allg. Projekte N. Nordost (NO-Bhf., Herrnhütte, Schoppershof)

  • Baufortschritt "Radio-City"

    ... denn auch Berger gibt sich bei dem Projekt "Radio City" in der Senefelder Straße alle Mühe, das Gebäude zu ruinieren:



    Ich hoffe nur, dass wenigstens die Sandsteinfassade im Erdgeschoss und die großen Rundbogenfenster erhalten bleiben, denn wenn die auch noch verschwinden, bleibt vom Flair des "radio-City" nix mehr. Nichmal Leute, die da mal gearbeitet ahben würden das haus dann noch wiedererkennen.


    Man kann nun sehen, das tatsächlich ALLE Details, die dem Altbau seinen Charakter gegeben haben, entfernt werden und unter Wärmedämmung verschwinden. Der riesige markante Giebel war bereits im Dezember weg, nun sind auch die Rundbogenfenster - ein Highlight in jeder sanierten Wohnung begradigt worden - und es sitzen bereits einfache Plastikfenster in den Mauerlöchern.



    Zusätzlich wird auch der Sandsteinsockel, der hervorragend in Schuss ist, unter Dämmplatten verschwinden. Hierzu hat man bereits das Gurtgesims abgeschlagen:



    Auf der Rückseite ist es noch dran, aber es braucht nur einen Boschhammer und eine Leiter - weg isses.



    Also mich hat das ziemlich schockiert. Nürnberg ist schon nicht sehr reich an Architekturdetails, wenn man es mit vergleichbar großen Städten im Süden und Osten vergleicht, und die Nürnberger Bauunternehmer sind eifrig dabei bei ihren Sanierungsprojekten die Messlatte weiter nach unten zu legen. Von dem angepriesenen "Radio-City", 'wohnen in geschichtsträchtigen Räumen' oder so ist hier nun nichts mehr zu sehen und die Berger-Werbecampagne damit ein Witz, denn mit diesem zu erwartenden Ergebnis würde ich mich nicht trauen Werbung zu machen. Absolut enttäuschend und ein neuer Tiefpunkt Nürnberger Baukultur. In den Fünfzigern und Sechzigern hat man die Altbauten wenigstens noch konsequent abgerissen und durch was Neues im Zeitgeschmack ersetzt. Aber die EnEV-motivierte Kahlschlagsanierung, die den Gebäuden alle Details nimmt und nur noch weisse oder grell gestrichene Schuhkartons hinterlässt ist mir ein Graus. Die Stadt ist leider absolut untätig und sieht zu wie ohne Not das Stadtbild ruiniert wird. In solchen Momenten möchte ich nicht mehr in Nürnberg leben. :Nieder:

  • @ nothor:
    Ich stimme dir mit deiner Kritik an dem Umbau zu, aber du schießt mit deiner Agrumentation leider wirklich weit übers Ziel hinaus.
    Was sagt dieser Umbau wirklich über die Nürnberger Baukultur? Nichts.
    Hier geht es um die Vermarktung von Wohnraum in einer eher schlechten Wohnlage zu vergleichsweise hohen Preisen. Wie kann der Bauherr dies erreichen? Durch das Versprechen niedriger Betriebskosten und die Inanspruchnahme sämtlicher dafür zu Verfügung stehender Fördertöpfe.
    Was hier rauskommt ist also das Resultat aktueller bundesdeutscher Rahmenbedingungen und Anreizsysteme. Mit Nürnberg hat es allenfalls soviel zu tun, als das die Margen hier geringer sind als in München oder Hamburg und daher an "Dekor" gespart wird.

    d.

  • Dexter, das magst du so dramatisch beurteilen, ich sehe das weniger kritisch. Die Lage ist so schlecht nicht, denn vom Treiben an der Äußeren Bayreuther Straße bekommt man vor dem Gebäude kaum noch etwas mit, da es zurück gesetzt an einer Anwohnerstraße liegt. Zudem ist ein großzügiger Innenhof gen Süden vorhanden, der durch große vorgesetzte Balkone erschlossen wird. Gute Verkehrsanbindung und ruhige Lage kommen hier schon gut zusammen.


