Dresden: Pirnaische Vorstadt/Lingnerstadt

  • Die bessere Anbindung des Quartiers an die Innenstadt hat nichts mit der Fläche des neuen Quartiers an sich zu tun.
    Hierfür muss lediglich die Fläche vor dem Gewandhaus und der Parkplatz davor bebaut werden. Parallel dazu könnte man den Parkplatz vor dem Polizeipräsidium auch bebauen.
    Und um einen noch besseren Übergang zu bekommen könnte man auch noch den Ring zwischen beiden Verkehrsrichtungen bebauen, was aber in sehr ferner Zukunft liegt.
    Jedenfalls zementiert der Bebauungsplan für das neue Stadtquartier in keinster Weise den Ring, denn dieser liegt wie schon aufgeführt außerhalb des Bebauungsplanes.
    Mit dem neuen Hotel vor dem Gewandhaus könnte der erste Schritt getan werden, den Übergang besser zu gestalten. Der Rest(siehe oben) könnte danach folgen.

  • Naja, dem kann ich so nicht zustimmen. Gerade im südlichen Teil Richtung Prager Straße bringt es nichts, später mal vor die jetzt geplante Reihe einfach noch einen Block zu setzen. Die Wegbeziehungen müssten schon jetzt angelegt werden, um eine Verknüpfung mit der Südvorstadt zu erreichen. Das hat man verpasst und das wird sich später rächen. Im nördlichen Teil passt es schon, weil der eine Riegel am Ring eh stehen bleibt. Hier hätte ich aber gern eine stärkere Fassung des Rings/ Grunaer Straße gesehen, die dem Pirnaischen Platz wieder eine Fassung gibt... Zumindest das kann ja irgendwann noch werden...


    Lediglich das Hotel neben dem Rathaus sowie die Fläche vor dem Polizeipräsidium zu bebauen reicht meiner Meinung nach nicht aus, um den enormen Querschnitt der Ringstraße zu verkleinern und für Leben in der Pirnaischen Vorstadt zu sorgen.


    Ich verweise hier nochmal auf meine Skizze, die ich mal eingestellt habe...
    http://abload.de/image.php?img…chirmfoto2016-01dbrfw.png
    - wie gesagt: Auf die Wegbeziehungen im südlichen Teil kommt es mir an...

  • Im ersten Moment hat mich der Entwurf gefreut. Weitgehend geschlossene Blockrandstruktur, hohe Bebauung, relativ kleinteilige Fassaden und der Straßenknick im südlichen Quartier schafft Abwechslung statt zu eintöniges Straßenraster.
    Auf den zweiten Blick geht es mir so wie Arnold. Die Visualisierungen (insbesondere Bild 5) suggerieren ein urbanes Quartier, aber letztlich steht das Viertel derart inselartig in der Gegend, dass ich mir dort schwerlich kleine Geschäfte und größeren Publikumsverkehr vorstellen kann. Dazu fehlt es, wie Arnold richtig anmerkt, an der Anbindung an das Stadtzentrum und an einer Verengung der viel zu ausgedehnten Verkehrsflächen an St. Petersburger Straße und Georgplatz. Was ich ebenso wenig verstehe, ist der verschwenderische Umgang mit Fläche rund um das Hygienemuseum. Wenigstens auf der Fläche nordwestlich des Museums sollte noch eine Bebauung entstehen. Das würde die Herkulesallee besser fassen und das südliche Quartier besser an das nördliche anbinden. So wie es jetzt aussieht, ist der Entwurf durch die grünen Abstandsflächen rund ums Quartier zwar investorenfreundlich, aber zu einem geschlossenen Stadtraum trägt er kaum bei.

  • Mit der Grünfläche am Hygienemuseum seh ich jetzt noch nicht so kritisch. Im Zuge der Planung des Ostteils kann man diese Fläche immernoch später zu Bauland machen.

  • Ich verstehe die Diskussion nicht. Die St. Petersburger Straße oder auch der Georgplatz waren zu keiner Zeit in dem Bebauungsplan inbegriffen. Natürlich ist die Straße viel zu breit und Überlegungen für eine schmalere Gestaltung gibt es schon seit den 90er-Jahren. Aber nur weil es einen ersten Investor für die Lingnerstadt gibt, hat doch die Stadt keine Millionen übrig, um mal eben den Straßenzug umzubauen? Eine schmalere Gestaltung und damit eine bessere Anbindung zwischen Altstadt und Pirnaischer Vorstadt ist nun mal eine langfristige Aufgabe für die kommenden Jahre/Jahrzehnte, hat mit der derzeitigen Entwicklung der Lingnerstadt aber so gut wie nichts zu tun.

