Konzerthaus München [in Planung]

  • Wir werden es ja bald sehen.


    Aber bitte vergiß die Durchsetzungskraft eines Horst Seehofers nicht.


    Warum sollte er sich da an Vorgaben halten, wenn er nichteinmal die Berliner Regierung bzw. Kanzlerin akzeptiert?


    Mei, die Kosten. Ein Politiker rechnet da wohl etwas Anders, wenn er allein an die Kosten für Flüchtlingshilfe (ca. 400 Milliarden € !!!), etc. denkt.


    Was sind denn da schon 500 Mio.?

  • An die Vorgaben der eigenen Staatsregierung, die er selbst gemacht hat, hält er sich doch ;)


    Zumal er als Bayerischer Ministerpräsident keinen Vorgaben einer Kanzlerin unterworfen ist. Da sprechen zwei Regierungschefs auf Augenhöhe miteinander, nicht Koch mit Kellner.


    Das ist ein ganz anderes Thema. Und da Bayern über den Länder- und Umsatzsteuerfinanzausgleich alleine letztes Jahr 8 Milliarden an die Nehmerländer überweisen musste (bei 52 Milliarden Gesamteinnahmen) und gleichzeitig weiterhin auf einem schuldenfreien Haushalt beharrt wird, sind die Spielräume in Bayern auch nicht unendlich. Du wirst nicht landespolitisch durchsetzen können, an zig Kulturprojekten im Lande zu sparen, weil in München gilt, "Was sind da schon 500 Mio.?". Sorry, da musst du realistisch bleiben.

  • Ich sehe es wie Munich, das ist ein Prestigeprojekt. Es ist egal was das kostet, es wird gebaut. Auch wenn es eigentlich total überflüssig ist und man das Geld sinnvoller investieren könnte.

  • Ja klar, sie selbst natürlich leider nicht mehr. Aber es gibt ja immer noch das Hadid Architekturbüro und es werden ja auch noch viele Projekte nach ihren Entwürfen umgesetzt, wie gerade in Bratislava.

  • Die Konzerthalle wird sicherlich ein Prestigeobjekt für München, vielleicht für Bayern aber mehr auch nicht. (was ich nicht als negativ darstellen möchte)


    Die Location, die geplante Höhe und Größe und der Kostenrahmen sind einfach nicht geeignet daraus auch nur annähernd so etwas wie die Elbphilharmonie oder eine Sidney Opera zu machen, das ist einfach so. Es stimmt auch, dass Bayern nicht mehr ausgeben kann und in dieser Konstellation München gegenüber Hamburg (Stadtstaat) und Berlin (Stadtstaat und vor allem finanziert durch den Bund mit der Begründung kulturell, Deutschland in Berlin zu repräsentieren) klar im Nachteil ist, vor allem wenn die Stadtkasse leer ist. Außergewöhnliche (meist also teuere) Kulturprojekte haben es da eben wesentlich schwerer.


    Es ist auch immer die Frage, was man will. Klar viele träumen von einem neuen Wahrzeichen (für München? Deutschland? die WELT !!!!), aber die Realität ist einfach, dass München eine Konzerthalle benötigt und mehr nicht und das auch so formuliert wurde. Dass viele ins Träumen geraten sind und sich etwas Weltbewegendes vorstellen, mag ja legitim sein, aber war nie auf der Tagesordnung.


    Ich denke auch dass eine Erhöhung des Budgets einfach deswegen erfolgt, weil man auf keinen Fall das finanzielle Desaster von vielen anderen öffentlichen Projekten (Elbphilharmonie, BER, Staastoper in Berlin) usw erleben will und zumindest einen realistischen Kostenrahmen steckt.


  • Ich denke auch dass eine Erhöhung des Budgets einfach deswegen erfolgt, weil man auf keinen Fall das finanzielle Desaster von vielen anderen öffentlichen Projekten (Elbphilharmonie, BER, Staastoper in Berlin) usw erleben will und zumindest einen realistischen Kostenrahmen steckt.


    Hamburg leistet sich was sich Bayern nicht leisten darf und fällt deshalb auch unter die Länder der Empfänger des Länderfinanzausgleichs.


