Dresden: Kulturhistorisches Zentrum - Residenzkomplex


  • Ich sehe die Nutzung der Räume für das Restaurant eigentlich nicht kritisch. Das Restaurant belebt den Hof auch noch außerhalb der Museumsschliesszeiten.


    Es war auch mal angedacht, das ganze Schloss als Hotel wiederzubeleben...



    Entwurf Walter Krönert, 1957.


    Dazu passend ein Vorgeschmack:



    bissel größer
    Virtuelle Rekonstruktion von Audienzgemach und Paradeschlafzimmer mit Imperialbett.

    Quelle: Michel Schneider mic-vis.de Berlin



    Abschließend ein schönes großes Bild des Altan um 1900.


    ^ Hallo lieber Rundling, Bilder bitte mit max. 1024pix einbinden


    Sorry, da bin ich auf der Maus abgerutscht... :D Dafür gibt's jetzt 2 Bilder.

  • ^ Hallo lieber Rundling, Bilder bitte mit max. 1024pix einbinden - kann man oft gleich im Hoster umstellen - ohne neu hochzuladen.
    Sonst zerschießt's nunmal die Strangansicht. Danke fürs korrigieren.



    Ab Montag kommen die Zwinger-Bäumchen: SäZ berichtet.
    Bis Sonnabend kommen 76 Töpfe (6 müssen zunächst in Großsedlitz nachreifen).
    Es handelt sich um Bitterpomeranzen (Bitterorangen) - also guten Appetit ... :D
    Nee, bloß nicht, der Grund für eine einstige Abordnung der Orangenbäume aus dem Zwinger war Vandalismus durch v.a. spielende Kinder.
    Nunja, an der Situation in 1865 hat sich doch einiges geändert: die Stadt ist viel Größer, und es gibt auch genug Spielplätze.

  • In Bezug auf die tollen Visualisierungen, die Rundling kürzlich gepostet hat, möchte ich unbedingt noch an den Ausgangszustand erinnern. Dann beeindrucken die Bilder vielleicht noch ein bisschen mehr. Die folgende Aufnahme entstand im 2. Halbjahr 1986 (Schnappschuss aus der filmischen Dokumentation *Von der Ruine zum Richtfest*, herausgegeben 1994 vom Sächsischen Finanzministerium). Die Bauleute hatten im Westflügel gerade damit begonnen, die Geschossdecke zwischen 1. und 2. OG einzuziehen – wir blicken auf den entstehenden Fußboden des Audienzgemachs:



    Im rechten Bildbereich sieht man einen hellen Streifen. Das ist die Bruchzone der vollständig abgetragenen Mittelmauer (ca. 1,2 m breit) zwischen Audienzgemach und Paradeschlafzimmer.


    Analoges Bild, aber umgekehrte Blickrichtung (gleicher Aufnahmezeitpunkt, gleiche Bildquelle):



    Die besagte Mittelmauer wurde übrigens im gesamten Westflügel abgebrochen, außer im Erdgeschoss (hist. Grünes Gewölbe). Ihre statische Funktion wurde dann durch Betonstützen realisiert. In gleicher Weise verfuhr man auch mit der Südwand des Paradeschlafzimmers und des Audienzgemachs, dies im nächsten Foto zu sehen (aufgenommen im Oktober 1991 zum Tag der offenen Tür).



    Die letzten beiden Bilder zeigen das Audienzgemach im Rohbauzustand (Bildquelle für das erste ist die oben genannte filmische Dokumentation).



  • Anbei gleich noch ein paar bewegte Bilder, die auch sehr gut die geringe Größe im letzten Filmauschnitt verdeutlichen.


    https://www.sachsen-fernsehen.…en-in-den-zwinger-360909/


    Es wird auch erwähnt das perspektivisch eine Orangerie im Großen Garten entstehen soll, wo dann auch die Orangen überwintern werden. Bis dahin kommen sie immer nach Großsedlitz.
    Ob hierfür das Palais vorgesehen ist oder ein kompletter Neubau entsteht wird nicht gesagt.

  • Zwinger goes Obstplantage - oder: man sieht den "Wald" vor lauter Pomeranzen nicht :D


    Aufgrund Interesses, und bevor sie das kommende Unwetter umhaut, hier paar erste Eindrücke:






    Die unauffällige Aufforstung des "Festspielsaals u. fr. Hi." scheint gelungen. Da kommt schon der nächste Schwung Bäumchen...

