Zentren - Unterzentren - Kerngebiete (Diskussionsthread)

  • Gerade die Arcaden sind ein Musterbeispiel dafür, wie sich ein EKZ architektonisch von seiner Umgebung abschottet. Die Arcaden an sich haben keinerlei Interesse am Rest Pasings.


    Das sehe ich ganz genauso und bis auf die schicke Radlgarage fällt mir wenig positives zu diesem Monstrum ein!
    Wahrscheinlich sind wir nicht modern genug, um den Vorteil eines gigantischen EZ gegenüber einem quirligen Viertel mit vielen kleinen, inhabergeführten Geschäften zu sehen.
    Der Mensch von heute möchte offenbar mit dem Auto anreisen, ein Dach über dem Kopf haben und Kommunikation ausschließlich über sein iPhone betreiben, sonst bestellt er selbst Brot und Gemüse lieber im Netz.

  • Naja ganz so schwarz-weiß würde ich das jetzt aber auch nicht sehen. Ganz viele kleine, inhabergeführte Läden, würden sicher kein quirliges Viertel ergeben. Das kann man zwar bedauern, das ist aber in der heutigen Zeit leider so. Insofern kann ich die wichtige Rolle, die Ketten bei dieser Diskussion spielen, schon nachvollziehen. Nur: es wäre auch möglich, Einkaufszentren offen zu gestalten. Zum Beispiel indem man einfach einmal Fenster nach außen zulässt, seien es Schaufenster oder mehr Gastronomiebetriebe. Aber So haben wir dort einen riesengroßen Platz, der so gut wie gar nicht Von den Arkcaden bespielt wird, obwohl die ihn doch großflächig umgrenzen


    PS: an die Moderatoren. Könntet ihr diesen und den vorherigen Beitrag vielleicht in das Pasing Thema umziehen? Danke :-)


  • Ich dagegen behaupte, die Entwicklung der Zentren und der Ausbau von Infrastruktur müssen Hand in Hand gehen. Noch besser wäre es gar, wenn starke Zentren schon da sind. Das erleichtert die Diskussion um die Notwendigkeit eines Infrastrukturausbaus erheblich (da man über faktisch vorhandenes spricht und nicht mehr über Planprognosen).



    Vielleicht kann die Diskussion nochmal zurück zum großen Maßstab geführt werden, vielleicht auch theoretisiert :D:

    Für mein dafürhalten ist Stadtentwicklung schon seit Beginn der Siedlungskultur aus dem Zusammenspiel aus Infrastruktur, Ressourcen (heute Kapital), räumlichen Möglichkeiten und kultureller Identität vorangetrieben worden.

    München ist schon sehr zentralistisch aufgebaut, was heute noch sehr stark in der Infrastruktur verankert ist (siehe Stammstrecke). Rhein-Main und Berlin sind da ganz anders...

    Die Entwicklung von Subzentren ist aufgrund der räumlichen und verkehrlichen Möglichkeiten ja schon das ganze 19. und 20. Jahrhundert am laufen. Oft gab es sozioökonomische Anstöße, in der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur oder Bauvolumen eine große Rolle spielten. Der Ostbahnhof z.B. war ein Retortenkind und hat die Entwicklung von Haidhausen vorangetrieben. Auch sind der Entwicklung von Neu-Perlach, Arabellapark, Pasing, Arnulfpark politische und private Antöße vorangegangen. Trotzdem gibt es danaben langsamer wachsende Subzentren wie die Münchener Freiheit, die eher organisch gewachsen sind, aber immer mit Verkehrsentwicklung zusammenhingen (Leopoldstr., U-Bahn etc.)

    Wenn ein Subzentrum forciert oder begünstigt werden soll, müssen zwingend alle Faktoren (Infrastruktur, Kapital, räumliche Möglichkeiten und kulturelle Identität) beachtet werden, mit Betonung auf Infrastruktur: Freiham ohne S-Bahnanschluss läuft mau, die Parkstadt Schwabing ohne die (zu kleine) Trambahn hätte echte Schwierigkeiten. Aber auch der Arabellapark ohne den Rewe und die anderen kleinen Läden wäre tot.