    Wir machen auf kleinklein weil wir seit Jahrzehnten zum finanziellen Aderlass müssen. Das größte bayrische Finanzdesaster ist und bleibt nunmal der Länderfinanzausgleich. Statt Elbphilharmonie gibts eine versteckte Konzerthalle im Verhau hinter dem Ostbahnhof.


    http://www.handelsblatt.com/my…uer-hamburg/19260016.html


    PS: Ich weiß, in den Sechziger Jahren war Bayern selbst Empfänger, aber in überhaupt nicht vergleichbarem Rahmen zu dem was bisher gezahlt werden musste.


    --

  • Bayern so zu melken ist gegenüber den Bayern, die all das schließlich erwirtschaftet haben, weder gerecht, noch ist es klug, das "schnellste Pferd im Stall" ständig so zu schröpfen. Aber so tickt man halt in Deutschland mehrheitlich und das Demokratieprinzip des Minderheitenschutzes gilt nicht zwischen den Ländern. Die Mehrheit der Länder kann die Minderheit melken, wie sie will. Der Bundestag vertritt zwar qua Grundgesetz das ganze Volk, aber natürlich gibt es dort - schon aufgrund der Zusammensetzung aus den 16 einzelnen Landeslisten - "Landsmannschaften". Diese gehen sehr oft Hand in Hand mit dem Abstimmungsverhalten ihrer Länder im Bundesrat, zumindest wenn es um Grundlegendes wie zB das Melken Bayerns geht.


    Auch darum wirkt die bayerische Politik bundesweit ja oft etwas nassforsch und sehr selbstbewusst, droht mit Klagen beim Bundesverfassungsgericht usw., weil sie gar keine andere Wahl haben, um sich irgendwie dagegen zu wehren, als sich möglichst laut zu Wort zu melden und zu drohen. Zieht man das ab, was durch gesetzliche Verpflichtungen und laufende Fixkosten eh gebunden ist, dann muss Bayern den Großteil der jährlich zur Verfügung stehenden, ungebundenen Haushaltsmittel ("Überschuss") an andere Bundesländer überweisen. Und es erhielt selbst natürlich nie soviel - auch nicht umgerechnet und auch nicht mit Inflationsausgleich - aus anderen Ländern.


    Der Finanzausgleich zwischen den Ländern, nicht nur der namentliche "Länderfinanzausgleich", ist absolut außer Kontrolle geraten und ja, es ist natürlich letztlich ein Resultat dieser perversen Anreize, dass derjenige, der gut wirtschaftet, nur noch immer mehr an die abgeben muss, die das Geld mit beiden Händen rauswerfen, wenn in München kleinere Semmeln gebacken werden müssen, damit man in Hamburg umso dickere Brötchen und in Berlin umso dickere Schrippen mampfen kann. Das ist absolut auf den Punkt getroffen und an öffentlichen Prestigebauten exemplarisch abzulesen. Und trotzdem könnt ihr nichts dagegen machen. Daher kann ich zur Frustvermeidung nur raten, sich darüber nicht weiter den Kopf zu zerbrechen. Der Bau wird im Budget bleiben müssen und er wird sicherlich kein weltweites Wahrzeichen Münchens werden können (ja, Geld baut Wahrzeichen). Daher auch hier lieber gleich solch eine Erwartungshaltung abgewöhnen, sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert.


    Wenn das ganze ein zeitlos-nobler Bau a lá Lincoln Center New York City wird, mit bestem Klang im Saal, dann habt ihr schon Glück gehabt, denke ich.

  • Theseus532: Deiner Meinung, daß München nur eine unbedeutende, neue Konzerthalle braucht, spricht dann aber doch so einiges entgegen.


    Schau Dir bitte nochmals die Liste der Architekturbüros an.


    Steidle Architekten, hätten ebenfalls eine funktionelle, nette Halle hinbekommen.


    Aber meinst Du tatsächlich, solche Büros machen da nur zum Spaß mit :)?


    Nochmals: Die Stadt NYC zeigt seit Jahrzenten, was auf viel kleineren Flächen, als dem Konzertsaal, Alles möglich ist.


    Dazu braucht man keine alleinstehende Lage wie in HH oder Sydney...by the way...in HH am Brackwasser des Hafens gelegen...wunderschön :)

  • München hätte doch die Wahl gehabt.


    Der erste Standort, der ins Spiel gebracht wurde, wäre der beste gewesen. Die "Isar-Philharmonie". Exponierte Lage und Spiel mit der Stadtgeographie. Ein luftiger Konzertsaal als Satellit eines sanierten Gasteig (Proberäume usw., also alles, was "hinter den Kulissen" passiert, bleiben alles dort), mit einem 360° Rundumblick für die Besucher, die beim Konzert quasi auf einer Kiesbank inmitten des Isarbetts sitzen.


    http://www.muenchenarchitektur…n/15393-isar-philharmonie


    das wäre ein echtes Highlight gewesen und hätte Aufsehen erregt.


