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  • St.-Veit-Straße 4

    Willy Bogner hat seine Firmenzentrale bekanntlich für 55 Millionen Euro an UBM Development verkauft. Die Stadt München kam nicht zum Zug, ein Vorkaufsrecht hätte es hier gar nicht gegeben, so das Kommunalreferat. Der Preis pro Quadratmeter beträgt bei 12.000 qm. Grundstücksfläche rund 4.600 Euro.


    Entstehen sollen nun ab 2023/24 überwiegend Wohnungen, aber auch Gewerbe, wobei ein Hotel seitens UBM bereits ausgeschlossen wurde. Bogner selbst wird sich in den kommenden zwei Jahren einen neuen Standort für seine Zentrale innerhalb des Stadtgebiets suchen.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…entrale-verkauf-1.5251214

  • ^ Wird Zeit, daß diese Blumen-selber-schneiden-Baulücke an der Ottobrunnerstraße endlich geschlossen wird.


    Insbesondere was die Außenfassaden hin zur Ottobrunner Straße und zum Diakon-Kerolt-Weg betrifft frage ich mich allerdings: ist in München eigentlich nur noch weißgetünchte Ghetto-Architektur mit Fake-Balkonen möglich? Fragt man sich nicht wie diese tristen Fassaden mal aussehen werden, wenn das Wetter einige Jahre dran genagt hat? Wieso kann man Fassaden von Wohnblocks nicht auch mal ansprechend und hochwertig gestalten, so wie das in vielen ostdeutschen Städten offenbar möglich ist, obwohl dort die Mieten bei einem Bruchteil von denen in München liegen?

  • ^ ansprechend und hochwertig gestalten, so wie das in vielen ostdeutschen Städten offenbar möglich ist, obwohl dort die Mieten bei einem Bruchteil von denen in München liegen?

    bin an Beispielen interessiert, haben Sie da Referenzprojekte? man bekommt häufig wenig über die Stadtgrenzen hinaus mit was an "normaler" Wohnarchitektur gebaut wird. besten Dank!

  • bin an Beispielen interessiert, haben Sie da Referenzprojekte? man bekommt häufig wenig über die Stadtgrenzen hinaus mit was an "normaler" Wohnarchitektur gebaut wird. besten Dank!

    Unter anderem war ich letzte Woche wieder in Dresden und in Radebeul unterwegs. Dort habe ich viele ansprechende realisierte sowie geplante Wohnprojekte gesehen. Beispielsweise in Radebeul die Wohnanlage Winzergärten oder die neue Wohnsiedlung an der Emil-Schüller-Straße. Oder der geplante Wasapark Radebeul oder die Stadtvillen im Dichterviertel oder das Black Stone Haus in der Thalheimstraße, oder die schlichten aber wertig gestalteten Stadthäuser am Lerchenberg in Dresden Löbtau. Es sieht vieles sehr viel wertiger aus als aktuelle Wohnbauten in München. Mit großzügigen Fenstern, mit Balkons aus Glas, mit Fassadenmaterialen aus Klinker oder sogar Holz wie bei der Wohnanlage Winzergärten. Auch werden dort gerne Farben zur Fenster- und Fassadenstrukturierung eingesetzt, auch mal fröhliche Farben wie bei den Sidonienhöfen in Radebeul. In München scheint man dagegen über extrem schlichte Zweckarchitektur mit weißen Fassaden nicht hinauszukommen, obwohl diese aufgrund der Wettereinflüsse oft besonders schnell schäbig aussehen.


    In Bezug auf die genannten Punkte mein Feedback zur Ottobrunner Straße Ecke Diakon-Kerolt-Weg: Der bisherige Entwurf sieht für mich bestenfalls aus wie zweckmäßiger sozialer Wohnungsbau. Wieso ist hier nicht eine etwas ansprechendere Fenster- und Fassadenstrukturierung möglich? Wäre anstelle der tristen dunkelgraublauen Farbe im Erdgeschoss, welche auf mich so wirkt, als würde man dadurch vorsorglich Graffitis verhindern wollen, nicht ein hochwertigeres Material wie Klinker oder Holz in einer positiveren, warme Farbe möglich? Wären anstelle der monumentalen Beton-Balkone im Innenhof mit ihrem billig wirkenden runden Stützsäulen und anstelle der Fake-Balkone an den zur Straße hin gewandten Fassaden nicht hochwertigere Lösungen beispielsweise aus Glas möglich? Bei den exorbitanten Immobilienpreisen und Mieten in München müsste doch ein bisschen mehr Wertigkeit möglich sein?


