Neubau Salzbachtalbrücke

  • Der Aussichtspunkt für einen Blick auf die Baustelle ist nicht leicht zu erreichen, der benachbarte riesige Friedhof mit seinen teilweise historischen Gräbern entschädigt jedoch für die Tour. Die Baustelle ist gut mit einer Sichtschutzwand und Stacheldraht abgesichert, Gelenkigkeit ist gefragt.


    Die Widerlager der Salzbachtalbrücke sind schon freigelegt und es wird am westlichen Brückenende schon abgebrochen. Der Abriss bezieht sich jedoch noch nicht auf die eigentliche Brücke, sondern die Vorbauten, wie z. B. eine Eisenbahnunterquerung. Die Schienen wurden zu diesem Zweck abgedeckt und mit Bauschutt bedeckt. Züge fahren hier in der nächsten Zeit erst einmal nicht mehr.


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    Noch lange Zeit muss sich der Verkehr in den und aus dem Rheingau durch dieses Nadelöhr schlängeln. Von den Autofahrern wird viel Geduld verlangt.


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    Fotos: Beggi

  • ^ Ich habe noch einen besseren Beobachtungspunkt für die Bauarbeiten an der Salzbachtalbrücke gefunden. Von hier ist genau zu erkennen, dass bereits an einigen Stellen die Fundamente für die neuen Brückenpfeiler erstellt werden. Die südliche Brückenhälfte ist vollständig freigelegt und wartet auf den Abriss.


    Blick Richtung Osten:


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    Hier scheint ein besonders großes Fundament zu entstehen:


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    Drei fertige Fundamente unter der Abrissbrücke:


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    Fotos: Beggi

  • Deutschland Deine Infrastruktur! :thumbdown:

    Ein neues Kapitel dieser unendlichen Geschichte wurde heute aufgeschlagen: es gibt Hinweise dass die Salzbachtalbrücke abgesackt sein könnte. Deswegen wurde sie heute komplett gesperrt, d.h. die A66 zwischen Wiesbaden Biebrich und Mainzer Strasse ist dicht. Ebenso betroffen sind sie Mainzer Strasse selbst und auch der Bahnverkehr zum Wiesbadener Hauptbahnhof. Quelle.

  • Die Autobahn GmbH äußerte sich zum neusten Schaden so: "Eine deutlich sichtbare Rissbildung in Überbau und Pfeiler" [...] "mit abgängigen Betonteilen". Betroffen ist die südliche Brücke bei der der Abriss im Herbst (2021) beginnen sollte. Die jetzige Sperrung ist absolut gerechtfertigt bis feststeht (Kalauer) wie dieser Schaden das weitere Vorgehen beeinflusst. Zu hoffen ist das bald Gewissheit bei der Autobahn GmbH herrscht und der Abriss der Südbrücke planmäßig beginnt und nicht erneut zu einer monatelangen Verzögerung führt.


    Schlimm ist das als kollateral Schaden der Wiesbadener Hbf. aktuell mit sehr viel weniger Zügen angefahren werden kann weil die "Rechte Rhein Strecke", die "Taunus-Eisenbahn" und das "Mainzer Gleis" darunter verlaufen.


    Eine berechtigte Frage ob es soweit hat kommen müssen.

  • Ach du liebe Güte! Das hört sich grausam für die betroffenen Berufspendler und anderen Fahrzeugführer und Bahnfahrer an. Die Auswirkungen werden im gesamten Rhein-Main-Gebiet spürbar sein. Zum Glück sind die Risse an der südlichen Brückenhälfte entstanden, die im Herbst sowieso abgerissen werden sollte. Die nördliche Hälfte könnte also - optimistisch betrachtet - wieder in Betrieb gehen, so wie schon seit längerer Zeit mit drei Spuren im Wechselbetrieb. Vielleicht wird durch den Vorfall sogar der sich schon ewig hinziehende Abriss beschleunigt.

  • Die heutige analoge HK berichtet das ein Gutachter für die Südbrücke zwei Lösungen untersucht. Dazu Ulrich Neuroth (Direktor NL West, Autobahn GmbH): "Das konventionelle Abbruchkonzept mit Baggern, die das Bauwerk abknabbern, oder eine Sprengung." Er betont: "Keine einfache Aufgabe und zudem eine, die Zeit in Anspruch nehmen wird."

    Könnte also sein das die Südbrücke sich zum schlechten Schluss mit 'Feuerwerk' verabschiedet wird. Bis feststeht was Sache ist dauert die Sperrung beider Brücken wohl noch einige Zeit.

    Zum Schluss noch ein Link zu einem lesenswerten Kommentar in der heutigen FAZ.

    Einmal editiert, zuletzt von main1a () aus folgendem Grund: abknabbern nicht abklappern

  • Die Brücke soll gesprengt werden und zwar beide Teile berichtet die FAZ unter Berufung auf einen Vertreter der Autobahnverwaltung in Wiesbaden. In zwei Monaten soll dazu ein Konzept stehen. Mir ist allerdings nicht ganz klar ob beide Teile gleichzeitig gesprengt werden oder die nördliche Brücke erst wenn die neue südliche steht.