    Daraus folgt:

    1. Eine Beschränkung auf die Stammstrecke wäre aus meiner Sicht falsch, da sie die Entwicklung der Subzentren in der Fläche verhindert. Wenn wir wirklich nachverdichten wollen, dann müssen die Verkehrsknotenpunkte in der Fläche gestärkt werden. Eigentlich müssten auf die 2. Stammstrecke die Ringstrukturen im Verkehr und somit die Netzgestalt des Verkehrs gestärkt werden. Vielleicht ist der neue X30-Bus zwishen Harras und Ostbahnhof im Südosten ein Vorbote einer solchen Ringstruktur...

    2. Eine örtliche Deregulierung im Baurecht gepaart mit einem klaren Nutzungskonzept sollte mehr Investitionskapital in die Subzentren locken und die Wirtschaftsbasis in der Mikrolage verbessern. (Vielleicht als Beispiel: mehr Verkaufsfläche für den Entwickler, aber nur unter Angebot von Büros für Start-Ups?)

  • Zentren - Unterzentren - Kerngebiete (Diskussionsthread)

    Anm.d.Mod.: Fortsetzung aus dem Hochhaus-Thread: http://www.deutsches-architekt…thread.php?t=3478&page=47


    Ich sehe das anders.
    Wenn man sich ansieht wie München gewachsen ist, muss man feststellen, dass der Stadtkern zwischen Isartor und HBF seit über hundert Jahren gleichgeblieben ist.
    Das drumherum ist gewachsen mehr oder weniger organisch
    Die letzten richtig großen Stadtplanungprojekte waren das Olympiagelände Ende der Sechziger Jahre sowie Neuperlach im gleichen Zeitraum. Beide Projekte - zwischenzeitlich arg krititisiert - muss man heute wirklich als Erfolge feiern, gerade und auch Neuperlach, das ich mittlerweile wesentlich positiver sehe als die verglichen demprimierenden Ergebnisse, die später - z.B. in Riem - abgeliefert wurden.


    Berlin zum Beispiel hat - natürlich bedingt durch die Reichsbildung 1870 - einen massiven Aufschwung erlebt und der historische Kern in Mitte wurde quasi bis zum Kudamm erweitert, nochmals verstärkt durch die Teilung natürlich. Aber es geschah durch PLANUNG.
    Hamburg plant ebenso Hafencity und Elbphilhamonie als Konzept den erlebbaren Stadtraum zu erweitern und versucht massiv Aufwertung zu betreiben.


    München hat niemals diese Planung so betrieben (Olympia als Ausnahme), da das Wachstum stetig aber eher moderat war bis vor 15 Jahren etwa und die Bürger seit dreißig Jahren nichts mehr davon hören wollen.


    Ich finde die erlebbare Innenstadt ist einfach viel zu klein als Business- / Einkaufs und Touristenviertel für eine bald zwei Millionenstadt.
    Mit den drastischen Konsequenzen die das mit sich bringt, unbezahlbare Mieten für Geschäfte, weil jeder nur in diesen einen Quadratmeter ansässig sein will, kaum noch Wohnraum, sozial durchmischt schon gleich gar nicht, weil nicht bezahlbar, die Infrastruktur ist am Rande der Belastbarkeit und braucht eine 3 Milliarden Investition der Stammlinie um einigermaßen aufrecht erhalten zu werden, usw. usw.


    Diesen Stadtkern zu entzerren hätte man schon lange überlegen sollen, dies kann nur durch Planung passieren, organisch wäre das nicht mehr möglich.
    Gelegenheiten gab es genug aber das wird nicht einmal diskutiert, die Gestaltung der Stadt ist überhaupt kein Thema, es geht nur immer um einzelne Projekte, die Struktur der Stadt München, die über hundert Jahre unverändert ist, wird überhaupt nicht in Frage gestellt, trotz dieser massiven Probleme, die diese mit sich bringt, das ist es, was ich nicht verstehe.

