Fahrradentwicklungsstadt München

  • Das wäre eine sehr schöne Sache, vor allem wenn es nicht nur bei einem Radschnellweg bleibt, zusammen mit der Umgestaltung vieler Kreuzungen und Plätze, und dem Rückbau überflüssig gewordener Straßenspuren könnte man so wirklich den Autoverkehr in der City reduzieren :)

  • Danke für diese Information, das Konzept vom ADFC gefällt mir und es wäre ein erster Ansatz in die richtige Richtung :daumen:


    Allerdings muss man sich ernsthaft fragen wie dies in einer Stadt realisiert werden soll, die es mit der Förderung des Radfahrens nicht ernst meint und sogar vielen anderen europäischen Großstädten hinterher hinkt?


    Nur zwei Beispiele:
    - die lebensgefährliche Verkehrssituation entlang der Lindwurmstraße - Vorschlag der CSU, man möge die Radfahrer doch über andere Straßen umleiten :lach: :bash:


    - Verbindung zwischen Pasing und dem Hauptbahnhof entlang der Gleise, diese wäre schon lange sehr einfach zu einem Radschnellweg auszubauen und prädestiniert dafür, aber was geschah in den letzten 10 Jahren? Ja, richtig... NICHTS!


    Bei solch einer fahrradfeindlichen Politik haben die engagierten Damen und Herren vom ADFC noch einige Hindernisse zu beseitigen.
    Und nur weil jetzt die völlig zerstörten Radwege an mancher Ecke saniert oder ein paar Streifen aufgepinselt wurden, wo selbst die Autofahrer an der bestehenden Situation verzweifelten, wird aus einer Autohauptstadt noch kein Förderer des Radverkehrs.
    Wir fördern hier lieber körperlich und geistig verweichlichte Gehfaule, die unseren Kindern ein Potpourri an Giftgasen in der Atemluft bescheren.


    Die Ganzjahres-Pendler auf dem Radl meiden diese ganzen "aufgehübschten" Straßen nach wie vor wie der Teufel das Weihwasser. Das hat gute Gründe und es sind nicht nur die polizeistaatlichen Radikalaktionen (wie USK-Beamte im Gebüsch) die man sich als Ortskundiger gerne erspart.

  • Das Radschnellweg-Konzept gefällt mir!
    Leider sind die Erläuterungen zum südlichen Ende sehr knapp gehalten (insbesondere im Vergleich zur nördlichen Hälfte der Strecke). Ich hätte mir auch zumindest Andeutungen gewünscht, wie vom HBF weiter Richtung Westen, Osten und insb. Süden geradelt werden soll. Die Verkehrssituation um den HBF ist schließlich äußerst schwierig. Womöglich bietet sich daher die Hackerbrücke als alternativer Endpunkt an.


    Die Radlfahrer nicht durch die Lindwurmstraße (sondern z. B. entlang des Alten Südlichen Friedhofs) zu führen, halte ich für gar keine schlechte Idee. :headscratch:

  • Is ne gute Idee. Nur da wirds sehr schnell riesen Probleme geben, da ich es eigtl nicht für möglich halte in vielen der kleinen Strassen Schwabings eben mal paar Meter für einen Radschnellweg abzuzwicken. Da gehn die Anwohner sofort auf die Barrikaden. Im Norden Schwabings ist es möglich auch noch an der Sophienstrasse und in weiteren Teilen der südlichen Maxvorstadt geht das, aber nicht in der nördlichen Maxvorstadt. Ausser eben man legt die Strassen quasi komplett still.


    Sonst gefällt mir die Idee sehr!


    Die Achse rüber zur LMU via Adalbertstr. ist z.B. komplett unanbindbar. Immer vorausgesetzt so ein Schnellweg hat seine 4m.



    Das ganze würde entlang der Ludwigsstr. mehr sinn machen, da dort einfach viel mehr Platz ist.


