Zoologischer Garten Berlin

  • Zoologischer Garten Berlin

    Kurz nach dem Berliner Tierpark hat nun auch der Zoo seine neuen Pläne präsentiert. Spektakulär sind vor allem die Reko-Pläne für die alte Pagode und den Musikpavillon sowie der Neubau des Elefantenhauses auf dem Erweiterungsgelände hinter dem Landwehrkanal:


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    Zu den weiteren Plänen gibt es im Pressebereich zumindest eine erste Übersichts-Skizze als PDF-Download. Interessant finde ich dort insbesondere die geplante Erweiterung des Aquariums sowie die Zusammenlegungen mehrerer Bestandsanlagen zu großflächigeren Gesamtanlagen. Und zu den bereits vorgestellten Planungen gab es heute auch einen recht sehenswerten Beitrag bei der Abendschau.


    P.S.: Die oben dargestellten Bilder dürfen laut Homepage explizit online verbreitet werden, solange der entsprechende Copyright-Vermerk angegeben ist und keine kommerziellen Interessen im Spiel sind: "Mit Copyrightvermerk „Zoo Berlin" können Fotos / Videos gerne auf anderen Websites veröffentlicht werden. Die Bilder dürfen keinem kommerziellen Zweck unterliegen bzw. verkauft werden."

  • Mehr Details

    Inzwischen berichten auch alle einschlägigen Berliner Zeitungen: Morgenpost, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, B.Z. und Kurier. So wird langsam auch einiges klarer.


    Der Zeitrahmen soll 15-20 Jahre betragen, der Kostenrahmen 60-70 Mio, wobei komplett auf Eigenmittel zurückgegriffen werden soll. Aktuell verfügt der Zoo über mehr als 40 Mio Euro Rücklagen, erhält jährlich Spenden und macht so Überschüsse. Es klang aber schon an, dass auch die Eintrittspreise steigen werden, was bei einem Touristenanteil von 70% und der Lage kein Problem sein sollte. Natürlich profitiert der Zoo auch stark von der Aufwertung des Umfelds, künftig gerade auch von den Plänen für den Hardenbergplatz. Als eigener Beitrag zur Aufenthaltsqualität soll die Kassensituation am Löwentor verbessert werden (8 statt 4 Kassen, um lange Warteschlangen zu verhindern) und es wird möglich sein, von einem Vorplatz aus auf Nashornanlage und Bergtierfelsen zu blicken.


    Innnerhalb des Zoos soll vor allem die Orientierung der Besucher (wie gesagt meist Touristen) und die Tierhaltung verbessert werden. Ist der Zoo schon jetzt eine der gefragtesten Touristenattraktionen der Stadt, wird er sehr bald eine neue Pandaanlage sowie eine optimierte Raubkatzenhaltung präsentieren können. Beides läuft aktuell schon an, wobei die Pandas gar nicht auf dem Plan standen aber durch eine aktuelle Vermittlung von Angela Merkel mit der Regierung Chinas nun fest zugesichert sind. Der Zoo baut dafür den schönen alten Musikpavillon nach, um das entsprechende Ambiente zu erzeugen und das Elefantentor zu ergänzen. Auch das erst vor wenigen Jahren eröffnete Vogelhaus wird aktuell noch mal umgebaut und soll wie auch ältere Zweckbauten (jetziges Elefantenhaus, künftiges Gorilla- und Orang Utan-Domizil) hinter Naturmaterialien und/ oder Pflanzen verschwinden. Mein persönlicher Knüller ist aber eher, dass die alte (Elefanten-)Pagode tatsächlich wieder aufgebaut werden soll. Statt der zeitweise auch mal geplanten Reko des Straußenhauses soll nun sie die Nashörner aber auch Tapire beherbergen. Da der Bau ziemlich hoch ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man ihn gerade von höheren Gebäuden aus aber teils vielleicht auch von der Straße her sehen kann. Nett werden sicher auch die neuen Naturlandschaften (e.g. Tundralandschaft für die Eisbären und Polarwölfe). Gespannt bin ich auch auf das Elefantenareal auf dem Erweiterungsgelände, das auch eine Gastronomie erhalten wird (vielleicht ja auch außerhalb der Öffnungszeiten des Zoos zugänglich). Es soll zudem eine der größten Elefantengehege Deutschlands bieten. Von der Zeitplanung her soll übrigens das Aquarium als letztes erweitert werden. Nach Vogelhaus, Raubtierhaus und Pandas sind dann erst mal Nashörner, Tapire und Elefanten dran.


