Hamburg 2024/28 - Pläne, Ideen, Diskussion zur Olympiabewerbung

  • Hamburg 2024/28 - Pläne, Ideen, Diskussion zur Olympiabewerbung

    Moin zusammen! Ich denke, dieses Thema ist insgesamt so groß, dass es seinen eigenen Thread verdient hat, insbesondere zumal es uns wohl noch eine ganze Weile begleiten wird.


    Hamburg hat heute die ersten Plane fuer die Olympia-Bewerbung 2024 vorgestellt. Insgesamt sieht man, dass das Konzept der Plaene für Olympia 2012 wieder hervorgeholt wurde.


    Zuerst ein paar Karten und Bilder (bzw Renderings):



    oben: Uebersichtskarte Hafencity / Veddel / Olympiazentrum
    Bild: Pressebild Freie und Hansestadt Hamburg




    oben: Render: Olympiazentrum, Zustand waehrend der Spiele
    Bild: Pressebild Freie und Hansestadt Hamburg



    oben: Render: Olympiazentrum, Zustand Nachnutzung
    Bild: Pressebild Freie und Hansestadt Hamburg


    Meldung auf Hamburg.de


    Staedtebaulich sieht das Ganze m.M.n ziemlich unambitioniert aus. Nicht mal im Falle von Olympia will man auch nur eine einizige U-Bahn-Station bauen? Elbbruecken soll selbst im Falle von Olympia dauerhaft Endstation der U4 bleiben! Really, Hamburg? Really? Das spricht natuerlich Baende ueber die 'Ambitionen' des Senats bezueglich OePNV-Sprung ueber die Elbe.


    Warum es dauerhaft auch keine gut ausgebaute und mit Gebaeuden gerahmte Nord-Sued-Achse geben soll bleibt auch schleierhaft. Sollte Olympia (wenn es denn kaeme) nicht zum Sprung ueber die Elbe beitragen? Zeitgemaesser Staedtebau sieht in meinen Augen anders aus, als zwei Reihen von Gebaueden mit Abstandsgruen dazwischen.


    Es wird sich ausserdem mal wieder um die Aussage gedrueckt wo die gegenwaertige Hafennutzung denn hin soll. An der Stelle liegen mehrere aktive und gut ausgelastete Hafen-Terminals (Roro, Container, Kuehlgut). Wo sollen die hinziehen? Wo soll Platz sein, wenn man nicht irgendwann in Moorburg den Hafen erweitern will? Warum drueckt man sich hier um ein Statement?

  • Staedtebaulich sieht das Ganze m.M.n ziemlich unambitioniert aus. Nicht mal im Falle von Olympia will man auch nur eine einizige U-Bahn-Station bauen? Elbbruecken soll selbst im Falle von Olympia dauerhaft Endstation der U4 bleiben! Really, Hamburg? Really? Das spricht natuerlich Baende ueber die 'Ambitionen' des Senats bezueglich OePNV-Sprung ueber die Elbe.


    Denke doch das da das letzte Wort zur Verlängerung oder dem Sprung noch nicht gesagt ist, auch für die weiteren Entwicklungen im Süden der Stadt nach Olympia wird eine solch Erweiterung von Nöten sein. :)

  • Es wird sich ausserdem mal wieder um die Aussage gedrueckt wo die gegenwaertige Hafennutzung denn hin soll. An der Stelle liegen mehrere aktive und gut ausgelastete Hafen-Terminals (Roro, Container, Kuehlgut). Wo sollen die hinziehen? Wo soll Platz sein, wenn man nicht irgendwann in Moorburg den Hafen erweitern will? Warum drueckt man sich hier um ein Statement?


    Um das noch mal auszufuehren: Im der offiziellen Stellungnahme der FHH zum 'Olympia-Fragebogen' gibt es zu diesem Punkt nur windelweiche, schwammige Aussagen:


    Die mit der Nutzung der Hafenflächen auf dem Kleinen Grasbrook erforderlichen Betriebsverlagerungen werden zum Anlass genommen, den Hafen zu entwickeln und zu modernisieren. Olympia kann damit einen zusätzlichen Schub für die Modernisierung des Hafens und für eine höhere Flächeneffizienz geben.


