Umbau S-Bahnhof Warschauer Straße

  • ^ Ich habe irgendwo gelesen, dass die Bauarbeiten definitiv noch im Sommer 2015 wieder aufgenommen werden sollen (und jetzt ist ja Sommer). :)


    Diese Quelle finde ich leider nicht, aber immerhin diese in der Berliner Woche, in der es heißt, die Bahn rechne mit der Freigabe der verbesserten Planung noch im Sommer 2015. Dann können die Arbeiten ... fortgesetzt werden.

  • Friedrichshain Update

    Warschauer Brücke - S-Bahn Station. Hier macht der Neubau auch (sehr) langsam Fortschritte:




    Danke für die Fotos, aber bitte beachten, dass die Fotos im entsprechenden Thread gepostet werden (siehe DAF-Map). Danke
    Bato

  • Auch wenn ich gegen Ostkreuzblogs tolle und regelmäßige Bildberichte nicht anstinken kann und will, erlaube ich mir ausnahmsweise mal zwei eigene Bilder einzustellen: ;)



  • Der Faden hier scheint ja ziemlich eingestaubt, aber trotzdem mal ein Bild von heute:

    (Foto von mir)
    Zur Erinnerung: Aussehen soll es mal so:

    (Quelle: Ing.-Büro Dipl.-Ing. H. Vössing GmbH)

  • Bin sehr gespannt auf die Außenhaut.
    Es scheint ein Metallgespinst zu werden, welches die obere Fensterreihe überspannen wird und diese dahinter erahnbar bleibt. Ob sich wirklich Gebäude in einem derartigen Material spiegeln werden, wie das Rendering zeigt? Daher hatte ich bisher stets gedacht, es würde sich um Metallplatten handeln.

  • ^^Ich denke an der Stelle kann man nicht viel kaputt machen. Alles was jetzt kommt ist besser als was da vorher war.


    Da die "Wellblechhütte" verkleidet wird, sollte sich der "Favela"-Look etwas eingrenzen.


    However: Da Friedrichshain längst ein Wallfahrtsort für die "anarchistische" Dorfjugend Ostdeutschlands geworden ist, wird es nicht lange dauern bis, wie schön oder unschön die Fassade auch immer ist, dieselbige sich diverser Tags und antikapitalistischer Slogans "erfreuen" darf.

  • ^ Das ist eine vorübergehende Verkleidung – was Du mit einem einzigen Blick auf die Visu erfassen kannst. Aber egal, Hauptsache draufhauen...


    Das ist vollkommener Quatsch. Die Verkleidung bleibt so und wird ihrerseits mit einer transzulenten Kuperverkleidung umschlossen. Man sollte sich also schon mal an den Anblick gewöhnen.
    Ich denke, dass bei der Wahl der Verkleidung Wert darauf gelegt wurde, dass sie Graffiti-unfreundlich ist, damit sie eben nicht gleich beschmiert wird.
    Wenn die Kupferverkleidung etwa löchrig wird, dann ist das eine denkbar ungeeignete Leinwand für Streetart.

  • Das ist vollkommener Quatsch. Die Verkleidung bleibt so und wird ihrerseits mit einer transzulenten Kuperverkleidung umschlossen.


    Auch das ist nicht ganz richtig: Das Trapezblech bildet die Unterkonstruktion sowohl für die spätere innere Verkleidung, als auch für die Äußere. Diese ist nach meinem Kenntnisstand nicht translueszent, sondern opakes Kupferblech.


    Entweder kommen auf das Trapezblech jetzt noch Dämmmatten und dann Kupferblechplatten oder es werden vorkonfektionierte Kassetten mit Dämmung und Blech angebracht.


    Hier sieht man die Unterkonstruktion im Detail, inkl. Ankern für den weiteren Fassadenaufbau: http://www.bahninfo-forum.de/r…,573577,590909#msg-590909 (Bild 6)


    Gruß


    Thrax

  • Also ich sehe auf der Visualisierung unter einem transparenten Kupferzeug eindeutig das Blech beabsichtigt durchscheinen. Sonst hätte ich das Gebäude nicht Wellblechhütte genannt. Da ist auch keine Dämmung, was man an der Oberkante und den Seitenkanten sehen kann, deren Abstände bereits jetzt so aussehen, wie sie auf der Visualisierung durchscheinen.


    Seit wann wird eine teilweise offene Bahnhofshalle denn beheizt? Die einzelnen Läden, ja. Warum sollte dort also noch Dämmung drauf? Die Form des Blechs erinnert mich eher an eine passive Kühlung durch Oberflächenvergrößerung. Vielleicht soll die Netzhaut, oder was immer das ist, einen Großteil der Sonneneinstrahlung absorbieren (oder gar reflektieren) und der Abstand zum Netz und die vergrößerte Oberfläche des Blechs darunter die Aufnahme und Weitergabe der Hitze erschweren, während durch die äußere luftdurchlässige Netzhaut die erwärmte Luft leicht entweichen kann. Die Struktur der Oberfläche sorgt ja auch gleichzeitig für eine Verschattung der meisten Flächen. So kommt auf der Metalloberfläche im Durchschnitt zirka nur ein Drittel der Strahlung an.