  • Davon spricht auch keiner, Tobschi. Das Problem ist die Wagestruktur des nun geplanten südlichen Quartiers. Hier gibt es nur eine Straße, die aus dem Gebiet hinter dem Hygienemuseum in Richtung Ring verläuft. Das ist zu wenig um dieses neue Viertel SPÄTER mal an die Prager Straße anzubinden. Ich fordere ja nicht einen sofortigen Umbau der St. Petersburger. Aber ich fordere eine intelligente Lösung für das neue Gebiet, die einen Weiterbau in Richtung Ring jederzeit ermöglicht.

  • Also ich seh genug Anbindungen Richtung Westen bzw. Nordwesten.
    Die Straße parallel zur Allee ist an die St. Petersburger abgebunden und die Zinzendorfstraße geht bis zur Straße Bürgerwiese.


    Hinzu kommen 2 Fußwegverbindungen, welche mit leichten späteren Eingriffen genauso Straßen werden können.


    Zum einen der westliche Knick der Straße welche das neue Quartier westlich umschließt. Da fehelen nur ein paar Meter um diesen Fußweg auch als Straße zur Straße Bürgerwiese durchzubinden.
    Zum anderen der Fußweg welcher aus der Verlängerung der quartierteilenden Straße direkt auf den Georg-Platz führt. Auch hier fehlen nur ein paar Meter um den Fußweg in eine Straße umzuwandeln.
    Und diese Maßnahmen haben nichts mit dem Bebauungsplan zu tun, die kann man später immer noch umbauen.


    Also Vorraussetzungen für eine bessere Anbindung werden genug geschaffen.

  • Also bitte Leute, es ist doch eindeutig, dass sich alle Hauptwege im neuen Viertel gen Süden in Richtung Bürgerwiese, Lindengasse, Räcknitzstraße und Hans-Dankner-Straße orientieren - gerade in die Richtung, in der tatsächlich überhaupt gar nichts los ist. Die Gegend da unten ist tot. In Richtung Prager Straße/ Ferdinandplatz gibt es nur eine Straße, die zu allem Übel noch HINTER dem Hygienemuseum raus kommt und in einem "Platz" endet, dem jegliche Fassung fehlt. In der Stadtplanung ein klassisches Fail. Die anderen beiden Wege sind Passagen DURCH ein Gebäude hindurch. Das wird nicht funktionieren, zumal die Wege jeweils in den offenen Hinterhöfen enden. Da ist rein gar nichts, was Fußgänger anzieht. Wer soll da bitte lang laufen? Die einzige Verbindung zum 'lebendigen' Teil der Stadt bleibt die Lingnerallee. Allerdings werden sich von der nur wenige Menschen nach Süden verirren - wo sollen sie auch hin?


    Eigentlich sollte man den gesamten südlichen Abschnitt der Planung einmal um 90° drehen. Dann würde es mehr Sinn ergeben, als es aktuell der Fall ist.

  • Die Ausbildung einer eher geschlossenen Kante zum Ring ist ganz sicher dem geschuldet, dass man hier eine Abschirmung gegen den Verkehrslärm auf der St.-Petersburger-Straße schaffen will. Eine stärkere Öffnung nach Osten zum Blüherpark und nach Süden zur Bürgerwiese macht Sinn. (Nebenbei gesagt, waren da vor 1945 noch viel weniger Straßen- und Wegeanbindungen vorhanden.)
    Die eine Straße in der Achse des Museums und damit in der Flucht der Hauptallee des Großen Gartens finde ich sehr gut. Damit gäbe es eine Achse von der Altstadt bis nach Gruna, auf der dann das Museum und das Palais im Großen Garten liegen würden.


    Zur Idee, die Flächen nördlich des Hygienemuseums zu bebauen, verweise ich auf die Abhandlung im folgenden Link: http://www.google.de/url?sa=t&…iw&bvm=bv.117218890,d.bGs
    Auch wenn von der hier einstmals vorhandenen Fläche nur noch Teilbereiche übrig sind, handelt es sich doch um eine wirklich bedeutende Gartenanlage, der ich eine Arrondierung eben nördlich des Hygienmuseums sehr wünschen würde.

  • Also Arnold, ich weiß ja nicht, aber die fehlt anscheinend der Bezug zu der Fläche. Kommst ja auch nicht aus Dresden.


    Die zwei das Quartier umschließenden Straßen und die eine in der Mitte sind vollkommen ausreichend von der Nordwestseite(St. Petersburger/Georg-Platz) aus. Das ist ein Straßenabstand von 5-6 Häusern.


