Kreis Wesel: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Kreis Wesel: Bauprojekte und Stadtplanung

    Wesels Rathaus wird wieder

    Das Rathaus von Wesel, einst der Schmuck und Stolz der niederrheinischen Stadt, wird wieder aufgebaut. Nur ein halbes Jahr nach dem Stadtratsbeschluss, das im Krieg zerstörte und später abgetragene Bauwerk aus dem Jahr 1476 mitsamt der originellen barocken Turmhaube von 1698 von Grundauf wieder aufzubauen, hat die Bürgerinitiative Historisches Rathaus Wesel e.V. bereits zwei Drittel der auf sie entfallenden Baukosten zusammen. Auf dem Spendenkonto für die Rekonstruktion liegen 415 000 Euro. Insgesamt muss der Verein 750 000 Euro aufbringen, um zur geschätzten Bausumme von 1,5 Millionen Euro vereinbarungsgemäß 50 Prozent beisteuern zu können.



    Zwanzig Jahre hat eine rührige Bürgerinitiative - lange Zeit gegen den Widerstand der Stadtverordneten - dafür gekämpft. Jetzt fühlt sich der Verein nach den Worten seiner Sprecherin Dagmar Ewert-Kruse bestätigt: "Die Spendenfreudigkeit der Weseler beweist, wie sehr sie sich ihr Rathaus zurück wünschen." Und auch die Ratsherren haben sich inzwischen der Meinung ihres Dezernenten Wolfgang Jung angeschlossen: "Wir haben ein Defizit an historischen Erinnerungen." So soll das reichgeschmückte Bauwerk 2007, zum 600-jährigen Jubiläum des Hansebeitritts der Stadt, wieder im alten Glanz erstrahlen.



    Die Aufgabe stellt die Bauleute vor eine ungewohnte Herausforderung. Erstmals wird in Deutschland ein gotisches Bauwerk rekonstruiert. Keinen geringen Anteil am Gelingen der Werbearbeit hatte das Beispiel Berlin. So wie dort das Bild des untergegangenen Schlosses auf bedruckten Stoffplanen in Originalgröße reproduziert wurde, hatte auch die Bürgerinitiative von Wesel das Rathaus zunächst auf einer Folie am historischen Standort wiederauferstehen lassen. Von Mittwoch an soll nun das haushohe Bild bis 5. Januar 2004 für die Dauer des Hansefestes und des anschließenden Adventsmarktes am Nachfolgebau Großer Markt 9 angebracht und auch festlich beleuchtet werden.


    Quelle:http://www.welt.de


    Hier einige historische Aufnahmen des Baus:




    Links im Bild:

  • Da kriegt meine Heimatstadt endlich ein Stück ihrer Identität/Geschichte zurück!:applaus:


    Die Zerstörung während des 2. WK war ja schon enorm. Vor ein paar Jahren (könnte zum 50. Jubiläum des Kriegsendes gewesen sein) wurde in Wesel ein Video rausgebracht über die Zerstörung. Die Stadt war an vielen Stellen im wahrsten Sinne des Wortes "pulverisiert". Trotz alledem hat Wesel immer noch nette Ecken, die Fußgängerzone gehört leider nicht unbedingt dazu.


    Hier ist auch ein ganz nettes Gästebuch


    http://www.historisches-rathau…de/cgi-std/gaestebuch.cgi



    Wenn es um die deutschen Städte nicht so traurig bestellt wär', würd' ich über den Satz fast lachen...


    Egon Angler: "Identität als Deutscher kann man auch durch anderes erfahren, als durch rekonstruierte Gebäude. Was ist denn das für ein armes Volk, das sich schon solcher Mittel bedienen muss? "


    :angry2: :nono: :doof: :puke:


    Der Große Markt mit Rathaus 1936:




    So sah der Platz mit dem Willibrodi Dom nach Feb. '45 aus.:





    So würde der Große Markt nach der Rekonstruktion 2007 aussehen:



    Die gelben Häuser hauen einen zwar nicht weg, machen den Platz aber doch etwas "wohnlicher".


