersten Platz im Land (übrigens ist unter den Top 20 nicht ein Frankfurter Büro --> was ist da los?). Rankings, ob zur Lebensqualität, Universitäten oder Architektenbüros mögen manchen Beobachtern oberflächlich erscheinen, aber man kann nicht abstreiten, dass die seriöseren Rankings bei wichtigen Entscheidungen durchaus Beachtung finden. Man wird also in den meisten Jurys dreimal überlegen, ob man einem unbekannten Newcomer-Büro den ersten Preis ausspricht oder dem "Bayern München" der deutschen Architekten-Szene, also dem unangefochtenen Platzhirsch, dessen Reputation natürlich vorauseilt.


    Für mich geht der sachlich-symmetrische 50er-Jahre Retro-Bau an dieser Stelle in Ordnung und stellt keinen radikalen Bruch dar zum gelungenen Vorgänger. Das funktionierende Ensemble Alte Oper Platz wird nicht entscheidend gestört. Man muss ja schon fast zufrieden sein, dass es kein dekonstruktivistisches Beton-Experiment geworden ist.


    Wir sind in Frankfurt durch Sofitel, Aufbau der Neuen Altstadt, Goethe 34, Historisches Museum oder auch dem Goethe-Plaza zuletzt sehr verwöhnt worden (besonders wenn man viele der viel zu unterkühlten Projekte aus anderen deutschen Großstädten sieht). Das darf nicht dazu führen, dass das als neuer Gradmesser für alle neuen Bauten in Frankfurt herhält. Bei einer solchen Erwartungshaltung sind für dieses Jahr noch weitere "maßlose Enttäuschungen" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert.

  • Golden Age, haben dich die aktuellen Entwürfe eines Großteils der Deutschen Architekten schon so abgestumpft dass deine Ansprüche derart gesunken sind? Vom Sofitel (ausschließlich der Hotelteil, das Wohngebäude dagegen ist unterirdisch) und ein paar Entwürfen für die Altstadt abgesehen, kann keins der von dir genannten Projekte für sich in Anspruch nehmen irgendjemanden zu "verwöhnen", schon gar nicht das Historische Museum. Es sind teilweise ein paar eigentliche Selbstverständlichkeiten berücksichtigt worden (die man von so ziemlich jedem Projekt erwarten können sollte), aber wirklich gut dass man kaum was kritisieren könnte, sind auch Goethe 34 und Goetheplaza bei weitem nicht. Und wenn du den Vergleich mit anderen Städten ansprichst... Hamburg, Düsseldorf und (trotz Lüscher) vor allem Berlin können in letzter Zeit deutlich mehr wirklich gute Projekte aufweisen als Frankfurt.
    Staab wäre das kleinere Übel, aber auch nur das. Zur Umgebung passt auch er nicht wirklich, und da gibt es auch nichts zu beschönigen. Zu streng, die unteren Geschosse betonen die Horizontale zu sehr, und der Rücksprung des Staffelgeschosses ist zu stark, und sollte ohnehin besser symmetrisch von allen Seiten ausgebildet sein. Keine Dachgestaltung, noch nicht mal eine Attika. Nur das oberste Geschoss ist höher als die anderen, was aber auch nicht vorteilhaft aussieht. Wobei hier am Opernplatz aber generell nur Mansarddächer in Frage kommen sollten. Zu dem anderen Entwurf fehlen mir einfach komplett die Worte, so schlecht und respektlos gegenüber der Umgebung ist der.
    Absolut unverständlich, wie der Herr Planungsdezernent wirklich jede geplante Bausünde dazu noch über den grünen Klee lobt, da wünsche ich mir regelrecht Edwin Schwarz zurück, der schien wenigstens noch ein Grundmaß an Geschmackssensibilität zu haben.

  • Entwürfe des Realisierungswettbewerbs

    Ich bin heute zufällig beim Frankfurter Planungsdezernat (Kurt-Schumacher-Straße 10) vorbei gekommen und habe bei der Gelegenheit gleich mal ein paar Bilder von den Ergebnissen des Realisierungswettbewerbs zur Neubebauung des Opernplatz 2 geknipst. Ich war leider nur mit der Kamera meines Mobiltelefons bewaffent, aber man bekommt einen ganz guten Eindruck denke ich.