    Wenn man das tut wird entweder als größenwahnsinnig verspottet oder als Träumer, weil das eh nicht durchsetzbar, finanzierbar und machbar wäre.


    Das ist es aber wie andere es gezeigt haben.
    Wenn München erfolgreich wachsen will und wachsen wird es auf jeden Fall, dann muss sich die Stadt strukturell ändern und nicht nur kosmetisch.

  • ^
    Ich stimme dir in fast jedem Punkt zu, nur folgende beiden Aussagen kann ich nicht ganz einordnen:


    Du schreibst davon, dass im Zentrum (Altstadt) kein sozial durchmischter Wohnraum existiert. Das aber sehe ich nicht als Versagen Münchner Stadtplanung an, sondern als rein logisches Marktverhalten. Ich würde wetten, dass es in jeder derart teuren Stadt dieser Welt im Zentrum hauptsächlich Luxuswohnungen bzw. Wohnungen für Sozialhilfeempfänger und Bedürftige gibt. Dagegen kann die Stadt wenig tun, außer noch mehr Vorschriften, Auflagen und Richtlinien einzuführen, was im Endeffekt die Bautätigkeiten nur erschwert.
    Wichtig ist, dass in den umliegenden Gebieten wie Ludwigs- und Isarvorstadt, Schwabing, Teile der Maxvorstadt, Haid- und Neuhausen, ihre Durchmischung, wie sie jetzt noch vorhanden ist, erhalten können.


    Du erwähnst auch, dass sich die Struktur der Stadt München seit 100 Jahren nicht verändert hat. Ich gehe davon aus, du beziehst dich dabei auf die Tatsache, dass alle in die Altstadt strömen, dort einkaufen, ins Theater gehen und flanieren und dann wieder in die Außenbezirke fahren. Nur inwieweit unterscheidet sich München damit vom Rest europäischer Städte mit vergleichbarer Größe? Wo gab es einen wirklich umfassenden Eingriff in die Stadtstruktur? München ist kompakt gebaut, seit dem 12.Jh. konzentriert sich das Geschehen um diesen mittelalterlichen Kern, die letzte große "geplante" Innenstadterweiterung war wohl die Maxvorstadt. Da München aber auch nicht Berlin oder Wien ist, wurden auch in dieser Zeit urbansten Bauens nicht viele andere solcher Viertel verwirklicht, danach kamen bekanntlich Architekturstile in Mode, die eine gänzlich andere Definition von urbaner Stadtplanung besaßen. Einen Totalumbau hatte noch Hitler vorgesehen mit seiner Vision einer imperialen Achse durch die gesamte Innenstadt und HBF-Verlegung etc.
    Etwas Entlastung bringen, könnten vielleicht auch schon ein paar Fußgängerzonen außerhalb der Altstadt, wie z.B. im Bahnhofsviertel oder in Schwabing. Für alle Gebiete die nördlich der Mittleren Rings liegen, halte ich es aber für fast unmöglich dort ein zweites Zentrum für München zu etablieren.

  • Was Wohnen in der Innenstadt betrifft, kennen wir ja alle die Situation und die Ursachen da braucht man nichts mehr dazu sagen. Aber durch überaus starke Konzentrierung auf die historische Stadtmitte wird natürlich die Problematik des sozialen Wohnraums dort noch verstärkt.


    London als Beispiel hinkt etwas, da man nicht vergessen sollte dass die Eigentumsstruktur mit Deutschland nicht vergleichbar ist.
    Es ist richtig, dort gibt es nur unbezahlbaren Wohnraum, allerdings ist die Eigentumsstruktur eine gänzlich andere. 80% der Engländer wohnen in den eigenen vier Wänden von daher ist der Mietmarkt bei weitem nicht so relevant wie in deutschen Großstädten mit maximal 50% Eigentumsanteil, das darf man nie vergessen.