    Ich sehe es schon kommen: Die Touristen von jenseits des Weißwurschtäquators freuen sich übers bayuwarische Weißblau der Pflanztöppe. :D
    Der nächste Schritt wäre dann: Zwinger goes Gemüsegarten - Möhrenrabatten für Alle... :)

  • Die Touristen von jenseits des Weißwurschtäquators freuen sich übers bayuwarische Weißblau der Pflanztöppe.


    In einem der diversen Artikel dazu war doch glatt zu lesen, die Kübel seien "in den alten sächsischen Farben blau-weiß" gehalten....


    Edit: Es war sogar die SÄZ. Wenn da dem ein oder anderen mal nicht die Eierschecke vor Schreck aus dem Mund gepurzelt ist.

  • ^ So würde die Eierschecke im Schlunde hangend zur Eierschrecke. :)


    Mir ist das mit dem "alt-sächsischen Blau-Weiss" ja bewußt und gehe von korrekter Recherche der SäZ aus. Der Artikel ist ja brandaktuell.
    Würdest du als Historiker es als nicht zutreffend bezeichnen?
    Vielleicht war damals das Grün-Weiss auch noch nicht so festgeschrieben, und man nutzte auch noch andere Farbgebungen?


    zu den Bäumchen möchte ich noch sagen: die dürfen nun gerne noch wachsen - das ist ja derzeit noch ein Orangerieeffekt im Anfangsstadium. Die Blicke aufs Baudenkmal bleiben auch dann weitgehend erhalten, es ist durchaus gewollt daß mal hier mal da auch ein Baumkrönchen mit ins Bild ragt. Es dient ja "neuen Ansichten" und strukturiert den weitläufigen Festhof erst spürbar mit größeren Baumkronen. Touristisches Lock-Potenzial liegt zudem in differierender (zB jährlich, jahreszeitlich...) Stellung der Töpfe, auch falls das noch nicht ins Auge gefasst wird.

  • Die sächsischen Landesfarben waren bis 1815 schwarz-gelb. Wie die SZ auf blau-weiß gekommen ist, dürfte demnach das süße Geheimnis des Schreiberlings bleiben.

  • Die Wettiner Hausfarben sind bzw. waren Blau und Gelb bzw. heraldisch korrekt Gold. Das Motiv ist heute als Landsberger Pfähle bekannt und hat, häufig in Kombination mit dem Meißner Löwen, Eingang in viele sächsische Wappen gefunden.
    Der Hinweis, dass die ursprüngliche Farbgebung im Zwinger mit blauen Dächern, weißen Wänden und Vergoldungen den Wettiner Hausfarben Blau, Weiß/Silber, Gold entspräche, findet sich wohl aber in einigen Reiseführern zum Zwinger. Ansonsten ist mir das aber unbekannt. Möglicherweise hat man zur damaligen Zeit das Weiß/Silber, ganz gerne mit reingenommen, weil Blau und Gold nicht ganz den heraldischen Regeln entspricht, es in der Reichsrennfahne vorkommt oder aber schlichtweg royale Anmutung ausstrahlt. Bspw. in Anlehnung an das französische Drapeau blanc. Beim August auch nicht auszuschließen.

  • Das sind sehr schöne Fotos!
    Beim Cholerabrunnen musste ich an eine zufällig von mir mitgehörte Unterhaltung eines Vaters mit seiner kleinen Tochter denken, der ihr ganz ernst erklärte, dass dies eine der Spitzen der Sophienkirche sei. In Momenten wie diesem zwickt es mich immer ungemein, hilfreich tätig zu werden, indem ich die Leute über ihren Fehler aufkläre. Aus naheliegenden Gründen spare ich mir das aber dann zumeist.


    Ergänzung:
    Ein Beispiel fällt mir noch ein: Im Hof des Coselpalais' erzählte eine Frau den anderen am Tisch, dass es vom Schloss einen Gang zum Coselpalais gab, in welchem der sächsische "König" August ungesehen zu seiner Mätresse Gräfin Cosel gelangen konnte. Dabei nicht ganz unschuldig ist aber auch der Betreiber des Cafés im Coselpalais, der nach Kräften mit dieser Frau wirbt, die das Palais noch nicht mal zu Lebzeiten gesehen haben kann.