    Edit: Auch Hessenschau meldet. Dort klingt es so als würden beide Brücken gleichzeitig gesprengt. Am Nordteil seien zwar keine offensichtlichen Schäden auszumachen, das Risiko für den Verkehr sei aber zu groß. Somit wird das Verkehrschaos mindestens weitere 14 (!) Monate andauern. Innerhalb dieser Zeit will man die Südbrücke fertigstellen, so dass diese dann erst einmal den gesamten Verkehr aufnehmen kann.

    Auch die Bahnstrecke bleibt mindestens bis zur Sprengung gesperrt.

  • Beide Teile zugleich (oder kurz hintereinander). In etwa zwei Monaten, also zweite Hälfte August. Anschließend soll der Neubau der Südbrücke beginnen. Immerhin sind hier bereits die Fundamente der neuen Brückenpfeiler fertig gestellt. Bei planmäßigem Verlauf könnten ein Jahr später vier Autobahnspuren für den Verkehr freigegeben werden. Mehr in einer Mitteilung der Autobahn GmbH.


    Aktuelle Fotos:


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    Das auf der Fahrbahn stehende Brückeninspektionsfahrzeug ("Underbridge Unit") wird niemand mehr bewegen. Die Sprengung wird es mit erfassen.


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    Bilder: Die Autobahn

  • Ich hoffe mal, dass das nun gute Nachrichten sind (Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende….) und somit der Rheingau, die andere Rheinseite und das westliche Wiesbaden mit all seinen Gewerbe- und Industriegebieten wieder eine Perspektive bekommen/ sprich den Wiederanschluss an das Rhein-Main-Gebiet.


    Was für eine Geschichte der Versäumnisse, Beschwichtigungen und der Atomisierung von Verantwortlichkeiten… Und was für ein Lehrbeispiel für die kommenden Infrastruktur-Probleme!


    Ich wünsche mir, dass der Druck der Wirtschaft, der Medien und der arbeitenden Bevölkerung so stark sein wird, dass das nun wirklich konsequent abgearbeitet wird.

  • Errichtung von Hilfsstützen

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    Der einsturzgefährdete Pfeiler der Südbrücke soll mit zwei Gerüsttürmen abgestützt werden. Der östliche Gerüstturm soll auf der Straße aufgebaut werden und für den westlichen wird aktuell ein Planum geschottert. Da noch das Betretungsverbot der 50-Meter-Sicherheitszone besteht erfolgt die Herstellung des Planums mit einer ferngesteuerten Raupe. Sobald die Gerüsttürme mit einem ferngesteuerten vielrädrigen flachen Schwertransportfahrzeug positioniert sind werden die hydraulische Pressen darauf aktiviert. Ein Kraftschluss wird nach dem Ausfahren der Arme zw. Brückenüberbau und Gerüsttürmen erreicht und mit dieser temporären Stabilisierung können dann die Experten gefahrloser die Schadensursache klären und die Sprengung vorbereiten (PM vom 08.07.2021). Möglicherweise ist evtl. noch vor der Sprengung eine Bergung des gelbe brandneue LKW möglich. Dieser war unmittelbar zuvor erstmals im Betrieb zur Untersuchung der Standsicherheit, wurde jedoch nach 'Dienstschluss' nicht von der Brücke gefahren und durfte seit dem Schaden nicht mehr bewegt werden um einen möglichen Einsturz zu vermeiden. Sehr wahrscheinlich dürfte sich beim Besitzer die interne Nutzungsanweisung diesbezüglich geändert haben.


    Noch drei Bilder vom aktuellen Geschehen:

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    Bilder: Autobahn GmbH / Maurice Kaluscha | Mehr Bilder und Videos für Interessierte hier.

  • Die beiden Gerüsttürme wurden an die entsprechende Position unter der Südbrücke transportiert und die hydraulischen Pressen greifen bereits unter das bröckelige Bauwerk. Es ist also wieder ein wichtiger Schritt geschafft, denn nun können Sachverständige und Sprengmeister die anstehende Sprenung vorbereiten.


    Doch von Arbeitern, Ingenieuren oder sonstigem Material war heute keine Spur zu sehen. Bei einer derartigen verkehrstechnischen Katastrophe würde ich mir ein schnelleres Vorgehen wünschen. Wochenenden und Uhrzeiten sollten in diesem Fall keine Rolle mehr spielen, denn hier geht es um ein extremes Ärgernis für Auto- und Bahnfahrer. In anderen Ländern - nicht nur in China - würde das vermutlich schneller gehen.


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    Fotos: Beggi

  • Auf der Webseite der Autobahn GmbH gibt es ein Video dazu: Klick

    Es scheint, als müsse der auf der Brücke stehende LKW nicht aufgegeben werden. Wenn alle Stützen sicher stehen, kann er wohl geborgen werden.

