Bad Homburg: Zukunft des Kurhauses (Wettbewerbsphase)

  • Bad Homburg: Kurhaus-Areal (Fassadenrekonstruktion geplant)

    In Bad Homburg vor der Höhe - Sommerresidenzstadt des letzten Kaisers - besteht eine lau geführte Debatte über das in die Jahre gekommene Kurhaus, das in den 80er Jahren gebaut wurde. Es erfordert - darin sind sich alle einig - eine aufwendige Kernsanierung. Diese jedoch wäre so teuer, dass seitens der CDU angeregt worden ist, stattdessen das historische Kurhaus, das zu Ende des Krieges zerstört wurde, wieder zu errichten.


    Das gegenwärtige Kurhaus - darüber sind sich ebenfalls fast alle einig - gefällt nicht und erfährt keine ausreichende Nutzung, obwohl es völlig zentral liegt und das Stadtbild prägt bzw. mindert. Leider fehlt seitens der Initiatoren zum Wiederaufbau des alten Kurhauses ein befriedigendes Nutzungskonzept, von der Finanzierung ganz zu schweigen, wie auf der entsprechenden Netzseite schnell zu entnehmen ist:


    http://www.historisches-kurhaus-badhomburg.de/


    Auf der Seite ist das gegenwärtige Kurhaus zu sehen.


    Das historische Kurhaus hingegen sah so aus:
    http://www.deutsche-schutzgebi…ages/Homburg_Kurhaus+.jpg

    3 Mal editiert, zuletzt von Stauffer ()

  • Hmmm... da war doch was... damals...


    Diese jedoch wäre so teuer, dass seitens der CDU angeregt worden ist, stattdessen das historische Kurhaus, das zu Ende des Krieges zerstört wurde, wieder zu errichten.


    Gab es damals, also ganz damals, so kurz nach dem Krieg, nicht eine Diskussion, das im Krieg eben NICHT KOMPLETT zerstörte Kurhaus wieder aufzubauen? Wäre wohl, so habe ich in Erinnerung, durchaus möglich gewesen, soll aber politisch seitens der CDU nicht erwünscht gewesen sein.


    Nun denn, die Zeiten ändern sich, die Meinungen auch. :lach:


    EDIT: Hatte ich nicht ganz richtig in Erinnerung... Es gab Knatsch, aber später... Wikipedia sagt dazu:


    Postmodernes Kurhaus


    Die Planungen für den Neubau des Kurhauses wurden 1978 an die Architektengemeinschaft Fischer-Glaser-Kretschmer vergeben. Die Planungen sahen den Abriss und den Neubau eines postmodernen Kur- und Kongresszentrums vor. Diese Planung führte zu einer heftigen Debatte in der Stadt und der Gründung einer Bürgerinitiative gegen den Neubau. Die Kurhausfrage spaltete nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Parteien. Oberbürgermeister Armin Klein (CDU) sprach sich entschieden gegen das Vorhaben aus. Die CDU entschied sich daher bei der Oberbürgermeisterwahl 1980 nicht für Klein, sondern für eine Nominierung von Wolfgang Assmann. Klein trat daraufhin als Kandidat der SPD an, erhielt jedoch keine Mehrheit.[1]


    Das Kurhaus wurde daraufhin gebaut. Nach der Grundsteinlegung am 13. März 1982 wurde der Neubau im April 1984 dem Publikum übergeben. Bereits 2009, 25 Jahre später, wurden jedoch erneut Stimmen für einen Neubau laut.

    Einmal editiert, zuletzt von Dieter-MZ () aus folgendem Grund: Falsche Information in Erinnerung

  • Ich habe mal gelesen, das alte Kurhaus sei im Krieg dem Erdboden gleichgemacht worden, was ich aber nicht absolut glauben kann. Doch es war wohl nicht mehr viel von da. Immerhin hatte Bad Homburg keinen Dynamit-Rudi als Bürgermeister (Anm: Rudi Arndt, OB von Frankfurt, der in den 70ern alles platt machte, was den Krieg noch einigermaßen überstanden hatte).


    Die CDU in dieser Stadt ist sowieso eine Angelegenheit für sich. Mittlerweile durch ihre einst selbstverständliche Macht so kaputt, dass durch ihre Zerstrittenheit die Grünen den OB-Posten einnehmen konnten. Was natürlich gerade in dieser Reichenmetropole recht paradox anmutet :auslach2:


    Im Ernst: Die Tatsache, dass beide Nachkriegskurhäuser genauso floppten wie sie teuer waren, lässt - das Berliner Stadtschloss lässt grüßen - meines Erachtens nur einen Schluss zu: Es gibt wohl keine Alternative zum historischen Wiederaufbau.


