Mediaspree: Entertainment District an der UBER-Arena

  • Ich halte es für eine typisch deutsche gut gemeinte Form von staatlicher Übergriffigkeit, wenn der der Staat jetzt auch noch bestimmen soll, ob und wie ich die private Fläche vor meinem Haus benennen darf. Meines Wissen ist der Platz doch ein Privatgrundstück?

    Genau! Dass der öffentliche Raum mit seinen Straßen und Plätzen noch nicht durchprivatisiert ist, ist ein unerträgliches Relikt staatlicher Übergriffigkeit. Aber warum es bei großen Arealen und seinen Plätzen und Straßen belassen, die sich nur Milliardäre wie Anschutz leisten können? Warum sollen nicht auch Kleinanleger Platzparzellen und Straßenabschnitte kaufen und benennen dürfen? Freie Platzparzellen- und Straßenabschnittsnamenwahl für freie Bürger!

    Einmal editiert, zuletzt von ElleDeBE ()

  • ElleDeBE Deine Antwort hat nichts mit dem zu tun was ich schieb. Natürlich muss der Staat das Recht haben, öffentliche Strassen und Plätze zu benennen. Und das geschieht ja auch - in unseren Zeiten sogar hoch politisch korrekt. Zum Beispiel werden in Mitte neue Strassen und Plätze nur noch nach Frauen benannt. So lange, bis es genauso viel Frauennamen wie Männernamen gibt. Aber der Staat hat keineswegs das Recht, private Grundstücke zu benennen. Nirgendwo in Europa (zumindest wäre mir kein Staat bekannt, wo das geht). Aber in Berlin ist sowas offenbar heutzutage ein Skandal der Turbokapitalismus, wenn der Staat das nicht kann. Trotzdem kann der Staat auch bei Privatgrundstücken Einfluss nehmen - zB wenn ein städtebaulicher Vertrag mit dem Entwickler diesbezüglich Regelungen vorsieht. Aber die Skandaliserung des Ganzen, die Du hier versuchst, ist zwar ideologisch modern - aber trotzdem haltlos.


    Was das Namenssponsoring angeht: Es zählen die Fakten. In Deutschland verkauft Mercedes noch 10% seiner Autos. Mit weiter fallender Tendenz. Mercedes war in Berlin historisch weit überproportional präsent und engagiert. Das geht bis in die 20iger Jahre zurück. Die die älteste Mercedes Fabrik der Welt steht nicht in Stuttgart sondern in Berlin. Unter den Linden gab es schon vor dem 2WK einen berühmten Autosalon.

    Aber dass die inzwischen die Konsequenzen ziehen kann man ihnen nicht verübeln - im Gegenteil. Es macht Sinn. Ohne die persönliche Verbundenheit von Reuter und andern Mercedes Managern wäre das - glaube ich - schon viel früher passiert. Sowas kommt halt von sowas.

  • ^ Was ist jetzt eigentlich Dein Punkt? Dass Deutschland sich undankbar verhält, weil aus linksgrün-versifften Gründen keiner mehr Mercedes mehr kauft? Und deshalb abgestraft gehört, weil es die Ehre eines "Mercedes-Benz-Platzes" oder so nicht mehr verdient hat? Herrgott nochmal.


    Zum Thema: Ich wünschte mir sehr, der Platz bekäme einen würdigen Namen. Andererseits gönne ich es den Leuten, die sich dieses Konstrukt überlegt haben, dass es jetzt peinlich wird. Mal sehen, was die nächste Runde bringt. Vielleicht die Big-Mac-Arena und die Chicken-McNuggets-Hall an der Ronald-McDonald-Plaza. Warum nicht?

  • Nein, ist doch offensichtlich: Mein Punkt reagiert auf die obergenannte Kritik, dass es skandalös sei, dass sich Mercedes zurückzieht. Ich kann daran nichts skandalöses erkennen. Mercedes handelt rational. Mein Punkt reagiert auch auf die Kritik, dass es skandalös sei, dass der Platz umbenannt werden kann. Auch daran kann ich nichts skandalöses erkennen.


    Im Übrigen halte ich ganz persönlich die Vergabe von Namensrechten an sich für grundsätzlich problematisch. Ich halte es für eine Überkommerzialiserung, die mir persönlich nicht gefällt. Denn es führt dazu, dass wichtige Gebäude alle paar Jahre anders heissen - zumindest dann, wenn ein Namenssponsor feststellt, dass sich für ihn die Verlängerung nicht rechnet. Und das war offenbar sowohl bei O2 als auch Mercedes der Fall. Beide haben nicht verlängert - sondern sich zurückgezogen.


