allg. Projekte N. Nordost (NO-Bhf., Herrnhütte, Schoppershof)

  • Frag mich auch nur was diese hässlichen Laubengänge überhaupt bringen sollen und wieso momentan ein Laubengangboom herscht ? . Jahrzehnte wurden sie nicht mehr gebaut.

  • Naja die Laubengänge sind ein gängiges Mittel um auch sehr kleine Wohneinheiten beidseitig zu belichten und zu befenstern. Oder eben um Wohnungen in sehr tiefen Baukörpern unterzubringen, bspw. bei umgenutzen Verwaltungsgebäuden.

  • 3. Bauabschnitt High-Tech-Center in der Neumeyerstrasse

    Die geplanten Erweiterungen des High-Tech-Centers in Schafhof sind ja beim Baukunstbeirat auf verhaltene Kritik gestoßen.
    Die letzten Bauabschnitte geben die Gestaltung vor:



    Die Planungen sehen eine blütenreine Kopie der Architektur vor. Es ist deutlich als zum Komplex gehörig zu erkennen:



    Inzwischen hat man den Bestandsbau auf dem Grundstück abgeräumt, der wird nun wirklich keinem fehlen. Vorzustand: Google


    Auch hinter dem Parkhaus des Komplex in Richtung Sieboldstraße gesehen wurde ein Baufeld vorbereitet. Ich schätze dort wird ein weiteres Parkhaus entstehen, jenes, welches der Baukunstbeirat so kritisiert hatte wegen des zu beseitigenden Grüns. Link zu den Protokollen des BKB: http://www.nuernberg.de/internet/referat6/2013_04_25.html



    Das Gelände war bislang unbebaut: Luftbild

  • Wer nimmt eigentlich diesen Baukunstbeirat noch ernst ? .. Spätestens nach der Entscheidung "Schiffsgebäude" am Kanal ist er bei mir in die Rubrik Muppetshow abgerutscht

  • Der tranditionsreichen Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mbH geht es anscheinend recht gut. Das 1902 gegründete Unternehmen errichtet an seinem Standort in der Fraunhoferstraße, einer Seitenstraße der Äußeren Bayreuther Straße gegenüber dem Selfstorage einen Neubau für ein neues Lobby- und Empfangsgebäude. Leider habe ich Vor Ort kein Bauschild mit Visualisierung gefunden.




    Die Homepage des Unternehmens (http://www.nwsgmbh.de/2013.htm) bietet zwar Informationen rund um den Neubau an, auch eine Reihe Bilder, aber ebenfalls keine Bauzeichnung oder Visualisierung.

  • Das zuletzt in Beitrag Nr. 99 gezeigte Projekt in der Elbinger Straße, hinter dem Mercado, ist nun äußerlich fertig gestellt. Deutlich farblich abgesetzt sind die Räumlichkeiten, die durch die Kita genutzt werden.



    Mein Fazit: Keine ambitionierte Architektur, eher ein CAD-Entwurf ohne Würze. Aber durch die Farbe wirkt es ein wenig peppig in einer an sonsten architektonisch eher unspannenden Umgebung. Richtung Nordosten zeigt das Gebäude übrigens eine Fenster- und schmucklose Brandwand. Es könnte da also weitere Neubauten geben, die den Blockrand so schließen würden.

  • Kleinere Projekte Nbg. Nordost (Herrnhütte, äußeres Schoppershof)

    Herbe Enttäuschung am Sonntag:
    Die Straßenbahnersiedlung Schopenhauerstraße Ecke Nordring, hier bereits vorgestellt, ist nun entrüstet, und ich war beim Anblick ebenfalls entrüstet. Ich hätte es tatsächlich nicht erwartet, aber gerade der einzigartige Erker zur Straßenkreuzung hin wurde total verschandelt. Vorzustand:


    https://maps.google.de/maps?q=…sQ&cbp=12,220.83,,2,-6.79


    Heute:




    Es wurde die kleine Wetterpitze auf der Verdachung entfernt, die kleinen Seitenfenster zugemauert und die besonders aufwändig gestalteten Konsolen - eigentlich DAS Schmuckstück der Anlage - entfernt. Die Traufgesime sind ebenfalls fast verschwunden. Ganz und ersatzlos weg ist die Widmung, die die Herkunft der Wohnanlage verriet und ihr ihren Charkter gegeben hat.