    Erschwerend: Ein Investor hat vor kurzem das gegenüber dem Kurhaus liegende Kaiserliche Postamt gekauft, um selbigem sein historisches Dach wiederaufzusetzen. Dieses ist so klassisch, dass es gegenüberliegend gar nichts anderes mehr vertragen wird, als die Kurhaus-Rekonstruktion. Ich jedenfalls schaue mir das alles an, seit ich denken kann. Und sage - wie im Fall Berliner Schlossplatz - dass dort gar nichts anderes hinpasst.

  • Historisches Kurhaus

    Der erwähnte Umbaus des Kurhauses war nun auch Thema einer Pressemeldung der AG Bad Homburg e.V., der Stadt sowie der heutigen Ausgabe der FNP/TZ (noch €).


    Demnach setzt sich der Vorstand für die Wiederherstellung der Kurhausfassade ein, die von Jean Pierre Cluysenaar im Jahre 1863 entworfen wurde. Der Vorschlag beinhaltet die Vorderfront und die Seitenflügel zu rekonstruieren.


    Ein Bild der Seitenfront, zur Ludwigstraße hin, ist heute in der TZ-Online, das Maritim Hotel befindet sich auf dem Bild hinter der Verglasung. Eine Ansicht der Front ist leider nur in der Print Ausgabe. Gleichzeitig soll mit den Umbaumaßnahmen auch der sich im Kurhaus befindliche Einzelhandel aus der Tiefebene herausgeholt werden und ebenerdig (1a Lage) zugänglich sein sowie die Nutzfläche erheblich erweitert werden.


    Einzelheiten des Projektvorschlags aus der PM:


    • Die Cluysenaar -Fassade war rund zwei Meter höher und 18 Meter breiter als das heute stehende Kurhaus. Der Entwurf der Aktionsgemeinschaft sieht vor, die Fassade im Mittelteil zwei Meter vor der heutigen Front zu errichten. Darüber soll sich entlang des Platzes wieder das imposante Dach mit der altdeutschen Deckung erheben.
    • Die heutigen Seitenflügel am Schwedenpfad und an der Ludwigstraße werden bis zur Louisenstraße verlängert. Die Stirnseiten dieser Gebäudeteile würden fast genau nach dem historischen Vorbild rekonstruiert. Sie könnten im Erdgeschoss Platz für rund 1.000 m² Einzelhandel und Zugänge zu Unternehmen wie der Sparkasse bieten. Die Geschäfte wären vom Vorplatz oder der Louisenstraße aus erschlossen.
    • Das Hotel würde bei der Realisierung dieses Vorschlages zunächst nicht angetastet.
    • Die heutige außen liegende Tiefebene und ein Teil der Fläche im Sockelgeschoss – heute vom Einzelhandel und der Theatergarderobe genutzt – stünde für zusätzliche dringend benötigte Parkplätze zur Verfügung. Rund 40-60 Stellplätze sind dort auf 1.200 m² möglich.
    • Ein neues Gebäudekonzept soll im Innern des Kurhauses zusätzliche Nutzflächen für Büroflächen, Kongresse und Konferenzen sowie für Veranstaltungen, Bankette und ähnliches berücksichtigen. Im Gebäude entstehen unter anderem in den Seitenflügeln bis zu 5.400 Quadratmeter neue Flächen.
    • Der Risalit des historischen Kurhauses mit dem historischen Hauptportal soll in Originalgröße wieder aufgebaut werden. Bedingt durch das neue höhere Niveau des Platzes wird jedoch bewusst auf die früheren Treppen verzichtet. Nur so kann der Eingang auch ehindertengerecht gestaltet werden.
    • Der Platz soll angelehnt an das historische Bild geplant werden. Vorgeschlagen wird von der AG, um weiterhin Märkte und Feste veranstalten zu können, dass der Brunnen unverändert stehen bleibt, das ehem. Rondell in der Mitte und die angrenzenden ehemals bepflanzten Zonen, ohne umfangreichen Bepflanzungen, farbig im Pflaster markiert wird. Mobile Bepflanzung wie die von der AG 2001 geborenen und jahrelang durchgeführten Idee eines Ostergartens wäre aber weiterhin möglich.

