Sparda-Bank Tower (124 m) und Eingang "Messeplatz" (in Bau)

  • Fassadenstruktur Südseite

    Mein Hirn versucht immer wieder, im Fassadenaufbau ein Muster zu erkennen, was mir in der Regel nicht gelingt. Mit der heutigen Beleuchtung zeigt sich, dass es da wohl nicht ganz so willkürlich zugeht wie ich es oft empfinde. Allerdings erschließt sich mir Sinn oder Absicht dieser Anordnung noch nicht - wie geht es Euch?


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  • Ich denke dass da noch großflächig Ordnung beim Sonnenschutz gehalten wird. Das wird anders sein wenn die Etagen bezogen sind und der Sonnenschutz individuell eingestellt wird. Ähnlich ist es beim Tower ONE, hier im Thread gut zu sehen. Heißt aber nicht, dass die Sonnenschutztechnik in den Fassadenelementen der beiden Türme identisch ist.


    Fun fact, auf deinem Bild ist aber auch gut zu sehen wie Lupp seine Baukräne durchnummeriert, auch wenn's 2 unterschiedliche Projekte sind :saint:

  • ^^ Es gibt am Hochhaus drei Arten vertikaler Gliederungselemente (schmal, mittel, breit). Die Westfassade und die Ostfassade weisen nur die Typen "breit" und "mittel" auf, während an der Nord- und Südfassade ausschließlich "mittel" und "schmal" vertreten sind. Zur Verdeutlichung ein älteres Bild:


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    Die übrige Anordnung in der Fassadenstruktur soll vermutlich "zufällig" wirken, ein bestimmtes System kann ich nicht erkennen. Auf jeden Fall ist es ein Mittel gegen Monotonie der großen Fassadenflächen.

  • Bei der Montage des "Vordachs" hat es diese Woche große Fortschritte gegeben. Tonnenschwere Stahlteile werden das Grundgerüst der "schwebenden" Konstruktion bilden. Sehr neugierig bin ich darauf, wie die Befestigungen am Hochhaus und am Flachbau aussehen werden. Einfaches Anschrauben reicht bei dieser Gewichstlast bestimmt nicht aus.


    Von gestern Abend:


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    Fotos: Beggi

  • Fassadenstruktur Südseite

    [...] Allerdings erschließt sich mir Sinn oder Absicht dieser Anordnung noch nicht - wie geht es Euch?

    Ich bin ganz angetan von diesen News! Denn ich hatte von den Renderings bisher den Eindruck bekommen, dass es ein recht repetetives Muster geben würde - und davon haben wir schon mehr als genug (zB in Berlin: Total Tower, Estrel Tower; oder FFM: One Forty West, vllt auch ONE)

    So eine Art Relief-Fassade an einem Hochhaus kann für mich gerne auch mal wild und random sein. Nicht jedes Chaos muss geordnet sein, ich finde es immer traurig wenn man den Rhythmus der Wiederholungen schnell erkennt. Wozu machen sie sich dann überhaupt die Mühe, ein Durcheinander zu planen, wenn sie es nach wenigen Metern schon wiederholen? Ich denke, die Abwesehnheit von Repetition ist hier also eine rein gestalterische Entscheidung.


    Auf deinem Bild hat der Sparda Bank Tower eine erstaunlich strukturierte und ruhige Erscheinung. Und trotz der eigentlich komplett ebenen Fassade schafft der Kontrast zwischen den markanten weißen Rahmen entlang der Kanten und über jedem dritten Geschoss mit dem sich dieser stringenten Ordnung nicht unterwerfenden Spiel der Fensteröffnungen ein spannendes und komplexes Bild - Ich bin Fan!

  • Je wilder und zufälliger die Fassadenelemente gestaltet sind, desto kleiner ist die Anzahl der baugleichen Elemente. Entsprechend steigen die Kosten pro Element.

