Die Stadt und der Verkehr

  • LKW-Oberleitungs-Versuchsstrecke - Update

    Im Februar war bekannt geworden, dass auf der A5 zwischen AS Zeppelinheim und AS Weiterstadt beidseitig eine ca. 6 km lange Oberleitungs-Versuchsstrecke gebaut werden soll.


    Für diese Baumaßnahme soll eine Entscheidung von Hessen Mobil Darmstadt über das Entfallen der Planfeststellung und der Plangenehmigung herbeigeführt werden. Im Rahmen der Vorprüfung dessen ist jetzt festgestellt worden, dass das Projekt keine schädlichen Umweltauswirkungen hat und keine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt.


    Zitat

    "Gegenstand der Baumaßnahme ist die Errichtung einer Oberleitungs-Teststrecke zur Gewinnung neuer Erkenntnisse bezüglich den planerischen, straßenbaulichen und straßenbetrieblichen Aspekten einer Anlage zur Energieversorgung von OH-LKW (Oberleitungs-Hybrid-LKW) mit dem langfristigen Ziel einer Luftschadstoffreduktion in Ballungsräumen."


    Wenn es eine solche Vorprüfung gab, muss es bereits fertige Baupläne geben, so dass wir in Kürze eine Ausschreibung lesen dürften.


    Details sind jetzt auch auf der Website von Hessen Mobil nachzulesen


    Q: StAnz vom 26.6.2017, 632, Nr. 530


    P.S. YT-Videos gibts natürlich auch schon.

  • Siemens baut E-Highway-Teststrecke

    Siemens ist vom Land Hessen beauftragt worden, die Oberleitungs-Teststrecke auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt zu bauen. Das haben Siemens und das Land Hessen vor zwei Wochen schon bekannt gegeben. Da die Teststrecke 2018 in Betrieb gehen soll, dürften die Bauarbeiten entlang der Autobahn bald sichtbar sein.


    Q: Siemens, Hessen Mobil

  • eHighway Kooperationspartner

    Hessen-Mobil gibt auf seiner Projektseite erstmals Kooperationspartner bekannt. Dass Siemens die Infrastruktur bauen wird, war schon bekannt. Bisher haben sich vier Speditionen bereit erklärt, mit jeweils einem Versuchsfahrzeug am Pilotprojekt teilzunehmen. Das sind:


    - HEAG mobilo AG
    - Ludwig Meyer GmbH & Co. KG
    - Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main e.G. (RWZ)
    - Spedition Hans Adam Schanz GmbH & Co. KG


    HEAG Mobilo betreibt bekanntlich den Airliner zwischen Darmstadt und Flughafen.


    Die Speditionen Meyer und Schanz fahren verstärkt mit Fahrzeugen von Scania, was neben Mercedes der zweite Hersteller ist, der die Oberleitungstechnik anbietet und bereits über praktische Erfahrungen in Schweden verfügt. Stromlieferant wird wohl die ENTEGA AG sein, die ebenfalls zu den Kooperationspartnern des Projekts gehört.

  • Offizieller Baubeginn für eHighway auf der A5

    Die in den Vorbeiträgen vorgestellte Versuchsanlage tritt in die Bauphase. Gestern wurden die Bauarbeiten offiziell eingeleitet, wenngleich der erste Bauarbeiter vermutlich erst im Januar 2018 an der Strecke tätig wird. Der Bauauftrag war an Siemens vergeben worden, Kostenträger ist der Bund.


    Gegenstand des Auftrages ist die Planung und betriebsbereite Errichtung einer Anlage zur Erforschung der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs auf Autobahnen einschließlich des Anschlusses an das Stromnetz sowie (als optionale Leistung) der Betrieb nach der Abnahme der Anlage im Rahmen des Forschungsprojektes ELISA. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Die Anlage muss nach den Fördervorgaben bis zum 31.12.2018 errichtet und abgenommen sein. Der Auftrag hat ein Volumen von 11,5 Mio € netto.


    Nachtrag: die Projektseite von Hessen Mobil ist inhaltlich etwas ausführlicher worden.

  • Die Maßnahme beginnt zum Schutz der Fahrleitungsmasten mit dem Austausch der Leitplanken gegen gegen eine massive Betonschutzwand am jeweils rechten Fahrbahnrand; das soll nach einer Ausschreibung von Hessen Mobil zwischen dem 1.3. und 7.8.2018 geschehen. Gleichzeitig werden rechts neben der Fahrbahn die Fahrleitungsmasten aufgestellt.

  • Das Projekt eHighway beginnt sichtbar zu werden. Nachdem Hessen Mobil dieser Tage in einer Pressemitteilung die Einrichtung der Baustelle auf der A5 mitgeteilt hatte. Mit vergleichsweise kleinem Gerät werden – in der Gemarkung Weiterstadt-Gräfenhausen in Richtung Frankfurt beginnend - jeweils 3-4 m tiefe Löcher gebohrt, worin ein ebenso langes Stahlrohr versenkt wird, das praktisch als Einsteckhülse für die Oberleitungsmasten fungiert.