    Nach Pasing Raus vom HBF wäre natürlich aus ideal!

  • Da die Pilotstrecke offenbar von Garching in die Münchner Innenstadt gehen soll, bleibt die Frage wie diese genau verlaufen könnte.


    Geht es von der Uni aus entlang der unattraktiven Leopoldstraße oder wird eine kleinere Straße entsprechend umgebaut? Soll dieser Weg im Norden entlang der B11 führen? Das wäre meiner Meinung nach Geldverschwendung, denn wer fährt freiweillig entlang einer Bundesstraße wenn er den viel schöneren und kaum längeren Isarweg nutzen kann.
    Eine durchgehende Asphaltierung des Isar-Radwegs ist wiederum keine Option, das wäre für Fußgänger eine Zumutung.


    Man müsste also eher kleinere Straßen als Verbindung nutzen (ggf. dort einen der beiden Bürgersteige abbauen) und das Teilstück von der Studentenstadt bis nach Garching auf jeden Fall deutlich von der A9 und B11 entfernt, was gar nicht so einfach wird.


    Ich persönlich hätte eher eine Pilotstrecke vom HBF über Pasing bis nach Germering oder FFB gebaut, da ist viel mehr Platz um bei geringen Kosten etwas wegweisendes und medienwirksames zu schaffen, zumal der Großteil der Strecke eh schon für so einen Radlschnellweg freigehalten wurde. Wenn man sich schon als Pilot die komplizierteste Route aussucht, dann wird das nie was.

  • Braunauer Eisenbahnbrücke

    Für den nördlichen Teil der Braunauer Eisenbahnbrücke (offenbar seit ca. 1958 nur noch als Rangiergleis für den Viehhof genutzt und dann stillgelegt) gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder den Vorschlag, dort eine zusätzliche Isarquerung für Fußgänger und Radfahrer einzurichten. Nun haben die Rathaus-Grünen erneut diesen Vorschlag gemacht, und zwar im größeren Zusammenhang mit einem möglichen Fuß- und Radlweg, der von der Ganghoferstraße dem Südring folgend über die Isar und weiter verlaufen könnte.


    http://www.wochenanzeiger-muen…l%C3%B6sbar%22,80466.html


    - Verbindung zwischen Pasing und dem Hauptbahnhof entlang der Gleise, diese wäre schon lange sehr einfach zu einem Radschnellweg auszubauen und prädestiniert dafür, aber was geschah in den letzten 10 Jahren? Ja, richtig... NICHTS!
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    Die Idee, großzügige und leistungsfähige Radl- und Fußgängerverbindungen bevorzugt entlang der unzähligen Bahntrassen anzulegen, hat sicherlich viel Zukunft und Potenzial und sollte unbedingt weiter verfolgt werden :daumen:

  • KVR-Chef: Zügigerer und einfacherer Radnetzausbau

    Der Chef des Kreisverwaltungsreferats Thomas Böhle fordert ein beschleunigtes Vorgehen beim Ausbau der Radwege in München. Ihm geht der Ausbau "nicht schnell genug".


    Immerhin lag der Anteil der Radler am Gesamtverkehr 2002 bei 10%, 2018 können es aber schon 20% sein. Daher müsse das Rad bei der Verkehrsplanung entsprechend mehr berücksichtigt werden.


    Er bemängelt das, was hier im Forum schon öfter moniert wurde: Das "kleinteilige Vorgehen" und das geringe Tempo beim Ausbau der Radinfrastruktur.
    Das KVR, das für rechtliche und sicherheitsrelevante Fragen zuständig ist, wird zu diesem kleinteiligen Vorgehen praktisch gezwungen, da einerseits der Stadtrat über bestimmte Maßnahmen abstimmen möchte (und Abstimmungen gerne verschiebt) und sich ganze fünf Referate beim Thema Radverkehr absprechen müssen.