    Selbst ein Hochhaus wie das 30 St. Mary Axe (aka The Gherkin) in London, dessen Fassade auf den ersten Blick nicht wild oder zufällig wirkt, hat Fassadenelemente die alle aufgrund ihrer Geometrie Einzelstücke sind. Dies ist beim Westhafen Tower das genaue Gegenteil. Weiterhin setzt sich das Individuelle vs. Gleichförmige auch bei den Regelgeschossen in der Gebäudegeometrie bei beiden fort was ebenfalls die Baukosten steigen läßt.

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  • Es wird fleißig weiter gearbeitet. Die Stahlträgerkonstruktion wurde tatsächlich nur am Sockelbau "angeschraubt", wie oben schon diskutiert. Spannend...


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    (Bild von mir)

  • Wie schön der Wolkenbügel frei hängen wird sieht man gut auf der Visualisierung in #70. Ich frage mal in die Runde ob das eine Stahlkonstruktion ist oder ob man hier Leichtmetall verwendet hat. Weiß das jemand?

  • Ich tippe auf Aluminium. Für Stahl wäre das viel zu massiv und auf Alu deuten auch die verschraubten Verbindungsteile hin. Stahl hätte man geschweißt.

  • Die Unterkonstruktuktion des "Vordachs" (Wolkenbügel) könnte aus Leichtmetall bestehen. Die Farben der Metallteile ähneln zwar der von feuerverzinktem Stahl, die typischen Kristallisationsmuster von Zink fehlen jedoch. Stahl hat eine Dichte von ca. 7,8 g/cm³ während Aluminiumlegierungen bei rund 2,7 g/cm³ liegen. Mit einer Alumiuniumlegierung wäre im Vergleich zu Stahl nur 1/3 der Gewichtslast vorhanden. Aluminum hat auch den Vorteil, dass es nur sehr langsam korrodiert, es umgibt sich selbständig mit einer dünnen Oxidschicht. Die Farbe könnte jedoch auch durch eine Branschutzbeschichtung entstanden sein.


    Die Konstruktion wird anscheindend tatsächlich "nur" angeschraubt. An den beiden oberen Befestigungen herrschen starke Zugkräfte an den beiden unteren starke Druckkräfte. Dementsprechend sind bei den oberen Befestigungen viel mehr Schrauben erforderlich, als bei den unteren.


    Obere Befestigung mit 20 Schrauben:


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    Unten reichen zwei Schrauben aus (Druckkräfte):


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    Die Schrauben werden wie beim Auto mit einem Drehmomentschlüssel angezogen.


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    Sieht irgendwie nicht aus, wie üblicher Baustahl:


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    Zum Schluss noch ein Übersichtsfoto:


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    Fotos: Beggi

  • ^Zu den diversen Vermutungen:

    Das ist ganz eindeutig verzinkter Baustahl. Keinesfalls Aluminium. Und was das Schrauben/Schweißen betrifft: Für die Vor-Ort-Montage einer Konstruktion, die gänzlich unsichtbar unter/hinter einer Verkleidung/Fassade verschwindet, ist das Schrauben einfacher und vor allem schneller als Schweißverbindungen.

    Und eine Brandschutzbeschichtung erübrigt sich bei diesem außen liegenden Bauteil auch.

  • Anscheinend ist das Fachwerk als rechtwinkliges Dreieck, wenn man es im seitlichen Querschnitt anschauen würde, konstruiert, was einer Gewichtsreduzierung geschuldet sein dürfte.


    Der Überhang ist ebenfalls ein rechtwinkliges Dreieck und würde damit "zitiert". Dieses Zitat am Schluss, vom Bauablauf her betrachtet, ist von der Straßenperspektive jedoch nicht wahrnehmbar.


    Wird nur die Straßenseite und Unterseite mit den weißen Panelen verkleidet?


    Die Zugfestigkeit von Baustahl (bspw. ASTM A36) liegt zwischen 400 und 550 MPa gegenüber von Aluminium (bspw. 6061-T6) mit ca. 310 MPa.

