Leipzig: Überblick akut einsturzgefährdeter Gebäude in der Stadt

  • Ausgerechnet die Ecke mit dem schönen Blick zur Heilig-Kreuz-Kirche. Man schafft es noch, dass die Eisenbahnstraße kurz vor einer möglichen Wiederbelebung zu einer zweiten Wurzner Straße wird.

  • Die Feuerwehr? :/


    Um 8.08 Uhr soll der Notruf eingengangen sein und um 10.39 Uhr war ich vor Ort. Meine Uhrzeit bezieht sich also nicht, wann die Feuerwehr eingetroffen ist, sondern wann ich da war und das die Feuerwehr immer noch vor Ort war.

  • ^ In dieser Woche wurde ein Gerüst aufgebaut. Der A&V-Laden sieht von außen total beschädigt aus. Und der Hausflur mit Treppenhaus, wie bereits zu lesen, ausgebrannt.


    Volbedingtstraße 17: Abriss



    Der Abriss begann am 29. Oktober 2014 und war sehr weit voran gestritten, was man von Caruso normalerweise nicht kennt. So sah es dann am morgen des 30. Oktobers aus.




    Volbedingtstraße 19: Abriss


    Ein Großteil der Volbedingstraße 19 ist weg. Einige Stockwerke entlang der Komunwand stehen noch. Die Nr. 21 steht noch komplett.

  • Folgende Antwort auf eine Kleine Anfrage im Sächsischen Landtag passt wohl am ehesten in dieses Thema. Leider weiß ich nicht, wie man direkt darauf verlinkt, es ist aber Drs 6/274 bei den Kleinen Anfragen unter folgendem Link:


    - In Leipzig gibt es insgesamt 14.114 Denkmale (Zum Vergleich Chemnitz: 3.423, Dresden: 9.322).
    - Derzeit liegen ca. 45 Genehmigungen für Abriss oder Teilabriss vor (Zum Vergleich Chemnitz: 6). Für ca. 15 weitere Denkmale wurde ein Abriss beantragt (Zum Vergleich Chemnitz: 3). Ich hätte nicht erwartet, dass die Leipziger Zahlen bei der aktuellen Stadtentwicklung so hoch sind.
    - Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 872 Denkmäler abgerissen (Zum Vergleich Chemnitz: 212, Dresden: 90). In Chemnitz und Leipzig wurden also über 6 % aller Denkmale abgerissen, während Dresden deutlich weniger Verluste erlitten hat.

  • ^ Ich hätte nicht erwartet, dass die Leipziger Zahlen bei der aktuellen Stadtentwicklung so hoch sind.


    Die aktuelle Stadtentwicklung ist für die Sanierung maroder Altbauten zwar förderlich wie nie zuvor, man darf aber nicht vergessen, dass es trotzdem ein Wettlauf gegen die Zeit bleibt. In Leipzig stehen noch weit über 1000 leerstehende und marode Altbauten, von denen viele inzwischen so dermaßen verfallen oder durch Vandalismus in Mitleidenschaft gezogen worden sind, dass ein Abriss unumgänglich erscheint, wenn nicht sehr bald gegengesteuert wird. In Chemnitz und Dresden gibt es viel weniger Altbauten, die vom Einsturz bedroht sind.


    Eine erteilte Abriss- oder Teilabrissgenehmigung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass betreffendes Gebäude auch tatsächlich abgerissen wird.

  • Die "Drs 6/274" ist nicht so leicht zu finden, warum auch immer. Urheber der "Kleinen Anfrage" ist Wolfram Günther*, Sprecher für Denkmalschutz bei Bündnis 90/Die Grünen:


    - Aktuelle Anzahl der sächsischen Kulturdenkmale und Verlust an Kulturdenkmalen seit dem Jahr 2000: http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=202


    * Er ist Vorstandsvorsitzender der Leipziger Denkmalstiftung und hat sich auch sehr stark für die Erhaltung der Papierfabrik Golzern (bei Grimma) gemacht, die sich auch mit mehreren Kleinen Anfragen auf http://edas.landtag.sachsen.de/ finden lassen. Dazu auch ein Artikel im "BAUSTEIN 03|2014", Seite 6 bis 10.


    lguenth1: gleich rechts daneben, über "Vorgang", befinden sich zwei PDF-Icons. Das erste beinhaltet die Fragen und das zweite die Fragen mit den Antworten. Beide oder letztere anklicken und den dortigen Link kopieren.