    Mehr Informationen gibt es übrigens unter:


    http://www.historisches-rathaus-wesel.de



    Kaiser:


    Ich habe schon einen Beitrag ins Gästebuch gesetzt, allerdings herrscht da nicht gerade reger Betrieb. Mehr von solchen Kommentaren kann man übrigens im Gästebuch selber lesen. Was da manch einer verbreitet ist schon erschreckend.

  • Summe der gestifteten Steine:


    Am 29.02.04 wurde die € 550.000,00 Grenze überschritten.
    Am 30.11.03 wurde die € 500.000,00 Grenze überschritten.
    Am 20.11.03 wurde die € 480.500,00 Grenze überschritten.
    Am 30.10.03 wurde die € 430.000,00 Grenze überschritten.
    Am 01.10.03 wurde die € 403.000,00 Grenze überschritten.
    Am 06.09.03 wurde die € 390.000,00 Grenze erreicht.
    Am 31.08.03 wurde die € 375.000,00 Grenze überschritten.
    Am 10.07.03 wurde die € 306.000,00 Grenze überschritten (600.000 DM)
    Am 05. Juni wurde die € 200.000 Grenze überschritten.
    (am 31.05.2003 waren es € 178.000)
    (am 04.02.2003 waren es € 50.000)

  • Was mich ja immernoch verblüfft sind die "geringen" Kosten für den Wiederaufbau. Nur 3 Mio Euro? Das ist echt billig für eine solch stattliche Fassade. :)

  • Freue mich natürlich über diue Kekonstruktion eines solche schönen Gebäudes.


    Allerdings hätte ich es lieber gesehn, wenn man ein völlig neues Gebäude im gotischen Stil bauen würde. Vieleicht noch schöner und noch prachtvoller.


    Allerdings hätte man hierfür bestimmt nicht so viele Spenden der Bürger bekommen.

  • Wieso hat Wesel so viel abbekommen? Ist doch nur eine Kleinstadt. Oder war dort vielleicht die Waffenindustrie o.ä. der Hauptarbeitgeber?
    Also, das Rathaus an sich ist Klasse, mit dem Türmchen usw.. Nur leider passt es so gar nicht zw. diese Neubauten bzw. die passen nicht daneben - und schon gar nicht in schwarz-weiß ;) .

  • Es waren glaube ich ein paar Faktoren. Einerseits waren dort Wehrmachtstruppen, die sich auf dem Rückzug befanden, andererseits war es wohl auch ein typisches Beispiel des "moral bombings".

  • Schlimm! Für solchen Mumpitz sind die Leute bereit Geld zu spenden, aber wenn es um die Erhaltung denkmalwerter Bausubstanz geht, dann ist kein Geld da.


    Aber mit solcher Kulissenarchitektur (und mehr ist es ja nicht) kann man ja auch sehr schön sein Gewissen beruhigen.

  • Ich denke, hier muss mal ein bisschen frischer Wind rein und ein paar kritische Bemerkungen können wohl nicht schaden.
    Dieser Rekonstruktionswahn ist doch wirklich unerträglich.
    Wo soll denn das noch hinführen?
    Bald sind unserer Städte zugekleistert mir Nachbauten, während der originalen Bausubstanz kaum Beachtung geschenkt wirkt.

  • Also hast du, wenn ich dich richtig verstehe, nicht per se etwas gegen historische Bauten, sondern nur gegen das Nachbauen selbiger.


    Bald sind unserer Städte zugekleistert mir Nachbauten, während der originalen Bausubstanz kaum Beachtung geschenkt wirkt.


    Naja, das ist wohl ein bischen übertrieben!


    Hast du eigentlich auch ein Problem mit der Rekonstruktion der Frauenkirche in Dresden? Bei ihrem Wiederaufbau wurde ja nun sehr stark auf orginaltreue gelegt.Und die Grundsubstanz ist in vielen Bereichen orginal geblieben.

  • Hallo Samuel.
    Ich habe überhaupt nichts gegen historische Bauten, im Gegenteil, schließlich bin ich ja Kunsthistoriker.


