Leipzig: ZOB + 2 neue Hotels am Hauptbahnhof (Bauphase)

  • 10-12 Hst in einer Stadt wie Leipzig? Darüber lachen andere Städte nur. Ich war erst vor kurzem in einer Stadt mit rund 100.000 EW (im Ausland), dort gab es 20 (!) Bushalteplätze für die Überlandbusse (zB das, was nach Merseburg etc fährt) sowie zusätzlich Platz für Fernbusse.
    Die Alternative IM Hbf (Westseite) hätte ich auch deutlich besser gefunden, aber mal abwarten, wie das aktuelle Projekt funktioniert. Zumal bei beiden Standorten die DB der Betreiber wäre... im Hbf wäre der Übergang sicher noch ein Stück attraktiver

  • ^ An den Gedanken, stinkende, rasselnde Fernbusse mit Dieselmotor in der Westhalle des Hbf zu haben, kann ich mich nicht gewöhnen. Die jetzige Lösung mit dem ZOB an der Brandenburger Straße finde ich optimal. Und bei deinem Auslandsbeispiel dünkt mich, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Der Fernbusverkehr spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle in Deutschland. Am jetzigen Standort in der Goethestraße stehen auch nie mehr als 5 bis 6 Fernbusse gleichzeitig (2 bis 3 Busse sind die Norm).

  • ^ Exactement, in Osteuropa oder Spanien hat der Fernbusverkehr einen ganz anderen Stellenwert. Außerdem gibt es in Deutschland ja eine recht strenge Trennung zum öffentlich finanzierten Busverkehr, der dann entsprechend auch seine eigenen Bussteige an der Osthalle behält bzw. im Straßenbahnverkehr der LVB mitschwimmt. 10-12 Bussteige sind eine ordentliche Anzahl, zumal die Busse die Bussteige laut LVZ nur zur Ankunft und zur Abfahrt nutzen und Wartezeiten an der Ladestrasse Ost abstehen.

  • ^
    In dieser genannten Stadt fahren kaum Fernbusse, lediglich viele Busse ins Umland (da dort kaum Zugverbindungen), man hat schlicht ausreichend Reserven geschafft (vorausschauendes Planen, was hier leider oftmals fehlt), wenn dieser Verkehr zunimmt.


    Durch die "Abstellflächen/Wartezeit" relativiert sich 10-12 Plätze natürlich.
    Dass öffentliche Busse und Fernbusse einen Busbahnhof nutzen, habe ich schon mal gehört. In Magdeburg ist dem wohl so und soweit ich weiß auch in anderen Städten, was einer strengen Trennung widersprechen würde.

  • ^ Also wie schon vermutet ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Der ZOB in Leipzig ist für den Fernbusverkehr gedacht, nicht für Busse, die nach Merseburg oder sonstwohin gurken. Der vergleichsweise geringe Überlandverkehr mit Bussen kann weiterhin an der Hbf-Osthalle abfahren.

  • Wie 'Dase' und 'Cowboy' sagten, hat der überregionale Busverkehr in Deutschland einen ganz anderen Stellenwert als z.B. im Vereinigten Königreich und/oder den USA. Das hat zum einen mit dem extrem dicht ausgebauten Schienennetz in Deutschland zu tun, welches in den USA außerhalb der Ballungsräume an den Küsten und dem "Midwest" um Chicago herum, nie machbar war. Die Ära des Flugverkehrs tat dann sein übriges. Zum anderen wurden das Schienennetz im UK schon in den 1980er Jahren privatisiert und ist heute neben den absoluten Hauptstrecken stark veraltet und unterfinanziert (der Staat will ja hier sogar zurückkaufen). Dadurch ergaben sich Chancen für den privaten Busverkehr die Lücken für überregionalen Verkehr zu füllen.


    In Deutschland und z.B. Frankreich und Italien hat es das nie gegeben. Was natürlich stark mit der nie vollzogenen Privatisierung des Schienennetzes zu tun hat. Deswegen denke auch, dass es in Deutschland keinen neuen absoluten Markt für überregionalen Busverkehr geben wird. Die ersten Unternehmen sind ja schon wieder aus dem Rennen.


    Dadurch sehe ich keine Probleme mit den 10-12 Stellflächen.

  • Zitat von DAVE_LE

    Ich gehöre jetzt keinesfalls zur Park-statt-Neubau-Lobby, aber ich finde, dass die Ostseite des Hauptbahnhofs, so wie sie jetzt aussieht, unbedingt frei bleiben muss.


    Ja, die Hallenkonstruktion des Hbf ist von der Brandenburger Straße aus schon beeindruckend.



    https://klassenfahrtenfuchs.de…pzig-2013371-1440x960.jpg





    Wichtiger als diese Blickbeziehung finde ich allerdings eine bauliche Fassung der Brandenburger Straße. Konkurrenz belebt das Geschäft. Das A&O Hostel, für das das ehemalige Bahnpostamt vor 7 Jahren aufwändig saniert wurde (Ansicht) dürfte sich über die Nachricht auch gefreut haben. Nach Inbetriebnahme müssen Rucksacktouristen dann nur noch über die Brandenburger Straße zur Schlafstätte laufen.