    Fazit: Der Zoo wird sich sehr verändern, einiges kaum wiederzuerkennen sein. Aber es klingt alles sehr vielversprechend und dürfte auch das Umfeld weiter aufwerten. Eine Touristenattraktion wird der Zoo schon allein durch seine Lage ohnehin bleiben.

  • ^ Speziell im Mopo-Artikel wird auch über die altbackenen Dinge im heutigen Zoo berichtet, die modernisiert werden sollen.


    Ich war in den letzten Jahren öfters im Tierpark und dieses Jahr nach längerer Zeit auch mal wieder im Zoo. Während ich bei den Gehegen regelmäßig Umbaumaßnahmen, Verbesserungen und Modernisierungen sehe, die beide Einrichtungen attraktiver machen, ist es um den Service in der Tat sehr schlecht bestellt.


    Es beginnt bei der Gastronomie, die Kantinen- und Imbisscharme aufweist und außer labberigen Pommes, Bulette & Co und schlechtem Bier in Plastikbechern zu einem sehr ungünstigen Preis-Leistungs-Verhältnis kaum was bietet.


    Dann die Beschilderung der Gehege. Da dominieren immer noch die schablonenbeschrifteten Schilderchen mit handgezeichneten Verbreitungskarten aus den 60er/70er Jahren. Einfache zeitgemäße Angebote wie moderne Infotafeln mit z. B. QR-Codes fehlen. Die Apps sind rudimentär und schwach. Die Toiletten kosten z. T. extra und sind auch nicht gerade das, was man sich heutzutage so vorstellt. Die allgegenwärtigen Zoolotterie-Buden, die ich schon in meiner Kindheit kannte, komplettieren den Eindruck. Diesbzgl. sind zahlreiche andere Zoos, auch in der Provinz, um Längen besser!


    Also mein Eindruck ist: Gehege hui, Service pfui. Ehe man millionenschwere Neu- und Umbauten an den Tieranlagen vornimmt, sollte man zunächst letzteren mal auf einen zeitgemäßen Stand bringen. Ich weiß, ich weiß: Man will beides machen, aber meiner Meinung nach sollte man die Priorität auf die Serviceverbesserungen legen. Das ist auch nicht so teuer.

  • Backstein: Witzig, ich gehe auch von jeher mehr in den Tierpark obwohl ich beides ähnlich gut/ schnell erreichen kann und keinen DDR-Hintergrund habe. Dort ist für mich einfach der Entspannungswert ungleich höher. Das einzige was ich beim Zoo (neben einigen "spektakulären" Tierarten) in der Tat spannender finde, ist die Architektur und wie es aussieht, wird das auch in Zukunft so bleiben bzw. sich sogar noch verstärken. Die alten Stilbauten sind schon beeindruckend und gerade auch die Pagode braucht sich hinter Elefantentor und Antilopenhaus nicht zu verstecken. Toll, dass die wieder aufgebaut werden soll. Das neue Elefantenhaus könnte bei ansprechender Hülle evtl. zumindest ein gelungenes Pendant zu den reizvollen modernen Komplexen für Flusspferde und Pinguine werden, allein es wird sich nicht so filigran realisieren lassen.