    Ansichten:



    Ansicht Schopenhauerstrasse:



    Hier hat man aus unerfindlichen Gründen die Haustürrahmung erhalten. Das hätts nicht gebraucht, die Sanierung tut so nur noch mehr weh:



    Ingesamt hat die Gebäudehülle eine etwas lächerlich anmutende moderne Farbgebung erhalten, anscheinend damit einen die Tristesse nicht ganz überwältigt.


    Ich frage mich, was wohl die Arbeiter dabei denken, wenn sie den Auftrag erhalten alles historische rücksichtlos mit Schaumstoffplatten zuzukleben. Ob wir uns mit soetwas als Kulturnation empfehlen? Ob andere Volkswirtschaften, die nicht von so einer mächtigen Chemiekonzern-lobby beeinflusst sind, sich das als Vorbild nehmen? Ich schüttel hier nur mit dem Kopf. Bei der nächsten Sanierung in 20 Jahren muss man wohl den Abriss diagnostizieren. Hätte man gleich machen sollen.

  • Straßenbahnersiedlung Schopenhauerstraße

    Die Sanierung der Straßenbahnersiedlung spottet jeder Beschreibung. Besonders die Erkerlösung ist eine Frechheit. Nie zuvor hatte ich so sehr das Bedürfnis, da hinzugehen und mit dem Kuhfuß den ganzen Styro-Sondermüll wieder runterzureißen.


    Ich bin echt ein Freund des Energiesparens und des Umweltschutzes. Aber muss sowas wirklich sein?

  • Im Hof des Schlosses Schoppershof in der Elbinger Straße 20, das der Tucherschen Stiftung gehört, finden Renovierungsarbeiten statt. Man überarbeitet den garten und die Sockelbereiche der Sandsteingebäude am Hof. Bei den Sandsteinarbeiten ist dieselbe Firma tätig, die auch den Pellerhof der Altstadtfreunde bearbeitet. Schade, dass diese Perle so außerhalb der Öffentlichkeit liegt.



  • Eine schöne Aufnahme. Das Schlößchen liegt ja auch hinter den Mauern ziemlich versteckt. Ich habe es bisher nur von der Elbinger Straße aus gesehen und davon nur das Dach, weil sich der Rest hinter den Mauern verbirgt? Wird es hin und wieder für die Öffentlichkeit geöffnet?

  • Tucherschlösschen in der Bismarckstraße

    nothor, was sagst Du denn zu dem anderen Schlösschen in Schoppershof, in der Bismarckstraße. Da ist jetzt das Gerüst ab.
    Ich finde: Vorher war es schöner, hatte viel mehr Charme, jetzt sieht es nach Disneyland aus. Die Sandseinfassade wurde übermalt (zu hell, wie ich finde), die Fensterläden haben keine Streifen mehr (oder kommt das noch?) und die süßen runden Fensterchen an der Seite wurden zugemacht :-(
    Es gibt davon noch eine veraltete Website mit Bildern, wie es vorher aussah: http://stadtschloss-im-gruenen.net

  • Liebe Frau S aus N,


    danke für Ihren Hinweis, ich war daher selbst heute mal an der Bisamrckstraße nachsehen. Von dort aus kann man sogar die Schlossanlage in der Elbinger Straße sehen:



    Der Herrensitz am Schübelsberg steht nun wieder ohne Gerüst da. Im Hof des Anwesens ging zufällig auch gerade die Bauherrin zu Werke und hat mir freundlicherweise Ihre Fragen beantwortet. Wie vermutet ist die Farbfassung der Sandsteinfassade so original. Man hat früher für das einheitlichere Aussehen und auch vermutlich längere Haltbarkeit die Sandsteinfassaden mit einer dünnen farbigen Kalkputzschicht überzogen und so ein sauberes, feineres Erscheinungsbild zu erzielen. Auf uns wirkt es heute befremdlich, denn man kenn diese Strategie nur all zu oft von den ungeliebten Einheitsputzfassaden her. Damals, vor 500 Jahren waren vornehme Häuser aufwändig farbig gefasst. Denn sie fallen auf! Das Fußvolk lebte bestenfalls in unverputzen Steinhäusern, aber wahrscheinlicher noch in einfachen Holzhütten.
    Die Fensterläden waren wohl auch im Original so. Alternativ wäre eine graue Farbfassung gewesen. Die gestreifte Farbfassung wahr wohl eine Änderung aus dem 19. jahrhundert. (Wobei ich die auch sehr schön gefunden hätte).
    Ein paar Fotos:




    In dem Grau der Balkonanlage hätte man auch die Fensterläden machen können. Mir persönlich wäre das Haus dann aber zu blass geworden.



