Kap West Hirschgarten (60m u. 53m) [in Bau]

  • Naja, höhere Gebäude sind nicht automatisch auch schön. Finde den Vergleich mit Düsseldorf eigentlich ganz gut. Gerade der Medienhafen hat viele schöne, hohe Gebäude. Allerdings sind die meisten auch nur um 50-70m hoch. Vor allem die Abwechslung bei Form und Fassadengestaltung macht meines Erachtens den Unterschied. Ähnliches kann man auch über die Hamburger Hafencity sagen - nicht jeder Bau dort ist ein Meisterwerk, aber in Summe überzeugt mich das Konzept.


    Von der Friedenheimer Brücke kommend finde ich die städtebauliche Torsituation sogar ganz spannend. Vielleicht kommt mit der Neubebauung des Postareals noch ein schöner Akzent dazu. Wobei ich es für unwahrscheinlich halte dass man dort viel höher bauen wird... mal sehen.


    Insgesamt ist und bleibt die Hirschgarten-Bebauung aber zu monoton. Man hätte hier nicht nur höher bauen sollen, sondern auch kleinere Grundstücke mit individueller Gestaltung vorsehen müssen.

  • ^ Den ersten Satz hätte ich auch geschrieben. Selbst in den Städten, aus den Meldungen über sehr hohe Wolkenkratzer kommen, werden die meisten Bauten in der Höhe der "Stümpfe" gebaut - über die man als weniger spektakulär in der Ferne wenig erfährt. Auch in diesem Fall hier hätte solche Differenzierung wie etwa im Düsseldorfer Medienhafen dem Quartier gut getan. Ich war einmal beim Tag der offener Tür in einem flacheren Düsseldorfer Projekt, im Quartier Central, wo differenzierte Fassaden errichtet wurden. Es wurde einfach erreicht - für die Gestaltung jedes Teils war ein anderes Team im Architekturbüro verantwortlich - ähnlich hätten die zwei höheren Bauten hier verschiedene Teams entwerfen können.


    Ein Beispiel schöner Hochhäuser ohne viel Höhe - hier unter #110 das Utrechter World Trade Center mit 19 Geschossen, neben ihm das neue Technische Rathaus. So verschieden gestaltete Bauten - und schon ist das Quartier lebendig, voller Spannung.


    Hier wurde die Bebauung auch des Areals auf der anderen Seite der Bahngleise mit maximaler Dichte und Höhe angeregt - mit Schienen-ÖV wenige Kilometer vom HBf im Prinzip richtig, doch wenn die erzielbare Büromiete unter 20 EUR/Qm liegt (siehe die darüber verlinkte Karte - 16,80 EUR/Qm am Hirschgarten), müsste die maximal baubare Höhe auch hier etwas um 50-60 Meter bedeuten.
    Am Ostbahnhof sind es hingegen laut Immobilienscout24 21,30 EUR/Qm, das dürfte etwas mehr Höhe ermöglichen.

  • Von der Friedenheimer Brücke kommend finde ich die städtebauliche Torsituation sogar ganz spannend.


    Würde man das Gleisdreieck zwischen Landsberger und Hansastrasse auch noch mit Hochhäusern bestücken hätte man noch mehr Torsituation

  • Hier nachgereicht einige weitere Perspektiven (Fotos vom 11. und 12.11.18)


    Blick die Bahnlinie entlang stadtauswärts:


    Blick vom Olympiaberg auf das aus dieser Perspektive hinter dem Turm der Theresiakirche liegende Areal:


    Zusammen mit Rotkreuzkrankenhaus und Theresiakirche wird hier in ein kleines Neuhauser Mini-Cluster gebildet ;-)


    Und hier die aktuelle Perspektive vom Olympiaturm:

  • Update 28.12.2018

    Ok, vor Ort wirkt es nicht ganz so schlimm, offensichtlich wurden speziell schimmernde Gläser verbaut und die Fassade macht einen deutlich dunkleren Eindruck als auf den Fotos - zumindest um 16:00 Uhr an einem Tag im späten Dezember. Trotzdem bleibt es schlimm und eine vertane Chance ;):






    Von der Brücke aus wirken die benachbarten Freunde auch mehr als stumpf, wer hat hier nur 53 Meter vorgeschrieben...:/




  • Weitere Bebauung entlang der Wilhelm Haale Str./Friedenh. Brücke

    Hallo, weiß jemand von Euch, ob/wann entlang der Nord-/Ostseite der Wilhelm Haale Straße weiter gebaut wird? Also quasi zwischen Wilhelm Haale Straße und den Postgebäuden?