    Was die Tieranlagen an sich betrifft, sehe ich ehrlich gesagt schon bei beiden Zoos noch Optimierungsbedarf, wobei der Zoo eben einfach nicht unendlich Flächen hat und es beim Tierpark vor allem am Geld scheitert. Wie Du schon schreibst, muss man dann halt dort ansetzen, wo es möglich und sinnvoll ist. Beim Tierpark finde ich immerhin die kostenlose Parkbahn eine nette Idee und auch an den Wegweisern hat man schon gearbeitet (auch die Klos sind inzwischen zu 90% umsonst, die restlichen werden es bald mit Auslaufen der letzten Pachtverträge). Auch die großen neuen Spielplätze werden sicher die Besucher erfreuen. Insgesamt wird es aber sicher aufgrund der Lage und Tradition auch weiter dabei bleiben, dass der Zoo deutlich bekannter und beliebter ist (zumindest bei den Touristen).

  • Inzwischen schreiten die Arbeiten im Zoo deutlich voran. Das umgebaute Vogelhaus soll laut Freunden "sehr bald" wieder zugänglich sein, beim Eingangsbereich Löwentor hält man weiter an einer Übergabe vor Beginn der Sommerferien (Hauptsaison) fest und will auch im Kostenrahmen von 4 Mio bleiben - inkl. Verdopplung der Kassen, Neubau eines Zooshops und Servicecenters sowie eben eines frei zugänglichen Vorplatzes.
    Mopo
    B.Z.


    Ansonsten noch ein paar kleinere Updates zu Backsteins sehr berechtigten Anmerkungen/ Kritikpunkten:


    -Die Beschilderung im Zoo wird nun nach und nach ausgetauscht (was schon angefangen hat). Die neuen Schilder sind mE weitaus moderner und gefälliger.
    -Bei der Gastronomie bekommt der Tierpark mit Mövenpick Marché einen völlig neuen Pächter für Cafeteria und Terrassencafe (die beide wohl auch deutlich umgestaltet werden); der Zoo bekommt analog immerhin ein neues Konzept, vgl. KuP-Consult.de
    -Der Tierpark bekommt übrigens auch einen erneuerten Eingangsbereich mit mehr Kassen sowie eine kostenlose Greifvogelschau (vgl. auch Homepage Tierpark):


    csm_Ansicht_Baerenschaufenster_Tierpark_Berlin_2016_a186e99c76.jpg
    Copyright: Tierpark Berlin


    csm_Ansicht_Baerenschaufenster_1_Tierpark_Berlin_2016_e945455d17.jpg
    Copyright: Tierpark Berlin


    Auch wenn das abgelaufene Jahr mit 4,5 Mio Besuchern (Zoo + Aquarium 3,3 Mio, Tierpark 1,2 Mio) das beste der gemeinsamen Geschichte der sogenannten Hauptstadtzoos war, beginnt jetzt zunehmend die Modernisierung beider Einrichtungen.

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  • Kurzes Update:


    Beim Tierpark wurde inzwischen der neue Eingangsbereich übergeben (hier gibt es einige Bilder des neuen Eingangs). Ist schon ein Quantensprung im Vergleich zum vorherigen Zustand. Ein gutes Beispiel für die Neuerungen im Innenbereich ist diese didaktische Darstellung vor einer der erneuerten Anlagen:


    csm_Neue_Praeriehund-_und_Baumstachleranlage_Tierpark_Berlin_2016_dfc24bcb2c.jpg
    Copyright: Tierpark Berlin


    Oder auch diese Innenaufnahme der neu gestalteten Cafeteria:


    csm_Eroeffnung_Patagona_Tierpark_Berlin_2016_1_5afe31ee0c.jpg
    Copyright: Tierpark Berlin


    In dem Stil sollen alle gastronomischen Einrichtungen neu gestaltet werden. Aktuell werden die Spielplätze und die große Freilichttrbüne umgestaltet. In diesem und den kommenden Jahren sollen dann auch die großen Tierhäuser des Architekten Heinz Graffunder modernisiert werden, wobei es da teilweise Auflagen durch den Denkmalschutzstatus geben wird. erfreulich ist aber, dass nun ausreichend Mittel für die nächsten Jahre bewilligt wurden. Es geht nun spürbar voran.