    Die aktuelle "Nürnberger Baukultur" und die vermarktung von Wohnraum" lässt sich m.E. nicht so strikt voneinander trennen. Denn Bauen war schon immer auch das Schaffen von Wohnraum. Insofern ist m.E. ein bauherr nicht nur für das Innere eines Gebäudes verantwortlich, sondern auch für dessen äußere Erscheinung. Mir wäre es ja nicht um die Hinzufügung von Details in einer irgendwie gearteten Nürnberger Tradition gegangen, sondern schlichtweg um eine minimale Einbeziehung des Vorhandenen Dekors. Und bei dem Gebäude handelte es sich keineswege um eine Ruine, zumindest nicht die Außenhaut. Immer wieder wird - nicht nur von mir - das verschwinden der Nürnberger Industriekultur beklagt, und das Funkhaus in der Senefelder Straße lässt sich dazu zählen. Künftig erinnert daran nichts mehr, und das wäre schlichtweg nicht nötig gewesen. Der Kniefall des Bauherrn vor Anreizsystemen, KfW-Siegeln und der Baustoffindustrie war hier also über das Ziel hinaus geschossen.


    Rein Städtebaulich geschieht hier dasselbe wie es mit der Sanierung der Stadtbibliothek am Gewerbemuseum passiert ist. Das Gebäude weist hinterher keinerlei Spuren seiner Geschichte mehr auf, und das regt mich umso mehr auf da es im Vorfeld eine entsprechende Werbecampagne des Bauträgers gab.

  • Dexter, das magst du so dramatisch beurteilen, ich sehe das weniger kritisch.



    ich beurteile hier nicht dramatisch, ich beziehe mich auf meine Ortskenntnis.
    Ich kenne meine Heimatstadt sehr gut, für mich ist die Lage der Radio City eher unterdurchschnittlich. Es gibt hier keine attraktive Infrastruktur wie in Johannis oder Gostenhof. Selbst weite Teile der Südststadt sind weitaus belebter in ihrer Einzelhandelstruktur als die noch immer von großen Baulücken gesäumte Außere Bayreuther Str.

    Letztlich ist es ärgerlich wenn das Marketing mehr verspricht als gehalten wird. Aber was hat das nun mit der Bautradition zu tun? Was sagt es über Nürnberg?

    Was beide von dir genannten Gebäude gemein haben, ist ihre Subventionierung durch bundesdeutsche Fördertöpfe zur energetischen Sanierung. Die Stadtbilbliothek würde heute anders aussehen, wenn die Stadt bereit gewesen wäre Fördergelder verfallen zu lasen. Das wurde ernsthaft diskutiert. Am Ende hat man sich für das entschieden was es ist: Eine funktional hochmoderne Bibliothek um die andere Kommunen die Stadt beneiden - welche aber aufgrund der Sachzwänge von aussen potthäßlich geworden ist.

    Ich kann deine Kritik wie bereits geschrieben nachvollziehen und teile Sie.
    Aber es hilft nicht "moralisch" und "appelativ" zu argumentieren.
    Für die Bauherren geht es um Margen und Zielgruppen, nicht um Stadtbildverschönerung. Die Stadt Nürnberg hat - wie jede andere Kommune auch - dem Rechnung zu tragen, sonst verfehlt Sie eben Ihre makrökonomischen Ziele mit denen sich die öffentliche Hand refinanziert.


    d.

  • Ich verstehe deine Argumentation und kann ihr durchaus folgen. Was ich allerdings v.a. am Beispiel Radio-City feststellen muss, ist die Tatsache, dass man dem Anspruch an Architektur, an gebauter Umwelt, nicht gerecht werden kann, wenn man beim Bauen allein den Gesetzen der Ökonomie und konstruktiver Sachzwänge folgt. Architektur hat anders als reine Konstruktionslehre eine gestalterische Aufgabe, die über Sachzwänge hinausgeht. Sie soll Gebäuden ein Gesicht geben und durch die Summe vieler Gebäude ein Stadtbild formen. Wenn man sich nun damit anfreundet, vorsätzlich Hässliches zu schaffen, hat man sich von Architektur verabschiedet. Und bei Radio-City waren durchaus beachtenswerte Architekturdetails vorhanden, die dem Projekt hätten Unterscheidungsmerkmale geben können.


