Potsdam: Wiederherstellung Stadtkanal

  • Potsdam: Wiederherstellung Stadtkanal

    In Ergänzung zu den letzten Bildern noch der Hinweis, das bei uns jetzt eine Galerie mit Panobildern von der Plantage bis zur ehemaligen Kaiserbrücke online ist.


    Hier ein kleiner Ausschnitt. Statt dem Probenhaus haben wir jetzt allerdings die Bibliothek. Wenn ich mir die Bilder so anschaue - ob es je werden wird, das der Stadtkanal mal wieder in voller Länge da ist??? Gerade bei dem Wetter heute - ein gepflegter Stadtkanal mit fliesendem Wasser und schattenspenden Bäumen.... Vielleicht können die Bilder ja ein kleines bisserl beitragen, das der Traum doch noch wahr wird.


    Beste Grüße Andreas


    https://fbcdn-sphotos-c-a.akam…148349378_310973766_o.jpg


    Probenhaus an der Südseite des damaligen Wilhelmplatzes um 1850


    http://arstempano.de/fileadmin…Bildpanos/PD_1850_410.jpg


    Blick vom Probenhaus auf den Wilhelmplatz um 1850


    http://arstempano.de/fileadmin…Bildpanos/PD_1850_232.jpg


    Südostecke des Wilhelmplatzes um 1850 (da steht jetzt die Wilhelminische Post auf der Ecke)

  • Wäre auf jeden Fall wünschenswert, wenn der Kanal wieder in voller Länge - und befüllt - zurückkäme.


    Bin erst heute an der Yorckstraße langefahren. Ist schon ein trauriger Anblick, dieses trockene Loch.


    Gibt es denn überhaupt den (langfristigen) Plan zumindest ein Teilstück wieder mit der Havel zu verbinden? Oder gar den ganzen Kanal wiederherzustellen?


    Hab grad ma auf GoogleEarth nachgemessen - man müsste ungefähr 1,2 km Straßen teils drastisch um/zurückbauen damit der Kanal zurückkäme. Illusorisch?

  • Es gibt einen rührigen Förderverein, der für Spenden wirbt - dies sind aber nur homöopathische Summen, die eingeworben werden.


    Der nächste Bauabschnitt, der begonnen werden soll, ist der Berech zwischen Kellertor und Berliner Straße. Leider ist ja durch fortwährendes Zuwarten der Stadt potsdam ein Spender für die Kellertorbrücke abgesprungen (mal wieder). Das Areal liegt im Sanierungsgebiet, so dass auch Fördermittel verwendet werden können.


    Leider aber gibt es bis dato nur Lippenbekenntnisse der Politik, einen Zeitplan o. Ä. gibt bis dato nicht.

  • Stadtkanal

    ^ Zudem stehen (nach wie vor) am nördlichen (teil)rekonstruierten Abschnitt an der Großen Fischerstraße ein paar Infotafeln, die optimistisch Etappen für die Bauabschnitte des Kanals ausweisen - ohne Zeitplan und leider schon verblasst.

  • Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen von heute ist die Wiederherstellung des Stadtkanals nicht mehr realisierbar, da das Land Brandenburg ein Grundstück auf dem Gelände des Stadtkanals an einen privaten Investor verkauft hat. Dieser will dort ein Wohn- und Geschäftshaus mit über 50 Wohnungen errichten.


    Die Stadt Potsdam hatte für das Grundstück ein Vorkaufsrecht, sie hatte dieses aber nicht wahrgenommen, obwohl für den Kauf nur 17.000 Euro nötig gewesen wären. Der Vorsitzende des Fördervereins für die Wiederherstellung des Stadtkanals Siegfried Benn bezeichnete diese Entscheidung als einen Skandal. Er kritisierte vor allem, dass Oberbürgermeister Jann Jakobs zwar regelmäßig für die Wiederherstellung der historischen Mitte plädieren würde, in der Praxis aber gegenteilige Entscheidungen fällen würde.


    http://www.maz-online.de/Lokal…al-in-Potsdam-vor-dem-Aus

  • Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen von heute ist die Wiederherstellung des Stadtkanals nicht mehr realisierbar, da das Land Brandenburg ein Grundstück auf dem Gelände des Stadtkanals an einen privaten Investor verkauft hat. Dieser will dort ein Wohn- und Geschäftshaus mit über 50 Wohnungen errichten.


