Kleinere Projekte Moabit

  • Das wird bald wieder so ähnlich kommen, nicht vielleicht im dem ausmaß wie zur kaiserszeit, aber es wird so kommen wo man das günstig erwerbt was heute kaum zu haben ist. ich würde mir oft wünschen, etwas modernes wie große Fenster, di eheute sehr oft verbaut werden mit tollen elementen aus stuck. Wie das harmonieren würde. Mal schauen ob das die zukunft bringt.


    Ich finde an berlins altbauten gehören stuckfassaden hin und die stadt sollte mehr daran tun,zumindestens erhaltung bzw wiederherstellung. Altbauten mit glatten fassaden sind für mich keine altbauten, einfach grausam...metapher möchte ich jetzt nicht sagen, sonst geht das noch unter die gürtellinie.

  • Stuck ist ein minderwertiger und problematischer Werkstoff. Man hat ihn halt breit eingesetzt weil er so extrem billig ist. Da wo das Budget größer war hat man ja auch Ornamente aus Naturstein genutzt, speziell in Süddeutschland waren auch gusseiserne Ornamente gebräuchlich (die nicht als solche erkennbar waren bzw. nur für ein geübtes Auge). Wenn Ornamentik dann gibt es da heute deutlich überlegenere Baustoffe. Ich finde Stuck nur im Bereich des Denkmalschutzes sinnvoll, da muss man einfach auf Authentizität achten.

  • Geld ist ein großes Problem. Früher war Stuckateur ein dermaßen verbreiteter Beruf wie heute Heizungsbauer. Und die verbauten Ornamente waren vorgefertigte Elemente aus der Fabrik die vor Ort nur noch eingepasst wurden. Entsprechend billig - und darum auch entsprechend verbreitet - war Stuck eben in der Gründerzeit. Heute ist das so selten geworden dass es fast ein Kunsthandwerk geworden ist und sich die wenigen Experten ihre Arbeit entsprechend gut bezahlen - lassen müssen um mit dem geringeren Auftragsvolumen und dem höheren Aufwand (diese ganzen Fertigstuckteile gibt es alle nicht mehr in diesem Ausmaß) noch ein Auskommen zu finden.


    Das ist nun wirklich Unsinn - wir schreiben das Jahr 2011. Heute sind die Stuckaturen bei wärmegedämmten Fassaden aus Glasschaum, der mit einer Putzschicht übersprüht wird. Oder man klebt Styropor-Fertigteile, die übersprüht werden. Gesimse & Stuck aus diesen Materialia gibt es bei jedem Putzer aus dem Musterbuch - wie weiland zu Kaisers Zeiten. Das ist auch nicht teurer als knalliger Mehrfarbanstrich und die komische Fassadendeko.


    Zum Beispiel hier oder hier.

  • ich muss aber Baumeista ebenfalls recht geben!
    mein Onkel ist Stukator, und berichtet mir ebenfalls genau dasselbe, es ist ein seltener Beruf geworden ist, der aber wieder vermehrt anerkennung findet! ich denke gerade beim Wiederaufbau des Stadtschlosses könnte dieses dazu beitragen!


    und ich finde den Begriff "Unsinn" auch ein wenig überspitzt? wo bleiben die guten Manieren? man hätte ja Schreiben können , ich sehe das vollkommen anders, oder so ist das Heute aber immernoch, der Begriff "Unsinn" klingt so als würde er Lügen? und das tut er bei weitem nicht!

  • @ Hätte ich "Lüge" gemeint hätte ich es auch geschrieben. Ich meinte aber Unsinn.
    Natürlich ist echter Stuck heute rar und teuer. Aber der von mir zitierten Stuck aus Glasschaum oder Styropor eben genauso Massenware wie zu Kaisers Zeiten. Dreiviertel der neu entstandenen Dresdner Altstadt sind so gebaut, da kann man doch nicht mehr von einer teuren Randerscheinung sprechen.

  • Man sollte dabei vor allem auch bedenken, dass abgesehen von wenigen denkmalschützerischen Tätigkeiten echter Stuck heutzutage überhaupt nicht sinnvoll angebracht werden kann. Die ganzen energetischen Vorschriften bedingen auch bei Altbauten entsprechende Dämmmaßnahmen und damit natürlich auch besondere Lösungen. Wie eben passende Formteile aus Styropor.

  • Kleinere Projekte Moabit

    ^ Sicher wäre ein Wiederanbringen des Stucks die schönere Lösung gewesen als die poppig-bunte Bemalung mit Insekten-Deko.


    Wenn ich mir aber den häufig an sanierte Altbauten angebrachten "Baumarkt-Pseudestuck-Elemente, der meist nur aus ein paar Leisten, Bögen und/oder Dreieckchen bestehen, anschaue, bin ich mir da nicht so sicher.