    Was die Lage angeht, wie gesagt ich sehe das etwas anders. Zwar magst du Recht haben, ein Trendviertel ist dieser Stadtteil nicht, allerdings bewertet Capital.de die Lage als "gehoben", der städtische Immobilienkompass nur als mittlere- bis einfache Wohnlage.

  • Nochmals zur Lage:
    Capital ist aus meiner Perspektive in der tat merkwürdig in seiner Einstufung. Gostenhof ist z.B. vom Potential in der Summe sicher höher einzustufen als die Ecke der Radio City. Trotzdem kommt das Magazin - offenbar aufgrund seiner Parameter - auf andere Ergebnisse.

    Wie auch immer, ich freue mich auch wenn Bauherren ihr Geld zur Verbesserung des Stadtbildes beitragen, hier ist es schade weil erhaltenswertes dem schnellen Euro geopfert wird. Aber das Wehklagen über eine Verrohung der Bautradition in Nürnberg teile ich so nicht - und die Baudenkmäler gehen der Stadt sicher so schnell nicht aus...

    d.

  • High-Tech-Center Neumeyerstrasse

    Hier wächst mit der Erweiterung des HTC (hier zuletzt berichtet) ein großer Bürokomplex aus dem Boden...


    Zwischenzeitlich hat man die Gebäude fertig gestellt, und damit den großen Komplex vervollständigt. ich habe mal nur ein Bild aus der Zufahrtsstraße zum McD / Wertstoffhof Nordost geschossen, aber das denke ich zeigt die Ausmaße schon ziemlich gut:



    Man ist der straßenseitig durch den Bestand vorgegebenen Gestaltung gefolgt, ohne dass aus meiner Sicht eine öde Fassadenfront entstanden ist, die das oft benutzte "menschliche Maß" vermissen lässt. Und auch wenn das etwas nach den neunziger Jahren ausschaut, gefällt es mir dennoch.

  • Die Website bietet eine anschauliche Visualisierung der Neubebauung:



    Architekt: Architekt Detlev Schneider, Nürnberg


    Passt in die großteilige Bebauung der Elbinger Straße ab dem Mercado gut hinein.

  • Äußere Sulzbacher Straße 132

    Hier hat die Energiewende zugeschlagen. Das ziemlich allein stehende historische Wohnhaus Äußere Sulzbacher Straße 132, dessen Baujahr ich auf 1910 bis 1920 schätzen würde, wurde modernisiert. Dabei sind natürlich alle Gestaltungsmerkmale verloren gegangen, die dem Gebäude seinen Charakter verliehen haben:


    Zustand bis 2013:



    Das umlaufende Gurtgesims ist verschwunden genauso wie sämtliche Naturstein-Fensterlaibungen. Auch die Fenster wurden auf Baumarkt-Standard verkleinert. Die Segmentbögen wurden weggespart. Zustand heute:



    Am Sockel lässt sich gut erkennen, wie ratlos die Sanierer bei den Details in Bestandsbauten oft sind. Erdarbeiten haben offensichtlich nicht stattgefunden, um das Fundament vertikal gegen Feuchtigkeit abzudichten. Demzufolge hat das Mauerwerk in Bodennähe und mit Bodenkontakt garantiert Feuchtebelastungen, die man berücksichtigen muss und nicht einfach mit Folie überkleben kann. Denn wenn die Feuchtigkeit nicht in gleichem Maße wegdunsten kann, wie sie durch Kapillarwirkung aus dem Boden nachfließt, dann beginnen im Innern irgendwann sämtliche Organische Bestandteile zu verfaulen, wie z.B. Deckenbalken, oder zu rosten, wie z.B. Stahlträger in Kellergewölben. Alternativ müsste man das Haus aufwändig mechanisch entlüften, aber es gibt auch keine sichtbaren merkmale einer KWE. Insofern wirkt die neue Fassade etwas grotesk, wie ein Anorak, dem man einem kleinen Kind übergestülpt hat und in dem es sich nicht mehr bewegen kann:



