Hafencity V [im Bau]

  • ooookaaaaay, also ist Silk verworfen? Die Bauzeit wird ja recht kurz sein. Baugrube ist schon vorhanden :)



    Mein Favorit ist jetzt schon Nr. 6 von LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH


    Tolle Schnappschüsse von YOKO! In einem Hamburg Journal haben die über stark auf Kinder ausgerichtete Bebauung. Ich glaube sogar ein Kindergarten zieht mit ein.

  • @ Häuser,


    LRO schaut gut aus, so in etwa könnte es werden, vor allem im EG. Bereich.
    Vor einem Monat in Ulm eröffnet. :):OK30:
    Im Thread Süden Sparkasse Ulm, hat es noch mehr Bilder von mir.



  • sehr sehr toll. Danke Schiller. Die Bögen - großartig! Nur mit den Fenstern habe ich meine Probleme. Dieser Vorsprung. Ernsthaft? Aber das habe ich bei vielen solcher Bauten


    Neuer Wall 64


    Colonnaden 41


    Ich weiss nicht, was das soll. Wirklich nicht


    Aber das ist mein rein persönlicher Geschmack

  • Etwas skurril finde ich ja, dass bei den Rendern fuer das Cruise Terminal stets die notwendigen Passagierbruecken weggelassen werden:



    Bild: unibail rodamco


    In der Realitaet wird auf dem Kai soetwas hier stehen muessen:



    Bild: Adelte.com Pressephoto (siehe auch hier)


    Unklar auch, wie der oestliche der beiden Liegeplaetze ohne einen Skywalk vom doch recht weit westlich gelegenen Cruise-Center erreicht werden soll.

  • Vielleicht ist es so wie bei den Mediamöbeln in den Möbelbroschüren. Du siehst nie ein Kabel - weil es doof aussieht. Vielleicht haben die es deswegen weg gelassen (es sei denn es ist ein Museumskran zur maritimen Unterstreichung)


    Aber skurril ist es in der Tat. Dafür, dass die Promenade wirklich SEHR breit ist, fragt man sich, in welchem abgetrennten Bereich die Passagiere ein- und aussteigen sollen (zwecks Security und Passkontrolle). Scheint alles öffentlich zugänglich zu sein.

  • Scheint alles öffentlich zugänglich zu sein.

    - das wird es selbstverständlich nicht! Jedenfalls nicht, solange Schiffe da sind. Nimmt man die notwendigen Vor- und Nachbereitungszeiten hinzu, im Sommerhalbjahr zumindest also wohl eher nicht.


    Ein Problem wäre, dass bei freiem Zugang nicht nur eine temporäre Außenabsperrung vorgesehen werden müsste, sondern nach heutigem Sicherheitsverständnis auch ein dann ebenfalls temporärer Zaun am Kai, damit niemand ins Wasser fällt. Alles machbar, wenn man ein wenig planerische Phantasie hineinsteckt (wäre aber skeptisch, dass das geschehen wird).

  • Siehe Projekt (3) in der obigen Liste: Wie erwartet tauchen nach und nach die ersten groesseren Renderings auf den Seiten der jeweiligen Architeken auf.



    Bild: unibail rodamco


    Hier der Entwurf von KBNK aus Ottensen in gross:



    Bild: KBNK (hier)


    Also Augen offen halten: Da kommt mit Sicherheit noch mehr in den naechsten Tagen.

  • Hmm... interessanterweise hat sich hier noch niemand so richtig zum Thema Architektur und Städtebau des neuen südlichen Überseequartiers geäußert... dann wage ich mal den Anfang.


    Die einzelnen Entwürfe wirken überwiegend interessant, wobei mich der KBNK-Turm am meisten überzeugt; der Entwurf ist simpel und elegant, gerade der Absatz von der Sockelzone zum Hauptbaukörper gefällt mir und ich kann mir vorstellen, dass die Fassade durch die einzelnen verschiebbaren Sonnenblenden einen lebendigen Eindruck haben und sich je nach Jahres- und Tageszeit und Wetter stark verändern wird. Ein schöner Beitrag zum Ensemble der sieben Türme auf dem Strandkai.


    Auch die Waterfront-Towers wirken mit dem neuem Sockelbau elegant und schnittig. Auch wenn ich mir vielleicht eher vorstellen könnte, dass der westliche, freistehende Turm vielleicht zwei Geschosse niedriger sein könnte, weil es so etwas den Eindruck hat, als hätte man einfach dort, wo es noch passte, an den östlichen Zwilling noch mehr Baumasse angehängt. Eine unterschiedliche Geschossigkeit ließe die unterschiedlichen Baumassen stärker wie eine bewusste gestalterische Entscheidung wirken und schüfe zudem eine bessere Vermittlung zwischen den beiden Portzamparc-Bauten...


    Das Segel-Hochhaus... hmm... irgendwie elegant, irgendwie sehr französisch... aber ist das Wellen-/Segel-/Schiffsthema in Hamburg nicht schon sehr ausführlich behandelt worden? Gespannt bin ich auf die Fassade, also welche Farbe das Glas haben wird, wie stark es spiegeln wird etc.


    Ziemlich scheußlich finde ich das Kreuzfahrtterminal. Auch es sieht für mich sehr französisch aus, auch wenn ich nicht benennen kann, was diesen Eindruck für mich prägt... es wirkt auf mich wie eine aufgerüschte und aufgepumpte Version eines Bürohauses in Modulbauweise, wie man sie in vielfach in Gewerbegebieten findet... aber vielleicht wird ein höher aufgelösten Bild des Entwurfs ja noch Klarheit schaffen...


    Der Roth-Entwurf für das Vis-à-vis des Sumatrakontors ist ambivalent... die tektonische Fassade mit der überbetonten Ecke zur Überseeallee ist im Prinzip eine Spiegelung des Kontors, mit dem Unterschied, dass die vornehmlich vertikale Gliederung seiner Fassade hier gleichermaßen vertikal wie horizontal wirkt... es könnte hier sehr dynamisch und in seiner Plastizität interessant sein, jedoch vielleicht auch zu komplex und unruhig. Außerdem läuft das Gebäude Gefahr, bei billiger Materialität und faulen Details wie ein Überbleibsel aus der sozialistischen Moderne der siebziger Jahre auszusehen... aber ich glaube, dass Carsten Roth dafür eigentlich zu gut ist.


    Beim léonwohlhage bin ich mir auch nicht sicher... städtebaulich ebenfalls eine sinnvolle Spiegelung des gegenüberliegenden 25h-Hotels, aber bei der Fassade denke ich an Kuhflecken... ich denke jedoch, dass ein höheraufgelösten Bild hier Gewissheit bringen kann...


    Der Lederer Ragnardóttir wirkt auf mich städtebaulich hilflos... eine riesige, zwischen Bürohochhaus und Waterfront Towers geklatschte Baumasse ohne jede Gliederung... die Fassadengestaltung wirkt willkürlich... die Parabelbögen könnte ich noch ganz nett finden, aber diese Bullaugenfenster... soll das irgendwie archaisch-fokloristisch wirken? Aber wieso dann darüber diese nüchternen Fensterbänder? Irgendwie ein etwas willkürlicher Mix...


    Ebenso wie beim gesamten Ensemble, wie ich fürchte... ich bin mir nicht sicher, ob sich bei so viel Eigenständigkeit bei jedem Entwurf ein harmonisches Zusammenspiel der einzelnen Baukörper ergeben wird... vor allem das Nebeneinander der unterschiedlichen Fassadentypen zwischen Raster-Loch-Fassaden, geschlossenen Fassade, horizontalen Fensterbändern, vertikalen Gliederungen usw. könnte wohl sehr unruhig wirken...


    Interessant im geänderten Konzept ist, dass das Ganze nun noch deutlicher in Richtung eines Urban Entertainment Complex geht, wenn natürlich auch typologisch eher an einem konventionellen Stadtraum als an einer introvertierten Mall orientiert. Ich denke, dass das Kino tatsächlich ein Beitrag zur Belebung sein wird und vermutlich auch deutlich unterschiedlichere Schichten ansprechen wird als das Flebbe-Kino im nördlichen Überseequartier mit seinem ganzen unsinnigen Chichi.


    Es wird sicherlich noch hochspannend hier!

  • Etwas skurril finde ich ja, dass bei den Rendern fuer das Cruise Terminal stets die notwendigen Passagierbruecken weggelassen werden.
    [...]
    Unklar auch, wie der oestliche der beiden Liegeplaetze ohne einen Skywalk vom doch recht weit westlich gelegenen Cruise-Center erreicht werden soll.



    Ist denn die Nutzung als Kreuzfahrtterminal tatsächlich das verfolgte langfristige Ziel? Bei den Plänen zur weiteren Nutzung des möglichen Qlympiazentrums wurde doch auch eine Möglichkeit gesehen, es als Kreuzfahrtterminal zu nutzen. Ich bekomme den Eindruck, dass man langfristig evtl. die Cruiser auf die andere Elbseite legen möchte. War nicht auch mal vor Jahren ein Busterminal in diesem Gebäude geplant? Möchte man tatsächlich dort die Busse durch die eng bebaute Hafencity treiben?



    Vielleicht ist es so wie bei den Mediamöbeln in den Möbelbroschüren. Du siehst nie ein Kabel - weil es doof aussieht. Vielleicht haben die es deswegen weg gelassen (es sei denn es ist ein Museumskran zur maritimen Unterstreichung)


    Bei meiner 2009 abgeschlossenen Diplomarbeit hatte ich noch über die Möglichkeit eines Landstromanschlusses am Terminal (damals geplanter Baubeginn 2010) phantasiert. Wenn man sich die LSV Anlage, also den Kabelkran, in Altona ansieht, wäre das auch nochmal ein weniger edler Anblick... aber es ist und bleibt eben ein Hafen, keine bloße Kulisse. Da sollte man auch notwendige Anlagen für einen Hafen entsprechend in das Gesamtbild integrieren und nicht aus ästhetischen Gründen verteufeln. Ich bin weiter gespannt, wann es endlich mal losgeht.