    Ansonsten wäre noch ein Kritikpunkt, warum man bei diesem Gebäude zur Ottobrunner Straße hin im Erdgeschoß keine Läden und Geschäfte eingeplant hat. Die Ottobrunner Straße als wichtige Verkehrsachse in den Südosten wäre eigentlich als Einkaufsstraße prädestiniert. Stattdessen zeigt der Entwurf nur unattraktive hinterhofartige Erdgeschosse zur Straßenseite hin. Die Pseudovorgärten an der benachbarten Wohnanlage Ottobrunner Straße 33 sind meiner Meinung nach an dieser Stelle ebenso deplatziert.

  • Bei den exorbitanten Immobilienpreisen und Mieten in München müsste doch ein bisschen mehr Wertigkeit möglich sein?

    Die Preise sind so exorbitant, weil die Nachfrage so hoch ist. Weil die Nachfrage so hoch ist müssen sich die Anbieter bei der Gestaltung keine Mühe geben. Jede noch so abscheuliche Kiste kann verkauft oder vermietet werden.


    Ist die Nachfrage geringer, dann müssen sich die Anbieter mehr Mühe geben, um ihre Objekte zu verkaufen.


    In anderen teuren Städten wie New York und Paris sind die Menschen auch eher vom Bewußtsein getragen, Großes und besonderes hervorzubringen. In Deutschland und in München macht man sich gerne klein. Besonderheit wird als Anmaßung verstanden.

  • derzberb Danke für die Erläuterung! Das mit der Nachfrage klingt plausibel.


    In der Ottobrunner Straße wird wohl zudem bald auch das Gebäude mit der Hausnummer 102 abgerissen. Hat jemand Informationen dazu, was an dieser Stelle gebaut werden soll?

  • Auf meiner heutigen Radtour durch den Südosten habe ich einige interessante Neuerungen entdeckt. Leider konnte ich keine Fotos machen, eventuell hat ja jemand die Möglichkeit dazu:

    • An der Friedensstraße hat sich viel getan am Projekt iCampus Rhenania sowie am weiter südlich gelegenen Nieto-Sobjejano-Bau Optimeo auf dem ehemaligen Gelände der Optimolwerke, der wirklich einen gewaltigen Eindruck macht. Beim iCampus lässt sich bereits die Fassadengestaltung erkennen. Auf der ehemaligen Trasse der Grafinger Straße, welche nun eine Sackgasse ist, ist zudem auf Höhe des Riesenrads ein Sportplatz im Bau.
    • Beim Perlach Plaza sind inzwischen schon Teile der Fassade verglast, bis zur Abrüstung kann es nicht mehr lange dauern.
    • An der Bad-Schachener-Straße steht eine bereits entwohnte Wohnsiedlung aus den 1940er Jahren kurz vor dem Abriss, was insbesondere die Graffiti-Szene erfreut.
  • ^ Mit Fotos kann ich leider nicht dienen ... Die Haldenseesiedlung an der Bad-Schachner-Straße wird m.W. planmäßig aber nicht komplett abgerissen, sondern in Abschnitten Stück für Stück, um teils den alten Bewohnern auch eine neue Bleibe anbieten zu können.


    Ottobrunner Straße 3

    https://www.sueddeutsche.de/mu…ung-klimaschutz-1.5388723


    Neues zu dem Vorhaben, auch wenn der Artikel leider das zentrale Problem verkennt:

    Der B-Plan 1638 ist nämlich lediglich in der Aufstellung, und das (der Nummerierung folgend) schon seit mehreren Jahrzehnten. Bestehendes Baurecht richtet sich also nach §34, und eine neu verhängte Veränderungssperre/ Einschränkung des Baurechts dürfte Schadensersatzansprüche mit sich bringen ... So schön der Baumbestand seien mag, die Stadt wird kaum mehrere Millionen (könnte in dem Fall sogar 8-stellig sein) zahlen, damit weniger Wohnraum entstehen kann.