    Entweder man bringt den Stuck "richtig" an, also so, dass er optisch dem Stil der JH-Wende bzw. davor nahekommt, oder man lässt es besser.


    Die südliche Gotzkowskystraße im Moabit zeigt beispielhaft den Unterschied. Auf der westlichen Straßenseite sind mehrere Altbauten mit wunderschönem üppigen Stuck erhalten, gegenüber hat man solche billige Dekoelemente angebracht.


    Westseite Gotzkowskystraße


    Ostseite Gotzkowskystraße

  • Stuck-Reko

    Vielen Dank, toll herausgesucht!


    Das Beispiel zeigt wieder einmal, dass es beim Bauen auf handwerkliche Qualität ankommt und es keine simplen Patentrezepte gibt. Auf schnell und billig sollte man dann meist lieber ganz verzichten. So bin ich auch der Ansicht, das bewährte helle Fassadenfarben zu bevorzugen sind und knallige Effekte nur bei entsprechend hochwertiger Ausführung realisiert werden sollten.

  • solchen stuck, fals man es so nennen darf würde ich verbieten. Das sieht so scheußlich aus, so unpassend hat mit architektur nichts zu tun. Da sollten Gesetze geschaffen werden, die so etwas verbieten,grausam....! mehr kann man dazu nicht sagen.

  • Wenn ich mir aber den häufig an sanierte Altbauten angebrachten "Baumarkt-Pseudestuck-Elemente, der meist nur aus ein paar Leisten, Bögen und/oder Dreieckchen bestehen, anschaue, bin ich mir da nicht so sicher.


    Entweder man bringt den Stuck "richtig" an, also so, dass er optisch dem Stil der JH-Wende bzw. davor nahekommt, oder man lässt es besser.[/URL]


    Das ist Nostalgie. JH-Wende Mietshäuser wurden auch mit "Baumarkt-Pseudostuck-Elementen" verziert, waren alles Fertigteile aus damaliger Massenproduktion. Genauso wie Gusseisengeländer etc. Dass diese sich uns heute nicht so uniform präsentieren hat damit zu tun dass über das letzte Jahrhundert immer wieder Veränderungen vorgenommen wurden, viele Lagen frische Farbe übereinander das Relief ebenso patiniert und verändert haben wie die Witterung. Und dass einfach nicht mehr jedes Haus so ausschaut sondern reich verzierte Häuser inzwischen die Ausnahme bilden. In Paris geht mir der uniforme Haussmann-Stil hingegen nach einiger Zeit auf die Nerven und wird langweilig, als Extrembeispiel.


    Der Stuckateur von Heute hat mit seinen Kollegen von Anno Dazumal auch nichts mehr gemein, der ist denkmalpflegerisch tätig, muss sich in einen längst vergangenen Zeitgeschmack reindenken, sehr viel von Materialkunde verstehen und ein Händchen für konservatorische und rekonstruktive Arbeiten haben.


    Und ich fände nichts alberner als Reko-Stuck auf "alt" zu trimmen. Im Übrigen, hätte es damals schon EPS/"Styropor" gegeben dann hätte man das bei den Mietskasernen sicherlich verwendet. Die im berliner Wohnungsbau verbreitete Fassadenornamentik ist von minderwertigem Material, fast nur repräsentative Bauten erhielten Ornamente aus Naturstein, die entsprechend haltbarer und kunstvoller sind (da nicht industriell herstellbar). Diesen Zweck hatte Stuck im Übrigen auch, es sollte die als begehrenswert angesehenen aufwändigen Natursteinfassaden imitieren. Insofern bin ich schon gespannt auf das Stadtschloß, ob es überhaupt noch Steinmetze in der notwendigen Anzahl gibt um solch eine große Naturstein-Fassade zu erstellen.

  • Ehem. Hertie an der Moabiter Turmstraße

    MoabitOnline zeigt eine neue Visualisierung, wie das alte Kaufhaus nach der Umgestaltung aussehen soll. Nach vorne streng längsgestreift, schwarz und weiß, die restlichen Baukörper dunkelgrau... leider nichts spektakuläres. Hier der Link: MoabitOnline

  • Reihenhäuser in der Seydlitzstraße

    In Top-Lage, sehr ruhig im Grünen neben Sportplätzen und dem Fritz-Schloß-Park, dennoch nur wenige Gehminuten vom Hbf entfernt, werden an der Seydlitzstraße seit geraumer Zeit 5 Reihenhäuser in Zeilenbauweise errichtet.


    Es ist erstaunlich, wie lange sowas dauern kann. Man ist immer noch nicht fertig, auch wenn schon mehrere Wohnungen bezogen sind. Hier zum Vergleich Bilder vom Mai 2010 - seitdem ist der Fortschritt ziemlich überschaubar.


    Von dieser Seite sieht es schon ganz gut aus:



    Aber von der Seydlitzstr. aus gesehen wirkt es noch sehr "baustellig":



    Hier fast fertig ...