  • Ist denn die Nutzung als Kreuzfahrtterminal tatsächlich das verfolgte langfristige Ziel?


    Ja.


    Ich bekomme den Eindruck, dass man langfristig evtl. die Cruiser auf die andere Elbseite legen möchte.


    Dein Eindruck truegt: Das Cruise Terminal Hafencity ist ganz schwerpunktmaessig ein Destinationsterminal. Die Terminals Altona und Steinwerder - insbesondere letzteres - sind mehrheitlich fuer Baseporting gedacht. Das sind zwei gaenzlich verschiedene Paar Schuh' mit unterschiedlichen Anforderungen. Natuerlich gibt es Ueberschneidungen.

  • Ein paar Dinge gefallen mir. Anderes weniger. Ich glaube ich muss besser noch einmal drueber schlafen. Es gibt auf jeden Fall Schwaechen im Gesamtbild. Der Carsten Roth Bau wiederholt die Fehler seines Gegenuebers nicht nur, sondern ueberhoeht sie auch noch. Ohne diese unsinnige Ueberbetonung der Ecke waere das Ganze ansatzweise ertraeglich. Meine Hoffnung, dass sich das ueber das B-Plan-Verfahren noch abmildern laesst sind gering.



    Bild: ich (abfotografiert vom Poster)



    Bild: ich (abfotografiert vom Poster)


    Und damit ist kein Zweifel mehr....



    Bild: ich (abfotografiert vom Poster)


    ...weite Teile der suedlichen Ueberseequartiers werden eine stupide 08/15 Shoppingmall. Einzelhandel auf drei (!) Ebenen. Haette man sich denken koennen, so oft wie von allen Beiteiligten immer wieder betont wurde, dass es keine stupide 08/15 Shoppingmall wird. Wer sich verteidigt, klagt sich an... :nono:

  • Ich war am Wochenende in Berlin und war wie immer hin und weg von Prof. Hans Kollhoff Potsdamer Platz 1


    In Hamburg war er bereits für das Kontorhaus Lilienstraße im Einsatz.


    Vor lauter Begeisterung durchforstete ich seine Seite und stieß auf seinen Entwurf von dem Gebr Heinemann Gebäude


    (2. Platz)

    Bild: Kollhoff


    Projektseite


    und das wird gebaut



    Bild: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg


    Ich will jemanden schlagen. Sofort.

  • Ich will jemanden schlagen. Sofort.


    Dann schlag mich :-)


    Ich erinnere mich sehr gut an den Wettbewerb,und finde immer noch, dass der (mit Abstand) beste Entwurf gewonnen hat.


    Kollhoff lieferte einen oeden Klotz mit zugegeben netter Fassade.


    gmp lieferte einen Baukoerper der sehr gut die verschienenen Hoehen der Umgebung aufnimmt, sich sehr gut einfuegt und dennoch nicht als fake-Altbau daher kommt> Stattdessen leasst er das Ensemble aus Kaispaeicher B / Heinemann-Hauptbau / Heinemann-Anbau sehr schoen zu einer Einhiet mit drei passeden, aber unterschiedlichen Architekturspachen werden. Dazu kommen sehr schoene groesse Dachterrassen.


    PS: Das Problem 'nette Fassade - ansonsten oeder Klotz' bekam nebenbei zeitgleich auch Max Dudler zu spueren und verlor... zurecht...

  • ^ Ich bin beim Gelegenheits-Stöbern im HH-Forum zufällig auf diesen Beitrag bzw. den Bildvergleich von Häuser gestoßen.


    Ohne den Wettbewerb und die Vorgeschichte im Detail zu kennen: Ich kann Häuser verstehen. :)
    Die Antwort von Midas hingegen weniger: Wenn der Kollhoff-Entwurf ein öder Klotz sein soll, finde ich den GMP-Entwurf eine langweilige Schachtel. ;)
    Nur dass mir der Kollhoff-Klotz von der Fassade, der Plastizität und der Materialwahl wesentlich besser gefällt. Zudem passt er m. E. besser zum Nachbargebäude.


    Aber es ist natürlich Geschmackssache.

  • Aber es ist natürlich Geschmackssache.


    Jein!


    Genau das ist naemlich der Punkt: Solche Entscheidungen sind natuerlich zum Teil auch Geschmacksache, aber zu einem ganz erheblichen Teil sind sie es eben genau nicht, sondern erschliessen sich aus mehr oder weniger objektiven Kriterien.


    Wir im DAF sehen oft zu 90% zur die Huelle eines Hauses bzw Entwurfes, aber in der Realitaet ist es eben genau umgekehrt: Die Huelle macht nur 10% eines Gebauedes aus und 90% sind die inneren Werte:


    Raumzuschnitt, Nutzflaeche, Enegeriebedarf, Umnutzbarkeit, Fleacheneffizienz, Nachhaltigkeit, Baukosten, Feuerschutz, etc.


    Von daher haette Kollhoff eben seine nette Fassade vor ein besseren Haus kleben muessen. Dann haette er wohlmoeglich gewonnen. Hat er aber nicht...