    Das wirft die Fragen auf:


    Die mit der Nutzung der Hafenflächen auf dem Kleinen Grasbrook erforderlichen Betriebsverlagerungen (wohin?) werden zum Anlass genommen, den Hafen zu entwickeln (aha!) und zu modernisieren (soso!). Olympia kann damit einen zusätzlichen Schub für die Modernisierung (wie sieht die konkret aus?) des Hafens und für eine höhere Flächeneffizienz (durch welche Mittel?) geben.


    Ich bin gespannt auf die Stellungnahmen von Handelskammer und Unternehmensverband Hafen Hamburg. Ich bete hier seit Jahren herunter, dass die mittel- und langfristigen Begehrlichkeiten der Stadt auf diesen Teil des Hafens nicht enden werden. Wenn es nicht Olympia ist, dann ist es die Hafen-Universitaet, wenn es die nicht ist, dann ist es irgendwann die Hafencity-2, und so weiter. Es muss daher in jedem Falle ein tragfaehiges Verlagerungs-Konzept her. Moorburg? Na, die 'Freude' bei den Gruenen und Oekos moechte ich sehen...

  • Staedtebaulich sieht das Ganze m.M.n ziemlich unambitioniert aus. Nicht mal im Falle von Olympia will man auch nur eine einizige U-Bahn-Station bauen? Elbbruecken soll selbst im Falle von Olympia dauerhaft Endstation der U4 bleiben! Really, Hamburg? Really? Das spricht natuerlich Baende ueber die 'Ambitionen' des Senats bezueglich OePNV-Sprung ueber die Elbe.


    Das stimmt nicht ganz, da für eben den Zeitraum eine Anbindung der Arenen im Volkspark per U-Bahn angedacht wird, wie Hochbahn-Chef Elste hier andeutet.


    Also in Bezug auf die U4: ja, tatsächlich nicht einmal mittelfristig Ambitionen zum Weiterbau.
    In Bezug auf die U-Bahn insgesamt: nein, es würde gebaut werden (wenn die Finanzierung stimmen sollte, wenn die politischen Verhältnisse stimmen sollten, wenn es keinen Gegenwind von sonstwoher geben sollte).

  • Ich mag Elste ja von der Art her ganz gern, aber ernst nehmen in Sachen zukunftsweisender Verkehrspolitik kann ich ihn nicht mehr so ganz recht.


    In den letzten Jahren hat er so ziemlich jedes Verkehrsmittel (mit ausnahme der Seilbahn...), das ihm grade in den Kram passte in den Himmel gelobt, nur um danach wieder ins Gegenteil umzuschwenken. Er war abwechelnd groesster Freund und dann wieder Gegner von: Hochbahn-Ausbauten, U-Strassen-Kombibahn, Niederflur-Stadtbahn, Busbeschleunigug, etc.


    Ausserdem ist er als alter SPD-Genusse ein treuer Steigbuegelhalter von Olaf Scholz. Viele seiner Aussagen sind mehrheitlich als SPD bzw Senats-PR einzustufen. Immerhin ist 2015 wieder Wahl in Hamburg. Wenn (!) ernsthaft bis 2024 die Arenen in Stellingen angefahren werden, aber die U4 gleichzeitig immer noch an den Elbbruecken endet - dann sind wir verkehrspolitisch eh in Koenig Elste's U-Bahn-Takatukaland angekommen. Olympia hin oder her... :nono:


    Aber okay - das hier soll ja ein Olympia-Thread werden und kein U-Bahn Thread. Von daher spare ich mir weitere Kommentare.

  • Ein entscheidendes Argument für das Internationale Olympische Komitee (IOC) bei der Vergabe der Olympischen Spiele wird die Zustimmung der Bevölkerung sein.


    In Hamburg liegt die Zustimmung angeblich bei circa Dreiviertel. In Berlin liegt die Zustimmung etwa bei der Hälfte.


    Quelle: NDR Info 92,3

  • Und ich hab die ganze Zeit nach dem Signet von Postillon gesucht....


    Spaß beiseite, sollte man in Hamburg nicht lieber ersteinmal das Desaster Namens Elbphilharmonie fertig bauen, sich ein par Jahre schämen und dann in den nächsten Brunnen fallen? Sicher, Berlin hat einen BER. Aber auch ein funktionsfähiges Olympiastadion samt sportlicher Infrastruktur.