    Brandenburger Straße - Links das A&O-Hostel, rechte Seite das Grundstück für den geplanten ZOB mit Hotel.

    Bilder: Cowboy

  • ^ ich bin Freitags am jetzigen "Fern-Busbahnhof" vorbei gegangen. Die Anzahl an wartenden Personen war so enorm, dass es kein Argument gegen einen ZOB geben kann. Auch wenn das jetzt weniger mit Architektur zu tun hat.

  • ^ Wobei sich dort einerseits der Busbahnhof nicht im Parkhaus befindet, und dieses auch temporär ist, es bleibt also zu hoffen, dass die architektonische Gestaltung höherwertiger ausfallen wird.

  • And the winner is "Gerber Architekten"


    Heute wurde der Presse der Siegerentwurf des Neubaus auf der Ostseite des Hauptbahnhofs präsentiert - mit Hotel und Parkhaus/Fernbushof. Es gab einen Wettbewerb mit 13 Architekturbüros. Nach Tagung der Preisjury entschied man sich für Gerber Architekten. Es ist nicht der endgültige Entwurf, es folgen noch drei Phasen. Baustart im zweiten Halbjahr 2016.



    Zwar schlicht, aber zeitlos.
    Sorry für die miese Bildqualität. Hatte noch eine hohe ISO-Einstellung für den Blutmond drin. :mad:

  • ... die LVZ berichtet dazu, auch mit der obigen Grafik in hellerer Auflösung ;).


    Parallel dazu wird auch der 2.Platz gezeigt sowie ein kleines Video.
    http://www.lvz.de/Leipzig/Loka…neuer-Busbahnhof-aussehen


    Irgendwie ist Platz 2 auch nicht so schlecht, da fällt gar nicht auf, dass es sich auch um ein oberirdisches Parkhaus (teilweise) handelt. Besonders gaga ist wieder die Sprechweise, einen schlichten Platz/Grünfläche zu bezeichnen, die die LVZ sicher nicht selbst erfunden hat: "Hinter dem ganzen Hotel-Ensemble sind dann eine „Flanier Plaza“ mit Bäumen und kleinen Läden..."

  • Da ziehen wohl aktuell nicht nur die Kreativen von Berlin nach Hypezig, sondern auch die Architekten - erinnert etwas ans Bahnhofsviertel in Berlin :lach: Beide Entwürfe gefallen mir an dieser Stelle recht gut. Würde man am 2. Platz die Fenster noch stärker überarbeiten und deutlich vergrößern, würde ich mich wohl im Endeffekt für diese Variante entscheiden.

  • ... die LVZ berichtet dazu, auch mit der obigen Grafik in hellerer Auflösung ;).


    Würde gern auch noch die anderen Entwürfe hier zeigen. Mindestens zwei gute sind noch dabei, wie ich finde. Der Rest grenzt größtenteils an Geschmacklosigkeit. Muss ich aber alle noch mal neu repro-fotografieren.


    Besonders gaga ist wieder die Sprechweise, einen schlichten Platz/Grünfläche zu bezeichnen, die die LVZ sicher nicht selbst erfunden hat: "Hinter dem ganzen Hotel-Ensemble sind dann eine „Flanier Plaza“ mit Bäumen und kleinen Läden..."


    Der Hotelchef sagte in etwa auch: "Wenn ich Leipzig bin, erinnere ich mich nicht an diese Fläche. Wenn das Hotel steht, dann erinnre ich mich daran." Ich finde diese Fläche schön. Mir gefällt sie und bleibt auch bei mir in Erinnerung. Liegt wohl daran, dass ich Einwohner bin. :D


    Jemand sagte: "Der Entwurf sieht wie ein Knast aus!" :cool: Und bat anschließend die Presse, das nicht zu schreiben. Ein hohes Tier sagte dann: "Zum Knast" :D.

  • Zwei erste Visualisierungen vom Hotelneubau an der Brandenburger Straße sowie zwischen Hotel und Parkhaus aka "Flanier Plaza". Wie hier schon geschrieben wurde, werden die Entwürfe bis Januar noch überarbeitet.




    Bild: Anika Dollmeyer

  • Der 2. Platz hat in der Tat Potenzial - nur nicht für diesen Standort. Der 1. Platz ist solide (und in der Tat sehr "berlinerisch") und löst das Problem des kurvigen Verlaufs der Brandenburger Straße zufriedenstellend.


    Die Zufahrt zum ZOB-Komplex wird sicher von Westen her erfolgen, wie jetzt auch schon beim existierenden Parkplatz.