    Die Stadt Potsdam hatte für das Grundstück ein Vorkaufsrecht, sie hatte dieses aber nicht wahrgenommen, obwohl für den Kauf nur 17.000 Euro nötig gewesen wären. ...


    http://www.maz-online.de/Lokal…al-in-Potsdam-vor-dem-Aus



    Nebenan in Schilda scheint sich die Po(t)sse furchtsam fortzusetzen. Das innenstadtnahe Wassergrundstück wurde anscheinend für 10€/m² verkauft an einen nicht genannten, aber bekannten Investor, da es bisher im Flächennutzungsplan der Stadt nicht als Bau-, sondern als fast wertloses Straßenland ausgewiesen war. Trotzdem soll ein künftiger Bauantrag nicht verweigert werden können, wodurch es magisch zu Bauland wird(?) und nun überlegt man in der Stadt die Notbremse zu ziehen und einen B-Plan aufzustellen, welcher die Bebauung oder die Abwesenheit solcher regelt.


    Mer in der PNN http://www.pnn.de/potsdam/860395/

  • ^^Quatsch. Der sog. Investor, der Schönheitschirurg Dr. Panzer, hat Straßenland zum Straßenlandpreis gekauft und will darauf jetzt bauen. Jetzt bekommt er einen B-Plan übergeholfen und darf dann die Übernahme des Straßenlandes durch die Stadt verlangen. Also alles halb so dramatisch. In Potsdam bleibts eben immer spannend...

  • Das ist doch ein Skandal, oder? Ein in sehr guter Lage befindliches Grundstück wird zu einem Spottpreis vom Land verkauft und nun erpresst ein rücksichtsloser Investor mit Winkeladvokaten damit die Stadt, nachdem er mit 17000 € eine Summe eingesetzt hat, die einfach lächerlich ist. Die Anwaltsrechnung dürfte den Kaufpreis schon jetzt übersteigen, weiteres folgt. Und wer muss am Ende wohl den Schaden zahle oder die stadtschädliche Bebauung dulden?


    Es ist was faul im Lande Brandenburg!

  • Ich weiss nicht, ob ein aufgestellter B-Plan D. Panzer an seinem Kauf gehindert hätte - mit der Immobilienhausse sind überall Spekulanten unterwegs, die volle Kasse haben. In Berlin passieren solche Sachen dauernd und kommen nicht in die Medien - da ist die Potsdamer Provinz einfach begieriger.


    Was wirklich im argen liegt, ist die Kommunikation zwischen Land und Stadt Potsdam. Es hätte dem Chef der Liegenschaftsabteilung des Finanministeriums klar sein können, dass das Straßenland durch die Stadt benötigt wird und man hätte sich ins Benehmen setzen können. Aber das Verhältnis ist ja ohnehin schlecht: im Rechenzentrum ist das Land Hausbesetzer (MV abgelaufen, kein neuer geschlossen), bei der FH hält man den Formelkompromiss "Auszug 2017" hoch, wohlwissend, dass bei den üblichen Bauverzögerungen dies nicht zu halten sein wird. Man kann nur hoffen, dass sich das Verhältnis Land-Stadt nach der Neubildung der Landesregierung im Herbst professionalisiert.

  • Neue Wendung im Fall des vom Schönheitschirurg erworbenen Arztes Dr. Panzer: Nach einem Bericht der "B.Z." geht es ihm gar nicht um die Bebauung des erworbenen Areals am Stadtkanal sondern um ein ganz anderes Projekt. Der Panzer-Projektleiter A. erklärt, worum es Dr. P. wirklich geht: "Seit 2009 blockiert die Stadt Straßenbau-Maßnahmen für die Erweiterung eines Baumarkts im Stadtteil Drewitz, wo Dr. P. Flächen besitzt. Wenn die Stadt dort einlenkt, gibt Dr. P. das Kanalgrundstück wieder ab.".


    Der Artikel in der B.Z.