  • Aehm.. Wiebitte? Man muss also am besten schon ein Olympia-Station haben, um sich um Olympia zu bewerben?! Wende dieses 'Argument' mal bitte auf das letze Dutzend Staedte an, die sich erfolgreich um Olympia beworben und die Spiele ausgerichtet haben -> #fail! :nono:

  • Äh, schlecht wärs zumindest nicht oder? Warum zur Hölle sollte sich Deutschland mit Hamburg bewerben und 100e Millionen für ein Olympiastadion verpulvern, wenn in Berlin so ein Teil schon rumsteht? Totaler Unfug.

  • Ich kann mir in Berlin keine breite Unterstützung für Olympia bei den kommenden Bürgerumfragen vorstellen. Sobald das Projekt in Berlin konkreter wird, werden sich dort die Neinsager formieren und mehr Geld für Kitas etc. fordern.
    Ganz abgesehen davon, muss ich leider sagen, trau ich den Berlinern die nötige signifikante Verbesserung der Infrastruktur schlicht nicht zu.

  • ^^Ich sehe auch für Berlin null Chancen wegen der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung. Das wäre für die linke autonome oder auch ökosoziale Szene und linkskonservative Nimbys ein perfekter Anlass zu Tabula-Rasa-Demos, und zwar über Jahre und auch zu Olympia. Da wären die Maikrawalle Kindergarten gegen glaub ich, zumal bundesweit die Szene aktivieren würde (für Berlin). In Hamburg siehts ganz anders aus, auch wegen Grassbrook/Hafen und Sprung über die Elbe, aber vor allem weil die Stadt durch die Hafencity und Altona/Neuer Bahnhof gelernt hat, mit Großprojekten umzugehen. Und die Umfragen in Berlin und Hamburg dokumentieren ja die kollossale Differenz in der Zustimmung der Bevölkerungen in Berlin und Hamburg.


    @alle: Wie ernst sind den Vorschläge für Ideen. Ich hätte da nämlich ein paar... :)

  • Für Berlin würde ich es mir wünschen, wenn die Stadt die Spiele beklommen würde, denn ganz ehrlich kann Berlin die Spiele viel viel besser gebrauchen als Hamburg.
    Ich glaube auch, dass man nahezu eine Hauptstadt (bzw. eine international bkannte Metropole - wie Sydney 2000) braucht um sich für Olympia zu bewerben. Hamburg ist sicherlich europaweit eine Nummer. Spielt aber international nicht Champions League.
    Wer weiß, vielleicht hat ja langsam das IOC erkannt, dass es nicht so weiter geht. Der Westen verabschiedet sich ja langsam von Olympischen Spielen, denn die Akzeptanz gegenüber dem Postimperailstischen Stil den das IOC an den Tag legt tendiert ja gegen Null. Siehe die Entscheidungen in München oder Sankt Moritz für bzw. gegen Olympia 2022. Auch Oslo wangt nun. So wie es aussieht stehen für Olympia 22 dann sage und schreibe zwei Kandidaten: Peking und Almaty in Kasachstan. Das wäre ein Gau für das IOC.
    Das IOC muss die olympischen Spiele neu erfinden. Weg vom Gigantismus hin zu mehr nachhaltigkeit und bezahlbarkeit.
    Hier wäre Hamburg der absolute Traumkandidat. Hamburg würden sicherlich Topspiele - kleiner, überschaubarer, am Wasser mit toller Kulisse - so wie es scheint auch nachhaltig geplant. Dazu in einer lebenswerten und sportbegeisterten Stadt. Ich bezweifle aber, dass das IOC schon so reif ist und eine solche weise Entscheidung mit HH treffen wird.
    Wenn Paris oder eine amerikanische Metroploe wie San Francisco oder Chicago den Hut in den Ring wirft, wird es Hamburg sehr sehr schwer haben. Hier könnte nur Berlin mithalten.
    In Berlin werden Spiele aber glaube ich nich durchsetzbar sein - wegen der grundsätzlichen Antistimmung gegen alles. siehe Tempelhof, Mediaspree etc. etc. (Mensch Berlin werd mal erwachsen).
    Ich fasse zusammen: Berlin hätte es nötiger und wohlmöglich international mehr Chancen - lokal aber keine Unterstützung.
    Hamburg würden die besseren, die moderneren, weil kleineren Spiele - international fehlt HH aber leider der Punch.