    Das gleiche gilt auch für den Zoo, wo kürzlich das modernisierte Vogelhaus eröffnet hat und aktuell u.a. der Haupteingang Löwentor erneuert und erweitert wird. Ansonsten geht es auch dort mehr im Kleinen voran (morgen öffnet der neu gestaltete Streichelzoo) bis dann die wirklich großen Projekte starten (neue Pandaanlage, Umbau Raubtierhaus, Neubau Elefantenhaus...).

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  • Neue Zoo App

    ^ Danke. Auch für den Zoo ist nun eine Neuerung fertig, allerdings nur virtueller Art. Seit gestern gibt es eine neue Zoo-App, die in der Presse ziemlich gelobt wird.


    U. a. bietet sie einen Tierfilter, eine moderne Beacon-Navigation, die einen zu bestimmten Tieren, zum nächsten WC oder zum Ausgang führt, sowie eine Alarmfunktion zu anstehenden Fütterungen. Fast so schön wie Pokémon Go, meint der Tagesspiegel. :)


    Des Weiteren kann man mehrere vorgeschlagene Touren aufrufen, darunter auch eine Schlechtwettertour. Zukünftig soll man mit der App auch Eintrittskarten kaufen können.


    Auch die Berliner Zeitung und die Mopo berichtet über die App.

  • Löwentor und Streichelzoo

    Der Umbau des Löwentors am Hardenbergplatz ist abgeschlossen. U. a. wurden vier neue zusätzliche Kassenhäuschen errichtet:







    Auch der Streichelzoo wurde mit viel Holz umgestaltet und heißt jetzt "Hans im Glück" (immerhin kein englischer Begriff). Blick durch den Zaun:



  • gelungene Kassenhäuschen!

    also, muß ehrlich sagen: auf diesen Fotos sehen die neuen Kassenhäuschen echt gelungen aus und fügen sich harmonisch in die Umgebung des Löwentors ein!

  • Pandaanlage in Arbeit

    Inzwischen hat der Zoo detailliertere Visualisierungen der künftigen Pandaanlage veröffentlicht:


    csm_Panda-Anlage_235c97487a.jpg
    Copyright: Zoo Berlin/ Pearlman


    Auf der recht großflächigen Baustelle mitten im Herzen des Zoos wurde inzwischen ein Kran aufgebaut und mit dem Gießen der Fundamente begonnen. Die schmucken Pflasterwege wurden vorübergehend mit einer Teerschicht bedeckt, damit dort kein Schaden durch die schweren Transporter entsteht. Auch von den Arbeiten hat der Zoo im Bautagebuch seines Pandablogs Bilder eingestellt.


    Aktuelle Bilder, Videos und Erläuterungen vom Baugeschehen finden sich wie gesagt im Pandablog

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  • Wirkt nur auf mich die gemauerte Wand schief? ^^


    Nach der Fertigstellung muss ich echt mal wieder hin. War bestimmt schon 10+ Jahre nicht mehr da.

  • Updates von Zoo und Tierpark

    Nachdem ich zu meinem Ärger festgestellt hatte, dass Zoo und Tierpark Fotos und Visualisierungen offenbar nach einigen Monaten verschieben, habe ich hier länger nichts mehr eingestellt. Daher auch jetzt nur ein kurzes verbales Update:


    Zoo: Beide Eingänge wurden inzwischen fertig modernisiert, sodass es u.a. neue Kassenbereiche, ein neues Service-Center (Löwentor) und große neue Shops gibt. Die Pandaanlage ist natürlich auch längst eröffnet worden, wobei es sogar einen Staatsakt mit deutscher Kanzlerin und chinesischem Präsidenten gab. Aktuell wird das Raubtierhaus modernisiert und auch am berühmten Pavianfelsen wird gearbeitet (das ist zugleich auch die Anlage die man vom Bikini Berlin aus wunderbar von der Dachterrasse aus oder durch die große Panoramascheibe einsehen kann). Daneben wird praktisch überall an kleineren und größeren Maßnahmen gearbeitet, von neuen modernen Gehegeschildern über neue Besucherelemente an den Anlagen bis hin zur Gehegeeinrichtungen. Auch der große Spielplatz wurde aufgefrischt. Und das Aquarium wurde innen auf mehreren Etagen deutlich modernisiert und dabei mit zeitgemäßerer Tierhaltung, frischer Optik und einer deutlich angenehmeren Klimatechnik ausgestattet. Sogar kleine Lautsprecher mit dezentem Wasserrauschen etc hat man spendiert.