    Weitere "Kleine Anfragen" von ihm aus dem Sächsischen Landtag:


    - Abriss von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden mit Fördermitteln in Sachsen seit 2009: http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=202


    - Sächsische Liste vom Verfall bedrohter denkmalgeschützter Schlösser und Herrenhäuser: http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=202 und http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=203


    - Verwendung der Fördermittel des 5. Denkmalschutz-Sonderprogrammes des Bundes für sächsische Denkmale: http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=201 (aktuell vom 08.01.2015)


    Des Weiteren:


    - Liste (soweit die Unteren Denkmalschutzbehörden sie gemeldet haben) mit den bedrohten Schlössern und Herrengütern in Sachsen:
    http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=202


    - Gesamtliste der denkmalgeschützten sächsischen Schlösser und Herrensitze je Landkreis:
    http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=202
    http://edas.landtag.sachsen.de…Drs&leg_per=6&pos_dok=203

  • Weit über 1000 leere Altbauten?
    Gibt es eigentlich irgendwo eine konkrete Zahl, wie viele noch leer stehen und für welche ein Abrissantrag vorliegt? Weit über 1000 sagte man auch schon um 2010, mittlerweile wurde sehr viel saniert und einige auch abgerissen. Vermutlich liegen wir längst unter 1000 Gebäuden?


    Und: Wenn es einen Abrissantrag / Genehmigung gibt, sind die Eigentümer ja bekannt. Ich hoffe, dass die Stadt dort versucht, zu intervenieren und ggf. Nutzungen / Eigentümerwechsel zu initiieren. Knapp 60 genehmigte o. beantragte Abrisse finde ich in Zeiten des starken Zuzugs schlicht zu viel, da sicher nicht alle einsturzgefährdet sind UND man muss noch die Altbauten ohne Denkmalstatus dazurechnen.
    Es gibt ja Altbauten, die sehen genauso aus wie der Nachbar, sind aber Denkmal. Oder auch nicht. Diese "Logik" muss man nicht verstehen, wohl durch die schnelle "Unterschutzstellung" nach 1990 bedingt. Aber darum darf man nicht vergessen, dass die wirkliche Zahl der Abrisse von Altbauten (vor 1949) wohl weit über 1000 liegt, davon 872 Denkmale, weitere Gebäude hatten vielleicht auch Denkmalcharakter, aber keinen Eintrag in der Liste.

  • Ich wüßte nicht, wer eine solche Zahl in den letzten Jahren ermittelt haben könnte. Aus der Stadtverwaltung kenne ich keine solche Liste, wobei natürlich einzelne Ämter wie das Bauordnungsamt oder das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, schon entsprechende Listen führen, nur eben ihren speziellen Aufgaben entsprechend.


    Da hilft wohl nur selbst zählen, auch wenn das sehr aufwändig und langwierig ist. Aber über den Leipziger Westen, immerhin etwa ein Viertel der Stadt, haben wir uns gemeinsam schon einen guten Überblick verschafft, siehe die erste Seite in diesen Thread. Im Zentrum und Süden sind die leerstehenden unsanierten Häuser rasch zu überschauen.


    Im Norden und Osten ist jedoch noch einiges zu zählen:
    http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=432323 ff.

  • ^ Wir müssen uns ja nicht unbedingt die Mühe machen, alle leeren Wohngebäude in der Stadt zu zählen, es reicht ja schon ein Schätzwert. Ich verlinke noch mal auf Beitrag 2 dieses Threads, worin es heißt, dass von den knapp 12.000 denkmalgeschützten Altbauten 90 Prozent saniert seien. Ich will nicht sagen, dass diese Zahl maßlos übertrieben ist, aber sehr wahrscheinlich großzügig aufgerundet. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass noch mehr als jeder 10. Altbau nicht saniert ist. Aber selbst wenn wir die 90 Prozent nehmen, bedeutet das immer noch eine Quote von knapp 1.200 unsanierter Altbauten in Leipzig. Hinzu kommt der große Wohnungsbestand von 1914 bis in die 1960er-Jahre, der für mich auch als Altbau zählt. Hier dürfte es zwar weniger Sanierungsstau und Leerstand geben, weil die großen Wohnanlagen meist von Wohnungsgenossenschaften saniert worden sind, aber auch hier läppert sich einiges zusammen, so dass die von mir kolportierten "weit über 1000 leerstehende und marode Altbauten" hinkommen sollten.