    Deine Idee aus der Richtung noch mehr Wege einfließen zu lassen würde die Quartiere so weit zerstückeln, dass wir dann aller 2-3 Häuser eine Straße hätten. Na herzlichen Glückwunsch.


    Mit dem Drehen ist genauso ein Schwachsinn, weil auf keinen Fall die Parkanlagen Bürgerwiese und Blüherpark angetastet werden sollten.


    Arwed
    Der Garten des Prinzenpalais ist ja zum Teil noch südwestlich des Hygienemuseums erhalten und ich finde das wäre in Verbindung mit dem neuen Platz an der Rückseite des Hygienemuseums ausreichend.
    So dass man die Nordseite des Hygienemuseums bebauen könnte. Meine Meinung.

  • Warum denn gleich so stutenbissig, lieber Chris? Kein Grund zur Panik, immer schön ruhig bleiben. Nur schlecht fürs Herz. In der Gegend kenne ich mich übrigens gut aus - habe dort mehrere Jahre gelebt. Da muss ich dich leider enttäuschen :D



    Ich gebe mich geschlagen. Dennoch bleibe ich bei meiner Kritik. Ein lebendiges Viertel wird hier definitiv nicht entstehen. Lasst uns doch in zwei, drei Jahren dort mal einen Kaffee trinken, falls es denn sowas wie ein Café dort geben wird... Ansonsten eben aus der Thermosflasche auf dem wunderschönen"Platz" an der wunderschönen Museumsrückseite :lach:

  • Teppichfreund-Filiale Grunaer Straße


    Netzwerk Ostmodern kämpft für Erhalt - Mopo berichtet


    (Standort)


    Eigentlich soll hier ein Wohngebäude samt Tiefgarage entstehen, der Bauantrag ist bereits eingereicht. Der DDR-Bau müsste dafür weichen. „Heute wird das Gebäude von vielen als ,Schandfleck‘ gesehen. Dahinter verborgen liegt allerdings ein sehr schön gestalteter, klarer und leichter Pavillonbau, der durchaus erhaltenswert ist“, weiß Matthias Hahndorf von Ostmodern zu berichten. Was ihn zum "Stadtplaner" qualifiziert, bleibt offen. Im Rathaus wolle man nun den Denkmalwert des Hauses überprüfen: Das sei naheliegend und berechtigt. Und aus dem Landesamt für Denkmalpflege heißt es: „Wir nehmen die Auskunft der Stadt Dresden zum Anlass, das Gebäude so bald als möglich zu überprüfen." In seinem Kommentar dazu (nicht online) kann Mopo-Schreiber Dirk Hein denn auch gar nicht verstehen, "warum die Stadt bedenkenlos alles schützt, was gefühlt oder tatsächlich mit Barock zu tun hat, und DDR-Baukunst wie am Robotron-Areal oder beim Pinguin-Café im Zoo abreißen lässt".

  • Und ich kann nicht verstehen, dass man jede irgendwo wild und zusammenhanglos in die Landschaft gewürfelte Bude aus Arbeiter-und-Bauern-Zeiten für schützenswert deklariert. Wenn es danach geht, hätte man auch die Baubaracken am Postplatz oder der Nürnberger Straße nie abreißen dürfen. SKANDAL!


    Mal sehen, wann dieser merkwürdige Trupp auf die Idee kommt, die Einebnung des Neumarkts und die Wiederruinisierung der Frauenkirche als Beitrag zur Rückgewinnung eines sozialistischen Stadtbildes zu fordern. Der Neumarkt war in diesem Zustand ja auch so schön gestaltet, luftig und klar. Ihr diesbezügliches Kampf- und Agitationsblatt scheinen die Freunde der sozialistischen Kunst ja gefunden zu haben...


    Ach ja, begeistern sich die Genossen in ähnlicher Weise für den "Dregg'schen Löffel"? Gemeinsam mit der Teppichbude und "Ackis" ergibt das ein wahrlich schützenswertes architektonisches Triumvirat von Weltgeltung.

  • Und ich kann nicht verstehen, dass man jede irgendwo wild und zusammenhanglos in die Landschaft gewürfelte Bude aus Arbeiter-und-Bauern-Zeiten für schützenswert deklariert.


    Warte, da hab ich noch was aus Dirk Heins Kommentar: "Exakt gegliedert, dominieren luftige, sachlich klar geordnete Glasscheiben." Bäm! Jetzt hat es doch aber Klick gemacht, warum dieses Kleinod nicht verschwinden darf, oder? :D

  • Jahrelang hört man nix von dem Verein und jetzt wollen die alles schützen.


    Es nervt nurnoch...die sollen sich wieder verziehen.


    Der Furunkel Kulturpalast reicht doch. Mehr davon brauchen wir nicht.

