Leipzig: Hotel- und Geschäftsneubau auf dem Burgplatz (i. Pl.)

  • Workshopverfahren Burgplatz, klm-Architekten

    Im Mai 2014 nahmen klm-Architekten Teil an einem Workshopverfahren für eine Bebauungsstudie des Burgplatzes in Leipzig.


    Aus 6 Teilnehmern wurden nach einer 1. Phase 3 Architekturbüros für die 2. Phase ausgewählt, zu denen klm-Architekten auch gehörten.


    Ein Grundstückserwerb durch den Auftraggeber kam aus nachvollziehbaren Gründen leider nicht zu Stande und das Verfahren wurde abgebrochen.


    Trotzdem kann man hier ihren Entwurf sehen. Mehr Bilder und Info hier.

  • Um Lichtjahre schade, dass dieser Entwurf nicht umgesetzt wird, wenn er denn ausgewählt worden wäre. Der sieht echt hammer geil aus! :daumen: Er passt sich architektonisch und städtebaulich sehr gut ins Umfeld des Burgplatzes ein. Auch der Innenhof mit dem Petersbogen und den zusätzlichen Ladenflächen sehen sehr anziehend aus.

  • ^ Ja, ein wirklich toller Entwurf. Die Abrundung zum Burgplatz und die "runde" Spitze zur Burgstraße sowie die terrassenförmige Abstufung der Penthouse-Geschosse darüber finde ich zwar nicht mehr originell, weil es in Leipzig schon einige Beispiele aus jüngster Zeit davon gibt, aber für den Burgplatz doch sehr passend. Ganz abschreiben würde ich den Entwurf noch nicht, könnte er doch auch mit dem neuen Eigentümer des Grundstücks umgesetzt werden.



    Folgend die zwei Visualisierungen der klm-Architekten



    Bilder: klm-Architekten Leipzig/Berlin

  • ^ Die Eingangssituation zur Passage finde ich ganz gut gelöst, auch die optische Streckung von EG und 1. OG durch die Betonung der darüber liegenden Stockwerke, aber die Fassade zum Burgplatz betont mir zu sehr die horizontale. Nicht, dass das bei einer Erweiterung des Petersbogens nicht zu erwarten wäre, aber der Eingang zur Passage auf dem Platz sollte viel stärker und vor allem vertikal betont werden, ähnlich wie bei den anderen Gebäuden am Platz, die ebenfalls alle eine gewisse vertikale Betonung aufweisen.

  • Das ist ohne Zweifel ein gelungener Entwurf, der mir sehr gut gefällt - aber nicht an diesem Standort. Mich hat er sofort an das benachbarte Merkurhaus erinnert und meine Befürchtung wäre, dass beide Gebäude dadurch in ihrer Wirkung beeinträchtigt würden.

  • Und noch zwei Aufnahmen, eines davon bissel größer >>




    Quelle: SBL


    Durch einen Neubau wie diesen, mit Gastro und Einzelhandel, würde der Burgplatz endlich zu einem lebendigen Platz werden. Momentan ist dort tote Hose und man latscht nur drüber.


    Aber da sind wir ja nun tatsächlich älter als das "Wiener Loch" in Dresden. :D

  • Ich halte das Rendering eher für problematisch: zu schön; zu viel Glas; rahmenlose Fenster; großflächige Eckfenster eingefügt in eine einwandfreie runde wand; keine einzige Fuge zwischen den Geländer Glasscheiben. Alles in allem: edel, glatt und glänzend im Aussehen.


    Aber Rendering und Realität sind schon öftermals nahe beieinander! Man muss nicht seinen Blick in die Ferne schweifen lassen, Trias gleich an der Ecke ist schon ein gutes Beispiel. Oder das Gebäude in Paris:




    Bildquelle: Ji-Ja-Jot bei http://www.skyscrapercity.com

  • ^ Also der Vergleich aus Paris ist eher ein Beispiel dafür, dass Rendering und Realität oftmals nicht nah beieinander liegen. Vielleicht hast das auch gemeint. Dagegen finde ich wiederum, dass das Trias den Visualisierungen doch ziemlich nah kommt. Hier mal der direkte Vergleich:




    Bild: hochtief.de




    Bild: Stahlbauer



    Renderings mit reinen Glasfassaden sind immer mit Vorsicht zu genießen, da das Ergebnis hinterher wirklich sehr oft ernüchternd ist. Bei dem gezeigten Entwurf für den Burgplatz sehe ich diese Gefahr hingegen nicht.



