Spanien: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Spanien: Bauprojekte und Stadtplanung

    Die Welt-Online berichtete am 02.11, dass das 117 Meter hohe reich verzierte Hochhaus Edificio España in Madrid (Fotos im Artikel und in der Wikipedia, außerdem hier und hier) von einem chinesischen Milliardär gekauft wurde. Dieser will das Gebäude laut Artikel abbauen, die Teile zwischenlagern und später neu aufbauen - mit Luxuswohnungen, einem *****-Hotel und einem Einkaufszentrum. Die Madrider Bürgermeisterin pocht auf den Erhalt der alten Fassade, hinter der das Gebäude komplett umgebaut werden könnte. Die Vorderseite ist denkmalgeschützt.


    Das Vorhaben sorgt für intensive Diskussionen im Land - es wird bezweifelt, dass die abgebaute Fassade detailgetreu wiedererrichtet wäre. Es wird auch gefragt, wo Tausende Tonnen Baumaterial zwischengelagert werden könnten - es wäre wohl ein präzendenzloses Vorhaben.

  • Madrid: Deutsche Schule

    BauNetz berichtete am 20.10 über die Eröffnung des Komplexes mit einer Grundschule, einem Gymnasium, einer KiTa, einer Mensa und einer auch als Konzertsaal nutzbaren Aula, die eine perforierte Dachstruktur verbindet (einige Fotos im Artikel). Der Entwurf ist von Grüntuch Ernst Architekten - die Webseite zeigt noch Visualisierungen und einen Plan. Die Gestaltung wirkt interessant, doch das Campus-Konzept benötigt viel Fläche - keine allgemeingültige Lösung für eine Mehr-Millionen-Stadt wie Madrid.

  • Madrid: Geschäftshaus an der Gran Vía

    In der Galerie habe ich einige Fotos der Prachtstraße Gran Vía gezeigt. Während des letzten Madrider Besuchs entdeckte ich dort dieses neue Geschäftshaus mit recht simpler Fassadengestaltung, die eine andere Architektursprache als der Rest der Bauten spricht. Durch die interessante Form der oberen Geschosse kann sich das Gebäude in seiner Umgebung behaupten:







  • Es ist zweifellos eine sehr gelunge Form der architektonischen Interaktion und Dialog mit der vorhandenen historischen Bausubstanz.
    Als in Spanien zugelassener Architekt ist mir die kühne, zuweilen sehr pragmatische Haltung der spanischen Kollegen und der verantwortlichen Entscheidungsträger in den Denkmalbehörden geläufig. Ich begrüße den unkomplizierten Umgang der zeitgenössischen Architektursprache mit dem Alten. Das ist eine Klaviatur, die gerade in Spanien äusserst erfolgreich gespielt wird.
    Die Gefahr liegt einzig im sehr schnellen Verschleiß der Dynamik dieser unkonventionellen Formensprache, der es nicht gelingt, langfristig eine Daseinsberechtigung neben dem Historischen zu behaupten.


    herzliche Grüße,
    Mohamed El Hinati

  • Abgesehen vom architektonischen Konzept der prämierten Lösung stimmt mich viel mehr das erwähnte Budget von 60 Mio. € nachdenklich.
    Die Rechtfertigung dieser Summe für den Schulstandort einer deutschen Schule in Madrid, während sich die kommunalen Schulbauprogramme in Deutschland teilweise mit Bruchteilen des genannten Budgets begnügen müssen, ist für manchen Schulrektor, mit dem ich beruflich zu tun habe, nur schwer nachvollziebar...


    herzliche Grüße,
    Mohamed El Hinati

  • Madrid: Hotel VP Plaza España

    Während das im ersten Posting erwähnte Hochhaus Edificio España weiterhin steht (seit längerer Zeit leer), an der Südseite des Platzes wurden Bauten abgerissen - Google Street View kennt nur noch den Stand zum Ende der Abrissarbeiten. Dort entsteht ein Hotel, welches laut diesem Artikel 17 Geschosse und über 25 Tsd. Qm Fläche haben soll. Die verlinkte Galerie bietet vier wenig aussagekräftige Visualisierungen - bessere fand ich auf der Webseite der Architekten, wo es jedoch von etwas über 17 Tsd. Qm Fläche die Rede ist.


