Dresden: Kulturhistorisches Zentrum - Residenzkomplex

  • Großartig! Die Fresken und der ganze Hof werden wirklich einmalig. Ich wünsche den Künstlern gutes Gelingen!
    Sehr schön ist es auch, dass es nun endlich ein paar konkrete Daten gibt, wann alles (das wichtigste zumindest) fertig werden soll.
    Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die nackten Längswände im 1. OG des Ostflügels - komplett mit Wechsel von altem und neuem Mauerwerk, schalungsrauhem Beton und Sprühfarberesten. Ich bin ja durchaus ein Fan von Geschichtsspuren, aber das geht mir etwas zu weit. Na ja, mal sehen wie es dann vor Ort wirkt. Interessant finde ich auch die konservierten Reste des Stucks des Gardesaales. Für die fernere Zukunft wünsche ich mir hier mal eine Rekonstruktion. Dann wäre auch der Rokokostil im Schloss wieder vertreten.

  • Festungs-Kasematten (am Brühlschen Garten) werden hochwassersaniert und museal gepimpt
    zuletzt: noch nirgends.


    DNN


    dresden fernsehen (Video)


    2,2 Mio invesiert der Freistaat, die museale Präsentation soll multimedial moderner werden.
    Im Video sieht man, daß ein großes Bauschild steht und daß die Baustelle Raum am Brühlschen Garten sowie am G.-Treu-Platz greift.
    Wer sich fragt, warum man die doch beträchtliche Kohle nicht besser in den Festsaal des Palais GroGa steckt, sei beruhigt, denn es handelt sich um Fluthilfegelder, die nunmal nur gegen nasse Füße eingesetzt werden dürfen und für ne Menge (teils fragwürdiges) Zeugs oberhalb der nassen Füße.


    Wie war das noch gleich? Weißeritz oder Kaitzbach hatten auch Teile des Grossen Gartens flutlich benetzt, der Park ist ohnehin Überschwemmungsgebiet - aber eben nur teilweise. Man konsultiere den Themenstadtplan. Am Palais macht jede Flut aber wohl leider einen Bogen drumrum. Die Barockhütte hätt auch mal nass werden sollen, dann wäre jetzt vielleicht der Festsaal schon in Arbeit. :D

  • Da Du das Thema Kasematten vs. Palais aufgemacht hast, nehme ich den Ball eben mal auf: Die Festungsräume sind ein absolut faszinierender authentischer Ort mitten in der Altstadt, die bedauerlicherweise viel zu wenig Aufmerksamkeit von Dresdnern und Besuchern erhalten (ich war da bestimmt schon 3-4 Mal drin). Das Palais dagegen ist eine in der Nutzung völlig ungeklärte wunderschöne Parkkulisse mit einem weitestgehend ausgebrannten Saal.
    Im Übrigen würde ich mir für beide Kandidaten ausreichend Mittel wünschen.

  • ^ das wünsche ich mir doch auch.


    Umbau an den Kasematten - Brühlscher Garten


    Bald fliegen einem in den Verteidungungskatakomben die "Avatare" entgegen bzw. um die Ohren.
    Oiger berichtet mal wieder sehr schön.


    Wie ich vor Ort schon beschauen durfte, handelt es sich ja hauptsächlich um ein Klohaus, welches nahe dem Albertinum eingebettet wird - ein zweigeschossiger Bau, wo auch die Technik hochgelegt wird (flutsicher).
    Oiger liefert einen schönen Grundrißplan. Die 3D-Projektionen mit Surroundsound werden geistergleich die kasemattige Unterwelt durchfliegen - so stell' ichs mir grade mal vor. :)

  • Elli, Danke für den Link. Was die Projektionen angeht, verstehe ich diese als reine Soundeffekte, also ohne Bild? Wir werden sehen. Ich wünsche mir jedenfalls einen vollen Erfolg für die neugestalteten Kasematten!
    Bei einer kleinen Textzeile in dem verlinkten Plan schlug mein Herz aber gerade doch ein wenig schneller. "Möglicher Zugang Porzellanerfindung" steht da am Ende der langen Tonne, die einst über der Festungsgrabenbrücke gebaut wurde. Die Ort der Erfindung des Porzellans waren ja die Gewölbe unter dem ersten Belvedere von Nosseni. Wenn das SIB zumindest über eine Erschließung dieser Gewölbe nachdenkt, ist das schon eine kleine Sensation für mich. Es weiß zwar keiner, was von den Rämlichkeiten noch erhalten ist, aber bei dem irgendwann anstehenden Bau eines fünften Belvederes (in welcher Gestalt auch immer) würde man sie definitiv berühren.