    Und warum muss dieses Architektenkind eigentlich jeden persönlich angreifen?

  • ^ "Dieses Architektenkind" leidet an bestimmten Ausprägungen der hiesigen Diskussionskultur. Unter anderem an der Bereitschaft, um der steilen These willen auf genaues, differenzierendes Hinschauen zu verzichten und alles, was einem nicht auf Anhieb gefällt, mit Vernichtungsurteilen zu überziehen. Da wird dann der Suhrkamp-Neubau bei einem Alu- und Glasanteil von 80 Prozent zum "Betonbunker" oder eben der neue S-Bahnhof zur "unerträglichen Wellblechhütte" – obwohl er ein attraktives Stahlträgerskelett besitzt, und obwohl direkt über Deinem Beitrag zu sehen ist, dass Wellblech höchstens die Unterwäsche darstellt, während die eigentliche Fassade (vielleicht semi-transparent) erst noch kommt.


    Auf so etwas reagiere ich manchmal ungehalten und vergreife mich im Ton. Persönliche Angriffe unterlaufen mir aber selten – ich lege Wert darauf, nicht ad hominem zu schimpfen. Auch der Kommentar zu Deinem Beitrag meinte nicht Dich als Person, sondern Deine m.E. vorschnelle Verachtung dem Bahnhof gegenüber. Warte doch erstmal ab, wie das Ganze in Kombination mit der Kupferverkleidung aussieht! Wie eine Ju 52 bestimmt nicht.


    Da Friedrichshain längst ein Wallfahrtsort für die "anarchistische" Dorfjugend Ostdeutschlands geworden ist, wird es nicht lange dauern bis, wie schön oder unschön die Fassade auch immer ist, dieselbige sich diverser Tags und antikapitalistischer Slogans "erfreuen" darf.


    Ein Wallsfahrtsort ist die Warschauer Brücke samt RAW-Gelände für Rucksack-Touristen und Clubgänger aus der halben Welt. Unter ostdeutschen Dorfjugendlichen muss man Anarchisten mit der Lupe suchen, die Sprayer-Szene ist größtenteils unpolitisch und viele Tagger sind weder mit der Graffiti- noch mit der Politszene verbunden. Aber schön, wenn man alle seine Abneigungen zu einem widerspruchsfreien Ressentiment vereinheitlichen kann. Stören mich Graffiti? In Teilen ja, Tags auf jeden Fall. Halte ich sie für einen dramatischen Ausdruck von Kulturverfall? Nein. Es gibt sie seit Jahrtausenden, und es wird sie noch lange geben. Im übrigen hat JanM. Restrigo ja schon darauf hingewiesen, dass die Art der späteren Fassade vermutlich auch dem Graffiti-Schutz dient.


  • Seit wann wird eine teilweise offene Bahnhofshalle denn beheizt? Die einzelnen Läden, ja. Warum sollte dort also noch Dämmung drauf?


    Weil man es nicht so gerne mag, wenn innen das Kondenswasser von der Decke /den Wänden tropft. Das machte man am Ostkreuz sogar bei den Bahnsteigdächern auf der Stadtbahnebene und der rekonstruierten Fußgängerbrücke qua Isorock-Elementen (Kassetten mit innenliegender Mineralwolle).


    Ich verwette übrigens gerne einen virtuellen Kasten Bier, dass da a) noch Dämmung draufkommt (explizit als Meterware oder implizit in den äußeren Fassadenelementen) und b) dass man die jetzige Unterkonstruktion nicht durch die Außenhaut hindurch sehen wird.


    Gruß


    Thrax



  • Wenn du die Meinungen andere Personen nicht ertragen kannst, dann solltest du auf gar keinen Fall ein Forum im Internet aufsuchen. Denn es ist vollkommen normal, dass man in einem Forum seine Meinung äußert und eine andere Meinung zu hören bekommt. Das ist übrigens teilweise der Sinn eines Diskussionsforums.


    Hätte ich auf differenziertes Hinschauen verzichtet, wie du dich erdreistest zu behaupten, dann hätte ich wohl kaum das Ding als Wellblechhütte bezeichnet. Denn erst durch die Kombination beider Bilder wird einem klar, was da in der Visualisierung durchschimmert. Und dass so etwas in der dreidimensionalen Realität im Vorbeigehen deutlich mehr auffällt, muss ich hoffentlich nicht erklären.


    Mir zu unterstellen, ich würde den Bahnhof „verachten“ ist auch sehr schwach. Ich habe in meinem Leben noch nie einen Führerschein besessen und werde wohl kaum einen Bahnhof verachten, wenn ich auf ihn angewiesen bin.


    Dann lese ich da noch was wie „Ossis sind alle irgendwie reaktionär“ und frage mich, in was für Clubs ich als Wessi in den 90ern aufgetreten bin, und wer mich beim meinem letzten freiwilligen Besuch in Erfurt vor der Horde Skinheads gerettet hat, wenn das keine Mega-Anarchos waren. Und davon gab es dort nicht wenige.


