Münchner Stadtbäche - Freilegung, Renaturierung, Ufergestaltung

  • Münchner Stadtbäche - Freilegung, Renaturierung, Ufergestaltung

    Die Vereine "Münchner Forum" und "Green City" wollen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zentrale Abschnitte der im 19. und 20. Jahrhundert unter die Erde verlegten Stadtbäche wieder freilegen lassen. Sie greifen damit einen drei Jahrzehnte zurückliegenden Vorschlag des renommierten Architekten Stephan Braunfels auf.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…e-wasser-marsch-1.2099410

  • @ Isek: Im SZ-Artikel steht, dass der Schwabinger Bach erst im 20. Jahrhundert verschmälert und begradigt wurde. Jetzt wird er wieder in den ursprünglichen Zustand von 1789 versetzt, als Friedrich Ludwig von Sckell den Park anlegte. Daher gibt es wohl keine Probleme mit dem Denkmalschutz.

  • Und was sagt der Denkmalschutz. Ich dachte der Egarten ist so wie er ist ein geschützes Ensemble?


    Hast du den Artikel gelesen? Der Bach wird in den ursprünglichen Zustand versetzt. So richtig verhunzt wurde er anscheinend erst in den 1960er Jahren.

  • Ich finde den Zustand so wie es ist eigentlich ganz nett. Man kann schön baden und am Ufer liegen. Man muss meine ich nicht jeden Abschnitt mit Kiesbänken und oft fast unnatürlich wirkenden Renaturierungen teuer umbauen. Der Park ist ein Park und per Definition nicht natürlich. Der Park soll dem Menschen nützlich sein. Ein Park ist kein Biotop.

  • Das stimmt allerdings. Der Schwabinger Bach ist momentan einer der schönsten innerstädtischen Erholungsplätze im Sommer und gerade durch seine Kanalisierung eine perfekt fliessende "Badewanne". Klar hat ein Wildfluss im Stil z.B. der südlichen Isar mit Kiesstränden und Inselchen auch seinen Charme. Aber man sollte ein perfektes und in der Bevölkerung geliebtes Erholungsgebiet nicht einfach mal so durchs Hintertürchen umbauen. Sowieso interessant, dass dies ein Herr Söder als "Heimatminister" offenbar direkt aus der Staatskanzlei heraus entscheiden kann.

  • Die Idee zur Freilegung der Stadtbäche ist nicht neu; Stephan Braunfels hatte sie bereits in den 1980er-Jahren. Umsetzen können wird man sie aber erst durch eine grundlegende Neugestaltung des Altstadtrings zwischen Sendlinger Tor und Odeonsplatz.

  • Sowieso interessant, dass dies ein Herr Söder als "Heimatminister" offenbar direkt aus der Staatskanzlei heraus entscheiden kann.


    Der Park gehört dem Freistaat Bayern und wird von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen verwaltet. Diese Behörde ist dem Finanzministerium unterstellt. Gottlob muss nicht alles demokratisch ausdiskutiert werden.:lach:

  • Das Ensemble Schwabinger Bach und Eisbachrunde ist inklusive der dort anwesenden Besucher und des alten Baumbestandes eine der schönsten und entspannendsten Oasen der Natur auf diesem Planeten. Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich den Namen "Raucherminister Söder" in diesem Zusammenhang lese.
    Der soll uns und unser einmaliges Paradies blos in Ruhe lassen und sich weiter mit belanglosen Themen profilieren, sonst bekommt er mal richtig Stress!

  • Was soll denn so schlecht daran sein, dass der Schwabinger Bach wieder in seinen Originalzustand versetzt wird? Die Entscheidung zur Isar-Renaturierung war doch auch richtig.


  • Der soll uns und unser einmaliges Paradies blos in Ruhe lassen und sich weiter mit belanglosen Themen profilieren, sonst bekommt er mal richtig Stress!


    Grotesk. Als ob er sich das alleine ausgedacht hat. Warte es doch mal ab, ob das "Paradies" zerstört wird. Kannst dann ja immer noch meckern.
    Meist hatten die damaligen Planer einen besseren Sinn für Ästhetik als die heutigen (Garten-)Architekten. Insofern kann ich es nur begrüßen, wenn man versucht den Park wieder mehr in Richtung Original zu entwickeln.:daumen:

  • Grotesk ist für mich vielmehr die Weiterbearbeitung derartig sinnloser Planungen. Als ob es in München keine Probleme gäbe, die bei einem entsprechenden Planungsergeiz ein 100 bis 1000-faches an Menschen besseres Leben schenken würden. Wohnungsnot, ÖPNV, Ringtunnel, Fußgängerzone, Kinderbetreuung, Schulsanierung......

  • Die unterirdisch noch vorhandenen Stadtbäche sollen wieder freigelegt werden - das wäre fantastisch!


    http://www.tz.de/muenchen/stad…nedig-machen-5519519.html


    Jetzt berichtet auch die SZ zum Thema.


    Das Baureferat lehnt die Vorschläge nach wie vor ab, da das Hochpumpen der zum Teil sehr tief fließenden Bäche zu viel Lärm verursache.


    Wenn man sich das mal z.B. auf Wikipedia oder in dieser SZ-Graphik anschaut, sieht man, dass die meisten historischen Stadtbäche mittlerweile stillgelegt sind. Nur unter dem Glockenbachviertel, entlang des westlichen Altstadtrings (Sonnenstraße, Maximiliansplatz), im Bereich des Hofgartens, im Lehel und in der unteren Au gibt es noch unterirdisch verlaufende Stadtbäche, die freigelegt werden könnten. Dabei geht es links der Isar in erster Linie um den Glockenbach, den Westermühlbach und den Westlichen Stadtgrabenbach. Rechts der Isar könnte der Auer Mühlbach weiter freigelegt werden.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_Stadtb%C3%A4che

  • Am besten ist der Plan zur Verlegung des Westlichen Stadtgrabenbaches in die Sonnenstraße von Stephan Braunfels aus dem Jahr 1985: Letztere erhält demnach auf der östlichen Seite einen breiten Fußgängerweg, an dem der freigelegte Bach vorbeifließt. In der Mitte verläuft wie bisher die Trambahntrasse. Die Fahrspuren für den Autoverkehr werden auf die westliche Seite verlegt und um die Hälfte reduziert. Fertig ist der neue Boulevard!

  • Klingt auf dem Papier alles wunderbar - unter der Voraussetzung, dass, bevor alles wieder in dern Englischen Garten mündet, eine aufwendige Klärung/Reinigung stattfindet. Ansonsten dürfte es dort nicht mehr ganz so einladend für ein kleines schnelles Bad sein. Sonnenstrasse - Partymeile - offener Bach? Hmm... Man schaue sich bitte auch die Wasserqualität der Kanäle in Venedig an.