    Tierpark: Hier hat inzwischen die Sanierung des Verwaltungsgebäudes begonnen. Auch der denkmalgerechte Umbau des Alfred-Brehm-Hauses ist angelaufen. Das Affenhaus wurde indessen in ein Artenschutzzentrum umgestaltet, wobei weiterhin noch Anlagen umgestaltet werden. Beim Elefanten- bzw. Dickhäuterhaus wurde vor dem eigentlichen Umbau erst einmal noch etwas die Optik aufgefrischt. Ansonsten werden überall im Park die Tiergehege und sonstige Außenanlagen aufwändig umgestaltet (insbesondere durch Pflanzungen, Natur- und Kunstfels sowie Holzelemente und sanfte Geländemodellierung. Insgesamt wird immer mehr auf Graffitikunst gesetzt. Bei dem einmal mehr aufgewerteten Eingangsbereich kam jedoch auch u.a. ein weiteres Mal ein sogenannter Kettensägenkünstler zum Einsatz. Davon gibt es sogar ein kurzes nettes Video, das hoffentlich auch künftig unter dieser URL aufrufbar sein wird.

  • ^ danke Jan.


    Da wir seit kurzem eine Jahreskarte für den Zoo haben, war ich seit langer Zeit mal wieder drin, inzw. sogar schon zweimal.


    Ja, vieles hat sich recht positiv geändert. Auch wenn es nervt, dass man jetzt am Ausgang Hardenbergplatz durch den Zooshop gezwungen wird (wie am Flughafen). ;)
    Gastronomie und Spielplätze wurden ebenfalls deutlich aufgewertet, auch wenn die meisten Besucher weiterhin hauptsächlich Pommes/Currywurst o. ä. Junkfood essen.


    Das Pandahaus ist wirklich recht schick geworden, die beiden Pandas leben sozusagen in der Präsidentensuite des Zoos. Vor dem Eingang stehen sogar extra Securitytypen.


    Die neuen Gehegeschilder sind, nun ja, neu. Ok, keine Schablonenschrift mehr und vieles ist jetzt zweisprachig dt/engl. Manchmal gibt es auch was für die Kinder zu lesen ("Did you know..."), aber da hab ich in vielen anderen Zoos schon wesentlich Besseres, Moderneres und Informativeres gesehen. Da bleibt der Zoo Berlin weiterhin unter den (technischen/digitalen) Möglichkeiten. Keine QR-Codes, keine Audios, nichts Interaktives...


    Aber ich will nicht meckern, der Zoo ist allemal sehenswert und der Besuch lohnt unbedingt. Zudem finde ich den Preis für eine Jahreskarte (nur Zoo) wirklich günstig, zumal man dann noch 50 % Ermäßigung für Tierpark und Aquarium bekommt.

  • Ich habe die alten Beiträge jetzt doch noch mal überarbeitet bzw. die verlorenen Fotos so weit wie möglich wieder neu eingefügt (gut, dass man das auch noch nachträglich machen kann!). Hier jetzt noch nachträglich einige Aufnahmen von der neuen Pandaanlage.


    Es handelt sich um eine (mE äußerst gelungene) Symbiose aus den traditionellen exotisierenden Stilbauten, für die der Zoo so berühmt ist, und schlichteren modernen Elementen, wie sie sich bei einigen der neueren Anlagen im Park finden (z.B. Pinguin-Iglu, Flusspferdhaus oder das bewusst in der Parklandschaft verschwindende Erdhaus der Okapis).