    Ich verwette übrigens gerne einen virtuellen Kasten Bier, dass da a) noch Dämmung draufkommt (explizit als Meterware oder implizit in den äußeren Fassadenelementen) und b) dass man die jetzige Unterkonstruktion nicht durch die Außenhaut hindurch sehen wird.


    Aber warum sieht man sie eindeutig auf der Visualisierung? Eventuell kommt dann abschliessend von außen über die Dämmung ebenfalls das gleiche Blech drauf und dadrüber folgt die transluzente Verkleidung.


  • Aber warum sieht man sie eindeutig auf der Visualisierung? Eventuell kommt dann abschliessend von außen über die Dämmung ebenfalls das gleiche Blech drauf und dadrüber folgt die transluzente Verkleidung.


    Gute Frage...


    Ich sehe zwei Möglichkeiten:


    a) das was man auf den Visus als "durchscheinende Unterkonstruktion" sieht, sind in Wirklichkeit die Ränder der vorgefertigten Kassetten (längliche Rechtecke). Ggf. ist deren Oberfläche tatsächlich gerastert/gelocht, aber dahinter ist Dämmwolle
    b) die Dämmung erfolgt auf der Innenseite des jetzt erkennbaren Trapezblechs (was eher unorthodox wäre) und die (gerasterten/gelochten) Kupferbleche lassen tatsächlich die Unterkonstruktion erkennen


    Aus Gründen des virtuellen Pils-Kastens favorisiere ich natürlich a), aber das Schöne ist, dass wir uns in einigen Tagen/Wochen selbst überzeugen können. :-)


    Gruß


    Thrax

  • ^^ Architektenkind hat recht, wenn er im Forum bei einigen die Bereitschaft erkennt, "um der steilen These willen auf genaues, differenzierendes Hinschauen zu verzichten". Die schöne Mühe des genauen Schauens und Beschreibens (beides hängt zusammen) sollte man hier schon noch einfordern dürfen.


    Ein Forum, das wie das DAF auf etwas Qualität achtet, sollte auch mehr sein als die Summe bloßer Meinungsabsonderungen. Es gilt, Argumente auszutauschen, also Behauptungen + Begründungen. Und es wäre auch nicht schlecht, sich zu bemühen, richtig zu lesen, um den Grad der Differenziertheit des anderen nicht zu unterbieten. Architektenkind hat z.B. eben nicht etwas wie „Ossis sind alle irgendwie reaktionär“ geschrieben, sondern: "Unter ostdeutschen Dorfjugendlichen muss man Anarchisten mit der Lupe suchen." Das ist kein kleiner Unterschied.

  • ^ Danke, darum ging es mir. Beim genauen Betrachten der Visu meine ich zu erkennen, dass dahinter nicht die gleichmäßigen Trapezbleche durchscheinen, sondern ein Raster aus vertikalen und horizontalen Leisten, die vermutlich der Befestigung der Fassade dienen. Deshalb würde ich eher zu Thrax' Variante a) neigen. Ob sich zwischen den Leisten Dämmplatten befinden, oder ob man tatsächlich auf das dahinterliegende Blech schauen wird – ich kann es nicht beurteilen.


    Wenn du die Meinungen andere Personen nicht ertragen kannst, dann solltest du auf gar keinen Fall ein Forum im Internet aufsuchen.


    Ich habe keine Probleme mit anderen Meinungen, sondern hin und wieder mit der Art der Argumentation.


    Hätte ich auf differenziertes Hinschauen verzichtet, wie du dich erdreistest zu behaupten, dann hätte ich wohl kaum das Ding als Wellblechhütte bezeichnet.


    Ich erdreiste mich, denn Du tust so, als würde man die eigentliche Fassade später gar nicht sehen. So jedenfalls verstehe ich das Verdikt "Wellblechhütte". Wie gesagt: Warten wir es doch erstmal ab.


    Ich habe in meinem Leben noch nie einen Führerschein besessen und werde wohl kaum einen Bahnhof verachten, wenn ich auf ihn angewiesen bin.


    Es ging, wie Du dem Kontext meiner Bemerkung entnehmen kannst, um die Architektur des Bahnhofs, nicht um dessen Funktion.


    Dann lese ich da noch was wie „Ossis sind alle irgendwie reaktionär“.


    Wo liest Du das? Das habe ich nicht geschrieben und mit Sicherheit nicht gemeint. Ich arbeite in Brandenburg und fühle mich dort sehr wohl. Es ging mir allein darum, UrbanFreaks Rede von der "'anarchistischen' Dorfjugend" zu widersprechen, die für die Graffiti in der Gegend verantwortlich sei. Vor linken Jugendlichen in ostdeutschen Dörfern und Kleinstädten habe ich Hochachtung. Es gehört Mut dazu und ist nicht ungefährlich, in Orten wie Freital offen gegen Nazis zu protestieren (wobei Antifas in der 210.000-Einwohner-Stadt Erfurt eher nicht unter die Kategorie "Dorfjugend" fallen).


    Bitte nun wieder themenbezogen diskutieren. OT dort weiter.
    Bato