    Edit:
    Es gab vor einigen Jahren mal eine Studie zur Klärung des Standortes für den "Klokubus". Dazu der Link: http://bauwerkarchitekten.com/bigimage.php?id=177&imgNr=3

  • ^ naja, nur Sound wirds nicht, aber wohl auch keine Fluggeister in 3D.
    Bei sachsen-net und mopo kann man auch nur bedingt was erfahren, auf der Festungswebseite sowie der SIB-Webseite eher nix bzw gar nix.
    Der Technikkubus müsste exakt auf Variante 4 liegen.
    Ich war lange Zeit nicht mehr in der Festung, gab es bis jetzt echt noch keinen "Rundweg" durch die Katakomben? Schön ausgeleuchtet war es doch auch schon. Werden jetzt weitere Tonnen geöffnet, und was liegt östlich Tonne 3 ?

  • Östlich von Tonne 3 kommt erst einmal nur der Erdkörper. Nur ein Teil der Bastion ist kasemattiert. Irgendwann kommt dann eben noch der Bereich mit den Gewölben unter dem einstigen Belvedere. Was davon aber nach der Pulverexplosion im 17. Jahrhundert und den Gründungsarbeiten für 3 Nachfolgebauten übrig blieb, kann keiner abschätzen. Allerdings haben die damals auch wirklich solide gebaut und andererseits nur soweit neu gegründet, wie es unbedingt sein musste.
    Einen Rundgang gab es schon, aber nur per Führung. Wollte man auf eigene Faust die Kasematten besuchen, war man auf einige spärliche Schautafeln angewiesen, oder musste sich schlicht vorher gründlich informiert haben, was da alles zu sehen ist. Seit der Flut von 2013 ging auch nur noch Option 1.
    Bei den Führern wiederum war man auf sein Glück angewiesen, wen man bekommt. Der Herr der mich zuletzt herumgeführt hatte, war zwar sicherlich gut informiert, konnte das aber m.E. nur eher schlecht vermitteln und sich dazu noch ein Kundtun seiner politischen Einstellung nicht verkneifen. Ein funktionierendes Leitsystem ohne derartige "Führer" erscheint mir daher sehr erstrebenswert.

  • Vielen Dank, Arwed und Elli, für die interessanten Informationen zu den geplanten Maßnahmen im Bereich der Festung Dresden. Hier bin ich aber wieder auf ein altes Problem meinerseits gestoßen: Mir fehlt die Vorstellung über die eindeutige Lagezuordung der freigelegten Areale - in Bezug auf das Gelände oben. Wo ist zum Beispiel der (Zitat aus dem Lageplan bei Oiger) "mögliche Zugang Porzellanerfindung"? Auf diesem Luftbild (von 1998) eventuell der Eingang rechts neben dem Gemeindehaus (ich meine die Stelle, wo genau darüber eine Besuchergruppe steht)?
    http://fotothek.slub-dresden.d…_hauptkatalog_0715535.jpg


    Zu den Ausführungen von Arwed über den baulichen Zustand (und vor allem auf den Kenntnisstand über das Kellergeschoss im Bereich Belvedere) kann ich noch eine quasi offizielle Verlautbarung ergänzen. Vor ca. 10 Jahren hatte das Finanzministerium schon einmal einen Vermarktungsversuch in Angriff genommen. Ende 2006 wurde dazu ein Exposé des SIB veröffentlicht. Dort hieß es u.a.:


    Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement sucht nach einem Investor für die Neuerrichtung des Belvedere in Anlehnung an die Kubatur des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Belvedere IV. Die äußere Gestaltung ist mit der Landeshauptstadt Dresden abzustimmen. Für eine primär gastronomische Nutzung wird ein Erbbaupachtvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren mit Verlängerungsoption angeboten. Das in die „Perlenkette“ der Altstadt-Silhouette eingebettete Grundstück befindet sich am Ost-Ende der Brühlschen Terrasse in begrünter Umgebung und direkter Nachbarschaft mit der Neuen Synagoge, dem ehemaligen Hofgärtnerhaus, dem Albertinum und der Kunstakademie. Ein neu zu gestaltender V. Belvedere-Bau sollte in seinem Massenaufbau die Monumentalität der Brühlschen Terrasse, der „Festung Dresden“ nicht beeinträchtigen und gleichzeitig die Blicküberschneidungen mit wesentlichen Elementen der Elbsilhouette, z.B. der Frauenkirche, berücksichtigen. Die Bebauung ist so zu wählen, dass die Parkanlage und die Wege entlang der Festungsmauern zu den Aussichtspunkten weiterhin öffentlich zugänglich sind. Für den Standort kommt nur eine „öffentliche Nutzung“ in Frage. Der Zustand der Untergeschosse in Ausdehnung und Tiefenentwicklung ist nicht bekannt. Im Falle der Nutzung des Untergrundes bzw. der Kellergewölbe werden daher archäologische Grabungen notwendig, die durch das Landesamt für Archäologie durchgeführt werden. Sollte keine Untergeschossnutzung erfolgen, ist ggf. die Gründung auf einer durchgehenden Betonplatte zum Schutz der darunter liegenden Schichten möglich.


    Das folgende Foto von 1950 verdeutlicht den Zerstörungsgrad des Belvedere. Offensichtlich hatte das Gebäude (mindestens) einen Volltreffer abbekommen. Auch dadurch und durch die spätere Enttrümmerung könnten natürlich Schäden am Kellergeschoss entstanden sein.
    http://fotothek.slub-dresden.d…_hauptkatalog_0104919.jpg

  • BautzenFan, ich glaube es geht hier um einen festungsinternen Zugang zur Porzellanerfindung?
    Der Eingang, wo auf deinem Bild die Besuchergruppe steht, ist ja der Bärenzwinger.

  • Danke für die Infos. Es müsste folglich zur Erschließung des Bereichs Porzellanerfindung (unklar offene Gewölbe unter Belvedere) ab "potentieller Zugang Porzellanerfindung" ein Zugangstunnel hergestellt werden, welcher durch Erdreichverfüllung zu treiben wäre.
    Nun, ich glaube die "Berlinde" ist gerade in Stutti21 unterwegs, und hier wärs ja auch noch paar Jährchen hin und sicher auch abhängig von künftig erzielter Besucherresonanz, aber dann her mit Berlinde. :)
    Spaß bei Seite. Der jetzige Schritt ist einzig aufgrund Fluthilfetopf denkbar geworden, dies fiele bei Weiterem sicher aus. Eine offene Gängeherstellung dürfte kaum bejubelt sein, bliebe also Untertageverbau. Wäre doch gelacht, angesichts der großen sächsischen Bergwerkstradition. Doch gibts diese Kompetenzen noch im Ländle, egal, holn mer se eben aus der Schweiz.
    Frage wäre, ob auch ein zweiter "Rundum"stollen ab der Böttgerhornzsche möglich wäre, v.a. hinsichtlich dessen Anschluß an heutige Kasematten/Tonnen?
    Ein denkbarer Marketingslogan "Stollentour" bekäme in bekannter "Stollenstadt" einen weiteren Bedeutungshintergrund. :)

  • Stimmt, allzu realistisch ist das eher nicht. Aufregend fände ich aber auch nicht so sehr die Gewölbe, als den Bau des fünften Belvederes. Nur im Zuge dessen Baus wären auch die Tiefbauarbeiten (offen) denkbar.
    Das Belvedere ist eine ganz besondere Bauaufgabe. Im Lauf vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wurden insgesamt 4 jeweils ganz besondere Gebäude errichtet und leider auch (bis auf das Dritte) auf dramatische Weise zerstört.
    Ich gebe zu, dass ich mich als Architekt dieser Aufgabe nicht gewachsen sehen würde. Trotz der unbestreitbaren Qualitäten des letzten Belvederes würde ich eine Rekonstruktion in Anbetracht der Vorgeschichte dieses Bauplatzes aber als Bankrotterklärung betrachten.