  • Überbauung des Stadtkanals soll verhindert werden

    Potsdam will laut einem Bericht der Märkischen Allgemeinen die von einem privaten Investor angekündigte Überbauung des historischen Stadtkanalausgangs an der Dortustraße mit einem planungsrechtlichen Manöver verhindern. Dafür sollen die Stadtverordneten auf ihrer Sitzung am nächsten Mittwoch die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Straßenzug zwischen der Breiten Straße und dem Kanalausgang Planitzinsel in einem beschleunigten Verfahren beschließen.


    http://www.maz-online.de/Lokal…risches-Wassergrundstueck

  • Die Sache ist doch ein alter Hut, Stadtkanalvereinsvorsitzender Benn hat das schonmal lanciert. Es ist ja bekannt, dass die ECE, die die Sache finanzieren will, keine innerstädtischen Grundstücke mehr für Riesen-EKZ bekommt weil sich keine Stadt mehr ihre Innenstadt veröden lassen will. Hier aber sprechen eine lange Reihe von Gründen dagegen:


    1. Ein unterirdisch zweigeschossiger Bau im Potsdamer Grundwasser ist wirktschaftlich Unsinn - dann kannst Du das EKZ gleich in die Havel hängen.


    2. Die notwendige riesige Einkaufsfläche im Zentrum (65.000 qm Fläche) widerspricht dem Einzelhandelskonzept der Stadt und würde zu Recht von allen mittelständischen Gewerbetreibenden bekämpft werden.


    3. Riesen Tiefgaragen inkl. unterirdische Busparkplätze (900 Plätze +)ziehen den Verkehr zusätzlich in die Innenstadt statt diesen ausserhalb abzufangen. Allein die Einfahrtstunnel sind stadtzerstörerisch und gehören in die 70er Jahre - nicht ins 21. Jahrhundert


    4. Die optische Wirkung eines EKZ "Stadtkanal" mit Werbung etc. ist genau das Gegenteil der Zielsetzung der kleinteiligen Historischen Mitte. Kein Mensch braucht ein weiteres Center in Potsdam mit all den Allerweltsläden. Die Illustrationen des Architekten Schwebel sehen jedoch keine Werbung vor - unrealistisch.


    5. Die schon realisierten Abschnitte des Stadtkanals (Yorckstraße) sind mit Fördermitteln errichtet worden, die im Falle des Wiederabrisses zurückgezahlt werden müssten.


    6. Es sollen nicht nur Stadtkanal, Wilhelmplatz und Seitenstraßen unterbaut werden sondern zusätzlich die Plantage. Völlig masslos.


    7. Die Bäume, die den Stadtkanl gesäumt haben, wären dann nicht wiedergewinnbar.


    Kurzum: eine Schnapsidee mit verheerender Wirkung für die ersten, zarten Anfänge einer kleinteiligen Mitte, die den Bürgern gehört. In der Potsdamer Politik gibt es meines Wissens keine Partei, die solch ein Projekt ernsthaft unterstützen wird und die Mitte der Stadt an einen EKZ-Betreiber verkaufen will.

  • Potsdam: Wiederherstellung Stadtkanal

    Es ist ja schön, dass sich erste Kompromisslinien abzeichnen.
    Den Stadtkanal könnte man wegen mir auch wiederherstellen. Der Stadtkanal war ja nur zugeschüttet worden, weil er sich zu einem stehenden Gewässer entwickelt hatte und nicht sehr angenehm roch. Ein ähnliches Problem gab es auch in Berlin mit dem Luisenstädtischen Kanal, der um 1920 aus den gleichen Gründen zugeschüttet wurde. Eine Wiederanlage des Stadtkanals würde daher ein Konzept erfordern, wie eine regelmäßige Erneuerung des Wassers erreicht werden kann.


    Wenn die Wiederanlage des Stadtkanals zu einer Entspannung an den anderen Konfliktfeldern führen sollte, dann würde ich dieses Projekt jedenfalls sehr begrüßen. Der permanente Konfliktzustand, durch den Potsdam derzeit geprägt ist, sollte ja kein Dauerzustand sein.


    Aus Gk-Thread hierher verschoben.
    Bato

  • Schön wäre es, aber welche Kompromisslinie hast du hier denn ausgemacht?
    Oder meinst du deinen folgenden Satz ernst?

    Den Stadtkanal könnte man wegen mir auch wiederherstellen.


    Das "auch" wäre allerdings ein guter Kompromiss. Aber ich bezweifele jetzt mal dass es so gemeint war wie es geschrieben wurde.

  • Da ist ja bekannt. Die Geruchsprobleme des Stadtkanals kann man durch einfache Strömungstechnik lösen - oder man baut eine stehende Surfwelle ein - dann ist das Thema Strömung auch gelöst.