    3 Mal editiert, zuletzt von MathiasM () aus folgendem Grund: Anpassungen nach Thread-Aufsplittung

  • In Bad Homburg herrscht mittlerweile offenbar ein breiter Konsens bzgl. der Teilrekonstruktion des historischen Kurhauses! Einzig in der praktischen Umsetzung mache ich mir noch Sorgen. Doch dass die historischen Fassaden zzgl. des Komplettneubaus der schlossähnlichen Seitenflügel kommen, daran scheint kein Zweifel mehr zu bestehen. Der kürzliche Beginn der Restrukturierung des Kurhausgartens in historischer Exaktheit kann vielleicht schon als erste Baumaßnahme angesehen werden.


    http://www.fr-online.de/bad-ho…rne,1472864,26624150.html


    http://www.fr-online.de/bad-ho…ert,1472864,26521484.html


    http://www.bad-homburg.de/rath…us_der_Stadt/Neues_03.php


    http://www.bad-homburg.de/medi…tsstudie_Kurhaus_2014.pdf


    Es geht also schneller, als ich dachte. Der bereits durchgeführte historische Rückbau des Orangerie-Ensembles mit Brunnenhäuschen und neuer Konzertmuschel http://www.stiftung-historisch…de/projekte/orangerie.htm sowie der Investor, der das ggb. dem Kurhaus liegende Kaiserliche Postamt in den Vorkriegszustand rückversetzen möchte,
    http://www.taunus-zeitung.de/l…e-Alte-Post;art690,575236 , lassen Hoffnung aufkommen.

  • Kommen da denn nicht gleich wieder, wie in Frankfurt, die Modernisten angerannt und schreien "Disney-Land" und fordern eine "zeitgenössische" Bebauung? Würde mich ja mal freuen, wenn solche Bauvorhaben eine breite Befürwortung der Bevölkerung erführen und die Schreihälse in ihre Schranken gewiesen würden. Auch in Frankfurt!!

  • Historismus um jeden Preis?

    Jede Epoche hat ihre Architektur. Nicht alles gefällt allen. In keiner Epoche war das so.
    Auch unsere Zeit hat Wege gefunden, sich in Architektur zum Ausdruck zu bringen. Nicht alles findet dabei mein Wohlgefallen, einiges davon wird in einigen Jahrzehnten wieder verschwunden sein, einiges wird die Zeiten überleben.
    Dennoch halte ich es für eine kulturelle Entwicklung unverzichtbar, genau diesen Weg zu gehen. In der letzten Zeit habe ich aber den Eindruck, der Wunsch, Altes wieder aufleben zu lassen, ist übermächtig geworden. Vieler Orten werden moderne Gebäude abgerissen, um vermeintlich Altes wieder zu errichten. Frankfurt am Main an der Schirrn ist dafür ebenso ein Beispiel wie Berlin und die Wiederrichtung des Berliner Stadtschlosses oder der Dresdener Altmarkt.
    Woher dieser Wunsch nach dem Alten kommt, vermag ich nicht zu ergründen. Vielleicht ist es einfach die Sehnsucht nach dem vermeintlich Guten von damals. Heraus kommt aber oft etwas, was wir Mainzer zu unseren Nachbauten am Marktplatz sagen: Babbedeggelbarrock. Irgendwie wie früher, aber eben nicht echt.
    Sicher, das technische Rathaus in Frankfurt am Main stellte nicht den Höhepunkt architektonischer Schönheit dar. Das "alte" Frankfurt aber wieder auferstehen zu lassen, ist für mich keine ideale Lösung. In Berlin hätte ich dagegen den Palast der Republik gerne unter Denkmalschutz gestellt gesehen, als Symbol einer vergangenen Epoche. Leider waren da politische Entscheidungen wichtiger, als der Erhalt. So wird auch an dieser Stelle ein Stück vermeintlich Altes wieder errichtet, was in meinen Augen aber eine unreflektierte Wiederholung der architektonischen Leistungen unserer Vorfahren ist.
    In Bad Homburg ist es ähnlich. Nach dem Krieg hätten alle Chancen bestanden, das Kurhaus nach der Bombardierung wieder herzustellen. Damals wurde dagegen entschieden, und ein Gebäude im Stile des Zeitgeistes erbaut. Jahre später wurde es schon wieder durch einen Neubau, dem damals herrschenden Zeitgeist entsprechend, ersetzt. Und nun soll das Alte wieder her? Sind wir wirklich so einfallslos geworden und finden keine Möglichkeit mehr, Neues zu entwickeln?
    Vom Anblick her habe ich nichts gegen ein Kurhaus im alten Stil. Es passt sicher zu Bad Homburg, in dem der Hauch der Vergangenheit die Champagnerluft durchsetzt. Dennoch fände ich es schade, wenn uns nicht anderes mehr gelingen würde als die Restitution des Vergangenen.