    Zitat von DAvE LE

    Aber da sind wir ja nun tatsächlich älter als das "Wiener Loch" in Dresden.


    Ja, aber das Burgplatzloch ist kleiner und von daher weniger negativ störend sowie im Vergleich zum Dresdner Pendant mit einer städtebaulich deutlich ansprechenderen Umgebung gesegnet.

  • Passend dazu sorgt die LVZ von heute mit der Meldung "Bewegung im Burgplatzloch" kurzzeitig für Schnappatmung. Sogar von einem baggernden Bagger wird berichtet... Leider handelt es sich aber nur um die kommunalen Wasserwerke die einen Mischwasserkanal von 1850 sanieren. Dies tun sie allerdings laut ihrer Sprecherin jetzt weil man davon ausgeht, "dass beim Burgplatz bald etwas Positives passieren könnte."

  • Auf einer ganzen Seite erzählt die LVZ heute noch einmal die


    Chronik einer unendlichen Geschichte: 20 Jahre Burgplatzloch


    Neu ist: Der Eigentümer Even Capital, ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, das im Herbst 2014 Petersbogen und Loch von Amec erworben hatte, hat vor kurzem Architekt_innen beauftragt, Pläne für einen Neubau zu erstellen. Dabei soll es sich um das renommierte Leipziger Büro HPP handeln, die auch beim Grand Hotel Heiligendamm, Kongresshalle, Oper, Promenaden Hauptbahnhof und Haus des Buches in Leipzig tätig waren. Vor allem aber hat das Architekturbüro den benachbarten Petersbogen errichtet hat und kennt die komplizierte Geschichte des Burgplatzloches bestens. Das Burgplatzloch soll dafür demnächst mit Hilfe einer Drohne exakt vermessen werden.


    Jochem Lunebach, der Leiter des Stadtplanungsamtes: "Es stimmt. Wir führen jetzt Gespräche mit dem Investor über ein Nutzungsprofil. In den nächsten Wochen möchte der Investor eine Entwurfsfassung erarbeiten." Eine Erfolgprognose könne er nicht abgeben.

  • 2016 soll es nun endlich am Burgplatz losgehen vermeldet die Leipziger Volkszeitung. Wer das Hotel betreiben wird und wer die anderen Nutzer sein werden stehe noch nicht fest. Ein Fassadenwettbewerb laufe; das Architekturbüro HPP aus Leipzig sei mit den Planungsarbeiten schon weit vorangekommen.

  • BILD, 21.12.2015
    Neuer Investor will 2016 bauen
    Sieht der Burgplatz bald so aus?
    Chef-Stadtplaner spricht von „ernsthaftem Interesse“
    http://www.bild.de/regional/le…so-aus-43875634.bild.html


    Morgen stellen einige eingeladene Architekten im Stadtplanungsamt ihre Ideen für die Gestaltung des Neubaus vor. SPA-Chef Jochem Lunebach: „Ich bin mittlerweile sehr optimistisch. Das Interesse der Investoren ist ernsthaft, wir stehen in gutem Kontakt.“

  • Nicht viel neues bei Tante LVZ hinter der Bezahlschranke: "Spätestens in Februar" soll es Entwürfe der Burgplatzbebauung für die Öffentlichkeit geben. Einzelhandel und gehobene Hotellerie kommen dann in den Bau.

  • "Das Verfahren zur weiteren Bebauung des Burgplatzes ist abgeschlossen. In dem geplanten Gebäudekomplex sollen Einzelhandelseinrichtungen und ein gehobenes Hotel untergebracht werden. Mit der Generalplanung des Projektes wurde das Leipziger Büro des Düsseldorfer Architekturbüros HPP Hentrich–Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG beauftragt. Für die Fassadengestaltung fand in Abstimmung mit der Stadt Leipzig ein Gutachterverfahren mit vier geladenen Architekturbüros statt. Zur Ausführung wurde der Entwurf des Berliner Büros Christoph Kohl │KK Architekten GmbH bestimmt.", so eine aktuelle PM der Stadt Leipzig.


