Bad Homburg: Stadtgespräch

  • In 205, im ersten Bild steht er links, im zweiten Bild rechts, der Unglückskran.
    Es ist wohl ein Wolf Kran und stand auf Fundamentkreuz, Turm mit Übergangsstück.
    Eisele ist vor Ort, zum bergen.
    Traurig für die Angehörigen, ausgerechnet... wird man sagen.

  • In der FR gibt es eine Bilderserie etwa Bild 20, dort sieht man das Fundametkreuz. Es ist einfach mit umgefallen. Ob dort der Untergrund ordentlich vorbereitet wurde wird die Frage sein! Zu wenig Zentralballast wäre möglich oder gar ein zu kleines Fundamentkreuz. Letztlich muss man abwarten. Gespannt bin ich, wie bei den anderen Kränen geprüft wird, ob der Untergrund tragfähig ist?


    http://www.fr-online.de/bad-ho…igt,1472864,25590742.html


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    Mod: Klick

  • Die FR berichtet von einer ersten Stellungnahme des Kranvermieters BBL. Demnach hat sich ein Bolzen "herausgearbeitet" (was meiner Meinung nach nur geht, wenn sich der zugehörige Sicherungssplint vorher auch verabschiedet hat oder gar nicht drin war), woraufhin der vordere Ausleger abklappte und das Ungleichgewicht den Kran nach hinten fallen ließ.

  • Ja, ob das so ist kann man doch einfach sagen. Wenn der Bolzen oben am Ausleger fehlt, dann stimmts. Frage ist halt wenn diese Teil abklappt,dann muss ja unten am Ausleger alles abgerissen sein!

  • "Vermutungen des Kranverleihers BBL Cranes, ein wichtiger Bolzen könne zu dem Unglück geführt haben, weist Doris Müller-Scheu zurück"


    Vollkommen Irrelevant, kein Kranfahrer handelt so und krabbelt auf dem Ausleger herrum.
    FR: ...angeblich sollen "auch jene Splinte genannten Metallstifte, die ihrerseits die Metallbolzen vor einem Verrutschen sichern" vom Kranfahrer kontroliert werden.



    http://www.fr-online.de/bad-ho…weg,1472864,25614928.html

  • Die Oberstaatsanwältin kann zwar Vermutungen zurückweisen, aber ich behaupte mal, wenn man sich bei BBL zu einer offiziellen Stellungnahme entschließt, ist man sich der Sache schon ziemlich sicher oder hat zumindest ernstzunehmende Hinweise auf die beschriebene Ursache.


    Zitat von Ffm60ziger

    Vollkommen Irrelevant, kein Kranfahrer handelt so


    So ganz irrelevant ist das nicht. Es wird schon drauf ankommen, was der Kranführer (nach Bedienungsanleitung und Unfallverhütungsvorschriften) hätte machen müssen und was er tatsächlich gemacht hat. Und dann wird es um Formulierungen gehen, z.B. in UVV "Krane" §30 (1): "Der Kranführer hat bei Arbeitsbeginn [...] zu prüfen. Er hat den Zustand des Kranes auf augenfällige Mängel hin zu beobachten." Ist denn ein möglicherweise fehlender Splint knappe 30m von der Kabine entfernt "augenfällig"? Da sind dann die Juristen an der Reihe.


    Zitat von Ffm60ziger

    Es ist wohl ein Wolf Kran


    Es sieht sehr nach einem Wolff Kran 122 SL aus, der hier mit 35m-Ausleger montiert war und - wenn ich auf den Fotos vom umgekippten Kreuzrahmen alle Gewichte sehe - 6 x 2,5t = 15t Zentralballast.

  • Neubau für Amadeus (Kranunglück)

    Die FNP berichtet heute, dass zur Simulation des Kranunglücks am 30. Dezember ein baugleicher Kran aufgestellt werden soll. Außer Spekulationen zum Splint und Bolzen gibt es erwartungsgemäß noch keine Informationen zum Unglückshergang.

  • Neubau für Amadeus (Kranunglück)

    Eher zufällig vorbei gekommen und musste feststellen, dass der Kran der im FNP Artikel ^ erwähnt wurde schon steht. Auch wieder ein 122 SL, aber der Sockel hat keine verbreiterten Kranelemente (siehe 1. Bild hier)


  • ^^

    [...] musste feststellen, dass der Kran der im FNP Artikel ^ erwähnt wurde schon steht. Auch wieder ein 122 SL, aber der Sockel hat keine verbreiterten Kranelemente


    Aber bitte Nichts durcheinander bringen:


    Der von Dir geknipste Kran erstetzt den auf der Baustelle umgestürzten und wird (hoffentlich) ganz normalen Dienst tun.


    Der im FNP-Artikel erwähnte Kran zur Simulation des Unfalles wird auf dem Gelände des Kranvermieters BBL aufgestellt.

  • Neubau für Amadeus (Kranunglück)

    Baufrosch , Point taken :)


    OK, wer lesen kann ist klar im Vorteil - ich war's nicht. Ich frage mich nur - und hier wohl an den Fachmann gerichtet - warum die Simulation "Irgendwo" statt findet ? KLAR man wird nicht einen weiteren Kran umwerfen - sondern "Irgendwo" simulieren ? Hätt' jetzt aber mal erwartet dass vor Ort mit Infrarot und sonstigen Messgeräten mal "nachgemessen" wird.