    Der von dir zitierte Spruch war natürlich pure Provokation. Aber mittlerweile verfügen zahlreiche Städte über Nachbauten, die erst zig Jahre nach dem Krieg wieder entstanden sind (Hildesheim, Braunschweig, Frankfurt, Berlin, Hannover). In vielen anderen Städten sind, 60 Jahre (!) nach Kriegsende, solche Rekonstruktionen geplant. Eine zeitliche Kontinuität ist also gar nicht gegeben. Dann könnten wir ja auch gleich Bauten wiedererstehen lassen, die z.B. im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden. Ja warum eigentlich nicht?


    Rekonstruktionen stehe ich generell kritisch gegenüber. Ich halte sie nur dann für gerechtfertigt, wenn noch genügend historische Substanz erhalten ist, wie das z.B. bei der Frankfurter Oper der Fall war. Hier standen die Außenmauern immerhin noch aufrecht. Oft werden allerdings aus Kostengründen auch neue Baumaterialien verwendet was man bei einer historisch getreuen Rekonstruktion doch nun wirklich vermeiden sollte. Ganz besonders schlimm finde ich es, wenn man bei Rekonstruktionen nicht einmal den originalen Standort einhalten kann, da dieser z.B. bereits mit Neubauten besetzt ist. Dies war beim Leibnizhaus in Hannover der Fall. An seinem Platz entstand ein Parkhaus, also wurde das neue Leibnizhaus einfach am Holzmarkt wiederrerichtet. Aber nicht als Fachwerkhaus mit Steinfassade, wie das ursprünglich der Fall war, sondern gleich als Massivbau.

  • Wenn man schon Stilbegriffe verwenden muss, dann doch bitte korrekt:
    Das Weseler Rathaus wurde im Stil der Spätgotik errichtet und nicht etwa in den Formen der Renaissance!!!

  • Rekonstruktionen stehe ich generell kritisch gegenüber. Ich halte sie nur dann für gerechtfertigt, wenn noch genügend historische Substanz erhalten ist, wie das z.B. bei der Frankfurter Oper der Fall war. Hier standen die Außenmauern immerhin noch aufrecht. Oft werden allerdings aus Kostengründen auch neue Baumaterialien verwendet was man bei einer historisch getreuen Rekonstruktion doch nun wirklich vermeiden sollte. Ganz besonders schlimm finde ich es, wenn man bei Rekonstruktionen nicht einmal den originalen Standort einhalten kann, da dieser z.B. bereits mit Neubauten besetzt ist. Dies war beim Leibnizhaus in Hannover der Fall. An seinem Platz entstand ein Parkhaus, also wurde das neue Leibnizhaus einfach am Holzmarkt wiederrerichtet. Aber nicht als Fachwerkhaus mit Steinfassade, wie das ursprünglich der Fall war, sondern gleich als Massivbau.


    Ich kenne Hannover nicht. Eine ähnliche Lösung hat man aber im Bremer Schnoor gewählt und dortige Lücken mit Altbauten aus anderen Stadtvierteln gefüllt, die man dort abriss und im Schnoor wiedererichtete. Das Schnoorviertel macht dadurch wieder einen geschlossenen Eindruck.

  • Wesel rekonstruiert saein im 2. Weltkrieg untergegangenes Ra

    Der Beitrag von "el mariachi" ist nun auch schon einige Jahre alt. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Die BI hat eine eigene Webseite dort, kann man alles lesen. http://http://www.historisches-rathaus-wesel.de/


    www.rtw1.de Die Webseite von Radio Tele Wesel 1 e.V., hier können Sie z. B. die Grundsteinlegung im Jahr 2007 erleben. Klicken Sie auf "Aktuelles" und dann auf das "Kamera -Icon" , der Film ist ca. 19min. lang und dauert beim download einiges Sekunden! Gut Ding will Weile ......!


    Wir Weseler sind froh über die Aktivitäten, egal was andere darüber denken.
    Sehen Sie sich nur das Berliner Tor an. Das sollte auch einmal abgerissen werden. Dr. Siegfried Landers und seine Freunde haben das Gott sei Dank verhindert. Dr. Landers war auch der Gründer der BI die nun die "alte" neue Rathausfassade am Originalplatz wieder erstehen lassen will.


    Dank an alle Spender und Befürworter.
    mfg Hardy46