Bezirk Hamburg-Nord - Bauprojekte & Stadtteilplanung

  • Dafür wird dieses Reetgedeckte Haus abgerissen


    Die Luftbilder sind aktueller als die Streetview Bilder. Demnach ist das Haus schon laengst weg.


    PS: 'pervers'...? 'vernichtet'...? Etwas OTT, oder? Was an dem verbauten und verhunzten Haus, direkt an einer Hauptverkehrsstrasse gelegen, schuetzenswert sein soll verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Dann sind wir inzwischen ja bei voelliger Beliebigkeit: Gefaellt mir, ist klein, hat Efeu dran - also ist es schuetzenswert. Das kann ich zwar irgendwie verstehen, aber so sinnvoll finde ich das nicht.

  • Man darf es doch schade finden, wenn ein Reetgedecktes Haus abgerissen wird - das offensichtlich noch intakt war. Die werden leider immer weniger!


    Bist auch wohl eher ein Freund der Abrissbirne. ;)


    Wenn man sieht, dass die Laubenpieper mit ihrer Baumarktgarage aber alle wohnen bleiben dürfen (und bei dem Luftbild sehe ich ein gigantisches Areal von Laubenpieper) und ein Reetdachhaus wird abgerissen, ist es durchaus legitim sich zu wundern. Zumal die Lage nun alles andere als "mitten in der Natur" ist, vielmehr eine intensive Begegnung mit einer Hauptverkehrsstraße

  • Ich stimme zu, dass regionale Architektur und ortstypische Straßenzüge in sich ein schützenswertes Gut sind. Und so sehr dieses Haus, was in seiner Standzeit sicherlich zigmal umgebaut (man könnte auch sagen: eben über Generationen genutzt) wurde, Anno Dazumal zu Dutzendware gehört haben mag, so rar sind solche Gebäude inzwischen geworden.


    Und somit wird aus der Dutzendware - gerade deswegen also - ein erhaltenswertes Unikat. Das ist der selbe Grund, warum es inzwischen sogar Museen für Industriedesign usw. gibt; Dinge, die für Opa noch normaler, alltäglicher Massenkram waren sind dato gerade am Verschwinden - und ja, das ist nicht nur schade, wenn es um Betonwürfel der Nachkriegszeit geht, siehe der Terz der in Hamburg um die ollen Klosterwallhochhäuser gemacht wird.


    Und es ist ja nicht so, als ob die eigentlich alte Stadt Hamburg, die nicht erst in der Neuzeit zur Metropole aufstieg (wie zB Berlin) sondern bereits über viele, viele Generationen eine Weltstadt war, man denke nur an die Hanse, noch flächendeckend bauliches Erbe von vor 1950 aufweisen würde. Hamburg sieht bzgl. seines Stadtbildes jünger aus, als die meisten Ostküstenmetropolen Nordamerikas, insb. was vorindustrielles Bauen (d. h. auch vorindustrielles Wohnen) angeht. Vor WDVS Platten und weißen Kunststofffenstern-Einheitslook von Norwegen bis Sizilien. Als es noch gebaute Identität gab. Regionalarchitektur.


    Es sind solche kleinen Biotope "hochkonzentrierter Regionalität", solche "verbauten" Einzelstücke mit einer "Lebensgeschichte", die den cleanen, geleckten, optimierten Städten - insb. Hamburg - zunehmend fehlen. Und einmal mehr wird ein Unikum durch Nüchternheit ersetzt. Ja, das darf man schade finden. Aus weitaus größeren Erwägungen heraus, als den §§ des DSchG.


    Eure Enkel in Hamburg werden sich definitiv nicht für diesen Neubau interessieren, damit irgend eine Identität, Herkunft, Heimat verknüpfen. Wären sie hingegen in solch einem Gebäude aufgewachsen - dann unter Garantie. Die "Moderne" gibt Menschen keine Heimat, sondern nur Nutzfläche. Wenn ich vor dem Neubau stehe, dann weiss ich nicht wirklich wo in Europa, rein von der Architektur her. Wenn ich vor dem Altbau gestanden wäre, dann wüsste ich, wie jeder Laie von der Straße, hingegen sofort "Norddeutschland", auch großes Nachdenken. Und das bischen Heimat, was euch in Hamburg der Bombenkrieg und die Nachkriegsabrißwut gelassen hat, das radiert ihr nun weiter sukzessive aus. "Die schönste Stadt Deutschlands", wie oft ich das schon von eingefleischten Hamburgern gehört habe. Nur gesehen habe ich kaum was, von dieser städtischen Schönheit. Und wenn, dann wird es abgerißen. Wie hier. Ohne Demut. Ohne Selbstkritik. Ohne Nachdenklichkeit. Weil es Beamte der Denkmalschutzbehörde nicht in irgend eine Liste aufgenommen haben. Sapere Aude?

  • Man darf es doch schade finden, wenn ein Reetgedecktes Haus abgerissen wird - das offensichtlich noch intakt war. Die werden leider immer weniger!