    Btw. Sorry, bin kein Fachmann.

  • Möglicherweise wird man ihn eben doch umfallen lassen, aber das bestimmt nicht dort, wo der Original-Unfall passiert ist. Viel zu gefährlich bei all den Unwägbarkeiten. So ganz verstehe ich das Ziel des Versuches noch nicht. Vielleicht ist außer dem Verlieren des Bolzens noch ein anderer Aspekt (Baugrundversagen?) von Bedeutung. Beim Zusammentreffen mehrerer Umstände gibt es ja immer die Frage nach dem ursächlichen Grund. Ich hoffe, die Presse bleibt da dran, und wir erfahren noch mehr darüber. Bei aller Tragik auch eine spannende Sache.

  • ^

    Das man ihn vor Ort "erneut" umfallen läßt hätte ich auch - trotz Artikel - nicht in Erwägung gezogen. Von daher, wenn's auf einem passendem Gelände statt findet und der zukünftigen Vermeidung solcher Unglücke dient, lass'n fallen.

  • Hab nochmal das Foto vom neuen Kran studiert.
    Bis auf den schon von MathiasM erkannten, abweichenden Kreuzrahmen mit Diagonalstreben sind (für mich) keine weiteren Änderungen erkennbar.
    Es ist wieder ein 35m-Ausleger. Das Gegengewicht mit 10,32 t am Heckausleger passt dazu und war auch beim umgestürzten Kran in der gleichen Menge und Anordnung zu erkennen. Auch der Zentralballast ist (soweit erkennbar) identisch. Sofern sich nicht die Stützweite des Kreuzrahmens geändert hat (nach Foto würde ich sagen, sie sind auch identisch, aber das müsste man nachmessen), sind also keine Veränderungen am neuen Kran zu erkennen, die darauf hindeuten, dass die Konfiguration des umgestürzten fehlerhaft war.

  • So lange es kein anderslautendes Gutachten gibt, wäre es auch seitens des Kranverleihers unklug, von seiner Aussage abzuweichen, dass das Unglück ausschließlich durch den fehlenden Splint im Bolzen verursacht wurde - was bei einer Änderung der Konfiguration angenommen werden könnte.


    Und der Baunternehmer wird gleichfalls ein Interesse daran haben, bei der Aussage bleiben zu können, dass es keine Probleme mit dem Untergrund gab.


    Damit bleibt der Kranführer der Schuldige - ob die Abläufe auf der Baustelle jetzt darauf ausgelegt waren, dass er jeden Tag jeden Bolzen und Splint prüft, oder nicht. Bauernopfer?

  • Zitat

    ...... Bauernopfer?


    Vielleicht am Ende aber Hand auf's Herz, welcher Autofahrer kontrolliert - trotz elektronischer Gehilfen heutzutage - die Lämpli's am Auto wie vorgeschrieben vor Antritt der Fahrt ?


    Und selbst wenn der Splint fehlte, ein Splint sollte sich alleine - ohne falsch angebracht zu sein - auch nicht selbst verabschieden.

  • Ich äußere mich dazu nicht! Das habe ich am 30.12. geschrieben.
    Der vorgehende Link fuzzte nicht mehr. Ich habe nun einen aus dem HR Archiv eingestellt.


    http://www.hr-online.de/websit…hau.jsp?t=20131230&type=v


    Mein Kommentar zu dem Versuchsaufbau. Die Aussage " Laufkatze ist am Bolzen vorbei gekratzt und diesen somit heraus geschafft" sorry das ist gelinde, gesagt eine gewagte These. Im Video vom SR eingestellt, danke an "Baufrosch" sieht man so ab 6.15, das der Bolzen heraus geschlagen werden muss. Ein Katzausleger sieht, wenn man ihn durchscheidet, wie ein Geodreieck aus. Spitze nach oben, links und rechts unten, dort ist dann je einer dieser Bolzen eingeschlagen und mit Federsteckern gesichert. Die Auslegerteile sind dort übrigens zusammen gesteckt.

    Einmal editiert, zuletzt von Ffm60ziger () aus folgendem Grund: Link getauscht und Bericht kommentiert

  • Einen kurzen Bericht des SR von der Simulation des Unfalles gibt es hier (ab 5:57 min oder direkt zum Kapitel springen).
    Es scheint das Augenmerk nicht auf dem Bolzen gelegen zu haben, der die vordere Schrägabspannung am Ausleger befestigt (wie man bisher hätte vermuten können), sondern auf einem Bolzen, der die Teile des Auslegers miteinander verbindet und von der Laufkatze passiert wird.

  • Danke Baufrosch für den Bericht aus dem Saarland. Aber letztendlich, und deswegen wird die Klärung wohl noch dauern, ist es unerheblich ob der Bolzen sich in Ermangelung von Splinten oder Materialermüdung usw. wo auch immer gelöst hat. Ja, es wird Screenings des Bolzens und der Auslegerteile geben um auch dieses Rätsel zu lösen, aber am Ende des Tages, ob menschliches oder technisches Versagen, ein Restrisiko besteht überall im Leben.