    Auch bei den Fenstern wurde gepatzt, die sitzen viel zu tief in der Mauer und lassen nur noch wenig Licht hinein:



    Praktischerweise hat man die Fassade, deren Schauseite nach Norden gerichtet ist, gleich so gestrichen dass sie durch Feuchtebelastungen nicht sichtbar leiden wird. So zeigt sich bspw. an einem Wohnhaus am Marienburger Straße (Ostring), was folgen wird wenn man nicht regelmäßig saniert. Hier hat sich die gleiche Fassadenfarbe erst durch Beregnung und Bealgung eingestellt:



    In spätestens 30 Jahren ist das wieder ein Sanierungsfall.
    Ein Blick in die Zukunft unserer Städte.

  • Äussere Bayreuther Ecke Carl-von-Linde-Strasse

    Das unscheinbare P&P-Projekt am Mercado ist äußerlich nun fast fertig. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert; Zustand Anfang 2013:



    aktuell:



    Auf das Gebäude wurde ein WDVS aufgebracht, wodurch die Fenster zurück in die Fassade gesprungen sind. Eine Balkonreihe wurde zugemauert und durch Fenster ersetzt. Das vorher sichtbare Mauerwerk aus Beringersdorfer Kalksandsteinen ist leider nicht mehr sichtbar, stattdessen ist das WDVS etwas Milchkaffeefarben verputzt. Die Einscheibenfenster tun das übrige für die Verödung einer schon vorher sehr zurückhaltenden Fassade. Schade, schöner ist das gewiss nicht geworden.


    Zu erwähnen auch hier die Renovierung der Jugendstilfassade des Hauses Nr. 70, die zwar nicht kaputt war, aber schon einige kleine Abplatzer hatte. Hier wird besodners die Gestaltungsarmut des gegenwärtigen Energieeffizienzsstils unserer Zeit deutlich, der oft bei einem Puls von Null liegt. Was haben dagegen Architekten früher wohl Lust an der aktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes gehabt, da wurde an den Entwürfen gefeilt und getüftelt bis ein ausgewogenes Fassadenbild voller Aussage- und Gestaltungskraft stand:



    Leider hat das Gebäude dennoch keinen Denkmalstatus mehr, denn anscheinend wurde im Innern zuviel umgebaut.
    Soweit ich informiert bin ist das P&P-Projekt ein Studentenwohnheim, und dieser Altbau wird ebenfalls von WGs genutzt.

  • Campus Nobilis

    Hallo,
    Seit Mitte Oktober wird hier gebaut, hinter dem Mercado und neben dem neu entstandenem Kindergarten auf dem verbliebenen langegezogenen Grundstück.


    Der Bau hat fast Endhöhe erreicht und wirkt in diesem langgezogenem Bogen in der Straße ziemlich monumental. Zwar passend zum dahinterliegenden Parkhaus des Mercado, aber die Elbinger Straße gewinnt dadurch nicht wirklich. Etwas lockeres wäre hier m.E. passender gewesen. Aktuelle Bilder:




    Lang dauerts nimmer.