  • ^ Die Überlegungen in alle Richtungen sind natürlich interessant. ME würden Großteile besagter Zugänge/Stollen von und ab Porzellanerfindungsstube (siehe dein heutiges Plänchen) im "Erdreich" verlaufen und nur zum kleineren Teil unter etwaigen Belvedere-Unterbauten. Vielleicht sind solch Untertageverbaue auch gar nicht so kostenaufwendig, die "Rundum"-Rückröhre könnte zudem nahe der Festungswand am Terrassenufer entlangführen und statische Gegebenheiten mitnutzen. Seis drum, das SIB wird das Möglichkeitsspektrum im Auge haben, sollte und wird aber hoffentlich die Prioritäten eher auf die beiden Palais (Japanisches, Großer Garten) lenken, sofern neue Milliönchen in Aussicht kommen.


    Die zwingende Kopplung eines Belvederebaus an umfangreiche Untergrundsachlagen deutet klar auf eine rein staatliche Bauaufgabe hin, 1. weil das kein Privater mitstemmen würde (=unrentabel), 2. weils ohnehin Flureigentum des Staates ist und 3. eine "öffentliche Nutzung" vorgeschrieben bleibt.
    Ich halte eine Offenhaltung samt heutiger Parkgestaltung des Standorts für akzeptabel und verträglich. Eine Renaissance des Belvedere scheint ob schwieriger Melange zahlreicher Unwägbarkeiten als arg unwahrscheinlich. Ein architektonisches Scheitern infolge eines adaptiven Neubauentwurfs zu riskieren, macht es noch kritischer. Zudem muß man nutzungstechnisch nunmal heutige gesellschaftliche Bedingungen beachten, die selbst eine gastronomisch-kulturelle Nutzung nicht mehr per se als Selbstläufer darstellen können. Dresden funktioniert mikrolagetechnisch sehr sensibel, wie Nutzungen fürs Café Prag, Ratskeller oder Herzogin Orangerie aufzeigten - ergo: kurz neben der Hauptlaufspur, und bei ausreichenden Alternativen, wirds kompliziert, weil Achsen prägen - jedoch kein funktionell-vernetztes Gefüge vorliegt. Dieser Punkt gilt allgemein und soll hier nicht nur aufs Belvedere bezogen sein. Oft wird diese Problematik ausgeblendet, andererseits muß man natürlich mal irgendwo anfangen.
    Man sollte folglich das Belvedere ausblenden, wenns um eine Erschließung der Böttgerstube ginge. Der Freistaat müßte lediglich "aufbaufähig" planen.

  • Dresdner Zwinger - Die Rückkehr der Orangen - 19. Mai bis Sept. 2017


    DNN


    Orangen-Quiz und mehr bei Schlösserland Sachsen


    SäZ


    Die etwaige Angst vor Blickbeeinträchtigungen auf oder im höfischen Festplatze mag ich mir nicht zueigen zu machen, handelt es sich doch noch um Baumkinderlein von 60cm Krönchen auf 2,5m Stämmchen sowie um "nur" 80 an der Zahl, was im riesigen Hof wohl kaum zur Verdeckung des Ensembles führen wird.
    Ich bin gespannt, ob der Veranstaltungsbereich vor dem Wallpavillon frei bleibt, denn es wollen doch sicher weiterhin Konzerte oder Aufführungen stattfinden. Was ist eigentlich aus Wedels Zwingerfestspielen geworden - müssen sie wegen der Bäumchen pausieren?