    Los geht's mit dem ersten 2. Preis in Form des Entwurfs der Büros Staab Architekten, hier vom Ende der großen Bockenheimer aka Freßgass aus gesehen:


    Vom Opernplatz aus:


    Aus der Wallanlage:


    Von der neuen Mainzer aus:


    Eine Detailansicht der Fassade:


    Und ein Plan aus der Vogelperspektive:

    Fotos von mir. | Renderings: Staab Architekten / Allianz Real Estate Germany



    Weiter geht's mit dem dem nächsten 2. Preis, dem Entwurf von den BE Berlin. Hier vom Opernplatz aus:


    Von der neuen Mainzer aus:


    Aus der Wallanalage:


    Auch hier ein Fassadendetail:


    Der Plan:


    Und ein Foto des Models:

    Fotos von mir. | Renderings + Model: BA Berlin / Allianz Real Estate Germany



    Hier nun der 3. Preis von Allmann Sattler Wappner Architekten, hier vom Opernplatz aus gesehen:


    Von der neuen Mainzer aus:


    Und hier aus den Wallanlagen heraus:

    Auf diesem Rendering fiel mir sofort die brachiale versiegelt Fläche im Vordergrund auf.
    Und das Rendering trügt auch nicht, auf dem Plan und im Modell verschluckt der Vorplatz an der Stelle leider gefühlt die halbe Wallanlage.



    Fotos von mir. | Renderings + Model: Allmann Sattler Wappner Architekten / Allianz Real Estate Germany


    Zudem gäbe es auch noch sieben weitere Entwürfe die keinen Preis bekommen haben, welche ich allerdings heute nicht mehr aufbereiten und abloaden kann.
    Bei Interesse stelle ich die anderen Entwürfe aber gerne morgen noch hoch.

    5 Mal editiert, zuletzt von sweet_meat () aus folgendem Grund: Nachtrag: 3. Preis

  • OMG, was ist das hier? Wieso wird mit der Geschichte eines Platzes so respektlos umgegangen? Und dann diese Selbstbeweihräucherung und auch noch denken, man erweist der Oper eine Ehre wenn man so baut... Unglaublich.

  • ^^Also ein zweiter Preis der zumindest den abzulösenden Bestandsbau zitiert und weitere "preisgekrönte" Leistungen, die zusammen mit dem "ersten Zweiten" ebensogut - vielleicht sogar besser - in Industriegebieten wie der ehem. Steubenkaserne Gießen oder in Eppstein, Am Quarzitbruch aufgehoben wären, als an diesem Platz in Frankfurt.


    Nicht das die Entwürfe grundsätzlich schlecht wären, sie sind nur völlig falsch an diesem Ort.

  • OMG - wen ich mir den dritten Preis ansehe, wird mir ja ganz schlecht.


    Beim Staab-Entwurf sind die nach oben schmaler werdenden und dann fast ganz aufgelösten Pfosten oder Lisenen zwischen den viel zu breiten Fenstern eine ganz nette Idee. Auch dass goldeloxierte Fensterrahmen kommen sollen, finde ich reizvoll - und überfällig, dass sie endlich mal wieder kommen.


    Nur stimme ich dem Argument weiter oben zu: Alle Entwürfe sind fehl am Opernplatz. Auf der Hanauer oder gar auf der Zeil funktioniert das, aber nicht hier.


    Der Stein, den Staab gewählt hat, finde ich mutig, aber auch hier nicht passend. Wenn dunkler, dann beiger, aber nicht grauer.


    BE hat einen großstädtischen Entwurf abgeliefert, aber der ist zu steril und nicht passend. Der Stein ist gut.


    Was ist eigentlich mit den anderen Entwürfen? Sind die noch schlimmer?


    Mich wundert es nicht, dass kein erster Preis ausgelobt wurde - und allein das muss man als Zeichen werten. Nur warum soll sich der Bauherr mit zweitplatzierten Entwürfen wirklich zufrieden geben? Ich würde an deren Stelle nun ein Büro meiner Wahl in Gang setzen und etwas entwerfen lassen, was ich auch wirklich gerne bauen will, das aber dennoch im Kostenrahmen bleibt.