    Die Form ähnelt ein wenig dem darüber gezeigten Geschäftshaus - ein Sockel der Höhe der Nachbarsbauten, dann ein Spalt und noch ein paar Geschosse obendrauf. Mein Foto von der letzten Woche - wenn 2014 eine Eröffnung im September 2016 geplant war, ist diese Planung obsolet geworden:





    Bei Gelegenheit das Gebäude gegenüber, welches bereits seit ein paar Jahren besteht - sehr interessant finde ich das Dekor der letzten Geschosse in der Form stilisierter Bäume (ebenfalls letzte Woche fotografiert):





  • Barcelona: Sagrada Família

    Die Sagrada Família ist eine der längsten und spektakulärsten Baustellen Europas (Baubeginn 1882, geplante Fertigstellung derzeit 2026); vermutlich die einzige Baustelle auf der Weltkulturerbe-Liste. Von den geplanten 18 Türmen sind derzeit erst 8 sichtbar - vom besonders hohen geplanten Turm in der Mitte sieht man derzeit nur einen Stumpf.


    Meine letzte Woche gemachten Fotos (bzw. kleine Auswahl davon):









    Ich glaube, die Kapelle rechts ist neu:













    Vorne sieht man das Besucherzentrum mit dem Museumsshop - dahinter die Geburtsfassade:









    An der Passionsfassade wird immer noch gearbeitet:





    Es ist ein grandioses Beispiel eines modernen Bauwerks (nur die frühesten Teile wurden im Stil des Histerismus errichtet) mit zum Teil bunter Fassadenkunst.

  • Palma de Mallorca: Kongresspalast

    Das Deal Magazin berichtete am 16.03 über die für den 01.04 geplante Eröffnung des neuen Kongresspalastes für Veranstaltungen bis zu 3000 Personen, dem das neue Hotel Meliá Palma Bay angeschlossen ist. Der Artikel bietet zwei Bilder - zufällig habe ich selbst den Neubau vor einigen Tagen aus der Ferne fotografiert (links). Die Architektur fällt auf, stört aber nicht, da der Neubau sich bereits ein Stück außerhalb der Altstadt befindet:



  • Madrid: Distrito Castellana Norte

    Das Projekt Distrito Castellana Norte soll laut Webseite das wichtigste Projekt der Stadt im 21. Jahrhundert sein - es wird mit Canary Wharf und La Défense verglichen. Die Allee Paseo de la Castellana soll um 3,7 Kilometer verlängert werden. Hier finde ich eine Übersichtskarte, die stark nach der Funktionstrennung aussieht - Geschäfte im Süden, Technologieentwicklung im Norden - was mE ein Geburtsfehler sein könnte. Bereits an der existierenden mehrspurigen Straße fand ich unerträglich, dass sie weder Durchmischung noch Aufenthaltsqualität bietet. Hier die vier Wolkenkratzer, da gestalterisch misslungene Wohnblöcke - alles am besten im Vorbeifahren oder aus der Ferne zu betrachten.


    Hier wird die Verkehrsplanung besprochen - das Areal soll von 5 leistungsfähigen ÖV-Knoten (Metro, Regionalbahn) bedient werden, die nirgends weiter als 1000 Meter entfernt sein sollen und über 70 Tsd. Fahrgäste pro Stunde befördern können. Dadurch möchte man 60% des Verkehrs mit dem ÖV abwickeln.