    Die Landespolitik hat da aber schon früh abgewunken. Zu teuer und würde zu lange dauern. Ähnlich lief es mit allen später diskutierten Standorten. Für das Werksviertel sprachen eigentlich nur Kosten und Schnelligkeit.


    Damit ist doch klar, dass die Landespolitik da kein "Wahrzeichen" für München anstrebt und nie anstrebte. Sondern einfach einen neuen Konzertsaal.

  • Stimmt so nicht. Der Platz inmitten der Isar wäre großartig. Allerdings würde dabei ein Großteil der Kosten wegen des schwierigen Baugrundes draufgehen. Am Standort Werksviertel kann das Geld nun wirklich für optimale Funktionalität und gute Architektur ausgegeben werden.


    Hätten wir genügend Geld zum raus zum Schmeißen, dann wäre ich für einen schwebenden Konzertsaal über der Museumsinsel.

  • @Pumpernickel:
    Meines Wissens blockte gegen die Isarinsel auch der Eigentümer: Das Deutsche Museum. Dieses will den Saal wieder selbst nutzen.

  • Die Idee einer Isarphilharmonie wäre perfekt gewesen. Und was das mit dem Museum soll verstehe ich auch nicht. Denen hätte man doch sicher den Saal enteignen können, bzw. wäre der Nutzen und Sinn dann mit der Eröffnung der neuen Philharmonie obsolet.

  • Naja ich finde halt, das Problem der Pinakothek der Moderne ist schlichtweg, dass sie im Prinzip wie das Paul Löbe Haus im Berliner Regierungsviertel aussieht. Das ähnelt sich schon sehr und ich halte die Pinakothek daher nicht für besonders gelungen oder originell.
    Ich denke Braunfels hat außer dem Berliner Bau nichts gebaut was mich jetzt beeindruckt und ich denke er ist maßlos überschätzt, vor aller er selbst hält sich ja wohl für den Größten.
    Außerdem gibt es dauernd Stress mit ihm ob es dabei nur an ihm liegt kann ich nicht beurteilen.
    Das Elisabeth Lüders ´Haus in Berlin (das Pendant zum Paul Löbe Haus) läuft total schief und die Fertigstellung verzögert sich um drei Jahre und der Bund weigert sich auch die Zahlungen an Herrn Braunfelf zu leisten, da ist auch noch nicht geklärt wer nun verantwortlich für das Desaster ist.
    Dazu seine ständigen Besserwissereien bei allen möglichen Projekten (in Berlin das Humboldforum oder dem Kulturforum) in denen er nicht zum Zug kam und wie er öffentlich auch Kollegen damit herabsetzt, ist für mich nur schwer zu ertragen.

  • Stephan Braunfels hat die Klage gegen die Staatsregierung gewonnen, so dass sich der Bau des Konzertsaales um einige Monate verzögern könnte: http://www.sueddeutsche.de/mue…saal-wettbewerb-1.3364856


    Angesichts des unschönen Äußeren der Pinakothek der Moderne kann ich das ästhetische Urteil zu ihm durchaus verstehen. Wobei die ja im Inneren wiederum ziemlich gut ist.


    Wobei zu bedenken ist, dass die Pinakothek bis heute nicht fertiggestellt ist. Es fehlen nach wie vor der L-förmige Anbeu, weshalb die Pinakothek nach wie vor viel zu wenig Platz hat, um jede ihrer Sammlungen angemessen in Dauerausstellungen zu präsentieren.

  • ^^


    Das ist jeweils eine rohe Betonoberfläche! Und das sind ganz normale Alterungserscheinungen bei Sichtbeton über eben ca. 17-18 Jahren unter Münchner Klima. Nicht umsonst gibt es eben normalerweise eine Gebäudefassade, die eben für Temperaturschwankungen zwischen 45 und -25 Grad, Feuchte-Trocken-Wechsel und Frost-Tau-Wechsel besser abgestimmt werden können. Dazu kommen mögliche Fassadenreinigung (Staub und Moos) sowie Ausbesserungsmöglichkeiten, die man bei Sichtbeton nur sehr schwer hat. Gegen die Betontechnolgie oder die Bauausführung zu klagen ist aus fachlicher Sicht absurd.