  • Das wäre ja auch mal was gewesen, ein Brunnen auf einem Kirchturm ... Aber wer weiß, vielleicht hat man einen der Türme heimlich unterirdisch wieder aufgebaut und nur die Spitze guckt raus ;)


    Schlimmer für die ärmste Gräfin ist es aber, dass ihr Name ein Salonschiff respektive einen schwimmenden Glaskasten ziert. Dann lieber die Legende mit dem Lustgang. Bei August´s polyamorösen Neigungen hätte es aber viele Gänge geben müssen :D

  • Auch von mir noch ein paar abendliche Eindrücke vom Zwinger mit Pomeranzen.





    Hinter dem Glockenspielpavillion, links historisch, rechts modern.

  • 3 Baustellen am Theaterplatz



    Semperoper Seitenportal-Süd



    Baustelleneinrichtung für Augustusbrücke auf Ex-Parkplatzfläche des Theaterplatzes
    - ist das nun mehrjährige Touristenförderung? :D

    ^ Immerhin versuchte sich ein Künstler aus dem Strassen- und Tiefbauamt an einer kleinen bildlichen Aufhübschung, was logischerweise etwas in die Hose ging... :)



    Sanierung Gemäldegalerie Alte Meister - Westflügel

    Den Bauzaun zieren spezielle Bildmotive - folgendes Bild: rechts unten ist wohl August der Starke gemeint


    ^ um in Deutschland etwas zu "schützen", muss man es erstmal zerstören bzw erstmal "asphaltierend abdeckeln"... nunja.

  • Zunächst ein Bild vom "Frühling im Dresdner Zwinger"...



    Rudolf Poeschmann, 1910.
    größer


    ...und anschließend eine Frage bezüglich der Bäumchen in ihren gestreiften Kübeln:
    Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
    Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?


  • Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
    Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?


    Ich finde sie unaufdringlich. Der normale Blickwinkel geht deutlich drüber hinweg. Aus der Perspektive eines Kleinkindes ist das möglicherweise anders.

  • Das 1. Vorzimmer der Paradesuite (zwingerseitiger Raum unmittelbar südlich des Eckparadesaales) wird bekanntlich nicht ganz in der Ausstattung wiederkommen, die aus diversen Vorkriegsfotos bekannt ist. Statt der hier seit etwa 1760 angeordneten *Chinesischen Banden“ (12 wertvolle Panneaustreifen in Seidenwirkerei mit Chinoiserien) wird man hier geometrisch analoge Bildteppiche anbringen, auf denen blumenumrankte Säulen dargestellt sind (jeweils 3,3 m lang, 60 cm breit). Den Auftrag für deren Wiederherstellung hatte die altehrwürdige spanische Teppichmanufaktur *Real Fábrica de Tapices* in Madrid erhalten. Diese Firma hat nun einen hochinteressanten Videobeitrag ins Netz gestellt, in dem chronologisch (beginnend mit dem Färben der Fäden) der Herstellungsprozess dargestellt wird. Zur gedanklichen Anbindung hier die Visualisierung des Raumes (von Oktavian im aph gepostet): Klick


    Und auch das hier sollte man sich vor dem Anschauen des Videos zu Gemüte führen:


    Der Auftrag aus Dresden war eine Herausforderung für die Königliche Teppichmanufaktur, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in einem eher unscheinbaren Neomudéjarbau in der Nähe der Madrider Altstadt untergebracht ist. „Seit vielen, vielen Jahren ist nicht mehr in so feiner Qualität gearbeitet worden“, sagt Pilar Felguera. Die Kettfäden aus Leinen, in die sie die farbigen Schussfäden aus Seide, Gold, Silber und Wolle am Hochwebstuhl hineinwirkte, lagen etwa um ein Drittel dichter beieinander als bei gewöhnlichen Wandteppichen. Was eine Präzisionsarbeit ohnegleichen erforderte.
    Fädchen um Fädchen baute Felguera gemeinsam mit einem Kollegen das Bild auf, täglich wuchs es gerade mal um ein oder zwei Zentimeter. „Allein für die goldene Krone habe ich zwei Monate gebraucht“, sagt Felguera.
    Quelle: http://www.fr.de/panorama/span…chen-um-faedchen-a-306449


    Nun aber zum Video (etwa 10 min lang). Spätestens ab 6:10 gehe ich anbetend auf die Knie - Das sind keine Handwerker (nichts gegen Handwerker) - das sind Künstler.
    https://vimeo.com/86006993