Div. Projekte Giesing / Harlaching / Grünwald / Hachinger Tal

  • Weiss jemand, wo genau dieses Bauvorhaben geplant ist?



    Quelle: http://www.dgap.de/dgap/News/d…r-toplage/?newsID=1003893

  • Obere Grasstraße 1

    Hoffe es ist hier richtig aufgehoben: Die SZ berichtet von einem wahnsinnig dreisten Vorgang in Giesing. Ein altes "Handwerkerhaus", welches auch unter Denkmalschutz stand, wurde in einer Hau-Ruck-Aktion dem Erdboden gleich gemacht. Vorher sei noch von Sanierung die Rede gewesen, doch nun habe eine Baufirma am Wochenende Tatsachen geschaffen. Auch ein zwischenzeitliches Einschreiten der Polizei konnte nur Aufschub erwirken. Als die Polizei weg war, kam der Bagger einfach wieder... :nono:

  • Tja...ich habe auch davon gehört. Leider werden solche illegalen Abriss-Aktionen immer wieder versucht, insbesondere in Giesing, wo es noch einige dieser alten, aber eben auch nur 1-2-geschossigen ehemaligen Vorstadtgebäude gibt. So geht es auch den alten Kutscherhäusern in der Untergiesinger Birkenau zunehmend an den Kragen :mad:

  • Die Geschehnisse sind bis in das Büro des Oberbürgermeisters vorgedrungen. Reiter will mit "aller Härte" vorgehen, das Planungsreferat den rechtlichen Rahmen vollständig ausschöpfen und unter anderem ein sechsstelliges Bußgeld (250.000 €) verhängen.


    Gegen den Geschäftsführer der Baufirma hat die Polizei nun Anzeige erstattet.


    Offenbar versucht sich der Bauherr nun damit herauszureden, die Abrissfirma hätte gar keinen Abrissauftrag erhalten. Bereits einen Tag vor Abriss ist aufgrund eines vorfahrenden Baggers, die Lokalbaukommission, welche einen sofortigen Baustopp verhängt hatte, von der Polizei informiert worden. Und selbst nachdem die Polizei am Freitag zum zweiten mal anrücken musste, will uns der Eigentümer nun weiß machen, er hätte zu dieser Zeit alles argwöhnisch beobachtet? Viel näher liegt doch - wie in der SZ auch beschrieben - Paragraph 34 BauGB, welcher nach dem Abriss eine Anhebung der Traufe auf die Nachbarbauten erlaubt.


    Für diesen unfassbaren "Präzedenzfall" muss ein Exempel statuiert werden. Eigentlich sollte der Bauherr das Gebäude zusätzlich 1:1 wieder aufbauen und die Mieteinnahmen gemeinnützig spenden müssen.


    Grünen Stadträtin Demirel erwägt auch eine Enteignung als gerechte Strafe. Dann könnte die Stadt dort die Traufhöhe anheben ohne den Eigner auch noch damit zu belohnen; Immerhin gäbe es so noch einen Gewinn für die wohnungssuchenden Münchner.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…-hohes-bussgeld-1.3652642

  • ^^


    Basierend auf den Bauwert verglichen zu anderen Gebäuden aus dieser Zeit sicher nicht. Hier geht es eher um den Erhalt historischer Bauwerke im Kontext von "so war mal München" (Dokumentationswert).

  • Oh mei...und wegen dem Heisl wird soviel Wind gemacht :(. Gibt wichtigere Aufgaben für den OB. Mehr Wohnungsbau. Gegen die aktuellen Mondpreise beim Mieten und Kaufen anzukämpfen. Die Infrastruktur verbessern.........

  • Das sehe ich anders. Die Obere Grasstraße zeigt noch stark diese dörflichen Strukturen, wie es sie sonst selten in der Stadt gibt. Durch einen Neubau in Traufhöhe an dieser Stelle wäre das deutlich weniger der Fall. Städtebaulich für mich ein ähnlicher Sachverhalt wie in der Birkenau in Untergiesing. Außerdem finde ich, dass in unserem Rechtsstaat Gesetze dazu gemacht sind, dass die Bürger sie befolgen :)