    Allerdings ist auch hier der Punkt: Wenn man nicht will, dass sich alle paar Jahre Namen ändern - von Platz bis zum Aufkleber auf der Klomarke, muss das Geld eben woanders herkommen. Über höhere Auslastung, über höhere Eintrittsgelder etc. Da all dies zunehmend schwieriger wird, wird man leider um Namensvergaben nicht herumkommen.


    Denn: Kuchen essen und behalten geht halt meistens nicht (ausser aus Sicht bestimmter Berliner Milieus). Die Gefahr ist, dass es wird wie bei Hertha. Wenn die Leistung nicht stimmt und wenn das wirtschaftliche Umfeld armselig genug wird, stehen am Ende nur noch die 1-Euro-Shops als Sponsor bereit und zahlen dann halt 5 Mio Euro statt 50 Mio.

    Einmal editiert, zuletzt von Oranien ()

  • Seltsame und erstaunliche Entwicklung:


    Bei einem Vertag bis 2035 mit Mercedes kann doch nur eine Austiegsklausel seitens Anschutz (dem Hallenbetreiber) dafür gesorgt haben dass jetzt eine neue Namensrechtsvergabe stattgefunden hat. Dass Mercedes selbst der Treiber war scheint eher unwahrscheinlich, da ja auch die Verti Music Hall im Paket an Uber gegangen ist. Besonders brisant: Uber hat seit 10 Jahren noch nie Gewinne geschrieben. Wie können die sich eine so teure Imagekampagne leisten, oder MB rauskaufen ?


    Für Berlin, für Mercedes Benz und für den Hallen-Standort in Friedrichshain ist der Namenswechsel ein Imageverlust. Denn die Marke Uber scheint kein tragfähiges Geschäftsmodell zu sein, was negativ auf den Kulturstandort abfärbt. Die Anziehungskraft der Arena für internationale Stars und Veranstaltungen dürfte auch geschmälert sein.

  • Auf die Gewinne kommt es nicht an - zumindest nicht, solange man die Verluste über Kapitalaufnahme finanzieren kann. Hinzu kommt: Uber (130 Mrd) ist mehr wert als Mercedes (89 Mrd). Was wirklich im Hintergrund lief ist schwer zu sagen. Damit Anschutz Mercedes aus einem laufenden Vertrag werfen kann, müssten die ja schon irgendwas verbrochen haben. Deswegen erscheint mir das unplausibel. Im Gegenteil - oft haben Sponsoring Partner sogar einseitige Verlängerungsoptionen. Plausibler erscheint, dass Mercedes nicht mehr wollte - und bereit war, von seinem Rechten zurückzutreten - vielleicht gegen eine Entschädigung. Und Uber mit einem dickeren Scheck bereit stand....

  • Plausibler erscheint, dass Mercedes nicht mehr wollte - und bereit war, von seinem Rechten zurückzutreten - vielleicht gegen eine Entschädigung. Und Uber mit einem dickeren Scheck bereit stand....

    Das erklärt nicht warum Verti, die ja vermutlich auch einen längeren Vertrag hatten, zum exakt selben Zeitpunkt von Uber "verdrängt" wurde.

  • Genau! Dass der öffentliche Raum mit seinen Straßen und Plätzen noch nicht durchprivatisiert ist, ist ein unerträgliches Relikt staatlicher Übergriffigkeit? ... Freie Platzparzellen- und Straßenabschnittsnamenwahl für freie Bürger!

    Wenn Oranien damit recht haben sollte, dass der Platz ein Privatgrundstück ist, dann ist es eben KEIN öffenlicher Raum. In diesem Fall wäre es dann ein halb-öffentlicher Raum, für den andere Regeln gelten als für den öffentlichen Raum. Damit würde auch das von ElleDeBE vorgetragene Argument (inklusive Schnappatmung) ziemlich ins Leere laufen.

  • Das wird langsam etwas anstrengend: Niemand hat behauptet oder suggeriert, dass die Verkehrsflächen des ED inkl. Namensrechten in öffentlichem Besitz seien. Vielmehr wurde u.a. von ElleDeBE wie übrigens auch von Oranien kritisiert, dass insbesondere letzteres nicht der Fall sei. Bei O2 und Mercedes Benz war es halt noch nicht so problematisch, jetzt wird es aber etwas peinlich.


