Moabit | Kleinere Projekte

  • Bei aller Verehrung für Nöfer von einigen hier im Forum. Dieser Neubau ist doch einfach nur schrecklich. Die Balkone einfach banal. Sie strecken den Menschen die Zunge entgegen. Für mich der schlechteste Entwurf seit langem aus diesem Büro. Das kann Nöfer besser. Schade um den Altbau.

  • Ich weiß zwar nicht, wer oder was bei dir "der Gemüsetürke" ist und auf was du in einer pluralistischen Gesellschaft mit diesem Begriff? hinaus willst.

    Herrje, der Begriff "Gemüsetürke" ist in meinem Wortschatz sowas wie "der Italiener" oder "der Grieche" – nur halt nicht auf Restaurants bezogen, sondern auf Obst- und Gemüsehändler. Hat gar nichts Abfälliges. Auf das Beispiel kam ich vermutlich, weil es in meinem alten Kiez um die Verdrängung eines solchen Händlers mal eine Riesendebatte gegeben hat (Stichwort: "Bizim Kiez").


    Und um sich in einem Nöfer-Neubau (ob gelungen oder nicht) eine Wohnung kaufen zu können, braucht man mindestens eine kleine, florierende Gemüsemarkt-Kette.

  • Ich finde, es hat sich insgesamt nochmal deutlich verbessert. Hier die Veränderungen, die ich entdecken kann:


    - Loggien werden durch die Ausbildung einer innenliegenden Fassung besser gerahmt

    - Balkone des obersten Stockwerks sind nun auch rundlich und nicht mehr schnurgerade

    - Eingangsbereich ist „massiver“ gerahmt

    - Gebäudeabschluss ist differenzierter, indem die beiden Spitzen deutlicher hervortreten

    - Gesims zwischen 3. und 4.OG ist weniger präsent

    - Sockel hebt sich weniger hervor, da er nun wie die restlichen Etagen weiß verputzt wird und sich die „Rustizierung“ kaum von den oberen Etagen unterscheidet


    Was davon nun besser oder schlechter ist, ist wohl eher subjektiv.

  • Bin ich der einzige der diese graue Wand (die sicher schon bald mit Graffiti verschönert wird) ziemlich schrecklich findet?!

    Das ist tatsächlich das Problem der Architektur, Sie beschäftigt sich manchmal nicht ausreichend mit der Realität...

    Die Uferwand wird, (soweit möglich) entsprechend der ursprünglich Gestaltung der Uferwand aus "Kaisers Zeiten", denkmalgerecht wieder hergestellt. Bitte vor 110 Jahren beschweren, dass die damals so langweiliges grau benutzt haben ;)

  • Das ist schade, dass man die bereits geschaffene Fläche nicht sinnvoll nutzt. Die breite, die die Spree an der Stelle aufweist, ist für den Schiffsverkehr auf jeden Fall nicht notwendig, da könnte man etwas abzwacken.

    Bitte mal die Faktenlage im Blick behalten. Spree und Havel werden derzeit einer groß angelegten Verjüngungskur unterzogen. Hintergrund ist, dass das Bundesministerium für Verkehr weniger LKWs auf den Straßen haben will und (endlich) mal mehr Geld für den deutlich effektiveren Transport von Gütern auf der Schiene und dem Wasser in die Hand genommen hat. Das "Ziel der Planungen ist die Erreichbarkeit des Westhafens für einen großen Schubverband", da diese in Berlin bisher unsinnige Umwege fahren müssen, oder beim Versuch von Manövern an die Uferwand stoßen. (Quelle: https://www.wna-berlin.wsv.de/…89F7526FA55FD7F.live11294)


    Die Idee, die Breite der Spree "abzuzwacken" ist da, vorsichtig formuliert, "unklug".

  • Wäre schade wenn die Mauer so bliebe aber davon ist wohl auszugehen, helle großformatige Flächen bleiben nicht lange unschuldig. Eine Quernut über der Wasseroberfläche wäre gut gewesen die man mit Klinker ausmauern hätte können, gerade mit Hinblick auf die backsteinbauten - auch eine Stein oder Gusssteinverkleidung Hätte gut gewirkt. So ne blanke Betonmauer wirkt an diesem Ort hier irgendwie billig, Unfertig und trist.

    Na, da mal nicht den Tag vor dem Abend loben. Auf Höhe der Wasseroberfläche befindet sich, wie auch immer so kommuniziert, tatsächlich eine Hartgesteinverkleidung, also alles so wie du es dir wünscht ;)

    Schau doch jetzt mal am Wikingerufer vorbei, da kannst du das von der Brücke aus schon sehen.

  • Sanierung Uferwand Wikingerufer

    Bilder zuletzt hier


    Wo ihr gerade so schön über die Uferwand diskutiert, passt das ja ganz gut: Ein weiterer großer Fortschritt ist zu verzeichnen. Man hat damit begonnen, die vorgelagerten Spundwände zu ziehen und die temporäre Baufläche zu entfernen. Nahe der Gotzkowskybrücke ist schon fast alles weg und die Spree hat wieder ihre ursprüngliche Breite:


    wikingerufer01.jpg


    wikingerufer02.jpg

  • Hintergrund ist, dass das Bundesministerium für Verkehr weniger LKWs auf den Straßen haben will und (endlich) mal mehr Geld für den deutlich effektiveren Transport von Gütern auf der Schiene und dem Wasser in die Hand genommen hat.

    Danke für den interessanten Hinweis auf diese Planungen! Ich wollte aber nochmal nachfragen, ob du dir sicher bist (oder eine Quelle hast) inwiefern die Spree südlich von Moabit davon betroffen ist? So wie das für mich auf Google Maps aussieht erreicht man den Westhafen von Westen und Osten kommend am besten über den (nomen ist omen) Westhafenkanal und in deiner Webquelle wird auch nur dieser erwähnt, oder?

  • ^ Völlig richtig, die Moabiter Spree spielt für die Erreichbarkeit des Westhafen durch große Schubverbände keine Rolle.


    Dennoch halte ich die Idee, der Spree oder anderen städtischen Wasserläufen Flächen anzunehmen, um Bauland zu gewinnen, für fragwürdig. Die Flüsse, Kanäle (und Seen) sind für das Stadtbild und die Lebensqualität nicht unbedeutend. Anderswo (z. B. Leipzig) werden einst zugeschüttete Wasserläufe mühsam wieder hergestellt.


    Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, einen Steg o. ä. über dem Wasser parallel zum Ufer zu errichten, z. B. wenn für einen Uferweg kein Platz ist. Hier beim Wikingerufer ist das unnötig und wäre völlig unsinnig.