Projekte Ludwigsvorstadt (südl. Bahnhofsviertel-Theresienwiese)

  • Bayerstraße 25 (bis 2023):


    Für mich geht der Bau nur in Details in Ordnung: Fassadenraster aus Naturstein, Fortführung der Abschlusskante des benachbarten Altbaus, offene Erdgeschosszone, Bullauge am Dach, als "Reminiszenz" an Bestand bzw. nebenstehenden Altbau. Unsicher bin ich bzgl. der großformatigen, bodentiefen Fenster, auf ausreichende Transparenz von Außen nach Innen sollte geachtet werden.


    Bay-nuur-vi-druck-juli20-20200717-2-1600x0.jpg


    Bay-nuur-vi-web-jul20-1-1600x0.jpg


    Bis dieser Ausblick auf den neuen HBF möglich ist, wird das Gebäude bereits sechs Jahre alt sein...

    Bay-hh-vision-vi-web-jul2020-3-1600x0.jpg


    https://www.ehret-klein.de/ref…ay-bayerstrasse-muenchen/


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    Bayerstraße 21 (bis 2022):


    Direkt gegenüber wird das 1971 erbaute Geschäftsgebäude revitalisiert, hierzu folgende Visualisierung:


    Projekte-m3-Gmb-H-und-5-weitere-Seiten-Microso.png



    https://www.m3-gmbh.de/projekte#bayerstrasse


    Nebenan entsteht bis ebenfalls 2023 bekanntlich dieses Motel One: https://lh3.googleusercontent.…qs_OIri8CkTOJBAy2_P6ZWWpQ


    Derzeit ist das HBF Vorfeld eine einzige Baustelle, die Bauflächen für Stamm-2 und die Erneuerung der Tramgleise nehmen gefühlt 4/5 des Platzes ein. Demnächst also noch drei Baustellen an Gebäuden...

  • 25.10.2020


    Motel One, Schillerstraße 3


    Der Abriss beider Gebäude ist wahrlich kein Verlust...

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    Nebenan, Sanierung und Umgestaltung Bayerstraße 21, siehe Beitrag oben

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    Eigene Aufnahmen

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    Der Bestand ist zwar auch kein Juwel, aber dann doch deutlich origineller als der kommende Neubau. Natursteinfassade schön und gut, alles andere ist jedoch schrecklich banal und ohne erkennbaren Gestaltungswillen. Den Architektenwettbewerb hätte sich die Gewerkschaft sparen können.

    Fragwürdig finde ich die Äußerung des siegreichen Architekten (GHP aus Oberursel), das Gebäude solle "wertig, aber zugleich angemessen für ein Gewerkschaftshaus wirken". Eine ähnliche Begründung lieferte der Vorstand der BVK nach dem Wettbewerb für deren neue Zentrale. Architektur sollte meiner Ansicht nach nicht nur das Selbstbild des Bauherrn ausdrücken, sondern auch den Anspruch haben, die Umgebung für´s Auge und die Öffentlichkeit aufzuwerten, Gestaltungswillen zeigen. Gerade die Schwanthalerstraße hat eine architektonische Aufwertung an so vielen Stellen dringend nötig, auch schlimm genug, dass dort in den letzten Jahren einige billige 0815 Hotelkisten errichtet wurden, und jetzt baut selbst der DGB wie in einem Vorort-Business-Park. Dann auch bitte in solche umziehen.

  • Eine Diskussion ist in der Stadtgestaltungskommision entbrannt, ob ein Neubau in der Mozartstraße 4, gegenüber des Royal Fimpalastes nicht für München zu kitschig geraten würde?


    Da fehlen einem die Worte !


    Es würde ein Neubau in klassischer Formensprache entstehen, sogar mit Walmdach, Gauben und Erkern. Bauherr wäre Herr Randlkofer von Dallmayr.


    Mehr als Profilierungssucht kann ich bei den "Architekten" der Kommision im Artikel nicht erkennen.


    https://www.abendzeitung-muenc…us-zu-kitschig-art-696111

  • Verspuelt und kitschig? In der Visualisierung des Artikels wirkt das Gebäude trotz seiner Erker usw ruhig, seriös und recht nüchtern.

  • Unfassbar. Wundert mich aber nicht. Das Gros der Architekten denkt so. Ohne den Hauch einer Einsicht, dass viele Menschen deren schnörkellose monotone Flachdachkisten satt haben.

  • Es ist ihnen leider völlig egal, ob irgendjemandem etwas gefällt oder es satt hat. Das Argument lautet dann, es sei subjektiv, ob jemand etwas als schön empfindet- und somit irrelevant. Relevant seien demzufolge nur gewisse ästhetische Prinzipien, die als objektiv akzeptiert werden sollen. Bei mir steigt bei dieser Art Argumentation immer Empörung auf.


    Zudem wird von der SGK argumentiert, das Gebäude passe nicht zum modernen Kino nebenan und einem Postgebäude in nächster Nähe an der Lindwurstraße. Sind denn diese beiden Gebäude die einzig relevanten in der Umgebung? Was ist mit all den anderen Gebäuden in Richtung Festwiese? Diese sind größtenteils "historisierend", manche sogar im allzukitschigen Jugendstil, haben Erker, Stuck und anderen Zierrat. Diese sind dann wohl auch zu "kitschig" und müssen abgerissen werden? Muss der ganze Bestand am Bavariaring abgerissen werden, weil er nicht zu einem unter Denkmalschutz stehenden Postgebäude in der Nähe passt?

  • Einige Entscheidungen der SGK teile ich (etwa beim "Das Heimeran" oder jüngst in der Friedenstraße). Aber bei den hier getätigten Aussagen der Mitglieder Fr. Berkthold (Yes Architecture, Prof. an der HM) und Hr. Sauerbruch (Sauerbruch Hutton, Berlin) frage ich mich, was die geraucht haben. Vor einigen Wochen berichtete bereits die SZ darüber.


    Sind denn diese beiden Gebäude die einzig relevanten in der Umgebung?

    Das frage ich mich auch.

    Der von der SGK vermisste Bezug zum Bauhaus am Goetheplatz offenbart weniger örtliche Sachkenntnis als viel mehr ein kompliziert-kafkaeskes Denken um drei Ecken herum. Warum muss sich ein Neubau zwanghaft Schlichtheit und Einfachheit unterwerfen, nur um ein oder zwei bestehenden Gebäuden in der Umgebung zu ähneln, wenn es sich stattdessen auch an den dutzenden Baudenkmälern des 19. und 20. Jahrhunderts orientieren kann? Mir scheint dieses bei heutigen Architekten häufig anzutreffende Fanal der maximal reduzierten Fassaden besonders in den noch von Altbauten geprägten Umgebungen Fehl am Platz. Nicht jeder Neubau muss die architektonische Radikalität Walter Gropius' oder Mies van der Rohes zitieren; etwas, das die SGK offenbar vielerorts bevorzugen würde.


    Die zum Teil großschwatzige Ausdrucksweise bis hin zu Begrifflichkeiten wie "Missgeburt" stimmt dann schon nachdenklich, ob die Architekten der SGK bei allen notwendigen ästhetischen Streitigkeiten noch ein Gespür für den richtigen Ton und Anstand besitzen. Mir scheint, manchen Architekten täte ein wenig mehr "nichtwissende Demut" gut, wie es die SZ ausdrücken würde, anstatt sprachlich in den Alarmismus zu verfallen.


    Zudem würde ich mir wünschen, dass die Architekten der SGK mehr Vielfalt, das Gestalten mit Alternativen zulassen. Architektur wird nicht für akademische Hochglanzbildbände entworfen, sondern für uns Menschen - zum Anschauen, Erleben, Staunen.

    Genau so einen Entwurf präsentieren Oliv-Architekten für das Grundstück, angenehm fügt er sich in die historische Umgebung ein und ringt dem Auge des Betrachters immerhin ein wenig Aufmerksamkeit ab - im positivsten Sinne. Der Architekt kontert der SGK natürlich nicht ungeschickt mit der Aussage "als Münchner habe er ein Gespür für den Ort". Genau das scheint der SGK-Jury hier zu fehlen (Birgit Rapp sei ausgenommen, sie befürwortete den Entwurf).


    Bleibt zu hoffen, dass Oliv Architekten nicht zu viel abändern, mehr als Empfehlungen aussprechen kann die SGK ohnehin nicht. Dafür nimmt sie sich in diesem Fall ganz schön viel heraus. Werde den zwei Architekturbüros am Wochenende auch nochmal meine Meinung mailen und kann es nur jedem raten, es ebenso zu tun. Auch wenn´s nichts bringt, die Chancen stehen zumindest höher, als wenn jeder seinen Unmut nur im DAF äußert ;)

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    Gestern wurde der überarbeitete Entwurf präsentiert. Was wurde geändert:


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    Vorher:


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    Nachher:


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    Quelle: SGK Sitzung 26.01.2020, Bildrechte Oliv Architekten


    Die neue, banalisierte Version wurde letztlich angenommen, ohne dass zuvor noch groß über diese diskutiert worden wäre (irgend ein Theoretiker störte sich am Ansatz des Verfassers, den Entwurf nur zu überarbeiten, nicht grundsätzlich neu zu denken...). Herr Brncic von Oliv Architekten wirkte dann auch dezent genervt von der SGK. Meine Frage, ob den Vertreten die positiven Presseberichte zum Ursprungsentwurf bekannt seien, wurde bejaht, auch, dass ihnen kritische Berichte zur SGK-Entscheidung vorliegen. Auf Grundsätzlicheres wie Fragen zur scheinbaren Bauhausverehrung, Reduktion von Gestaltungselementen oder der nicht-öffentlichen Arbeit der SGK, hieß es nur, Einlassungen seitens der Öffentlichkeit seien in den Sitzungen nicht vorgesehen (stattdessen solle man eine Mail schreiben) und die SGK sei ohnehin besser als die Gestaltungsbeiräte vieler anderer Städte, die ganz ohne Öffentlichkeit arbeiten (d.h. auch keine Übertragung bieten)... klingt eher nach Verzweiflungsargument, was spräche dagegen die Sitzungen wie öffentliche BA-Versammlungen zu gestalten?

    Beide Entwürfe wären jedenfalls von der Lokalbaukommission genehmigungsfähig, da Baulinien und GFZ eingehalten seien. Ich wünsche Herrn Randlkofer daher den Mut, die Entscheidung der SGK einfach zu ignorieren.

  • Gibt es denn keine Möglichkeit sich telefonisch bei der SGK zu melden? Ich hätte da so einige Fragen....


    ...bezüglich der fachlichen Qualifikation der Mitglieder. :rcain:

  • Die AZ ruft in dem Artikel zum geänderten Neubau dazu auf, seine Meinung kundzutun:


    https://www.abendzeitung-muenc…enen-buerohaus-art-701637



    Bei 2 Punkten ist der geänderte Entwurf meiner Meinung nach tatsächlich besser geworden , die Balkone wurden entfernt und ebenso diese seitliche Tiefgarageneinfahrt . Der Rest wirkt nur noch langweilig glattgebügelt.


    Aber Hauptsache nicht mehr zu "retrospektivisch" , wie doch dazu ziemlich anmaßend Christoph Sattler meinte.

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    Aha, eine meiner in der Sitzung gestellten Fragen hat es sogar in die AZ geschafft (nur mein Geschlecht wurde falsch aus meinem abgekürzten Namen abgeleitet) ^.^


    Gibt es denn keine Möglichkeit sich telefonisch bei der SGK zu melden?

    Direkt nicht, ist ja nur ein loses Gremium. Aber wie ich das verstanden habe, leiten die Organisatoren Fragen etc. an die Sitzungsmitglieder weiter...

    Tel.nr,: https://www.muenchen.de/rathau…Bauaufsicht/KfS-Info.html

  • Thema SGK allgemein:
    Ich finde dass es sie gibt allgemein nicht schlecht. Die Kommentare der Kommission zum Originalentwurf kann ich so nicht nachvollziehen. Da mir aber granteln fern liegt, hier ein paar Vorschläge zur Verbesserung:

    1. Besetzung: Architekten bauen für Architekten, nicht für die Stadtbewohner. Hier fände ich es sinnvoll, wenn man sich als "Normalbürger" bewerben könnte und ein Plenum an diesen "Normalbürgern" gemeinsam eine Stimme in der SGK vertreten könnten. Wichtig dafür wäre natürlich, hier eine Durchmischung an Alter, Geschlecht und Herkunft/Bezug zu München sicherzustellen, damit keine Extreme überhand nimmt.
    2. Konkrete Fälle: Wer muss im Zweifel am meisten mit einem gegebenen Neubau interagieren? Die Nachbarschaft. Hier sollte man in Fällen in welchen es nun 2 Entwürfe oder mehr gibt auch einfach postalisch oder per individuellem Umfrage Code den Umkreis von 1km fragen, was sie denn gerne dort hätten. So kann man auch sehen, ob und wie viel Interesse an Beteiligung jeweils überhaupt vorhanden ist.
    3. Feedback Kultur: Man muss sich kurz in die Schuhe der SGK aktuell versetzen. Wenn nun Grantel-Briefe ankommen, muss man menschlich leider erwarten, dass eher eine defensive Haltung ggü. dieses Feedbacks eingenommen wird (Wer bekommt schon gerne seine Arbeit kritisiert?)

    Also - lasst uns gerne schreiben, aber sachlich, reflektiert und konstruktiv bleiben. So können wir als Community zeigen, dass wir einen besseren Ton draufhaben als die SGK, wenn es um Meinungsäußerung geht!

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    Zur Besetzung habe ich Frau Merk / SZ / Politikern schon öfter was geschrieben, auch Hr. Pretzl (CSU) prangerte den, ich übertreibe nun, "Eliten-Inzest" in der SGK bereits vor einiger Zeit an. Inzwischen ist das Thema aber zumindest auf politischer Ebene wieder eingeschlafen.


    Die aktuelle Besetzung (von denen aber offenbar nicht immer alle anwesend sind): https://www.muenchen.de/rathau…/KfS-Info/Mitglieder.html


    Zu Punkt 3: Ich habe eher den Eindruck, dass Kritik dort gar nicht wirklich ankommt. Stellungnahmen zu Entscheidungen, Diskussionen mit der Öffentlichkeit finden nicht statt. Anregungen der Bürger werden nicht zugelassen. Da wäre auch eine nach außen kommunizierte Abwehrhaltung schon ein großer Fortschritt. Wie gesagt, ich finde die SGK an sich schon sinnvoll und stimme einigen Urteilen der letzten Zeit unbedingt zu. Dennoch halte ich eine Öffnung ihrer Arbeit für überfällig.

    Zu Punkt 2: Ich würde es vorziehen, wenn sich einfach jeder mit Fragen / Anregungen oder simpler Umfrage während der Sitzungen einbringen könnte (z.B. per Chat während der Videoübertragung), gleich wie die Wohnadresse lautet. Wer Interesse hat, soll sich einbringen dürfen :).