    Es ist ein bisschen zum verzweifeln, was die Architekturbüros so abliefern. Anscheinend können sie nicht (mehr) besser. (In der Braubachstraße geht es jedoch.)
    An diese Stelle der Stadt gehört eine Perle. Das wäre die Chance! Aber kein Loft-Stall.

  • Mehr als Kopfschütteln kann man da echt nicht mehr. Der erste 2. Platz ist einigermaßen interessant wegen der Materialität der Fassade, ansonsten ist der Entwurf aber einfach nur unpassend und zu brutal. Der zweite 2. Preis lässt mich einfach nur ungläubig zurück, wir sind hier am >>>Opernplatz<<< und nicht auf dem Campus Westend. Und der 3. Preis macht mich schlicht weg fassungslos. Was soll das? Ernsthaft? Mir fällt da echt nichts mehr zu ein. :Nieder::Nieder::nono::nono:

  • Park

    Warum reißt man den Bestand nicht einfach ab und vergrößert den Park. Das wäre bei diesen Entwürfen m.E. nach die beste Lösung!!!


    Versagt hat aber mal wieder ganz klar die Stadt. Hier hätte man mit Fingerspitzengefühl zuvor eine klare Richtung für die Gestaltung vorgeben müssen.
    Hätte dieses Gebäude wirklich einen Gewinn für den Opernplatz darstellen sollen, hätte man die Alte Oper selbst und nicht Brutalismus und Kubismus zitieren müssen.
    Es ging doch auch beim Sofitel. Nach der extremen Aufwertung durch diesen Komplex kommt nun wohl der nächste große Rückschlag für die innerstädtische Gestaltung. Einfach nur grotesk, wie man einen hässlichen Nachkriegsbau durch einen für diese Stelle noch hässlicheren, noch unpassenderen Bau ersetzen will.


    Der dritte Preis erinnert mich an ein Parkhaus... Was ist da los in den Köpfen der Architekten?

  • In Schmittchens letztem Beitrag ist beim Staab-Beitrag ein Plan aus der Vogelperspektive enthalten. Dort sind (anders als in den übrigen Visualisierungen) 3 Bäume eingezeichnet, die das Gebäude von der Alten Oper aus größtenteils verdecken würden.


    Diese Bäume sind wirklich das einzige, was ich liebend gern umgesetzt sehen möchte. Diese würden wenigstens für ein paar Monate dafür sorgen, dass dieses Elend nicht zu sehr auffällt. Stattliche Linden oder Platanen, die lange Zeit ihre Blätter tragen, wären hier eine echte Wohltat.

  • Es ist ein bisschen zum verzweifeln, was die Architekturbüros so abliefern. Anscheinend können sie nicht (mehr) besser.


    Das fragt man sich in der Tat manchmal. Hier fehlt aber auch mal wieder die "Seele" des Vorhabens. Früher hieß sie Bauherr, heute es Investor, Träger, Projektentwickler etc., aber eben nicht den einen, der ein ganz bestimmtes Gesamtziel verfolgt, der einen Willen durchsetzen möchte, der sich kümmert, der treibt, bis das letzte Detail stimmt. Im Idealfall eben ein Bauherr, vielleicht sogar ein Selbstnutzer. Gestaltungssatzungen und Gestaltungsbeiräte oder ein dominierender Planungsdezernent mit klarem Gestaltungswillen könnten ein wenig helfen.


    Mich würde es in diesem Fall nicht wundern, wenn schon die Ausschreibung der Investorin Allianz den Entwürfen enge Grenzen setzt. So könnten hier Stichworte wie Rasterfassade, Nutzungsflexibilität, hohe Wirtschaftlichkeit, optimale Ausnutzung der Geschossflächengrenzen etc. gefallen sein.


    Und was gibt der Planungsrahmen her? Ich finde für den Opernplatz nur den Bebauungsplan 381 mit Stand Februar 1979, der u.a. folgendes festlegt: Gebietsart Kerngebiet (MK), maximal 7 Vollgeschosse, Grundflächenzahl 0,45, Geschossflächenzahl 3,5, private Grünflächen entlang der Wallanlage, öffentliche Gehwege über diese Grünflächen. Kein Wort zur städtebaulichen oder architektonischen Gestaltung, nichts zu Fassaden und Dächern oder zur Einfassung des Opernplatzes. 1979 halt.