    Alle Wettbewerbsbeiträge sind vom 10. Februar bis 4. März 2016 im Stadtbüro ausgestellt.


    Ich muss sagen, von der Fassenstruktur und des Baukörpers passt er sich super zu den Nachbarbauten ein. Auch wenn ich mir eine Umsetzung des Entwurfs von klm-Architekten sehr gewünscht hätte.

  • Ja - Kohl's Entwurf bezieht schon stark Bezug auf die schon vorhandenen Gebäude am Burgplatz. Das Positive gegenüber dem Entwurf von klm ist die prägnante Fassung zum Platz selbst, während der andere Entwurf etwas lockerer bzw. geschliffener mit der Raumkannte umgeht. Auch stellt die massive Fassade im Schatten der Rückfront des Neuen Rathauses keine überbordende Präsenz dar. Ganz im Gegenteil - der Entwurf kontert ein wenig die Massen die auf den Burgplatz treffen. Dennoch geben die Eingangssituation zur Passage sowie die Fensterfronten über das EG und 1. OG eine gewisse Offenheit. Wäre schön noch die anderen Entwürfe zu sehen. Deswegen will ich mich mal noch nicht auf diesen Entwurf als Favoriten festlegen.


    Mit der Sanierung des Merkurhauses und die bevorstehende Bebauung kommt wieder richtig Leben in diese Ecke der Innenstadt. Restaurants, Freisitze, Hotel, Passageneingang - das kann ein richtig spannender innerstädtischer Platz werden, auf welchem aber die Aufenthaltsqualität auf dem Platz selbst noch verbessert werden könnte. Polleranlagen könnten den für mich etwas sinnlosen Durchgangsverkehr, verhindern.

  • Das "Burgplatzloch" verschwindet: Hotel- und Geschäftsbau geplant

    PM Stadt Leipzig vom 10.02.2016
    http://www.leipzig.de/news/new…nd-geschaeftsbau-geplant/


  • Heute war im Stadtbüro Pressetermin und Ausstellungseröffnung zu den Entwürfen am Burgplatz. Wie so üblich bei Wettbewerben, sehen sich die Entwürfe auch hier wieder ähnlich. Für mich persönlich sind sie alle in Ordnung.



    Volles Haus im Stadtbüro heute Mittag.


    1001 | Büro Christoph Kohl / KK Architekten GmbH, Berlin





    Die Fassade ist echt der Hammer! KK Architekten weiß, wie es geht. :daumen:


    1002 | HPP, Leipzig






    Wie hier zu erkennen ist, wird die Passage vom Petersbogen kommend fortgeführt zum Burgplatz.


    1003 | Jo.Franzke Architekten GmbH, Berlin





    1004 | RKW Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH & Co KG, Leipzig





    Der Hotel- und Geschäftsbau wird eine Tiefgarage mit 95 Stellplätzen erhalten, dessen Zufahrt in der Lotterstraße bleibt. Die Einzelhandelsfläche beträgt insgesamt 3500 m². Das 4-Sterne-Hotel soll 197 Betten erhalten. Dazu wird es eine/eine Erweiterung der Burgplatzpassage geben, die Petersbogen und Burgplatz verbinden. Auch Anpassungen der Juridicumpassage/bestehende Burgplatzpassage im Erdgeschoss sind geplant, unter anderem neue Läden, damit das Konzept zusammenpasst. Man hofft im Sommer 2016 mit Baubeginn, Rohbau und Richtfest ein Jahr später und Fertigstellung Ende 2018.

    Einmal editiert, zuletzt von DAvE LE () aus folgendem Grund: Korrektur vorgenommen.

  • Danke für die Fotos! Sie sind in der Tat alle sehr ähnlich und alle gut verkraftbar, allerdings sticht mMn Kohl damit heraus, dass er sich auf eine schon lange vermisste Tradition Leipziger Innenstadtarchitektur konkret bezieht: Figurenornamentik. Deswegen gefällt mir dieser Entwurf auch am besten, weil er diesen Schritt wagt und damit den Burgplatz auch würdig abrundet. Sehr erfreulich. Hoffentlich bleibt es auch dabei.