    Blick auf die Westfassade:



    ... und auf die Nordfassade mit dem Eingangsportal im Stil der späten Renaissance:



    Und so sah das Gebäude noch vor wenigen Jahren aus:


  • Schrecklich! Sieht aus wie Playmobil.


    Man kann nur hoffen das es schnell wieder altert.
    Wolfgang Albert liefert gute Qualität, aber die Projekte sehen leider oftmals zu clean und fake aus.

  • Das stimmt, es mutet tatsächlich ein wenig wie Playmobil an. Das ist aber ein grundsätzliches Problem mit besonders alten Baudenkmalen: Wir Heutige kennen die Bauten in ihrer ursprünglichen Form nicht, sondern nur den gealterten Zustand. Wenn so ein Gebäude dann nach Befund restauriert wird, fallen einem erstmal die Augen raus, weil es so ungewohnt aussieht. Das ist einfach ein Bruch mit unseren Sehgewohnheiten. Genauso haben die Menschen im 19. Jahrhundert reagiert, als man ihnen auf einmal erzählt und v.a. gezeigt hat, dass die griechischen Tempel nicht monochrom, sondern bunt bemalt waren. Selbst Kunsthistoriker sind hysterisch geworden, als sie die restaurierte Sixtinische Kapelle sahen - sie waren gewohnt, dass die Malereien eher dunkel und abgetönt sind und waren erschrocken über die knallbunte Farbgebung, die aber die originale aus Michelangelos Zeiten war. An solchen Beispielen kann man, finde ich, super nachvollziehen, wie wichtig der Alterswert (Alois Riegl) bei Baudenkmalen ist.

  • Da hast du völlig Recht. Ich denke man kann sich auch leicht ausmalen, dass die Baherren einst mit diesem Herrenhaus einen strahlenden Neubau haben wollten, und nicht das uns bekannte und vertraute patinierte Sandsteinhaus. Im übrigen gefällt mir diese Art der Denkmalpflege ganz gut, sie wurde von den Altstadtfreunden in der Adlerstraße ja auch schon so gehandhabt. Das entspricht ja auch nicht unseren Sehgewohnheiten.


    Allerdings zeigt das auch, wie Dinge mit zunehmendem Alter und einer gewissen Patina eben auch einen besonderen Charme entwickeln, den man nicht leichtfertig wegrenovieren sollte.

  • Kleinere Projekte Nbg. Nordost (Herrnhütte, äußeres Schoppershof)

    Das auffällige und für Nürnberger Verhältnisse auch ungewöhnliche Eckhaus Nr. 99 wurde kürzlich gekonnt aufgefrischt. Die Aufwändige Stuckfassade, die an sich auch nicht wirklich kaputt war, wurde instand gesetzt und hat einen neuen Anstrich erhalten. Ich finde durchaus vorzeigenswert:






    Architekt: M. Seufert, 1899:



    Vorzustand: https://maps.google.de/maps?q=…A&cbp=12,324.38,,0,-18.41


    Was wird wohl aus dem ziemlich ungepflegten Nachbargebäude?

  • Wow, das ist echt schön geworden! Glückwunsch dem Bauherrn und dem Restaurator! Ich kenne das Gebäude schon lang und fand es immer interessant. Hoffentlich lässt sich der Nachbar inspirieren und sein Haus auch etwas auffrischen; es sieht ja leider echt ziemlich fertig aus.

  • Wunderschön. Ich wünschte mir von diesen Neobarock viel mehr. Viele lasten Nürnberg ob der vielen dunklen Fassaden eine Tristesse auf. Ich empfinde so manche bunte Renovierung, wie z.B. auch Adlerstraße, auch wenn ungewohnt, als erquickend. :D


    Was mich aber gerade frage ist, ob der Nachbarbau nicht ähnlich aussehen sollte, was aufgrund der damals häufig verwendeten Symmetrie nicht untypisch wäre. Wenn ich die Grundform betrachte, fällt mir auf, daß er fast wie der Neobarockbau nur ohne Stuck aussieht.