    Meiner Meinung gibt es nicht wenige Plätze und Straßenzüge in der Innenstadt, deren Bebauungspläne dringend überarbeitet werden müssten.

  • Zu den gezeigten Entwürfen, die die Preise eingeheimst haben, wurde von meinen Vorrednern alles schon gesagt. Auch ich bin der Auffassung, dass der Entwurf von Staab Architekten grundsätzlich nicht schlecht ist, was Materialien, Gestaltung, Farbe, Einfassung der Fenster etc. betreffen. Diese Art von „Kontorhaus-Flair“ wäre ein echter Hingucker fürs Ostend. Auch der 2. Platz ist ein moderner Entwurf für ein Bürogebäude mit durchaus schöner Steinfassade , der in ähnlicher Form in anderen Stadtteilen platziert sicherlich den Gefallen vieler hier im Forum gefunden hätte. Selbst dem Entwurf von Allmann Sattler kann man durch seine Leichtigkeit mit den auf allen Etagen vorgelagerten Kolonnaden durchaus etwas abgewinnen und dem Europaviertel hätte er sicherlich recht gut zu Gesicht gestanden.


    Ja - „hätte … “ - entscheidend ist halt leider der Konjunktiv. Für diesen Platz sind sämtliche Entwürfe unpassend, da sie keinerlei Bezug auf ihr Umfeld nehmen. Der Aufschrei unter den Foren-Kollegen ist natürlich auch deshalb so groß, weil es sich beim Opernplatz nun mal um den schönsten Platz Frankfurts handelt. Und daher könnte die Angelegenheit sensibler nicht sein!

    Nichtsdestotrotz wird auch hier wieder wie so oft das Dilemma oder auch die Sinnkrise moderner Architektur sichtbar. In vielen Fällen (nicht in allen) haben die Architekten keinerlei Gefühl für eine behutsame Einfügung ihrer Gebäude in den vorhandenen Bestand und ihre Umgebung. Das zeigt sich dort oft am offensichtlichsten, wo man auf historischen Bestand trifft. Der historische Baustil ist zudem der von der absoluten Mehrheit der Bevölkerung am meisten geschätzte und beliebteste, insbesondere dort, wo er noch vorhanden ist. Es ist mir unbegreiflich, weshalb eine Berufsgruppe, anstatt sich an einem fast schon gesellschaftlichen Konsens und einer vorgefunden Umgebung zu orientieren, geradezu das Gegenteil verfolgt und so regelmäßig mit ihren Entwürfen (bei Nicht-Investoren) vor die Wand läuft. Daran zeigt sich, dass moderne Architektur heutzutage in vielen Fällen leider keinerlei Antwort hat auf ein Bauen – d.h. Einfügen – im historischen Umfeld (es sei denn es gibt eine klare Gestaltungssatzung wie beim Dom-Römer-Projekt). Nun ist es ja aber auch nicht so, dass die Verfechter der Moderne nicht genügend „Spielplätze“ hätten, um sich nach Herzenslust auszutoben. In vielen deutschen Städten entstehen moderne Viertel mit modernen Gebäuden, die dort auch zumindest teilweise als durchaus gelungen betrachtet werden (z.B. Riedberg, Europaviertel, Ostend hier in Frankfurt).


    Ich begreife es leider nicht und es macht mich richtig wütend.

  • Ganz ehrlich, ich verstehe die Panik überhaupt nicht. Beide Entwürfe sind eine solide, ich finde sogar gute Grundlage für eine weitere Bearbeitung. Es könnte, auch in dieser Lage, deutlich schlimmer kommen. Beide Fassaden wirken durch die Verwendung von Naturstein sehr hochwertig. Gut gefallen mir auch die Bronze-Rahmen (?) der Fenster beim Gewinner :daumen:

  • Auch ich habe heute die Ausstellung besucht und war wirklich nicht begeistert.
    Es gab 2 Entwürfe (allerdings nicht unter den Preisträgern) die mir einigermaßen gefallen haben.
    Zuerst Max Dudler und dann Ferdinand Heide.
    Sweet-Meat wird sowieso noch gleich weitere Bilder posten, dann hat sich die Entwurfsfrage auch gleich geklärt:


    Für mich der beste Entwurf, zumindest 2 Staffelgeschosse die das Boxendesign etwas abmildern:



    Fotos von mir. Renderings: Max Dudler / Allianz Real Estate Germany



    Fotos von mir. Modell: Max Dudler / Allianz Real Estate Germany


    Heide:



    Fotos von mir. Renderings: Ferdinand Heide / Allianz Real Estate Germany

    Einmal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: dank sweet_meat jetzt mit Architektennamen

  • weitere Entwürfe des Realisierungswettbewerbs (Part 1/2)

    Wie gestern versprochen jetzt hier die weiteren Beiträge zur Neubebauung des Opernplatz 2.
    Da es sich um sieben weitere Entwürfe handelt (also einer Menge an Material), habe ich mich entschlossen zwei Beiträge draus zu machen.
    Die Anordnung ist nach Alphabet und nicht nach irgend einem Ranking meiner Seits, auch wenn wir zufälliger Weise mit der „Anerkennung“ starten.
    Zudem möchte ich mich vorab auch gleich entschuldigen, dass ich nicht zu allen Entwürfen gleich viele Details geknipst habe.
    Zu einigen gab es einfach viel mehr Details, auch diese Tatsache stellt keine Wertung meiner seits dar.
    Wer also das volle Paket möchte, muss am besten selbst mal im Frankfurter Planungsdezernat (Kurt-Schumacher-Straße 10) vorbei schauen.



    Anerkennung | Ferdinand Heide Architekt BDA vom Opernplatz aus:


    Vom Ende der großen Bockenheimer aka Freßgass aus gesehen:


    Zur neuen Mainzer hin:


    Und als Model:

    Fotos von mir. | Renderings: Ferdinand Heide Architekt BDA / Allianz Real Estate Germany



    Weiter geht's mit dem Entwurf aus Runde 2 von Henning Larsen GmbH, ebenfalls vom Ende der Fressgass aus:


    Aus den Wallanlagen:



    Von der neuen Mainzer aus:


    Fassadenmuster:


    Als Plan:


    Als Konzeptgrafik:


    Als Modell:

    Fotos von mir. | Renderings: Henning Larsen GmbH / Allianz Real Estate Germany



    Weiter gehts mit dem Runde 2 Entwurf von Max Dudler, hier vom Opernplatz aus:


    Von der neuen Mainzer aus:



    Die Fassade im Detail:


    Und als Modell:

    Fotos von mir. | Renderings: Max Dudler / Allianz Real Estate Germany



    Weiter geht's mit dem 2. Runde Entwurf von Meurer Generalplaner GmbH, vom Ende der Fressgass aus:


    Von Opernplatz aus:


    Aus der neuen Mainzer:


    Fassadendetail:


    Und als Modell:

    Fotos von mir. | Renderings: Meurer Generalplaner GmbH / Allianz Real Estate Germany


    Das waren die ersten vier (von sieben Entwürfen), die Restlichen drei folgen gleich. Stay tunded... :D

    2 Mal editiert, zuletzt von sweet_meat () aus folgendem Grund: Vertipper korrigiert.

  • Die Larsen- und Meurer-Entwürfe sind noch 10mal schlimmer an dem Standort als die beiden Gewinner der 2. Preises.


    Ebenso wie Adama gefällt mir der Dudler-Entwurf noch am besten, auch wenn er mich keineswegs umhaut. Hier hat sich der Architekt noch am meisten Mühe mit der Einbettung ins Stadtumfeld gegeben. Ebenfalls noch zumindest passabel ist der Entwurf von Ferdinand Heide mit den Staffelgeschossen.


    Insgesamt ist der Wettbewerb aber ein komplettes Desaster! Jeder Architekturstudent im 1. Semester hätte zumindest die Fassadengestaltung ähnlich hinbekommen (Details zur Raumaufteilung haben wir hier ja nicht). Die beteiligten Architekten (und Ihre Auftraggeber) sollten sich was schämen!