    Nun zu deinem zweiten Punkt. Da stimme ich dir in der Beschreibung zu, und ich kenne mich auch zu wenig aus in der Welt um die Entwicklung vergleichbarer Großstädte zu kennen.
    Allerdings sehe ich, dass München von vor 40 Jahren einer Million auf in vielleicht zehn Jahren auf 2 Millionen wächst und was noch mehr ins Gewicht fällt mit einem unmittelbaren Umland, in dem auch nochmal ein paar Millionen Menschen Leben und das ähnliche Wachstumsraten aufweist wie die Stadt selbst, anders als in Berlin, das zwar attraktiv ist aber wo kurz hinter der Stadtgrenze zwar noch ein paar tapfere Brandenburger siedeln allerdings nachts schon die Fackeln rausholen um die Wölfe abzuwehren, die mehr und mehr das menschenleere Umland erobern, ums mal überspitzt auszudrücken.


    So verglichen - also die Großräume München und Berlin - sind die Unterschiede bei weitem nicht mehr so groß wie sie nur bei der Betrachtung beider Städte selbst gegeben sind.


    Ich denke, dass München einfach zu wenig getan hat. Mir geht es auch nicht um eine zweites Zentrum sondern einfach eine Entzerrung oder Erweiterung des urbanen (sowieso das Modewort schlechthin habe ich den Eindruck ) Stadtraums.
    In Schwabing hätte man die Gelegenheit nutzen können die Parkstadt entsprechend zu planen oder das ehemalige Hurler Gelände.
    Symptomatisch auch der Abriss des Hertie, des einzigen Hauses, das noch über 20 Meter hoch war, eine Bankrotterkärung für Entwicklung der Münchener Freiheit als zentralen Ort, heute nur noch eine größere Bushaltestelle. Selbst als Amüsierviertel und Partyviertel ist Schwabing nichts mehr verglichen mit früher. Die Entwicklung geht mehr und mehr zu einem Wohngebiet.


    Aber was mit Microsoft und Motel One entsteht hat per se mit Urbanität nichts zu tun, dafür eignen sich Büros, Wohnungen und eine auffällige Straßenbahnhaltestelle einfach nicht, da muss schon mehr geschehen.


    Es fehlt einfach der Mut auch mal etwas größer zu planen, zu klotzen und nicht nur immer diese unerträgliche kleinbürgerliche Demut a la Kronawitter mit diesem spießigen Stolz raushängen zu lassen.
    So sehr das auch charakterlich für viele vorbildhaft sein mag, Basis für eine Stadtentwicklung in der man in Konkurrenz zu anderen Städten weltweit um Investitionen und Zukunftsentwicklung steht, ist eine solche Haltung nicht, auch wenn du mir jetzt natürlich entgegenhalten wirst, dass München mit dieser Einstellung eine fantastische Entwicklung in den letzten 20 oder 30 Jahren hingelegt hat - was ja auch keiner bestreiten kann.


    Ursache für die gegenwärtige Entwicklung ist natürlich die Bevölkerung die großteils zufrieden und satt ist und keine Veränderung akzeptiert, anders als vielleicht andere Städte die Entwicklungen positiver gegenüberstehen, weil sie vielleicht auch noch nicht so saturiert sind und mehr tun müssen damit es wirtschaftlich aufwärts geht.


    Ich denke einfach es ist schade dass München in fast jeder Hinsicht nur kleckert aber nicht klotzt, auch mal endlich eine Einstellung zeigt, eine Metropole sein zu wollen und zu dieser Rolle zu stehen, dies aber Berlin immer vorwirft! ("Mit unserem Geld lässt sich leicht bauen und angeben!", der Standardspruch) Keiner hindert München daran, es auch zu tun (Ok, der Bund würde wesentlich weniger zuschießen, das ist richtig)
    Symptomatisch die Haltung von Ude, für den das Wichtigste in seiner Amtszeit war, dass er weniger als drei Schläge beim Ozapt'is braucht, dann war es ein gutes Jahr für ihn, Visionen und Entwicklungen der Stadt München zu entwickeln und voranzutreiben und seinen Bürgern für Veränderungen Überzeugungsarbeit zu leisten wie ein Hans Jochen Vogel es vorbildhaft getan hat, - völlige Fehlanzeige.