  • ...kann Berlin die Spiele viel viel besser gebrauchen als Hamburg [...] Ich fasse zusammen: Berlin hätte es nötiger...


    :confused: Was ist das denn bitte fuer ein neues Vergabekriterium? Sollen die Spiele jetzt an den gehen der es weltweit angeblich 'am nötigsten' hat? Dann steht wahrscheinlich Kalkutta als Ausrichter fuer 2024 schon fest.

  • @ Midas:
    Hier habe ich die beiden Städte HH und B miteinander verglichen. Das gilt für eine nationale Bewerbung und nicht aus internationaler Sicht.
    Wenn Steuergelder verwendet werden, dann soll das wirtschaftlcih und gesellschaftlich auch einen Effekt haben. So sehe ich das. Und hier könnte Berlin gegenüber HH wirklich noch einiges gebrauchen. Olympische Spiele würden (wenn man es richtig macht) Investitionen anziehen, Infrastruktur verbessern, den Wirtschaftsstandort aufwerten, Image aufbessern und auch städtebaulich Dinge anschieben, die ohne Olympia nicht durchsetzbar wären. Und hier ist Berlin eine komplette Baustelle und Hamburg eine gut aufgestellte (oder sagen wir: im Vergleich zu Berlin sogar sehr gut aufgestellte) Stadt.
    National hätte es wahrscheinlich eine Region wie das Ruhrgebiet am nötigsten. Aber darum geht es dann bei Olympia am Ende auch nicht - da hast du recht Midas. Aber wenn ich HH und B vergleiche, schaue ich nicht nur darauf, was die schöneren Spiele wären, sondern auch was olympische Spiele langfrtig bringen könnten. Sydney und Barcelona sind hier sicherlich super Beispiele. Athen wohl eher ein negativ Beispiel, das zeigt wie ein Olympia Effekt schnell verpufft.

  • ^^Das ist doch unbenommen, dass es Berlin "gebrauchen kann". Aber in der Tat ist die Rückendeckung in der Bevölkerung ein ganz wichtiges Kriterium. Und da wird Hamburg wesentlich besser abschneiden. Insofern: die vermeintlichen Vorteile Berlin (Hauptstadt, Größe, internationale Anziehungs- und Strahlkraft) werden überhaupt nicht zur Geltung oder auf die straße kommen, weil ein Zugangskriterium von Berlin nicht erfüllt werden und Hamburg dieses mit Bravour erfüllen dürfte (was ich ja weder Bewerbung, noch der Stadt anlasten will, sondern der Bevölkerung in Berlin).

  • Zustimmung libero.
    Wenn man sich bewirbt muss man im übrigen auch einen langen Atem haben.
    Ich gehe schwer davon aus, dass bei einer US amerikanischen Bewerbung 2024 (egal wer), die amerikanische Stadt als Favorit ins Rennen geht.
    Dann muss man sich 2028 noch mal bewerben. Ich befürchte nur, dass dann die Medien sagen "Deutschland = schlechte Bewerbung". München 2018 hatte zum Beispiel von Beginn an keine Chance - egal was gemacht worden wäre.
    Die Chancen würden also bei einer amerikanischen Bewerbung gering sein. Egal ob sich HH oder Berlin bewirbt, damit muss man einfach rechnen.


    Sollte es eine europäische Stadt werden - auch die wäre nach Rio und Tokio wieder dran. Dann sehe ich zwei starke Gegner:
    1) Paris: Wenn sich Paris bewirbt würden die Chancen einer deutschen Bewerbung auch sinken (100 Jahre nach den letzten Spielen Paris, zwei erfolglose Bewerbungen in der Vergangenheit). Ich sage nicht chancenlos, aber die Chancen wären geringer. Allerdings kann ich mir gearde nicht wirklich vorstellen, dass sich Paris/Frankreich so eine Sache ans Bein hängen würde.
    2) Istanbul: Istanbul hat sich nun so oft erfolglos beworben und war für 2020 so nah dran. Am Ende hat es sich politisch selbt rausgekegelt. So etwas kann man nicht vorher sehen.