    Daher möchte Böhle nun nach dem Vorbild Hamburg einen eigenen Verkehrsreferenten installieren, sodass die Prozesse beschleunigt werden können.


    Immerhin gibt es laut Artikel in München mittlerweile 60 ausgewiesene Fahrradstraßen, so viele wie sonst nirgends in Deutschland. Böhle möchte zudem demnächst sogenannte Radlsheriffs einsetzen, die sich um auf Radwegen parkende Autos kümmern sollen.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…des-radverkehrs-1.3717829

  • Das ist alles schön und gut, aber ich erinnere daran, dass es die Stadt München in Jahrzehnten(!) nichtmal geschafft hat einen exklusiven Radlweg entlang der Stammstrecke von Pasing bis zum Hauptbahnhof zu bauen.
    Dieses ungepflegte Flickwerk, das zur Pendlerzeit von Fußgängern (Mütter mit Schulkinder) überflutet ist, das bringt zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur genau so viel: NICHTS!


    Offenbar will man hier sehenden Auges weiter ins Unglück rennen, denn bei der Radlinfrastruktur wäre es verhältnismäßig einfach riesige Fortschritte zu machen. Bis auf ein paar freigegebene Einbahnstraßen ist allerdings überhaupt nichts passiert, was auch nur ansatzweise der Rede wert ist.

  • Zitat

    Offenbar will man hier sehenden Auges weiter ins Unglück rennen


    Wenn eine Behörde Änderungen anmahnt bzw. Änderungen selbst vornehmen möchte, dann leitest du deine Feststellung woraus ab?

  • Lastenräder wären sowieso ein großartiger Ansatz für Leihräder - ein Fahrrad hab ich selber, aber extra ein Lastenrad für den Großeinkauf zu kaufen macht keinen Sinn. Dafür an der Station ein Lastenrad zu mieten wäre fantastisch.

  • Das finde ich auch. Mit Sicherheit werde ich das Angebot einmal ausprobieren. Wenn es flächendeckend angeboten wird, ein prima Ersatz für´s Auto - auch beim Getränkekauf.

  • Schon wieder reine Absichtserklärungen und im besten Fall Untersuchungen, die eingeleitet werden:



    Quelle: https://ru.muenchen.de/2018/22…erkehrs-in-Muenchen-76700


    Der Wille wird ja schon seit Zeiten der Radlhaupstadt bekundet, nur es müssen jetzt endlich auch mal konkrete Wege gegangen werden. Mit diesen Trippelschritten wird die Stadt die Verkehrswende schlichtweg verschlafen :nono:

  • Mod.: aus dem Prinz-Eugen-Thread http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=592043


    So ist es. Wir reden ja hier von einer Stadt mit 310km² Fläche. Ist nicht wie in Berlin, daß man da jetzt stundenlang radeln müßte.
    Das ist der Vorteil einer Stadt mit dichterer Bebauung (für D. Verhältnisse). Alles ist schön nah und kompakt.
    Es wird immer nur an die Infrastruktur für Autos gedacht. Mein Tipp: Radwege besser ausbauen. Dann kommt man vielleicht an Amsterdam oder Kopenhagen Verhältnisse ran.
    In BCN wird auch viel geradelt. Da ist oft schönes Wetter. Aber bei oben genannten Städten, eben wie in MUC. Muß dann wohl an den schlechten Radlwegen liegen und nicht am Wetter.
    Man kann den Spieß ja auch mal umdrehen. Die neuen Siedlungen so dicht und hoch zu bauen, daß der Autoverkehr zusammenbricht.
    Dann kann man ja schaun, ob der ein oder andere nicht doch sein Rad benutzt? Auch 20-30min zu Fuß gehen schadet nicht, hab ich gehört :)
    Darum halte ich PEK, Domagkpark, etc. für komplette Fehlplanungen auf super attraktiven Flächen.
    Bald hat man so tolle Flächen nicht mehr.