Hochhaus Frankfurter Allee 135 (68m) [in Planung]

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    Bitteschön, hier kommt der Augenkrebs :)

    Quelle: Hemprich Tophof Gesellschaft von Architekten mbH
    https://www.facebook.com/photo…5796676173&type=1&theater


    Der Turm wird, laut obengenannten DM-Artikel, 68m hoch sein, dort sollen "flexible Büroflächen" entstehen (und dann diese banale Fassadengestaltung, kommt mir bekannt vor, siehe die Rechtfertigung Lüschers für die nüchterne Gestaltung des Baufeldes E3 am Alex).


    Frau Lüscher kann eben nur "Grundgerüste" und "einfache städtebauliche Systeme"....das zwar solide und mag hier und da auch angebracht sein, doch bei Frau Lüscher ist der Durchschnitt leider die Regel.
    Bedauerlich, dass eine derart banale Fassadengestaltung sowie solche aus Verlegenheit reingekrampften Kubatur-Abweichungen von einer aufgestellten Schuhschachtel den Sieger darstellt.

  • ^ Es wird ja noch ausgearbeitet, wie Bato schreibt. Die Ecke kann nur gewinnen. Den Vorplatz finde ich städtebaulich an dieser Stelle gut. Wenn der Neubau zum Altbau an der Möllendorffstraße nahtlos anschließt und die Brandwand verschwindet, ist es eine insgesamt runde Sache.


    Eine gewisse Faszination, die von der Frankfurter Allee von hier nach Osten ausgeht, liegt für mich in der krassen Maßstablosigkeit zwischen immer niedriger werdenden alt-Berliner Häusern, den riesigen wie willkürlich in die Landschaft gewürfelten und gebogenen Platten und einigen Supermarktflachbauten auf dazwischen liegenden Parkplätzen. Für mich hat es etwas bizarres an sich.


    Dieses neu entstehende Tor nach Lichtenberg kann sicher nicht schaden und wenn die Ausführung wie der untere Teil des Allianz Turmes http://upload.wikimedia.org/wi…mmons/4/41/Treptowers.JPGwäre, dann wäre es sogar richtig gut (was ich nicht glaube, vmtl. zu teuer).


    Also, bitte nicht zu schnell schimpfen lieber Flyn.

  • Die Howoge hat zum geplanten Neubau-Komplex auf dem Grundstück Frankfurter Allee 135 mittlerweile eine Pressemitteilung auf ihrer Website veröffentlicht.
    Mit dabei ein Bild des Wettbewerbsiegers mit einer deutlich höheren Auflösung:



    (C) HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH | HemprichTophof Gesellschaft von Architekten mbH


    Es wird bspw. sichtbar, dass der flache Bau entlang der Frankfurter eine gewellte Fassade bekommt. Was ich nicht ganz erkennen kann ist, ob zwischen Turm und Flachbau eine schmale Lücke geplant ist oder der Flachbau nur versetzt steht. Wie auch immer, beides halte ich relativ sinnfrei.

  • ^ Auf der Visualisierung kommt das Gebäude sicherlich nicht besonders gut rüber. Wobei mich die Qualität der Visualisierung wundert - sonst werden doch die ödesten Gitterboxen in geschicktem Abendlicht mit fröhlichen Passanten, bunten Farben und heimelig beleuchteten Fenstern garniert.


    Hier sieht man eine graue Darstellung mit blassem Himmel, scherenschnittartigen Autos und Menschen sowie blinden Fenstern.


    Ohne den Entwurf schönreden zu wollen - mit einer besseren Visualisierung würde das Gebäude vermutlich wesentlich interessanter wirken. Der Versatz im Haupthaus und die großen Fenster werden so nicht in Szenen gesetzt. Das verwendete Material und dessen Farbe sind nicht erkennbar.


    Aber vielleicht hat sich das Büro gleich alle Mühe gespart, weil es selbst nicht viel von dem Entwurf hält... Dabei ist an der Ecke ja nicht viel kaputtuzumachen.

  • ^ ... da muss ich widersprechen. Mag sein, dass es nicht den Sehgewohnheiten entspricht, aber ich bevorzuge gerade diese Art der Visualisierung (nämlich ohne Abendstimmung, Zugvögel, fantasierte Vegetation usw.). Man sollte alles weglassen, was man nicht selbst beeinflussen kann und entweder eine neutrale oder eine sehr realistische Darstellung wählen. Die Lichtverhältnisse sollten hell aber ohne direkte Sonne/Effekte sein. Es sei denn man bieten mehrere Grafiken an.