  • Aktuelle Bilderreihe vom Dresdner Schloss
    Teil 1


    Grosser Hof





    ^ Nordostwendel // v Südwestwendel




    ^ Schmuckdetails am Wendel Nordost // Detail Wendelhaube Südost



    Hinein über die Englische Treppe - aufwärts gesehen


    ^ Schmuckdetails und Leuchter im 2.OG // v geflügelte Deckenschönheit beim Kronen verteilen :)



    genauere Leuchterbetrachtung:
    Eingang Engl. Treppe 1.OG zur Fürstengalerie sowie in der FüGal.:




    Ausblicke vom Georgenbau auf die Schloßstraße



    nochmal: Kleiner Ballsaal mit neuer Kamera :)



    neu implementiertes Treppenhaus des Georgenbaus mit Lift und Foyerräumen



    Georgenbau 1.OG: neu: Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600" wiki W&W mit den Themenräumen




    ^ mit Ausstellungsdetail rechts
    v im Folgenden ein Raum mit Stücken aus der Sophienkapelle des Schlosses


  • Dresdner Schloss aktuell - Teil 2


    Ausblicke





    Georgenbau 2.OG: Münzkabinett

    Hier fehlen derzeit Großteile der Münzstücke. Die klimatischen Bedingungen in den Vitrinen sind mangelhaft. Es heißt waage, sie seien (mikroskopisch) undicht, weil sie unter Terminstress vor Eröffnung nicht qualitätvoll zusammengesetzt wurden. Offenbar stellten die Museologen kleineste Oxidationen nach rund 1 Jahr Neupräsentation an manch Münzen fest. Nun kann wohl der Baumangel kaum behoben werden - dies würde m.E. die Komplettzerlegung der gesamten Museumseinrichtung bedeuten. Denn zunächst wird man zahllose Münzen und Stücke mit einem quasi-unsichtbaren Schutzbelag überziehen (Spray?) - erste Münzen kehrten wieder in die Vitrinen zurück. Für die Vitrinenklimatisierung versucht man verbesserte Einstellungen zu erreichen.
    Also in Summe eine unklare Sache hier. Die Medien wissen offensichtlich noch nüscht. Vorm Betreten des Teilmuseums gibts keine Infos über derzeitig massive Ausstände im Münzkabinett. Hauptärgernis wäre aber: immer diese Endspurthetze auf Baustellen - da wird mir Angst und Bange, wenn man da an anderes denkt (Kulti, Gem.gal.).



    Wechsel zum Westflügel - Ausblicke



    Probetafeln am Foyer zum Neuen Grünen Gewölbe für die Reko des Alten Grünen Gewölbes



    Neues Grünes Gewölbe - Schatzkammermuseum - Pretiosendetails (ohne Titel)






  • Vielen herzlichen Dank Elli für die tollen Fotos und die integrierten Informationen. Eine Aufnahme hat mich regelrecht "elektrisiert":



    Was entsteht denn dort an der Anschlussecke Georgenbau/Nordflügel???


    Reine Spekulation meinerseits, aber ich kann mir nur einen Grund vorstellen, warum man an dieser Stelle einen Treppenzugang in das Kellergeschoss baut. Es wird die Zuwegung in den zweiten Bereich (mit dem ersten meine ich die Kemenate), in dem sich romanische Bausubstanz erhalten hat. Hier ist noch einmal der Grundrissausschnitt für das Kellergeschoss aus den DDR-Planungen:



    Gemäß der Konzeption aus der DDR-Ära sollte ja der Kellerbereich im östlichen Nordflügel für Besucher erschlossen werden - mit Zugang aus dem drüber liegenden EG-Räumen. Aufgrund der geänderten Nutzung für den zugehörigen EG-Bereich (Stichwort: Gastronomie) ist das aber nun nicht mehr möglich.

  • Die Sache mit dem Münzkabinett ist wirklich sehr ärgerlich. Der Schutzanstrich auf den Münzen klingt für mich etwas abenteuerlich und kann ja tatsächlich nur eine aus der Not geborene Lösung sein. Naja, die Profis werden schon wissen was sie tun. Wobei die Münzen teilweise bis zu 2500 Jahre ohne klimatisierte Vitrinen auskamen ;-)


    Ein interessantes Detail zeigt das letzte Foto der Chiaverigasse (Nordseite des Schlosses). Hier wird offenbar gerade ein Zugang in die ehemaligen Weinkeller des Schlosses gebaut. Das geschieht scheinbar auch nicht in maximal unscheinbarer Form, sondern in ordentlicher Breite und wohl sogar mit einer Überdachung (die auf Sandsteinsäulen ruht?).
    Das bedeutet dann ja wohl, dass auch die Keller gastronomisch genutzt werden sollen und nicht nur die darüber liegenden Räume der Hofkellerei. Eventuell werden das auch zwei getrennte gastronomische Einrichtungen, denn für einen reinen Fluchtweg aus dem Keller wäre die Treppe etwas übertrieben gestaltet.
    Auf jeden Fall wusste ich von dieser zusätzlichen Baumaßnahme bisher absolut nichts!