    Die Auswirkungen auf die Straßenbahn müssen ja nicht sein, da diese nicht durch das Kanalbett läuft. Man muss ja nicht immer angelegentlich eines Projektes die halbe Stadt umbauen.


    An der Waisenstraße muss die Plantage eh' neu angelegt werden; hier hatte die Grünfläche einen direkten Wasserzugang. Da muss die Straße ohnehin neu gemacht werden - mit oder ohne Kanal.


    Ausserdem kann ich mir am Stadtkanal viele schöne Projekte - der Hochkultur und alternative Projekte vorstellen: Vom Elektroflossfahren über die stehende Surfwelle (in Nürnberg bauen die strunzkonservativen Bayern gerade so etwas recht cooles in ihren Bach) bis zum Hausboot oder Kneipe mit Wasserblick.


    Wo Lutz Boede einmal Recht hat ist, dass man von den bis dato hohen Kosten runter muss. Das geht aber, wenn nicht jede Brücke originalgetreu FII. sein muss, das kann auch mal ein einfügender moderner Entwurf sein. Muss ja nicht so furtbar schiefgehen wie in Venedig mit der Calatrava-Brücke.

  • Von allen historisierenden Wiederaufbauprojekten ist mir der Stadtkanal auch das Sympathischste. Hier könnte man Mitteschön & Co. vielleicht wirklich entgegen kommen. Ich bezweifel aber, dass diese Gruppe zu Kompromissen fähig ist. Dessen archtektonische Weltbild ist einfach zu geschloßen.
    Auch wenn der Meter rekunstruierter Stadtkanal die Kosten eines Eigenheim verschlingt, muss man auch ertragen und respektieren können, dass Historie-Fans ihr eigenes identitätsstiftende Projekt haben sollten.


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    Kommentare:

    22.10.14 14:13 Sehr großzügig von Dir...

  • Auch wenn der Meter rekunstruierter Stadtkanal die Kosten eines Eigenheim verschlingt, muss man auch ertragen und respektieren können, dass Historie-Fans ihr eigenes identitätsstiftende Projekt haben sollten.


    Wieder pure Demagogie, es sei denn dein Eigenheim kostet unter 10.000 Euro, die der Stadtkanal bis dato bei der Rekosntruktion pro laufender Meter etwa gekostet hat.


    Vorgeblich kompromissbereit sein und gleichzeitig Falschinformationen verbreiten - das ist eben stets die Devise.

  • Wieder pure Demagogie, es sei denn dein Eigenheim kostet unter 10.000 Euro, die der Stadtkanal bis dato bei der Rekosntruktion pro laufender Meter etwa gekostet hat.


    2008 wurden die Kosten für die Wiederherstellung auf 65 Millionen Euro geschätzt. Schlagen wir bei der allgemeinen Preisentwicklung gerade im Bauwesen noch ein bisschen rauf, sind wir heute bei 80 Millionen Euro. Wenn 1500 Meter noch gebaut werden müssen, so sind wir bei ca. 53.000 Euro pro Meter Stadtkanal. Okay "Junge Liebe auf Bodenplatte" bekommen sie vielleicht erst ab 75.000 Euro, aber auf jeden Fall bin ich näher dran und daher möchte ich Ihnen jetzt die Gelegenheit geben, sich bei mir für den Demagogie-Vorwurf zu entschuldigen.



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    Kommentare:

    22.10.14 13:32 Diese "Rechnung" fällt unter Demagogie.

  • Das erscheint doch recht simpel gerechnet. Bei diesen Kosten sind seinerzeit:


    - alle Brücken denkmalpflegerisch original rekonstruiert
    - die Straßenbahn großräumig umverlegt, obwohl sie nicht im Kanalbett verläuft und zu 95 % dort bleiben könnte wie sie ist
    - alle Straßen, Rohre, Leitungen, Bürgersteige neu angelegt, obwohl größtenteils überflüssig.


    Dass Lutz Boede das zu teuer findet kann ich nachvollziehen.


    Die Ist-Kosten der schon erfolgten Stadtkanalreko liegen jedoch bei unter 10.000 Euro pro lfd. Meter.


    P.S. Einen Link zu "Junger Liebe auf Bodenplatte" wäre interessant.