  • Opel Kropf in der Bessemerstraße [früher OBI]

    In der Zeitung wurde über die Nachnutzung des Gewerbegrundstücks am Nordostbahnhof berichtet. Die Baumarktkette ist ja in einen Neubau am U-Bahnhof Herrnhütte umgezogen, und lange war unklar was mit dem alten Grundstück geschehen würde. Leider wiederholt sich hier was bereits am Milchhof vor einigen Jahren geschah: Ein hervorragend erschlossenes innerstädtisches Grundstück wird durch ein Autohaus belegt. Beim Autohaus Kropf laufen die Geschäfte mittlerweile wieder so gut, dass die Dependence in der Deutschherrnstraße zu klein wird, und man daher eine Filiale eröffnen will. (Vor 10 Jahren war die Firma noch insolvent klick.) Hierfür werden die Geschäftsfelder zweier Automarken (Opel und Ford, soweit ich weiß) auf die beiden Liegenschaften aufgeteilt, eine davon geht in die Bessemerstraße.


    Die Arbeiten hierzu haben begonnen, von den alten Baumarkthallen wird wenig übrig bleiben. Ziel ist eine Verdoppelung der überbauten Fläche für die Einrichtung von Showräumen und Werkstätten. Die Firmenbanner wehen schon verheißungsvoll:




    Na denn....

  • Am Nordostbahnhof

    arc_bn hat zuletzt im Januar 2014 etwas vom Nordostbahnhof berichtet. Damals standen vor allem die vielen Reihenhäuser im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und unter der Kritik, dass man hier viel Stadtraum vergeuden würde mit zu niedriger Bebauung. Das Gegenargument war, diese Form des Wohnens wurde von mittleren und höheren Einkommen besonders stark nachgefragt, was sicherlich auch wahr ist.


    Dieser Tage ist die Bebauung weiter nach vorne an den Leipziger Platz gerückt:



    Erfreulich, die Bebauung wird dichter, es entstehen für die Lage passende Mehrfamilienwohnhäuer, in Zeilenbauweise:



    Die Visualisierungen in höherer Auflösung zeigen mehr zur Gestaltung. Der Block 1 A von Nordwesten aus gesehen, die Fassade zeigt zur Fußgängerunterführung der U-Bahnhstation hin:



    Visualisierung: WBG Nürnberg


    Die Bauteile 1C, 2C und 3C von Süden, der Kieslingstraße aus gesehen:



    Entwurf: Lobermann + Bandlow, http://www.loebermann-bandlow.de/


    Der Leipziger Platz wird damit in passender Weise fertig eingefasst und bekommt städtischen Charakter. Die Entwürfe sind in meinen Augen zeitgemäß und für den Ort sehr passend, sie setzen auch das Konzept des Bestandes als mehrgeschossigen Wohnungsbau in Zeilenbauweise angemessen fort. Ich wüsste jetzt hieran nichts auszusetzen.

  • Neubau Äußere Bayreuther Straße 113


    Auf dem seit langem brach liegenden Gelände an der Äußeren Bayreuther Straße Nr. 113, gegenüber dem Leipziger Platz, entsteht derzeit neu neues Studentenwohnheim der Marke "Staytoo"mit über 180 möblierten Apartments. Der Neubau wird die seit langem bestehende Baulücke schließen, die dort sein vielen Jahren nach einer Bebauung schreit.


    Bericht auf Schoppershof.com: http://www.schoppershof.com/anno/2015/2015_11_01



    Von Nordosten in die Sadt kommend begrüßte einen bislang vielversprechend diese nette gründerzeitliche Häuserzeile, die den Eingang in den Innenstadtbereich markierte. Allerdings tat sich bislang direkt dahinter die Brache auf.



    Ich denke der Lückenschluss ist städtebaulich sehr erfreulich und bettet - gemeinsam mit den in diesem Strang zuletzt beschriebenen Projekten - auch das Mercado endlich in ein städtisches und gut verdichtetes Viertel ein.
    Einzig eine Visualisierung des Projektes konnte ich nicht finden, und das heisst oft nichts gutes. In Nürnberg herrscht ja leider immernoch flächendeckend das Dogma des Kubismus, der Flachdachkisten mit Lochfassade und weißem WDVS. Ich hoffe hier wird es mehr.