  • Der entstandene Brückenschaden ist noch extremer, als es aus bisherien Medienberichten erfahrbar war. Bekannt waren das Absacken der Fahrbahn um 30 cm und die Risse in Pfeiler und Fahrbahn. Aus einer guten Beobachtungsposition war heute zu sehen, dass sich der Pfeiler zusätzlich gedreht hat. Er ist schief und steht nicht mehr im rechten Winkel zur aufliegenden Fahrbahn. Die Risse haben sich im Vergleich zu den bekannten Fotos vergrößert, größere Betonbrocken könnten jeden Augenblick herunterfallen.


    Der verdrehte Pfeiler samt Fahrbahnabsenkung erinnert an den Vorfall von 2015 bei der Schiersteiner Brücke. Auch hier machte ein Brückenpfeiler unkontrollerbare Bewegungen. Das Verkehrschaos von damals ist vergleichbar mit dem Chaos bei der Salzbachtalbrücke.


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    Der Brückenpfeiler hat sich verdreht und ragt sogar oben rechts aus der Fahrbahnseite heraus. Die Bruchstellen links und rechts des Pfeilers sehen furchterweckend aus.


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    Der einsame neue Spezial-LKW auf der Brücke.


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    Fotos: Beggi

  • Die Vorbereitungen für die Sprengung laufen rund um die Uhr auf Hochtouren, das meldet das SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland Pfalz und Hessen. Im unmittelbaren Brückenbereich besteht auch nach dem Einbau der Gerüsttürme unmittelbare Lebensgefahr. Die Hilfskonstruktionen waren notwendig geworden, da sonst die Sprengmeister ihre Sprengladungen nicht hätten platzieren können.


    Im abgesperrten Brückenbereich war gestern kein Mensch zu sehen. Die Planungsarbeiten lassen sich anscheinend auch in Büros durchführen. Bei der praktischen Ausführung werden vermutlich weiterhin ferngesteuerte Maschinen zum Einsatz kommen, so wie es in dem verlinkten SAT.1-Video zu sehen ist.

  • Notsicherung und Vorbereitung der Sprengung


    In einer heutigen Pressemitteilung informiert die Autobahn GmbH das Mitte August die Notsicherungsarbeiten an der Südbrücke abgeschlossen sein sollen. Aktuell finden Vorbereitungen - zu sehen auf den drei untern Bildern - für die Anbringung von Spritzbeton um den Pfeiler herum statt. Nach dem Aushärtung des Betons soll der Pfeiler soweit stabilisiert sein, das Mitte August mit den umfangreichen Sicherungsarbeiten an der benachbarten Infrastruktur (Nordbrücke, Straße, Bahn, Klärwerk) und den Vorbereitungen für die Sprengung begonnen werden kann. Dafür sind acht Wochen veranschlagt, sodass an einem Wochenende Mitte Oktober die Sprengung der Nord- und Südbrücke stattfinden kann. Eine Beschädigung der Nordbrücke wird vermutete und deshalb soll sie gleich mit beseitigt werden.


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    Bilder: Autobahn GmbH / Maurice Kaluscha

    2 Mal editiert, zuletzt von main1a () aus folgendem Grund: Korrekturen notwendig: kursiv = Ergänzung und durchgestrichen = falsch

  • Auf YT hat die Autobahn GmbH ein sehenswertes Video über den aktuellen Verlauf der Notsicherung eingestellt. Ein weiterer Schritt bis zur Sprengung ist noch eine Beweissicherung durch Gutachter des kollabierten Auflager da nach der Sprengung dies nicht mehr möglich ist.

    Gleich zu Anfang ist der durchhängende Überbau gut zu sehen was die Betrachtenden erschauern läßt.

  • ^ Sehr interessantes Video bezüglich der aktuellen Arbeiten, danke für den Link, main1a!


    Gegenwärtig sieht der einsturzgefährdete Brückenpfeiler wie auf dem folgenden Foto aus. Auf glatte Oberflächen kann nun kein Wert gelegt werden, Hauptsache, der Pfeiler hält noch eine Weile. Ich frage mich, ob der Spritzbeton noch bis ganz oben hochgezogen werden soll. Das Anbringen von Bewehrungskörben in dieser Höhe wäre bestimmt sehr anspruchsvoll.


    Aktueller Stand:


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    Foto: Beggi

  • Dein aktuelles Bild Beggi zeigt die Herstellung der zweite Bewehrung welche auf der gegenüberliegenden (Nord-)Seite des beschädigten Pfeilers platziert wird. Die Höhe der zweiten Bewehrung wird wohl gleichhoch werden wie auf der Südseite und soll den Pfeiler in Position halten bis zur Sprengung. Die Beule sieht schon ungewohnt aus aber im Vergleich zur Vorgeschichte verscherzbar.

  • Unglaublich!

    Das Kriegsende war vor ca. 76 Jahren und in dem Zeitraum bis heute sind tausende Züge über den Bereich unter der Salzbachtalbrücke gefahren. Eine Fliegerbombe ist bis jetzt nicht explodiert. Und nun, kurz bevor alles in Schutt und Asche gesprengt wird, sollen umfangreiche Kampfmitteluntersuchungen stattfinden!? Wie überflüssig ist das denn? Ich glaube, wir sollen wieder mal verar..... werden. Es stinkt nach Unfähigkeit und Ausreden der Verantwortlichen.