    Bist auch wohl eher ein Freund der Abrissbirne. ;)


    Kommt drauf an wo ma in Hamburg sich befindet. In Volksdorf z.B. wurden gerade zwei Reeddachhäuser rekonstruiert und eines wieder aufgebaut. Und gerade in den Nördlichen Walddörfern laufen gerade mehrere Fachwerkprojekte

  • @ pumpernickel


    Da liegst du gewaltig falsch. Zwar gibt es an vielen Stellen auf der Welt ähnliche Architektur. Aber trotzdem unterscheidet sie sich je nach region immer noch in der Masse so wie in der Gründerzeit. Man kann genauso wenig Gründerzeit oder Jugendstil Gebäude aus München oder Hamburg unterscheiden. Trotzdem ist die Grundsätzliche Architektur immer noch verschieden. Man muss sich nur Neubauprojekte in Wien und in Hamburg angucken und man wird veststellen dass sie sehr unterschiedlich sind. In Hamburg z.B. wird ungewöhnlich viel Klinker benutzt, kaum ein Gebäude in der Neuen Mitte Altona z.B. hat keinen Backstein währen Neubauprojekte in Wien z.B. meist verputzt sind und Bunter gestrichen.
    Natürlich kann jedes Gebäude überall in Nordeuropa stehen aber das war früher nicht anders. Nur die Landmarken wie das Rathaus sind wirklich umauswechselbar genauso ist es heute auch. wenn man an die Elbphilharmonie oder die Opa in Sydney sind das auch komplett umauswechselbare Gebäude. Damals wie heute musste aber auch Wohnraum geschaffen werden so wurden auch damals uniforme wenn auch verschnörkeltere große Wohnprojekte gestartet.
    Es wird zwar oft gesagt, dass Neubaugebiet kahl sind etc. aber es muss sich einwachsen und in 100 Jahre wird man über die neue Mitte Altona nur als Beispiel das selbe denken wie jetzt über Eppendorf- Davon ausgenommen sind natürlich Wohnsilos und Großsiedlungen sowie die gesamte Geschmacksverirrung der 60 70

  • Nur mal aus Interesse, hast du in deinen 84 Forenbeiträgen eigentlich schon irgendwas an oder in Hamburg einmal kritisiert? Oder stets nur Lob, einfach weil es Hamburg ist? Deine Entgegnung kann ich nämlich ehrlich gesagt nur als Zweckoptimismus und Lokalpatriotismus verstehen. Sie überzeugt mich inhaltlich nicht.

  • So jetzt hier mal ein Punkt!


    Das ist ein Forum für Bauprojekte für Bezirk Hamburg Nord. Grundsatzdiskussionen tragt ihr bitte per privater Nachricht oder in der Hanse Lounge aus.


    Und es ist vollkommen unerheblich, wer wie viele Beiträge hat. Und Beleidigungen mag ich schon einmal gar nicht.


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    Beitrag 1293


    Bethanienhöfe Eppendorf


    http://bethanien-höfe.de/


    Gem. Abendblattbericht ist das Gebäude ab September 2015 fertig gestellt.


    Das Gebäude besitzt 3 Flügel, hat Wohnungen für 40 Diakonissen, 123 Pflegeappartments, 63 2-3 Zimmerwohnungen, ein Restaurant, Gemeindesaal, begrünter Innenhof, der wirklich stark an einen Kreuzgang erinnert .


    Die Wohnung kann lebenslang erworben werden, je jünger man ist und je höher die Lebenserwartung ist, desto mehr Miete bezahlt man.


    Beispiel: 82qm im 5. OG für eine
    70 jährige: Frau 219.000 EUR Mann 197.000 EUR
    75 jährige: Frau 187.000 EUR Mann 168.000 EUR
    80 jährige: Frau 155.000 EUR Mann 140.000 EUR


    Als Paar kommt 10.000 EUR Zuschlag


    Wenn jemand früher stirbt, wird das überschüssige Guthaben an die Nachkommen ausgezahlt


    Irre, oder? Bei Gelegenheit mache ich mal wieder aktuelle Bilder.

  • @ Pumpernickel Ein letztes Wort Häuser dann sag ich hier auch nichts mehr;) Eher nicht da ich allgemein von der Archietektur in Europa geschrieben hab und nur weil wir im Hamburgforum sind halt Beispiele aus Hamburg genommen habe. Aber was ist denn Lokalpatriotisch wenn ich schreibe dass in Hamburg meistens Klinker benutzt wird und in Wien Neubauten verputz werden siehe Seestadt oder Sonnenwendviertel. Nur weil ich kein Früher war alles besser und heute wird alles schlechtgemscht Typ bin ist das auch kein Zweckoptimismus weil mit ganz einfach neue Archietektur gefällt und das meiste bei deinem Beitrag irgendwie nach als ich noch jung und schön war.... Aber nun gut wenn du meinst.....