    Mit anderen Worten finde ich gerade dies hier ein gutes Zeichen (dadurch wird der Bau natürlich nicht besser). Das Material ist ja z.B. vermutlich noch gar nicht festgelegt. Daher sollte es auch neutral erscheinen, usw. Objektivität ist immer noch eine Tugend.


    Daher liebe ich in der Planung das gute alte Modell (und dem kommt diese Darstellung ja nahe).


    Interessanter finde ich die Fragen von Bato, nämlich nach der genauen Form des Baukörpers. Ich würde mir mindestens eine weitere Perspektiven und einen Plan wünschen. Die Effekte sind geschenkt.

  • ^ nur zur Klarstellung, ich wollte keinesfalls die idealisierenden Abendstimmung-Kitsch-Visualisierungen gutheißen. Nur empfinde ich die oben gezeigte als das andere Extrem.


    Gut wäre es m. E., wenn die Visualisierungen soweit wie möglich einen realitätsnahen Eindruck vermitteln würden. Nicht verlogen-geschönt, aber auch nicht unter Wert. So taugt es allenfalls als bessere Baumassenstudie.

  • Am 18.02.2015 um 18.00 Uhr findet im Ratssaal des Rathauses Lichtenberg eine öffentlichen Auftaktveranstaltung statt in der der Stand zum Verfahren „Wohnen am Rathauspark“ ebenso thematisiert wie die Rahmenbedingungen zur Neugestaltung des Stefan-Heym-Platzes. Alle kommenden Arbeitsgruppentermine werden ausführlich erläutert.


    In der Pressemitteilung findet sich auch ein deutlich verfeinerter Entwurf:



    (C) HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH | HemprichTophof Gesellschaft von Architekten mbH

  • ^ Wie die BZ heute berichtet, scheint es konkret zu werden. So sollen bis morgen sämtliche Bäume auf dem Areal gefällt worden sein und Mitte des Jahres dann die Bagger anrollen. Der gezeigte Entwurf für den 18-Geschosser, der 251 Wohneinheiten beherbergen soll, stammt diesmal vom Büro Baumschlager Eberle:



    (C) HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH | be architects Holding AG

  • Habe ich nur das fade Gefühl oder scheint es so als hätte praktisch jedes größere Projekt die Zielmeile 2020 im Visier? Ist das schon das Jahr des Herrn oder träumt man einfach nur von erweiterter Realität? Wenn dort "Mitte des Jahres" die Bagger "anrollen", wird das Ding niemals in 2020 bezugsfertig - kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

  • katapultiert die ddr-moderne ins 21. Jahrhundert!


    Mit DDR-Architektur hat das nichts zu tun. Ich verstehe nicht, warum die Moderne als internationale Stil-Epoche immer mit der DDR assoziiert wird. Vermutlich geht es nicht darum, das Projekt architekturhistorisch einzuordnen, sondern um die abwertenden Assoziationen, die in DDR-Vergleichen mitschwingen. "Igitt, hässlich!" hätte denselben Zweck erfüllt.


    Ich finde den Entwurf nicht hässlich. Ein Highlight ist er auch nicht, aber man muss berücksichtigen, dass hier keine Lofts an der Spree gebaut werden, sondern kommunale Mietwohnungen für Normal- und Geringverdiener. Und dafür hat der Bauherr, die HOWOGE, sich Mühe gegeben – der endgültige Entwurf ist viel besser als der erste und hübscher als die Projekte der Kollegen von der WBM in Friedrichshain: Die Gebäudeteile haben verschiedene Fassaden, es gibt einen Wechsel von horizontaler und vertikaler Gliederung, das Hochhaus hat trotz seiner einheitlichen Kubatur eine abwechlungsreiche Struktur. Mal was neues, wenn ein Entwurf von der ersten Präsentation bis zur Fertigstellung nicht immer einfacher, sondern raffinierter wird.


    Die Miete für die Wohnungen soll im Schnitt bei 8,25 Euro pro Quadratmeter liegen. Dafür wurde hier viel gemacht.


    Wenn dort "Mitte des Jahres" die Bagger "anrollen", wird das Ding niemals in 2020 bezugsfertig.


    Da ist was dran. Sagen wir 2022.