    Bilder von mir


    Parallel dazu hat Hessen Mobil die ELISA-Projektseite im Netz aktualisiert. Die Einbettung der hessischen Teststrecke in zahlreiche Forschungsvorhaben des Bundesumweltministeriums zur Elektromobilität im schweren Nutzlastverkehr ist nur aus der Übersicht der Forschungsvorhaben auf der Seite des BMU ersichtlich. Es geht hier um praktische Erprobung verschiedener Forschungsergebnisse im Feldversuch, wobei parallel zwei andere Feldversuche angeschoben werden (eWay in BaWü – industrieller Linienverkehr auf Bundesstraße in bergiger Mittelgebirgslandschaft und FeSH im Seehafen-Hafenhinterlandverkehr von Lübeck). Hier geht’s anscheinend um regionalen Warenlieferverkehr im Ballungsraum. Die auf der Projektseite genannten Speditionen werden mit je einem Testfahrzeug von SCANIA ausgerüstet. Allen teilnehmenden Speditionen ist gemein, dass sie von Warenlagern im Rhein-Main-Gebiet aus regelmäßig Kunden eher im Güternahverkehrsbereich anfahren, z.B. REWE-Märkte. Das ist ein Verkehrssegmet, in dem Elektroantriebe besonders lohnend zu sein scheinen, weil das Problem der Reichweite nicht auftritt. Durch die Masse der Fahrten lassen sich auch ordentlich Treibstoff, Abgase und Feinstaub einsparen.


    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich im Bereich der Elektroantriebe im schweren Nutzlastverkehr sehr viel tut, jedenfalls weitaus mehr, als im aktuellen Getöse um Dieselfahrverbote usw. wahrnehmbar war. Auf jeden Fall scheint es ein vielversprechender Versuch zu sein, den weiterhin zu begleiten sich lohnt.


    Forschungsprojekte zu elektrischen Antrieben bei schweren Nutzfahrzeugen


    Concept Elektro-Lkw im schweren Verteilerverkehr - Durchführung Flottentest

  • e-Highway update

    Was aussieht wie die Hochkettenfahrleitung einer Bahnstrecke ist die hessische e-Highway-Teststrecke in Fahrtrichtung Nord, hier bei Gräfenhausen, in der Gegenrichtung werden die Strippen zur Zeit noch gezogen. Die Gleichrichterwerke sind ebenfalls schon aufgestellt, so daß alles auf eine pünktliche Inbetriebnahme der Teststrecke Anfang 2019 hindeutet.






    Bilder von mir


    Bundesweit gehen 65% der Fahrten im Schwerlastverkehrs über eine Distanz bis 50 km, weitere 13% über 50-100 km. Die Firmen, die am Testverkehr teilnehmen gehören in diese Kategorie, es sind Speditionen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die regelmäßige Lieferverkehre in diesen Entfernungen im Rhein-Main-Gebiet durchführen und die Passage dieser Strecke zum Aufladen der Batterien nutzen werden.


    Eine Spur von den Testfahrzeugen gibt es noch nicht, aber es werden fünf LKW der Marke Scania sein, die das Bundesumweltministerium den vier oder fünf Firmen, die am Versuch teilnehmen, zur Verfügung stellt.


    Die FAQ-Seite zum ELISA-Projekt von Hessen Mobil ist in überarbeiteter Fassung wieder online.

  • E-Highway-update

    Die hessische Versuchsstrecke ist praktisch fertig, der TÜV Süd wurde kürzlich mit der Abnahme beauftragt. Im Oktober hat das Bundesumweltministerium die Gestellung der Oberleitungs-LKW im Rahmen eines umfassenden Dienstleistungsauftrages ausgeschrieben. Danach soll der Dienstleistungsauftrag am 1.12.2018 beginnen. Die Ausschreibung umfasst in Gestalt von 3 Losen alle drei Versuchsstrecken, während Hessen fertig ist, wurde in Schleswig-Holstein und BaWü mit dem Bau noch gar nicht begonnen.


  • Testbetrieb startet heute

    Nachdem über die Auftragsvergabe nichts zu lesen war, sind anscheinend klammheimlich die Testfahrzeuge geliefert worden. Hessenschau und FNP meldeten heute früh, dass in den Abendstunden die erste Testfahrt starten soll. Jetzt sin'mer ma gespannt...

  • Der erste der drei deutschen E-Highways ist betriebsbereit und aufgrund der im Vorvorbeitrag zitierten Ausschreibung ist Scania mit der Lieferung, Wartung und Datenerhebung beauftragt worden. 15 LKW werden bereitgestellt, davon fünf für den hessischen Feldversuch.


    Die ersten Probefahrten sind erfolgreich absolviert worden und im Mai soll der Einsatz bei den am Feldversuch beteiligten Speditionen beginnen.


