Akademie der Künste - Dekonstruktivismus am Pariser Platz

  • Das hat auch nichts mit begreifen zu tun. Ich finde die AdK nun einfach gelungen. Zumal die Fassade nicht so glatt ist wie du wieder und wieder behauptest! ;) Das Lichtspiel gefällt mir, die Aufteilung ist top und das Glasdach (übrigens auch vom Platz aus zu sehen) ist ein Hingucker.


    Die "kreative Idee" die dir bei der AdK fehlt, ich kann sie bei dem Bonanni-Entwurf nirgends sehen. Von allem ist ein bisschen da, ja das Ergebnis ist ein unausgegorener Mix mit schlechten Proportionen den ich so nicht sehen will :-)

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    Das Lichtspiel ist - zugegebenermaßen - interessant. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Lichtverhältnisse günstig sind. Wenn das Licht nicht mitspielt, sieht man ein schwarzes Etwas bzw. eine dunkle schwarze Ecke.


    Leider bist du nicht auf mein Argument eingegangen, wonach die AdK einen sehr provisorischen Charakter besitzt. Muß dieser provisorische Charakter unbedingt sein? Warum? Die Materialien wirken billig und wenig solide. Filigrane Architektur kann man auch realisieren, ohne daß es provisorisch aussieht.


    Warum ist die Dachabdeckung bunt? Sehe ich das richtig, daß es sich um ein Muster aus roten Blumen handelt?


    Und die Tatsache, daß der Bonanni-Entwurf ebenso keine "kreative Idee" besitzt, macht die Sache nicht besser. Deswegen gibt es noch lange keinen Pluspunkt für die AdK.

  • Trau dich über die Schwelle zu treten, betrete das Gebäude lass den Innenraum auf dich wirken, dann verstehst du, dass diese Wirkung nur mit dieser Fassade erziehlt werden kann.


    Wenn diese Fassade aufgrund des Innenraums nur auf diese Weise realisiert werden konnte, dann könnte man genauso gut darüber nachdenken, ob der gesamte Gebäudekomplex nicht besser irgendwo anders hätte gebaut werden können.


    Ich sehe das direkte Umfeld des Brandenburger Tors als einen Ort, wo moderne Architektur tabu sein sollte. Und die Modernen dürfen sich dann gerne an anderen Orten austoben (Alex, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof, neben der Tschechischen Botschaft)

  • Leider bist du nicht auf mein Argument eingegangen, wonach die AdK einen sehr provisorischen Charakter besitzt. Muß dieser provisorische Charakter unbedingt sein? Warum? Die Materialien wirken billig und wenig solide. Filigrane Architektur kann man auch realisieren, ohne daß es provisorisch aussieht.


    Was soll man denn dazu sagen? In der Regel werden Glasfassaden nicht als billig und provisorisch wahrgenommen. Ich habe noch nie jemanden in oder vor den zahlreichen Stahl-Glas Gebäuden in Berlin sagen hören "das sieht hier aber billig und provisorisch aus und wird bestimmt bald wieder abgerissen".


    Das ist wohl eine sehr exklusive Wahrnehmung von dir.

  • Dein Argument hinsichtlich des provisorischen Charakters hab ich wohl übersehen (ehrlich, wo steht das? Bin ich blind? ;)) aber meine Meinung dazu: Seh ich anders. Die Materialien wirken auf mich nicht billig sondern gut gewählt. Das gilt für das ganze Gebäude. Die Gläserne Fassade wirkt natürlich zerbrechlicher (= weniger solide, im Sinne von haltbar) als eine Fassade aus Sandstein oder Granit, da geb ich dir recht. Bei gläsernen Flächen liegt das aber wohl eher in der Natur als an der Ausführung selbst.


    Mit der Tatsache das der Bonanni-Entwurf keine kreative Idee sitzt wollte ich die AdK nicht aufwerten (das ist auch nicht nötig). Aber es ist doch interessant zu sehen das du die AdK für die (aus deiner Sicht) fehlende Kreativität kritisierst, beim Bonanni-Entwurf jetzt aber gewissermaßen sagst "ist ja nicht so schlimm das da keine kreative Idee hintersteckt". Wenn, dann musst du überall die gleichen Maßstäbe ansetzen!


    Ich möchte hier außerdem noch klar stellen das ich (wie ich in meinen Beiträgen dazu auch klar geäußert habe) den Bau als ganzes ablehne weil mir die Proportionen und die einzelnen Elemente (die Säulen im oberen Bereich oder die Eingangszone etc.) nicht gefallen. Es wirkt wild gewürfelt und harmoniert nicht. Der Bau ist auch einfach von der Masse her zu aufdringlich. Ich habe nichts gegen klassische Architektur an diese Stelle (wie sie ja auch kommen wird) oder generell wenn es passt und gut umgesetzt wird.


    PS: Beim Muster des Daches handelt es sich übrigens um Herbstlaub (gelb, orange, rot...).

  • ... Ich sehe das direkte Umfeld des Brandenburger Tors als einen Ort, wo moderne Architektur tabu sein sollte. ...