    Diskutiert wurde mE aber primär, wie man die richtigen Konsequenzen daraus zieht und zudem, wie die Rolle von Daimler zu bewerten ist (wobei wir fairerweise nicht sicher wissen, ob sie sich freiwillig haben auszahlen lassen, oder ob Uber sie gegen ihren Willen aus dem Vertrag kaufen musste und konnte). Sicher dürfte aber jedenfalls sein, dass sich ausgerechnet dieser Ausbeuterbetrieb hier sogar Mal deutlich höhere Ausgaben als der Rest leistet. Das ist neben dem Namen der Music Hall (aber mE auch der großen Arena) ja irgendwie die unfreiwillige Komik des Ganzen. Nur kann ich leider nicht so wirklich darüber lachen. Die Uber-Fahrer vermutlich auch nicht. Ironischerweise könnte die kleine Halle so aber eher etwas bekannter werden...

  • Heute wurde nun das ehemalige Mercedes-Benz Arena umbenannt in : Uber Arena .

    Auch der Schriftzug am ehemaligen Verti Music Hall wurde entfernt. Seit heute: Uber Eats Music Hall. Heute wurde per Mobilkran, dass alte Schrift ( Tafel) entfernt und das neue hinzufügt. Aber auch Kritik gibt es bei Taxifahrer heute Abend ( Demo) .

    Berlins Taxifahrer kritisieren das Geschäftsmodell von Uber und anderen Fahrdienstleistern. Am Freitagabend planen sie einen Protest mit 50 Fahrzeugen vor der umbenannten Konzerthalle.


    BZ ( Berlin)

  • Ich wünschte wir könnten endlich mal generell mit diesem wechselnden Sponsor-Namen-Quatsch aufhören. Das hat auch was mit Kultur und Identität zu tun.


    Die Firmen können das ja weiterhin sponsorn.

    "Spree-Arena. Currently Brought To You By Hipster-Rasierklingen-Versand". Ich sehe da kein Problem.

  • Heute ein Übersicht gemacht der Umgebung des Mercedes Benz Arena in: Uber Arena & Uber Eats Music Hall. Zu Info für Gäste & Berliner

    Die Schilder für Autofahrer steht immer noch Ausgang & Richtung: "Mercedes Arena "


    © Johannes_9065


    Blick: Uber Eats Music Hall ⬇️

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    & ⬇️ Uber Arena : Ein & Ausgang

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    &

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  • Johannes_9065 Das erste Bild gefällt mir irgendwie. So ähnlich habe ich als junger Teenager gerne Städte gezeichnet - nur mit noch etwas mehr Vertikalität. Heute hätte ich dagegen gerne etwas mehr Grün (da ist der satte Farbtupfer an der Music Hall ja fast schon eine Wohltat, auch wenn ich noch lieber andere Akzente hätte und den Namen weiter dämlich finde). An die Arena mit dem Uber-Schriftzug muss ich mich dagegen erstmal gewöhnen. Dagegen waren O2 und erst recht Mercedes Benz natürlich absolut premium.


    Insgesamt hat sich das Areal durch die Türme aber wirklich raus geputzt. Und das wird ja eher noch zunehmen.

  • ^ Ich verstehe dich mit : Mehr Grün. jan85 ich kann dir sagen das da gut grün zu sehen ist, was ich nicht fotografiert habe auf der Vorderseite ( Blick aus der Mühlenstraße ) wo Bäume schon vor längerer Zeit Gepflanzt wurden .

    Klar da wo ich ein Bild gemacht habe ( 1 Bild) Ist da nix zu sehen wo der Brunnen Ist bzw wo Wasser rauskommt , da hätte man nebenan Bäume pflanzen können.


    Panoramablick wie gesagt aus der hintere Seite es ist ein schöner Blick ( mit jungen Bäumen)

    Siehe hier ( Beitrag)

  • ^Ja, ich kenne die Bäume. Ich hätte mir aber auch etwas Grün oder meinetwegen auch einfach mehr Farbe entlang des Platzes gewünscht. Das ist mir insgesamt etwas viel grau, auch wenn es mE trotzdem was hat. Wirkt schon sehr modern und urban. Wenn man jetzt (bzw künftig) noch ein paar Makel ausbessert, wird das eine sehr spannende Ecke.