    Das alles spiegelt die gegenwärtige Stadtentwicklung in München wider und ich sehe auch keine Veränderung, klar gibt jede Menge Projekte aber keinen Plan, schon gar keinen der in die Richtung geht eine Weltmetropole entstehen zu lassen.
    München wird bestimmt prosperieren, das ist dabei nicht die Frage aber wie sieht es in 50 Jahren aus? Und wie sieht die Stadt dann aus?
    Hoffentlich nicht so gähnend langweilig wie heute.


  • In Schwabing hätte man die Gelegenheit nutzen können die Parkstadt entsprechend zu planen oder das ehemalige Hurler Gelände.
    Symptomatisch auch der Abriss des Hertie, des einzigen Hauses, das noch über 20 Meter hoch war, eine Bankrotterkärung für Entwicklung der Münchener Freiheit als zentralen Ort, heute nur noch eine größere Bushaltestelle. Selbst als Amüsierviertel und Partyviertel ist Schwabing nichts mehr verglichen mit früher. Die Entwicklung geht mehr und mehr zu einem Wohngebiet.


    Etwas ungeplant entwickelt sich aber die Hohenzollernstr. in Schwabing immer mehr zur einer Einkaufsalternative zur Innenstadt.
    Bei den Neubauten in der Feilitzstr. hat man meiner Meinung nach viel versaut. Identitätsstiftende Gebäude wurde durch 08/15 Ware ersetzt.

  • Also ich finde die Münchner Freiheit hat sich in den letzten 10-15 Jahren äußerst positiv entwickelt, auch wenn man aus den Neubauten sicher noch mehr hätte rausholen können.
    Die alte, versiffte, dunkle Stahlbeton-Bushaltestelle war eine Katastrophe und die (teils städtischen) Bauten in der Occam- und Feilitzschstraße derart marode, dass sich Abends fast nur noch asoziales Gesindel in dem Viertel getummelt hat.
    Den absoluten Tiefpunkt erreichte die Ecke vor mittlerweile auch schon wieder über 10 Jahren, als vor dem McDonalds aufgrund zahlreicher Vorfälle Sicherheitspersonal mit Wachhund eingesetzt werden musste und man die Straße nicht mehr lang gehen konnte ohne mindestens 5 Mal von einem Penner nach einer Mark gefragt zu werden.


    Mittlerweile ist die Gegend ganz in Ordnung, es gibt nach wie vor viele der alten Kultläden und nur weil drei Schallplatten-Stores und ein paar ekelhafte Säuferkneipen geschlossen haben, ist das Viertel noch lange nicht tot.
    Dass die jungen Leute mittlerweile woanders feiern gehen hat sicher nichts mit der generell positiven Entwicklung des Viertels zu tun.

  • Ich denke, dass München einfach zu wenig getan hat. Mir geht es auch nicht um eine zweites Zentrum sondern einfach eine Entzerrung oder Erweiterung des urbanen (sowieso das Modewort schlechthin habe ich den Eindruck ) Stadtraums.
    In Schwabing hätte man die Gelegenheit nutzen können die Parkstadt entsprechend zu planen oder das ehemalige Hurler Gelände.


    Es gibt in München durchaus Entwicklungen von neuen Subzentren. Allerdings passieren diese Entwicklungen vor allem am Stadtrand und sind dann zudem eher klein dimensioniert. Somit schafft man vor allem eine Nahversorgung, ohne die Innenstadt wirklich anzugreifen.
    Das finde ich in Berlin deutlich besser gelöst - man muss sich nur mal die Schlossstraße in Steglitz ansehen. Die ist mit Sicherheit nicht das kulturelle Zentrum, bietet zum Einkaufen aber mit das beste Angebot. Sowas ist in München längst überfällig. Das Potential dazu haben vor allem gut angebundene Areale, die sowohl in der Stadt (ÖPNV) als auch von außen (Autobahn, S-Bahn) komfortabel erreichbar sind.
    So gesehen ist das OEZ beispielsweise auch kein optimaler Standort - es gibt zwar eine hervorragende U-Bahnanbindung, aber zur Autobahn muss man sich erst über den mittleren Ring durchkämpfen.