    Ist doch müßig darüber zu diskutieren - die "Idee" kommt ein paar Jahre zu spät und wird so schnell nicht mehr umzusetzen sein. Zu Recht wie ich finde!

  • Ich würde soweit gehen, dass die Allgemeinheit bei stadtbildprägenden Gebäuden an prominenter Stelle, zumal öffentlich finanziert, ein "Anrecht auf gefällige Fassadengestaltung" hat.

  • Ist doch müßig darüber zu diskutieren - die "Idee" kommt ein paar Jahre zu spät und wird so schnell nicht mehr umzusetzen sein.


    Warum kommt die Idee zu spät? Man könnte jederzeit dem Behnisch-Bau eine Steinfassade vorhängen. Das wäre eine richtig fiese Idee, die mir gefallen würde. :-)

  • Ich würde soweit gehen, dass die Allgemeinheit bei stadtbildprägenden Gebäuden an prominenter Stelle, zumal öffentlich finanziert, ein "Anrecht auf gefällige Fassadengestaltung" hat.


    Das ist sie doch. Gefällig. Nur halt nicht für jedermann. Und das ist für ein Akademie der Künste auch gut so.

  • Warum kommt die Idee zu spät? Man könnte jederzeit dem Behnisch-Bau eine Steinfassade vorhängen. Das wäre eine richtg fiese Idee, die mir gefallen würde. :-)


    Würde es nicht reichen ähnlich der Mall of Berlin Säulendeko o.Ä. aufs Glas zu kleben? Kann dann bei Nichtgefallen (wovon ich ausgehe) ganz schnell wieder entfernt werden. ;)

  • Bato, du attestierst mir schlechten Geschmack. Nun, dann möchte ich darauf hinweisen, daß die Bezeichnung "Akademie der Künste" bei der Behnisch-Fassade auf sehr billige Art und Weise mit weißen Klebern am Glas angebracht ist.


    Wurde nicht im LP12-Thread kritisiert, daß es billig aussieht, wenn man den Saturn-Schriftzug mit weißen Klebern auf die Fenster klebt? Es braucht daher keine Säulendeko, denn wir haben bereits bei der "modernen", "klaren", "authentischen" Behnisch-Architektur Zustände wie im Einkaufszentrum.


    Zumindest was den besagten Schriftzug angeht, unterscheidet sich der Ist-Zustand der AdK nicht vom EKZ am Leipziger Platz. Warum konnte Hr. Behnisch die Bezeichnung "Akademie der Künste" nicht in der alten Form als gold-bzw. messingfarbene Letter anbringen?

  • Ich kann mich erinnern, dass es in der Planung der AdK die Idee gab, Fassaden-Strukturen des Vorgängerbaus als historisierendes Attribut in die Glasfront zu fräsen, oder zu ätzen. Kann sein, dass man davon abgekommen ist, weil die Befürchtung bestand nicht die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Die heutige Transparenz des Baus ist bestechend. Die früher angedachte Ätzkunst hätte ohnehin eher den Charme der Optik einer Wiener Cafehaustür ergeben. Trotzdem wäre eine klassisch gewählte Beschriftungstechnik dem Bauwerk angemessener.

  • Kleinflächige wohlproportionierte Beschriftung in Gold oder Goldbronze, gegebenenfalls mit akzentuierenden Bändern, gerne. Großflächig: Nein Danke!

  • Bato, du attestierst mir schlechten Geschmack. Nun, dann möchte ich darauf hinweisen, daß die Bezeichnung "Akademie der Künste" bei der Behnisch-Fassade auf sehr billige Art und Weise mit weißen Klebern am Glas angebracht ist.


    Finde ich jetzt nicht weiter wild. Das mit Schriftzug kann man ja ggfs. immer noch machen. Understatement finde ich aber auch nicht so verkehrt.

  • Kann hier mal jemand Bilder von der AdK verlinken und daran erläutern, was an ihr so schlimm sei?


    Ich persönlich empfinde sie als guten Komplementärbau am Pariser (nicht Potsdamer :)) Platz. Erst recht im Hinblick auf's Adlon. Der Platz wäre etwas langweiliger mit noch einem Steinbau.


    Allerdingens interessiert mich schon, wie die eigentlich von den strengen Vorschriften so abweichen konnten. Weiß da jemand etwas?

  • Gefällig oder nicht, ich verstehe - wie bei den meisten Glasfassaden - nicht, was an ihr so toll sein soll. Sie ist ne glatte Wand, in der man ein paar Fensterrahmen erkennen kann. Tagsüber ist es - wie bei den meisten Glasfassaden, z.B. die am Hacke - ein schwarzes Loch, innerhalb der sonst mehr oder weniger in Sandsteinfarben gehaltenen Platzansicht. Wenn es dunkel ist und sie mit allen anderen Gebäuden beleuchtet wird, wirkt es natürlich anders. Aber die meisten Leute sind tagsüber dort unterwegs. Jaja, die anderen Gebäude, z.B. das schlimme Adlon, reflektieren darin, wie man auf dem Bild sieht. Auch ein gerne genutztes Argument für Glasafassaden. Ein Gebäude sollte jedoch lieber eine eigene Fassade haben, als jene anderer zu spiegeln.