    Hier im Vordergrund das rote 'chinesische' Tor - ganz im Stil des berühmten Elefantentors (DAS Wahrzeichen des Zoos) und des Zooschulgebäudes - mit Brücke zum sogenannten Panda Garden.

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    Copyright Zoo Berlin


    Der Panda Garden wiederum besteht überwiegend aus Beton und Glas, was durch stilisierte und echte Bambusrohre aufgelockert wird. In der Decke finden sich über einigen Bambusbeeten sogar kreisförmige Auslassungen, sodass der Bambus sozusagen das Dach sprengt. Farbtupfer setzen zudem die umlaufenden roten Holzzäune sowie die roten Lampions. Außerdem blickt man vom Panda Garden aus wahlweise durch Glas in die Innenanlagen der Tiere oder über den Zaun auf die Außenanlagen. Die zweisprachigen Didaktikelemente sind in der Optik von Bambuspapier zwischen die Bambusstäbe drapiert. Übrigens wird als akustische Untermalung (mindestens selektiv) auch entspannende asiatische Musik gespielt (ähnlich wie die Nachtgeräusche im Nachttierhaus oder das Meeresrauschen im Aquarium).

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    Copyright Zoo Berlin


    Hier ein Blick auf eine der beiden recht aufgeräumten Innenanlagen (da Pandas außerhalb der sehr kurzen Paarungszeit strikte Einzelgänger sind, gibt es jeweils zwei separate Innen- und Außenanlagen). Highlight ist natürlich der 'Bambusthron', den die Tiere aufgrund der bequemen Haltung gern zum Fressen aufsuchen. Hier teilweise verdeckt von zwei Staatsführern auf der Suche nach Rampenlicht. Wie zu erkennen ist, gelangt von den Seiten und den Öffnungen im Dach aber auch genügend Tageslicht auf die Anlage.

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    Selbst das zerstörte historische Teehaus wurde im Zuge des Neubaus (nicht ganz detailgetreu) rekonstruiert und in den Gesamtkomplex integriert.

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    Jetzt lenkt es schon von weitem die Blicke der Besucher in Richtung der Pandas. Es bildet zudem eine überaus gelungene Sichtachse mit dem Elefantentor (hier leider nicht mit im Bild).

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    Insgesamt wirkt es ganz so, als wenn die Panda-Anlage schon immer dort gewesen wäre und man alles in einem Guss geplant hätte. Inzwischen wurde die Anlage auch schon mehrfach mit dem sogenannten "Big Panda Award", als eine der gelungendsten Pandaanlagen weltweit ausgezeichnet. Und spätestens durch die Pandazwillinge, die in den nächsten Tagen auch den Besuchern präsentiert werden, hat sich die hohe Investition (aus den üppigen Eigenmitteln des Zoos und Spenden sowie Sponsorengeldern) wohl endgültig bezahlt gemacht.


    Das aktuelle Großprojekt des Zoos ist übrigens das Raubtierhaus, wo die Pandas früher weit weniger repräsentativ untergebracht waren. Wegen der schlechten Bausubstanz ist man hier nicht so schnell wie bei dem Pandakomplex und konnte nicht zum 175. Jubiläum des Zoos öffnen. Hoffentlich ist es nun dieses Jahr so weit (angepeilt war zuletzt wohl der Sommer). Auch hierzu gibt es ein Bautagebuch vom Zoo, das aber weit weniger akribisch geführt wird als bei dem Pandagehege.


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    Aber auch künftig muss der Zoo nicht ohne Großbaustelle auskommen. Noch in diesem Jahr laufen die Arbeiten für die Anlagen von asiatischen Nashörnern und Tapiren an. Eigentlich wollte man hierfür die spektakuläre Elefantenpagode rekonstruieren. Aber dann hätte man es denkmalschutzgerecht tun müssen, was funktional wie ökonomisch nicht nachhaltig gewesen wäre. Daher wird es jetzt lediglich eine weitaus schlichtere stilistische Anlehnung in Kombination mit modernen Gebäudeteilen geben. Nach rund zwei Jahren soll dann alles fertig sein (und auch dann gibt es wieder diverse weitere Projekte in der Pipeline).