    2 Mal editiert, zuletzt von main1a ()

  • Auf Beggis vorletztem Foto sind an der Diagonalverstrebung in der äußeren Ecke Laschen mit Löchern erkennbar. Die Webcam zeigt sie auch. Passend zu den nicht näher identifizierbaren Elementen an der Betonfassade eine Überlegung: könnten da Abspannungen hinkommen. Zugegeben, es wäre ein sehr flacher Winkel.

  • Das "Vordach" wurde weiter eingerüstet. Die jetzigen Arbeiten konzentrieren sich darauf, an den beiden vorhandenen Dreieckprismen horizontale Verstrebungen anzubringen. Was von außen durch die zahlreichen Gerüststangen nur zu erahnen ist, zeigt die Webkamera deutlicher. Somit scheint klar zu sein, dass der sog. "Wolkenbügel" eine andere Form bekommt, als die meisten Visualisierungen der Außenansichten erwarten ließen. Auch in der animierten Visualisierung auf der Architektenseite muss man ganz genau hinsehen, um die Prismenform zu erkennen. Auf den Querstreben müssen später nur noch die weißen Fassadenbleche montiert werden, fertig.


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    Fotos: Beggi

  • ^

    dass der sog. "Wolkenbügel" eine andere Form bekommt, als die meisten Visualisierungen der Außenansichten erwarten ließen

    Das kann ich nicht nachvollziehen. Worin soll denn die "andere Form" bestehen.

    Z.B. auch in #70 sieht man doch genau das, was jetzt gebaut wird, oder?

  • ^ Stimmt, Menschen mit Röntgenblick haben natürlich gleich die Dreiecksform erkannt. Auf mich wirkten die beiden Riegel zunächst quarderförmig, auch aus der Sicht mit der herabfahrenden Kamera auf der Architektenseite, wie in meinem Beitrag (# 275) verlinkt. Aber gut, dass du das klargestellt hast.

  • Redet ihr gerade aneinander vorbei? Die Fassade/Verkleidung ist quaderförmig mit wechselnden Größen geplant (Visualisierungen), die Unterkonstruktion hat diese Dreiecke, die vermutlich so für die Statik benötigt werden. Sagt der Laie.

  • Zur visuellen Untermalung meiner Aussage über die unerwartete Form des "Wolkenbügels" noch zwei Grafiken.


    Aufgrund der veröffentlichten Visualisierungen wurde mir suggeriert, dass der "Wolkenbügel" aus zwei Quadern aufgebaut sein würde. Also so:


    Wolkenbuegel-1.jpg


    Er wird jedoch die Form von zwei zusammengesetzten Dreieckprismen haben (hier noch getrennt):


    Wolkenbuegel-2.jpg


    Wolkenbuegel-3.jpg


    Das ergibt für mich eine aus den Visualisierungen der Architekten nicht ablesbare, unerwartete Form. Soweit die Erläuterungen zu meinem Beitrag #275.


    Grafiken: Beggi

  • Ich habe mal einen Screenshot aus dem Video der von Beggi verlinkten Architektenseite gemacht. Die schräge Seite des Dreiecks verläuft von oben-außen nach unten-innen des Bügels, ergo sind die beiden anderen Dreiecksseiten die waagrechte und die senkrechte von unten und der Seite zu sehenden.

    Die dreieckige Stahl-Unterkonstruktion ist aus dem Bild von Mainolo in #268 sehr gut zu erkennen, natürlich auch auf Beggi's Bildern.


    Wenn man das ganze natürlich von oben betrachtet, sieht die schräge Fläche natürlich nicht schräg aus, sondern wie eine normale Fläche. Allenfalls an den Schatten der Ränder zum Gebäude hin kann man erahnen dass es eine Schräge ist.


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    Grafik-Video: maarchitekten, screenshot von mir.