    M.E. wäre der einzig praktikable Weg seitens der Stadt, mehr Baurecht im Rahmen eines vorhabenbezogenen B-Plans anzubieten, bei dem die Baumasse dann etwas stärker in die Höhe geht und im hinteren, wenig bewachsenen Grunstücksteil konzentriert ist ... Das wiederum dürfte allerdings erheblichen Frust und Protest bei den nördlich angrenzenden Reihenhausbewohnern mit sich bringen.

  • Lage: https://www.google.de/maps/@48…o3jALQ!2e0!7i13312!8i6656


    Was dieses Grundstück betrifft, bin ich im vorderen Bereich gegen eine Bebauung. So eine dicht mit verschiedensten Baumarten bewachsene Fläche findet man inzwischen selten in der Stadt. Aus dem Artikel: Eibe, Rotbuche, Hängebuche, Berg- und Spitzahorn, Esche, Säuleneiche, Scheinzypresse, Zeder, Schwarzkiefer, Trompetenbaum, Chinesisches Rotholz, Ginko, Mammutbaum.

    Die Ottobrunner Straße ist nicht unverdächtig, eine der unattraktivsten der Stadt zu sein, die gestalterische Qualität der Gebäude dort sehr mau. Ich habe starke Zweifel, dass dies bei Hausnummer 3 und ihrer Nähe zur B2R-Kreuzung anders werden dürfte.


    Baurecht vor Baumrecht, der Eigentümer nutzt nur das ihm Zustehende aus, ABER: Irgendwo kann ich dieses rigorose Agieren mancher Eigentümer nicht nachvollziehen. Muss das Grundstück unbedingt an der Straße bebaut werden, genügt nicht der hintere Bereich, möglicherweise auch unter Verzicht auf Geschossfläche? Warum kein Experimentieren mit verschiedenen Baumassen, die den Baumbestand bestmöglich berücksichtigen? Nicht etwa, weil das vorgeschrieben wäre, sondern einfach des Bestrebens willen, einen guten Kompromiss, eine kreative, optimale Lösung zu finden, die beide Belange, Bau- und Baumrecht, unter einen Hut bekommt.

  • Muss das Grundstück unbedingt an der Straße bebaut werden, genügt nicht der hintere Bereich, möglicherweise auch unter Verzicht auf Geschossfläche?

    An der Ottobrunnerstraße würde ich sagen: ja. Das ist eine städtische Hauptverkehrsader nahe eines Ortskerns und als Anwohner würde ich mir dort Urbanität mit nahen Hausfassaden und einigen Ladengeschäften wünschen, und keine Gartenstadt und auch keine Pseudovorgärten zur Straße hin, wie sie dort gerade wieder vor fünfgeschossigen Neubauten entstanden sind. Verwilderte innerstädtische Gartenbrachen sind zudem von außen nicht schön anzusehen und niemand kann sie direkt nutzen. Besser für die Aufenthalts- und Erholungsqualität wäre, man würde in breiten Straßen wie der Ottobrunner Straße durchgängige Baumalleen mit mächtigen Bäumen wie Pappeln oder Kastanien realisieren, so wie man sie oft in Berlin findet. Damit könnte man auch die bauliche Brutalität der Straße kaschieren. Ganz am Anfang der Straße gibt es zwar ein halbes Dutzend zarter Bäumchen auf entsiegeltem Rasenstück, aber eben nicht durchgängig.

  • nahe eines Ortskerns und als Anwohner würde ich mir dort Urbanität mit nahen Hausfassaden und einigen Ladengeschäften wünschen

    An der Stelle ist doch Hopfen und Malz verloren. Ich bezweifle, dass viele Anwohner sich auch bei Bebauung dorthin verlieren oder sich dort irgend ein Laden hält (was sich eh nicht einfordern lässt). Wenn in der Ecke Etwas Aufenthaltsqualität bekommen könnte, dann der rückwärtige Grundstücksteil, abgeschirmt durch einen alten und sehr hochwertigen Baumbestand.


    Würde man im Rahmen eines B-Plans die südlich angrenzende Brachfläche (östlich Hausnummer 7) mit überplanen, könnten dort sicher 200+ Wohnungen und ein paar Läden Platz finden. Ewiger städtebaulicher Wildwuchs ohne Planungshandhabe wird nie gut enden...



    Eine Allee wäre sicher schön, wird aber vermutlich an den Trambahnplänen scheitern, denn wenn Tram und Fahrräder sich nicht die Straße mit den Autos teilen wollen, wird der Platz eh schon knapp.