    Das wären für mich auch die drei stärksten Gegner.
    Eine asiatische Stadt ist ausgeschlossen, denn Tokio bekommt die Spiele ja bereits 2020. Für eine afrikanische Stadt kommen die Spiele 2024 vielleicht noch zu früh. Spiele in Städten wie Durban, Casablanca oder Nairobi sehe ich derzeit nicht.


  • Ich fasse zusammen: Berlin hätte es nötiger und wohlmöglich international mehr Chancen - lokal aber keine Unterstützung.
    Hamburg würden die besseren, die moderneren, weil kleineren Spiele - international fehlt HH aber leider der Punch.


    Nö, für Hamburg wäre es wichtiger die Spiele zu bekommen, denn leider wird es international noch nicht genügend wahrgenommen.
    Man erinnert sich an die Initialzündung die München 1972 erlebt hat.


    Ich halte 5-6 Städte in Deutschland für Olympiatauglich. Zwei davon fallen aus meiner Sicht eigentlich raus weil sie diese Ehre ja schon hatten, München und Berlin! Und Hamburg hat es sich verdient, 2000 hat man zugunsten Berlins verzichtet und 2012 wurde es mit Leipzig (das die Bedingungen des IOC gar nicht erfüllen konnte) verschaukelt.
    Ich finde es von daher schon frech, dass Berlin sich wieder vordrängeln möchte und hoffe es wird nicht gelingen.


    Das Konzept, wie es heute ja auch im HA zu lesen war, halte ich für gut und international für geeignet sich auch gegen (auch im Vergleich zu Berlin) große Metropolen durchzusetzen. Warum man aber auf eine Verlängerung der U4 verzichten will, finde ich unverständlich. Der Bahnhof Elbrückenzentrum ist so ausgelegt, das eine Verlängerung möglich ist und eine Brücke will man ja Flußabwärts auch bauen. Da wäre es wirklich sinnvoller, das Geld (für die Brücke) für den Sprung der U4 über die Elbe zu verwenden und das zweite Olympische Dorf in Wilhelmsburg gleich mit anzuschließen?


    PS: Wie sollen eigentlich die Kreuzfahrtschiffe nach Olympia zwischen den Brücken wieder herauskommen:confused:?

  • Ein paar Gedanken zur Leipziger Bewerbung für 2012.


    Das Berwerberfeld für genau diese Spiele war das größte, was es überhaupt bisher gab. Es waren - wenn ich nicht irre - zwölf Städte. Unter anderem Paris, New York, Rio de Janeiro, London, Madrid, Moskau, Havanna... Mal ehrlich - da hätte keine deutsche Stadt eine annähernde Chance gehabt. Somit war es vielleicht auch ein eleganter Schachzug, Leipzig den Vorzug zu geben. Das Bewerberfeld wurde damals übrigens durchgeprüft und Leipzig hat den fünftletzten Platz bekommen. Das IOC hat gleichzeitig entschieden, den letzten fünf Bewerbern - von welchen wiederum Leipzig die höchste Punktzahl bekommen hatte - den Status candidate city nicht zu verleihen. Also knapp vorbei an der letzten Runde des Auswahlverfahrens...


    Der Hauptfehler, den man hier in der Gegend gemacht hat, und der auch am deutlichsten vom IOC kritisiert wurde, war, dass Sachsen unbedingt Dresden und Chemnitz in die Bewerbung mit einbauen musste. Das IOC hat Leipzigs Scheitern unter anderem damit begründet, dass Olympische Spiele in einer Stadt stattfinden und nicht in mehreren. Aber ein Erfolg Leipzigs wäre für das stockkonservative Sachsen und insbesondere Dresden nicht zu verkraften gewesen. Sei´s drum...


