Ludwig-Erhard-Anlage: "Grand Ouest" und "Westend Ensemble"

  • Ich nehme an, dass die durch das ständige Betrachten kopflastig verzerrter ("perspektivisch bereinigter") Renderings einfach nicht mehr merken, was richtig und was falsch aussieht.

  • Consus Real Estate, inzwischen die Muttergesellschaft der CG-Gruppe, hat heute eine Mitteilung zum "Grand Ouest" und zum "Westend Ensemble" herausgegeben. Letzteres bezeichnet nun das Umbauprojekt nördlich der früheren Oberpostdirektion, also des bis 1992 nach Planung von Braun & Schlockermann Architekten errichteten Bürokomplexes an der Ecke zur Westendstraße (eventuell durch Neubauten ergänzt). Der Vorbesitzer und anfangs auch die CG-Gruppe meinten damit noch das Gesamtprojekt einschließlich Ex-Oberpostdirektion. Anders als der wohl hinlänglich bekannte Verkaufsstand beim "Grand Ouest" ist diese Passage interessant:


    "In direkter Nachbarschaft zu Grand Ouest befindet sich das Westend Ensemble. Consus plant und realisiert hier ein gemischtes Quartier mit Wohnungen, Büros und Gewerbe mit einer Wohnfläche von 15.000 m², einer vermietbaren Gewerbefläche von 5.000 m² und einem Gesamtentwicklungsvolumen von EUR 207 Mio. Zur Nahversorgung der Bewohner entstehen nicht nur 240 Wohnungen, sondern auch 300 Tiefgaragen-Stellplätze, Büroeinheiten, eine Kindertagesstätte, eine Post und Gastronomie. Mit dem Baubeginn wird für 2020 gerechnet, die Fertigstellung ist für 2022/2023 geplant."


    Bereits Anfang des Monats war in der FAZ zu lesen, dass der Bestand entkernt werden und das entstehende Wohn-und Geschäftshaus zwölf Geschosse erhalten soll. Es bleibt bei einem Entwurf von MOW Architekten, im zweiten Quartal 2019 soll ein Bauantrag eingereicht werden. Eine Abbildung des "Westend Ensembles" gab es in dem Zeitungsartikel nicht. Im Herbst 2018 publizierte die CG-Gruppe diese Ansicht.

  • ^ Passend zum Vorbeitrag habe ich vorhin zufällig ein Foto vom gegenwärtigen Zustand der Rückseite des zukünftigen "Westend Ensembles" gemacht:



    Aus dem selben Blickwinkel haben beim "Grand Quest" die Entkerungsarbeiten schon deutlich sichtbare Spuren hinterlassen.
    Außerdem hat ein Kran-Wechsel stattgefunden, warum auch immer.


  • Neuer Name usw.

    Die Vermarktung für das uns bekannte Gebäude B (Westend-Ensemble) hat begonnen.
    Ursprünglich ja als Hochhausneubau konzipiert, wurde dann doch keine Genehmigung von Herrn Josef (SPD) gewährt um höher als 12 Etagen aufzustocken.
    Genaueres kann man hier nachlesen.


    Gebäudeteil B ist das rechteckige Gebäude mit Innenhof rechts vom OUEST.


    Nun hat das Projekt Westend-Ensemble auch einen Namen und wird unter CADRE
    vermarktet.
    Laut Vermarktungsseite und dem Texter soll das CADRE urban und ästhetisch, außergewöhnlich stilvoll, dabei stets nahbar und modern sein. :keineahn:


    Es sollen 234 (Luxus)Wohnungen entstehen.
    1,5 bis 3 Zimmer (Luxus)Wohnungen.
    Ideal für Singles und Pendler, zB. 1,5-2 Zimmer, ab günstigen 532.000 €.
    3 Zimmerwohnungen gibt es ab 1.068.000 €


    Inklusive 938-m²-Kita auf dem Gelände.


    Um das alles abzurunden gibt es ein neues Bild. Schmittchen hat die uns bereits bekannte letzte Visualisierung bereits in #124 gezeigt.
    Nicht wenige haben auf eine Überarbeitung gehofft.
    Dieser Wunsch wurde nicht erfüllt.


    Und somit kommt tatsächlich an diese sehr prominente Stelle Frankfurts, direkt neben der Oberpostdirektion von 1907 das hier:



    Bild: MOW Architekten / CG Gruppe



    Bild: MOW Architekten / CG Gruppe

  • ^ Danke. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, sehe ich es positiv: Jetzt wird man sehen, ob der Wohnungsmarkt so angespannt ist, dass Menschen freiwillig völlig überzogene Preise für ein Leben im beige-braunen Alptraum ausgeben. Da dieser Klotz als Hochhaus gilt, werden übrigens auch die Betriebskosten horrend hoch sein. Da kauft man sich gleich ein Loch in der Geldbörse mit.