  • ^


    Das sehe ich ganz genauso. Gesetze sind dazu da, sie zu befolgen. Die bislang ungekannte Dreistigkeit des Bauherrn bzw. der Baufirma darf nicht unbeachtet bleiben und nur mittels einfachem Bußgeld abgetan werden. Wo kämen wir da hin, in Zukunft würde einfach jeder sein denkmalgeschütztes Haus gegen "Gebühr" abreißen?
    Wir leben zum Glück in einem Rechtsstaat, mit falschen Prioritäten des OB hat das absolut nichts zu tun. Im Gegenteil. Oberste Priorität besitzt die Einhaltung unserer Rechte und Gesetze. Übrigens führt eben jenes Vorgehen (Rücksichtslose Kündigungen, extreme Mietpreissteigerungen und wie jetzt bereits illegaler Abriss) dazu, dass stadtweit aus normalen Wohnungen, Luxuswohnungen entstehen. Insofern sind die Prioritäten in dieser Sache völlig richtig gesetzt.

  • Für mich sind sie komplett falsch gesetzt. Klar sollten Gesetze eingehalten werden. Jedoch muß diese Sache nicht dermaßen in den Zeitungen aufgebauscht werden.
    Da steht dann dieser Abriß eines Heisels unter "dem heiligen Denkmalschutz" doch viel, viel wichtigeren Themen gegenüber.
    Wie z.b. den 1.000den, die sich die Stadt nicht mehr leisten können (Miete). Oder die seit 12-15+ Monaten auf Ihren München Modell Ausweis warten, etc., etc.!!!
    Für diejenigen ist soetwas absolut irrelevant und man wird sich schon fragen, warum Reiter bei sowas, so an die Decke geht?
    Ich gehe an die Decke, wenn Bekannte von mir aus MUC wegziehen müssen, sich keine Wohnung mehr leisten können oder eben seit 12-15 Monaten auf MM Ausweise warten!!!
    Aber da scheinen ja auch einige, in diesem Forum (aus pers. Gründen), eben andere Prioritäten zu haben.
    Also gerne zu Recht über den Schmarrn aufregen :)

  • Mei, natürlich kann ich jetzt auch Themen nennen, die wichtiger sind. Da wären z.b. die sexuellen Übergriffe von Flüchtlingen beim Rathaus Clubbing 2016. Das wurde versucht von Reiter unter den Tisch zu kehren.
    Eine (versuchte)Vergewaltigung im E-Garten, Botanischen Garten wird auch nicht so dick aufgebauscht. Und noch viele andere Dinge!
    Gestern war der Abriß Headline in den Tageszeitungen!
    Und das ist einfach lächerlich!

  • Munich_2030 :


    Das eine schließt das andere nicht aus. Das eine, die Wohnungsnot. Das andere, die Rechtsstaatlichkeit.
    Nur aufgrund der Wohnungsnot kann es doch nicht sein, dass sich keiner mehr wegen etwas Anderem aufregen darf. Insbesondere über einen illegalen Abriss, der letztlich, wie bereits erwähnt, nur eindrucksvoll die derzeitigen Marktverhältnisse aufzeigt und die aktuellen Reaktionen aus Politik und Bevölkerung (OB Reiter hat einen Satz dazu gesagt, und es ist nun mal seine Aufgabe; ich glaube nicht, dass dieser Satz merklich Arbeitszeit raubt ;)) eben genau mit deiner geforderten Priorität, der Bekämpfung der Wohnungsnot, übereinstimmen.
    Heute ist es kleiner einstöckiger Altbau in Giesing. Morgen vielleicht ein Altbau in Haidhausen, wenn nicht jetzt - am Anfang dieser neuen Masche - entsprechende Strafen verhängt werden.


    Bezüglich der Medien ist es nicht verwunderlich, dass dieses Thema stärker betont wird, stellt dieses doch ein Novum in München dar.


    Andererseits, am Marienplatz hätte ich noch einen Abrisskandidaten :D.

  • Off-Topic: Auch ich gehe nicht ganz unbefangen in diese Diskussion.
    Wie vielleicht bekannt, habe ich versucht einen Kontakt zu OB Reiter aufzubauen (als Architekturinteressierter).
    Ein paar belanglose E-mails, vom Sekrektariat des OB, waren das Resultat.
    Mit Vize-OB Schmid habe ich bereits mehrere Stunden tel.! Wir waren zu 100% auf einer Wellenlänge!
    Was der von der roten Stadtpolitik hält, brauch ich wohl hier nicht kundtun.
    Reiters blablabla Sing-Sang erinnert mittlerweile zu stark an Ude.
    Bei kleinen, unwichtigen Dingen hochgehn...und das wichtige bleibt auf der Strecke.
    Absolut untragbar für ein modernes München!!!