  • Theseus532:


    Ich denke einfach es ist schade dass München in fast jeder Hinsicht nur kleckert aber nicht klotzt,


    Wir sind uns denke ich einig, dass in der Münchner Stadtverwaltung einiges nicht so läuft, wie es laufen sollte und könnte, dagegen auch sehr Vieles sehr gut läuft. Nur halte ich auch wenig davon, einfach drauf los zu klotzen. Das ist weder nachhaltig noch bringt es die Stadt in architektonischer Hinsicht zwingend weiter. Was München braucht sind keine Projekte mit viel Effekthascherei, sondern einfach abwechslungsreiche, qualitativ hochwertige Architektur der Neubauten. Hochhäuser sind toll und ich halte sie für eine wirtschaftlich derart starke Stadt auch für notwendig, viel wichtiger ist aber, dass neue, große Wohnquartiere genauso wie kleinere Projekte einfach eine ansprechende Gestaltung erhalten.


    Es fehlt einfach der Mut auch mal etwas größer zu planen,


    Versuche wie Transrapid, Olympia 2018, Hochhäuser (z.B. ursprünglicher Entwurf Hirschgarten oder Siemensareal) etc. gab es ja. Wie du aber selbst schon erkannt hast, ist die Bevölkerung nicht daran interessiert ihre Stadt mehr als nötig zu verändern. Die Wirtschaft in der Stadt brummt, die Menschen sind gesättigt. Ein kleiner Schlag, der diesem seit nun auch schon fast 10 Jahren anhaltenden Boom, einen Knick versetzt, könnte man sich da schon herbeisehnen, wenn man so manche Aussagen hiesiger Bürger hört. Vielleicht wird erst dann erkannt, dass man sich nicht auf dem Ist-Zustand ausruhen sollte. Nur solange die Unternehmen und damit auch neue Einwohner wie Sand am Meer angelaufen kommen, wird sich nicht viel Grundlegendes ändern. Außer wir hätten jemanden, der sich vorne hinstellt und ein klares Konzept vorlegt, eine Vision lebt und umsetzen will.

  • Also ich finde die Münchner Freiheit hat sich in den letzten 10-15 Jahren äußerst positiv entwickelt, auch wenn man aus den Neubauten sicher noch mehr hätte rausholen können.


    Man muss Enwicklungen immer relativ sehen. Relativ gesehe zu underen Subzentren vor allem in Pasing und Moosach (aber auch Riem, Dülferstraße usw.) hat sich die Münchner Freiheit sogar ZURÜCK entwickelt bzw. ist ins Hintertreffen geraten. Bis auf die ansprechende Straßensanierung Feilitzstraße und die neue Tram bzw. ein paar Marken-Label-Läden ist nicht viel passiert. Eine wirkliche Alternative zur Innenstadt für 90 % der Einkaufsmassen ist es mit Sicherheit nicht. Es gibt noch nichtmal einen Lidl oder Aldi. Ein weiteres Indiz für die fehlende Attraktiviät ist mit Sicherheit, dass es noch immer keinen H&M dort gibt!

  • Isek,


    Lidl, Aldi? Die gibt es am Marienplatz auch nicht und keiner wird sagen, dass das irgendwas über die Attraktivität vom Marienplatz aussagt.


    Einen H&M gibt es dort übrigens auch. Heißt COS, also die gehobenere H&M Variante, und hat 2010 in der Hohenzollernstr. aufgemacht.


    Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Hennes_%26_Mauritz#COS


    COS (kurz für: Collection Of Style) ist ein 2007 lanciertes Mode-Konzept von H&M im gehobenen Preis- und Qualitätssegment und wird von der Landesgesellschaft Hennes Ltd. mit Sitz in London (Vereinigtes Königreich) gesteuert. Mit COS versucht die Gruppe Hennes & Mauritz im Bereich mittelpreisiger und qualitativ hochwertiger Damen- und Herrenkonfektion sowie Kindermode (seit 2010) und Accessoires Fuß zu fassen. COS ist keine Tochtergesellschaft und keine Firma, lediglich ein Fashion-Konzept von H&M


    Pasing finde ich eigtl eine große Enttäuschung. Hier hätte man viel mehr daraus machen können, als ein abweisendes, sich zu seiner Umgebung hin abschottendes Einkaufszentrum. Da finde ich die ungeplante Entwicklung in Schwabing viel interessanter.

  • Der Marienplatz ist unstrittig das Zentrum des Zentrums. Der ist so attraktiv, dass es keinen Discounter braucht. Pasing ist purer Erfolg, zumindest wenn man die anderen Münchner Subzentren mit vergleicht. X-mal belebter als die Münchner Freiheit. COS ist vergleichsweise hochpreisig und spricht sicher nicht das Massenpublikum an. Aber das will man vielleicht auch gar nicht an der Freiheit. Aber dann ist auch die Subzentrendiskussion sinnlos.

  • Isek:
    Meiner Meinung nach ist der Rotkreuzplatz mehr Erfolgsgeschichte als die anderen Subzentren.
    Du hast am Rotkreuzplatz vom edlen Feinkost-Supermarkt in der Galeria bis hin zu DM, Edeka und Al Natura echt alles was das Herz begehrt und dazwischen noch ein vielfältiges Angebot anderer Läden bis hin zu alteingesessenen Spezialgeschäften, Bars, Restaurants und Cafés in den vielen Nebenstraßen.
    Das führt dazu, dass gerade um Weihnachten herum dort ein Massenansturm stattfand wie ich ihn nur aus alten Zeiten der Fußgängerzone noch kenne.


    Die Münchner Freiheit ist von den Straßen zu sehr zerstückelt um dort gemütlich einkaufen zu können, selbst als ich dort in der Nähe gewohnt habe war ich bestenfalls mal im Karstadt oder in einem Café.
    Das U-Bahn-Untergeschoss hat zwar schon einiges zu bieten, hat aber trotz des durchaus gelungenen Umbaus und zahlreicher neuer Läden immernoch den Charme einer besseren Bahnhofstoilette. Da fährt man gerne die paar Stationen zum Marienplatz weiter oder für Lebensmittel in die andere Richtung zu Edeka, Aldi & Co. Die Hohenzollernstraße wiederum ist zu weit entfernt um als Teil des Subzentrums zu zählen!


    In Pasing hingegen empfinde ich die Arcaden nicht als Teil des Subzentrum, das kommt mir wie eine 1:1 Kopie des OEZ vor, nur dass man mittlerweile am OEZ dank Mona & Co. viel mehr Auswahl hat.


    Man kann sich daher wunderbar streiten welches dieser Subzentren man persönlich lieber mag, aber dass Pasing gegenüber den anderen ein besonderer Erfolg sein soll halte ich für ein Gerücht.

  • MiaSanMia,


    in Toronto oder Vancouver z.B. brummt die Wirtschaft auch und dem Grossteil der Bevölkerung geht es gut. Daran wird´s meiner Meinung nach nicht liegen, dass viele Leute in München keine Veränderung wollen.


    Die Romantik-Komponente spielt bei uns eine extrem wichtige Rolle.


    Ministerpräsident Seehofer entwickelt sich langsam zu einem landesweiten Kronawitter - Ersatz.


    A99 Ringschluss, Startbahn, Stromtrassen, Windräder, Speicherkraftwerke.


    Bei den Windrädern wird´s im übrigen schwierig, die zukünftig unterirdisch zu betreiben.