    Edit: Hallo BautzenFan, da war ich wohl zu langsam!

    2 Mal editiert, zuletzt von Arwed () aus folgendem Grund: s.o.

  • Wenn die Ungründlichkeiten beim Münzkabinett mal nicht mit dem Besuch der G-7 Finanzminister seinerzeit zusammenhängen.... Wär nicht das erste mal, dass zum Wahren eines schönen Scheins für hohen Besuch die Qualität auf der Strecke bleibt.

  • Hallo Arwed – in Bezug auf Deinen letzten Beitrag konstatiere ich, dass wir beide hier (praktisch zeitgleich) die zwei denkbaren Nutzungsvarianten des „Zielortes“ der neuen Treppe benannt haben – Gastronomie oder musealer Ausstellungsbereich.
    Um das zu erklären, muss ich den Planungsprozess der DDR-Konzeption in Erinnerung rufen. Der Beginn der Detail-Planungen erfolgte ab Ende der 1970er Jahre. Dazu ein kurzes Zitat aus einem Artikel, den ich mal für ein Jahrbuch von Stadtbild Deutschland verfasst hatte:


    Am 31. Januar 1978 erfolgte die Beschlussfassung des SED-Politbüros über den (Zitat) *weiteren Wiederaufbau der kulturhistorischen Bauten der Stadt Dresden*, darunter auch des Residenzschlosses. Es war das so lang ersehnte „Okay von ganz oben“. Die terminliche Einordnung des Schlossprojekts – mit Festschreibung des Baubeginns in das folgende Planjahrfünft - wurde den lokalen Gremien dann am 13. Februar 1981 bekannt gegeben, aufgrund der Geschehnisse des 13. Februar 1945 wohl kein zufälliges Datum.


    Die ersten Ergebnisse wurden (wohl nur intern) im Jahr 1982 verlautbart. Für den Kellerbereich im östlichen Nordflügel war demnach eine gastronomische Nutzung angedacht. Die Verfasser hatten sicher die gleichen Gedankengänge wie Arwed: ehemalige Weinkeller des Schlosses – tolle Gewölbe – wie gemacht für ein stimmungsvolles romantisches Kellerrestaurant. Die zugehörigen Grundrissdarstellungen habe ich nachfolgend verlinkt (im 2. Dokument ist sogar schon die angedachte Möblierung ersichtlich).
    http://fotothek.slub-dresden.d…_hauptkatalog_0251810.jpg
    http://fotothek.slub-dresden.d…_hauptkatalog_0251809.jpg


    Im Jahr 1982 begannen dann umfangreiche Grabungen und bauarchäologische Untersuchungen im gesamten Schlosskomplex. Dies führte sukzessive zu etlichen neuen Erkenntnissen über die Baugeschichte des Schlosses. So wurde zum Beispiel die „Kemenate“ entdeckt (deren Existenz bis dahin völlig unbekannt war) und romanische Bausubstanz im Keller des östlichen Nordflügels. Das wiederum hatte diverse Umplanungen zur Folge. In den Plänen von 1982 sieht man, dass der Große Schloßhof vollständig unterkellert werden sollte (für die Aufnahme des Besucherfoyers im westlichen Teil des Hofes und eines Depots im östlichen Teil). Davon nahm man in der anschließenden Planungsphase Abstand, weil die Kemenate für Besucher zugänglich gemacht werden sollte. Der folgende, in der 2. Hälfte der 1980er Jahre entstandene Grundriss belegt, dass nunmehr nur der westliche Hofbereich für das Foyer unterkellert dargestellt ist. Für den Keller im östlichen Nordflügel wiederum wird eine museale Nutzung angezeigt (um die hier entdeckten romanischen Bauteile öffentlich zugänglich zu machen).



    Wie die aktuellen Planungen aussehen, ist mir leider völlig unbekannt – denkbar sind beide Nutzungsvarianten.