  • Hallo Dieter, Du hast Deinen Standpunkt sehr gut und ohne jede Polemik dargestellt. Nicht jeder, der Rekonstruktionen weit kritischer sieht als ich, schreibt so vernünftig. Sicherlich, man hätte die ca. 0,5 % der Frankfurter Altstadt auch anders bebauen können, als man das jetzt tut. Wobei von 35 Gebäuden ja auch nur maximal 15 rekonstruiert werden. 20 Gebäude sollen keine Rekonstruktionen sein, sondern neu entworfene Häuser, die sich von Form und Materialauswahl durch eine Satzung, an den Rekonstruktionen zu orientieren haben. Allerdings werden da auch schon wieder Bausünden eingeplant, die es zu verhindern gilt. Ich denke da speziell an 3 Gebäude, die man durch ein Bürgerbegehren verhindern und durch 3 zusätzliche Rekonstruktionen ersetzen möchte.
    Ich weiß nicht, ob Du die Entwürfe von KSP Engel gesehen hast, zur Neubebauung des Technischen Rathaus Areals. Da hätte man auch das Technische Rathaus stehen lassen können. Zum ersten Mal hat sich ein Teil der Frankfurter Bürger dagegen erhoben. Man dachte damals nicht, dass man einen solchen Erfolg erzielen würde. Was haben damals die Reko-Gegner, allen voran modernistische Architekten aufgeschrien. Niemand wolle in solchen "Lebkuchenhäusern" wohnen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Nachfrage ist viel größer als das Angebot. Es gibt viele Menschen, die in "Disneyland" wohnen wollen, nur mit den Unterschied, dass Disneyland eine reine Fantasie ist und es sich hier um geschichtsträchtiges Terrain handelt. Trotzdem erkenne ich natürlich Deine Meinung an, vor allem, wenn sie so vernünftig vorgetragen wird.
    Gruß Thomas

  • Ähnlich wie der Bau des Technischen Rathauses (1972-74) war auch der Bau des postmodernen Kurhauses 1982 massiv umstritten. Auch damals gab es eine Bürgerinitiative gegen den Bau und OB Armin Klein (CDU) sprach sich gegen den Neubau aus. 1980 entschied sich daraufhin die Bad Homburger CDU Klein nicht wieder als OB zur Wahl zu stellen, sondern nominierte Wolfgang Assmann, der die Stadt immerhin 18 Jahre regierte. 30 Jahre nach diesem "Coup" der Bad Homburger CDU und nachdem alle Entscheidungsträger von einst längst nicht mehr für die Verpulverung von Steuergeldern zu belangen sind, beginnt man also wieder ganz von vorn.


    Immerhin ist zu begrüßen, dass Michael Korwisi ein Grüner der Marke Olaf Cunitz oder Lutz Sikorski zu sein scheint (Parteiflügel der Realos). Soll heißen, es könnte schneller gehen als man denkt. Eine geschichtsträchtige Stadt wie Bad Homburg sollte nicht ein postmodernes Kurhaus der Marke Ruhrpott direkt im Herzen seiner Innenstadt haben. Ich drücke fest die Daumen, dass sich die vorgeschlagene Planung umsetzen lässt.


    PS: Mit dem gelungenen wie ambitionierten Umbau des einst verfallenen Bahnhofs in einen schicken Kulturbahnhof hat Bad Homburg vor kurzem unter Beweis gestellt, dass es große Anstrengungen unternehmen kann um die Stadt attraktiv zu halten.

    Einmal editiert, zuletzt von Golden Age () aus folgendem Grund: Noch ein Punkt eingefallen

  • In der aktuellen Ausgabe der "Bad Homburger Woche" wird auf Seite 4 über eine erfolgte Bürgerversammlung zum hiesigen Thema berichtet:


    http://www.hochtaunusverlag.de/akt_h.pdf


    Die Versammlung fand zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt statt (DFB-Pokal-Halbfinale) und wurde entsprechend schwach besucht. Zudem sind manche Einwände mancher Bürger etwas seltsam anmutend.


    Womit sich mal wieder zeigen würde, dass in solch elementaren Fragen Führung und entsprechende Vermarktung gefordert sind, Dafür allerdings bedürfte es wiederum der Befähigung zur Begeisterung.