  • ^^:rofl2:Au ja, Tobschi, das ist natürlich ein durchschlagendes Argument. Und ausgerechnet in einer Stadt, wo, wie wir wissen, allenthalben und an jeder Ecke pegidistisch-piefiges barockes Butzenglas den modern-weltoffen-luftig-sachlichen Gemütern die Stimmung vergällt und an sachlich klar geordneten Glasscheiben gepaart mit progressivem gieß- und formbarem Baumaterial natürlich absoluter Mangel herrscht. Vielleicht sollte der Schreiberling einmal seine Metaphorik sachlich klar ordnen, dann würde er auch nicht derartigen Schwachsinn in die Tasten hauen...


    Mein Gott, sollen sich die Herrschaften doch in Gorbitz einquartieren und an den Segnungen der dortigen klar geordneten Glasscheiben erfreuen, so sie denn noch heilen Zustands und nicht mit Presspappe zugenagelt sind. Die MOPO-Koryphäe kann gleich mit auf den Omsewitzer Ring ziehen - obwohl: Eigentlich erfüllt der MOPO-Bunker an der Ostra-Allee doch alle Kriterien, die der Schreiberling in seiner überwältigenden Sachkenntnis so exakt gegliedert in den Äther geblasen hat. Da hilft nur noch eines: :booze:

  • ^ Sorry antonstädter, aber geht es bitte etwas sachlicher ("Schreiberling" - es soll doch hier schließlich keiner auf die Idee kommen, dich fälschlicherweise im Pegida-Milieu zu verorten, oder doch?)?


    Dass der Denkmalsantrag geprüft wird, ist legitim, auch wenn das Gebäude an dieser Stelle und in seinem aktuellen Zustand natürlich keine Augenweide ist. Im Mopo-Artikel (den ich nun definitiv nicht als "Kampf- und Agitationsblatt" bezeichnen würde - auch hier bitte etwas weniger Polemik, danke!) findet sich ein Bild aus der Entstehungszeit, dass einen derartigen Antrag zumindest rechtfertigt. Auch wenn ich persönlich hier auf einen Abriss hoffe, sollte man auch andere Meinungen zulassen und akzeptieren.

  • Ein Medium hat gemäß Pressegesetz weitreichendere Aufgaben als billigste Klickhascherei und eine Gefälligkeitsberichterstattung für die eigene schwindende Leserschaft. Genau diesen Weg hat die Morgenpost eingeschlagen. Deren Otto-Normal-Leser dürfte eher im höheren Alter und von einfachem Bildungsstand sein. Er echauffiert sich gegen "die da oben", findet, dass in Dresden "alles zugebaut" wird, legt seine Wege vornehmlich mit dem Auto zurück (er ist ja kein linksgrüner Ökofaschist) und misst Bauten wie dem Möbelhaus auf der Grunaer Straße aus persönlicher Nostalgie einen kulturellen Wert bei, weil er da vor Jahrzehnten mal eingekauft hat. Widerspruch zur eigenen Sichtweise ist wahlweise eine Lüge, Hetze oder einfach nur Blödsinn. Die Mopo passt sich ihrem Leser an, entdeckt daher plötzlich die Schönheit der DDR-Bauten, geißelt eine mögliche Bebauung einer gigantischen Innenstadtbrache als drohenden Verlust von Parkplätzen und verkauft eine Fußgängerampel über eine vierspurige, viel befahrene Straße als schlechte Nachricht für Autofahrer. Zu solch' einer Berichterstattung fällt mir außer Kopfschütteln und Polemik leider auch nicht viel ein.

  • ^ Da stimme ich dir zu 100% zu. Aber führt uns PEGIDA nicht seit über einem Jahr gut vor Augen, was passiert wenn man einen bestimmten Teil der Bevölkerung außen vor lässt? Ich sehe die MOPO da als wirklich wichtig an. Auch wenn ihre journalistische Arbeit von minderer Qualität ist, so schafft sie es dennoch, eine gewissen Teil eben dieser mit PEGIDA sympathisierenden Menschen an sich zu binden - und sie damit nicht Medien wie Russia Today oder Netzplanet, oder wie auch immer diese dubiosen Quellen heißen mögen, zu überlassen. Die MOPO erweitert in gewisser Weise die Echokammer der Rezipienten. Und das halte ich für unheimlich wichtig. Genau deswegen ist sie eben kein "Kampf- und Agitationsblatt" wie Antonstädter behauptet. Dass man sich oft über die Texte ärgert - geschenkt. Zum demokratischen Diskurs tragen sie jedenfalls positiv bei - und darauf sollte es bei einem Medium schließlich ankommen.