  • Nördlich des in Bau befindlichen Kap West ist ein zweiter Bauabschnitt geplant, im gleichen Stil vom Büro Wiel Arets. Ich nehme an dieser Teil wird nach Fertigstellung des Kap West in Angriff genommen, also vsl. ab 2020. Die Grundstücke noch weiter nördlich gehören zum Postareal, das kürzlich komplett an einen Investor verkauft wurde - zur genauen Bebauung gibt es aber noch nichts konkretes. Ich schätze da geht es frühestens 2022 los.

  • ^^


    Dort im MK7 wird der Hochpunkt entsprechend Bebauungsplan mit 43 m gegenüber dem MK8 mit seinen beiden 60 m und 53 m "hohen" Türmchen nochmal niedriger ausfallen. Könnte man den Bebauungsplan auch im Hinblick auf das Postareal nicht ändern und wenigestens einen 70 m Hochpunkt zu erlauben?

  • ^


    70 Meter dann aber bitte nur, wenn eine andere Fassade angebracht wird wie beim ersten Bauabschnitt. Ersehne mir ja ohnehin für den zweiten Teil einen eigenen Fassadenwettbewerb.

  • ^^


    Geh bitte! Architektonisch ist aus dem Viertel ohnehin nichts mehr zu holen. Dann wenigstens noch etwas mehr Nutzung unterbringen. Dichte, Dichte, Dichte.

  • ^


    Sehe ich hier anders, da rund auf dem Postareal noch gewaltiges Entwicklungspotential existiert. Ich denke nicht, das de Meuron (auch wenn es zunächst nur der Strukturplan ist) uninteressantes vorschlagen. Da sollte die direkte Nachbarbebauung schon eine gewisse Qualität und Lebendigkeit aufweisen. Wiel Arets werden diesem Anspruch mMn nicht gerecht und 70 Meter dieser grauen Tristesse sind sicher nicht förderlich für eine breite Zustimmung ggü. Hochhäusern, geschweige denn sollte dies Maxime der Stadtentwicklung sein. Die Dichte kann auch über eine Erhöhung der Regelgeschossanzahl erreicht werden.


    @Mod(s): Vegangene Posts bitte in den KapWest Thread verschieben, danke!


    Mod.: Done :-) iconic

  • Sehr gute Idee, der zweite Bauabschnitt kann gerne höher ausfallen. Auch eine andere Fassade würde ich befürworten. Wobei ich dann gleich für einen komplett neuen Entwurf wäre. Nach der ganzen Klötzchenarchitektur fände ich geschwungene bzw. Runde Formen hier gut - z.B. etwas so ähnlich wie der City Tower oder das ADAC-Hochhaus.


    Realistisch gesehen ist die Chance dass man hier nochmal eingreifen wird aber sehr gering.

  • Also ich erkenne auf diesen Bildern keine andere Fassade. Ich schätze der zweite Bauabschnitt wird exakt die gleiche Fassade wie der erste bekommen.


  • Es ist kein Wunder, dass Hochhäuser in der Bevölkerung nicht anerkannt werden. Wenn so etwas gebaut wird. Das ist echt ein Vierkantbolzen der üblen Sorte.

  • Die NMA Hirschgarten ist damit gestalterisch genauso gescheitert wie der Arnulfpark. Vielleicht kein epic wie der Arnulfpark sondern nur ein simple , weil wenigstens die Dichte für die Lage noch passt.

  • Das ist eben das Ergebnis wenn man stark verdichten will und gleichzeitig nur wenig Höhenentwicklung zulässt. Aber das ist die Architektur die sich die Münchner Bürger gewünscht haben, also müssen sie damit auch leben.


    Ich selbst fand den Ursprungsentwurf mit den fünf schlanken Türmen viel schöner. Scheinbar vertrete ich mit dieser Meinung aber keine (wählende) Mehrheit.


    Die Ironie an dem ganzen: Mit dem Bürgerbegehrens gegen die „Vierkantbolzen“ haben die Münchner vor allem eines bekommen: noch mehr Vierkantbolzen.


    Davon abgesehen finde ich das Kap West aus einigen Perspektiven durchaus spannend und sehr urban.