    Je länger ich darüber nachdenke, wäre die reine Front-Fassadengestaltung ohne (jeden!) Bezug zum inneren auch etwas merkwürdig. Wenn man bedenkt, dass ein Komplettneubau seitens Initiative und Politik u.a. daran scheitern soll, dass dadurch über einige wenige Jahre eine Großbaustelle die Innenstadt 'verhässlichen' würde, wird eben dabei nicht die Möglichkeit bedacht, dass durch ansprechende Transparente auch Baustellen abdeckbar sind - zumindest über befriedigende Zeiträume lang.


    Die höheren Kosten als Gegenargument dürften ebenfalls wegfallen - wenn nämlich die zu erwartende Kurhaus-Reko-Hülle das erste Mal tatsächlich etwas wie "D....y-Land" hervorrufte. In diesem Falle wäre die dritte unbefriedigende Kurhausvariante seit Kriegsende der Sargnagel für das Scheitern der gesamten Bad Homburger Politkaste.


    Daher setze ich mich nicht mehr für die historische Gestaltung lediglich des Frontgebäudeteils ein (wie politisch angestrebt), sondern für eine komplette Rekonstruktion dieses wundervollen Gebäudes.

  • Genauigkeit der Fassade und Kosten

    Ob das Interesse an der Bürgerversammlung des Fußballs wegen so gering war kann ich nur für mich beantworten. Eine andere Dimension könnten auch die Kosten eines solchen Projektes sein. Ein FNP Artikel spricht von 20 Millionen € für die Wiederherstellung der Fassade sowie weiteren 25 bis 30 Millionen € für die Sanierung des Bestandsgebäudes. In Summe also bis zu 50 Millionen €, ein Neubau würde Schätzungen zufolge mit 120 Millionen € veranschlagt.


    Immerhin kann man dafür die Fassade wieder mit 95% Genauigkeit herstellen nachdem man im Stadtarchiv alte Bestellunterlagen wieder gefunden hat. Das Foto aus dem Artikel mit der Gesamtansicht der Fassade in groß hier direkt.

  • Eine reine Fassadenrekonstruktion nur der Frontseite würde ja auch weiterhin nicht das Problem der zum Hang gerichteten Gebäuderückseite zum Park hin lösen. Das dortige Untergeschoss (das ja auf der Gebäuderückseite zum Erdgeschoss wird) ist als Tiefgaragenerweiterung vorgesehen. Hierfür sind noch keine visuellen Lösungen vorgestellt worden. Ein Tiefgaragengeschoss im Erdgeschoss zum Kurhausgarten und Kurpark gerichtet?


    Wie man das lösen möchte (auch hinsichtlich der langweiligen Rückseitenflügel, in denen Hotel Maritim und Theater beherbergt werden), darauf darf man gespannt sein. Denn diese Sichtachse zum Park hin ist eines der Hauptprobleme, die gelöst werden sollen. Immerhin ist hierfür der Kurhausgarten samt Mauerumrandung bereits in historischem Sinne umgestaltet worden..

  • Gegenwärtige Fassade

    Ich habe mir heute mal die Zeit genommen, trotz des sich wegen des Radrennes anbahnenden Durcheinanders die gegenwärtige Fassade zu fotografieren. Ich glaube nicht jeder der hier mitliest kennt den aktuellen Stand, den ich eigentlich gar nicht so schlecht finde um die vielen Millionen in die Hand zu nehmen und altes wieder herzustellen. Anyway, hier die Bilder von links nach rechts Position wenn man auf der Louisenstraße vor dem Kurhaus steht.


    Die Linke Seite, mit dem Schwedenpfad



    Die Mitte der aktuellen Fassade mitsamt Vorplatz. Eigentlich fast schon gut, dass man auf dem Bild erkennen kann, dass dieser auch bei Veranstaltungen genutzt wird, sei es wie auf dem Bild das morgige Henninger Turm Radrennen (oder wie auch immer das jetzt heißt), Weihnachtmarkt mitsamt dem liebgewonnen Almstadl vor Weihnachten, vom Laternenfest ganz zu schweigen. Stellt sich natürlich die Frage, ob nach der Fassadenrekonstruktion der Platz noch so vorhanden ist.



    Der rechte Flügel in Richtung Maritim Hotel zeigt auch ganz gut in der linken Bildhälfte den auf 1UG Höhe liegenden Eingang zu den dortigen Läden


  • Ich kann Dich beruhigen. Der Kurhausvorplatz soll so erhalten bleiben, eben weil man die Veranstaltungen dort so schätzt. Entsprechend ist geplant, nicht die Begrünung um den Brunnen herum von einst wiederherzustellen, sondern nur über ein entsprechendes Farbmuster auf den Pflastersteinen daran zu erinnern (vgl. die Verlinkungen weiter oben).