    Trotz alle dem hat die Bewerbung sehr positive Effekte gebracht. Man hat ganz schnell begonnen, den schon seit einhundert Jahren geplanten S-Bahn-Tunnel zu bauen, welcher mittlerweile fertig ist. Im Süden von Leipzig bekamen die Rekultivierungsmaßnahmen neuen Schwung. Unter anderem mit dem Kanupark Markkleeberg, welcher olympiatauglich gebaut wurde und für 2024 übrigens in die Berliner Bewerbung einfließen soll. Nicht zuletzt hat Leipzig ein sehr positives mediales Echo bekommen und wird seit dieser Bewerbung wieder verstärkt wahrgenommen. Punkt am Rande: mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 2% per anno sind wir mittlerweile die am schnellsten wachsende Stadt in Deutschland, was auch wichtig ist, denn man möchte ja nicht ewig am finanziellen Tropf hängen. Wenn man das aus heutiger Sicht sieht, hat die damalige Nominierung von Leipzig mehr Nutzen als Schaden gebracht. Also garkeine so schlechte Sache.


    Als Leipziger wünsche ich Hamburg jedenfalls viel Erfolg ! Ich würde mir die Spiele eher in Hamburg als in Berlin wünschen. :daumen:

  • Ich halte 5-6 Städte in Deutschland für Olympiatauglich.


    @ Nairobi: Welche Städte sollen das denn sein?


    Ich denke mal du denkst an die folgende Städte also neben Hamburg, München, Berlin noch Köln/Düsseldorf und Frankfurt und oder Stuttagrt und Leipzig.
    Also diese Einschätzung teile ich nicht.
    International haben aus meiner Sicht nur Hamburg, München und Berlin eine wirklich Chance. Dei einzige Stadt, die international (weltweit nicht nur Europa) von der Bekanntheit mithalten könnte wäre vielleicht Frankfurt - aber nicht weil die Stadt schön ist oder was auch immer, sondern weil sie den größten und damit bekanntesten Flughafen hat.
    Wenn ich mir die letzten Olympia Städte angucke dann waren das fast nur Weltstädte. Barcelona, Atlanta, Sydney, Athen, Peking, London, Rio, Tokio. Die einzigen Städte die hier im Klang rausfallen waren Athen (olympische Vergangenheit) und Atlanta (Coca Cola) und auch Barcelona hat damals nur wegen des IOC Präsidenten Samaranch die Spiele bekommen. Also Chancen haben international für mich nur drei Städte in Deutschland (wenn es hoch kommt). Das hat auch Grobritannien irgendwann begriffen und sich nach erfolglosen Bewerbungen mit Birmingham und Manchester auf die einzig mögliche Stadt in GB London konzentriert bzw. besonnen. Mit allen anderen hätten die nie eine Chance gehabt.
    Klar würde HH von Olympia profitieren. Aus nationaler Sichtweise würde denke ich die marode Hauptstadt einen Push aber noch nötiger haben. Denn HH kriegt doch jetzt schon viel alleine hin - HafenCity, Altona.
    Aber ich glaube auch, dass sich Berlin wieder selbst im weg steht und hier das totschlagsargument "wir brauchen mehr Kita Plätze" alles zukunftsgerichteten Maßnahmen im Weg steht. und am Ende zu einer Bürgerabtsimmung größenteils nur Gegener gehen, die wirklich glauben, dass sie mehr Kita Plätze bekommen, wenn Olympia ausfällt. Obwohl der Zusammenhang natürlich Banane ist.

  • Aus nationaler Sichtweise würde denke ich die marode Hauptstadt einen Push aber noch nötiger haben.


    Schon wieder - bzw immer noch! Bei allem Respekt solltest du ggf. mal zur Kenntnis nehmen, dass 'es noetig haben' kein Vergabekriterium fuer Olympische Spiele ist - auch wenn Du es noch so oft herbeizitierst. Das ist als ob man in einer Job-Berwerbung unter 'Qualifikationen' schreibt: Ich hab den Job noetig!


    Allgemein: Ich finde es ja gut, dass fleissig diskutiert wird, aber das hier sollte eigentlich kein Thread ueber Hamburg vs Berlin oder Olympia als solches, oder etwas-noetig-haben-oder-nicht sein. Wir sollten im Sinne der Hamburger Bewerbung vielmehr das Hamburger Konzept diskutieren: innere Logik, staedtebauliche Einbindung, Nachnutzungsmoeglichkeiten, OePNV-Anschluss, Realisierbarkeit, Probleme, Betriebsverlagerungen, etc.


    Da gibt es reichlich spannenede und sicher auch strittige Punkte.