    Und in diesem Thread geht es um einsturzgefährdete Altbauten. Das ist ja noch einmal ein Unterschied.

  • Eisenbahnstraße 43: Schutzgerüst wird abgebaut


    PM von LVB und Stadt Leipzig: "Die Gebäudesicherungsmaßnahmen am einsturzgefährdeten Haus Eisenbahnstraße 43 sind abgeschlossen. Nachdem im Inneren des Gebäudes ein Schutzgerüst errichtet worden ist, ist das Gerüst an der Straßenseite zur Stabilisierung nicht mehr erforderlich. Am Samstag (17. Januar) wird es abgebaut. Dafür muss die Eisenbahnstraße ab 6 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Der Straßenbahnverkehr wird den ganzen Tag umgeleitet. Der Individualverkehr kann voraussichtlich bereits in den Nachmittagsstunden wieder rollen. Am Sonntag verkehren dann auch die Trams wieder wie gewohnt."

  • Gorkistraße 133


    Die "Gorkistraße 133" in Schönefeld hat eine Gehwegabsperrung erhalten.


    Nonnenstraße 50


    Die "Nonnenstraße 50" (neben Neue Leipziger Terrassen) in Plagwitz hat eine Gehwegabsperrung erhalten.

  • Haus Merseburger Straße wird gesichert


    Auf der LVB-Website steht, dass bis Freitagabend ein Haus in der Merseburger Straße gesichert wird. Weiß jemand, welches?


    Eckhardtsche Siedlung wird saniert


    Die Eckhardtsche Siedlung in Kleinzschocher an der Kurt-Kresse-Straße Ecke Dieskaustraße wird saniert. Das Objekt stammt aus den Jahren 1936 bis 1938, mit 30 Wohnungen zwischen 49 m² und 105 m² (5 Aufgänge mit 4 bis 7 Einheiten), Aufzug, Fußbodenheizung, Balkone und Echtholzparkett.

  • Georg-Schumann-Straße 250


    Update:
    Das gestern noch als "notgesichert" gezeigte Gebäude ist wohl nun doch nicht vom Abriss bedroht.
    Das Haus soll lt. Eigentümer weiter saniert werden.
    Verwunderlich ist aber weiterhin, warum man ein Dach saniert und eine Fassade neu anmalt, innendrin aber die eingestürzten Decken nicht sichert, was für die Standsicherheit des Gebäudes wohl deutlich wichtiger ist als eine leuchtende Fassade?!?


    http://www.lvz-online.de/leipz…ker-leipzig-a-279624.html

  • Entwarnung! Die Georg-Schumann-Straße 250 ist offenbar nicht akut einsturzgefährdet:


    LVZ-Online, 19.03.2015
    Feuerwehreinsatz in leerem Haus in Leipzig-Möckern – vermeintlicher Brand war Staubwolke
    http://www.lvz-online.de/leipz…ker-leipzig-a-279624.html


    Nach Auskunft des Eigentümers und Sanierers des Hauses sind nicht, wie zunächst vermutet, mehrere Zwischendecken eingestürzt, sondern es soll lediglich ein abgebrochener Balken Schuld für die Aufregung sein. Das Haus sei nicht einsturzgefährdet.


    Baran Karaoglan, Sprecher des Eigentümers, erklärte am Donnerstagvormittag gegenüber LVZ-Online: „Wir waren eben mit den Behörden zur Begutachtung auf der Baustelle, es sind keine Zwischendecken eingestürzt. Allerdings ist ein morscher Balken abgebrochen und auf darunter liegende Styropor-Platten gefallen. Das hat den ganzen Staub aufgewirbelt.“ Nun habe das Bauordnungsamt angeordnet, eine weitere Stütze im Gebäude aufzustellen. Am Nachmittag soll die Behörde Details ihres Vor-Ort-Termins bekanntgeben.

  • Ganz so glimpflich ist es offenbar doch nicht:


    PM Amt für Bauordnung und Denkmalpflege