    Wieso wird Seehofer nicht auch Heimatminister ?


    So etwas ist weltweit wohl einmalig.

  • Der Rotkreuzplatz ist ein ganz nettes Stadtteilzentrum - mehr aber sicher nicht. Sebst aus dem Westend käme ich nie auf die Idee für Erledigungen an den Rotkreuzplatz zu fahren. In's OEZ oder nach Pasing hingehen fahre ich aus dem Westend z.T. ganz bewusst, wenn ich den Trubel zwischen HBf und M'platz umgehen will.

  • Mit dem Radl würdest du bestimmt eher zum Rotkreuzplatz fahren oder zu einem der Läden an der Friedenheimer Brücke ;)


    Das OEZ hat sich schon richtig gut entwickelt, das hätte ich in dem Maße nicht erwartet und bin gespannt was da die nächsten Jahre noch passiert.
    Südlich der Pelkovenstraße wären ja noch genügend Flächen die momentan mit Parkplätzen und flachen Discount-Märkten verschwendet sind.


    Ich fahre oft auf dem Radlweg zum Starnberger See an den Pasing Arkaden vorbei, bin aber irgendwie nie warm geworden damit und würde mit einem Auto sogar noch eher in den Euro-Industriepark fahren als dort hin.

  • Äh... nein, sicher nicht. Ich fahre 90 % der Strecken in München mit dem Rad. Zum Einkaufen an den Rotkreuzplatz zu fahren oder sogar an den Hirschgarten (?) bin ich in meinen 11 Jahren an der Trappentreustraße noch nie auf die Idee gekommen. Für Essen (Lidl/Aldi) und Drogerie (DM) gibt es alles in in einem Umkreis von 500 m. Für alles Weitere (Kleidung, Schuhe, Weiberkrimskrams, Geschenke) dann entweder Innenstadt bzw. eben OEZ oder Pasing.

  • Es muss ja bei der Subzentrenentwicklung nicht darum gehen, die Innenstadt eins zu eins zu ersetzen und das gleiche Publikum anzulocken. Rund um die Münchner Freiheit gibt es haufenweise Geschäfte, die aber ein anderes Publikum als in der Innenstadt anlocken. Subzentrum kann ja auch heißen, dass ein Subzentrum Dinge konzentriert anbietet, die dann nicht in der Innenstadt angeboten werden. Rund um den Gärtnerplatz ist sowas zum Beispiel entstanden. Was München viel mehr bräuchte wären zentrierte Geschäftsstraßen in den Stadtteilen. Sowas wie die Weissenburger in Haidhausen oder eben den Rotkreuzplatz, durch die ich für die allermeisten Besorgungen eben nicht in die Innenstadt muss.


    Bitte lieber eine geplante Erweiterung bestehender Straßen um weitere Einkaufsmöglichkeiten als eine Pseudo-Subzentrenbildung durch Einkaufszentren. Ich hasse die Dinger, weil sie im Kern suburban, vorstädtisch, sind. Ein Beispiel: hätte man in Riem statt der Riem-Arkaden eine Einkaufsstraße mit unten Geschäften, oben Wohnungen angelegt, wäre das ganze Ambiente ein anderes geworden.

  • Rotkreuzplatz

    Der Rotkreuzplatz ist ein ganz nettes Stadtteilzentrum - mehr aber sicher nicht. Sebst aus dem Westend käme ich nie auf die Idee für Erledigungen an den Rotkreuzplatz zu fahren. In's OEZ oder nach Pasing hingehen fahre ich aus dem Westend z.T. ganz bewusst, wenn ich den Trubel zwischen HBf und M'platz umgehen will.


    Das Potenzial für ein Subzentrum wäre aber vorhanden. Es müssten nur die zahlreichen unbrauchbaren Läden durch attraktive Strukturen ersetzt werden. Ob das in Anbetracht der nahegelegenen Konkurrenz (OEZ, Arcaden, City) und in Zeiten von Amazon und Zalondo so kommen wird, ist leider fraglich.