  • Resultat: Sanierung "Radio City"

    Nach nun bald 3 Jahren Bauzeit ist das Projekt "Radio City" vollendet. Das historische Gebäude, in den 1920'er Jahren errichtet, diente erst als Fabrik der Firma Bing, die Autotzeile und Spielzeug herstellte. Zuletzt beheimatete das Gebäude Nürnberger Radiosender. Und bis 2012 hat man dem gebäude seine Geschichte durchaus ansehen könne, ich würde sagen es wäre Denkmalwürdig gewesen. Doch Berger hat keinen Stein auf dem anderen gelassen, in das Gebäude stark eingegriffen.


    Ansicht 2012:



    heute:



    Hofseite 2012:



    heute:



    Von der einst stillvoll zurückhaltenden Industriefassade mit Sandsteinsockel und Segmentbogenfenstern, dem mächtige Giebel und dem Gesims im Erdgeschoss ist nichts übrig geblieben. Statt dessen wurde das Gebäude abrasiert und komplett mit Styropor überzogen, verspachtelt und weiß-grau gestrichen. Gestalterisch eine schauerliche Bastelei. Gruselig.

  • Neubebauung Elbinger Straße


    Seit Mitte Oktober wird hier gebaut, hinter dem Mercado und neben dem neu entstandenem Kindergarten auf dem verbliebenen langegezogenen Grundstück.


    Mit ziemlichen Eiltempo hat es dieser Neubau zur Vollendung geschafft, die ersten Bewohner sind schon eingezogen. Gemeinsam mit dem schon seit zwei Jahren stehenden Neubau des Kindergartens an der Ecke zeigt sich diese Westseite der Elbinger Straße völlig neu bebaut.




    Dabei muss ich durchaus gestehen, dass mir der langgezogene Neubau besser gefällt als das Eckgebäude, das mit einer scharfen Kante, aufdringlicher Farbe und großer Flächigkeit unangenehm auffällt. Der Eckbau löst die bauliche Situation des Grundstücks m.M.n. eher ungeschickt.




    Ich fürchtete, der Neubau mit seiner enormen Länge und diesen vielen Balkonen würde schlimm aussehen. Aber im Ergebnis gefällt es mir besser als das Eckhaus, es erinnert mich auch ein wenig an die Plattenbaustädte im Osten ;) Es fehlen allerdings noch die angekündigten Bäume, die die Erdgeschosszoene ein wenig verbessern.

  • Ergebnis Neubau Stahlstraße Ecke Äußere Bayreuther Str.

    Sollte auch wenigstens Erwähnung hier finden, der fertige Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses in der Stahlstraße stirnseitig direkt an der Äußeren Bayreuther Straße gelegen:




    Ein wenig enttäuschend finde ich das Ergebnis schon. Ursprünglich war ja eine etwas großvolumigere Bebauung vorgesehen, wie sie auch noch 2012 dem Baukunstbeirat vorgelegt worden ist. Die Kritik gegenüber dem Bauvorhaben hat hier leider keine qualitätssteigernde Wirkung gehabt, oder ich bin nicht willens diese anzuerkennen. Stattdessen steht dort nun einer der langweiligsten und unter den örtlichen Möglichkeiten gebliebener Neubauten der letzten Jahre. Denn das strahlende weiss bleibt nicht lange so, andere Gestaltungsmittel sind aber nicht benutzt worden.

  • Staytoo sl2 Nürnberg

    Laut DM ist die IHT Planungsgesellschaft für Planung und Architektektur verantwortlich. Scheinbar wird deren Homepage jedoch derzeit überarbeitet. Eventuell gibts ja von denen dann auf deren neuen Homepage eine Visualisierung.


    Und da ist sie, dürfte noch nicht so lange öffentlich sein:



    Visualisierung: MPC Capital AG


    Naja, Nürnberg halt, die Stadt der weißen Kisten. Auf dieser Seite dieses Fadens springen sie einen an. Ende des Jahres soll sie fertig sein.
    Anscheinend soll auch die nackte Beton-Brandwand des Bestandgebäudes im Hof nicht zugebaut werden... sehr merkwürdig, hier ließe sich doch viel mehr realisieren.