    Q

  • FRAPORT prüft Einsatz von Flugtaxis

    In diesen Tagen ist viel über eine Studie von Horvath & Partner geschrieben worden, wonach der Einsatz von führerlosen Drohnen als Flugtaxi ab 2025 relaistische Chancen auf Relaisierung haben soll.


    Ohne hier auf die Studie Urban Air Mobility Study Report 2019 an sich näher eingehen zu wollen, erscheint mir in unserem Zusammenhang die Meldung erwähnenswert, dass Fraport gemeinsam mit dem Hersteller Volocopter prüft, wie das drohnenähnliche Verkehrsmittel in den Flughafenbetrieb integriert werden kann.



    Quelle: Fraport PM vom 12.2.2019


    Siehe dazu auch FAZ vom 11.2.2019 und FAZ vom 12.2.2019

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Link zur Fraport-PM eingefügt

  • Ich habe das Engagement von Fraport so verstanden, dass man als Airport-Manager Knowhow erwerben und ggf. weltweit will anbieten können; Knowhow bezüglich der Abläufe und Verfahren. Fraport selbst wird das neue Verkehrsmittel sicher nicht selbst betreiben, aber sie wollen in diesem Geschäftsfeld ganz vorne mitmischen.

  • Sperrung der Innenstadt innerhalb des Anlagenringes für den Autoverkehr


    Wie das HK in der heutigen Druckausgabe berichtet schlägt Mike Josef in einer PM den Rückbau der Parkplätze im öffentlichen Raum, das Pflanzen von Bäumen und die Rückgabe von Lebensraum an Menschen vor indem die Innenstadt innerhalb des Anlagenringes für den MIV gesperrt wird, also nur noch Automobile Anlieger und Lieferverkehr in dieses Gebiet fahren dürfen.
    Dieser Vorschlag war mit den Koalitionspartner nicht abgestimmt und die CDU hält das für völlig abwegig. Auch bei der IHK ruft dieser Vorschlag keine Begeisterung hervor.


    M.E. ist dieser Ansatz falsch oder zumindest falsch priorisiert.
    Die Attraktivität des Einzelhandels in der Innenstadt läßt sich damit nicht verbessern und die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze und oder der noch wenigen geplanten HH (i.e. Four) verbessert sich damit nicht da der ÖPNV im Berufsverkehr schon am Limit operiert. Deshalb zuerst dringend in die notwendige Erweiterung der Kapazitäten des ÖPNV investieren bevor solche Vorschläge verbreitet werden.

  • Dennoch ist es wichtig, solche Vorschläge zu äußern, denn der Infrastrukturausbau muss begründet werden. Forderst Du den massiven Ausbau der Infrastruktur, ohne zu erklären, warum er genau so notwendig ist, dann wird argumentiert, dass Du massiv Geld verschwendest.


    Und dann muss ich nochmal nachfragen, was denn genau mit "Anlieger" gemeint ist.
    Wenn dann am Ende doch wieder alle in die Stadt fahren, die dort wohnen, arbeiten, einkaufen, dann fällt nur der reine Durchgangsverkehr weg.

  • Das ist halt in meinen Augen mittlerweile nur noch pure Ideologie. Das eine Extrem war die autogerechte Stadt, und derzeit bekommen wir es immer mehr mit dem gegenteiligen Extrem zu tun, das Auto möglichst komplett aus der Stadt zu verbannen. Als ob kilometerweite Fußgängerzonen noch großartig Urbanität versprühen würden.
    Sehe jetzt gerade in der Innenstadt eigentlich keine derart schwerwiegenden Probleme, als dass man jetzt solche Forderungen aufstellen müsste. Einzig das Mainufer ist noch problematisch. Die andere Problemzone Berliner Straße dagegen krankt doch eigentlich kaum am Verkehr selbst, sondern eher an der Tunnelrampe, dem Bundesrechnungshof als Querriegel und der Tristesse am Börneplatz, an der mangelhaften bis gar nicht vorhandenen Gestaltung des öffentlichen Raums und vor allem der generell augenkrebserregenden Architektur der angrenzenden Bebauung.

  • Die Zeil zu sperren war mal völlig undenkbar. Als die Hauptwache gesperrt werden sollte wurden Horrorszenarien aufgestellt. Funktioniert hat es trotzdem immer. Mir persönlich fallen nur sehr wenige Szenarien ein, wo ein Privatauto in der Innenstadt unverzichtbar wäre.


    Mit der Holzhammermethode ist aber niemand geholfen, vielmehr sollte in den nächsten Jahren der Schwerpunkt auf einen massiven ÖPNV-Ausbau mit P+R-Kapazitäten und den Rückbau von schon heute überschüssigen Verkehrsflächen gelegt werden, allein dadurch ließe sich sehr viel erreichen. Eine großflächige Fußgängerzone ist schon wegen Anwohnern und Lieferverkehr nicht vorstellbar.