  • Hurra, endlich ist sie da, die soziale Gerechtigkeit: Auch der Begüterte hat mit der Anmutung sozialen Wohnungsbaus vorlieb zu nehmen. Zur wahrscheinlich drängenden Frage, wie es so weit kommen konnte, darf ich, ergänzend zu Adamas Links, auf diesen Beitrag verweisen.

  • ^ Nach wie vor irritierend zu sehen, wie manche Autoren hier die Politik für die Architektur von Immobilien verantwortlich machen. Ist dafür nicht der Investor zuständig? Hörte man da nicht an anderer Stelle schon Schlagwörter wie Geschmackspolizei? Geht es in dieser Diskussion noch um Architektur?


    Naja aber egal... sozialer Wohnungsbau entsteht hier nun wirklich nicht. Es bleibt zu hoffen, dass die rigorose Politik gegen Bodenspekulation fortgesetzt wird und so Preisexzesse in der Hoffnung, nachträglich werde mehr Bauvolumen schon von der Politik durchgewunken, endlich verlangsamt werden können.

  • Der Kardinalfehler der Stadt lag in der Baugenehmigung für 12 Stockwerke. Vermutlich hat man sich an dem Jura-Hochhaus (Juridicum) der Universität orientiert, das vermutlich in ein paar Jahren abgerissen wird. Ich habe das Areal von meinem Bürofenster gut im Blick. Das Juridicum ist mit seinen 12 Stockwerken ein Fremdkörper in der sonst 6-8 stöckigen Umgebung des Westends und von Bockenheim. Das OneFortyWest sehe ich mit seiner schwarzen monolithischen Fassade aktuell auch kritisch.


    Das Hauptproblem hat aber tatsächlich der Bauherr CG. Kein Bauherr wird aus einem irrationalem Rachegedanken heraus ein hässliches Gebäude in Auftrag geben.


    Allerdings erstaunt schon wie lieblos das Projekt geplant wurde und auch präsentiert wird. Allein der Name Cadre (Rahmen) erzeugt keine positive Bindung. Auch die Texte auf der Website tragen weder dem Westend noch der Frankfurt richtig Rechnung. Man fragt sich, ob der Texter das von Berlin aus geschrieben hat.


    Das erste Hochhaus der Welt war das Home Insurance Building.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…me_Insurance_Building.JPG


    Wenn man so etwas mit Innenhof gebaut hätte, wären höhere Preise und gute Bewertungen möglich gewesen.

  • Der Supergau ( siehe Abbildung in #116 ) ist ausgeblieben, aber im Vergleich zur ursprünglichen Planung weiterhin sehr ernüchternd.


    Hoffen wir, daß die zu erahnende Struktur an der (Stein)Fassade am Ende auch so kommt. Wäre ein Lichtblick auf niedrigem Niveau.

  • Westend Ensemble = MOW Architekten = Offenbarungseid.


    An der Ecke kommt es ziemlich dicke: Senckenberg, Oberpostdirektion, Westend Ensemble


    Danke, Herr Josef.

  • Naja, wer da kauft dem ist echt nicht zu helfen. Für das viele Geld, was da aufgerufen werden wird, gibt es wirklich schönere Dinge in Frankfurt zu kaufen.

  • Ich habe mich heute mal getraut, trotz CG, bei dem blauen Himmel musste man ja raus. Die Aufbauten beim Grand Ouest sind beidseitig an den Eckenflügeln fertig, nur mittig braucht man noch etwas. Die hinteren Anbauten brauchen auch noch etwas; alle Bilder groß klickbar:


    cg_01gmk0f.jpg


    cg_0241kos.jpg


    cg_03tuk79.jpg


    cg_04fojp6.jpg


    Alle Bilder: Adama

  • Allzuviel Fortschritt ist in den letzten Wochen nicht erkennbar, aber eine neue Perspektive ist es allemal:


    dsc03228cbkub.jpg


    dsc03229rlktk.jpg

    Bilder: Miguel

  • Im Vergleich mit älteren Bildern gut zu sehen: Seit Frühjahr 2020 ist hier kaum noch etwas passiert. Wie bei anderen Consus-Projekten auch. Unangenehm für die Eigennutzer unter den Wohnungskäufern. Und doch kommt etwas Hoffnung auf, dass infolge der Schwierigkeiten die Pläne für das Westend-Ensemble nebenan nicht in bekannter Form (#144 ff.) realisiert werden.

  • Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man hier die Vorher-Nachher-Bilder einfach vertauschen& ein Großteil würde das auch glauben und sogar begrüßen. Das Gebäude ist wirklich entstellt.