    Historische Pagode:

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    Copyright Zoo Berlin


    Früher Entwurf:

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    Aktueller Entwurf:

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    Copyright Zoo Berlin

  • Klingt spannend. Das mit dem Bild und dem Zusatz: "Hier teilweise verdeckt von zwei Staatsführern auf der Suche nach Rampenlicht" hätte man auch einfach weglassen können. Einfach "Architekturforum" und gut ist. Es sollte nicht in einem Augenblick als unsachlich wirken.


    Ansosten wirklich tolle Bilder. Bin sehr gespannt, in welche Richtung unser Berliner Zoo in Zukunft gehen wird.

  • ^Ganz ohne die Innenanlage finde ich das Bild nicht rund und da es von der Eröffnungsfeier stammt, stehen meist wahlweise diese beiden oder andere Leute davor. Der Hinweis war zunächst mal eigentlich auch nur spaßig gemeint, sodass man sich mE nicht künstlich aufregen muss. Bei genauerer Betrachtung symbolisiert aber gerade dieses Bild sehr gut, was für ein Zirkus da letztlich mit dran hängt. Das reicht von ersten Geheimverhandlungen über einen Spezialflug der Lufthansa, der am Flughafen mit Wasserwerfern empfangen wurde bis hin zu diesem offiziellen Staatsakt (bei kleineren Anlässen sind es dann auch mindestens Bürgermeister Müller und der chinesische Botschafter). Wer sich dafür interessiert, kann ja mal Pandapolitik googeln. Und ich finde, dass man auch in einem Architekturforum und gerade in einem Randthread wie hier ruhig mal einen gewissen Horizont öffnen darf. Gegen das exzessive OT in manch anderem Thread ist das gar nichts.

  • Heißt es nicht sogar "Pandadiplomatie"? Und dafür ist das Bild sehr aussagekräftig...

    Dass der Zoo Leihgebühr an China zahlt war ja schon klar, was mich aber doch erstaunt ist dass für die zwei Jungtiere ( die natürlich auch China gehören) auch Leihgebühren erhoben werden! Somit summiert sich die Gebühr die der Zoo jährlich an China zahlt auf ca. 1,8 Millionen.


    Auf die Rekonstruktion der Elefantenpagode hatte ich mich sehr gefreut, aber der neue Entwurf gefällt mir auch sehr und entspricht, denke ich, der Architektur des Ursprungslandes an die er anlehnt mehr als der historische Bau.

  • Interessantes Projekt - ich muss gestehen ich hab eine Schwäche für historische zooarchitektur- in oft guter Qualität wurden gerade in Berlin fantasievolle hochwertige ,weltumsegelnde Architekturinterpretationen geschaffen mit verlockenden künstlerischen Details.

    Eine ehrliche Verspieltheit die trotzdem repräsentativ sein konnte.


    Neben Elefantentor, Giraffenhaus dem zerstörten Stelzvogelhaus galt mir die Pagode als markantester und schönster Bau des Zoos.


    Dem Vergleich zur Elefantenpagode hält der Bau hier natürlich nur schwer stand, er beschränkt sich, wenn auch nicht unkreativ, eher erinnernd aufs zeitgenössisch schemenhafte und ist sonst ein völlig Autonomer Bau

    Problematischer wäre für mich an dieser Stelle eher eine kritische Rekonstruktion, gerade bei anspruchsvollen und bedeutenden Bauten führt das zu diesem merkwürdig unbefriedigendem Eindruck der Blässe und Unfertigkeit weil sie eben das markant dekorative künstlerische Detail als lässlich ansieht. Ich empfinde das immer wie eine Unterschlagung.


    In diesem Fall ist’s aber nur ein interessant gestalteter architektonischer Verweis und ich freue mich darüber dass man sich hier zu einer liebevoll gestalteten Behausung für die Rhinos entschieden hat die sowohl das Tierwohl als auch die Tradition der Stilgebäude des Berliner Zoos aufgreift.