  • Kritik und Alternativvorschlag

    Über einen alternativen Vorschlag der Architektin Kirsten Baum berichtet heute die fr-online. Mit einem eigenen Entwurf (Bild) will sie Finanzierungsproblemen entgegen treten sowie den vorgeschlagenen Vorbau thematisieren.


    Die Kritik richtet sich an die weit hervorstehenden Seitenflügel, die ein verkehrstechnisches Nadelöhr schaffen würden. Weiterer Aspekt dabei, die Verschattung durch die gegenüberliegende, fünfgeschossige Bebauung.


    Die Architektin selbst würde den Zugang zum Kurhaus tiefer legen, so dass sich das Kurhaus erhabener präsentieren könnte als auch eine quasi unterirdische Fahrbahn für Busse und Taxen vorsehen damit der Verkehr weniger Einfluss auf den Einkaufsbummel in der Louisenstraße hat.

  • Kritik und Alternativvorschlag

    Der sog. "Alternativvorschlag" der Architektin löst aber keines der Probleme des Kurhauses: Er verbessert weder die Fassade noch gestaltet er den Vorplatz, er liefert keinen Lösungsansatz für den Einzelhandel und schafft auch keine neuen Parkplätze, die dringend erforderlich sind. Den Zugang ins Kurhaus tiefer zu legen bedeutet, die architektonische Gesamtsituation deutlich verschlechtern. Die zwei völlig unmotivierten Glaskugeln auf dem postmodernen Gebäudesockel runden eine architektonisch groteske Gesamt-vorstellung ab.
    Auf einen Nenner gebracht: Es handelt sich m.E. um einen Schnellschuss mit dem Ziel, die historische Rekonstruktion zu verhindern.
    Solche "Alternativen" können zwar die historische Rekonstruktion nicht ver-
    hindern, sie können aber die Diskussion verkomplizieren, da einige Bürger für profane Argumente oft zugänglich sind.

  • Dieser Vorschlag bzw. die dazu gehörige Visualisierung sieht aus als hätten Schüler einer achten Klasse etwas präsentieren müssen.
    Furchtbare grafische Umsetzung. Und das von einer Architektin?


    Vom Inhalt ganz zu schweigen.
    Es geht um die optische Aufwertung der Fassade. Was tut sie? Zwei fragwürdige Glasskugeln auf das Dach setzen. Sinn?


    Unsinn!

  • Wedel, wedel, hust, hust - Ich erlaube mir diesen Strang zu entstauben obwohl, so die Warnung, dieser seit mehr als 2.000 Tagen nicht mehr bedient wurde. Frisch auf und kein neuer Strang weil‘s zum Thema Kurhaus Neuigkeiten gibt. 😃


    Die heutige digitale Spätausgabe der FAZ berichtet, das die Stadt Bad Homburg und die Kur- und Kongress GmbH den Architekten und Stadtplaner Michael Guntersdorf für das Projektteam ab dem 1. November verpflichten haben. Dieser war, zumindest wie Frankfurter wissen, der GF der Dom-Römer GmbH und ist bis zum 30. Oktober noch der Leiter der Stabsstelle "Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt". Guntersdorf soll konsequenterweise basierend auf seinen Erfahrungen das Wettbewerbsverfahren zum Abschluss bringen und das Sanierungsgutachten konkretisieren, dazu gleich mehr.


    Die Aufgabenstellung bzgl. Kurhaus ist unverändert, d.h. drei Optionen stehen zur Auswahl:

    1. Sanierung des Bestandes;

    2. Neubau mit moderner Fassade; oder

    3. Neubau mit historisierender Fassade.

    Für die Sanierung werden zurzeit die Kosten aufwendig ermittelt. Im Sommer diesen Jahres fand ein Ideenwettbewerb statt bei dem sieben Architekturbüros ihre Arbeiten einreichten. Aktuell werden diese hinsichtlich den Kriterien künftige Verkehrsführung, Aufenthaltsqualität im Umfeld und Stärkung der Innenstadt überarbeitet weil kein Entwurf der Büros eindeutig überzeugte. Zum Jahresende, so der Plan, sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nachfolgend ist noch eine Trendumfrage geplant weil ein Bürgerentscheid aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist.