Bezirk Hamburg-Mitte - Bauprojekte & Stadtteilplanung

  • Also mit historisierenden Entwürfen hadere ich ganz gewaltig. Selten überzeugen historisierende Fassaden und genauso selten überzeugen historisierende Straßenverläufe und Quartiere so wie im Entwurf von Midas. Ich hoffe sowas wird schnell verworfen.


    Im Übrigen war mal die Nutzung des G+J Gebäudes für universitäre Zwecke angedacht. Das Gebäude schreit regelrecht nach einem Forschungs- und Entwicklungszentrum aus dem MINT Sektor.

  • Also mit historisierenden Entwürfen hadere ich ganz gewaltig. Selten überzeugen historisierende Fassaden und genauso selten überzeugen historisierende Straßenverläufe und Quartiere so wie im Entwurf von Midas. Ich hoffe sowas wird schnell verworfen.


    Im Übrigen war mal die Nutzung des G+J Gebäudes für universitäre Zwecke angedacht. Das Gebäude schreit regelrecht nach einem Forschungs- und Entwicklungszentrum aus dem MINT Sektor.


    Sehe ich komplett anders!


    Eine kleinteilige, nutzungsgemischte Gestaltung mit klassischen Blockrändern wie von Midas skizziert würde urbane Athmosphäre zurückholen und Bewohnern und Passanten eine hohe Aufenhaltsqualität bieten (moderne "offene" städtebauliche Strukturen sind dazu erfahrungsgemäß ja leider kaum in der Lage).


    Universitäten sind hingegen abends und am Wochenende "tot" und gehören daher m. M. n. ebenso wie großflächige Bürobauten nicht in die Innenstadt. Eine Eignung als Universität kann ich auch grundsätzlich nicht erkennen - es sind keine größeren Raumstrukturen, wie sie für Hörsäle benötigt werden, vorhanden. Ohne einen teilweisen Abbruch könnten diese im Bestand nicht realisiert werden.


    Ich glaube aber, Du kannst dennoch beruhigt sein. Hamburg wird sich für den Weg des geringstmöglichen Widerstandes entscheiden. Das Gebäude wird erhalten werden bleiben und damit der Standort leider nicht zu einem lebendigen Wohn- und Geschäftsquartier werden.

  • Sehe ich komplett anders!
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    Universitäten sind hingegen abends und am Wochenende "tot" und gehören daher m. M. n. ebenso wie großflächige Bürobauten nicht in die Innenstadt. Eine Eignung als Universität kann ich auch grundsätzlich nicht erkennen - es sind keine größeren Raumstrukturen, wie sie für Hörsäle benötigt werden, vorhanden. Ohne einen teilweisen Abbruch könnten diese im Bestand nicht realisiert werden.


    Erinnere ich mich an mein Studium zurück, so waren im Hauptstudium die meisten Vorlesungen und Seminare in kleinen Gruppen von 5-20 Personen. Große Hörsäle waren oft leer und wenig genutzt. Außerdem umfasst der universitäre Betrieb mehr als nur Hörsäle für den reinen Lehrbetrieb.
    Gerade wenn es um Versuchslabore, Werkräume, Büros für wissenschaftliche Mitarbeiter, Technologie Transfer, Gründerzentren und ähnliches geht, dann ist eine etwas kleinere Raumaufteilung besser. Darüber hinaus, kann man Zwischenwände beseitigen und den Innenausbau noch umgestalten.

  • Wenn man dann noch einen Teil für Studentenwohnungen und evtl. ein Boardinghouse für Gastdozenten, Praktikanten und Doktoranden reserviert, dann kann man wenigstens einen Teil auch abends und an Wochenenden beleben.

  • Ich hoffe der Hamburger Senat begreift das ganze als Chance.
    Wir können gerne drüber streiten, ob es ein schönes oder hässliches Gebäude ist.
    Ich finde die Idee mit den Bullenaugen und weitere maritimen Elementen großartig. Und auf seine Weise ist es wirklich ein außergewöhnliches Gebäude. Was ich persönlich aber für wenig dikussionswürdig erachte, ist das monotone Nutzungskonzept und der raumeinnehmende Schnitt des Gebäudes. Dieser lässt das Gebäude wie ein Riegel wirken sperrt alles andere aus und ab.
    Das Gebäude an Sich ist ok. Die Lage macht es aber an dieser Stelle für mich zu einem kompletten Fehlbau.
    Was ich mir wünschen würde, wäre eine Diskussion. Schließlich hat man jetzt 5 Jahre Zeit. Ein Nachnutzung durch die Stadt als Verwaltungsgebäude wäre die größte Katastrophe. Mehr Tristesse ist ja kaum möglich.
    Vielmehr sehe ich hier die Chance wie sie sich in Frankfurt mit dem Abriss des technischen Rathauses ergeben hat. Hier muss man ja nichts historisches wiederaufbauen. Jedoch wäre hier aus meiner Sicht Stadtreparatur zwingend nötig. Ein Neues Flächennutzungkonzept muss her und man sollte offen über einen Abriss oder einen Teilabriss diskutieren und mal laut denken, was an dieser Stelle mit und ohne dieses Gebäude möglich wäre. Ich bin mir sicher, dass es dazu unterschiedliche Meinungen gibt und wenn man den Lueten ersteinmal eröffnet welche Chancen ein Abriss bietet, wäre vielleicht auch der ein oder andere Befürworter zu überzeugen. Wobei ich es mir schwerer vorstelle als in Frankfurt.
    Hat einer nicht einen guten Draht zur Zeitung und könnte mit einem Vorschlag mal eine Diskussion in die Stadt tragen?

  • ich finde es ehrlich gesagt ziemlich tragisch, wie zum Fuße DER Hamburger Sehenswürdigkeit - dem Michel - rund herum eine Schnellstraße, lieblose Nachkriegsgebäude, eine Wand eines Bürokomplexes und eine dahin siechende Wiesenlandschaft die Kirche umgibt.


    Genau so wie beim Kontorhausviertel sollte Hamburg mal etwas Feingefühl zeigen und das Drumherum etwas liebevoller gestalten. Daher tendiere ich zum Teilabriss und kleinteiligem Neubau mit Wohnungen und Einzelhandel/Gastronomiefläche im EG


    Aber Hamburg schmückt sich gerne mit seinen Sehenswürdigkeiten und zeigt am Ende wenig Einsatz zur Gestaltung des Umfelds (siehe auch Speicherstadt ohne Wegweiser, Informationstafeln etc)

  • Wir können gerne drüber streiten, ob es ein schönes oder hässliches Gebäude ist.


    Richtig. Ich finde es abgrundtief haesslich, aber ich erkenne den zeitgeschichtlichen bzw architekurgeschichtlichen Wert durchaus an. Ich finde nebenbei 'Bullaugen' an einem Haus nicht als 'grossartige' Elemente. Im Gegenteil: Fuer mich ist das so ziemlich die banalste Metapher fuer das Maritime und sollte dringlichst vermieden werden. Aber Geschmaecker sind ja bekanntlich verschieden.


    Die Lage macht es aber an dieser Stelle für mich zu einem kompletten Fehlbau. Was ich mir wünschen würde, wäre eine Diskussion. Schließlich hat man jetzt 5 Jahre Zeit. Ein Nachnutzung durch die Stadt als Verwaltungsgebäude wäre die größte Katastrophe. Mehr Tristesse ist ja kaum möglich.


    Volle Zustimmung.


    Jedoch wäre hier aus meiner Sicht Stadtreparatur zwingend nötig. Ein Neues Flächennutzungkonzept muss her und man sollte offen über einen Abriss oder einen Teilabriss diskutieren und mal laut denken, was an dieser Stelle mit und ohne dieses Gebäude möglich wäre.


    Sehe ich genauso, aber ich fuerchte es wird leider nicht soweit kommen. Einen Teil(!)Abriss kann ich mir allerdings nicht sinnvoll vorstellen. Entweder ganz oder gar nicht. Die Frage ist auch wieviel Geld die Stadt hier investiert hat. Ich denke man hat G+J einen fairen Preis bezahlt, auch um den Verlag, die Arbeitsplaetze und das Steueraufkommen langfristig mit einem Neubau in der Hafencity and Hamburg zu binden. Das ausgegebene Geld schraenkt natuerlich die Optionen (Abriss) ein. Man muesste also einen solventen Developer finden.


    Hat einer nicht einen guten Draht zur Zeitung und könnte mit einem Vorschlag mal eine Diskussion in die Stadt tragen?


    Die Zeitungen lesen ja bekanntlich hier mit ;) Ausserdem kommt es drauf an wer 2017 neuer Oberbaudirektor wird und wie der/diejenige so tickt.

  • Mal eine andere Idee ...


    Steidle & Partner sahen in ihrem Entwurf bestehend aus 4 länglichen, parallelen Strukturen eine Reminiszenz an die historischen Hamburger Gängeviertel.


    Man könnte, ohne die Gestalt des Bauwerkes wesentlich zu verändern, die 3 "Gänge" als öffentliche Passagen gestalten. Damit würde endlich auch Zugänge auf der Wasser- und der Nordseite geschaffen werden. In den Erdgeschossen und im 1. Stockwerk bilden dann inhabergeführte Läden, kleine Werkstätten und Gastronomie ein Ambiente, dass an einen Bazar erinnert - oder eben, im Sinne der ursprünglichen gestalterischen Idee, an die Gängeviertel. Teilweise könnte auch die unterste Geschossdecke entfernt werden, um einzelne großzügigere Räume entstehen zu lassen. Die obersten 3 Ebenen würden hingegen Wohnungen aufnehmen, z.B., wie hier vorgeschlagen, für Studenten, sonstige junge Leute in der Ausbildung oder Wohngemeinschaften.


    Im Innenstadtbereich gibt es m. M. n. bedingt durch die hohen Grunstückspreise einen Überhang an überregionalen Ladenketten und Büros. Hier bestünde durch das städtische Eigentum - ähnlich wie in der Speicherstadt - die Möglichkeit, mit niedrigen Mieten und gezielter Einflußnahme auf die Nutzungsmischung im bestehenden Gebäude ein sehr lebendiges Quartier entstehen zu lassen.


    Der Parkplatz sollte teilweise bebaut und so miteinbezogen werden (von der Gebäudeform her vielleicht wie es in der ursprünglichen Planung vorgesehen war).


    Grundsätzlich finde ich den Vorschlag von Midas aber immer noch besser, da ich das Bauwerk, was die äußere Gestaltung und die Maßstäblichkeit betrifft, für eine Fehlplanung halte.

  • Moxy Hamburg City Mitte


    Lage: Direkter Nachbar von


    Studentenappartments & B&B Hotel Hamburg City-Ost / Borgfelder Allee




    und gegenüber von Super8 und Holiday Inn DAF Beitrag



    Bild: Moxy Hotel



    Bild: Openstreet Map von mir bearbeitet

  • Also hier?!



    Bild: Google Street View


    Diese Fläche ist noch für die Erweiterung der Haspa-Zentrale vorgesehen. Im Hintergrund ist übrigens das Zentrum für Personaldienste zu sehen, rechts daneben ist das gleiche Gebäudeteil mit dem Zentrum für Aus- und Fortbildung, genau da gegenüber werden die beiden Hotels in Richtung Eifestr. gebaut, z.Zt. ist Eggers/Tirs mit dem Abbruch beschäftigt.

  • Coido Architects planen der Nebau neben der Rindermarkthalle am Neuen Pferdemarkt.



    Coido Architects


    Das indisch-ayurvedische Restaurant Maharaja, erst im November den gegenwaertigen Flachbau eingezogen, behauptet allen Ernstes, nichts von dem Naubauvorhaben gewusst zu haben, obwohl der Vermieter Sprinkenhof AG im Falle einer Neubebauung ein Sonderkuendigungsrecht hat. Anscheinend haben die ihren eigenen Mietvertrag nicht gelesen und Jammern stellen sich nun als "Opfer" dar...


    Im Abendblatt steht


    Zitat


    "Wären mir die Neubaupläne bekannt gewesen, hätten wir das nicht gemacht", sagt Maharaja-Inhaberin Kathrin Guthmann. Sie hatte für die Übernahme des Vertrags eine Abstandszahlung in Höhe von "mehreren Hunderttausend Euro" an den Feuerstein-Betreiber geleistet.


    Zitat-Ende


    Quelle (Paywall)


    Kann jemand der ein Geschaeft fuehrt allen Ernstes so naiv sein?

  • ^^ Aus Respekt vor der übrigen Bebauung am Nikolaifleet hätte ich auf dem Grundstück drei aneinandergereihte Gebäude mit unterschiedlichen Fassaden errichten lassen.


    Es wäre schön, wenn Stadtreparatur irgendwann mal zu einer Selbstverständlichkeit wird.


    P.S.: Gehört dieses Projekt nicht in den Thread "Fleetviertel -ein Quartier wird zum Scharnier"?