    ... aber hier noch Gerüste:



    Die schlicht verputzten "Rück"-Seiten wirken m. E. ziemlich öde:



    Schade, dass ausgerechnet die am besten einsehbare Fassade ohne Holzoptik daherkommt:


  • Neuer Hafen für Moabit

    Ok, etwas übertrieben, ;) aber immerhin eine Verladerampe am Wasser. Im äußersten Westen Moabits, am Neuen Ufer am Charlottenburger Verbindungskanal, wird ein Roll-on / Roll-off-Rampe als Verladekai erreichtet.


    Nutzer wird das Siemens Gasturbinenwerk an der Huttenstraße sein, das in Zukunft seine riesigen Turbinen nur wenige Hundert Meter vom Werk hier auf ein Spezialschiff verladen kann, um sie dann auf dem Wasserweg weiter zu transportieren. Bisher geschieht das noch mit Schwertransporten über die Straße meist zum Westhafen.


    Lage bei Google Maps


    Das Projekt ist seit längerem angekündigt, nun haben die Bauarbeiten begonnen.


    Hier drei Fotos, leider bei schon einsetzender Dunkelheit aufgenommen. Zunächst der Blick nach Süden von der Sickingenbrücke aus, ganz links die Einmündung der Huttenstraße:



    Blick vom Neuen Ufer nach Südwesten:



    Blick vom Goslarer Ufer nach Nordosten:




    Abschließend noch zwei Links zu Artikeln, die darüber berichten (z. T. mit Visualisierungen):


    MoabitOnline


    Netzwerk Moabit

  • Kleinere Projekte Moabit

    Es scheint voranzugehen mit dem Plan eines Stadtteilzentrums in der alten Brauerei. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, entsprechende Auflagen müssen berücksichtigt werden.
    Zwar nerven die ewigen EKZ, aber in diesem Fall kan ich es mir ganz gut vorstellen. Auf jeden Fall besser als ein neues EHZ und den Abriss der alten Brauerei.
    Hier der Artikel im Tagesspiegel:
    http://www.tagesspiegel.de/ber…euro-projekt/6454086.html

  • Neue Brücke neben der Föhrer Brücke

    Heute zufällig beim Vorbeifahren gesehen: Unmittelbar neben der Föhrer Brücke, die Wedding mit Moabit verbindet und den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal überquert, wird eine schmale neue Brücke gebaut. Die Brückenköpfe sind bereits betoniert, die Stahlkonstruktion liegt derzeit auf dem Gehweg der Föhrer Straßenbrücke.


    Ein Bauschild war nicht zu sehen, es handelt sich aber wohl "nur" um eine neue Rohr- bzw. Leitungsbrücke für Fernwärme oder so.


    Blick Richtung Süden, hinten links das Kraftwerk Moabit, davor der südliche Brückenkopf:



    Die noch "geparkte" Stahlkonstruktion:



    Das Brückenlager am Nordufer:


  • Ehem. Güterbahnhof Moabit

    Hier mal Bilder vom ehem. Güterbahnhof Moabit an der Siemensstraße. Dort will Hamberger eine Großmarkthalle errichten, was im Kiez nicht für ungeteilte Begeisterung sorgt.


    Durch das Fällen der Pappeln an der Siemensstraße hat man derzeit einen weiten Blick über das Gelände bis zum Westhafen:



    Im Hintergrund beim Bahnschuppen entsteht derzeit der neue Stadtgarten Moabit:



    Das Bauschild zeigt klare Anzeichen, dass das Hamberger-Projekt nicht alle glücklich macht:


  • Für das ehemalige Hertie-Kaufhaus an der Turmstraße (siehe Beitrag #162) gibt es übrigens eine neue Visualisierung - zu finden im Tagesspiegel. Mit den Bauarbeiten wurde anscheinend bereits begonnen.


    Des Weiteren soll noch in diesem Monat der B-Plan für das geplante Einkaufszentrum in der einstigen Schultheiss-Brauerei veröffentlich werden (siehe Beitrag #172).


    Für das Gesundheitszentrum Turmstraße (siehe Beitrag #52) wurde vor kurzem Richtfest gefeiert. Nebenan in der Wilhelmshavener Straße habe man vor, eine weitere Lücke zu schließen.

  • ...
    Für das ehemalige Hertie-Kaufhaus an der Turmstraße (siehe Beitrag #162) gibt es übrigens eine neue Visualisierung - zu finden im Tagesspiegel. Mit den Bauarbeiten wurde anscheinend bereits begonnen.


    Im Inneren des Gebäudes wird schon seit Monaten gearbeitet (Entkernung, vermute ich), wobei man bisher nur von der Rückseite aus dem Bau zuleibe rückt. An der Fassade und überhaupt an der Turmstraßenseite finden noch keine Arbeiten statt.