  • Madrid: Distrito Castellana Norte (Operación Chamartín)

    ^ Die Madrider Stadtplanung wurde kürzlich im Münchner Unterforum als Vorbild zitiert, das Projekt dürfte also in Deutschland mit großem Interesse verfolgt werden. Ende Juli berichteten zahlreiche Medien wie dieser Artikel, dass die Madrider Stadtverwaltung und das Ministerium für Entwicklung endgültig ausgearbeitete Pläne vorstellten - im ersten Quartal 2019 sollen sie offiziell genehmigt werden. Der verlinkte Artikel bietet zahlreiche Visualisierungen - neben den Quatro Torres (224 bis 249 Meter) wird ein Hochhauscluster mit einigen weiteren Türmen vergleichbarer Höhe entstehen: Mit 77 Geschossen und über 250 Metern Höhe das höchste Hochhaus der Stadt sowie ein mit 230 Metern Höhe und ein mit 210 Metern Höhe.
    Mehrere der Medienberichten betonen, dass der Verkehr auf den ÖV ausgerichtet wird; besondere Rolle bekommt der Bahnhof Chamartín als Verkehrsknotenpunkt. Er soll umgebaut und besser in die Umgebung integriert werden.


    Das Entwicklungsgebiet hat eine Fläche von 268 Ha, auf den u.a. 10.500 WE geplant wurden. Die Gesamtinvestition wird laut Artikel auf ca. 6 Milliarden EUR geschätzt.

  • Bilbao: Edificio Museoalde

    Das fast fertige Hochhaus Edificio Museoalde am Flussufer kaum 100 Meter Luftlinie vom Bilbao-Guggenheim-Museum soll eine Mischnutzung haben - in den unteren Geschossen ein Parkhaus, ein Hotel, darüber Wohnungen. Ein Foto von meinem Besuch vor ein paar Tagen:





    Dazu als (klickbare) Thumbs ein paar Blicke auf das Hochhaus und seine Umgebung, die zum Teil aus gewachsenen Straßenblöcken mit alten Häusern besteht. Die Form des Hochhauses passt sich an sein Umfeld mit den niedrigeren Bauten an:



    Bild: https://abload.de/img/bilbaobau02wec9r.jpgBild: https://abload.de/img/bilbaobau03cqe0m.jpg


    Auf dem letzten Thumb sieht man ein wenig vom Guggenheim-Museum rechts von der Baustelle (diesen Blick hat man von der Fußgängerbrücke Zubizuri Calatravas):


    Bild: https://abload.de/img/bilbaobau04z8fbv.jpgBild: https://abload.de/img/bilbaobau055rfyf.jpg

  • Bilbao: Wohnsiedlung am Busbahnhof

    Neue Wohnsiedlung in der Nähe des Busbahnhofs in Bilbao. Die Dichte ist beeindruckend (wie überall in der Stadt), doch die Gestaltung zu eintönig:





    Dazu zwei Blicke als Thumbs:



    Bild: https://abload.de/img/bilbaobau2p3kti.jpgBild: https://abload.de/img/bilbaobau3lhkmc.jpg



    Fotos von mir

  • Unter #6 zeigte ich vor Jahren den Bau des Hotels VP Plaza España in Madrid. Dieses ist natürlich jetzt fertig und bezogen - wie man sieht, in Spanien muss ein Hochhaus wohl nicht Zugangsmöglichkeiten für die Feuerwehr von zwei Seiten bieten:



    madrid19111wlkkv.jpg



    Dazu noch Blicke als Thumbs - auf dem ersten sieht man links unten schöne Muster:



    Bild: https://abload.de/img/madrid191126ljr6.jpg   Bild: https://abload.de/img/madrid191140jjbl.jpg



    Auf dem zweiten Foto sieht man in der Mitte das alte Telefonica-Hauptquartier, welches in ein Riu-Hotel umgebaut wurde:



    Bild: https://abload.de/img/madrid191134ajl4.jpg   Bild: https://abload.de/img/madrid19115gzj8t.jpg



    Fotos von mir