  • Eine Frage beleibt auch bei den Nörglern auch weiter unbeantwortet:
    Was erwartet ihr?


    "The Gerkin" für Normalverdiener?


    Normale Wohnungen haben, wenn sie zweckmäßig sein sollen, eine rechtwinkelige Kubatur. Dann können Gebäude, wenn sie wirtschaftlich betrieben werden sollen, und das müssen sie (!), nicht vieleckig, rund oder sonstwie extravagant sein.
    Das ist so wie bei modernen Autos, die haben, aus den gleichen Gründen, auch alle ähnliche Formen. Extras kosten halt extra...

  • Die Umgebung an dieser Stelle im Übergang zu Lichtenberg bietet vor allem einfache Blöcke die sich gleichförmig entlangt der Frankfurter Allee in Richtung Osten erstrecken.


    Dieses Gebäude ist schlicht, aber mit großen Glasflächen transparent erscheinend. Wenn es nur 30 Meter hoch wäre: langweilig. Mit 68 Metern Höhe durchaus interessant.


    Es setzt einen Akzent beim Übergang von Lichtenberg nach Friedrichshain, beim Übergang von Plattenbauten in die Gründerzeit und Innenstadt Berlins.

  • Mit DDR-Architektur hat das nichts zu tun. Ich verstehe nicht, warum die Moderne als internationale Stil-Epoche immer mit der DDR assoziiert wird. Vermutlich geht es nicht darum, das Projekt architekturhistorisch einzuordnen, sondern um die abwertenden Assoziationen, die in DDR-Vergleichen mitschwingen. "Igitt, hässlich!" hätte denselben Zweck erfüllt.


    - weil ein Teil der Architektur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, insbesondere auch an der großen Ausfallstraße nach Osten, der internationalen Moderne folgt.
    - ganz im Gegenteil. Aufwertung des Bestandes mit Verdichtung, dort wo es Sinn macht. Mitunter wird jedoch dem DDR Städtebau, dort wo er insgesamt gelungen ist, nicht sein Stellenwert belassen.
    - dieser Entwurf stetzt hier sehr gut an. Gerade nicht um DDR-Architektur abzuwerten, sondern um sie zeitgenössisch weiterentwickeln. Mir gefällt er.

  • - dieser Entwurf stetzt hier sehr gut an. Gerade nicht um DDR-Architektur abzuwerten, sondern um sie zeitgenössisch weiterentwickeln. Mir gefällt er.


    Oh, alles klar. Da hatte ich Dich falsch verstanden. Hier werden Entwürfe in der Tradition der Moderne oft als "DDR" oder "Plattenbau" tituliert, wenn der Autor sein Missfallen ausdrücken will. So hatte ich Dich interpretiert. Sorry.

  • Trotz niedrig geratenen Erdgeschosses und "Rasterfassade" finde ich den zweitplatzierten Entwurf von Max Dudler besser. Mir gefällt auch die Fassadenfarbe bei dem Entwurf (wobei man natürlich schauen müsste, wie das in vivo aussieht). Durch die Betonung der Horizontale wirkt der Entwurf schlanker und hat durch den "Hof" mit dem kleineren Turm mMn auch eine interessantere Kubatur und sieht somit insgesamt großstädtischer aus.


    Bei dem aktuellen Turm kann ich mich mit der Betonung der Horizontale durch das Fensterformat in den höheren Geschossen nicht anfreunden. Bei einem ohnehin schon niedrigen Turm (68m) sollte man nicht die Höhenwirkung noch weiter reduzieren.
    Ganz unglücklich finde ich den Übergang von eher quadratischen Fenstern im Sockelgeschoss zu breiteren Fenstern in den höheren Geschossen. Da mögen die Geschmäcker sicherlich unterschiedlich ausgeprägt sein, aber ich finde, das sieht einfach nicht gut aus. Wenn schon Turm und Sockel eine unterschiedliche Fassade haben, dann sollte man den Bruch auch deutlicher ausarbeiten... vielleicht durch ein Gesimse, oder durch einen Rücksprung in der Fassade, vielleicht auch durch ein oder zwei anders gestaltete Zwischengeschosse. So sieht das nach "Auflockerung mit kleinstmöglichem Aufwand" aus, welche eine ansonsten langweilige Fassade und langweilige Kubatur kaschieren soll.


    Wenigstens siehst es so aus, als könnte die Fassade aus Natur- oder Kunststein bestehen.