  • ^


    Ich kann mit dieser "da habt ihr´s Zynik" nichts anfangen. Die Münchner Bürger gibt es nicht - 2004 hat eine Minderheit teilgenommen - und schon gar nicht haben diese eine solche Architektur gewünscht, schließlich müssen nun alle mit dem Resultat leben. Deine Aussage würde im Umkehrschluss bedeuten, alle 60 Meter Gebäude wären zwangsweise hässlich. Dem ist, da sind wir uns wohl alle einig, definitiv nicht der Fall. Allein in München gibt es mehrere Gegenbeispiele (Neo, Mo82, Kulturquadrat etc.). Der Verbund aus Architekt, Investor und Jury hat hier einfach keinen Wert auf eine ansprechende Fassade gelegt, vielleicht haben diese auch irgendwelche vergeistigten Maßstäbe, welche angeblich gute Architektur ausmachen. Fehlende Höhe kann aber bitte nie Ausrede sein, bei über 60.000 qm BGF eine dermaßen langweilige und triste Gebäudeform, -fassade zu gestalten.


    Zitat

    Die NMA Hirschgarten ist damit gestalterisch genauso gescheitert wie der Arnulfpark.


    Den Arnulfpark empfinde ich städtebaulich (Nutzungsmix, Gebäudeanordnung) als miserabel, die Architektur der einzelnen Gebäude gefällt mir aber durchaus (abwechslungsreich, hochwertig).


    Beim Hirschpark ist mMn sowohl das Konzept als auch die Architektur (ganz wenige Ausnahmen) gescheitert. Neben dem Ackermannbogen Münchens schlimmstes Neubauquartier.


    Jetzt liegt es an Herzog & deMeuron aus dem Postareal noch was urbanes, lebenswertes zu zaubern. Die Vorzeichen dafür stehen ja mittlerweile recht gut, in dieser Hinsicht hat es zum Glück bei vielen Beteiligten ein Umdenken im Vergleich zu den frühen 2000ern gegeben, als der Hirschgarten / Arnulfpark geplant wurden.

  • Es spielt bei Wahlen keine Rolle wie die Nichtwähler abgestimmt hätten. Nicht zur Wahl zu gehen bedeutet im Prinzip dass man das Ergebnis der Wählenden akzeptiert, darum ist das Bürgerbegehren in seinem Ergebnis völlig legitim. Wenn ich also zynisch klingen sollte dann nicht weil ich das Bürgerbegehren nicht anerkennen würde.
    Ich finde eher dass wir es mit einer (in Deutschland und in München insbesondere sehr verbreiteten) Mentalitätsfrage zu tun haben - man will die architektonische Gleichmacherei, nichts soll übermäßig hervorstechen, außer vielleicht die Gebäude aus alter Zeit, aber die waren ja eh schon da. Um das zu erreichen ist man bereit das Stadtbild zu opfern und eine völlige Einöde zu akzeptieren. Mehr noch, man zieht die Einöde der Ungleichheit bevor. Warum sonst könnten sich Städte wie München derart negativ entwickeln? Richtig, weil es eigentlich genau das ist was die Mehrheit möchte.

  • ^


    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen einer grauen Einheitsfassade und dem Bürgerentscheid von 2004 immer noch nicht. 2004 wurde über Maximalhöhen entschieden (ja hier hätten auch 99 Meter noch gebaut werden dürfen), nichts weiter (natürlich ist das Ergebnis legitim, ärgerlich ist wenn dann nur das inzwischen zur Religion gereifte Festhalten am Ergebnis).


    Die Entscheidung an dieser Stelle monoton zu bauen, wurde über zehn Jahre später getroffen. Höhe und Fassade haben zunächst nichts miteinander zu tun. Manche Fassaden wirken besser, wenn das Gebäude eine gewisse Mindesthöhe hat, ja (beim KapWest eher nicht der Fall). Das heißt nicht, dass Gebäude mit bestimmter Maximalhöhe automatisch deprimierend wirken müssen (vgl. Gegenbeispiele).


    Deiner zweiten Ausführung kann ich besser folgen. Wie ich weiter oben auch schon schrieb, kann es gut sein, dass es derart enge Vorgaben für den Bau bzgl. seiner Fassade / Kubatur gab, dass nur ein solches Resultat herauskommen konnte. Platz zwei und drei sind demnach auch nicht viel besser, aber mMn stimmiger als der Sieger. https://www.competitionline.com/de/beitraege/100816